Eine Handvoll Serienkritiken

Ich bin aus meiner Auszeit zurück und hoffe euch nun wieder regelmäßig ein paar Artikel präsentieren zu können. Ob und wann die Kinos wieder öffnen, ist weiterhin nicht final entschieden und daher kommen wir nun wieder zu meinen obligatorischen Überbrückungsbeiträgen. Die Serienkritiken machen hier den Anfang.

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 2

Die Handlung: Miriam „Midge“ Maisel arbeitet weiter an ihrer Karriere als Stand-up-Comedian. Seit ihr Ex-Mann Joel davon Wind bekommen hat, ist es auch um ihre Erneuerung der Ehe vorbei. Dennoch stehen große Abenteuer bevor. Midges Mutter Rose Weismann ist nach Paris abgehauen und Midge muss ihr mit ihrem Vater hinterherreisen, um sie zurückzuholen. Dann steht der Sommer bevor, den die Familie alljährlich in den Catskills verbringt. Und vielleicht gibt es auch für Midge einen neuen Verehrer.

Meine Meinung: Während die erste Staffel ein Warmwerden mit den Charakteren war und vor allem durch die Scheidung von Midge und Joel dominiert wurde, gibt es nun viele kleinere Geschichten, die erzählt werden. Allein die Catskills nehmen drei Folgen ein, was der Serie aber gut tut. Durch den regelmäßigen Tapetenwechsel geht der Serie nicht die Puste aus und gleichzeitig arbeiten alle Folgen weiterhin an Midges Traum. Wir bekommen alte liebgewonnende Charaktere zurück und neue hinzu, die wir genauer betrachten dürfen. Der Witz, aber auch die Spannung, kommen nicht zu kurz. So gesehen eine gelungene Fortführung der Serie. Wobei mir die zweite Staffel noch besser gefiel als die erste.

Star Trek: Discovery – Staffel 2

Die Handlung: Der Krieg mit den Klingonen ist vorbei und die Discovery ist unterwegs nach Vulkan, um ihren neuen Captain zu begrüßen. Unterwegs treffen sie auf die Enterprise mit Captain Pike. Dieser kommt zusammen mit zwei Offizieren an Bord und nimmt das Kommando an sich. Es wurden sieben rätselhafte Signale abgefangen und Pike soll zusammen mit der Besatzung der Discovery diesen nachgehen.

Meine Meinung: Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich die zweite Staffel überhaupt noch sehen mag. Denn die erste hat mir nicht so richtig zugesagt. Die viel zu langgezogene Staffel rund um den Klingonenkrieg hatte zu viele Wendungen und Zwischengeschichten (ich sag nur Spiegeluniversum) um spannend zu bleiben. Dies ändert sich in der zweiten Staffel jedoch vollkommen und mit Captain Pike wird ein cooler neuer/alter Charaktere hinzugefügt, mit dem die Star Trek Formel nun wieder aufgeht. Wir haben durch die Signale zwar eine zusammenhängende Geschichte, aber irgendwo auch Einzelepisoden. Das harmoniert sehr gut zusammen und wird nur mit minimalen kleineren Geschichten gestreckt. Auch die Charaktere harmonieren nun viel mehr miteinander und haben sich zu einer kleinen Familie zusammengerauft. So kommt der typische Charakter der früheren Star Trek Serien wieder durch. Lediglich das Ende stimmt mich wieder nachdenklich, ob die dritte Staffel dann auch wieder so gut funktionieren kann.
PS: Zwischen den beiden Staffeln gibt es vier Kurzfilme. Die sollten vor dem Staffelfinale gesehen werden, sonst versteht man nicht, wo der eine Charakter auf einmal herkommt 😉

Foodhacks mit Nadiya Hussain – Staffel 1

Die Handlung: Die meisten dürften das Problem kennen. Man kommt gestresst von der Arbeit und dann soll man noch für die Familie kochen. Teilweise kommen dann noch Kinder dazu, die ja auch noch bespaßt werden wollen. Nadiya Hussain nimmt sich diesem Problem an und zeigt Rezept mit wenig Aufwand, die man wunderbar vorbereiten kann oder die einfach Zeit sparen. Außerdem begibt sie sich hinter die Kulissen einer Lebensmittel und deren Herstellung.

Meine Meinung: Wunderbar kurzweilige Serie für zwischendurch. Einige interessante Fakten zu Lebensmitteln sind dabei und auch einige Rezepte, die ich vielleicht doch einmal ausprobieren werde. Im großen und ganzen bin ich mir jedoch unsicher, ob die Rezepte wirklich den gewünschten Effekt haben. Denn selbst, wenn ein Essen nur 10 Minuten für die Vorbereitung braucht, finde ich durchschnittlich 40 Minuten im Ofen doch sehr lang. Wenn ich im Schichtsystem von der Spätschicht nach Hause komme, halte ich keine 40 Minuten mehr durch, um auf das Essen zu warten. Auch sind manche Tipps für mich keine Alternative. Zum Beispiel werde ich nicht mit vorgeschälten Kartoffeln aus dem Glas arbeiten. Da plane ich lieber die Schälzeit mit ein. Aber einiges dient dann doch auch einfach zur schönen Inspiration. Freue mich trotz allem auf eine zweite Staffel.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 1

Die Handlung: Phryne Fisher ist Aristokratin und kehrt in den 1920er Jahren nach vielen Jahren in Europa in ihre Heimat Melbourne, Australien zurück. Dort hilft sie bei der Aufklärung eines Mordes mit. Fortan mischt sie sich gerne in die laufenden Ermittlungen bei Mordfällen ein. Detective Inspector Jack Robinson ist davon wenig begeistert, kann Miss Fishers Enthusiasmus aber auch nicht stoppen.

Meine Meinung: Ich präsentiere eine Crimeserie, die in Australien spielt, in den 1920er Jahren und dann noch eine sehr unkonventionelle Ermittlerin hat. Wie bei den meisten Crimeserien, die sich mit dem Fall der Woche befassen, ist es hier vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere, die den Charme der Serie ausmachen. Tatsächlich ist mir Phryne Fisher fast noch am unsympathischsten, was allerdings nicht viel heißt. Spannend ist es jedoch zu beobachten, wie Miss Fisher die Täter überführt, denn die technischen Mittel  waren damals doch eher mau. Neben dem Crimefaktor hat man also auch noch den Historienfaktor, der sich vor allem in faszinierenden Kleidern niederschlägt. Ein Blick lohnt hier auf jeden Fall.

Küchenhelden – Staffel 1

Die Handlung: Kurz gesagt ist es ein Familien-Koch/Back-Duell mit von Disney inspirierten Themen. Fünf Familien mit jeweils vier Familienmitgliedern treten in 10 Runden gegeneinander an. Thema ist jeweils ein Disneyfilm und es wird die Art vorgegeben (Hauptspeise/Dessert/Snack). Am Ende kostet jeweils ein Chefkoch aus Disney World die Gerichte und bestimmt dann den Gewinner.

Meine Meinung: Eigentlich bin ich für Koch- und Backwettbewerbe wenig zu haben. Das große Backen konnte mich für ein oder zwei Staffeln nochmal fesseln, verloren dann aber auch einfach wegen der Länge den Reiz. Bei den Küchenhelden funktioniert das ganz gut, weil jede Folge nur knapp 30 Minuten geht und der Kochprozess daher nicht in die Länge gezogen wird. Die Folgen beginnen mit der Vorstellung des Disneyfilms, um den es geht und die beiden Familien, die in der Runde antreten, dürfen in Disney World die jeweils passende Abteilung besuchen und Inspiration sammeln. Dann geht es ans Kochen/Backen. Dafür gibt es eine Stunde Zeit. Zwischendurch gibt es noch ein Gartenduell, bei dem jeweils zwei Familienmitglieder gegeneinander antreten, während die anderen weiterkochen dürfen. Der Gewinner des Duells bekommt den goldenen Löffel, der der Siegerfamilie einen Vorteil, wie z.B. Extra-Zeit, einbringt. Am Ende wird verkostet. So gesehen eine schöne Serie für Zwischendurch. Die Folgen sind immer Freitags auf Disney+ erschienen und am kommenden Freitag steht das große Finale bevor.

Urlaubsankündigung

Waaas? Gehört diese Shalima etwa auch zu den Verrückten, die sofort bei der kleinsten Lockerung wieder an Urlaub denken?
Nein! Keine Sorge. Ich bleibe in der Social Distance
, nehme aber einen kleinen Tapetenwechsel vor. Solange bleibt es hier vorerst still – ich weiß nicht genau, wie lange – und dann gibt es auch hoffentlich wieder ein paar Beiträge von mir 🙂

Für alle mit Fernweh hier noch schnell ein/zwei Bild(er) von meinem letztjährigem Besuch im Disneyland…

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 10

In Zeiten von Corona mit geschlossenen Kinos, fällt es mir leichter Filme zu Hause doch einmal nachzuholen – wenn ich nicht gerade Serien binge oder meinen SuB abarbeite (der leider eher wächst als schrumpft). Und so kommen wir heute direkt zu einem neuen Teil meiner im Kino verpassten Filme, die ich jedoch nicht vergessen, sondern zu Hause nachgeholt, habe. 

Mit dem Herz durch die Wand

Sie ist Pianistin und zieht in ein neues Appartement. Sie muss viel für ein neues Stück proben, für das sie vorspielen will. Doch ihr Nachbar ist davon wenig begeistert, entwickelt er doch im stillen Puzzle. Nach einem Kleinkrieg versuchen sie sich an einem Kompromiss. Und merken nach und nach ihre Gefühle füreinander, ohne sich je gesehen zu haben. Es beginnt eine Beziehung mit einer Wand zwischen den Liebenden.
Ungewöhnlich an dem Film ist bereits, dass beide Protagonisten keinen Namen haben, sondern sich  immer nur mit Madame und Monsieur anreden. Ansonsten entwickelt sich der kammerspielartige Film sehr ruhig. Von beiden erfährt man nur das, was der jeweils andere durch die Wand mitbekommt. Auch scheinen beide Berufe zu haben, die sie dazu verleiten, viel Zeit in der Wohnung zu verbringen, weswegen sie sich auch gerade ständig auf die Nerven gehen. Und so entsteht ganz nebenbei eine zuckersüße Liebesgeschichte, die darauf basiert, dass sich beide nur hören können und niemals sehen. Wie das funktionieren soll, zeigt dieser Film. Das Liebe auch auf nicht körperlicher Basis entstehen kann. Dabei nimmt er sich relativ viel Zeit, auch wenn der Film mit 92 Minuten normale Spielfilmlänge hat. So muss man schon in der Geschichte versinken, wenn er einem nicht langatmig erscheinen will. Aber wenn man das schafft, dann ist es für den Film ein Leichtes einen zu verzaubern.

