15 Tage – 15 Tassen – Tag 1-4

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Da ich ein bisschen spät dran bin für das Projekt, fasse ich gleich mal vier Tassen in einem Beitrag zusammen. Denn sie haben neben dem Marvel-Motiv noch etwas gemeinsam: Ich habe sie alle von meinem Lebensgefährten zum Valentinstag bekommen. Damit er nicht jedes Jahr wieder verzweifelt überlegen muss, was er mir zum Valentinstag schenken soll (und ja ich bestehe darauf, auch wenn ich weiß, dass Valentinstag eigentlich nur Kommerz ist…).

Was ist „15 Tage – 15 Tassen“? Eine Einladung eure Tassen hervorzukramen und sie uns in eurem Blog oder auch in den Kommentaren zu präsentieren: Was ist eure Lieblingstasse? Woraus trinkt ihr, wenn ihr an eurem Schreibtisch sitzt? Was steht auf eurem Tisch, wenn ihr in einem Buch schmökert? Besitzt ihr noch eure erste Tasse? Welche habt ihr zuletzt gekauft oder geschenkt bekommen?

Idee: Wortman
Beschreibung: Aequitas et Veritas

Special: S.E.P.T.E.M.B.E.R. Volume 2 – Part 1

Wie bereits im letzten Jahr hat Zack wieder zu seiner SEPTEMBER-Challenge aufgerufen. Wie schon im letzten Jahr sollen wir wieder neun Filme vorstellen, die am Ende das Wort SEPTEMBER bilden. Dabei können wir uns aussuchen, ob es unsere Lieblingsfilme sind oder ob wir ganz neue Filme gucken oder uns was ganz anderen dazu einfallen lassen. Ich habe mir diesmal die Freiheit herausgenommen, das ganze ein bisschen zu verändern. Statt über neun Filme zu berichten, will ich neun Serien besprechen. Und auch dieses Jahr bündel ich die Beiträge wieder in drei Parts, da ich ansonsten nicht hinterherkomme.

„S“ wie Supernatural

Staffeln insgesamt (bisher): 13
Staffeln gesehen (bisher): 7

(Ja gut ist nicht das richtige Intro, sondern nur aus einer Folge, aber das normale Intro ist langweilig, und das Intro supercool!)

Darum geht’s: Sam und Dean Winchester sind Jäger. Sie jagen alles, was übernatürlich ist, wie Vampire, Dämonen, Ghouls, Horrorclowns, Geister, und noch vieles mehr. Dabei vereint die Serie zwei sympathische Darsteller und gut recherchierte Mythen und Sagen aus verschiedenen Kulturen und Religionen.

Meine Geschichte mit der Serie: Das erste Mal auf Supernatural bin ich gestoßen, als ich frisch mein Studium angefangen habe und meine inzwischen beste Freundin kennenlernte. Wir hatten uns über unsere Lieblingsserien unterhalten und was wir grundsätzlich an Serien mögen. Ein paar Tage später drückte sie mir die erste Staffel von Supernatural in die Hand mit den Worten „Du wirst es lieben“. Ich habe die erste Staffel innerhalb von wenigen Tagen verschlungen und konnte gar nicht mehr aufhören, den nächsten Fall der Winchesters zu gucken.
Die ersten drei Staffeln liebe ich noch immer. Ab Staffel Vier verändert sich die Dynamik ein bisschen und das Christentum wird immer präsenter, konnte ich aber auch noch gut gucken. Leider ließ mein persönlicher Hype ab Staffel 5 immer mehr nach, Staffel 6 ließ sich auch noch gerade so gucken, durch Staffel 7 habe ich mich schon ein bisschen durchquälen müssen. Nun wartet eigentlich Staffel 8 auf mich, aber ich kann mich einfach nicht mehr durchringen die Serie weiter zu sehen (und habe die gleiche Erfahrung von Freunden bestätigt bekommen, die teilweise schon nach Staffel 5 aufgegeben haben).

Darum empfehle ich die Serie: Weil sie unglaublich viel Herz und Witz hat und dabei doch immer in ihrem düsteren spannenden Setting bleibt. Die Brüder wachsen einem sehr schnell ans Herz, auch wenn es irgendwann nicht mehr glaubhaft ist, was sie alles durchmachen müssen. Gerade die „Specialfolgen“ sind es wert, die Serie vielleicht doch weiter zu gucken, denn hier experimentiert die Serie gerne mit bestimmten Elementen und heraus kommt einfach nur ein großer Spaß.

