Eine Dekade Film – Meine Top 75 der letzten 10 Jahre – #3 – Platz 50-26

Und weiter geht es mit meinem großen Dekadenrückblick. Wer die Vorgängerbeiträge verpasst hat, findet hier 100-76 und hier 75-51.

Platz 50: Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen (2017)

Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson sind drei afroamerikanische Mathematikerinnen. Auf drei unterschiedlichen Wegen kämpfen sie innerhalb der NASA um Anerkennung ihrer Arbeit und helfen so beim ersten bemannten Flug ins Weltall der USA und bei der ersten Erdumrundung. – Wichtige Schritte zum Civil Rights Act innerhalb der NASA verpackt in einer mitreißenden Geschichte über drei unermüdlich kämpfende Frauen.

Platz 49: James Bond 007 – Skyfall (2012)

Bei einem Auftrag stirbt James Bond vermeintlich. Da durch das Scheitern des Auftrags geheime Daten bei einem Cyberterroristen landen, soll M abgesetzt werden und das gesamte Doppelnull-Programm steht auf dem Spiel. Doch Bond kehrt zurück und nimmt den Auftrag an, der ihn schließlich zu Raoul Silva führt. Um M zu retten, muss er sich schließlich seiner Kindheit stellen. – Moderne trifft auf klassischen Bond. Sam Mendes vereint gekonnt beide Motive und präsentiert uns einen Bond, der selten stärker war.

Platz 48: Inception (2010)

Dom Cobb ist Spezialist dafür Leute in ihren Träumen zu beeinflussen. Bei einem neuen Auftrag kommen jedoch Komplikationen dazu und er und sein Team müssen immer weitere Traumebenen eröffnen. Doch wenn man zu weit vordringt, kann man sich in dieser Traumwelt verlieren. – Christopher Nolan erschuf hier eine Traumwelt gepaart mit einem Actionfilm, der nicht ohne Grund unseren Wortschaft erweitert hat.

Platz 47: Dieses bescheuerte Herz (2017)

Lenny Reinhard ist ein verwöhnter junger Mann, der das Geld seines Vaters, Chefarzt, großzügig verprasst und keine Zukunftspläne hat. Als er es aber deutlich übertreibt, wird ihm der Geldhahn zu gedreht. Bedingung dafür wieder Geld zu bekommen, ist, dass Lenny sich um den herzkranken David kümmern soll. Bei der ersten Begegnung prallen Welten aufeinander. – Man kann dem Film vorwerfen die üblichen erzählerischen Schritte zu unternehmen, aber dann verpasst man die herzensgute Geschichte, die auf beiden Seiten auch aus Schatten besteht.

Platz 46: Arrival (2016)

Dr. Louise Banks ist Linguistin. Als auf der Erde zwölf Raumschiffe landen, wird sie dazugerufen, um die Kommunikation mit den Alien herzustellen. Dies klappt auch zunächst sehr friedlich, dennoch wird die Anwesenheit der Aliens als Provokation verstanden. Militärische Schritte werden eingeleitet. – Spannende Science-Fiction von Deniz Villeneuve, der es versteht die Angst der Menschen einzufangen und doch die Wichtigkeit der Kommunikation hervorzuheben.

Platz 45: Baby Driver (2017)

Miles, der von allen nur Baby genannt wird, ist Fluchtwagenfahrer, seit er bei dem Gangsterboss Doc Schulden gemacht hat und diese abfahren soll. Durch seinen Tinitus hört er ständig Musik. Als er glaubt dies geschafft zu haben, versucht er sich an einem normalen Leben und verliebt sich in die Kellnerin Debora. Doch Doc ist noch lange nicht fertig mit ihm. Beim nächsten Auftrag soll jedoch einiges schief gehen. – Ein Heist-Movie, bei dem erst der Soundtrack und dann das Drehbuch stand. Ein Experiment, das vollkommen aufgeht.

Platz 44: Ballon (2018)

1979 versucht die Familie Strelzyk mit einem Heißluftballon aus der DDR zu fliehen. Der Versuch scheitert jedoch und die Familie versucht zum einen ihre Spuren zu verwischen und zum anderen auf anderen Wegen zu fliehen. Doch die Stasi ist ihnen dicht auf den Versen. – Wer glaubt, dass Michael „Bully“ Herbig nur Komödien kann, wird hier mit einer spannenden Fluchtgeschichte eines besseren belehrt.

Platz 43: Alles steht Kopf (2015)

Die 11-jährige Riley steht kurz vor einen Umzug von Minnesota nach San Francisco. Auch die Emotionen Wut, Freude, Kummer, Ekel und Angst, die in ihrem Kopf die Schalter und Knöpfe für ihr Verhalten steuern, sind mit der Situation leicht überfordert. Als Freude und Kummer durch einen Unfall im Langzeitgedächtnis landen, entsteht ein Abenteuer der ganz anderen Art. – Pixar versucht uns unsere Gedanken und Entscheidungen näher zu bringen und schafft dies durch liebevolle Animationen und unfassbar guten Geschichten über unser Gehirn.

Platz 42: Dunkirk (2017)

1940 sind tausende britische Soldaten in der französischen Stadt Dünkirchen eingeschlossen. Bei der Operation Dynamo werden zivile kleine Boote eingesetzt, um die Soldaten zu retten, da die großen Schiffe zu gute Ziele sind. Dabei wird die Geschichte aus Sicht eines Soldaten in Dünkirchen, eines kleines Fischerbootes und eines britischen Piloten, der die Schiffe beschützt, erzählt. – Spannungsgeladener Film über die größte Rettungsaktion der Militärgeschichte.

Platz 41: Spotlight (2016)

Spotlight ist ein Team investigativer Journalisten des Boston Globe. 2001 bekommen sie den Hinweis auf Priester, die nachdem sie Jungen missbrauchen, einfach nur versetzt werden und keine Strafe erhalten. Nach und nach decken sie mehr Fälle auf, auch wenn ihnen immer mehr Steine in den Weg gelegt werden. – Die Verfilmung über die Recherche, die 2003 den Pulitzer-Preis bekam, ist schockierend, spannend und gut erzählt. Dabei geht sie tief unter die Haut.

Platz 40: Jackie (2017)

Nur eine Woche nach der Ermordung ihres Ehemannes gibt Jackie Kennedy ein Interview. In dem beleuchtet sie die Vorgänge direkt nach dem Attentat bis zur Beerdigung. – Natalie Portman liefert hier eine Bestleistung ab. Der gesamte Film wird von ihr und dem ansonsten eher ruhigen Drehbuch getragen.

Platz 39: Guardians of the Galaxy (2014)

Peter Quill hat es geschafft den Orb zu stehlen und hintergeht dabei seine Truppe, die ihn einst von der Erde entführten. Beim Versuch den Orb zu verhöckern, trifft er auf Gamora, die Ziehtochter des Eroberers Thanos, die den Orb braucht, um Thanos zu besiegen. Dabei landen beide jedoch im Gefängnis, wo sie auf den Waschbären Rocket, den Baum Groot und Drax, den Zerstörer, stoßen. Zusammen planen sie einen Fluchtversuch und müssen sich schließlich Ronan, dem Ankläger, stellen. – Witzige Weltraumaction aus dem Hause Marvel.

Platz 38: Brittany runs a marathon (2019)

Brittany Forgler hat die Kontrolle über ihr Leben verloren. Um diese wieder zurückzuerlangen, fängt sie an zu joggen. Zusammen mit ihrer bissigen Nachbarin und ihrem neuen Laufkumpel Seth steckt sie sich das Ziel am New York Marathon teilzunehmen. – Berührende Geschichte über die Überwindung des inneren Schweinehunds.

Platz 37: John Wick (2015)

John Wick hat seine Tätigkeit als Auftragsmörder aus Liebe zu seiner Frau aufgegeben. Als diese stirbt, ist er am Boden zerstört. Ihr letztes Geschenk ist ein kleiner Hund. Als Wick sich weigert russischen Gangmitgliedern sein Auto zu überlassen, brechen diese bei ihm ein und töten dabei seinen Hund. Wick schwört Rache und gräbt seine Sachen aus früheren Zeiten wieder aus. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt. – Packender Actionfilm mit einer der besten Kampfchoreographien der letzten Jahre.

Platz 36: No way out – Gegen die Flammen (2018)

Eric Marsh trainiert eine Einheit der Feuerwehr in Prescott (Arizona) für den Ernstfall. Waldbrände gehören zu den ständig lauernden Gefahren. Dabei will er eine Hochstufung seines Teams als Hotshots bewirken, damit sie mehr Einfluss auf die Bekämpfung der Brände kriegen. Der Junkie Brendan McDonough wird dem Team zugeteilt und muss erstmals in seinem Leben Disziplin lernen. – Tragische Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht und gleichzeitig Hoffnungsschimmer, um auf die Wichtigkeit der Einheiten und deren Ausrüstung aufmerksam zu machen.

Platz 35: Die Entdeckung der Unendlichkeit (2014)

Stephen Hawking ist Physiker, dem eine brilliante Karriere prophezeit wird. Doch es soll anders kommen, nachdem bei ihm eine unheilbare Krankheit diagnostiziert wird. Seine Frau Jane steht dabei an seiner Seite, auch wenn das Zusammenleben immer schwieriger wird. – Eine packende, aber respektvolle, Biographie über die Krankheit des bekanntene Physikers, aber auch eine Liebesgeschichte wider aller Umstände.

Platz 34: The King’s Speech (2011)

Albert, Herzog von York, hat ein großes Problem mit dem Stottern. Seine Frau Elisabeth schickt ihn daraufhin zu Sprachtherapeuten Lionel Logue. Dieser hilft ihm nicht nur beim Stottern, sondern wird langsam zum Vertrauten Alberts. Als dessen Bruder König wird, gibt es einige Differenzen und die Freundschaft wird immer wieder auf eine Probe gestellt. – Beeindruckende Geschichte über Freundschaft und der Überwindung eines Stotter-Problems mit zwei grandiosen Hauptdarstellern.

Platz 33: Love, Rosie – Für immer vielleicht (2014)

Rosie und Alex sind seit Kindheitstagen miteinander befreundet. Als es an Rosies 18. Geburtstag zwischen beiden knistert, beschließen sie ihre Freundschaft nicht zu gefährden. Beide wollen nach der Schule fürs Studium nach Boston. Da Rosie schwanger wird, bleibt sie zu Hause. Trotzdem halten sie engen Kontakt. Im Laufe der Jahre kämpfen sie immer wieder füreinander, doch das Leben hat andere Pläne. – Sympathische Romantikkomödie, die vor allem durch den Charme der beiden Hauptdarsteller getragen wird.

Platz 32: Le mans 66 (2019)

Nach einer Schmach gegen Ferrari will Henry Ford II diesen in seinem eigenen Steckenpferd bei dem 24 Stunden Rennen von Le Mans schlagen. Doch dafür braucht er einen passenden Wagen und einen Fahrer. Während Carroll Schelby für den Fahrzeugbau eingespannt wird, wird dessen Wahl Ken Miles als Fahrer sehr kritisch betrachtet. Vor allem der PR-Chef Leo Beebe versucht alles um seine eigenen Interessen durchzusetzen. – Packende Geschichte, nicht nur für Fans von Motorsport, der einem vor Spannung in den Sitzen lässt.

Platz 31: Fishermans Friends (2019)

Musikproduzent Danny macht mit seinen Freunden Urlaub um Fischerdord Port Isaac. Dabei machen sie sich bei den Anwohnern nicht gerade beliebt. Durch eine Wette beibt Danny zurück. Er soll die Shanty singenden Dorfbewohnern davon überzeugen einen Plattenvertrag zu unterschreiben. Doch kaum hat er diese soweit, stellt sich heraus, dass seine Kumpels ihn nur verarscht haben. Doch Danny gibt nicht auf. – Bewegende Geschichte über einen Shanty Chor, der den Durchbruch versucht. Feel-Good Komödie mit ganz viel Herz.