Ihre beste Stunde

Catrin Cole lebt zu Zeiten des zweiten Weltkriegs in London. Sie bekommt einen Job im Informationsministerium und wird schnell in die Filmabteilung versetzt. Sie soll dort an Drehbüchern für Kino- und Propagandafilme mitschreiben, damit diese eine weiblichere Note erhalten. So sollen auch Mütter und Frauen angesprochen werden, die Söhne und Männer an der Front haben. Dabei muss sie nicht nur mit schwierigen Schauspielern klar kommen, sondern auch mit vielen Vorurteilen kämpfen.
Ihre beste Stunde vereint Liebesgeschichte, Historienfilm und Blick hinter die Kulissen der Filmbranche in einem und verwebt die einzelnen Bestandteile sehr geschickt. Am Ende fragt man sich zwar, ob es die Liebesgeschichte überhaupt gebraucht hätte – ich würde sagen: nein – aber der Aspekt ist auch nicht störend. So wird der Film von einer starken, aber zurückhaltend spielenden, Gemma Arterton geführt, die gegen die Männerdomäne anspielt. Der Krieg ist allgegenwärtig, aber nie dominant im Bild. So wird der Krieg noch einmal von einer ganz anderen Seite beleuchtet, ohne ihn klein zu spielen. Es zeigt, das es auch abseits von der Front Männer und Frauen gab, die mit allen Mitteln versucht haben, die Laune im Volk hoch zu halten.

Wind River

Wind River ist ein Indianerreservat im verschneiten Wyoming. Als dort die Leiche eines vergewaltigtenn Mädchens gefunden wurde, wird die schlecht ausgestattete Jane Banner vom FBI geschickt. Sie bittet den Wildhüter Cory Lambert um Hilfe.
Wusstet ihr, dass es für jede Bevölkerungsgruppen mit Ausnahme der amerikanischen Ureinwohner eine Vermissten-Statistik in den USA gibt? Darauf weißt der Film am Ende noch einmal hin. Denn Taylor Sheridan will mit seinem Regiedebüt genau darauf hinweisen. Nachdem er zu Sicario und Hell or High Water bereits das Drehbuch schrieb, führte er zu diesem von ihm verfassten Drehbuch auch Regie. Dazu führt er uns ins verschneite Wyoming in das Indianerreservat Wind River. Dort stellt er uns zunächst den Wildhüter Cory Lambert, gespielt von Jeremy Renner, vor. Als Weißer im Reservat wird er als Außenseiter behandelt. Bindeglied ist seine Ex-Frau. Als er die Leiche der besten Freundin seiner ebenfalls ermordeten Tochter im Schnee findet, kommen alte Gefühle und Erinnerungen hoch. Das FBI sendet Jane Banner. Diese ist nicht für die Bedingungen ausgerüstet und bekommt auch keine Unterstützung vom FBI. So bittet sie Cory um Hilfe. Jane ist wirklich an der Aufklärung interessiert, steht aber mit begrenzten Mitteln da und bekommt die Abneigung des Reservats zu spüren, die anscheinend viele schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht haben. So bietet Wind River nicht nur einen spannenden Thriller mit einer ziemlich verstörenden Aufklärung, sondern auch einen Einblick in die Trostlosigkeit ohne reale Zukunftsperspektive in einem Reservat.

Das schönste Mädchen der Welt

Roxy ist vom Internat in England geflogen und muss nun ganz kurzfristig mit auf Klassenfahrt. Sie freundet sich mit Außenseiter Cyril an, der wegen seiner großen Nase gemobbt wird. Dieser hat eine große Leidenschaft zum Rap und tritt heimlich mit goldener Maske auf, da er für seine Nase nicht auch noch dort gehänselt werden will.
Der Film kann mit vielen guten Kritiken aufwarten und wurde mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung ausgezeichnet. Beides kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Denn Das schönste Mädchen der Welt bedient zunächst alle Negativklischees einer Klassenfahrt und inszeniert eine absolute Horrorklasse. Platte Charaktere, noch plattere Witze und eigentlich sollen alle nur brav ihr Klischee erfüllen, damit die absolut vorhersehbare Handlung auf den Punkt kommt. Unterbrochen wird dies von ein paar wenigen Rapbattles, die erstaunlich gut funktionieren. Hinzu kommt, dass Roxy ein absolut wankelmütiger Charakter ist und man so auch keine Sympathien für sie aufbauen kann. Allgemein schafft es kein Charakter, das man ihn auch nur ansatzweise mag und mit ihm mitfühlt.

Little Monsters

Der erfolglose Musiker Dave hat sich in die Grundschullehrerin Miss Caroline seines Neffen verknallt. Um sie zu beeindrucken stimmt er zu die Klasse auf einem Ausflug zu einem Erlebnisbauernhof zu begleiten. Leider kam es in der nahe gelegenen Militärbasis zu einem Zombieausbruch, die schnell den Bauernhof entdecken. Dave und Miss Caroline müssen nun alle Kräfte einsetzen, um alle Kinder in Sicherheit zu bringen, ohne diese zu ängstigen.
Ich bin immer noch kein Fan von Zombiefilmen, wurde aber einmal mehr überredet mir doch einen anzugucken. Und tatsächlich hat mir dieser sogar relativ gut gefallen. Denn hier liegt das Augenmerk weniger auf dem Horroraspekt, sondern vielmehr auf dem komödiantischem. Und mal ganz ehrlich? Eine Lehrerin, die den Kindern auf der Ukulele vorspielt, während sie versuchen an den Zombies vorbeizukommen? Die Ideen waren einfach nur super. Davon, dass der Film in Australien spielt, bekam man leider relativ wenig mit. Also ein Zombiefilm auch für Nicht-Zombie-Fans geeignet.

Eine Handvoll Filme zum Muttertag

Nicht ganz pünktlich und etwas unvorbereitet erscheint von mir dann noch ein Beitrag zum gestrigen Muttertag. Zu meiner Verteidigung: Ich habe an den Muttertag gedacht und mit meiner Schwester ein kleines Geschenk organisiert! Besuche fallen zur Zeit ja leider aus, zumal meine Mutter im Gesundheitswesen an vorderster Front kämpft (hier dürft ihr gerne alle einmal für sie applaudieren). Nun habe ich mich doch relativ spontan entschlossen doch noch einen Beitrag zum Thema Muttertagsfilme zu schreiben und bin einmal im Internet verschiedene Listen zu dem Thema durchgegangen. Was soll ich sagen, ich habe die allerwenigsten davon gesehen (Asche auf mein Haupt). Vielleicht wäre das mal ein Projekt fürs nächste Jahr. Aber so geht es heute um vier Filme, die als Muttertagsfilme empfohlen werden und die ich tatsächlich gesehen habe, plus meinen ganz persönlichen Muttertagsfilm, der mich immer wieder in verschiedene Stadien von Kindheit und Jugend mit meiner Mama zurückversetzen wird. Und schon wieder eine lange Einleitung, na vielleicht wird das demnächst wieder besser 😉

Mamma Mia

Die Handlung: Zu den Klängen von ABBAs Welthits wird hier die Geschichte von Sophie (Amanda Seyfried) erzählt, die mit ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) auf einer kleinen griechischen Insel ein Hotel betreibt. Sie steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Sky (Dominic Cooper). Da sie nicht weiß, wer ihr Vater ist, und laut Tagebuch ihrer Mutter drei Kandidaten in Frage kommen, hat sie kurzum alle drei eingeladen. Chaos ist hier vorprogrammiert.

Meine Meinung: So richtig konnte ich mich für diese Verfilmung nie begeistern. Ich habe inzwischen das Bühnenmusical gesehen und finde es mit ausgebildeten Darstellern einfach viel besser. Denn wer auch immer die Idee hatte, dass Pierce Brosnan singen könnte, lag leider falsch – das sagte er in Interviews sogar selbst, er sagte nur zu, um mit Meryl Streep einen Film drehen zu können. Dennoch ist die Grundhandlung eine schöne Hommage an eine Mutter, die ihrer Tochter beide Elternteile geboten hat. Dennoch blieb natürlich immer die Frage nach der Vaterschaft offen, die auch Sophie gerade zu ihrer Hochzeit beschäftigt hat.

Muttertagsfaktor = 3/5

Merida – Legende der Highlands

Die Handlung: Merida ist die Tochter eines Königs in den Highlands, hält aber nicht viel vom Prinzessinensein. Doch ihre Mutter pocht auf ihren Manieren und auf der Wahl eines Ehemannes. Dies soll ein Sohn der drei verbündeten Clans sein. In einem Bogenschützwettkampf soll herausgefunden werden, wer um Meridas Hand anhalten darf. Bestürzt über diese Wendung schießt sie selbst das beste Ergebnis. Dies führt zu einem großen Streit mit ihrer Mutter, die mit Hilfe einer Hexe ausversehen von Merida in einen Bären verwandelt wird. Nun müssen Mutter und Tochter zusammenarbeiten, um die Mutter zurückzuverwandeln.

Meine Meinung: Grundsätzlich mag ich den Ansatz von Merida, dass sie sich nicht einfach zwangsverheiraten lässt, sondern versucht ihren eigenen Weg zu gehen. Auch das Setting in den Highlands gefällt mir gut. Nur die Geschichte selbst und auch die Protagonistin konnte mich nicht richtig abholen und fesseln. Ich könnte nicht einmal sagen, was mich gestört hat. Für den Muttertag ist es aber ein guter Film, schließlich müssen hier die zerstrittene Mutter und Tochter sich zusammenraufen, um den Zauber zu brechen, der die Mutter in einen Bären verwandelt hat.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bad Moms

Die Handlung: Amy (Mila Kunis) hat Ehemann, zwei Kinder, Haus, Hund und Karriere. Doch dies alles unter einen Hut zu bringen, bringt sie beinahe täglich zur Verzweiflung. Eines Tages hat sie die Nase voll und gründet mit zwei weiteren überforderten Müttern die Bad Moms und hören auf zu versuchen perfekt zu sein. Das passt den perfekten Müttern jedoch gar nicht in den Kram.

Meine Meinung: Hier haben wir doch einmal den perfekten Film für alle Mütter. Bestimmt kennt jede berufstätige Mutter das Gefühl der völligen Überforderung zwischen Karriere und Fürsorge für die Kinder. Man will es allen recht machen und bleibt dabei am Ende selbst auf der Strecke. Hier wird der Spieß irgendwann umgedreht und die Bad Moms lassen die Sau raus – bzw. kaufen einfach Gebäck für den Schulbasar, statt vegane, gluten-, laktose- und zuckerfreie Kekse zu backen. Hier steht die Frage nach den Qualitäten einer guten Mutter im Vordergrund. Das ganze wird als rasante Komödie verpackt, wodurch der Spaßfaktor sehr hoch ist. Ein Film für alle Mütter, nur die Beziehung zu den Kindern wird ein wenig halbherzig behandelt.

