Downsizing

Am 18.01.2018 erschien ein neuer Film mit Matt Damon in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Das Thema Überbevölkerung schwirrt immer mal wieder durch den Raum und behandelt die möglichen Folgen. Eine wirkliche Lösung des Problems scheint es jedoch bisher noch nicht zu geben. Wie gut, dass es Hollywood gibt. Denn bereits 2016 brachte uns Inferno einen Lösungsvorschlag. Dem hat Downsizing nun einen neuen entgegenzusetzen. Während Inferno auf ein Virus zielte, versucht Downsizing zu argumentieren, dass man doch viel weniger Ressourcen verbraucht, wenn man auf einen Bruchteil seiner eigentlichen Körpergröße geschrumpft würde. Doch sind damit wirklich alle Probleme gelöst.

Die Handlung

Paul (Matt Damon) und Audrey Safranek (Kristen Wiig) leben ein bescheidenes Leben in Omaha, Nebraska. Als es norwegischen Wissenschaftlern gelungen ist, Menschen auf eine Größe von fünf Zoll zu schrumpfen, um dem Problem der Überbevölkerung entgegen zu wirken, überlegen auch sie sich schrumpfen zu lassen. Nach einigen Erkundigungen, sind sich die Safraneks einig. Sie wollen sich schrumpfen lassen, vor allem da ihre Ersparnisse hinterher viel mehr wert sind. Aber sind damit wirklich alle Probleme gelöst?

Meine Meinung

Downsizing startet mit einer wirklich starken Prämisse. Die Welt ist bedroht von der Überbevölkerung – Was tun? Der Lösungsansatz liegt hier im Schrumpfen der Menschheit. Natürlich nach und nach und auf freiwilliger Basis. Während Ehepaar Safranek auf der einen Seite mit den Vorzügen überschüttet wird, z.B. mit der Wertsteigerung der Ersparnissen, wird auf der anderen Seite überlegt, ob sie als kleine Menschen dann auch immer noch die vollen Rechte, wie z.B. das Wahlrecht haben sollen. So ist das erste Drittel des Films unglaublich stark, voller berechtigter Fragen und Überlegungen. Auch der Schrumpfvorgang wird gut durchdacht dargestellt.
Die Probleme mit Downsizing fangen erst danach an. Denn nach dem Schrumpfvorgang verliert sich der Film immer mehr in Zeitsprüngen, die Logiklöcher erzeugen, ohne diese zu erklären. Auch versucht Regisseur und Drehbuchautor Alexander Payne seine Sozialkritik an dieser Stelle fortzuführen, diese wird aber immer abstruser und immer weiter hergeholt. Vereinzelnd sind noch gute Ansätze vorzufinden, aber größtenteils verrennt sich der Film in Belanglosigkeiten. Spätestens mit dem Auftauchen von Dušan (Christoph Waltz) hat der Film seinen Zenit überschritten – und warum musste Waltz mit einem absolut grauenhaften Akzent spielen? Hong Chau spielt zwar ihre Ngoc Lan sehr gut, aber die Figur an sich ist sehr nervig und passt nicht mehr ins Grundkonzept. Man hätte sie auftauchen lassen können, um ihre Rolle zu erklären, aber wieso sie zu einer der Hauptcharaktere machen?
Im letzten Drittel des Films versucht der Film die Thematik noch einmal auf ein neues Level zu bringen, macht aber alles noch einmal schlimmer. Denn der Grundthematik der Überbevölkerung wird noch einmal etwas drauf gesetzt, was schon nicht zum Charakter des Films passt. Gleichzeitig wird Matt Damons Charakter noch eine andere Charaktereigenschaft zugesprochen, die ganz plötzlich auf dem Nichts auftaucht und nur noch lächerlich wirkt.
Downsizing ist zwar grandios gespielt – auch wenn Christoph Waltz sich wieder einmal nur selbst spielt, leider inzwischen ein paar Mal zu oft gesehen – und hat eine wirklich gute Grundprämisse, die im ersten Drittel durchaus Spaß macht anzusehen und mit vielen guten Ideen umgesetzt wurde. Leider hat der Film da nicht geendet, sondern sich in Belanglosigkeiten verrannt – ich hätte eine Menge guter Ideen, wie der Film da hätte weitergehen können ohne zu nerven. Trotz eines guten Castes kann der Film daher einfach nicht überzeugen und am Ende geht man sehr enttäuscht aus dem Kinosaal.

Das Fazit

Guter Ansatz, starkes erste Drittel, sehr großer Absturz danach. Downsizing ist so im Resümee leider eine Enttäuschung. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick auf den Januar

Das neue Jahr ist schon wieder einen ganzen Monat alt, was bedeutet, dass bei mir auf der Arbeit die Hochsaison langsam wieder abnimmt und ein bisschen Ruhe einkehrt (sofern es jemals ruhig wird…). Januar bedeutet bei mir auch immer, dass ich ein Jahr älter werde, was ich in kleiner Runde gefeiert habe und natürlich viele schöne Geschenke bekam, die das Geek-/Filmliebhaber-/Buchliebhaber-Herz höher schlagen ließen.

Cinemathek

Logan Lucky – Der Regisseur der Oceans Reihe brachte uns diesmal ein Heist-Movie aus den Südstaaten. Alles ein bisschen dreckiger und diesmal ist auch kein großes Casino das Ziel. Trotzdem funktioniert der Film sehr gut, in dem was er erzählen möchte.

Aus dem Nichts – Basierend auf den NSU-Prozessen bringt uns Fatih Akin eine Geschichte über eine Frau, die ihren Mann und Sohn bei einem Anschlag verlor, nur weil sie Türken sind. Der Film gewann einen Golden Globe als bester fremdsprachiger Film und das – ohne die Konkurrenz zu kennen – teilweise zu Recht.

Filme – auf der großen Leinwand gesehen

The Greatest Showman – Eine schillernde Geschichte über P.T. Barnum und seine Kuriositäten mit vielen tollen Musicaleinlagen und guten Schauspielern. Hugh Jackman geht in seiner Rolle wunderbar auf.