„E“ wie Elementary

Staffeln insgesamt (bisher): 6
Staffeln gesehen (bisher): 3

Darum geht’s: Sherlock Holmes arbeitet als Berater für das NYPD in New York und kämpft nach seiner Drogensucht mit  der Abstinenz. Joan Watson wird als Suchtbetreuerin von Sherlocks Vater eingestellt, erweist sich aber bald als geeginete Partnerin für seine Beratertätigkeit. Zusammen lösen sie Fälle, an dem das NYPD sonst gescheitert wär.

Meine Geschichte mit der Serie: Gefühlt einmal im Jahr kommt bei mir das Crime-Fieber auf. Während es im letzten Jahr mit allen Staffeln Castle gestillt wurde, ist dieses Jahr meine zufällige Wahl auf Elementary gefallen. Bisher habe ich die ersten drei Staffeln gesehen und erfreue mich derzeit an der vierten Staffel.

Darum empfehle ich die Serie: Eine Neuadaption des Stoffes von Arthur Conan Doyle hat bereits die BBC mit der sehr erfolgreichen Serie Sherlock und Stars wie Benedict Cumerbatch und Martin Freeman produziert. Elementary stützt sich nicht das vorhandene Material, sondern nutzt lediglich die Charaktere und ihre Eigenschaften. So ist Sherlock Holmes auch hier ein Meisterdetektiv mit stumpfen sozialen Fähigkeiten und einer sehr eigenen Aroganz. An seiner Seite steht diesmal ein weiblicher Watson, weswegen aus John Joan wurde. Captain Gregson – in den Büchern Lestrades rechte Hand – ist Captain des Reviers und natürlich dürfen Irene Adler und Moriarty nicht fehlen, die ebenfalls eine Neuinterpretation bekamen. So isz Elementary kein Abklatsch von Sherlock, sondern eine interessante und gut gemachte Crime-Serie.

„P“ wie Pain-Killer Jane

Staffeln insgesamt: 1
Staffeln gesehen: 1

(Ebenfalls nicht das Intro, da Youtube dies aus Rechtsgründen gesperrt hat. Aber vielleicht bekommt ihr so trotzdem einen Einblick in den Look der Serie)

Darum geht’s: Jane Vesco ist Ermittlern im Drogendezernat. Bei einem ihrer Aufträge trifft sie auf Andre McBride, der sie abwirbt. Er arbeitet für eine geheime Behörde mit einem kleinen Team, die sogenannte Neuros jagen. Menschen mit einer neurologischen Abweichung, weswegen sie mit ihren Gedanken unvorstellbare Dinge anrichten können. In der ersten Folge stellt sich heraus, dass auch Jane sonderbare Fähigkeiten hat. Sie kann sich in Rekordgeschwindigkeit heilen und überlebt daher auch die größten Verletzungen. Dies hilft ihrem Team.

Meine Geschichte mit der Serie: Dadurch, dass Tele5 vor einigen Jahren alle Staffeln Smallville zeigte, sah ich häufiger den Sender. Dadurch bin ich nicht nur auf die Serie Mutant X, sondern auch auf PainKiller-Jane gestoßen, die mir sogleich zusagte. Leider wurde sie nach nur einer Staffel wieder eingestellt.

Darum empfehle ich die Serie: PainKiller-Jane punktet mit einem hervoragenden Cast, neuen Ideen und einer guten Optik. Die Dynamik des Teams konnte mich ein ums andere Mal mitreißen. Auch wenn ähnliche Geschichten bereits erzählt wurden, konnte die Serie doch innovative Ideen einfließen lassen und bietet im mehrteiligen Finale auch noch einmal eine neue Sichtweise auf das zuvorgeschehene.

Was wären eure S.E.P. Serien?

The Equalizer 2

Ein Vorwort

2014 kam das Remake einer Fernsehserie aus den 1980er Jahren in die deutschen Kinos. The Equalizer war damit eine Mischung aus Rachethriller mit knallharter Action und ein Film über einen guten älteren Mann, der den Menschen in seiner Umgebung hilft, um sein gebrochenes Herz nach dem Tod seiner Frau zu heilen – und ja mir fiel dafür kein passendes Genre ein. Nachdem Russel Crowe für die Rolle des Equalizers ausschied, bekam Denzel Washington den Zuschlag, was auf jeden Fall eine gute Wahl war, denn der erste Teil bekam überwiegend positive Kritiken. Kann der zweite Teil an den Erfolg anknüpfen?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In The Equalizer lernten wir den ehemaligen CIA-Agenten Robert McCall, der als frischer Witwer noch immer trauert. Während er tagsüber in einem Baumarkt arbeitet, kann er nachts nicht schlafen und arbeitet daher in einem Diner die Liste der „100 Bücher, die Sie gelesen haben sollten, bevor Sie sterben“. Dort freundet er sich mit Alina an, die als Prostituierte arbeitet. Als diese eines Abends krankenhausreif geschlagen wird, tötet McCall ihren Zuhälter. Dieser ist jedoch in die russische Mafia verstrickt, die es nun auf McCall abgesehen hat. Dieser versucht nun neben seinem Job im Baumarkt Menschen mit seinen Fähigkeiten zu helfen und gleichzeitig es mit der russischen Mafia aufzunehmen.