Muttertagsfaktor = 3/5

Lady Bird

Die Handlung: Christine McPherson (Saoirse Ronan) möchte lieber Lady Bird genannt werden. Sie wächst in einer armen Familie auf, träumt aber von größerem. Dadurch gerät sie oft mit ihrer Mutter (Laurie Metcalf) aneinander, die denkt, dass sich Lady Bird für sie schämt.

Meine Meinung: Greta Gerwigs Regiedebüt bringt uns eine liebevolle Coming-of-Age Geschichte einer rebellischen Tochter, die sich zu größerem bestimmt sieht und indirekt ihrer Mutter Vorwürfe für die ärmlichen Verhältnisse macht. Das diese sich in vielen Doppelschichten abschuftet, wird ignoriert. Dabei sind es gerade die Dialoge zwischen Mutter und Tochter, die selten liebevoll sind, die das Dilemma von beiden gut durchleuchten. Wir haben hier nicht unbedingt einen gute Laune Film, aber dafür einen herzlichen und realitätsnahen.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bernhard und Bianca – die Mäusepolizei

Die Handlung: Die Rettungshilfsverinigung der Mäuse findet die Flaschenpost der Waisin Penny, die von der verrückten Medusa in die Teufelssümpfe entführt wurde, um dort in einer alten Piratenhöhle nach einem wertvollen Diamanten zu suchen. Die ungarische Abgeordnete Bianca meldet sich freiwillig, um Penny zu helfen und wird auf eigenen Wunsch vom Hausmeister Bernhard begleitet, der eigentlich wenig Sinn für Abenteuer hat.

Meine Meinung: Wie oben erwähnt, handelt es sich hierbei nicht um einen klassischen Muttertagsfilm, sondern um meinen ganz persönlichen. Es handelt sich um den Disneyklassiker, den meine Mama und ich lieben und auch gerne jetzt noch zusammen sehen. Mit etwas Mühe könnte man noch das Muttertagsthema reininterpretieren. Immerhin ist Penny Waisin und wünscht sich nichts mehr als eine Familie, die sie adoptiert. Als dann Medusa ihr ein Zuhause anbietet, stimmt sie schließlich ein, findet hier aber nicht die fürsorgliche Mutterfigur, sondern eine böse Frau, die sie nur benutzt. So sind in diesem Film Tränen vorprogrammiert. Entweder aus Trauer über Pennys Schicksal oder aber vor Lachen, wenn die Stadtmäuse auf die Bewohner der Sümpfe treffen.

Muttertagsfaktor = (zumindest für mich) 5/5

 

Eine Dekade Serien – Meine Top 25 der letzten 10 Jahre

Nachdem ich meinen filmischen Dekadenüberblick nun durch habe, habe ich überlegt, ob man ein Dekadenende auch noch aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann. Und natürlich gibt es neben den vielen guten Filmen, die wir in der letzten Dekade betrachten durften, auch viele Serien. Gerade in der Zeit von Netflix, Prime und Co. werden immer mehr Serien, aber auch qualitativ immer hochwertigere Serien produziert. Doch während der Filmliebhaber es natürlich nicht schaffen kann, alle neuen Filme zu sehen, so schafft es der Serienjunkie erst recht nicht, alle neu anlaufenden Serien zu schauen, geschweige denn alle neuen Staffeln sofort zu sichten. Dennoch habe ich mir mal die Mühe gemacht und habe mich mit meinen gesehenen Serien beschäftigt.

Meine Liste erschien auf Basis von der Wikipedia-Übersicht der Serien der letzten 10 Jahre (2010-2019). Basis hierfür ist, dass von der Serie mindestens eine Staffel in diesem Zeitraum erschienen ist. Am Ende merkte ich, dass die Liste leider nicht ganz vollständig ist, gerade eher kleinere Netflix Originals tauchten nicht auf. Dennoch hoffe ich, dass ich so eine recht vollständige Liste meiner gesehenen Serien zusammentragen konnte. Für die Erstellung meiner Top 25 kamen zwei weitere Regeln dazu:
1. Ich musste mindestens eine vollständige Staffel gesehen haben, abgebrochene Serien unter einer Staffel fielen raus, ebenso Serien, die ich gerade neu angefangen habe und daher noch keine vollständige Staffel sehen konnte. (Aktuell fallen dadurch 17 Serien aus der Statistik)
2. Wenn Serien in den 2000er Jahren angefangen haben und spätere Staffeln in die 2010er hineinreichen, dann zählen die nur, wenn ich mindestens eine Staffel, die ab 2010 erschien gesehen haben. Beispiel: Dr. House habe ich bis Staffel 6 verfolgt. Diese sind aber alle bis 2009 erschienen. Erst die beiden finalen Staffeln sind ab 2010 erschienen. Daher ist die Serie nicht auf meiner Liste. (Aktuell fallen dadurch 9 Serien aus der Statistik)

Ich komme damit für diesen Zeitraum auf 101 gesehener Serien mit mindestens einer Staffel. Insgesamt habe ich 294+2 (1 Specialfolge in Spielfilmlänge und eine kurze Sonderstaffel) Staffeln dieser Serien gesehen.

So nachdem es nun doch eine ziemlich lange Einleitung wurde, kommt hier nun endlich meine Top 25 der Serien, die bei mir von 2010-2019 liefen.

Platz 25: The Marvelous Mrs. Maisel & Peaky Blinders

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 2 (Mrs. Maisel) / 5 (Peaky Blinders)
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Den 25. Platz teilen sich zwei Serien, weil ich mich nicht für eine von beiden entscheiden konnte.

Mrs. Maisel: Miriam „Midge“ Maisel lebt in den 1950er Jahren in New York City. Sie ist Jüdin, Hausfrau und Mutter. Ihr Mann Joel strebt eine Karriere als Comedian an. Leider ist er nicht besonders gut. Nach einer Affäre verlässt er Midge, die daraufhin betrunken das erste Mal selbst auftritt. Da die Menge begeistert ist, versucht sie es von nun an trotz aller Steine im Weg selbst auf der Karriereleiter. – Witzige, spannende, dramatische und einfühlsame Serie über eine unvergleichliche Frau.

Peaky Blinders: 1919 kommt die kriminelle Gang der Peaky Blinders unter der Leitung von Tommy Shelby in Birmingham zu einer großen Waffenlieferung. Mit diesem Druckmittel erkämpfen sie sich stetig einen Weg in das legale Wettgeschäft und gehen Notfalls über Leichen. – Packende Gangsterserie mit einem Hauch Traumaverarbeitung nach dem ersten Weltkrieg.

Platz 24: Doctor Who

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 7
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 6

Der Doktor ist ein Timelord, der mit seiner TARDIS, in Form einer Polizeizelle, durch Zeit und Raum reisen kann. Dabei wird er (ab Staffel 11: sie) von ganz normalen Menschen begleitet. Zusammen erleben sie eine Menge Abenteuer. – Die seit längstem existierende Serie (Erste Staffel mit dem ersten Doktor lief 1963) kann durch Witz, Spannung und einer Menge Abenteuerlust überzeugen. An verschiedene Darsteller und Eigenheiten muss man sich immer wieder neu gewöhnen.

Platz 23: Sense 8

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 2+1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 2+1

Acht Menschen, in acht verschiedenen Ländern, auf vier verschiedenen Kontinenten werden zeitgleich miteinander verbunden. Sie können nun mit den anderen gedanklich kommunizieren oder deren Körper übernehmen. Durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften ergänzen sie sich. Doch die BPO, eine geheime Einrichtung, versuchen sie zu jagen und zu vernichten. Ein Überlebenskampf beginnt. – Sense 8 überzeugt neben Handlung, Dramaturgie, Spannungsaufbau und Darstellern vor allem noch durch eine weitere Sache. Ihre Weltoffenheit.

Platz 22: Lucifer

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 4
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 4

Der Höllenfürst Lucifer ist gelangweilt und gibt seinen Thron in der Hölle auf, um auf der Erde einen Nachtclub zu eröffnen. Als er auf Detective Chloe Decker trifft, faszniniert sie ihn so sehr, dass er ihr fortan bei de Ermittlungen auf seine ganz eigene Art hilft. Doch nicht alle in Himmel und Hölle sind begeistert von seinem Weggang. – Mischung aus Fantasy, Drama und Crime vereint in einer sympathischen Serie mit tollen Charakteren, die man nicht so leicht vergisst. Fällt ab Staffel 3 leider stark ab, weswegen es keine höhere Platzierung gab.

Platz 21: Sherlock

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 4
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 4

Der Militärarzt John Watson kehrt aus dem Afghanistan-Krieg am Stock gehend zurück. In London ist er auf der Suche nach einer WG und trifft auf den exzentrischen Sherlock Holmes, der sich als beratender Detektiv beim New Scotland Yard einen Namen macht. – Faszinierende Neuinterpretation der Werke Sir Arthur Conan Doyles im London der heutigen Zeit. Markenzeichen sind kurze Staffeln mit Folgen in Spielfilmlänge, die leider ab Staffel drei immer weiter ausschweifen und nicht mehr an den Charme der ersten Staffeln rankommen.

Platz 20: The Umbrella Academy

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

43 Kinder werden am gleichen Tag unter merkwürdigen Umständen geboren. Der exzentrische Milliardär Reginald Hargreeves „erwirbt“ sieben von ihnen. Sie bekommen alle nur eine Nummer als Namen und werden von Kindesbeinen an darauf trainiert Verbrechen zu bekämpfen. Dabei helfen Ihnen verschiedene spezielle Fähigkeiten. Nach jahrelangem getrennt sein, bringt sie erst der Tod ihres Ziehvaters wieder zusammen. – The Umbrella Academy ist eine gute Serie für alle, die entweder bereits auf Superheldenserien stehen oder die mit dem bisherigen Material noch nichts anfangen konnten. Der gute Misch aus Spannung und Witz mit den verschiedensten Charakteren bietet Platz für viele Geschmäcker.

Platz 19: Castle

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 7
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 7

Richard Castle ist Krimiautor. Als ein Mörder Fälle aus seinen Büchern kopiert, assistiert er Detective Kate Beckett bei der Aufklärung. Einmal Blut geleckt, nutzt er seine Kontakte zum Bürgermeister, um dauerhaft bei den Ermittlungen dabei zu sein und so neue Inspiration für seine Fälle bekommt. – Eine Crimeserie mit etwas anderer Prämisse, wodurch Spannung und Humor gut harmonieren. Einzig das persönliche Drama in den letzten Staffeln stört etwas.