Platz 30: Logan (2017)

Seit 25 Jahren wurden keine neuen Mutanten geboren und auch Logan „Wolverine“ kämpft mit dem Alter. Seine Kräfte haben stark nachgelassen und das Alamanthium in seinem Körper vergiftet ihn langsam. Auch sein Mentor Charles Xavier ist sterbenskrank. Da wird ihm der Auftrag angeboten das junge Mädchen Laura zu einer sicheren Zuflucht zu finden. Dabei stellt sich heraus, dass Laura ähnliche Eigenschaften wie Logan hat. Doch ihre Verfolger sind ihnen dicht auf der Spur. – Auf den Comic Old Man Logan basierend werden hier erstmals Superhelden im hohen Alter dargestellt. Daraus entwickelt sich ein ganz neuer Ansatz im Superheldengenre.

Platz 29: Die dunkelste Stunde (2018)

Winston Churchill muss nach seiner Ernennung als Premierminister nicht nur den Krieg gegen Hitler leiten, sondern auch gegen innerparteiische Widrigkeiten kämpfen. Dabei hält er stets an seiner Politik des Widerstands fest. – Mitreißendes Biopic über die politische Seite des zweiten Weltkriegs.

Platz 28: Ein ganzes halbes Jahr (2016)

Louisa Clark ist vollkommen glücklich in dem kleinen Café in ihrem Heimatort zu arbeiten. Doch als sie ihre Stelle verliert, steht sie mit nichts da. Da bekommt sie das Angebot für den querschnittsgelähmten William Traynor zu arbeiten. Doch die Stelle ist für ein halbes Jahr begrenzt. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten bauen die beiden ein enges Verhältnis auf und Louisa versucht fortan Wills Lebenswillen wiederzugewinnen. – Berührende Buchverfilmung, die die Themen Behinderung und Sterbehilfe mit einer Liebesgeschichte verknüpft.

Platz 27: Kiss the Cook (2015)

Gourmetkoch Carl Casper rastet nach einer schlechten Kritik vollkommen aus und liefert sich eine Twitter-Schlacht mit dem Kritiker. Daraufhin verliert er seinen Job. Daraufhin kehrt er Los Angeles den Rücken und reist zu seiner Ex-Frau und seinem Sohn in die Heimatstadt Miami. Dort beschließt er einen Food-Truck zu eröffnen. Dabei findet er aus seiner persönlichen Krise und kommt auch seinem Sohn wieder näher. – Ein Feel-Good-Roadmovie der leckersten Art.

Platz 26: Your name. (2018)

Mitsuha lebt in der Kleinstadt Itomori, während Taki versucht in der Großstadt Tokyo nicht unterzugehen. Beide lernen sich kennen, als  sie an mehren Tagen in der Woche ungewollt die Körper tauschen. Als der Kontakt jedoch irgendwann abbricht, macht sich Taki auf die Suche nach Itomori und Mitsuha. – Ein Anime mit einer Coming-of-Age Geschichte der anderen Art, die tief unter die Haut geht.

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 9.6

Meine große Aufräumaktion in dieser Kategorie läuft gut, immerhin bin ich nun bereit für die Filme aus 2019. Auch diese teile ich wieder in zwei Teile, womit hier 2019.1 kommt. Hier noch einmal die vorherigen Beiträge in der Übersicht: 2014/2015, 2016, 2017, 2018.1, 2018.2

2019:

1) Die Frau des Nobelpreisträgers

Joe Castleman erhält den Literaturnobelpreis. Zusammen mit seiner Frau Joan und seinem Sohn reist er nach Stockholm zur Übergabe. Während alle ganz begeistert von seiner Anwesenheit sind, wird Joan als Anhängsel abgestempelt, obwohl sie selbst Literatur studiert hat. Nach und nach versinkt sie in ihre Erinnerungen, als ihr klar gemacht wurde, dass Frauen in der Literaturbranche keine Chance haben. Dann taucht Nathaniel Bone auf, der ein großer Fan Joes ist und gerne dessen Biographie schreiben möchte, jedoch abgewiesen wird. Im Zuge seiner Recherche scheint er jedoch herausgefunden zu haben, dass Joan die Bücher eigentlich geschrieben habe und nur unter dem Namen ihres Mannes veröffentlicht. Ein Ehestreit nimmt seinen Lauf.
Während Glenn Close für ihre Darstellung der Joan Castleman noch einen Golden Globe gewinnen konnte, unterlag sie bei der Oscarverleihung Olivia Coleman und ihre Darstellung von Queen Anne in The Favourite. Dennoch leitet sie durch den gesamten Film. Hinter der sehr minimalistisch angelegten Mimik liegt so viel Bedeutung, die erst im fortschreitenden Film deutlich werden. Auch der ganze Film ist sehr ruhig angelegt, einzig durch Nathaniel Bones auftauchen, merkt man, dass etwas im argen ist. Und während man am Anfang noch vermutet, dass es bei Joan einfach die Verbitterung darüber ist, hinter dem Rampenlicht ihres Mannes zurückzubleiben, merkt man schnell, dass noch viel mehr dahinter steckt. Die Auflösung dessen lässt den Film noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen und ist so auch gleich ein herausragendes Werk über die lange Unterdrückung der Frau.

2) Fahrenheit 11/9

Michael Moore ist zurück. In Fahrenheit 9/11 befasste er sich mit den Terroranschlägen vom 11.September 2001. Mit diesem 2004 erschienen Film sollte dieses Werk nicht verwechselt werden, auch wenn die Titel sehr ähnlich klingen. Denn am 09. November 2016 gewann Donald Trump die Präsidentschaftswahl der USA. Wie es dazu kommen konnte, will Moore nun untersuchen. Dafür stellt Moore einige wacklige Theorien auf. Letztlich konzentriert er sich darauf zu zeigen, wie sowohl Republikaner als auch Demokraten das Land immer wieder enttäuscht haben. So waren Dronenabschüsse unter Obama übrigens am höchsten. Dafür zeigt er erschreckende Bilder aus seiner Heimatstadt Flint, redet mit Beteiligtem am großen Schulstreik in West Virginia und den Schülern nach dem Parkland-Amoklauf. Aber auch politische Machenschaften will er aufdecken und erklärt seine Theorie, wie Hillary Clinton überhaupt die Kandidatin der Demoktraten werden konnte.
Bei Michael Moore muss man durchaus vorsichtig sein. Denn zwar spricht er auch diesmal wieder spannende Punkte an, doch hinterfragt er nichts kritisch, sondern stellt seine Überlegungen als Fakten hin. Während sein vorletzter Film Where to invade next seine Überlegungen durchaus auf humoristische Weise unterstrichen werden, fehlt diesem Film jeglicher Humor – wenn man mal von ein paar abstrusen Überlegungen absieht. So ist der Film in seiner Recherche nicht nur fragwürdig, sondern auch in weiten Teilen sehr langsam. Kein Wunder, dass das Einspielergebnis das niedrigste eines Moore Films ist.

3) Crawl

Haley erreicht ihren Vater nicht. Da dieser in Florida lebt und dort eine Hurrikanwarnung der Stufe 5 herausgegeben wurde, macht sie sich trotz Evakuierung der Region mit Straßensperren auf den Weg. Sie findet ihn verletzt unter ihrem Haus. doch beim Versuch ihn zu retten, macht die Bekanntschaft mit  ein paar Alligatoren, sie sich ebenfalls im Keller eingenistet haben. Und sie Alligatoren sind hungrig.
Bei diesem Film ist es sehr wichtig, dass man alles, was man über das Verhalten von Alligatoren gelernt hat, vergisst. Denn er funktioniert wirklich nur, wenn man sie als Killermaschinen ansieht, die alles fressen wollen, was sich bewegt. Auch im weiteren kommt der Film nicht ohne ein paar Logiklöcher aus und einer starken Verharmlosung von Verletzungen – wenn ich meinen Arm in das Maul eines Alligators stecke, um ihn zu erstechen, dann ist mein Arm ab. AB! Im Film sind es jedoch nur ein paar kleine Zähneritzer. Aber wenn man über all dies hinwegsehen kann, dann bietet Crawl auf 88 Minuten Länge spannungsgeladenen Tierhorror vom feinsten. Denn trotz niedrigem Budget kann der Film sehr ansehliche Effekte bieten. Man verfolgt einen Überlebenskampf, der es in sich hat.

4) Late Night

Katherine Newbury ist eine erfolgreiche Moderatorin einer Late Night-Show. Doch ihre Einschaltquoten sinken und ihre Show soll nun der Comedian Daniel Tennant übernehmen, den Newbury jedoch für seinen Fäkalhumor verachtet. Denn obwohl sie durch ihre Sendung ein starkes Symbol für die Frauen in der Branche sendet, besteht ihr gesamtes Schreiberteam aus Männern. Das soll sich so schnell wie möglich ändern und so wird Molly Patel eingestellt. Da sie aber absolut keine Erfahrung in der Branche hat, wird sie eher belächelt. Doch Molly hat große Ambitionen und versucht sich durchzubeißen.
Ich will mal ein paar bekannte Namen der amerikanischen Late Night-Szene aufzählen: Jimmy Kimmel, Jimmy Fallon, Trevor Noah, Seth Meyers, Stephen Colbert und James Corden. Was haben alle gemeinsam? Genau, es sind Männer. Genau dieser Thematik nimmt sich Late Night an, geht jedoch noch ein bisschen weiter und stellt die These auf, das selbst wenn eine Frau moderiert im Hintergrund immer noch die Männer die Show schreiben würden. Die Kritik an dem gesamten System wird hier jedoch in einer süße Komödie versteckt. So gut die Ansätze im Film auch sind, es bleibt die Spitze des Eisbergs, die angesprochen wird. Davon aber abgesehen, macht Late Night deutlich Spaß beim Sehen, auch wenn die Gagdichte relativ gering ist.

5) Tolkien

J.R.R. Tolkien ist ein Waisenjunge, der sich seinen Weg bis aufs College erkämpfen muss und schließlich im ersten Weltkrieg kämpft. Der Film verfolgt seinem Weg über sein Studium, bei dem er seine eigene Sprache erfindet, die schließlich in seinem Roman Der Herr der Ringe verarbeitet wird. Dabei geht es um seine Kameraden aus Kindheitstagen und seine große Liebe Edith Bratt.
Wenn man an den Namen Tolkien denkt, denkt man automatisch an wunderbare Geschichten aus Mittelerde. An große Schlachten, aber auch an die vielen kleinen Geschichten über Freundschaft. So erwartet man eigentlich, dass in so einem biographischen Film unweigerlich die Ideen für diese Welt durch die Geschichte entstehen. Dies ist hier tatsächlich nicht der Fall und bis auf wenige Ausnahmen gibt es überhaupt keine Anspielungen auf das literarische Schaffen Tolkiens. Dafür wird dessen Kindheit und Jugend ziemlich genau unter die Lupe genommen. Hier entsteht durchaus eine spannende Geschichte über Freundschaft und das Erwachsenwerden. Einen Großteil nimmt auch die Liebesgeschichte zu Edith Bratt in Anspruch. So bekommt man zwar einen schönen Film, aber eben nicht den, den man erwartet hat.

The Green Mile – Buch & Film

Ein Vorwort

Das Stephen King Verfilmungen nicht immer funktionieren zeigte zuletzt das Friedhof der Kuscheltiere Remake. Das sie aber auch durchaus funktionieren können, dürften die Verurteilten bewiesen haben – auch wenn ich die Buchvorlage dazu bisher noch nicht gelesen habe. Nun kannte ich The Green Mile bereits als Film, aber noch nicht als Buch. Dies habe ich nun nachgeholt und will hier einmal beide Medien gegenüberstellen.

Die Handlung

Paul Edgecombe arbeitet im Gefängnisblock E von Cold Mountain, in dem sich der elektrische Stuhl befindet. 1932 kommt John Coffey in diesen Block. Er soll zwei Mädchen vergewaltigt und getötet haben. Doch von Anfang an kommt Paul die Sache komisch vor. Doch er hat größere Probleme. Etwa den bösartigen Wärter Percy Wetmore, der alle durch seine Beziehungen nach Washington in Schach hält. Oder auch Billy Wharton, den verrückten und bösartigen Insassen. Doch mit Coffeys Erscheinen passieren ein paar merkwürdige Sachen.