Die Handlung

McCall (Denzel Washington) arbeitet inzwischen als Fahrer. Auf seinen Fahrten lernt er nicht nur jede Menge interessanter Leute kennen, sondern leider auch Menschen, denen er helfen muss. Als eines Tages seine gute Freundin Susan Plummer (Melissa Leo) ermordet wird, versucht er ihren Mord aufzuklären. Dabei trifft er auf seinen früheren Partner Dave York (Pedro Pascal).

Meine Meinung

Wenn ein Film erfolgreich ist, ist es meist nur eine Frage der Zeit bis eine Fortsetzung gedreht wird. Das dies nicht immer eine gute Idee ist, bewiesen in letzter Zeit Fortsetzungen, wie Kingsman 2, der es nicht mit seinem Vorgänger aufnehmen konnte, aber doch eine halbwegs gute Leistung ablieferte. Nun versucht Denzel Washington erneut als Equalizer sein Glück auf der Kinoleinwand. Dabei orientiert sich der Film an den Dingen, die im ersten Teil gut funktioniert haben. McCall ist weiterhin die gute Seele, der jedem helfen möchte und auch jedem eine zweite Chance gibt. Schon am Anfang des Films gibt es wieder eine Szene, in der er eine ganze Gruppe halbstarker Männer auseinander nimmt, natürlich mit Countdown auf der Uhr gestellt. Dies ist ein schöner Einstieg und erinnert gleich wieder an die gut choreographierten Szenen aus dem ersten Teil. Weiter geht es mit weiteren Einzelschicksalen bis man zu McCalls Nachbarn Miles kommt, der eigentlich eine Kunstschule besuchen möchte, aber doch an eine Drogengang gerät. Hier investiert Regisseur Antoine Fuqua sehr viel Zeit, um Miles einzuführen, seine Beweggründe zu erörtern und wie McCall ihm helfen will. Dieser ganze Handlungsstrang entschleunigt den Film leider viel zu stark und das gute Anfangstempo ist schon bald dahin. Zusammen mit anderen Einzelschicksalen, die einen großen Platz im Film einnehmen, kommt der Film immer mehr von der Haupthandlung ab. Denn diese baut sich langsam und im Hintergrund rund um McCalls Freundin Susan Plummer auf, die zu einem Einsatz gerufen wird und schließlich selbst ermordet wird. Nun wird McCall zwar aktiv und versucht ihren letzten Fall zu rekonstruieren, trotzdem übertreibt es Fuqua mit der Trauerstimmung und verliert dabei auch noch den letzten Zuschauer, der bis zu diesem Punkt noch nicht abgeschaltet hat. Schließlich werden noch einmal neue Figuren vorgestellt, unter anderem McCalls früheren Partner Dave York, der von Game of Thrones Star Pedro Pascal verkörpert wird. Nachdem nun schon 3/4 des Films vorbei sind, setzt er endlich zum großen Finale an. McCall hat die Mörder Plummers gefunden und lockt sie nun in ein kleines Küstenstädtchen, das wegen eines nahenden Hurrikanes evakuiert wird. In diesem einmaligen Setting, kann sich Fuqua endlich austoben und mit Wind, schlechten Sichtverhältnissen und der drohenden Katastrophe spielen. Hier entfaltet The Equalizer 2 endlich alle seine Qualitäten und liefert ein einmaligen Finale ab, das positiv in Erinnerung bleibt. Der Haken an der Sache ist leider nur, dass jeder Zuschauer an diesem Teil des Films bereits vollständig abgeschaltet hat und das Geschehen auf der Leinwand nur noch halbherzig begutachtet. Hätte man vorher unwichtige Szenen – und davon gab es reichlich – gekürzt oder gestrichen und das ein oder andere Einzelschicksal weggelassen, dann hätte The Equalizer 2 ein gut gemachter und vor allem spannender Film werden können. Letztendlich war es einfach von allem zu viel des Guten.
Denzel Washington zumindest schafft es auch im zweiten Teil wieder den Wechsel zwischen netter alter Mann von nebenan und brutalem Ex-Agenten glaubhaft zu verkaufen und balanciert so gekonnt auf dem Drahtseil zwischen Unglaubwürdg und over the top. Ebenfalls gut an seiner Seite spielt Pedro Pascal und gibt dem Film noch einmal eine neue Richtung.