Platz 18: Barry

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 2
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Barry war Soldat und ist nun Profikiller. Bei einem Auftrag in Los Angeles trifft er auf die Schauspielschule von Gene Cousineau. Fortan ist es sein großer Traum Schauspieler zu werden, mit dem Hindernis, dass er nicht besonders gut ist. Nebenbei versucht er seinen Auftrag der tschetschenischen Mafia auszuführen. – Skurile Geschichte, aber mit viel Herz und einem guten Sinn für Humor.

Platz 17: Batwoman

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Kate Kane, die Cousine von Bruce Wayne alias Batman, kehrt nach Gotham zurück. Das Batsignal soll ausgeschaltet werden, nachdem es drei Jahre ohne Reaktion von Batman lief. Kates Vater hat eine Sicherheitsfirma, die für das Event verantwortlich ist. Während Dabei gibt es einen Überfall von Alice und ihren Wunderländern. Kate versucht als Batwoman Alice zu Fall zu bringen und muss dabei feststellen, dass sie sich erstaunlich gut kennen. – Neue Hoffnung am DC-Superheldenhimmel. Toughe Frau, subtiler Humor, starke Action.

Platz 16: Leverage

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 5
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 5

Eine Diebin, ein Hacker, ein „Mann fürs Grobe“, eine Trickbetrügerin und ein „Mastermind/Thinker“ bilden das Team von Leverage. Nachdem ein erster Fall sie aus Zufall zusammenführte, setzen sie sich fortan für Unterdrückte ein und sind so eine Art moderne Robin Hoods. – Pläne schmieden, scheitern, neuen Plan schmieden. So lautet das Grundkonzept jeder Folge. Gerade die unvergleichlichen Charaktere und das etwas andere Crimesetting macht Leverage zu einem dauerhaften Sehvergnügen.

Platz 15: Almost Human

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

In einer nicht all zu weiten Zukunft steht die Polizei vor weiter entwickelter Technologie, die die Verbrechensaufklärung behindern. Dadurch wurden Androiden geschaffen, die die menschlichen Cops unterstützen sollen. John Kennex ist von der Entwicklung wenig begeistert und bekommt daher ein ausgemustertes Modell zugewiesen. Dorian kann Emotionen empfinden, ist dafür aber empfindlicher für mentale Zusammenbrüche. Nun müssen sich beide zusammenraffen, um die Fälle zu lösen. – Science fiction Crime mit einem sehr ungleichen Paar.

Platz 14: The Night Manager

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Jonathan Pine arbeitet als Nachtmanager in einem Nobelhotel in Kairo zur Zeit des arabischen Frühlings 2011. Dort wird seine Geliebte getötet, die in Verbindung zu einer mächtigen Familie stand. Jahre später trifft er auf den Mann, der die Ermordung vielleicht angeordnet hat: Richard Roper. Er wendet sich an Angela Burr, die eine kleine Konkurrenzabteilung des MI6 führt, und lässt sich in Ropers Organisation einschleusen, um Informationen zu bekommen. – Spannende Agentenminiserie und Buchverfilmung mit großartigem Cast um Tom Hiddlestone und Hugh Laurie.

Platz 13: Violet Evergarden

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Die ausgebildete Soldatin Violet sucht nach Kriegsende eine neue Aufgabe. Als Autonome Korrespondenz-Assistentin, kurz Akora, ist es ihre Aufgabe Briefe und Dokumente zu schreiben für Personen, die nicht schreiben können oder wollen. Dabei lernt sie einiges über Liebe und Freundschaft, muss sich aber auch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander setzen. – Emotionale Animeserie, die auch nicht Animefans begeistern kann.

Platz 12: The Crown

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 3
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 3

Die Serie befasst sich mit dem Leben und Wirken von Queen Elisabeth II. Von ihrer Hochzeit mit Philip, über ihre Krönung wird episodenartig die Geschehnísse an Hof erzählt. Darüber hinaus werden auch andere politische Wirrungen erzählt. Jede Staffel befasst sich mit ca. 10 Jahren Regentschaft. – Irgendwo zwischen Historiendrama und Historienseifenoper bewegt sich The Crown in hochwertigen Settings, mit hochwertigen Kostümen, grandiosen Schauspielern und auf den Punkt gebrachtem Drehbuch und hat so für viele Geschmäcker etwas zu bieten. Alles mit nötigem Respekt vor der Krone.

Platz 11: Game of Thrones

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 8
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 8

Der Kontinent Westeros ist in sieben Königslande unterteilt, die nach der Rebellion von König Robert regiert wird. Dieser bittet seinen alten Freund Ned Stark aus dem Norden ihn als Hand zu dienen. Neben Intrigen am Hofe, Unruhe im Land und den Aufstieg der ehemaligen Prinzessin auf dem Nachbarkontinent Essos, wird es zu einem Krieg kommen. Denn wer das Spiel der Throne spielt, siegt oder stirbt. – Die unbarmherzige Serienverfilmung des Fantasyklassikers von George Martin ist wohl kaum so kurz zusammenzufassen, man muss sie gesehen haben. Auch wenn die letzte Staffel den Hass aller Fans auf sich zog, darf diese Serie wohl in keinem Serienranking der letzten Jahre fehlen.

Platz 10: Downton Abbey

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 6
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 6

Downton Abbey ist ein Herrschaftssitz in Yorkshire. Dort lebt die Familie Crawley mit ihren Angestellten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es werden historische Ereignisse, wie der Untergang der Titanic und der erste Weltkrieg, politische Umbrüche, wie Frauenwahlrecht und die erste Labour-Partei, sowie persönliche Schicksale behandelt. – Eine Serie, dessen Charaktere sich tief in den Herzen der Zuschauer ansiedeln, Hass hervorrufen können und durch detailgetreue Darstellung und gut pointiertem Drehbuch hervorsticht.

Platz 9: Forever

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Dr. Henry Morgan ist ein exellenter Pathologe, weswegen er sich dem Team von Detectiv Jo Martinez anschließt. Doch Henry hat ein Geheimnis. Er kann nicht sterben. Also er kann schon umgebracht werden, aber statt zu sterben, taucht er im nächsten größeren Gewässer auf und ist dabei splitternackt. Da das Ganze bereits seit 200 Jahren so geht, hat er eine Menge Erfahrungen bei seiner Arbeit gesammelt und erlebt. – Spannende Kriminalfälle treffen auf Unsterblichen und das (fast) ohne die typischen Klischees. Die Verwebung von beiden Handlungsteilen ergeben eine einzigartige Mischung.

Platz 8: Rick und Morty

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 3
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 3

Morty lebt mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester zusammen. Mit im Haus lebt sein Grandpa Rick, der ihn immer wieder mitnimmt zu den seltsamesten Abenteuer in verschiedenste Galaxien. Dabei überrascht Rick immer wieder durch neue Erfindungen. – Die wohl abgefahrenste Animationsserie überhaupt mit schrägen Charakteren und Dialogen und genug popkulturellen Anspielungen für jeden.

Platz 7: Vicious

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Freddie und Stuart (gespielt von Ian McKellan und Derec Jacobi!) sind seit 50 Jahren ein Paar. In einer Hassliebe leben sie ihren Alltag, bis der junge Ash nebenan einzieht und das Leben der beiden etwas aus den Fugen gerät. – Britischer schwarzer Humor wird hier absolut auf den Punkt gebracht und mit zwei genialen Charakteren von zwei genialen Schauspielern sehr schön umgesetzt. Leider in Deutschland wenig beachtet, kaum ausgestrahlt und nicht vollständig synchronisiert.

Platz 6: Modern Family

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 10
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 9

Die moderne Familie ist Jay Pritchett mit seiner neuen – und deutlich jüngeren – Frau Gloria und deren Sohn Manny, sowie Jays erwachsene Kinder aus erster Ehe Claire und Mitchell. Claire ist verheiratet mit Phil und sie haben drei Kinder Hailey, Alex und Luke. Mitchell lebt in einer Partnerschaft mit Cameron, die in Asien ihre Tochter Lily adoptiert haben. – Eine der besten Sitcoms der letzten Jahre ist wohl Modern Family. Allein aus der Grundkonstellation ergeben sich genug Reibungspunkte. Im Mockumentary gedrehtem Stil kommt noch ein schönes Stilelement dazu. Einfach nur ansehen!

Platz 5: Elementary

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 7
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 6

Sherlock Holmes ist von London nach New York gezogen. Nach einem Entzug und im weiteren Kampf mit seiner Drogensucht, bekommt er die Suchttherapeutin Joan Watson an die Seite gestellt. Da Sherlock sich durch unglaubliche kombinatorische Fähigkeiten auszeichnet, steht er dem NYPD als unbezahlter Berater zur Verfügung und nimmt auch privat ermittlerische Fälle an.- Eine sehr lose Adaption der Sherlock Holmes Geschichten, in denen sich eher lose an den Charakteren orientiert wird, dadurch aber viel mehr Spielraum für Neues bietet. Geniales Zusammenspiel der Charaktere, gespickt mit dem Mordfall der Woche und dennoch ist auch Platz für das Zwischenmenschliche ohne in altbekannte Klischees zu verfallen.

Platz 4: Chernobyl

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Im April 1986 gibt es eine Explosion im Block 4 des Kernkraftwerkes Tschernobyl. Die Diensthabenden Mitarbeiter sind völlig überfordert und der Leitende Mitarbeiter Djatlow spielt das Geschehene herunter. Der Reaktor liegt tagelang frei, bis Gorbatschow  den Politiker Schtscherbina und den Wissenschaftler Legassow zum Geschehensort schickt, die von nun an versuchen das Schlimmste zu verhindern. – Chernobyl ist eine qualitativ hochwertige Serie, die in nur fünf Folgen eine komplexe Katastrophe aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und bis zum Ende spannend bleibt.

Platz 3: Grace und Frankie

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 6
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 6

Grace und Robert Hanson, sowie Frankie und Sol Bergstein sind beide seit vielen Jahren verheiratet und Robert und Sol haben eine gemeinsame Anwaltskanzlei. Nun steht der Ruhestand bevor, doch beide Männer möchten diesen lieber zusammen verbringen, da sie seit 20 Jahren eine heimliche Beziehung haben. Widerwillig ziehen die beiden Frauen nun in das gemeinsame Strandhaus der Paare. Doch während Grace eine starke Businessfrau ist, ist Frankie eine Esoterik liebende Hippiefrau. Dennoch entsteht eine ganz besondere Freundschaft zwischen den beiden. – Charmante und durchgedrehte Charaktere treffen auf Beziehungsdrama und auf die üblichen Altersprobleme. Eine absolut liebevolle Serie, die aus dem Alltagsbrei heraussticht.