Meine Meinung zum Buch

Stephen King startete mit The Green Mile das Experiment einen Fortsetzungsroman zu schreiben. Und so ist das Buch in sechs Teile unterteilt, die ursprünglich nacheinander veröffentlicht wurden. So gibt es zwar immer noch einen roten Faden, der alles verbindet, dennoch stehen die Geschichten auch gut für sich. Dabei sind die Geschichten nicht chronologisch geordnet, dem Leser wird aber immer wieder vermittelt an welcher Stelle der Gesamthandlung man sich befindet.
King selbst schreibt in seinem Vorwort, dass er eigentlich gar keine Zeit hatte, um richtig für den Roman zu recherchieren und entschuldigt sich im Nachwort wegen ein paar historischer Ungenauigkeiten. Dennoch hat er wohl die Atmosphäre eines Todesblocks gut eingefangen. Die Abläufe, die Gedanken und auch die Insassen könnte es wohl wirklich so gegeben haben – außer vielleicht John Coffey.
Die Geschichte orientiert sich im Rahmen daran, dass Paul Edgecombe im hohen Alter seine Erinnerungen an eben jene Zeit nieder schreibt. So hat King immer wieder einen Anfang für die einzelnen Bücher. Die Geschichten unterscheiden sich in ihrer Spannung, lassen sich aber alle gut weglesen. Denn trotz der bedrückenden Stimmung eines Todestrakts, schafft King es interessante, wenn auch teilweise sehr bösartige, Charaktere zu schaffen und mit ihnen fantastische Geschichten zu kreieren.

Meine Meinung zum Film

Regisseur und Drehbuchautor Frank Darabont hatte bereits Kings Kurzgeschichte Die Verurteilten verfilmt. Fünf Jahre später widmete er sich seinem nächsten Projekt. Mit The Green Mile hatte er sich erneut ein King Werk, das in einem Gefängnisblock spielt, ausgesucht. Prominent besetzt mit Tom Hanks, der Paul Edgecombe spielt, hatte der Film also beste Voraussetzungen. Seine große Stärke ist es wohl, dass er sich eng an die Buchvorlage hält. Die größten Änderungen dürften sein, dass der Film die Bücher in der veröffentlichten Reihenfolge erzählt, aber so tut, als wären diese chronologisch erzählt. Auch große Teile der Geschichte um den alten Paul im Altenheim wurden weggelassen, z. B. den tyrannischen Pfleger Brad Dolan, der Pauls Erinnerungen an Percy Wetmore stärkt. Diese Änderungen verändern jedoch nicht den Charakter der Geschichte.
Mit 181 Minuten ist The Green Mile sehr lang geworden, dadurch konnte aber auch jede Geschichte auserzählt werden, ohne irgendetwas streichen zu müssen. Die Spannung wird trotzdem durchgehend hoch gehalten. Auch die weiteren Rollen sind gut besetzt. Selbst Szenen, die eigentlich nur mit der Gedankenwelt Pauls funktionieren dürften, werden durch kleine Ausschmückungen so umgesetzt, dass man auch ohne gelesene Buchvorlage alles versteht. So kriegt man durch den Film einen guten Überblick über die Geschichte. Richtig rund wird es allerdings trotzdem erst im Buch durch die erläuternden Gedanken.

Das Fazit

Egal, ob als Buch oder als Film, The Green Mile funktioniert durch seine fantastischen Geschichten in beiden Medien und vermittelt so einen Einblick in einen Todestrakt in den 1930er Jahren und spielt mit den Motiven von Gut und Böse.

Eine Dekade Film – Meine Top 75 der letzten 10 Jahre – #2 – Platz 75-51

Es ist geschafft. Ich habe meine finale Liste erstellt und in eine – zumindest für mich – sinnvolle Reihenfolge gebracht. Die Filme, die es nicht auf die finale Liste geschafft haben, die ich aber aus diversen Gründen noch einmal erwähnen wollte, findet ihr hier in meinen zusätzlichen Top 25.

Platz 75: Verborgene Schönheit (2017)

Howard Inlet ist Geschäftsführer einer Werbeagentur und steckt in einer tiefen Depression. Also beschließen seine Geschäftspartner und Freunde drei Schauspieler zu engagieren, die Zeit, Liebe und Tod darstellen sollen. Eine etwas ungewöhnliche Therapie beginnt. – An einigen Stellen in der Darstellung vielleicht dick aufgetragen, aber im Ganzen eine schöne Hommage an das Nachvorneschauen.

Platz 74: Bad Moms (2016)

Amy Mitchell ist die Vorzeigemom zweier Kinder, die nebenbei aber auch noch eine berufliche Karriere verfolgt. In Folge dessen ist sie völlig überarbeitet. Als ihr Mann sie virtuelle betrügt, hat sie die Nase voll. Sie wirft den Mann raus und gründet zusammen mit zwei weiteren Müttern, die Bad Moms, die auf Regeln scheißen und endlich mal was machen, was ihnen Spaß macht. – Komödie über das Muttersein, das erstaunlich ernst ist und nur in wenigen Punkten über die Stränge schlägt.

Platz 73: Herz aus Stahl – Fury (2015)

Norman Ellison wird in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs an die Front versetzt. Ausgebildet zum Schreiberling wird er Bugschütze des Panzers Fury. Dieser wird von Don Collier mit harter Hand geführt, was bisher der Besatzung aber das Leben rettete. Ellison tut sich schwer mit der Brutalität des Krieges, wofür ihn die Besatzung verachtet. – fiktiver, aber dafür sehr realistischer, Kriegsbericht direkt von der Front und was der Krieg aus Männern machen kann.

Platz 72: Pitch perfect (2012)

Beca Mitchell kommt neu auf die Barden University. Dabei trifft sie auf die a-capella-Gruppe Barden Bellas, die auf der Suche nach neuen Wettbewerbern sind. Dabei kommt eine buntgemischte Gruppe zusammen, die nicht dem üblichen Bella-Schönheitsideal entspricht. Während Beca gerne neue Ideen einbringen möchte, hält Leiterin Aubrey an altbewährtem fest. – Ein Gute-Laune Film mit viel richtig gutem a-cappela-Gesang und einzigartigen Charakteren.

Platz 71: Die Unfassbaren (2013)

Daniel, Merritt, Henley und Jack sind Zauberkünstler auf verschiedenen Gebieten. Zusammen versuchen sie die Aufnahmeprüfung für das „Auge“, einem geheimen Magierbund. Dabei organisieren sie drei große Shows. Da sie dabei aber auch eine Bank ausrauben, ist das FBI ganz schnell hinter ihnen her. Doch die „vier Reiter“, wie sie sich nennen, sind immer einen Schritt voraus. – Spannende Verfolgungsjagd mit einer Menge Magie.

Platz 70: Die Tribute von Panem – the Hunger Games (2012)

Katniss Everdeen lebt im äußersten Distrikt von Panem, das von Armut geprägt ist. Alljährlich werden zwei Tribute aus jedem Distrikt ausgelost, um an den sogenannten Hungerspielen – Spiele um Leben und Tod – teilzunehmen. Als Katniss‘ kleine Schwester Prim ausgelost wurde, meldet sie sich kurzerhand freiwillig. – Spannende Dystopie und Auftakt einer Reihe über ein erbarmungsloses Regime und den Funken der Hoffnung.

Platz 69: White House Down (2013)

John Cale ist im Weißen Haus für ein Bewerbungsgespräch für den Secret Service, bei dem er abgelehnt wird. Seiner Tochter, die ihn begleitet hat, hat er eine Führung durch das Weiße Haus versprochen. So sind sie noch im Gebäude, als es von einer Terrorgruppe angegriffen wird. Auf der Suche nach seiner Tochter, stößt Cale auf den Präsidenten, den es nun zu beschützen gilt. – Vielleicht etwas zu patriotischer Actionfilm, aber dafür mit guten Ideen und schön gespielt.

Platz 68: The cabin in the woods (2012)

Fünf Jugendliche reisen für eine Auszeit in eine einsame Hütte im Wald. Im Keller finden sie allerhand seltsame Gegenstände und lesen schließlich in einem seltsamen Buch. Damit lösen sie eine Falle aus, die ihnen Besuch einer Zombiefamilie beschert. Was sie nicht wissen, ist, dass sie Teil eines Experiments sind und permanent beobachtet wurden. – Parodie auf das Horrorfilmgenre mit einem echt gelungenen Horrorfilm. Grusel und Spaß wechseln sich ausgewogen ab.

Platz 67: Die Schadenfreundinnen (2014)

Anwältin Carly hat eine aufregende Beziehung zu Mark. Als sie ihn überraschen will, erfährt sie, dass Mark verheiratet ist. Zusammen mit Marks Ehefrau Kate, findet Carly heraus, dass er noch eine weitere Affäre mit Amber hat. Als auch diese aufgeklärt wird, planen sie Rache an Mark. – Schöne Rachekomödie mit ein paar übertriebenen Elementen, aber dafür gut harmonierendem Cast.

Platz 66: Alice im Wunderland (2010)

Alice Kingsleigh ist 20 und wird von ihrer Mutter auf ihre eigene Verlobungsparty gelotst, wo sie von dem unsympathischen Hamish Ascot einen Heiratsantrag bekommt. Völlig überfordert läuft sie davon und findet ein weißes Kaninchen, das sie in den Bau folgt und dort ins Wunderland fällt. Sie erinnert sich an einen alten Traum, in dem sie ebenfalls in diesem Wunderland war. Doch die rote Königin hat das einst so frohe Land unter Kontrolle. Alice soll nun eine alte Prophezeiung erfüllen und muss feststellen, dass ihr Traum vielleicht doch kein Traum war. – Moderne Neuinterpretation des Klassikers von Lewis Caroll unter Regie von Tim Burton.

Platz 65: Tucker and Dale vs. Evil (2011)

Tucker hat eine Hütte im Wald geerbt und will diese nun auf Vordermann bringen und nimmt seinen besten Freund Dale mit. Sie sehen wie etwas verwarloste Irre aus, sind aber herzensgute Heimwerker. Als sie auf eine Gruppe College-Kids treffen, halten diese sie für verrückte Mörder und versuchen ihnen zuvor zu kommen. In einer Reihe von unglücklichen Missverständnissen werden die Vorurteile auf beiden Seiten bestätigt. – Eine der besten Horrorkomödien überhaupt. Ein gelungenes Spiel mit Klischees.

Platz 64: Frühstück bei Monsieur Henri (2016)

Constance versucht sich in Paris an einem Studium, obwohl sie an massiver Prüfungsangst leidet. Da sie nur wenig Geld hat, mietet sie sich bei dem mürrischen Henri ein. Als sie die Miete nicht mehr zahlen kann, bietet Henri ihr an, ihr diese zu erlassen, wenn Constance versucht seinen Sohn Paul und dessen Frau Valerie auseinander zu bringen. – Französische Komödie über eine chaotische junge Frau, die das kalte Herz eines alten Mannes erwärmen kann.

Platz 63: Eddie, the Eagle (2016)

Michael Edwards will schon seit Kindheitstagen zu den olympischen Sommerspielen. Doch erst hindert ihn eine Beinschiene daran und später sein nicht vorhandenes sportliches Talent. Nach mehreren Fehlversuchen entdeckt er das Skispringen für sich. Ungeachtet der kritischen Stimme seines Vaters, reist Eddie nach Garmisch-Partenkirchen, um dort zu trainieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten findet er in Bronson Peary einen Trainer. – Ein hochsympathisches Werk über den olympischen Gedanken und das man immer an sich glauben sollte.