Das Fazit

The Equalizer 2 nimmt das Erfolgsrezept vom ersten Teil zur Hand, mischt aber von allen Zutaten zu viel hinzu, so dass der Zuschauer irgenwann aussteigt und das großartige Finale nicht mehr die Wirkung erzielt, die es erzielen könnte. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

The Equlizer 2 läuft seit dem 16.08.2018 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den August

Im August war mein Highlight natürlich das Elbenwald-Festival – ich berichtete.  Ansonsten habe ich wieder viel gearbeitet und natürlich fleißig Medien konsumiert 😉 Hier die bekannte allmonatliche Übersicht.

Cinemathek

No way out – Gegen die Flammen: Der Film erzählt die wahre Geschichte der  Granite Mountain Hot Shots und ihren Kampf für Anerkennung und gegen die Flammen des Yarnell Hill Feuers. Mit Josh Brolin, Miles Teller und Jennifer Connelly fein besetzt und gut inszeniert.

Sneak Preview

Bad Spies: Audrey erfährt, dass ihr Ex-Freund ein Spion bei der CIA ist und gerät zusammen mit ihrer besten Freundin Morgan in eine Verfolgungsjagd quer durch Europa. Humortechnisch wird hier leider oft fehlgegriffen und auch handlungstechnisch kann Bad Spies nur gelegentlich überzeugen.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Skyscraper: In seinem neusten Streich versucht Dwayne Johnson seine Familie aus dem höchsten und modernsten Gebäude der Welt zu retten, während Terroristen versuchen dies zu zerstören. Leider setzt Mr. Johnson diesmal nur noch auf Action und vergisst Handlung und Charaktere komplett, was letztendlich nicht funktioniert.

Mission Impossible VI – Fallout: Das gleiche versucht auch Tom Cruise in seinem inzwischen sechsten Teil der Mission Impossible-Filme. Der Bösewicht aus dem fünften Teil wurde wieder aufgewärmt, um mehr Platz für noch mehr Action zu schaffen, die aber letztendlich mehr ermüdet als mitreißt.

Sicario 2 – Day of the Soldado: Denis Villeneuve schaffte 2015 mit Sicario einen weiteren Überraschungshit. Natürlich musste es auch hier wieder einen zweiten Teil geben. Ohne Emily Blunt, aber wieder mit Josh Brolin und Benicio del Toro, kommt die Fortsetzung nicht an den sehr guten ersten Teil heran und schwächelt deutlich bei der Handlung.

Deine Juliet: Lily James reist als Autorin der Nachkriegsjahre nach Guernsey, die den Krieg unter deutscher Besatzung noch einmal ganz anders erlebt haben und trifft dort auf einen Buchclub, dessen Geheimnis sie lüften will. Ein Film, der vordergründig durch seine Landschaftsaufnahmen begeistert, aber auch ansonsten zu überzeugen weiß.

The Equalizer 2: Robert McCall ist zurück. Als gute Seele seiner Nachbarschaft, muss er diesmal den Mord an seiner engsten Freundin aufklären. Dabei trifft er auf alte Bekannte. Auch hier versucht der zweite Teil die positiven Seiten des ersten aufzugreifen und weiterzuentwickeln, schießt dabei aber mit zu vielen Nebenhandlungen über das Ziel hinaus und das gut inszenierte Ende kommt einfach zu spät, um den Zuschauer noch abzuholen.

Christopher Robin: Vom Ende der Kindheit und den Beschwerden des Erwachsenseins zusammen mit einem Wiedersehen mit den Bewohnern des Hundert-Morgen-Waldes. Ich wollte den Film so gerne mögen, aber letztendlich scheitert er am zu langsamen Tempo.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Begabt: Chris Evans versucht seine hochbegabte Nichte an eine staatliche Schule zu schicken, muss aber gegen Vorurteile und seine Mutter kämpfen. Ein ruhig erzählter Film über einen Mann, der verzweifelt versucht die richtigen Entscheidungen zu treffen. Fein gespielt und sehr berührend.

Boston: 2013 explodiert eine Bombe am Ziel des Boston Marathons. 2016 widmete sich der Film Boston zum einen den Verletzten, zum anderen den Ermittlungsarbeiten. Leider wird die gute Mischung des Anfangs am Ende mit einer sehr langen Verfolgungsjagd etwas gedämpft.

What happened to Monday?: In einer überbevölkerten Zukunft gilt eine Ein-Kind-Politik. Doch als eine Frau Siebenlinge gebärt, zieht der Großvater alle sieben als ein Kind groß und benennt sie nach den Wochentagen, an denen sie das Haus verlassen dürfen. Mit einer sehr interessanten Grundidee ist ein interessanter Thriller entstanden, der durchaus einen Blick lohnt.