The Commuter – Liam Neeson in seinem nächsten Actionfilm, der ein bisschen an Non-Stop erinnert, aber diesmal in einem Pendlerzug spielt. Leider funktioniert die eigentlich gute Prämisse in diesem Fall nicht und es kommt ein relativ schwacher Actionfilm dabei heraus.

Ferdinand – Ein süßer Animationsfilm über einen Stier, der einfach nicht kämpfen möchte. Eine wunderbare Umsetzung der Buchvorlage.

Your name. – Im Special Screening wurde dieser Anime in den deutschen Kinos gezeigt und konnte sogar mich überzeugen, obwohl ich normalerweise mit Animes absolut nichts anfangen kann.

Three Billboards outside Ebbing, Missouri – Der Golden Globes Gewinner und Oscaranwärter kann durch seine ruppige und bissige Art absolut überzeugen und steht im Kampf um den Goldjungen an hoher Position.

Downsizing – Ein Film mit faszinierender Grundprämisse, die leider nicht hält, was sie verspricht. Im großen und ganzen leider eine Enttäuschung.

Wunder – Die rührende Geschichte über einen Jungen, der im Gesicht entstellt ist und jeden Tag wieder mit seinem Aussehen zu kämpfen hat. Auch wenn der Film zu Tränen rührt, drückt er in keiner Szene bewusst auf die Tränendrüse.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Willkommen bei den Hartmanns – Eine deutsche Komödie, die sich mit der Flüchtlingsproblematik befasst, aber dabei leider immer wieder am relevanten Vorbeischlittert und sich nicht so ganz entscheiden kann, was für eine Geschichte genau erzählt werden soll.

Ebenfalls habe ich im Rahmen der Filmreise-Challenge meine ersten Filme gesehen. Mit dabei „Mary und Max – schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“ aus Australien und „Nader und Simin“ aus dem Iran. Hier werde ich in einem gesammelten Beitrag noch genau auf die Filme eingehen.

Filme – Leider in diesem Monat verpasst zu sehen

Score – die Geschichte der Filmmusik – Eine Dokumentation über den „Herzschlag eines Films“, wie es schon im Trailer heißt. Ein Blick hinter die Kulissen der Filmmusik und der Entstehung unvergesslicher Scores.

Die dunkelste Stunde – Gary Oldman als Winston Churchill in einem weiteren Anwärter auf den diesjährigen Oscar. im Mai 1940 wird Churchill mitten im zweiten Weltkrieg englischer Premierminister und muss in der dunkelsten Stunde des Landes sich gegen die Deutschen und auch gegen seine eigenen Landsmänner durchsetzen.

Serien – ein kurzer Überblick

Im letzten Monat habe ich darauf verzichtet von meinem Serienkonsum zu berichten, diesmal wird es auch nur im Kurzüberblick geschehen.

Zum einen hab ich Leverage mit der finalen fünften Staffel erneut beendet und euch auch eine Kritik dagelassen. Bei Supernatural habe ich mich endlich durch die siebte Staffel gequält, da ich die Serie zwar eigentlich liebe, sie seit ein paar Staffeln aber immer schlechter wird. Wobei ich die siebte Staffel wieder besser als die sechste fand, weil es zwischendurch wieder ein paar „normale“ Folgen gab. Auch gucke ich schon wieder My little Pony, da ich bei ihr sehr gut abschalten kann. Im Januar liefen Staffel Eins und Zwei. Als letztes habe ich noch Die Mockridges mit der ersten Staffel ausprobiert. Eine schöne kleine deutsche Comedyserie mit der Familie Mockridge, die sich selbst spielen.

Mein Lesemonat

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Bücher insgesamt: 7
Seiten insgesamt: 3714 (Statistik etwas verzerrt wegen Es – ca. 2680 realistischer)
Seiten pro Tag: 119 Seiten im Durchschnitt (bzw. 86 Seiten im Durchschnitt)
Taschenbücher: 3
E-Books: 3
Graphic Novels: 1

Platz 6+7: Uns für zwanzig Stunden & Sein für ein ganzes Leben – Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich die Reihe zu Ende lesen werde und irgendwie konnte sie mich ab dem dritten Band auch wesentlich mehr in ihren Bann ziehen, aber  mit der starken Konkurrenz diesen Monats kann sie einfach nicht mithalten. Trotzdem habe ich mich am Ende fast mit Jade und Lawrence angefreundet.

Platz 5: Die Stadt der träumenden Bücher – Buchhaim: Der erste Teil der Graphic Novel zu Walter Moers gleichnamigem Buch. Eine wirklich süße Geschichte über Hildegunst von Mythenmetz, einem Lindwurm, der nach dem Verfasser eines Buches sucht und dafür Buchhaim aufsucht, eine Stadt, in der es nur Buchläden gibt. Als Graphic Novel mit wirklich stark detaillierten Zeichnungen, ein Schmaus fürs Auge.

Platz 4: Die magischen Pforten der Anderwelt – Ein Spin-off zu Sandra Regniers Pan-Trilogie, die ich seinerzeit absolut verschlungen habe und die noch immer zu meinen liebsten Büchern gehören. Nach einer gefühlten Ewigkeit gibt es nun endlich ein wiedersehen mit der Welt der Elfen. Die neue Protagonistin kann mich zwar noch nicht so ganz überzeugen, aber die Fortsetzungen haben großes Potential.

Platz 3: Nur noch ein einziges Mal – Mrs. Hoover Sie haben es mal wieder geschafft mich sprachlos zurückzulassen. Diesmal haben Sie sich wirklich ein sehr schwieriges Thema herausgesucht. Aber genau dafür liebe ich Ihre Bücher so. Und wie ernst und gleichzeitig wunderbar Sie mit dem Thema umgingen ist absolut bewundernswert.

Platz 2: Der Report der Magd – Margaret Adwoods Klassiker über den fiktiven Staat Gilead, in dem Frauen keine Rechte mehr haben. Eine Dystopie, die ihresgleichen sucht, auch wenn der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Platz 1: Es – Stephen Kings Meisterwerk hielt mich für vier Monate in Atem. Meine erste Berührung mit dem Meister des Horrors, die ich gerne wiederhole.  Es ist so viel mehr als nur ein Horrorbuch, es spielt mit den eigenen Ängsten und erzählt auch vom Erwachsenwerden. Mein Buchhighlight im Januar.