Platz 2: Good Omens

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Der Engel Erziraphael und der Dämon Crowley leben beide auf der Erde und begegnen sich ab Garten Eden immer wieder in der Menschheitsgeschichte. Seit Crowley damit betraut wurde den Antichristen auf die Erde zu bringen, arbeiten enger zusammen, um die Apokylpse zu verhindern. 5 Tage vor eben dieser, müssen sie jedoch feststellen, dass sie all die Jahre den falschen Jungen bewacht haben. – Good Omes ist eine unglaubliche Serie mit guten Cast, lockerer Handlung mit dem gewissen Zwinkern, Fantasy- und Komödieneinflüssen und bringt einen einfach regelmäßig zum Schmunzeln.

Platz 1: Queer Eye

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 4+1 (+1=We’re in Japan)
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 4+1

Die Fab 5 sind Antoni, Tan, Karamo, Bobby und Jonathan. Sie sind alle schwul und haben jede Woche die gleiche Aufgabe. Sie reisen zu unterschiedlichen Menschen in Georgia, verbringen eine Woche mit ihnen und helfen ihnen wieder in Form zu kommen. Dazu gehört zum einen den Kleiderschrank auszumisten und die Körperpflege voranzutreiben, aber auch die Wohnung neu zu gestalten, das Kochverhalten zu überprüfen und die kulturellen und sozialen Kontakte zu überprüfen. – Queer Eye ist eine Serie, der man durchaus eine Chance geben kann, auch wenn man überhaupt kein Fan von Reality-TV ist. Durch die quirlige Art der Fab 5, baut sich eine Menge guter Laune auf, die auch an schweren Tagen einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Rückblick auf den April 2020

Ein ganzer Monat in respektvoller Social Distance und ohne Kinobesuche liegt erneut hinter uns und gerade meinem Heimkinokonsum ist dies anzumerken. Dementsprechend wenig ist auch passiert, weswegen es nun direkt zu meinem medialen Rückblick auf den April 2020 geht.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Wiederholungstäter sind: Der Marsianer (Matt Damon als Biologe auf dem Mars ist spannend, kurios und witzig) & Police Academy Teil 1-7 (Besprechung der Filme findet ihr hier) & The Green Mile (gute Buchverfilmung mit Tom Hanks, ein paar mehr Worte hier)

Fighting with my family: Saraya Knights größter Traum ist die WWE. Sie bekommt die Chance zu einem Casting, bei dem sie zwar genommen wird, aber nicht ihr Bruder. Beim Training eckt sie überall an und fühlt sich fehl am Platz, trotzdem versucht sie sich durchzukämpfen. Auch als nicht Wrestling-Fan kann man dem Film durchaus etwas abgewinnen, schafft er es doch nicht nur die Trainingseinheiten von Saraya zu zeigen, sondern auch ihre Familie mit all den Eigenheiten. Guter Balanceakt zwischen Drama, Durchkämpfen und leichter Komik.

Die Reise ins Labyrinth: Eine junge Jennifer Connelly in einem kuriosen Labyrinth des Koboldkönigs Jareth (David Bowie) hat 13 Stunden Zeit, um ihren kleinen Bruder Toby zu finden. Von Regisseur Jim Henson (Sesamstraße, Muppets) mit Animatronics gefilmt wechselt zwischen seltsam, kurios und komplett verrückt. Wer  mit Animatronics gut zurecht kommt, findet hier einen ganz interessanten kurzweiligen Film.

Aladdin (2019): Das Live-Action-Remake des Disneyklassikers kann mit leicht erweiterter Handlung und stärkeren Charakteren, vorallem Jasmin und der Sultan, überzeugen und avanciert fast zur besseren Variante. Will Smith gibt dem Dschinni das gewisse Etwas .

Susi und Strolch (2020): Eine weitere Live-Action-Variante, allerdings diesmal in enttäuschender Form. Die altbekannte Handlung wird unnötig gestreckt, dreht sich im Kreis und auch wenn Strolch ein bisschen Hintergrundgeschichte bekommt, fehlt hier einfach das Herz des Originals. – Ein Disney+ Original

Elliot, das Schmunzelmonster: Der Waise Pete flieht mit Hilfe seines Drachen Elliots vor seinen grausamen Adoptiveltern in das beschauliche Dorf Passamaquoddy. Dort eckt er durch Elliot gerne mal an, findet aber im Leuchtturmwärter Lampie und dessen Tochter Nora gute Freunde. Die Geschichte einer schwierigen Kindheit, die mit Hilfe eines supersüßen Schmunzelmonsters verbessert wird. Typische Disneywendungen aber mit ganz viel Herz.

Escape Room: Eine Gruppe Menschen bekommen eine rätselhafte Einladung zu einem Escape Room. Neugierig folgen sie der Einladung und finden sich kurz darauf in einem etwas untypischen Escape Room, versucht er doch, sie zu töten. Spannender Horrorfilm, der meiner Liebe zu Escape Rooms nciht gut tat.

Wind River: Wind River ist ein Indianerreservat im verschneiten Wyoming. Als dort die Leiche eines vergewaltigtenn Mädchens gefunden wurde, wird die schlecht ausgestattete Jane Banner vom FBI geschickt. Sie bittet den Wildhüter Cory Lambert um Hilfe. Ein spannender westernmäßiger Thriller, mitten im Schnee. Die verstörende Aufklärung der Geschichte ist leider doch real gehalten.

The Final Girls: Eine Gruppe Jugendlicher wird in den Horrorfilm Camp Blutbad gezogen und versucht nun mit dem Vorwissen über den Film zu überleben. Ein klischeeüberzogener Slasher wird zu einer Komödie, in dem Filmcharaktere und unsere reingezogenen Jugendlichen zusammen agieren. Eine gute Kombination ohne in albernen Klamauk zu verfallen.

Ihre beste Stunde: Mittem im zweiten Weltkrieg wird Catrin Cole im Informationsministerium eingestellt. Sie soll den Propagandafilmen eine weiblichere Note geben, damit auch Mütter und Ehefrauen sich angesprochen fühlen. Dort hat sie mit Vorurteilen zu kämpfen. Ein einfühlsamer Film, der noch einmal eine ganz andere Seite des Krieges zeigt.

Die Ritter der Kokosnuss: Muss ich zu dieser kuriosen Suche nach dem Heiligen Gral noch irgendetwas sagen?

Little Monsters: Der erfolglose Musiker Dave hat sich in die Grundschullehrerin Miss Caroline seines Neffen verknallt. Um sie zu beeindrucken stimmt er zu die Klasse auf einem Ausflug zu einem Erlebnisbauernhof zu begleiten. Leider kam es in der nahe gelegenen Militärbasis zu einem Zombieausbruch, die schnell den Bauernhof entdecken. Dave und Miss Caroline müssen nun alle Kräfte einsetzen, um alle Kinder in Sicherheit zu bringen, ohne diese zu ängstigen. Ich bin immer noch kein Fan von Zombiefilmen, aber dieser schafft es eher den komödischen Part hervorzuarbeiten und macht dabei unglaublich viel Spaß. Eine Lehrerin mit ihrer Ukulele gegen eine Zombiearmee. Unbedingt angucken!

The sun is also a star: Natasha Kingsley liebt die Stadt New York. Leider soll sie einen Tag später mit ihrer Familie die USA für immer verlassen, da die Eltern illegal eingewandert sind. Als sie die letzten Chancen durchgeht und einen Anwalt aufsucht, trifft sie auf Daniel Bae, der glaubt, dass sie sich innerhalb eines Tages verlieben könnten. Sie gibt ihm die Zeit dies zu beweisen. Ein Film, der das Zusammentreffen der beiden Protagonisten, sowie deren Wiedersehen relativ plump inszeniert. Man merkt die starke Liebe des Regisseurs zur Stadt, aber nicht zu seinen Charakteren. Schade.

Moolaadé: Ein neuer Film für die Filmreise-Challenge. Ein senegalesischer Film, der in Burkina Faso spielt und sich mit einer Mutter befasst, die ein ganzes Dorf gegen sich aufbringt, weil sie ein paar Mädchen unter häuslichem Schutz (Moolaadé) stellt, damit diese nicht beschnitten werden. Ein Film, der ganz stark unter die Haut geht und einen fassungslos zurücklässt. Genaueres gibt es in meinem nächsten Reisebericht.

Felix Lobrecht – Kenn ick: Ein Comedy Special, diesmal mit Felix Lobrecht auf seiner Kenn ick Tour. Mit berliner Charme, Goldkettchen und relativ ruhigem Humor schafft es Herr Lobrecht immer wieder durch kleine Witze das Publikum zum Lachen zu bringen.

Whale Rider: Die deutsch-neuseeländische Produktion erzählt die Geschichte von Paikea, die innerhalb ihrer Maori-Familie versucht sich zu emanzipieren. Ein kleiner, aber feiner Film zwischen Tradition und Familie.

Erica: Erica ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Spielfilm. Konzipiert für die PlayStation kann der Zuschauer nämlich den Verlauf des Films selbst beeinflussen. Daraus entsteht ein spannender Psychothriller, der leider am Ende mehr Fragen offen lässt, als beantwortet.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Star Trek: Picard – Staffel 1 (Gelungener Spin-off mit alten und neuen Charakteren und eienr gut konzipierten Handlung)

Friends – Staffel 4-8 (Nach einem holprigen Start bin ich nun mitten im Friends-Fieber und sehne und fürchte mich vor den finalen zwei Staffeln)

Der Prinz von Bel-Air – Staffel 6 (Die finale Staffel verliert sich am Anfang im ganz normalemn Alltagswahnsinn im Hause Banks und muss am Ende in kürzester Zeit ein emotionales Finale schaffen)

Inhumans – Staffel 1 (Diese Marvel-Serie über die Inhumans auf der dunklen Seite des Mondes erzählt zu viel und erklärt zu wenig. Aus gutem  Grund nach einer Staffel abgesetzt)

Supernatural – Staffel 9 (Die übergeordnete Handlung kann nur noch ermüden. Die Einzelfolgen schaffen es dann aber doch, dass man am Ball bleibt)

Fleabag – Staffel 2 (Völlig verrückt geht es in die nächste Runde, die durch das Zusammenspiel von Waller-Bridge und Andrew Scott deutlich besser ist als die erste Staffel)

Peaky Blinders – Staffel 2 (Auch in der zweiten Staffel ein spannender Gangsterfilm im Serienformat)

PussyTerrorTV – Staffel 5 (Carolin Kebekus und ihre Gäste bringen Spaß und aktuelle Themen wieder auf den Punkt)

Chip & Chap – Staffel 1 (Erwähnte ich, dass Disney+ meine Kindheitsserien bietet und ich diese nun am bingen bin?)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 9
Seiten gesamt: 3.441
Seiten pro Tag: 115 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 8

Das Manifest der anonymen Schauspieler: Der nicht ganz so anonyme Schauspieler James Franco hangelt sich an den 12 Schritten und Traditionen der anonymen Alkoholker entlang und spinnt dazu absurde Geschichten, wirre Schreibexperimente und teilweise auch abstoßende Anekdoten. Spart euch das Geld.