Hampstead Park – Mit Aussicht auf Liebe: Diane Keaton und Brendan Gleeson rebellieren hier gegen Konventionen und kämpfen für das Recht auf eigenen Wohnraum. Eine süße kleine Liebesgeschichte, die hinten hinaus zwar nicht viel Tiefgang hat, aber dafür Herz.

Du neben mir: Sie hat eine Immunkrankheit und kann das Haus nicht verlassen. Er ist neu gegenüber eingezogen. Ein kleiner Liebesfilm, der das Rad nicht neu erfindet, aber eine süße Geschichte erzählt, die stark von ihren Darstellern lebt.

Alle Farben des Lebens: Ramona hat entschieden, dass sie sich mehr als Junge fühlt und lebt fortan als Ray. Wie ihre Eltern damit und Rays Wunsch nach einer Hormonbehandlung umgehen, erfahren wir in dem tiefgründigen Film, der dem Zuschauer versucht das Innenleben von Transgender näher zu bringen und auch die Beteiligten drum rum beleuchtet. Leider verrennt sich der Film am Ende in einem Familiendrama und kommt vom eigentlichen Thema ab.

Dracula & Draculas Rückkehr: 1958 wurde der großartige Christopher Lee als Graf Dracula besetzt und eroberte mit seinem einzigartigen Blick die Kinoleinwand. 1968 kam dann Draculas Rückkehr raus. Ich liebe Lees Verkörperung des blutdurstigen Grafen!

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Destination Wedding: Keanu Reeves und Winona Ryder sind beide von der Liebe enttäuscht und sind auch noch auf dem Weg zur gleichen Hochzeit. Hier hatte ich eine etwas andere Liebesgeschichte erwartet mit viel Sarkasmus.

Meg: Jason Statham findet einen als ausgestorben geglaubten Megalodon, einen Mega-Hai aus Dinosaurierzeit. Hier erwarte ich einen schönen Trash-Film in der weiße Hai Optik.

Kindeswohl: Emma Thompson als Familienrichterin in ihrem bisher schwierigsten Fall. Allein wegen Emma Thompson bestimmt sehenswert.

In der engeren Auswahl, aber nicht in die Liste geschafft, haben es Grenzenlos, Vollblüter, Blackkklansman, Crazy Rich, Mein Name ist Somebody und Asphaltgorillas.

Serien – ein kurzer Überblick.

Diesmal wirklich sehr kurz, denn ich habe diesen Monat tatsächlich nur die erste Staffel von Stay here gesehen, die mir aber gut gefallen hat.

Mein Lesemonat 

Bücher insgesamt: 7
Seiten insgesamt: 2180
Seiten pro Tag: ca. 70 pro Tag
Gebunden Bücher: 3
E-Books: 2
Graphic Novel: 1
Manga: 1

Eine Studie in Scharlachrot: Nachdem ich bereits vor ein paar Jahren von meiner besten Freundin die Gesamtausgabe der Sherlock Holmes Romane und Erzählungen geschenkt bekam, hab ich nun endlich den ersten Roman gelesen und so eine Wissenslücke geschlossen.

Ghostsitter – Geister geerbt: Nachdem mich Tommy Krappweiss auf dem Elbenwald-Festival begeistern konnte, habe ich mir gleich den ersten Band seiner Ghostsitter Reihe gekauft und signieren lassen. Die Geschichte von Tom, der eine Geisterbahn mit echten Geistern erbt, ist leicht und kinderfreundlich geschrieben, kann aber auch die Erwachsenen begeistern.

The President is missing: James Patterson haut ja bekanntlich regelmäßig neue Thriller raus. Diesmal hat er Ex-Präsident Bill Clinton mit an Bord. Herausgekommen ist ein solider Thriller, dem aber das gewisse Etwas fehlt.

Studierst du noch oder lebst du schon: Diese Graphic Novel bekam ich vor ca. zwei Jahren als Rezensionsexemplar. Die Geschichte von Jeanne Dargan, die einfach nur ihre Doktorarbeit schreiben will, ist amüsant und leider auch sehr wahr.

Death Note – Band 1: Normalerweise mag ich eher Comics, aber an den Manga Death Note kommt man irgendwie nicht vorbei. Und nachdem er mir erneut empfohlen wurde, legte ich mir doch den ersten Band zu. Bisher ist die Geschichte interessant und ich bin gespannt, was der Autor/Zeichner noch daraus machen wird.

Berühre mich. Nicht.: Sage hat panische Angst vor Männern, will aber trotzdem studieren. Weit weg von zu Hause, um ihrem Stiefvater zu entgehen, trifft sie auf die lebensfrohe April und deren Bruder Luca. Er schüchtert Sage zwar zu Anfang auch ein, aber trotzdem kommen sie sich näher. Ein New Adult Roman, der gut geschrieben, mit tollen Charakteren und einer neuen Ideen daherkommt.