Platz 62: Deine Juliet (2018)

Juliet Ashton reist nach Ende des zweiten Weltkriegs nach Guernsey, um dort den Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf kennenzulernen, von dem sie durch Briefwechsel des Mitglieds Dawsey Adams erfahren hat. Doch vor Ort sind die Menschen viel verschlossener als erwartet. Die deutsche Besatzung hat einiges mit der fröhlichen Insel angestellt. Juliet ist dennoch fasziniert. – Süße Liebesgeschichte vor dem Hinergrund der zurückliegenden deutschen Besatzung des zweiten Weltkriegs.

Platz 61: Wish I was here (2014)

Aidan Bloom ist ein arbeitsloser Schauspieler. Seine beiden Kinder besuchen eine jüdische Privatschule, die sein Vater Gabe bezahlt. Als dieser jedoch erkrankt, muss Aidan die Kinder selbst unterrichten. Dies versucht er auf unübliche Art und Weise und ganz nebenbei versucht er das Verhältnis zu seinem Vater zu verbessern. – Komödie der anderen Art, die nebenbei auch die Themen Krankheit, Tod und Zukunftsängste behandelt.

Platz 60: Der große Trip – Wild (2015)

Cheryl Strayed ist nach dem Tod ihrer Mutter vollkommen verwahrlost, war heroinabhängig und hatte wahllos Sex. Nach der Scheidung zu ihrem Mann kommt ihr die Idee den Pacific Crest Trail zu wandern. Schlecht vorbereitet beginnt sie die Wanderung und muss sich dabei mit sich selbst und ihrer Vergangenheit auseinander setzen. – Eine Frau am Tiefpunkt kämpft sich aus eigener Kraft heraus. Ein hoffnungsvoller Film, der dies zwar mit typischen Hollywood-Elementen spickt, aber dennoch eine gute Botschaft hat.

Platz 59: Codename U.N.C.L.E (2015)

Mittem im kalten Krieg müssen die Topagenten der CIA Napoleon Solo und des KGB Illya Kuryakin sich zusammen schließen, um durch Gabi Teller deren enführten Vater ausfindig zu machen. Dieser hatte für die Nazis verschiedene Waffen hergestellt. Beide sind davon eher wenig begeistert. – Witziger Ausflug ins Agentenleben, zwar mit mäßiger Handlung, die aber vom Charme der Protagonisten wett gemacht wird.

Platz 58: Der Marsianer (2015)

Mark Watney gehört einer Forschungsgruppe auf dem Mars an. Als diese wegen eines Sturms abreist, bleibt er durch einen Unfall allein zurück. Fortan muss er versuchen irgendwie auf dem Mars zu überleben, während sich auf der Erde um seine Rettung gekümmert wird. – Humorvolles Überlebensszenario mit dem Kampf um Überleben und Einsamkeit.

Platz 57: Jumanji – Willkommen im Dschungel (2017)

Die sehr unterschiedlichen Schüler Spencer, Fridge, Bethany und Martha müssen Nachsitzen und finden dabei eine alte Spielekonsole mit dem Namen Jumanji. Als sie sie ausprobieren wollen, werden sie kurzerhand ins Spiel gezogen und finden sich im Dschungel wieder. Nun müssen sie sich durch das Spiel kämpfen, um wieder zurückzukommen. Doch die Gefahren sind viele und jeder hat nur drei Leben. – Witzige Fortsetzung des Klassikers von 1995 mit coolen Charakteren und spannender Dschungel-Survival-Action.

Platz 56: Larry Crowne (2011)

Als Larry Crowne seinen Job verliert und feststellen muss, dass er so schnell auch keinen neuen findet, meldet er sich kurzerhand am College an, um den Abschluss nachzuholen. Gleichzeitig fängt er an sein Leben neu zu gestalten, da er dringend Geld sparen muss. Seine Professorin Mercedes Tainot befindet sich ebenfalls an einem Tiefpunkt im Leben. Als sie auf Larry trifft, bringt er neuen Schwung in ihr Leben, was sie zunächst eher widerwillig hinnimmt. – Hoffnungsvoller und Lebensbejaender Film über die Wirtschaftskrise der USA mit süßer Liebesgeschichte zwischen Tom Hanks und Julia Roberts.

Platz 55: Lion (2017)

Der fünfjährige Saroo lebt in Indien und begleitet seinem großen Bruder eines Tages zur Arbeit und soll am Bahnhof auf diesen warten. Dabei schläft er in einem Zug ein und fährt viele Stunden quer durch Indien. Im fernen Kolkata versucht er nun zu überleben. Dabei landet er in einem Kinderheim. Da er seinen Heimatort nicht richtig aussprechen kann, wird er schließlich an ein australisches Pärchen gegeben. Dort behütet aufgewachsen, geht er viele Jahre später aufs College. Als er dort seine Geschichte erzählt, wird er auf Google Earth aufmerksam gemacht. Voller Tatendrang versucht er nun mit Hilfe von ein paar Ansatzpunkten seine Heimat zu finden. – Berührende Geschichte über die Suche nach der Heimat.

Platz 54: Philomena (2014)

Philomena Lee bricht nach 50 Jahren ihr Schweigen und gesteht ihrer Tochter, dass sie einen unehelichen Sohn hatte, den sie in einem Magdalenenheim gebären musste. Dadurch wurde ihr Sohn adoptiert und Philomena musste ihre Sünde durch harte Arbeit abbüßen. Zusammen mit dem Journalisten Martin Sixsmith begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Sohn. – Berührende Suche über ein dunkles Kapitel der irischen Geschichte.

Platz 53: Invictus (2010)

1994 wird Nelson Mandela nach Ende der Apartheid der erste schwarze Präsident Südafrikas. 1995 steht die Rugby-Weltmeisterschaft in Südafrika an. Da die Mannschaft für viele noch das Symbol der weißen Übermacht sind, boykottiert die Bevölkerung zunächst die Mannschaft, doch Mandela selbst setzt sich dafür ein, dass die Mannschaft weit kommt. – Hoffnungsvolle Hymmne auf die Vergebung hinter der Kulisse eines Sportfilms.

Platz 52: The Danish Girl (2016)

Einar und Gerda Wegener sind ein dänisches Künstlerpaar. Als Einar für eins von Gerdas Models einspringen soll, entdeckt er seine weibliche Seite. Was als Kostümspiel begann wird für Einar bald zu einer Existenzkrise. Der Film begleitet die beiden auf ihrem Weg zu Einars geschlechtsangleichender Operation zu Lily Elbe und damit der ersten Transsexuellen. – Berührendes Biopic aus verschiedenen Blickwinkeln über Akzeptanz und Toleranz.

Platz 51: The Big Short (2016)

Hedgefond-Manager Michael Burry fällt durch Zufall auf, dass der Immobilienmarkt in den USA auf faulen Krediten aufgebaut ist und daher in naher Zukunft kollabieren wird. Damit sieht er die Finanzkrise von 2007 vor, doch nur eine Gruppe Einzelner glaubt ihn und sichert sich gegen die drohende Krise ab. – Spannende Geschichte über den Auslöser der Weltwirtschaftskrise mit großartigem Cast und hochwirtschaftlichen Vorgängen für den Durchschnittsbürger erklärt.

Rückblick auf den März 2020

Was für ein Monat. Eine Pandemie hält die ganze Welt in Atem. Kontaktverbote führten zur Schließung der Kinos, weswegen dies tatsächlich der erste Rückblick ohne Kinoanteil wird. Zwar wurde die Kinos erst Mitte des Monats geschlossen, aber durch meine Schichten und einen kurzen Urlaub im beinahe menschenleeren Rom – ich war leider genau zu der Zeit da, als dort nach und nach alles geschlossen wurde – kam ich tatsächlich auch vor den Kinoschließungen nicht dazu. Ebenfalls entfällt diesmal die Kategorie der im Kino verpassten Filme. Das liegt daran, dass so viele Filme verschoben wurden, dass ich keinen Überblick mehr habe, welche Filme ich wirklich verpasst habe, oder ich zu einem späteren Zeitpunkt im Kino begutachten kann. Hier nun also die abgespeckte Variante meines Monatrückblicks.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

The Report: Nach den Anschlägen vom 11.09.2001 herrscht Angst in den USA vor weiteren Anschlägen. Daher genehmigt die CIA „erweiterte Verhörmethoden“. Diese stellen sich später als Folter heraus. Daniel Jones (Adam Driver) wird damit beauftragt alles darüber herauszufinden. Woher die Idee kam, wie sie umgesetzt wurde und welche Konsequenzen sie hatte. Leider zieht sich der Film ewig und auch Driver schafft es nicht den Film beinahe allein zu tragen. Da gab es schon bessere Aufdeckungsfilme. – Prime Original

Illuminati: Nachdem ich aufgrund der ganzen Schließungen in Rom an einer Illuminati-Führung teilnahm, hab ich mir zu Hause den Film noch einmal angesehen und somit noch einmal Robert Langdons Wettlauf gegen die Zeit auf der Suche nach den entführten Päpsten kreuz und quer durch Rom verfolgt.

Das schönste Mädchen der Welt: Roxy ist vom Internat in England geflogen und muss nun ganz kurzfristig mit auf Klassenfahrt. Sie freundet sich mit Außenseiter Cyril an, der wegen seiner großen Nase gemobbt wird. Für einige ist dies der beste deutsche Film der letzten Jahre. Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen. Platte Witze, platte Figuren, die nur darauf ausgelegt sind Klischees zu erfüllen und eine Geschichte, dessen Handlung absolut vorhersehbar war. Man kann es aber auch als Hilfeschrei der Lehrergemeinschaft sehen, denn die Klasse ist der absolute Horror.

Die Frau des Nobelpreisträgers: Joe Castleman bekommt die erlösende Nachricht, dass er den Nobelpreis in Literatur gewonnen hat. So reist er mit seiner Frau Joan und ihrem Sohn nach Stockholm. Doch Joan ist zusehens genervt von ihrer Rolle als Frau an der Seite des Nobelpreisträgers. Ein wichtiger Film über die Entwicklungen im Literaturbereich der letzten Jahrzehnte.

The Aeronauts: 1862. Der Meterologe James Glashier (Eddie Redmayne) will eine Ballonfahrt in revolutionärer Höhe unternehmen. Dafür hat er die Ballonfahrerin Amelia Wren (Felicity Jones) engagiert. Die 101 Minuten des Films werden nachezu in Echtzeit erzählt und nur durch Rückblenden unterbrochen. Und trotz des interessanten Themas, kommt keine richtige Spannung auf. Während Redmayne gewohnt zurückhaltent spielt, verliert sich Jones im nervigen Overacting. – Prime Original

Mein Nachbar Totoro: Nach dem Verlust der meisten Disneyfilme durch Disney+, scheint Netflix die Lücke durch die Produktionen von Studio Ghibli ausfüllen zu wollen. So hatte ich aber die Chance endlich einmal nachzuvollziehen, was hinter der Figur Totoro steckt. Und so verbrachte ich gefühlt einen Sommer lang im ländlichen Japan und begleitete die Schwestern Satsuki und Mei.

Unsere Erde 2: Ein Tag auf der Erde ist ein faszinierender Anblick. Von der Jagd im Morgengrauen bis in die tiefe Nacht hinein, kämpfen die verschiedensten Lebewesen ums Überleben. Faszinierende Bilder erzählt von der ruhigen Stimme Günther Jauchs.

Chris Rock – Tamborine: In diesem Netflix Comedy Special widmet sich Rock dem Themaa Männer und Frauen und wer im Haus wirklich die Hosen an hat. Dabei trifft er nicht unbedingt meinen Humor.

Serien – ein etwas ausführlicher Überblick

Der Prinz von Bel Air – Staffel 5 (Will Smith findet diesmal scheinbar die große Liebe, ausgerechnet in einer Studentin, die sich für eine Verbindung bewirbt)

Friends – Staffel 1-3 (In meinem dritten Versuch mit der Serie habe ich es endlich über die erste Folge hinaus geschafft. Sobald man sich einmal an die etwas kuriosen Charaktere gewöhnt hat, kommt man schnell in die Bingewatch-Falle)

Kim Possible – Staffel 1 (Disney+ bietet zahlreiche Serien meiner Kindheit. Eine davon war Kim Possible. Eine Staffel habe ich bereits durchgebinged)

The Witcher – Staffel 1 (Die Einführungsstaffel konnte mich noch nicht richtig überzeugen. Zu viele Nebenhandlungen und Charaktere.)