The Green Mile: Stephen King versuchte sich an einem Episodenroman und brillierte mit der Geschichte über den Todestrakt und dessen grüne Meile. Spannende Geschichten, die zusammenhängen.

Ghostsitter 3 – Zombie Party: Auch im dritten Band hat Tom wieder alle Hände voll zu tun, um die Geisterbahn mit den echten Monstern unter Kontrolle zu halten. Tommy Krappweis schafft es auch hier wieder den lockeren, witzigen Schreibstil beizubehalten und schafft so ein weiteres Werk für Groß und Klein.

Mara und der Feuerbringer: Der Auftakt einer Fantasy-Trilogie ebenfalls von Tommy Krappweis stellt uns die 14-jährige Mara vor, die eigentlich gerne völlig normal wäre, aber herausfindet, dass sie die Götterdämmerung aufhalten muss. Spannender Ausflug in die germanische Mythologie.

All in – 1000 Augenblicke & All in – Zwei Versprechen: Nach einem hoch emotionalen Auftakt war mein erster Schritt nach Wiedereröffnung der Buchläden, eben diesen zu stürmen, um auch den zweiten Teil des Duetts zu verschlingen.

Die grüne Ente: Ein etwas kurioser Roadtrip durch Frankreich mit einem etwas spezielleren Schreibstil, rund um einen Vater und seinem authistischen Sohn.

Bookless 2 – Gesponnen aus Gefühlen: Langatmiger Mittelband, dessen Handlung sich immer wieder im Kreis dreht und am Anfang und Ende am gleichen Punkt ist. Hier muss mit Bank 3 nun noch ein Knaller kommen.

Die Bücherdiebin: Der Tod erzählt von seinen Erlebnissen mit dem jungen Mädchen Liesel zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Ein ganz besonderes Werk der Literatur, das mich am Ende tränenreich verlassen hat.

 

 

The Mandalorian – May the 4th be with you

Ein Vorwort

Erst einmal möchte ich allen einen schönen Star Wars Tag wünschen. May the 4th be with you! Natürlich fiel mir wieder erst viel zu spät auf, dass es wieder Anfang Mai ist, als es eigentlich schon zu spät war, irgendein großes Special zu planen oder gar sich mal wieder in einen Star Wars Marathon zu stürzen. Als wüsste Disney von meinen Problemen ergab es sich tatsächlich, dass die letzte Folge zu The Mandalorian (Disney+ Original) am Freitag erschien. Und so kann ich euch nun ganz frisch von dieser Serie erzählen und habe gleichzeitig ein Star Wars-Thema zum Star Wars Tag!

Die Handlung

Der Mandalorianer (Pedro Pascal) ist ein Einzelkämpfer und gehört der Kopfgeldjäger-Gilde an. Bei einem großen Auftrag soll er einen Fünfzigjährigen aufspüren, der sich jedoch als ein Kind herausstellt. Nachdem der Mandalorianer das Paket abgeliefert hat, überkommen ihn Zweifel und er entführt das Kind zurück. Dies führt zu einem Zerwürfnis mit der Kopfgelderjäger und einem großen Kampf. Sie können fliehen, doch haben auch andere Kopfgeldjäger Peilsender und können sie so verfolgen. Wird es gelingen das Kind zu beschützen?

Meine Meinung

Jon Favreau könnte einigen ein Begriff sein, war er doch Regisseur der ersten beiden Iron Man Filme, sowie zuletzt der Realverfilmungen The Jungle Book und König der Löwen. Aber auch die kleinen, ruhigen Filme, wie sein Kiss the Cook, liegen ihm. Nun wurde er als Executive Producer für The Mandalorian eingesetzt, wo er alle seine Talente kombinieren konnte. Teilweise als Regisseur, hauptsächlich als Drehbuchautor ist er der rote Faden in der ersten Staffel. Als Regisseure einzelner Folgen holte er sich unter anderem Dave Filoni, der als Regisseur bereits an anderen Star Wars Serien (u.a. Star Wars: The Clone Wars) mitgearbeitet hatte, oder auch einen Taika Waititi (Thor 3, Jojo Rabbit) mit ins Boot. Dies alles ergibt eine wunderbare Kombination, die uns nach den letzten Spin-offs doch Hoffnung geben dürfen.
Die erste Staffel teilt sich in 8 Folgen mit einer Lauflänge von 32-48 Minuten. Diese werden genutzt, um zum einen das Grundsetting zu klären und so auch den Mandalorianer und seine Vorgehensweise in Ruhe vorzustellen. Dennoch ist die Serie durchgehend spannend und kann mit einer guten Anzahl an wiedererkennbaren Charakteren auffahren. Auch in Folgen, die ein wenig von der Haupthandlung abweichen, ist der Zusammenhang irgendwo noch erkennbar. Diese Folgen dienen eher zur Festigung des Charakterbildes und für ein paar mehr Hintergründe. Auch die Orte und Planeten bieten Abwechslung, Wiederkennungswert und bleiben trotzdem übersichtlich. Der Ton der Serie ist überwiegend ernst, auch wenn kurze humoristische Ausflüge den Ton zwischendurch ein wenig auflockern. Mit einem FSK 12 bleibt The Mandalorian in der Freigabe der Filme. Mitunter bekommt man den Eindruck, dass ein FSK 16 den Machern ein bisschen mehr Handlungsfreiheit gegeben hätte, letztlich ist dies aber nicht nötig.
Generell ist die Serie sowohl etwas für eingefleischte Star Wars Fans, die nicht auf große Weltall-Schlachten bestehen, da diese hier gänzlich fehlen, als auch für Star Wars Neulinge. Man braucht kaum Vorwissen aus den Filmen. Angesiedelt ist die Handlung nach Episode 6 (Die Rückkehr der Jedi-Ritter). Die wichtigste Information ist, dass das Imperium gestürzt wurde und sich eine neue Republik gebildet hat.
The Mandalorian schafft es in der ersten Staffel nicht nur Charaktere und Setting zu setzen, sondern auch zeitgleich eine spannende Handlung zu schaffen. So fühlt es sich nicht wie eine reine Einführung an, dennoch werden einem immer wieder neue Informationen zugespielt. Die erste Staffel ist in sich geschlossen, endet aber doch mit einer Aussicht in die Zukunft, wie es in der zweiten Staffel weitergehen kann. Diese war für Herbst 2020 angekündigt. Durch die aktuelle Corona-Situation ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass dies verschoben wird.

Das Fazit

The Mandalorian ist eine gelungene Spin-off Serie, die sich den typischen Elementen des Universums bedient, Lust auf Neues macht und sowohl für Fans als auch für Einsteiger geeignet ist.

Die Bücherdiebin

Ein Vorwort

Sehr geehrter Herr Zusak,
mein Name ist Shalima Moon. Ich bin Bloggerin und daher der Ansicht meine Meinung hier niederschreiben zu dürfen. Zuerst möchte ich sagen, dass ich Ihr Werk „Der Joker“ sehr liebe und es zu meinen absolut liebsten Büchern gehört. Tatsächlich hatte ich – wohl aus der Angst bei anderen Ihrer Werke nicht die gleiche Magie zu spüren – es bisher vermieden, noch ein weiteres Werk Ihrerseits zu lesen. Witzigerweise bin ich sowohl mit meinem besten Freund als auch mit meiner besten Freundin über Sie ins Gespräch gekommen. Beide sagten mir, dass sie ein anderes Werk Ihrerseits, nämlich „Die Bücherdiebin“ gelesen hatten und es sehr mochten. Meine beste Freundin ging schließlich so weit, dass sie mir eine Ausgabe dieses  Buches zum Geburtstag schenkte. Ich habe es nun gelesen. Herr Zusak, wir müssen reden.

Die Handlung

Die 9-jährige Liesel Meminger wird von ihrer Mutter zu einer Pflegefamilie in Molching, bei München, gebracht. Auf der Fahrt dorthin stirbt ihr Bruder. Dort entdeckt der Tod sie das erste Mal und sie wird ihr erstes Buch stehlen. In den folgenden Wirren des zweiten Weltkriegs wird sie dem Tod noch mehrfach begegnen und noch mehr Bücher stehlen.

Meine Meinung

Herr Zusak, ich möchte zugeben, dass ich mich beim Einstieg in Ihr Buch noch ein wenig gesträubt habe. Die Erzählweise des Todes kam mir befremdlich vor, zumal er ständig vorzugreifen schien. Dann wiederum schien er wichtige Informationen einfach auszulassen. Ich weiß, noch immer nicht, woran der Bruder starb. Sie mögen argumentieren, dass dies für die Geschichte nicht wichtig sei, aber Herr Zusak, es ist höchst unbefriedigend. Doch nach und nach gewöhnte ich mich an die Erzählweise und ließ mich auf die Geschichte ein. Auf Liesel und auf ihre Pflegeeltern. Vorallem auf ihren neuen Papa Hans Hubermann. Auf den Nachbarsjungen Rudi und dessen Familie. Und ich habe sie in mein Herz geschlossen.
Herr Zusak, Sie sagten selbst in einem Interview, dass Sie eigentlich vorhatten nur ca. einen Monat an dem Buch zu arbeiten, es sollte nicht länger als 100 Seiten werden. Sie haben dem Werk drei Jahre gewidmet und es sind nun fast 600 Seiten geworden. Das war wohl zum einen eine gute, aber auch irgendwo eine schlechte Idee. Eine gute, weil Sie der Geschichte so viel mehr Tiefgang geben konnten. Sie nehmen sich die Zeit, um alle Charaktere richtig vorzustellen und teilweise auch in kurzen Kapiteln kurze Anekdoten zu erzählen. Die längeren Kapitel nutzen Sie, um die für die Geschichte wichtigen Aspekte zu erzählen. Sie haben so genug Zeit, um den Nationalsozialismus ganz langsam in die Geschichte zu lassen. Den Hass, gegen ganz normalen Menschen von ganz normalen Menschen die ihnen von abnormalen Menschen eingetrichert wurde. Es gibt wohl keine ehrlichere Art der Erzählung aus der Zeit, als ein ganz normales Mädchen aus einer ganz normalen Straße die Ereignisse einfließen zu lassen. Eine schlechte Idee Buch und Zeit zu verlängern war es wohl, weil dadurch gerade der Anfang etwas zäh gerät. Aber auch, weil man dadurch so viele Gelegenheiten findet, die Charaktere ins Herz zu schließen.
Herr Zusak, ich möchte mit Ihnen nun über das Ende sprechen. Für den Blogleser könnte der folgende Abschnitt Spoiler enthalten, aber sie kennen ja Ihre eigene Geschichte, also kann ich Ihnen gegenüber ja ganz offen sein. Mir ist bewusst, dass es vielleicht naiv war mein Herz an so viele Charaktere zu hängen. Eine Geschichte, die während des zweiten Weltkriegs spielt, ist nicht gerade prädestiniert für ein allumfassendes Happy-end. Aber warum dieses Ende? Herr Zusak, ich war schon desöfteren empört über die Enden von Büchern. Ich wollte Bücher aus dem Fenster werfen, ich wollte nach dem Hörer greifen, um Autoren meine Wut direkt ins Gesicht zu sagen, ich meckerte meinen Lebensgefährten voll, weil ich mit Enden nicht einverstanden war. Ich war auch schon traurig über Enden. Manchmal sind Enden einfach die logische Konsequenz, auch wenn sie mir nicht passen. Aber Herr Zusak, ich habe noch nie am Ende eines Buches so bittere Tränen der Verzweiflung geweint. Es fiel mir noch nie so schwer, die nächsten Seiten umzublättern, denn solange ich es nicht tat, konnte auf den folgenden Seiten stehen, dass alles nur ein Traum war. Ein Scherz des Todes. Aber diese Worte kamen nicht. Wie konnten sie mich so zurücklassen und dann auch noch eine Aussicht auf eine weit entfernte Zukunft geben? Und mich dann am Ende doch im Ungewissen lassen.