Verliere mich. Nicht.: Nachdem mich der erste Teil komplett begeistern konnte, verschlang ich den zweiten Teil direkt hintendran. Ein schöner Abschluss der Geschichte von Sage und Luca.

An unexpected Party – Elbenwald Festival 2018

Vom 09.-11.08.2018 zog es tausende Geeks in den Eventpark Luhmühlen bei Lüneburg, um am ersten Elbenwald Festival teilzunehmen, dass sich dem Motto verschrieb mehr als nur ein Festival zu sein. Es wollte Festival und Convention verbinden und hat doch so viel mehr geschaffen. Der Untertitel „An unexpected Party“ (angelehnt an den ersten Hobbitfilm „an unexpected journey“) beschreibt das Event eigentlich sehr gut. Für alle, die nicht da waren und für das nächste Jahr überlegen, doch teilzunehmen, möchte ich als begeistertes Geek-Girl meine Erlebnisse mit euch teilen. In Kursiv schreibe ich euch hinter den Acts immer die Beschreibung aus dem Elbenwald-Handbuch.

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Donnerstag – 09.08. – Something wicked this way comes

Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es mit einem viel zu vollen Auto auf direktem Weg zum Eventpark Luhmühlen. Mit dabei mein Lebensgefährte und mein bester Freund – nennen wir sie der Einfachheit einfach M&M. Unser Bollerwagen „Piggeldi“ wurde voll gepackt und durfte den Weg vom Parkplatz zum Campingplatz gleich mehrfach fahren. Nach der Bändchenausgabe und der mehrfachen Versicherungen an der Kontrolle, dass man keine Waffen, keine Glasflaschen und vorallem keine Portschlüssel dabei hatte, durfte man passieren und sich einen Platz für Zelt und Co. suchen. Vorab waren reservierte Plätze buchbar, die auch über einen Stromanschluss verfügten, aber die waren sehr schnell ausgebucht. Wir fanden aber trotzdem relativ schnell einen Platz. Nun wurde es knifflig, da wir bei über 30° in der prallen Sonne die Zelte aufschlugen. Danach war erst einmal das erste – inzwischen schon „britische“ – Bier fällig.
Der Campingplatz öffnete übrigens um 10:00Uhr und das Festivalgelände um 14:00Uhr. Um 15:30Uhr startete dann der erste Programmpunkt, der mich interessiert hätte. Aber mit Zeltaufbau und anschließender Ausschwitzphase/Verschnaufpause bekamen wir nur noch die letzten Ausläufer von Gloryhammer mit. Sympathische Typen, die coolen Powermetal fabrizieren und die Themen Metal und Guardians of the Galaxy vermischen. Danach haben wir uns erst einmal einen Überblick über das Festivalgelände verschaffen.

Das Gelände

Hauptattraktion und Ort des Geschehens der meisten Veranstaltungen war der Fan-Dome. Ein riesiges Zelt mit großer Bühne und wahlweise bestuhlt oder nicht.
Zweiter Knotenpunkt war der Funkelforest. Etwas abgelegener (damit sich die Musikacts nicht in die Quere kamen) und mit einer Freilichtbühne versehen. Auf dem Weg kam man an mehreren Mittelalter LARPer (Live Action Role Play) vorbei, die auch Met und Schmuck zum Verkauf anboten.
Als drittes im Bunde steht der Hobbitbau auf dem Programmplan. Eine sehr schön geschmückte Lesebühne – Tommy Krappweiß sagte, dass er noch nie auf einer so schönen Bühne gelesen hätte – mit teilweise überdachten Bänken.
Hinzu kommt noch der „Kinosaal“, in dem nacheinander die Harry Potter und Herr der Ringe (Special Extended Edition) gezeigt wurden, ein großes Zelt mit Merchandise zum Kauf und kleinem Buchladen (vor allem von den Autoren, die Lesungen und Signierstunden gaben), dem Quidditchfeld, dem Zelt für Autogramme und Fotos und mehreren kleineren Zelten für die Workshops.
Die letzte größere „Attraktion“ war der kleine Food Court, in dem mehrere Street Food Trucks sich aufgestellt hatten. Mit deftigem Essen und heftigen Preisen (kleine Portion Nudeln mit Sauce für 7€) lockte dieser Bereich die hungrigen Camper an, die keine Lust auf die klassische Dose Ravioli hatten.