Doctor Who – Staffel 10 (Kaum habe ich mich mit Peter Capaldi als Doktor angefreundet, musste ich mich auch schon wieder verabschieden)

The Handmaids Tale – Staffel 1 (Wenn man sich damit abfindet, dass die Buchvorlage praktisch nur Stichwortgeber ist und die Serie viel mehr Details und Hintergründe beleuchtet, ist die Serie zwar noch immer nicht wirklich spannend, aber doch irgendwo sehenswert)

Pixar in real life – Staffel 1 (Kurzweilige Unterhaltung mit den altbekannten Pixarhelden)

Brain Games – Staffel 1-2 (Spannende Einblicke in unser Gehirn und wie es immer wieder überlistet wird)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 3.063
Seiten pro Tag: 99 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 4
E-Book: 1
Hörbuch: 1

Poirot – die großen Vier: Agatha Christie erschuf für Hercule Poirot einen unschlagbaren, großen und einflussreichen Gegner. Herausgekommen ist ein Wirrwarr aus Einzelteilen, die irgendwann zu einer Geschichte verschmelzen, aber so gar nicht zu den bisherigen Werken der Autorin passen wollen.

Harry Potter und der Halbblutprinz: Der sechste Band um den Zauberlehrling lässt sie Welt in Angst erstarren. Denn der böse Zauberer Lord Voldemort ist zurück. Nun liegt es an Harry zusammen mit dem Schulleiter Dumbledore möglichst viel über Voldemorts Vergangenheit herauszufinden.

The Ivy Years 5 – Bis wir uns finden: Der inzwischen fünfte Teil der Ivy-Years-Reihe befasst sich mit Schauspielerin Lianne, die sich in DJ Trevi verliebt hat. Doch dieser hat aktuell ein ganz anderes Problem und kann sich nicht auf eine Beziehung einlassen. In den vorherigen Bänden hat es sich schon angekündigt, aber Autorin Sarina Bowen ist nun endgültig die Puste ausgegangen. So zieht sich die Geschichte ewig und Spannung kommt keine mehr auf.

Origin: Symbologe Robert Langdon ist mit seinem inzwischen fünften Abenteuer zurück. Und während die Geschichte wieder deutlich spannender als die Vorgänger ist, hat Langdon in seiner Rolle als Symbologe diesmal erstaunlich wenig zu tun.

Heute hat die Welt Geburtstag: Keyborder Flake erzählt aus dem Touralltag der Band Rammstein und deren Gründungsgeschichte. Humorvolle Erkenntnisse runden das Buch ab.

Das Café der guten Wünsche: Dies führen die drei Freundinnen Julia, Laura und Bernadette. Drei absolut naive Protagonistinnen, die sich mit dem Misanthropen Robert auseinander setzen müssen. Herausgekommen ist eine furchtbare Handlung, die sich erst ewig zieht und am Ende dann ganz übereilt endet.

Wer die Nachtigall stört: Dieser Klassiker führt den Leser in die 1930er Jahre in den Südstaaten. Die Kinder Jem und Scout des Rechtsanwalts Atticus Finch werden mit dem Rassismus ihrer Stadt konfrontiert.

Eine Handvoll Serienkritiken

Ich glaube die Kategorie hat sich durchgesetzt. Zumindest funktioniert sie aktuell sehr super 😉

The Witcher – Staffel 1

Die Handlung: Geralt von Riva ist ein Hexer. Im Laufe der Staffel stellt er sich verschiedenen Monstern, wobei wohl keine Spezies so niederträchtig ist, wie die Menschen. Parallel dazu werden die Geschichten der Magierin Yennefer von Vengerberg und der Prinzessin Ciri von Cintra erzählt.

Meine Meinung: Die erste Staffel hangelt sich an mehreren Kurzgeschichten entlang und wird auf drei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, die erst am Ende zusammenlaufen. Dies muss man aber wissen, sonst kann es in einigen Folgen zu ein wenig Verwirrung kommen, bzw. wird das erst in späteren Folgen aufgeklärt. So muss man zunächst gespannt sein, welche Gewichtung die verschiedenen Figuren einnehmen werden. Letztlich wird die gesamte Staffel genutzt, um die Charaktere vorzustellen und die Welt ein bisschen genauer vorzustellen. Das scheint zum einen auch notwendig, denn die Welt ist ziemlich komplex, zum anderen scheint es aber auch ein bisschen übertrieben, da man wohl einige Handlungsstärnge hätte weglassen können. Denn so wird der Zuschauer mit Namen und Orten überschüttet, die wohl im weiteren Verlauf keine weitere Bedeutung haben werden, aber die Namen und Orte, die man sich wohl merken sollte, gehen dabei leider mit unter. So hat die Serie für weitere Staffeln wohl großes Potential, konnte mich aber in der ersten Staffel nicht richtig überzeugen – ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich nie die Bücher gelesen habe und auch die Spiele nie gezockt habe.

Doctor Who – Staffel 10

Die Handlung: Der Doktor ist ein großes Versprechen eingegangen einen Tresor unter der Universität zu bewachen und sich nicht von dort wegzubewegen. Dabei lernt er Bill Potts kennen, die er schließlich als Art Privatlehrer unterrichtet. Nachdem Bill von einer Pfütze verfolgt wird, beschließt er sich zu offenbaren, um sie zu retten. Trotz der stetigen Belehrungen von Nardole (bekannt aus den vorangegangenen Weihnachtsspecials) kann der Doktor nicht wiederstehen und reist fortan mit Bill durch Zeit und Raum.

Meine Meinung: So richtig warm geworden mit Peter Capaldi als 12. Doktor bin ich bisher nicht. Nun musste ich feststellen, dass einfach nur die Kombination aus dem 12. Doktor und Clara (Jenna Coleman) aus den beiden vorherigen Staffeln nicht funktioniert hat. Nun schienen sich die Schöpfer wieder zurückzubesinnen und schaffen mit Bill Potts eine neue Figur, die wieder bei jeder Folge über die Wunder der Tardis staunen kann und auch den Doktor wieder auf den Boden der Tatsachen holt. Zusammen mit Nardole für die kleinen, aber feinen, Momente, schaffen sie so eine wirklich starke Staffel. Umso trauriger ist es, dass am Ende die Rekarnation zum 13. Doktor folgt. Ich kann zwar nicht beurteilen, wie Jodie Whittaker ihren Doktor anlegt, aber jetzt hätte ich gerne noch eine Staffel mit Peter Capaldi gehabt.

The Handmaids Tale – Staffel 1

Die Handlung: Der Staat Gilliad ist aus den USA hervorgegangen, nachdem die Geburtenrate immer weiter zurückging. Der totalitäre Staat hat die wenigen Frauen, die noch schwanger werden können, zusammengetrieben und halten sie als Mägde in wohlhabenden Familien. Dabei haben sie keine Rechte mehr, selbst ihre Namen wurden ihnen aberkannt. Die Serie verfolgt die Erlebnisse der Magd Desfred.

Meine Meinung: 2018 habe ich durch Empfehlung die Buchvorlage der Serie für mich entdeckt. Das Buch ist ruhig und unaufgeregt erzählt und begleitet Desfred durch ihren Alltag und zeigt dabei die Schattenseiten Gilliads. Das man daraus eine ganze Serie produzieren konnte, war mir unvorstellbar. Und so legte ich mir die Serie zu, nur um nach den ersten drei Folgen wieder abzubrechen. Denn in diesen drei Folgen war gefühlt das ganze buch vertreten. Was sollte nun in den noch folgenden sieben Episoden passieren? Nachdem nun zwischen Buch und den ersten drei Folgen einige Zeit vergangen ist, habe ich mich doch noch einmal an die Serie herangewagt. Letztlich ist die Serie eine Weitererzählung des Buches. Es werden die Hintergrundgeschichten anderer Charaktere erzählt, die Desfred gar nicht wissen konnte und uns deswegen im Buch auch nicht erzählen konnte. Wenn man sich also von den eigenen Vorstellungen lösen kann, sind die Erweiterungen durchaus sinnvoll und gebem dem Ganzen noch mehr Tiefe. Dennoch sind Längen nicht vermeidbar bei 10 Folgen. Nun bin ich hin und hergerissen, ob ich nun doch auch die anderen Staffeln mal versuche, oder ob ich nun mit endgültigem Ende des Buches auch die Serie für mich für beendet erkläre.

Pixar in real life – Staffel 1

Die Handlung: Die Helden aus den Pixarfilmen sind wohl einem breiten Publikum bekannt. Doch wie würden wir reagieren, wenn uns diese Helden in bekannten Filmszenen in der Realität begegnene würden? Dieses Experiment wurde in dieser Serie mit Kurzepisoden gewagt.

Meine Meinung: Disney+ ist nun endlich auch in Deutschland verfügbar. Neben den altbekannten Filmen und Serien, wurden auch Neuproduktionen aufgenommen – leider erscheinen bei den meisten nur pro Woche eine Folge. Diese Serie jedoch hatte schon eine Staffel. Dabei begegnen wir in Kurzepisoden (5-10 Minuten) die altbekannten Pixarhelden im realen Leben. So hilft Wall-E bei der Ringsuche im Müll, taucht Merida beim Bogenschießstand auf oder versuchen Dorie und Hank in einem Kinderwagen zu fliehen. Dabei sind es vor allem die Reaktionen der überraschten Passanten, die damit natürlich nicht gerechnet haben. Wer also eine kleine Serie zum schmunzeln braucht, ist hier an der richtigen Adresse.

Brain Games – Staffel 1 & 2

Die Handlung: Können wir unseren Sinnen oder unserem Erinnerungsvermögen wirklich immer trauen? Die Serie befasst sich mit optischen Täuschungen und anderen Illusionen und erklärt dabei die Phänomene, die uns täuschen können, die aber für uns auch recht nützlich sein können.

Meine Meinung: Natürlich will die Serie, dass man darauf einfällt. Da ich das weiß, treffe ich natürlich ganz andere Entscheidungen, als die von mir erwarten! Oh, doch nicht… Brain Games schafft es einen immer wieder zu verblüffen und zu überraschen. Dabei lernt man einiges über sich und seine Sinne. Am schönsten ist es die Serie mit einer anderen Person zu gucken, um auch nur sicher zu gehen, dass auch die Person auf die Täuschungen reinfällt. Während in der ersten Staffel noch drei Folgen mit 45 Minuten Lauflänge enthalten sind, sind es ab der zweiten Staffel circa 10 Folgen mit 22 Minuten Lauflänge pro Staffel. Beide Varianten haben gut funktioniert.

Eine Dekade Film – Meine Top 75+25 der letzten 10 Jahre – #1 – Platz 100-76

Mein etwas sperriger Titel dürfte schon so ziemlich alles verraten, was euch in diesem und den kommenden Beiträgen erwartet. Ich habe mir einmal die Zeit genommen und alle Filme mit Kinostart der letzten 10 Jahre, also von Januar 2010 bis Dezember 2019, die ich in irgendeiner Form gesehen habe, niedergeschrieben. Herausgekommen sind (Stand Januar 2020) 683 Filme. Dann wollte ich eine Top 100 erstellen. Herausgekommen ist eine Top 75+25, ergibt zusammen zwar 100, aber trotzdem gibt es einen Unterschied. Die Top 75 ist eine Liste, wo ich hinter jedem Film stehe, das er die Berechtigung hat, auf einer solchen Liste aufzutauchen, auch wenn man natürlich gerne anderer Meinung sein darf. Bei den übrigen 25 verstehe ich durchaus, wenn man mich ganz entgeistert anguckt und fragt, was die Filme in einer Topliste zu suchen haben, zumal ich ein paar davon selbst auch schlecht bewertet habe. Trotzdem sind es Filme, die ich persönlich noch einmal erwähnen wollte. Genau um diese Filme soll es heute gehen, bevor wir das nächste Mal mit der eigentlichen Liste anfangen. So nach dieser längeren Einleitung, hier nun meine Top 25 Filme, die es nicht auf die eigentliche Liste geschafft haben, die ich aber unbedingt noch einmal erwähnen wollte (Vorschläge für einen kürzeren Titel nehme ich gerne entgegen):

Platz 100/25: 25km/h (2018)

Nein, ich habe den 25. Platz nicht extra an einen Film mit einer 25 im Namen vergeben, das ist einfach so passiert! Aber dennoch ist es sehr passend. 25km/h ist ein deutscher Roadtrip von zwei Brüdern, die sehr unterschiedliche Leben gelebt haben und sich erst zur Beerdigung des Vaters wiedergetroffen haben. Als Kinder haben sie eine Route bis ans Meer gezeichnet, die sie mit ihren Mopets zurücklegen wollten. Dies holen sie jetzt nach und fahren so mit 25km/h quer durch Deutschland.