 

Three Billboards outside Ebbing, Missouri

Am 25.01.2018 erschien der Oscarkandidat und Golden Globe-Gewinner in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Nach sechs Golden Globe Nominuerungen konnte der Film mit dem unglaublich sperrigen Titel bereits vier Kategorien für sich entscheiden. Unter anderem die Darsteller Sam Rockwell und Francis McDormand. Nun wird der Film auch als heißer Kandidat für die Oscars gehandhabt. Denn auch hier ist er für sieben Oscars nominiert. Doch hält der Film die Erwartungen nach den vielen Nominierungen?

Die Handlung

Mildred Hayes (Francis McDormand) kann mit dem Tod ihrer Tochter einfach nicht abschließen. Denn auch sieben Monate nachdem diese getötet wurde, gibt es noch keine Hinweise auf den Täter. Das lässt Mildred nicht auf sich sitzen und mietet 3 Werbetafeln (Billboards) vor der Stadt an, um darauf den ansässigen Polizeichef bloßzustellen. Doch Chief Willoughby (Woody Harrelson) ist in Ebbing ein angesehener Mann und so macht sich Mildred schnell Feinde.

Meine Meinung

Three Billboards outside Ebbing, Missouri hat zwar einen ziemlich sperrigen Titel, hat es aber gleichzeitig faustdick hinter den Ohren. So ist das erst dritte Werk von Regisseur Martin McDonagh (7 Psychos, Brügge sehen… und sterben) so voller schwarzem Humor, dass es sich doch um einen recht seltsamen Oscaranwärter handelt. Doch sind seine Chancen dadurch größer oder niedriger? Das vermag wohl nur die Jury der begehrten Goldjungs uns am 04. März zu sagen.
Der Film beginnt zunächst ganz gemächlich. Wir lernen die Protagonistin Mildred Hayes kennen und man merkt ihr sofort eine innere Gebrochenheit an, aber auch einen starken Kampfwillen. Zu diesem Zeitpunkt weiß man noch nicht, was genau passiert ist. Auch als sie die drei Werbetafeln anmietet tappt der Zuschauer noch im Dunkeln. Denn Three Billboards outside Ebbing, Missouri versteht sich darauf Informationen nach und nach erst preiszugeben und damit einen gewissen „What the hell?“ Moment zu kreieren. Das passiert nicht nur bei der Enthüllung der Werbetafeln mit den provozierenden Sätzen, sondern auch im späteren Filmverlauf immer wieder. Im Verlauf der nächsten halben Stunde lernt man dann auch alle weiteren wichtigen Charaktere kennen – und fängt teilweise schon an gewissen Personen zu hassen. Denn nicht nur Mildred Hayes provoziert in Ebbing, auch Regisseur Martin McDonagh provoziert Reaktionen im Kinosaal, die unvermeidbar sind. Denn ein zentrales Stilmittel des Films ist der unglaublich schwarze Humor. So fängt der Zuschauer ganz reflexartig in manchen Szenen an zu lachen, bis das Gehirn hinterher kommt und merkt, dass man über diesen Witz vielleicht doch nicht lachen sollte. So kam es mehrfach vor, dass der gesamte Kinosaal schallend zu lachen anfing und ein paar Sekunden später sofort innehielt und sich verstohlen umsah.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der allgemeine Ton des Films. Dieser ist brutal ehrlich und mit allerlei Schimpfwörtern untermalt, so dass es sich vermutlich auch einmal lohnt ihn im Originalton zu sehen.
Three Billboards outside Ebbing, Missouri hat außerdem einige grandiosen Schauspielleistungen zu bieten. Seien es nun Francis McDormand, als auf ihre ganz eigene Art trauernde Mutter, oder Sam Rockwell, die beide dafür auch schon mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurden oder einem Woody Harrelson als Chief Willoughby. Aber auch die kleineren Rollen sind gut besetzt. So zeigt Lucas Hedges nach dem letztjährigem Oscaranwärter Manchester by the Sea erneut, dass er gerade die Zwischentöne gut umsetzen kann und mit einer stillen Präsenz überzeugt. Peter Dinklage ist auch in einer kleinen Rolle dabei und bringt eine gewisse Ruhe in den Film, so dass seine Szenen „angenehm“ wirken, auch wenn sie es vielleicht nicht sind.

Das Fazit

Three Billboards outside Ebbing, Missouri ist ein Film, der weiß wie er ordentlich provozieren kann und dabei doch eine starke Geschichte erzählt und den schmalen Grad zwischen ruhiger Erzählweise mit gleichzeitig hoher Spannung trifft. Ein würdiger Oscarkandidat. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

 

 

The Commuter

Am 11.01.2018 erschien ein neuer Actionthriller mit Liam Neeson in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Liam Neeson ist in den letzten Jahren durch seine Actionthriller bekannt geworden. Nach dem Tod seiner Frau, widmete er sich keinem ernsten Film mehr, wie noch Schindlers Liste. Aber auch in diesem Segmentsetzte er seine Erfolgsstory fort und konnte uns mit 96 Hours und Non-Stop überzeugen. In letzter Zeit wurden es leider immer mehr und auch nicht alle konnten mit dem Erfolg mithalten. Nun ist er in The Commuter wieder zu sehen. Das Prinzip sieht ähnlich aus wie in Non-Stop, aber diesmal ist die Action nicht über den Wolken, sondern in einem Pendlerzug. Non-Stop zeigte, dass auch ein Actionthriller, der auf beengtem Raum spielt, funktionieren kann. Knüpft The Commuter an den Erfolg an?

Die Handlung

Michael McCauley (Liam Neeson) ist ein Pendler (engl=Commuter). Jeden Tag fährt er mit dem Zug die gleiche Strecke. Eines Tages setzt sich eine Frau ihm gegenüber und verwickelt ihn in ein Gespräch. Es gäbe jemandem in dem Zug, der nicht dahin gehört. Wenn er die Person findet, bekommt er sehr viel Geld. Doch seine Taten werden Konsequenzen haben.