Das Fazit

Herr Zusak, schlussendlich möchte ich Ihnen sagen, dass mir Ihr Buch wirklich gut gefallen hat, auch wenn ich es am Anfang nicht mögen wollte und am Ende nicht fassen kann, dass ich es noch immer mag. Aber genau das sind sie. Die Geschichten, die einen noch lange begleiten. Die man nicht ablegen kann. Und die man ungefragt weiter empfehlen möchte. Herr Zusak, Sie werden diesen Beitrag wohl nie lesen. Aber ich hoffe ein paar Leser damit zu erreichen und das war wohl auch Ihre Intention beim Schreiben des Buches.

Eine Handvoll Bücherkritiken

Ich habe gelesen und kann euch somit hier wieder eine Handvoll Bücher vorstellen, die mich in den letzten Wochen begleiteten. Diesmal mit dabei ist ein ganz besonderes Café, ein nicht ganz so anonymer Schauspieler, ein Roadtrip durch Frankreich, eine Hüterin von Büchern und eine Zeitreise in die Südstaaten der 1930er Jahre.

Das Café der guten Wünsche – Marie Adams

Die Handlung: Die Freundinnen Julia, Bernadette und Laura führen ein kleines Café im Herzen einer großen Stadt. Gerade Julia ist eine große Träumerin und alle drei glauben an die Macht der gedachten Wünsche. Und so wünschen sie jedem Gast stets etwas Gutes. Julia trifft auf den Pessimisten Robert, der ihr Leben ganz schön durcheinander wirbelt.

Meine Meinung: Das Buch war dieses Jahr mein erster Versuch einer leichten Sommerlektüre, auch wenn noch kein Sommer ist. Das war dann wohl auch das sichere Zeichen dafür, dass es ein Buch ist, dass nicht in die Kategorie passt. Denn Das Café der guten Wünsche ist einfach nur nervig. Zunächst muss man sich schon an die fehlenden Kapitel gewöhnen. Stattdessen wird mit Absätzen gearbeitet. Dadurch hat man aber irgendwie keinen Anhaltspunkt, wo gedanklich etwas neues beginnt. Die Autorin wollte dies wohl auch gar nicht ordnen, denn sie hat nicht den einen Erzähler und sei es ein allwissender, sondern sie lässt einfach alle Charaktere mal gedanklich zu Wort kommen. Dadurch kann man zwar die Handlungen dieser nachvollziehen, aber man muss auch damit klar kommen, dass auf einer Doppelseite gerne dreimal die Erzählperspektive gewechselt wird. Mir hat das nicht gefallen. Aber selbst, wenn man damit gut klar kommt, ist da dann noch die Geschichte an sich und ihre schrecklichen Charaktere. Alle handeln mit einer Naivität, die absolut unsympathisch wirkt. Es gab keinen Charaktere, den ich auch nur ansatzweise mochte, stattdessen wollte ich permanent alle schütteln und ins Gesicht schreien, dass sie bitte nicht so bescheuert sein sollen. Zusätzlich dreht sich die Geschichte auch immer wieder im Kreis und will einfach nicht vorkommen, nur um dann mit dem absolut offensichtlichen Ende aufzuwarten, dass dann komplett überstützt und hastend auf einen zugerast kommt. Keine Empfehlung für dieses Buch.

Das Manifest der anonymen Schauspieler – James Franco

Die Handlung: Schauspieler James Franco nimmt sich die 12 Schritte und Traditionen der anonymen Alkoholiker als Vorbild und verfasst daraus die 12 Schritte und Traditionen der anonymen Schauspieler. Untermalt mit Geschichten, Anekdoten, Gedankenfragmenten und experimentellem Geschreibsel.

Meine Meinung: Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt über dieses Werk schreiben sollte, weil es mich so abgeschreckt hat, dass ich eigentlich keine zusätzliche Aufmerksamkeit für das Buch erregen wollte. Aber vielleicht halte ich ja den ein oder anderen vom Kauf ab. Man kann von James Franco als Schauspielen halten, was man möchte. Die Grundidee des Buches sich an den 12 Schritten und Traditionen der anonymen Alkoholiker entlang zu hangeln, ist gut. Die Geschichten, die nicht wirklich etwas damit zu tun zu haben scheinen, sind bestenfalls langweilig, schlimmstenfalls abstoßend. Allein dafür lohnt es sich schon, sein Geld zu sparen, auch wenn man hier noch argumentieren kann, dass Franco hier bewusst provoziert. Aber wenn er dann ein paar Anekdoten aus den Anfängen seiner Schauspielkarriere erzählt und dabei in einem Abschnitt erzählt, wie er ein betrunkenes Mädchen vergewaltigt und das dann auch noch als okay bzw. unwichtig hinstellt, dann hört es bei mir auf. Es ist mir egal, ob es wirklich so war oder ob es nur irgendeine schlechte Metapher sein soll. Mit einem Mädchen, das betrunken und bewusstlos ist, Sex zu haben, ist Vergewaltigung.

Die grüne Ente – Manu Causse

Die Handlung: Der Vater tut sich schwer mit seinem Sohn, einem Autisten. Dennoch ist er zu den wöchentlichen Treffen außerhalb der Klinik da. Bis ihm diese untersagt werden. Als er kurz darauf eine grüne Ente erbt, beginnt ein wilder Trip durch Frankreich. Mit dabei sind der verstorbene Onkel und die tote Katze, die vom Rücksitz aus Kommentare fallen lassen.

Meine Meinung: Definitiv keine alltägliche Geschichte, ich kann nicht einmal sagen, ob es eine vergleichbare gibt. Interessant am Erzählstil ist schon, dass nur ganz wenige Charaktere überhaupt einen Namen bekommen. Der Vater ist immer der Vater, der Gendarm ist der Gendarm, die Mutter auch gerne mal die Frau mit den Krokodilhänden. Sobald man sich an diesen Umstand gewöhnt hat, folgt man gespannt dem agieren der verschiedenen Charaktere. Dabei werden viele Fragen aufgeworfen, die nie beantwortet werden, was im Laufe des Buches immer unbefriedigender wird. Auch der Roadtrip durch Frankreich ist viel nüchterner, als man ihn sich nach dem Klappentext wohl vorstellte. Zumal die Kommentare von der Rückbank auch eher sehr spärlich sind. Man muss sich hier wirklich auf die Geschichte einlassen und sie am besten auch in einem Rutsch lesen, wenn man einmal drin ist, ansonsten kann sie ziemlich mühselig werden. Es ist eine Geschichte, bei der ich hinterher beim besten Willen nicht sagen kann, ob ich sie mochte, oder nicht. Auf jeden Fall ein Tipp, für alle, die etwas abseits vom Alltagsbrei suchen.

Bookless 2 – Gesponnen aus Gefühlen – Marah Woolf

Die Handlung: Lucy wurde von Nathan aus dem Feuer der Bibliothek gerettet. Nur um sich kurz darauf in den Fängen von Nathans Onkel Batiste de Tremaine zu befinden. Der oberste Perfecti des Ordens, die Bücher auslesen, um sie „zu beschützen“, hat Pläne mit der Hüterin Lucy. Nathan will diese jedoch nicht zulassen und befreit Lucy aus den Fängen seines Onkels. Ein Katz und Maus Spiel beginnt.

Meine Meinung: Ein schlechtes Zeichen für eine Trilogie ist es wohl, wenn man einen Band braucht, um alle vorzustellen, in dem also nicht wirklich etwas passiert und dann den ganz typischen Mittelteil zu schreiben. Denn auch hier im zweiten Teil scheint nichts wirklich zu passieren. Stattdessen dreht sich das Buch immer und immer wieder im Kreis und pendelt von Schauort zu Schauort, wo gefühlt immer genau das gleiche passiert. Die Charaktere entwickeln sich nur bedingt weiter, lediglich Nathan bekommt eine etwas neue Richtung. Aber gerade Protagonistin Lucy bleibt absolut naiv und scheint keine einzige vernünftige Entscheidung treffen zu können. In Teil 3 muss nun der große Knall kommen, ansonsten wird die Reihe wohl schnell aus meinem Gedächtnis gelöscht. Auch der sehr einfache Schreibstil der Autorin konnte mich nicht wirklich abholen.
P.S.: Kann mir jemand sagen, ob sich die andere Reihe der Autorin „Götterfunke“ vielleicht eher lohnt?

Wer die Nachtigall stört – Harper Lee

Die Handlung: Der Anwalt Atticus Finch ist alleinerziehend. Seine beiden Kinder Jem und Scout wachsen wie ganz normale Kinder in den Südstaaten der USA der 1930er Jahre auf. Bis sich Atticus entschließt einen Schwarzen zu verteidigen, der ein Mädchen vergewaltigt haben soll. Und so werden die Geschwister in jungen Jahren mit den Thema Rassismus konfrontiert.