Platz 99/24: Prakti.com (2013)

Man kann von Google als Weltkonzern halten, was man mag, aber in den Büroräumen würde ich auch gerne arbeiten. Aber ein Praktium bei Google inklusive Quidditchspiel würde ich mir auch nicht entgehen lassen. Das sagen sich auch die beiden arbeitslosen Freunde Billy und Nick. Leider haben sie absolut keine Ahnung von Technik. Doch durch ihre lebensfrohen Charaktere schaffen sie es doch zwei Praktikaplätze zu ergattern und müssen sich dort in mehreren Challenges behaupten.

Platz 98/23: Don Jon (2013)

Jon Martello Jr. liebt seine Pornos. Dafür beichtet er regelmäßig und sagt im Fitnesstudio dann seine Gebete auf. Er führt ein Matcholeben, bis er Barbara trifft. Diese steht auf romantische Komödien und versucht ihn nun nach ihren Vorlieben zu formen. Er meint es mir ihr wirklich ernst und versucht alles. In der Abendschule, die er auf Barbaras Wunsch hin besucht, trifft er auf die ältere Esther, die Mann und Kinder verloren hat.

Platz 97/22: Rock of Ages (2012)

Man nehme die guten alten Classricrockhits, wie Paradise City, Don’t stop believing, Dead or Alive, etc. Dann nehme man sich ein paar namenhafte Darsteller, wie Alec Baldwin, Catherine Zeta-Jones und Tom Cruise, füllt dies mit ein paar unbekannteren Gesichtern und schon hat man diese Musicalverfilmung. Darüber noch eine gute Portion Gute Laune streuen et voila

Platz 96/21: Briefe an Julia (2010)

Journalistin Sophie reist mit ihrem Verlobten Victor nach Italien, da dieser bald ein Restaurant eröffnen will und sie dann erst einmal kaum Zeit füreinander haben werden. Doch auch in Italien ist Victor überwiegend damit beschäftigt neue Lieferanten zu gewinnen, weswegen Sophie häufiger alleine loszieht. In Verona trifft sie auf die Sekretärinnen von Julia, die die an Shakesspeares bekannten Figur geschriebenen Briefe beantworten. Als sie ihre Hilfe anbietet, trifft sie auf Claire Smith-Wyman, die auf der Suche nach ihrer Jugendliebe ist. Ein Roadtrip von Sophie, Claire und deren Enkel Charlie durch Italien beginnt.

Platz 95/20: Groupies bleiben nicht zum Frühstück (2010)

Lila Lorenz kehrt nach einem Auslandsjahr in den USA wieder nach Deutschland zurück. Da sie in den USA sehr ländlich und ohne Internet gelebt hat, kennt sie die neuste Band Berlin Mitte noch nicht. Durch Zufall trifft sie jedoch auf den Leadsänger Chriz, der es erfrischend findet, dass sie ihn nicht erkennt. Eine Liebesgeschichte beginnt, die aber nicht sein darf, denn eine Beziehung steht Chriz Karriere als Teenieschwarm entgegen. Eine wunderbare Geschichte über den Traum jedes Teenies und dessen Star-Schwarms, die einen in die Zeit zurückversetzt, wo die Bravo und Viva noch lebenswichtig waren.

Platz 94/19: xXx 3 – Die Rückkehr des Xander Cage (2017)

15 Jahre nach dem ersten Teil spielt Vin Diesel noch einmal Xander Cage. Diesmal darf er jedoch ein ganzes Team zusammenstellen und genau diese Charaktere im Zusammenspiel macht den Film unglaublich cool und witzig. Zusammen mit ein paar absolut übertriebener Stunts, kommt ein Film heraus, der vielleicht nicht gut, aber dafür cool ist.

Platz 93/18: Wir sind die Neuen (2014)

Generationskonflikt einmal anders. Anne ist 60 und muss ihre Wohnung aufgeben. Da sie sich allein keine neue Wohnung leisten kann, fragt sie bei ihren alten Studienfreunden. Und tatsächlich finden sich in Eddi und Johannes gleichgesinnte. Doch kaum zusammengezogen, tauchen nicht nur untereinander die ersten Reibereien auf, auch die Studenten-WG eine Etage höher ist wenig begeistert von den neuen Nachbarn. Denn hier stehen wichtige Prüfungen bevor.

Platz 92/17: Ex_Machina (2015)

Caleb gewinnt ein internes Ausschreiben und bekommt die Chance den Geschäftsführer und Calebs großes Vorbild Nathan zu treffen. Dieser lässt ihn in sein abgeschiedenes Anwesen einfliegen und zeigt ihm Ava, eine künstliche Intelligenz, mit der er experimentiert. Caleb soll Ava einem Turing-Test unterziehen, um festzustellen, wie menschlich sie ist. Doch es scheint mehr hinter dem Test zu stecken.

Platz 91/16: Die Frau in Gold (2015)

Maria Altmann musste als junge Frau aus Naziösterreich fliehen. Inzwischen ist gealtert, doch erkennt sie noch immer das Bild ihrer Tante Adele, die einst Gustav Klimt gemalt hat und das inzwischen im österreichischen Nationalmuseum ausgestellt wurde. Zusammen mit Anwalt Randol Schoenberg verklagen sie nun den österreichischen Staat, um die Raubkunst zurückzuerlangen.

Platz 90/15: A Royal Night (2015)

08.05.1945. Die ganze Welt feiert den Sieg über Hitler. Auch die beiden britischen Prinzessinen Elisabeth und Margaret wollen sich unter die Feiernden mischen. Dabei entkommt Margaret ihrer Aufsichtsperson sehr schnell. Elisabeth ist nun damit beschäftigt, sie wiederzufinden. Dabei trifft sie auf einen jungen Piloten, der ihr hilft.

Platz 89/14: Maze Runner – die Auserwählten im Labyrinth (2014)

Thomas wacht in einer Art Fahrstuhl auf und hat keine Ahnung, wer er ist und wo er ist. Seine gesamte Erinnerung ist weg. Er gelangt auf eine Lichtung, die von einem Labyrinth umgeben ist. Mehrere Jungs in seinem Alter haben auf dieser Lichtung ein Lager aufgebaut und versuchen durch tägliche Erkundungen einen Ausweg aus dem Labyrinth finden. Doch Nachts wartet dort der Tod.

Platz 88/13: Divergent – Die Bestimmung (2014)

In einer Zukunft, in der die Welt zerstört wurde, hat sich Chicago aufgerafft und eine Gesellschaft aus fünf Fraktionen aufgebaut. Jede Fraktion stellt eine Eigenschaft als die einzig erstrebenswerte hervor. Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Mut, Wissen und Selbstlosigkeit. Tris Prior stellt sich dem Test, um herauszufinden, in welcher Fraktion sie von fortan leben soll. Doch ihr Test ist nicht eindeutig. Da dies eine Bedrohung für das System bedeutet, muss sie sich nun in einer Fraktion verstecken.

Platz 87/12: R.E.D – Älter, Härter, Besser (2010)

Bruce Willis ist nicht mehr der jüngste Actionstar und genau dieser Ansatz wird hier aufgenommen. Unterstützt wird er von Morgan Freeman, John Malkovitch und Helen Mirren. Frank Moses (Willis) ist ein pensionierter CIA-Agent. Eines Abend trifft ein Killerkommando bei ihm ein, dem er nur knapp entkommen kann. Fortan ist er auf der Suche nach den Gründen, warum er umgebracht werden soll.

Platz 86/11: Die kleine Hexe (2018)

Die Verfilmung des Klassikers von Ottfried Preussler kann mit viel positiver Energie, Rückversetzung in die Kindheit und einer engagierten Karoline Herfurth punkten. Die kleine Hexe ist noch zu jung, um am alljährlichen Hexentanz auf dem Blocksberg teilzunehmen. Zur Strafe muss sie innerhalb eines Jahres alle Hexensprüche aus dem großen Buch lernen. Außerdem soll sie sich als gute Hexe erweisen.

Platz 85/10: Maleficent (2014)

Am Anfang von Disneys großer Realverfilmungswut stand eine gute Idee. Dornröschen sollte diesmal aus der Sicht der bösen Fee Malefiz erzählt werden. Herausgekommen ist ein nicht nur optisch gelungener Film.

Platz 84/9: Eat, Pray, Love (2010)

Mitten in einer Lebenskrise reist Journalistin Elizabeth Gilbert zunächst nach Italien, um dort Essen genießen zu lernen, dann nach Indien, um dort in einem Ashram zu beten und schließlich nach Bali, um dort Lebenstipps bei einem Medizinmann zu bekommen. Dabei will sie ihre Lebenskrise überwinden und wieder zu sich selbst finden.

Platz 83/8: Wild Tales (2015)

Der argentinische Überraschungserfolg erzählt in sechs Episoden bitterböse Geschichten über Gewalt und Rache. Dabei variieren die Themen stark, beginnend bei Gästen in einem Flugzeug, die nach und nach herausfinden, dass sie alle den gleichen Mann kennen. Und dann feststellen, dass der Pilot nicht mehr antwortet.

Platz 82/7: Die Winzlinge – Operation Zuckerdose (2016)

Ein etwas anderer Animationsfilm, der zum einen ohne Dialog auskommt und sich ungeschönt mit dem Treiben auf einer grünen Wiese auseinandersetzt. Dabei hat der kleine Marienkäfer seine Eltern aus den Augen verloren und freundet sich mit einem Staat Armeisen an.

Platz 81/6: Zu guter Letzt (2017)

Harriet Lauler ist eine Geschäftsfrau, die sich eher Feinde als Freunde gemacht hat, nicht zuletzt, weil sie alles selbst in die Hand nehmen will. So will sie auch ihren Nachruf kontrollieren und engagiert Anne Sherman dafür. Anne ist spezialisiert auf schwierige Nachrufe, doch Harriets scheint ein unlösbarer Fall zu sein.

Platz 80/5: Lady Bird (2018)

Christine „Lady Bird“ McPherson wohnt nach eigener Aussage auf der falschen Seite der Schienen und meint damit, dass ihre Familie eher ärmlich ist. Sie ist 17, lebt in Sacramento und fühlt sich zu höherem berufen. Dadurch gerät sie regelmäßig mit ihrer Mutter aneinander, die sich abschuftet, um das wenige Geld der Familie zu verdienen.

Platz 79/4: Es (2017)

Stephen Kings Meisterwerk wurde auf bei diesem Reboot in zwei Teilen verfilmt. Hier ist expliziet der erste Teil gemeint, der sich mit dem Club der Looser in Kindheitstagen beschäftigt, die auf ein schreckliches Monster in Gestalt des Clowns Pennywise treffen und beschließen ihn zu beseitigen.

Platz 78/3: Deadpool (2016)

2016 kam mit Deadpool der erste Superheldenfilm eines Marvel“helden“ der eine FSK 16 vorweisen konnte. Mit derben Sprüchen und einem einzigartigen Humor konnte Deadpool sowohl überzeugen, als auch neue Maßstäbe für das Genre setzen.