Meine Meinung

Der Film baut die Handlung zunächst ganz langsam auf. Wir sehen über Wochen oder sogar Monate hinweg den allmorgendlichen Ablauf im Hause McCauley. Dann fährt Michael wie jeden Tag mit dem Pendlerzug. Dort trifft er immer wieder auf die gleichen Gestalten. Die üblichen Pendler, die wie er zur Arbeit müssen. Dadurch werden auch wichtige Gesichter für die Rückfahrt gezeigt. Denn dort bekommt er sein Angebot. Natürlich wurde vorher ganz genau erklärt, warum Michael dringend Geld braucht und wieso er das Angebot annimmt, auch wenn es moralisch fragwürdig ist. Dann merkt er sehr schnell, dass es sich nicht um einfaches Spiel handelt. Seine Familie wird bedroht. Und so muss er nun immer und immer wieder durch den Zug hetzen, um die gesuchte Person zu finden. Dabei trifft er immer wieder auf Verdächtige und zunächst macht es auch durchaus Spaß ihm dabei zuzusehen. Doch nach der vierten oder fünften falsch verdächtigten Person geht dem Film langsam die Puste aus. Die am Anfang gut gesteigerte Spannung und der Spaß am Enträtseln der Personen verliert immer mehr an Höhe bis es einem irgendwann total egal wird, wer die gesuchte Person ist, hauptsache der blöde Zug kommt endlich an seinem Ziel an. Daraus wird aber erst einmal nichts, denn die Auftraggeber haben einige Möglichkeiten, um den Zug weiterfahren zu lassen.
Nach ca. dreiviertel des Films ist er nicht mehr einfach nur langweilig, er wird auch noch so abstrus und abgehoben, dass er seine Glaubwürdigkeit verliert. Was als gut durchdachter Spaß anfing, ist nun ein CGI Spektakel der untersten Qualität.
Liam Neeson – bisher konnte er noch jeden Film erträglich machen (sogar Star Wars Episode 1) – scheint in The Commuter an seine Grenzen zu kommen. Zwar spielt er mit seiner gewohnten Brillianz und der guten Balance zwischen Charme und Stärke. Doch hier wird er irgendwann zu einer Person, mit der man einfach nicht mehr mitfiebert. Das liegt weniger an seinem Talent, als vielmehr an dem immer schlechter werdenden Drehbuch. Ihm ist ein ganz genauer Charakter zugeschrieben worden, der sehr konstruiert wirkt und sich daher irgendwann nicht mehr aufrecht halten lässt.
Aus einem einfachen „Was würdest du tun“ wurde in nur 105 Minuten Spiellänge ein „Hör bitte einfach auf, was auch immer du da tust“. Das ist sehr schade, denn das Anfangsszenario ist wirklich gut und ein gekürzter Mittelteil und ein sinnvolleres Ende hätte aus The Commuter einen wirklich guten Film machen können.

Das Fazit

The Commuter hat gerade am Anfang seine Stärken, verspielt die aber mit fortschreitender Laufzeit und gipfelt in einem undurchdachten und viel zu übertriebendem Ende. Sogar Liam Neeson kann den Film nicht mehr retten. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Logan Lucky

Willkommen in der Cinemathek, heute mit Logan Lucky. Der Film lief ursprünglich ab dem 14.09.2017 in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Vor ein paar Jahren konnte Regisseur Steven Soderbergh mit seinen Filmen Ocean’s Eleven/Twelve/Thirteen die Kinolandschaft überzeugen. Gut angezogene Männern bilden ein Team und rauben mit spektakulären Plänen Casinos in Las Vegas aus. Der bekannte Cast rund um Brad Pitt, George Clooney, Matt Damon und vielen mehr, tat sein übriges. Doch bereits danach faszinierte Regisseur Soderbergh ein ganz anderes Prinzip. Was wenn die Räuber keine Anzüge trugen, kein Geld hätten und über keine Technik verfügten. Und was wenn nicht die schillernde Stadt Las Vegas das Ziel wäre, sondern eine Rennstrecke mitten in den Südstaaten? Diese Vision setzte Soderbergh nun mit Logan Lucky um.

Die Handlung

Die Logan Familie scheint vom Pech verfolgt. So hat Jimmy Logan (Channing Tatum) ein zertrümmertes Knie, was ihn hinken lässt und dafür sorgt, dass er immer wieder seine Jobs verliert. Sein Bruder Clyde (Adam Driver) verlor im Krieg seinen einen Arm, was bei seinem Job als Barkeeper immer wieder für Spott sorgt. Nur Schwester Mellie (Riley Keough) scheint nicht betroffen zu sein. Als Jimmys Exfrau (Katie Holmes) droht mit seiner Tochter umzuziehen, beschließt er die NASCAR Rennstrecke auszurauben. Dafür brauchen die Logan Brüder die Hilfe von Joe Bang (Daniel Craig), der wegen mehrerer Raubüberfälle aktuell einsitzt.

Meine Meinung

Wie startet man einen großen Raub, wenn man eigentlich keine Ahnung davon hat, keine technische Ausrüstung und eigentlich die Familie auch von Pech verfolgt wird? Diesen Ansatz verfolgt Soderbergh in seinem neusten Film. Und man muss sagen, dass es verdammt gut funktioniert. Denn Logan Lucky ist ein Film geworden, der verdammt gut funktioniert, gerade weil er nicht versucht es allen Recht zu machen. Es gibt keinen hochkomplizierten und super gut durchdachten Plan, sondern einfach nur einen Plan. Es wird kein Team von Profis zusammengestellt, sondern ein Profi aus dem Gefängnis geholt, um ihnen zu helfen. Hinzu kommt, dass Logan Lucky kein Hochglanzfilm ist, sondern in den Südstaaten spielt und das Feeling auch gut aufgreift und dem Zuschauer nahe bringt. Es gibt keine gestelzten Dialoge, in denen Machtpositionen geklärt werden. Mit Dialogen wird sowieso ein wenig gespart. Dafür hat er so subtilen Witz – man denke nur an die Game of Thrones Buchdiskussion – das man mit einem guten Gefühl aus dem Kino geht und sich gut unterhalten fühlt, ohne ständig auf dem Boden liegen zu müssen vor Lachen. Er hat keinen allzuhohen Spannungsbogen, aber dafür einen ausreichend hohen, um mit den Charakteren mitzufiebern. Heißt im Endeffekt er hat eigentlich alles, was man bei einem „normalen“ Heist Movie bemängelt werden würde. Aber hier ist es goldrichtig eingesetzt und funktioniert damit sehr gut.
Einen Channing Tatum etwas verwarlost aussehen zu lassen, braucht schon ein gewisses Talent. Dafür schafft es Tatum noch einmal eine ganz andere Seite seines schauspielerischen Könnens zu beweisen, fernab von 21 Jump Street oder Magic Mike. Adam Driver hingegen scheint seine Rolle hier gefunden zu haben, denn als Clyde Logan passt er sehr gut – im Gegensatz zu seinem Kylo Ren. Auch Daniel Craig scheint sichtlich Spaß zu haben einmal nicht den steifen 007 zu spielen, sondern einfach ein bisschen verrückt sein zu dürfen.