Um 18:30 ging es dann mit dem großen Opening weiter, das von #zweiraumsilke unterstützt wurde. #zweiraumsilke reichern deutschen Hip-Hop an mit Elementen aus Jazz, Funk und Soul – intelligente Texte inklusive. Nach den ersten 10 Minuten war dann aber auch erst einmal wieder Schluss mit der ganzen Veranstaltung. Aufgrund eines Gewitters musste das ganze Gelände geräumt werden und alle wurden in ihre Autos geschickt. Für die Leute, die ohne Auto angereist sind, wurden Busse bereitgestellt bzw. sollten die Autofahrer durch die Warnblinkanlage anzeigen, dass bei ihnen noch Platz ist.
Nach zwei Stunden Langeweile im Auto (Spiele, Bücher, ähnliches befand sich alles im Zelt) durften wir wieder auf das Festivalgelände – bzw. wurde sich auf dem Campingplatz erst einmal etwas trockenes angezogen, denn der Schauer kam so schnell, dass es keine Chance gab noch eine Regenjacke anzuziehen.
Dann ging es zu Fiddlers Green weiter. Fiddlers Green stehen seit 1990 für Irish Speedfolk – eine Eigenkreation aus Folk, Ska, Punk, Reggae und Rock. 1,5 Stunden begeisterten die Jungs mit ihrer Musik und konnten durch ihre Mitmachsongs auch die Riege der Unwissenden begeistern.
Zum Abschluss des Tages hätte man sich noch Le Fly im Fan-Dome anhören können. Le Fly legt sich nicht fest und sorgt mit mehr als einem halbem Dutzend unterschiedlicher Genres für Spaß und Freude pur. Für uns rief aber die Matratze, denn nach der langen Fahrt und dem Zeltaufbau waren wir doch sehr müde. Und es lagen schließlich noch zwei ganze Programmtage vor uns.