Platz 77/2: Picknick mit Bären (2015)

Reiseliteraturautor Bill Bryson hatte eigentlich nicht vor ein neues Buch zu schreiben. Im Alter unruhig geworden, befasst er sich mit dem Appalachen Trail. Seine Frau will ihn  jedoch nur mit Begleitung losziehen lassen. Sein alter Kumpel Stephen Katz meldet sich schließlich. Dieser ist jedoch übergewichtig, ungelenk und hat ein Alkoholproblem. Trotzdem brechen beide auf und erleben ein Abenteuer nach dem nächsten.

Platz 76/1: Gut gegen Nordwind (2019)

Emma und Leo kennen sich durch Zufall per E-Mail kennen. Obwohl sie sich noch nie gesehen haben, schreiben sie immer weiter miteinander und schließlich verlieben sie sich ineinander. Doch ihre Lebensumstände machen eine Beziehung schwierig und so verlieren sie sich in ihrer E-Mail-Beziehung.

Eine Handvoll Bücherkritiken

Wir haben März und ich habe bereits 9 Bücher meiner 20 für 2020 Liste abgearbeitet, und konnte sogar noch ein paar andere Bücher dazwischen quetschen. Läuft also bisher ganz gut. Hier nun fünf neue kurze Bücherkritiken:

Was perfekt war – Colleen Hoover

Die Handlung: Quinn und Graham sind seit acht Jahren verheiratet. Und obwohl die Beziehung auf undenkbare Weise begann, lieben sie sich innig. Doch nun steht ihre Ehe vor dem Aus und es scheint kein Entrinnen zu geben.

Meine Meinung: Mrs. Hoover, Sie wissen, dass ich Ihren Schreibstil und auch viele Ihrer Ideen sehr bewundere und einige Ihrer Werke zu meinen absoluten Lieblingen zählen. Doch bei Ihrem aktuellsten Werk bin ich etwas hin- und hergerissen. Sie erzählen die Geschichte einmal im Jetzt, wo Quinn und Graham nach acht Jahren vor den Trümmern Ihrer Ehe stehen, obwohl Sie sich noch immer lieben. Diese Abschnitte waren ein wenig langatmig, da Sie sich sehr lange weigern zu sagen, worum es eigentlich geht. Die Beiden tanzen umeinander und keiner spricht das Thema wirklich an. Bei jeder anderen Autorin hätte ich da das Buch schon lange aus der Hand gelegt und mich anderem gewidmet. Sie wiederholen Passagen immer und immer wieder und man will doch nur wissen, worum es denn eigentlich geht. Zum Glück schaffen Sie es auch diese Stellen durch Ihren unvergleichlichen Schreibstil irgendwie erträglich zu machen. Gerettet hat dieses Buch dann irgendwann die liebenswerten Charaktere und die Thematik irgendwann an sich, die sich einem ernsten Thema nähert, das einmal zu oft verschwiegen wurde. Sie nähern sich der Thematik vorsichtig und umsichtig und schaffen es dadurch es aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Dennoch wirklich gerettet hat das Buch die Passagen von Damals. Damals als Quinn und Graham sich kennenlernten. Hier beweisen Sie einmal mehr, dass Sie es schaffen supersüße kleine Geschichten zu erzählen, die so voller Liebe sind, das einem das Herz ganz warm wird. Auch wenn es hier irgendwann ziemlich sprunghaft zuging, ist das doch genau so eine Geschichte, die einem den Glauben an die Liebe zurückgibt. Und auch die finale Auflösung ist nichts geringeres als eine reine Hommage an die Liebe.

Wo das Glück zu Hause ist – Jenny Colgan

Die Handlung: Nina ist Bibliothekarin und igelt sich am liebsten mit einem guten Buch ein. Doch aufgrund der vielen Schließungen verliert sie ihren Job. Da kommt ihr der Gedanke sich mit einem kleinen Bücherbus selbstständig zu machen und von der großen Stadt Birmingham nach Schottland zu ziehen. Denn dort brauchen die Menschen dringend neuen Lesestoff. Und Nina als Expertin weiß natürlich auch genau, welches Buch sie jedem in die Hand drücken muss. Nur bei der Liebe fällt es ihr etwas schwerer.

Meine Meinung: Manchmal sehe ich ein Buch und verliebe mich sofort in ihre Idee. Und die Idee vom Bücherbus in Schottland begeisterte mich auf zweierlei Weise. Zum einen die damit einhergehende Liebe zu Bücher und zum anderen das Fernweh – meine eigene Schottlandreise im April wird wohl durch die aktuelle Situation ausfallen müssen. Leider schafft es Frau Colgan nur mich mit der Idee, nicht aber mit dem Buch an sich zu überzeugen. Denn hier wird uns eine absolut naive Protagonistin präsentiert, die mich nicht authentisch durch die Geschichte führen konnte. Mir waren ihre Ängste und Probleme sehr schnell sehr egal. Ihr wortkager, stets miesepetriger Vermieter, ist natürlich trotz seiner Grumpy-Art heiß, was Nina aber erst nach 3/4 des Buches auffällt. Man merkt, dass die Autorin eine Menge Ideen hat und alle versucht irgendwie unterzubekommen, letztlich aber jede nur kurz anspricht und dann relativ schnell eine Lösung findet. So wirkt die Handlung viel zu sprunghaft und es baut sich kein Lesefluss auf. Lediglich die beiden Liebesgeschichten nehmen einige Seiten in Anspruch, kommen aber irgendwie auch nicht voran. So schleppt man sich Seite für Seite vorwärts, verdreht mehr als einmal die Augen, wenn Nina wieder etwas unglaublich naives macht und erhofft sich ein baldiges Ende.

Someone New – Laura Kneidl

Die Handlung: Micah kommt aus gutem Haus und beginnt ihr Jurastudium, um ihren Eltern zu gefallen, die erfolgreiche Anwälte sind. Doch ein Schatten liegt über der Familie, da Micahs Bruder Adrian nach seinem unfreiwilligem Outing verschwunden ist. Eigentlich würde Micah lieber Kunst studieren, aber damit würde ihre Hoffnung auf eine wiedervereinte Familie entgültig zerstört werden. Dann trifft sie auf ihren Nachbarn Julian, der seltsam verschlossen wirkt. Doch Micah gibt nicht locker.

Meine Meinung: Mit Berühre mich. Nicht und Verliere mich. Nicht schaffte es Frau Kneidl bereits einen großen Vertrauensvorsprung bei mir zu haben. Auch diesmal konnte mich ihr Schreibstil sofort wieder gefangen nehmen, auch wenn über lange Strecken gefühlt nichts passiert. Man fragt sich immer wieder, was mit Julian los ist und fiebert doch mit Micah mit, ob sie Adrian irgendwann findet. Die ersehnte Auflösung kommt leider sehr spät, dafür steigert sich hier die Qualität des Buches ins unermessliche, weswegen ich dieses Buch eigentlich absolut jedem in die Hand drücken möchte. Denn hier wird mit einem Thema umgegangen, das sonst eher totgeschwiegen wird. Dabei dürfen dann auch alle Meinungen einmal geäußert werden, auch wenn das Buch sich eindeutig für eine Meinung entscheidet und diese vertritt. Ich möchte hier nicht die Auflösung vorweg nehmen, finde es nur schade, dass das Buch sich nach zwei Schlüssenszenen am Ende bereits verabschiedet. Gerade hier hätte ich mir noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Mit der Protagonistin Micah bin ich zwar schnell warm geworden, konnte ihre Entscheidung aber nicht immer nachvollziehen. Ich freu mich auf jeden Fall auf den zweiten Teil, der die Geschichte von Julians Mitbewohnern erzählen wird.

Die großen Vier – Ein Fall für Poirot – Agatha Christie

Die Handlung: Poirot steht vor seinem bisher größten Fall. Eine Geheimorganisation mit vier einflussreichen Mitgliedern versucht ihn zum Schweigen zu bringen. Unterstützt wird er dabei von seinem alten Freund Hastings. Doch die großen Vier wollen sich einfach nicht schnappen lassen.

Meine Meinung: Bisher war ich von Mrs. Christie sehr angetan und verschlang Poirots Fälle. Doch diesmal wollte mich der Fall einfach nicht packen. Es wirkte eher wie eine verwirrende Ansammlung an Kurzepisoden, die viel zu schnell gelöst wurden und irgendwie immer unbefriedigend endeten. Mit den großen Vier wurde ein Gegner geschaffen, der viel zu groß angelegt wirkte und so gar nicht in das übliche Whodunnit Schema passen wollte. Also habe ich ein bisschen nachgeforscht und anscheinend war Mrs. Christie bei der Arbeit an diesem Buch in finanziellen Nöten und hat dann tatsächlich die Kapitel einzelnd veröffentlicht, um möglichst schnell an ein wenig Geld zu kommen. Leider wirkte dadurch die Gesamthandlung sehr unausgewogen und verlor sich in seinen ständigen Hinweisen auf die großen Vier, die doch immer gleich endeten. Dadurch wurde es ein regelrechtes Durchquälen durch 224 Seiten, die nicht zu enden schienen. So freue ich mich nun auf weitere Werke und versuche diesen Fehlschlag einfach zu vergessen.

Heute hat die Welt Geburtstag – Flake

Die Handlung: Flake ist Keyborder bei Rammstein. In seinem zweiten Buch beschreibt er den ganz normalen Ablauf eines Tages auf Tour. Gespickt wird dies mit Erinnerungen aus der Gründungszeit von Rammstein bis zum dritten Album und auch sonst allerlei Gedanken, die einem Keyborder so kommen.

Meine Meinung: Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung Heute hat die Welt Geburtstag als Hörbuch zu konsumieren. Flake schafft es durch seine ruhige Stimme den Worten seine ganz eigene Betonung zu geben, die rein auf dem Papier wohl beim Lesen anders rübergekommen wäre. Der humorvolle Stil dürfte auch nicht eingefleischte Rammstein-Fans ansprechen. Allerdings ist es als Fan wahrscheinlich noch einmal schöner auf diese Weise vermittelt zu bekommen, wie alles angefangen hat. Auch die Gedanken eines Musikers während des Konzerts sind erfrischend und interessant, kennt man es in der Regel ja nur von der anderen Seite. So begleitete mich das Hörbuch auf Reisen, ließ mich schmunzeln, wundern, lachen, grübeln und vorallem konnte es die Reisezeit gefühlt verkürzen.

Sonic – the Hedgehog

Ein Vorwort

Spieleverfilmungen haben es in der Regel schwer. Denn während Buchverfilmungen meist akzeptiert werden und nur bei ganz schlechten Umsetzungen dann kritisiert wird – looking at you Allegiant – werden Spieleverfilmungen grundsätzlich zerrissen. Allerdings nicht nur von den Spielern selbst, können die Filme meist auch den reinen Kinogänger nicht überzeugen. So floppten zuletzt Tomb Raider oder auch ein Assassins Creed. Ob dies bei Sonic besser funktioniert, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Sonic muss aus seiner Welt mit Hilfe von Ringportalen flüchten. Er findet sich auf der Erde wieder, in einer Kleinstadt namens Green Hills. Dort versteckt er sich vor den Menschen, um nicht wieder verfolgt zu werden. Doch die Einsamkeit macht ihm zu schaffen und bei einem einsamen Baseballspiel dreht er durch. Dies ruft jedoch Dr. Robotnik (Jim Carrey) auf den Plan, der nun versucht Sonic mit allen Mitteln zu fangen und seine Kraft zu absorbieren. Sonic bekommt dabei Hilfe vom Polizisten Tom Wachowski (James Marsden). Ein Roadtrip der besonderen Art steht bevor.