Das Fazit

Logan Lucky versucht gar nicht erst ein gewisses Niveau zu erreichen und deswegen funktioniert der Film sehr gut. Er erzählt seine Geschichte, die in sich stimmig ist und fügt an ein paar Stellen subtilen Humor hinzu. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Pitch Perfect

Am 21.12.2017 lief der dritte Teil der Pitch Perfect Reihe in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Nachdem in diesem Jahr bereits die Fack ju Göhte Reihe zu einem Abschluss kam, präsentiert uns Hollywood dieses Jahr den Abschluss der Reihe um die Barden Bellas, die den A-Capella Gesang wieder beliebter machten. Haken an der Sache: Der Autor der Buchreihe Mickey Rapkins hatte nicht das Bedürfnis eine Buchvorlage für einen dritten Teil zu schreiben. Kann der Film trotzdem funktionieren?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Im ersten Teil lernten wir Becca Mitchell kennen, die zum Studium an die Barden Universität kommt. Eine der dortigen A-Cappela Gruppen die Barden Bellas suchen dringend Verstärkung, da die bisherigen Mitglieder größtenteils ihren Abschluss gemacht haben. Die neuen Mitglieder sind sehr unterschiedlich und sie brauchen einige Zeit, um sich aneinander zu gewönnen. Mit einigen Teamschwierigkeiten versuchen sie die nationalen A-Capella-Meisterschaften zu gewinnen.
Im zweiten Teil haben die Barden Bellas nach ihrem Sieg bei den nationalen A-Capella-Meisterschaften eine Menge Erfolg. Bis sie durch einen Faux-pas bei der Geburtstagsfeier des Präsidenten in Ungnade fallen. Danach müssen sie erst einmal alle wieder zu sich finden und erneut an ihrem Teamgefühl arbeiten, ehe sie an den internationalen A-Capella-Meisterschaften teilnehmen können.

Die Handlung

Die ursprüngliche Besetzung der Barden Bellas hat inzwischen ihren Abschluss gemacht. Doch so ganz glücklich ist keiner in seinem neuem Beruf. Also beschließen sie noch ein letztes Mal zusammen zu singen. Dafür reisen sie nach Europa, wo sie in einem Wettbewerb vor den Gruppen der Army singen. Doch ihre Konkurrenten haben diesmal Instrumente.

Meine Meinung

Auf Biegen und Brechen einen dritten Teil zu konstruieren, obwohl dafür eine Buchvorlage fehlt, war wohl von Anfang an keine gute Idee. Aber auch aus unseren Lieblingspitches musste unbedingt eine Trilogie geschaffen werden. Das der zweite Teil schon weit hinter dem unglaublich starken ersten zurückblieb, wurde ebenfalls nicht berücksichtigt.
Zu Gute halten muss man dem Film, dass er sich musikalisch wieder mehr am ersten Teil orientierte und Lieder mit Ohrwurmqualität erschuf – bzw. man die Cover-Songs diesmal wieder erkennen konnte, weil nicht zu viele übereinander gesungen wurden, was einer meienr großen Kritikpunkte am zweiten Teil war. So machten wenigstens die Gesangteile Spaß. Nicht so gut hat der Rest der Handlung funktioniert. Denn irgendwo war die Luft raus und die Haupthandlung wurde auch nur noch teilweise verändert. Diesmal ist es eben nicht der nationale oder internationale A-Capella-Wettkampf, sondern es geht um einen Plattenvertrag. Natürlich musste die Konkurrenz auch hier wieder schlimmer werden, also warum nicht den anderen Musikinstrumente geben, damit die A-Capella Pitches langweilig dagegen wirken – was sie zum Glück nicht tun. Ebenfalls wurden die Charaktere dabei noch mehr überzeichnet, als sie ohnehin schon waren und so scheint Fat Amy nur noch da zu sein, um ab und an einen Oneliner rauszuhauen und die Pitches richten noch mehr Chaos an, als je zuvor. Was bisher noch Charme hatte, ist nun einfach nur noch nervig.
Das schlimmste am Film dürfte jedoch die völlig hirnrissige Geschichte um Fat Amys Vater sein gepaart mit einem Entführungsdrama. Dies zerstört die ohnehin sehr schwache Handlung noch mehr, so dass man beim Sehen des Films immer wieder verzweifelt mit dem Kopf schüttelt. Dies sollte das große Finale, der finale Pitch sein?
Immerhin am Ende gab es doch noch einen Lichtblick, denn die wirklich letzte Performance holt noch einmal viel aus dem zuvor sehr langweiligen Film heraus. Zumindest die letzte Verbeugung hatte wieder Würde. Einerseits wäre es dem Franchise zu gönnen, dass dies nicht das grottenhafte Ende ist, andererseits ist ein weiterer Teil auch nicht mehr vielversprechend. Das Pitch Perfect Frachise hat sich mit dieser letzten schlechten Performance den Gnadenschuss gegeben. Der erfolgreiche und sehr gute erste Teil bekam einfach keine würdigen Fortsetzungen.