Meine Meinung: Ein weiterer Haken auf meiner Liste der Schande. Und ein Buch, das es schafft einen erst in die heißen Sommer Alabamas zu führen und sich mit der Leichtigkeit der Kinder in die Herzen zu spielen und dann ganz langsam immer weiter das Thema Rassismus einzubauen. Es brauchte für diese Geschichte zwei typische Kinder und den wohl nettesten Vater der Welt. Harper Lee versteht es die Geschichte ganz langsam dahin plätschern zu lassen und dabei doch so viel zu sagen. Sie baut Geheimnisse und Überraschungen so geschickt in die Handlung ein, dass man immer wieder etwas neues entdeckt. Handlungstechnisch liest es sich beinahe wie eine mögliche Vorgeschichte zu The Green Mile, weswegen es auch sehr passend war, beide Bücher zeitnah zu lesen – auch wenn ich das vorher natürlich nicht wusste. Letztlich ist es ein Stück amerikanische Geschichte durch den Augen eines Kindes und aus gutem Grund ein zeitloser Klassiker.

Eine Handvoll Serienkritiken

Die letzten beiden Serienkritiken bekamen ein Duo, da ich wohl doch mehr zu ihnen zu sagen hatte, als gedacht, bzw. hätte es den Rahmen der eine Handvoll Kategorie gesprengt. Daher hier nun fünf weitere Serientipps, bzw. Staffeln von denen ich eher abraten würde. Diesmal mit dabei: Zwei übernatürliche Brüder, der Flohsack und der Priester, eine Reise nach Birmingham im Jahr 1921, ein in die Jahre gekommener Schauspiellehrer und eine horrormäßige Freak Show.

Supernatural – Staffel 9

Die Handlung: Nachdem Castiel in Staffel 8 Metatron vertraute und in der Konsequenz daraus alle Engel aus dem Himmel fielen, liegt Sam am Anfang der Staffel im Koma. In seiner Verzweiflung betet Dean zu den Engeln und bekommt vermeintlich Hilfe von Ezekiel, der Sam von innen heraus heilen will. Dean stimmt zu, aber Sam darf davon nichts wissen. Währenddessen hat die dämonische Reiterin Abaddon Crowleys Abwesenheit, der von den Winchesters gefangen gehalten wird, genutzt, um Königin der Hölle zu werden. So versuchen nun die Brüder gegen zwei Katastrophen gleichzeitig zu kämpfen und dann sind da noch die kleineren und größeren Vorkommnisse auf ihrem Weg.

Meine Meinung: Auch wenn ich nach der sechsten Staffel und einem nervigen siebten Staffelauftakt nicht gedacht hätte, dass ich es noch so weit mit der Serie schaffen würde, bin ich noch immer von vielen Sachen genervt. Gerade die Staffelübergreifenden Handlungen und die dazugehörigen Folgen sind mir einfach ein bisschen zu viel geworden. Dean und Sam sind gefühlt dauerzerstritten, immer ein Schritt zu nah am Tod, aber irgendwie doch nie in richtiger Gefahr, weiß man doch einfach, dass noch genug Staffeln auf einen warten. Doch dann gibt es wieder die Einzelfolgen mit dem „Monster of the Week“, die einen irgendwie doch bei der Stange halten, gibt es doch immer wieder neue Monster, oder Wendungen in bekannten Monstern, die einen überraschen können. Sich hier von einer zur nächsten zu hangeln, ist zwar nicht mehr das gleiche Gefühl wie früher, aber reicht aus, um der Serie weiterhin eine Chance zu geben. Und gerade die Dialoge zwischen Dean und Crowley bringen einen dann doch immer wieder zum Schmunzeln.

Fleabag – Staffel 2

Die Handlung: Seit über einem Jahr hat Fleabag nicht mehr mit ihrer Familie gesprochen. Nun steht die Ankündigung einer Hochzeit im Raum, zu der Fleabag eingeladen wurde. Ihr Vater heiratet ausgerechnet ihre Stiefmutter, die einst die beste Freundin ihrer Mutter war. Dort trifft sie auch wieder auf ihre Schwester Claire, die noch immer mit Martin verheiratet ist. Ebenfalls mit am Tisch sitzt ein Priester, der die Trauung vollziehen soll, sich aber so gar nicht priesterhaft gibt. Im Laufe der Staffel lernt Fleabag den Priester noch genauer kennen und versucht die Beziehung zu ihrer Schwester zu verbessern.

Meine Meinung: Die erste Staffel Fleabag hatte mich etwas ratlos zurückgelassen. Ich wollte die Serie rund um die quirlige Protagonistin, die gerne die vierte Wand durchbricht, so gerne mögen, war aber von der etwas konfusen Geschichte überfordert. Bereits bei den Golden Globes wurde ich dann auf die zweite Staffel aufmerksam, würde doch Andrew Scott sich hier die Ehre als Priester geben. Dennoch schob ich sie weiter vor mir her, beschäftigte mich zunächst mit anderen Serien. Bis nun der werte donpozuelo von seiner Begeisterung berichten konnte. Nun war es also an der Zeit und was soll ich sagen: Er hatte mit der Ansicht, dass ich die zweite Staffel nun unbedingt sehen sollte, auf jeden Fall recht. Alles, was mich am ersten Teil noch störte, wurde hier ausgebessert und so ergibt sich eine Runde Geschichte voller Sträge, liebens- und hassenswerter Charaktere und einfach eine unfassbare Chemie zwischen Phoebe Waller-Bridge und Andrew Scott. Allein für das Zusammenspiel lohnt sich die Serie ungemein. Nur das Ende lässt mich dann doch sehr unbefriedigt zurück, zumal derzeit wohl keine dritte Staffel geplant ist.

Peaky Blinders – Staffel 2

Die Handlung: Zwei Jahre nach den Geschehnissen aus der ersten Staffel kehren wir zurück ins Jahr 1921 nach Birmingham. Die Peaky Blinders zieht es nach London, wo Thomas einen Deal mit dem Schwarzbrenner Alfie Solomon einfädeln kann. Doch auch sein Rivale Chester Campbell kehrt zurück und versucht Thomas zu einem Attentat im Sinne der Iren zu verführen. Folgenreiche Wochen für die Familie Shelby.

Meine Meinung: Die Peaky Blinders schaffen es auch in der zweiten Staffel innerhalb von sechs Folgen eine spannende Geschichte rund um verschiedene Intrigen zu spinnen, die mal gut, mal weniger gut für die Shelbys ausgehen. Dabei bleibt sich die Serie vom Tonfall treu, entwickelt die Charaktere aber weiter. Lediglich Tante Polly wird zwischendurch zu einer ewig meckernden und weinerlichen Frau, was nicht ihrem starken Charakter aus der ersten Staffel entspricht. Auch Campbell als Gegenspieler zu reaktivieren war kein sehr kluger Schritt, glaubt er nun doch durch seine Erfahrung den Blinders überlegen zu sein und entwickelt sich dadurch immer wieder zu einem jämmerlichen Schwein, den man nicht ernst nehmen mag. Dennoch liegen die Stärken der Serie weiterhin in ihren starken Charakteren, auch neu eingeführte, in starken Darstellern und einem gut durchdachten Drehbuch, das die Handlung nicht künstlich zieht, sondern sehr pointiert wiedergibt, so dass sie auch durchgehend spannend bleibt.

The Kominsky Method – Staffel 1

Die Handlung: Sandy Kominsky kann auf eine sehr kurze Schauspielkarriere zurückblicken, hält sie aber für eine sehr große und versucht sich seitdem als Schauspiellehrer. Inzwischen ist er in die Jahre gekommen. Sein Agent und bester Freund Norman Newlander muss am Anfang mit dem Tod seiner Frau zurecht kommen, wobei ihm Sandy gerne hilft, auch wenn das bedeutet, dass er sein Date Lisa mit zur Beerdigung bringt. Als dann auch noch Normans Tochter Phoebe, mit neuem Drogen- und Alkoholproblem, erscheint, ist das Chaos perfekt.

Meine Meinung: Den Namen Chuck Lorre verbindet man wohl mit seinen bekannteren Serienschöpfungen Two and a half man oder The Big Bang Theory. Das liegt wohl daran, dass The Kominsky Method keine typische Sitcom ist, sondern eine Staffel übergreifende Handlung hat und weniger auf Situationskomik baut, als vielmehr auf länger aufgebaute Witze. Dadurch ist es allerdings auch schwieriger richtig mit der Serie warm zu werden, was mir während der ganzen ersten Staffel nicht richtig gelungen ist, auch wenn einem die Charaktere schnell ans Herz wachsen. Dafür sorgen wohl für allem die Hauptdarsteller Michael Douglas und Alan Arkin. Hier werden Themen behandelt, die mit dem Alter einhergehen, aber noch einmal deutlich ernster als beispielsweise bei Grace & Frankie. Die Handlung plätschert teilweise ein wenig vor sich hin, als ob die Drehbuchautoren wussten, wo sie hinwollen, aber nicht wie sie dahin kommen. Umso gespannter bin ich nun auf die zweite Staffel, da die Charaktere nun gesetzt wurden.

American Horror Story – Staffel 4 – Freak Show

Die Handlung: Elsa Mars führt 1952 eine Freak Show, die aktuell in Jupiter, Florida, auftritt. Von außen belächelt oder verspottet, sind die Darsteller zu einer eigenen Familie zusammen gewachsen. Doch diese Familie wird von mehreren Seiten bedroht. Der Gauner Stanley sieht in den Freaks eine Geldmaschine und will sie tot ausstellen. Dafür schleust er seine Komplizin Maggie Esmaeralda als Wahrsagerin in die Freak Show. Doch auch ein mordener Clown und ein verzogener Junge werden zu einer Gefahr.

Meine Meinung: Der Vorteil von American Horror Story ist, dass eine komplette Geschichte in einer Staffel erzählt wird. Der Nachteil ist, dass die Geschichten kaum für 13 Folgen reichen und so die Handlungsstränge komplett ausgedehnt werden. Dadurch wirkt die Serie aber mitunter zu zäh und langatmig und kann die Zuschauer nicht bei der Stange halten. Dies geschah nun auch wieder in Staffel 4. Zwar unterscheidet sich die Freak Show von den vorherigen Staffel dadurch, dass weniger übernatürliche Elemente eingearbeitet wurden und allein die Diskriminierung, der die Charaktere immer wieder ausgesetzt werden, ist schon ein starkes Horrorelement. Dennoch waren es wieder zu viele Geschichten, die irgendwo erzählt werden sollten. Dadurch zog sich die Staffel so sehr, dass ich zwischendurch wieder eine sehr lange Pause brauchte. Mit genug Abstand konnte man das Staffelfinale dann doch sehen, aber es gab keine Nähe zu den Charakteren, war einem doch jegliches Schicksal total egal.