Meine Meinung

Ich habe Sonic nie gespielt. Soweit erst einmal die Beichte. Dementsprechend egal war mir auch zunächst die ganze Diskussion um sein Aussehen. Denn nach der Veröffentlichung des ersten Trailers gab es von den Fans einen riesen Aufschrei. Zu menschlich sei der Igel geraten. Rufe nach mehr Ähnlichkeit zum alten Videospiel wurden laut. Regisseur Jeff Fowler gab schließlich dem Drängen der Fans nach und ließ den Igel überarbeiten, was auch den Start verzögerte. Hinterher gab es dann zwar Spekulationen, ob dies vielleicht alles nur ein großer PR-Gag gewesen sei, doch auf diese Richtung möchte ich mich nicht einlassen. Ebenfalls gab es große Kritik im Vorfeld, dass Youtuber Julien Bam die Synchronisation von Sonic übernehmen sollte. Grundsätzlich sehe ich auch ein Problem darin, dass bei Animationsfilmen zusehends mehr „Prominente“ statt ausgebildeter Synchronsprecher genutzt werden, um mit den bekannten Namen zu werben, aber auch das ist ein größeres Thema, das diesen Beitrag sprengen würde. Bam konnte bereits bei Everest zeigen, dass er sich durchaus auf Synchronisation versteht und liefert auch hier eine solide Arbeit ab, verfehlt aber gerade die Feinheiten in den Emotionen. Hier wäre mehr möglich gewesen.
Grundsätzlich kann man Sonic auch als Nicht-Spieler gut sehen, da kein Vorwissen nötig ist. Natürlich übersieht man dadurch ein paar Feinheiten. Ich konnte die Begeisterung meiner beiden Begleiter über den Namen der Kleinstadt Green Hills nicht nachvollziehen, bis sie mir erklärten, dass so wohl die erste Welt damals bei den Spielen hieß. So ist der Fanservice durchaus vorhanden, hält sich aber in einem Rahmen, dass der Film auch ohne schlüssig ist.
Letztlich ist das größere Problem am Film, dass er eine ganz normale Origin-Story ist. Man lernt die beiden Hauptcharaktere Sonic und Tom, sowie den Gegenspieler Dr. Robotnik nach und nach kennen und begleitet sie auf ihrem Roadtrip. Doch die Schwierigkeiten der beiden sind eben die Schwierigkeiten, die fast jeder beim Kennenlernen hat. Und so kommt der Film nicht wirklich aus dem immergleichen Schema heraus und schafft es nicht sich irgendwo hervorzutun. So bleibt auch der Spannungsgrad auf einem konstanten durchschnittlichen Level. Nur wenig Überraschungen hat der Film zu bieten. So ist der eigentliche Mehrwert eben doch das Erkunden der kleinen Fanservices.
Auch ist Toms Frau Maddie, gespielt von Tika Sumpter, der interessantere Charakter von beiden, kommt aber etwas zu kurz. Trotzdem bleibt der Ausblick auf eine Fortsetzung positiv, denn dort könnte man sich nun richtig austoben und auch gute Ideen einbringen. Ich freu mich drauf!

Das Fazit

Sonic – the Hedgehog macht im Gegensatz zu anderen Spieleverfilmungen viel richtig, schafft es aber nicht aus dem altbekannten Schema einer Origin-Geschichte herauszukommen. So verbliebt das Grundgerüst in der Durchschnittlichkeit, der Mehrwert ist dann der Fanservice. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Sonic the Hedgehog läuft seit dem 13.02.2020 in den deutschen Kinos.

Origin

Ein Vorwort

Dan Brown veröffentlichte bereits im Jahr 2017 sein inzwischen fünftes Werk über den Symbologen Robert Langdon. Doch nach einem ziemlich langgezogenem Inferno und einem zuvor bereits sehr schwachem Verlorenem Symbol, hatte sich meine Begeisterung für Browns Werke stark abgekühlt. So wollte ich Origin gar nicht erst kaufen, zumal Browns Werke auch gerne mal 25€ kosten. Als Thalia das Buch dann bei einer Lagerräumung für 4€ raushaute, wurde ich dann doch schwach. Und nun war die Zeit gekommen, um Origin doch eine Chance zu geben.

Die Handlung

Robert Langdon wurde von seinem ehemaligen Studenten, dem Zukunftsforscher Edmond Kirsch, zu einer bahnbrechenden Enthüllung seiner Forschung ins Guggenheim Museum in Bilbao eingeladen. Doch durch ein Unglück wird die Ausstrahlung, die die Welt in eine Glaubenskrise stürzen soll, verhindert. Langdon versucht zusammen mit Ambra Vidal, der Direktorin des Museums, Kirschs Entdeckung doch noch zu enthüllen. Dabei gerät er in einen Strudel mit den Anführern der drei großen Weltreligionen und des spanischen Königshauses.

Die Thematik der Brown-Werke

1998 schrieb Dan Brown seinen ersten Roman Diabolus (in Deutschland 2005 erschienen). Hier befasste er sich mit einem Supercomputer der NSA, der alle Verschlüsselungen knacken kann. Hier probierte sich Brown noch aus, schaffte es aber schnell Erfolg zu haben. Illuminati wurde der zweite Roman Browns, 2000 erschienen (in Deutschland 2003 und damit vor Diabolus). Hier erschuf er den Symbologen Robert Langdon, der in Origin seinen inzwischen fünften Auftritt hat und in den Verfilmungen von Tom Hanks gespielt wird, was ihn noch einmal wesentlich sympathischer erscheinen lässt. In Illuminati lässt Brown vier Kardinäle während des Konklaves entführen und zu bestimmten Uhrzeiten hinrichten. Langdon muss einer alten Fährte Galileis folgen und es folgt eine Hetzjagd gegen die Zeit durch Rom. Hier griff Brown zum ersten Mal die Kirche an, auch wenn das Ende einen versöhnlichen Ton annimmt und auf eine Vereinbarkeit zwischen Kirche und Wissenschaft pocht.
2001 (in Deutschland 2003) erschien dann Browns drittes Buch Meteor. Hier verzichtete Brown noch auf Langdon als Helden. Meteor ist leider noch immer eines der Werke, die wohl meinen SuB nie verlassen wird.
2003 (in Deutschland 2005) erschien dann der zweite Teil um den Symbologen Robert Langdon mit Sakrileg. Verfilmt unter dem Originaltitel The Da Vinci Code ist Langdon diesmal in Paris und London auf der Suche nach dem heiligen Gral. Mit seinen Vermutungen über die Rolle Maria Magdalenas schien sich Brown entgültig mit der Kirche überworfen zu haben. Beide Werke Sakrileg und Illuminati brauchten Langdon als Symbologen und er bringt durch seine Geschichtskenntnisse die Handlung deutlich voran. Eine zeitlang wurde es ruhig um Brown. Erst 2009 ging es mit den Abenteuern Langdons weiter. Das Verlorene Symbol spielte diesmal auf amerikanischem Boden und hatte die Freimaurer als Thematik. Leider schien Brown trotz der langen Vorbereitung die Puste ausgegangen zu sein. Ich könnte die Handlung des Buches nicht einmal mehr wiedergeben, so schnell hatte ich sie nach dem Lesen wieder vergessen. So wurde auch die geplante Verfilmung auf unbestimmte Zeit verschoben und Langdons vierter Fall Inferno vorgezogen.
Die Buchvorlage für Inferno erschien 2013. Auch hier hatte sich Brown wieder ausgiebig Zeit genommen, um eine detaillierte Recherche vorzunehmen. Diesmal ging es um Danthes Inferno, ein Teil seines Buches die Göttliche Komödie. Zunächst schien die Geschichte auch wieder deutlich spannender als das Verlorene Symbol zu werden. Doch nachdem sich Brown offensichtlich in die Stadt Florenz verliebt hatte und sich in seinen Beschreibungen, gerade der Kunstwerke in den Uffizien, verlor, wurde das Buch zunehmend langatmiger, obwohl die Ansätze und Gedankengänge durchaus interessant waren und das Ende durchaus spannend. Der Film konnte jedoch gerade die Botschaft am Ende nicht vermitteln und hat sie einfach umgeschrieben, was den Film belanglos wirken lässt.
2017 erschien nun Langdons fünfter Fall Origin. Diesmal zog es Brown nach Spanien. Auch schien er sich mal wieder mit der Kirche anlegen zu wollen, so dass bereits im Klappentext berichtet wird, dass sich die Entdeckung des Zukunftsforschers Edmond Kirsch mit allen großen Religionen anlegt. Ebenfalls erfindet er diesmal einen neuen Supercomputer, was an seine Anfänge mit Diabolus erinnert. Geht Brown also in doppelter Sicht zum Ursprung (Origin) zurück?

Meine Meinung

Dan Brown versteht sich darauf am Anfang erst einmal allerlei Handlungsstränge aufzumachen und gefühlt jedes Kapitel mit einem Rätsel enden zu lassen. Dafür nimmt er sich die ersten hundert Seiten Zeit um das Grundgerüst seiner Geschichte zu bauen. Sobald man diese überstanden hat, fängt die Geschichte an langsam spannend zu werden. Etwas nervend ist lediglich, dass einem immer wieder von verschiedenen Personen gesagt wird, dass Kirschs Forschung und Erkenntnisse „bahnbrechend“ seien und „unser Denken, aber vor allen den Glauben, auf den Kopf stellen würden“. Durch die Entwicklungen bei der Präsentation gelangt diese aber erst einmal in den Hintergrund. Etwas frustrierend war es beim Lesen schon immer wieder hingehalten zu werden.
Der Mittelteil ist eine spannende Hetzjagd durch Bilbao und schließlich Barcelona. Ähnlich wie seine Figur Langdon scheint sich Brown aber mit der modernen Kunst schwer zu tun. So tauchen gerade die Werke Gaudis immer wieder auf, aber große Geheimnisse verbergen sich hier nicht. Dies ersparte uns zwar endlose Kunstvorträge, wie zuletzt in Inferno, aber Langdon bekam in seiner Funktion als Symbologe erstaunlich wenig zu tun. Auch ohne ihn hätte die Geschichte funktioniert und damit wird das Rätsel, das es zu lösen gilt, ihm nicht gerecht.
Achtung! Ich werde noch ein paar Worte über das Ende verlieren. Auch wenn ich versuce mich allgemein zu halten, kann es sich je nach Definition um Spoiler handeln!
Auch das Ende lässt einen dann etwas ratlos zurück. Die große Ankündigung entpuppt sich als teils durchdachte Version der Evolution und als teils an den Haaren herbeigezogene Zukunftsvision. Darauf über 500 Seiten hinzustreben, scheint es am Ende irgendwie nicht so richtig wert. Auch die danach noch offenen Handlungsstränge scheinen sich zunächst im Nichts zu verlaufen, ehe sie auf den letzten Seiten dann doch noch gelöst werden. Allerdings ist auch die Lösung ein bisschen einfach gehalten. Alle nebenbei eingeführten Personen verlieren mit einem Mal an Bedeutung. Hier hatten die Leser doch etwas mehr verdient. Spoiler Ende
Wirklich überwerfen dürfte sich Brown diesmal wohl mit der Kirche nicht, findet er doch diesmal – ähnlich wie in Illuminati – am Ende tröstende Worte über Kirche und Wissenschaft und wieso sie nicht gänzlich das gegensätzliche predigen. Seine zentralen Themen, wie die Schöpfung bzw. die Evolution, ziehen sich zwar wie ein roter Faden durch das Buch, doch so richtig auf den Punkt kommt Brown leider nicht. So ist Origin zwar nach Das Verlorene Symbol und leider auch Inferno wieder auf einem richtigen Weg gewesen, kann aber nicht an Illuminati und Sakrileg heranreichen. Ein paar mehr Rätsel und vielleicht ein paar ernst gemeinte Symbolentschlüsselungen für Langdon hätte das Buch gut verkraften können. Dennoch bin ich nun fast wieder gespannt auf ein weiteres Werk Browns.

Das Fazit

Origin hält seine eigenen Versprechen nicht. Trotz spannendem Mittelteil kann das Ende die hohen Erwartungen nicht halten. Auch hat Symbologe Langdon wenig zu tun, vielmehr darf er sich lediglich über die moderne Kunst beschweren. Dennoch wieder ein starker Fortschritt zu Browns beiden Vorgängerwerken.