Das Fazit

Der dritte Teil der Pitch Perfect Reihe hält nicht, was er verspricht und kommt mit einer schlechten Handlung daher. Lediglich das große Finale und allgemein der musikalische Aspekt geben dem Film ein paar Lichtblicke. Das Franchise dürfte sich damit selbst beerdigt haben – wobei das andere Franchises bisher auch nicht von weiteren Fortsetzungen abgehalten hat. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Dieses bescheuerte Herz

Am 21.12.2017 erschien ein Drama mit realem Hintergrund in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Auf dem ersten Blick scheint die Geschichte von Dieses bescheuerte Herz einem bekannt vorkommen, zumindest wenn man die erfolgreiche französische Komödie Ziemlich beste Freunde gesehen hat. Doch der erste Unterschied ist, dass diesmal nicht der Arme dem kranken Reichen helfen muss, sondern der Reiche dazu verdonnert wird dem kranken Armen zu helfen. Das ganze basiert auf dem Buch von Daniel Meyer und Lars Amend, die realen Akteure des Films.

Die Handlung

Lenny ist fast dreißig, hat aber keine Lust etwas sinnvolles mit seinem Leben anzufangen. Lieber verprasst er bei ausufernden Partys das Geld seines Vaters, eines erfolreichen Arztes. Doch eines Tages übertreibt es Lenny so sehr, dass sein Vater ihm den Geldhahn zudreht. Um wieder an sein heiß geliebtes Geld zu kommen, muss Lenny den herzkranken David für eine Weile betreuen. Denn dieser ist seit seiner Geburt herzkrank und hat mit 15 Jahren inzwischen alle Lebenslust verloren.

Meine Meinung

Dieses bescheuerte Herz hat zwar einen sehr bescheuerten Titel – immer wenn ich jemandem erzählt habe, welchen Film ich gesehen habe, wurde ich fragt, ob mir der Film nicht gefallen hätte… Nein das ist wirklich der Titel des Films – hat aber ansonsten einiges auf dem Kasten. Denn er befasst sich gleich mit einer Vielzahl von Themen und Charakterentwicklungen.
Da haben wir zum einen Lenny, den reichen Arztsohn. Zunächst wird er als das übliche Beispiel vorgeführt. Mit zu viel Geld aufgewachsen, also wofür Verantwortung für irgendwas übernehmen? Doch nach und nach kommen immer mehr Aspekte dazu. Der nicht überwundene Tod der Mutter, das distanzierte Verhältnis zum Vater. Erst durch David und seine Probleme den Alltag zu bewältigen, merkt er, was er alles hat und fängt auch an seinen Vater zu verstehen. Dabei passiert auch das nicht von jetzt auf gleich. Denn zunächst kämpft er mit seiner ihm zugeteilten Aufgabe. Denn wie soll er einen kranken Teenager dazu bringen das Leben wieder zu mögen? Er versucht es zunächst mit den materiellen Dingen, stößt aber bald an seine Grenzen. Diese zu überwinden sind der interessante Aspekt des Films.
Als nächstes lernen wir David kennen. Er ist zum einen der typische Teenager mitten in der Pubertät. Er möchte unbedingt ein Mädchen kennenlernen, ist genervt von seiner Mutter und auf die Schule hat er auch nicht wirklich Lust. Und dann kommt hinzu, dass er herzkrank ist. Doch sein schwaches Herz sind nicht die einzigen Symptome mit denen er zu kämpfen hat. Daher fallen viele normale Unternehmungen für ihn immer flach und sein Leben ist stark eingeschränkt. Darunter leidet er, aber gleichzeitig ist er so frustriert immer wieder sehr heftige Schmerzen zu haben, die ihm auch psychisch immer mehr zusetzen. Erst durch Lennys sehr einfach Art zu leben und den vielen „Abenteuern“ die die beiden miteinander erleben, wird es langsam aber stetig besser.
Als dritte wichtige Figur ist Davids Mutter Betty zu nennen. Sie ist wohl die ehrlichste Figur des Films, der die größte Sympathie zufliegt und mit der man am meisten mitleidet. Denn sie schwankt immer wieder zwischen sehr großer Sorge um David, da sie auch schon sehr viel miterlebt hat, gleichzeitig muss sie aber auch immer die strenge Mutter sein, damit David regelmäßig seine Tabletten nimmt oder muss ihm viele Unternehmungen einfach verbieten. Alles zusammen bringt sie immer wieder ans Ende ihrer Nerven und sie weiß oft einfach nicht mehr weiter.
Das Zusammenspiel aus den Charakterentwicklungen und einer zwar in seiner Grundstruktur relativ einfachen Handlung, im Detail aber doch liebevollen, logischen und teilweise auch überraschenden Handlung und sehr ehrlichen Darstellungen ergibt einen Film, der ganz tief ins Herz geht, berührt und einen auch zum nachdenken anregt. Elyas M’Barek scheint zwar aktuell in gefühlt jedem zweiten deutschen Film mitzuspielen, aber auch hier gibt er wieder eine gute Leistung ab und schafft die Balance zwischen reichem Erben und verzweifeltem Mentor. Philip Noah Schwarz gibt sein Kinodebüt in diesem Film und überzeugt sogleich auf voller Linie. Emotionale Szenen, lustige Szenen, schwierige Szenen, alles schafft er mit großer Bravour. Man kann es sich gut vorstellen ihn auch in anderen Produktionen auf der großen Leinwand zu sehen.
Der Soundtrack ist gut gewählt und passt in die einzelnen Szenen. Szenenbilder sind gut inszeniert und stimmig.

Das Fazit

Dieses bescheuerte Herz schafft es das Drama zwar komödisch anzuhauchen, aber nimmt seine Themen sehr ernst und zeigt so sehr realistisch das Leben eines herzkranken Teenagers, ohne zu beschönigen, aber trotzdem mit durchgehend hoher Spannung. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Jumanji: Willkommen im Dschungel

Am 21.12.2017 erschien ein zweiter Teil zu dem 1995 erschienenden Jumanji Film, damals mit Robin Williams, in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Schon wieder ein Reboot, mag der eine gestöhnt haben. Können die sich nicht endlich mal was neues einfallen lassen? Nun ja, haben „die“ in diesem Fall tatsächlich. Denn natürlich basiert Willkommen im Dschungel auf dem Jumanji Film mit Robin Williams, der 1995 erschienen ist. Aber gleichzeitig wurde alles etwas modernisiert. So kommt zum Beispiel nicht der Dschungel zu den Brettspielenden, sondern ein Videospiel saugt die Spielenden ein und sie landen im Dschungel. Klingt im Ansatz erstmal gut? Ist es auch!

Die Handlung

Die Schüler Spencer (Alex Wolff), Fridge (Ser’Darius Blain), Bethany (Madison Iseman) und Martha (Morgan Turner) werden allesamt zum Nachsitzen verdonnert. Dabei entdecken sie ein altes Videospiel. Da keiner Lust auf die Strafarbeit hat, wählen sie ihre Avatare aus und werden schwupps ins Spiel gesogen. Auf einmal sind sie Ihre jeweiligen Charaktere Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson), Moose Finbar (Kevin Hart), Professor Shelly Oberon (Jack Black) und Ruby Roundhouse (Karen Gillan). Von nun an müssen sie sich durch den Dschungel kämpfen, um wieder in ihr altes Leben zurückkehren zu können.

Meine Meinung

Mit Guns N’ Roses „Welcome to the Jungle“ wusste schon der erste Trailer zu locken. Doch auch darüber hinaus hat der Film einiges zu bieten. Vor allem das Setting – Hauptdrehort war Hawaii – kann von der ersten Dschungelszene an begeistern. Hinzu kommt ein sehr gelungener Soundtrack. Beides bietet die Basis für den Film.
Doch auch der Rest muss sich an keiner Stelle verstecken. Die Handlung ist gut durchdacht. Zunächst werden die Schüler vorgestellt und kurz charakterisiert. So ist grob gesagt Spencer der Nerd ohne Freunde, Fridge der Sportler, der Spencer nur für seine Hausaufgaben braucht, Bethany das It-Girl, das ohne Internet und das tägliche Selfie nicht auskommt, und Martha das typische Mauerblümchen. Aus verschiedenen Gründen müssen sie nachsitzen. Nachdem sie ins Spiel gesaugt wurden, müssen sie erst einmal damit zurecht kommen, dass ihre Avatare nicht ihren eigentlichen Charakteren entspricht. So wurde der schüchterne Spencer zu dem muskelbepackten Anführer Dr. Smolder Bravestone, der ansonsten gut durchtrainierte Sportler Fridge wird zu dem kleinen und schwächlichen Moose Finbar, Bethany zu dem fetten, alten Shelly Oberon – sie wechselt also auch noch das Geschlecht und Mauerblümchen Marthy wird zur sexy Ruby Roundhouse. Auf dieser Umkehrung der Charaktere baut Jumanji auch zu größten Teilen seinen Humor auf. Und es funktioniert tatsächlich, denn jeder muss sich nun mit anderen Problemen auseinander setzen, was zu einer guten Charakterentwicklung führt. Die Szenen innerhalb Jumanjis sind aufgebaut, wie ein richtiges Videospiel. Die Charaktere auf die sie treffen, haben größtenteils nur einen begrenzten Handlungsrahmen oder reagieren nur auf bestimmte Signale. So bringt es nichts einen Jumanjicharakter ausfragen zu wollen, da er nur ganz bestimmte Phrasen sagen kann.
In Jumanji treffen Action und Humor in einer guten Portion aufeinander, so dass keins von beidem zu kurz kommt. Zusammen mit den Finden des eigentlich Ichs bringt Jumanji auch einige ernstere Gespräche zustande, die den Filmverlauf aber nicht belasten. Der Cast ist gut gewählt – nur ein Jack Black könnte ein It-Girl verkörpern, ohne dabei lächerlich zu wirken – und harmonisiert gut miteinander. Auch ist Kevin Hart diesmal nicht ganz so überdreht und nervig, wie in anderen Filmen. Der „Bösewicht“ Van Pelt gespielt von Bobby Cannavale passt ebenfalls gut in die Welt.

Das Fazit

Jumanji – Willkommen im Dschungel ist spannend, witzig und ernst und das immer an den richtigen Stellen. Der Film weist ein gutes Setting und einen guten Soundtrack auf und kann mit den Darstellern punkten. Dennoch ist die Handlung relativ einfach gehalten und rein darauf ausgelegt zu unterhalten. Und genau das schafft Jumanji. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

The Greatest Showman

Am 04.01.2018 erschien eine stark veränderte Filmbiographie über P.T. Barnum in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Manchmal ist es einfach besser sich vor einem Film über nichts zu informieren, sondern sich einfach auf ihn einzulassen. Denn die eigentliche Geschichte von P.T. Barnum liest sich nicht ganz so positiv, wie sie der Film letztendlich darstellt. Stattdessen sollte man sich einfach auf die Magie des Films einlassen und auf die verschiedenen kleinen Nachrichten im Film hören. Gerade das Thema Fremdenfeindlichkeit taucht immer wieder auf, denn nicht alle Charaktere sind in unserem heutigen Sinne „kurios“. Und die Demonstranten gegen die „Freak Show“ haben in ihrem einfachen Feinddenken doch große Ähnlichkeiten mit heutigen Gruppierungen, die gerne mit Hetzparolen auf die Straße gehen.

Die Handlung

P.T. Barnum (Hugh Jackman) wuchs in armen Verhältnissen auf und musste sich immer wieder einen Weg durchs Leben kämpfen. Und er fand einen Weg, um sich immer wieder mit Arbeit über Wasser zu halten und schließlich auch die große Liebe seines Lebens (Michelle Williams), die aus guten Verhältnissen stammt, zu heiraten. Trotzdem ist ihr Leben weiterhin von Armut geprägt. Bis Barnum alles auf eine Karte setzt und ein Wachsfigurenkabinett kauft. Doch auch dies hat zunächst wenig Erfolg. Bis eine von Barnums Töchter ihn auf die Idee bringt, doch weniger auf tote Dinge zu setzen. Fortan sucht Barnum sein Ensemble zusammen. Darunter „Kuriositäten“, wie ein Wolfsmensch und die bärtige Dame (Keala Settle), aber auch andere von der Gesellschaft ausgeschlossene, finden Zuflucht, wie zwei schwarze Trapezkünstler (u.a. Zendaya). Hier treffen Erfolg und Abneigung aufeinander. Doch Barnum strebt nach mehr.

Meine Meinung

Bevor man in The Greatest Showman geht, sollte man sich eines bewusst sein: Es handelt sich um ein Musical. Das heißt es wird nicht nur ein bisschen während der Shows gesungen, sondern sehr häufig. Wer damit nichts anfangen kann, sollte am besten den Kinobesuch meiden. Wer aber gerne ein paar schmissige und gut choreographierte Popsongs in seinem Film hat, der ist hier gut aufgehoben. Praktisch alle Lieder des Films haben gutes Ohrwurmpotential. Kritisieren könnte man, dass sie alle in ein sehr gleiches Konzept fallen. Trotzdem haben sie alle eine eigene Melodie und passen immer sehr gut zu der gezeigten Szene. Auch die Choreographen haben gute Arbeit geleistet, denn auch im ganzen Ensemble hat jeder noch seinen eigenen Part und es wird auf die verschiedenen Stärken und Schwächen Rücksicht genommen.
Die Handlung ist in den Grundzügen so, wie man sie im vorhinein erwartet. Geprägt wird sie vorallem von Barnums ständigem Lächeln und seinem Willen mehr zu erreichen und der Armut zu entkommen, in die er geboren wurde. Darüber hinaus hat der Film aber doch Überraschungen zu bieten, die man nicht vorhersehen konnte. Und gerade diese Überraschungen halten die Spannung permanent oben. Gepaart mit den Songs verfliegen die 105 Minuten Spielzeit wie im Flug.
Das Hauptthema des Films ist neben dem Kampf der Armut zu entfliehen und dem Glauben an seine Träume, auch die Vorurteile gegen Menschen, die anders sind, als man selbst. Auch wenn Barnum gezielt nach solchen Menschen suchte, konnte auch er seine Vorurteile nicht abschütteln. Das große Statement des Films ist der Song „This is me“, in dem es darum geht, dass man sich nicht mehr verstecken möchte, sondern sich so zeigt, wie man ist. Damit hat er auch – wie oben bereits erwähnt – eine gewisse Aktualität, denn es wird wohl immer Diskriminuierungen und Fremdenfeindlichkeit geben.
Der Cast ist gut ausgesucht und wirbt mit Schauspielgrößen, wie Hugh Jackman und Zac Efron, holt aber auch unbekanntere Darsteller auf die Bühne, wie Keala Settle, die zwar in den USA an den Theaterbühnen erfolgreich ist, aber Hollywood zuvor fern geblieben ist. Das Jackman singen kann, bewies er bereits zuvor in Les Miserables und zeigt auch in The Greatest Showman wieder, dass er schauspielerisch einiges zu bieten hat und nebenbei auch mit seiner Stimme begeistern kann. Etwas schwächer daneben wirkt Zac Efron, der seit seines High School Musical Erfolges eher sein Glück in Komödien, wie Bad Neighbors suchte. Singen kann er noch immer, doch kommen manche Töne nicht mehr so klar heraus. In The Greatest Showman zeigt Efron nach langer Zeit endlich mal wieder, dass er auch schauspielerisch mehr auf dem Kasten hat, als nur seine Muskeln zu präsentieren. Unterstützt werden beide von den talentierten Damen Michelle Williams und Rebecca Ferguson, wobei letztere laut Soundtrackbeschreibung nicht selbst singt.

//Achtung nur lesen, wenn man mehr über den Bezug zum realen P.T. Barnum lesen will, kann die Magie des Films schwächen // The Greatest Showman bringt eine ganz bestimmte Art von Zauber auf die Leinwand, die während des kompletten Films und auch darüber hinaus anhält. Den Soundtrack höre ich schon jetzt immer und immer wieder. Der Zauber büsst leider dann etwas ein, wenn man sich hinterher mit der realen Figur P.T. Barnum befasst. Denn in der Realität war er noch besessener vom Erfolg und hat noch mehr getrickst und gelogen, um seine Shows erfolgreich zu machen. Dies wird im Film zwar angedeutet, aber immer mit einem Lächeln überspielt. Allerdings holte Barnum auch immer wieder Insassen aus psychiatrischen Anstalten und vermarktete sie, bis sie keinen Erfolg mehr hatten. Danach ließ er sie einfach wieder einweisen. Keine Spur von der Familie, die er im Film erschafft. Demnach werden die realen Verhältnisse durchaus mit einer dicken Schicht Zucker überzogen und weitaus positiver dargestellt.

Das Fazit

Den realen Bezug beiseite gelassen, hat der Film wenige bis gar keine Schwächen. Natürlich wird alles sehr zuckrig dargestellt, was viele als Hauptkritikpunkt ansehen, Doch dadurch erschafft der Film auch eine ganz eigene Form der Magie. Die Ohrwurm-Kandidat-Lieder geben dem Film immer die richtige Richtung und mit seinen Thematiken geht der Film ernst um, auch wenn er stets positiv bleibt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Die Filmreise-Challenge – Vorwort

Während ich noch grübelnd zu Hause saß und überlegte, ob und wenn ja, welche neuen Kategorien ich für meinen Blog einführen sollte, trudelte eine Einladung vom werten Blogger-Kollegen Ma-Go auf meinen Schreibtisch. Er lud mich zu einer Filmreise ein. Bei dem Wort Reise war die Tourismuskauffrau in mir natürlich sofort sehr aufmerksam.

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Das Konzept der Filmreise, aus der natürlich gleich eine Challenge entstand, sieht eine Reise durch 70 Aufgaben aus 7 verschiedenen Kategorien vor. Meine Abenteuerlust stieg ins unermessliche und ich kann nur sagen: Ich akzeptiere vorbehaltslos und werde mich in diese Challenge stürzen!

Ist auch euer Interesse geweckt worden? Hier findet ihr alle weiteren Infos zur Die Filmreise-Challenge

Ich bin dann mal weg! … Filme schauen 😉