Freitag – 10.08. – We’re all Stories in the end – just make it a good one

Nach einer Nacht mit viel zu wenig Schlaf – man muss sich halt doch erst an das Zelten gewöhnen und manche Festivalbesucher waren auch der Ansicht sich bis nachts um 3 quer über den Zeltplatz zu unterhalten. Um kurz nach 7 hab ich es nicht mehr im Zelt ausgehalten und nach Katzenwäsche und der nötigsten Hygiene, stellte ich fest: M&M waren weg. Gefunden habe ich sie beim Frühstückszelt, selig mit einem heißen Kaffee vor der Nase. Direkt daneben das Zelt für die Workshopanmeldungen (das erst um 8Uhr öffnete) und davor eine Schlange, die einmal entlang des ganzen Campingplatzes reichte. Die ersten waren tatsächlich schon um 05:30 aufgestanden, um sich für die Workshops anzumelden. Ich verabschiedete mich also von dem Gedanken einen Platz zu bekommen und holte mir nur einen leckeren Cappuccino. Dann gingen wir zurück zum Zelt, wo es erst einmal Frühstück gab (Reiswaffeln mit Nudosi). Um 11Uhr begann dann unser erster Programmpunkt. Ein Nerd & Film-Quiz zog uns in den Fan-Dome in dem wir auch relativ weit vorne auf den Bänken Platz fanden. Man hätte sich auch als Team anmelden können, allerdings in der gleichen Schlange, wie für die Workshops, was es uns nicht wert war, weswegen wir einfach so mitrieten. Vielleicht war es auch ganz gut, denn auch wenn wir einiges wussten, wussten wir bei weitem nicht genug. Denn neben reinen Wissensfragen, gab es auch Hörerkennungsfragen oder Bilderrätsel, auf die man wirklich nur mit viel um die Ecke denken kam. Aber auf jeden Fall hat es, vor allem durch die sehr lockere Moderation, viel Spaß gemacht. Die Auswertung dauerte leider ein wenig lange, weswegen die zweite Runde etwas gehetzter durchgezogen wurde. Die Auswertung der zweiten Runde wurde dann auf nach den nächsten Programmpunkt verschoben. Verpasst haben wir dadurch die Lesung der Fantasy-Autorin Liza Grimm und den Reading Book Channel.
Der nächste Programmpunkt war ein Vortrag von Dr. Mark Benecke. Der Kriminalbiologe wollte einen Vortrag über den realen Mythos der Vampire halten. Die Veranstaltung war nicht direkt mit einer Altersbeschränkung versehen, aber bereits vorab sprach Benecke die Wahnung aus, dass er reale Leichenbilder in seinem Vortrag verwenden würde und bat alle, die dies nicht sehen wollen, direkt zu gehen, weil der Fan-Dome während des Vortrags verschlossen wird, damit keine Kinder rein und rausrennen können. Ebenfalls galt strengstens Fotografier- und Filmverbot. Der Vortrag dann war sehr interessant, weil er die gängigen Klischees über Vampire aufgriff und dann anhand von echten Leichenausgrabungen, die als Vampir vermutet wurden, erklärte, woher diese stammten und wie sie wissenschaftlich zu erklären sind. Ein sehr interessanter Vortrag und zeigte auch noch einmal, dass es auf dem Elbenwald-Festival mehr als nur Musik und Convention gab. Verpasst haben wir dadurch die Moritz Jahn Band. im Anschluss gab es die Auswertung von der zweiten Runde des Film-Quiz.
Als nächstes stand ursprünglich ein Question & Answer mit Tom Felton (Draco Malfoy aus den Harry Potter Filmen) und Evanna Lynch (Luna Lovegood aus den Harry Potter Filmen) auf dem Plan. Aufgrund des Gewitters am Tag zuvor war Lynchs Flug jedoch gestrichen worden, weswegen nun nur Felton auf die Bühne kam, begleitet von einem ohrenbetäubenden Kreischkonzert. Ein paar Mädchen neben uns fingen tatsächlich an zu weinen („Er ist wirklich hier, oh mein Gott, ich bin ihm so nahe“). Nachdem einige Fanfragen beantwortet wurden, durfte er dann noch ein „Konzert“ geben. Sprich Tom Felton und seine Gitarre spielen ein paar Songs. Leider konnten mich weder die Melodien noch Feltons Gesang mitreißen, aber da schien ich eine Ausnahme zu sein. Verpasst haben wir dadurch die Lesung von Bernhard Hennen (Fantasy-Autor) und das Konzert von Harpo Speaks, der Band von Tommy Krappweiss.
Nach insgesamt über sechs Stunden auf der nicht bequemer werdenden Bank, hatten wir vorerst genug vom Programm und ordentlich Hunger. Da wir weder Lust auf überteuertes Festivalstandessen hatten, noch auf die bekannte Dose Ravioli, beschlossen wir kurzerhand in die nächst gelegene Stadt mit einer bekannten Fast-Food-Kette zu fahren. Winsen (Luhe) wurde es, mit knapp 20 Minuten Fahrt. Nach einem großen Burger ging es uns dann auch schon wieder viel besser und die Motivation für die nächsten Programmpunkte nahm wieder zu. Dadurch verpassten wir Moop Mama Der Musikstil der 10-köpfigen Band Moop Mama lässt sich nur schwer beschreiben. Es ist eine faszinierende Mischung aus Blaskapelle, Hip-Hop, Soul und Funk, die man einfach erlebt haben muss, sowie die Lesung von Wolfgang Hohlbein (Fantasy-Autor) und Mr. Hurley und die Pulveraffen Mr. Hurley bietet Grog’n’Roll der Extraklasse: Witzige, selbstironische Texte treffen auf tanzbare Folk-Kompositionen.
Wir stießen nach einer Pause auf dem Zeltplatz um 20:30 wieder aufs Festivalgelände vor und nahmen am Konzert von Versengold im Fan Dome teil. Die deutsche Folk-Bank bietet anspruchsvolle Lyrik, aufwändige Instrumentaleinlagen und eingängige Partylieder. Da Versengold gerne in einem Atemzug mit Bands genannt wird, die ich sehr gerne höre, war ich auf das Konzert gespannt und bekam ein sehr schönes Konzert geliefert.
Etwas zu spät, da sich die Programmteile überschnitten kamen wir zur Lesung von Tommy Krappweiss. Der Erfinder von Bernd das Brot, sollte aus seiner aktuellen Buchreihe „Ghostsitter“ vorlesen, erzählte aber vorher noch einige Anekdoten zur Entstehung der Hörspielreihe von Ghostsitter, über seine Detailgenauigkeit bei seiner anderen Buchreihe „Mara und der Feuerbringer“, über seine Probleme mit deutschen Fernsehfilmen und natürlich die Entstehungsgeschichte von Bernd das Brot. Schließlich schaffte er es auch noch, ein paar Seiten aus dem zweiten Ghostsitter-Band vorzulesen. Ich kannte Krappweiss vorher gar nicht, aber M&M wollten ihn unbedingt sehen. Ich muss sagen, er war letztendlich mit einer meiner Highlights und der erste Ghostsitterband hat es – natürlich signiert – in mein Bücherregal geschafft.
Nach Krappweiss‘ Lesung zogen wir uns müde auf den Zeltplatz zurück. Alternativ hätte man sich Neelix anhören können. Neelix ist ein deutscher Produzent und DJ, der weltweit für seinen dynamischen Progressive Trance gefeiert wird. Um 00:30 machten mein bester Freund und ich uns noch einmal auf den Weg zum Fan-Dome, da David Nathan (Synchronsprecher, am besten als Stimme von Johnny Depp bekannt) dort eine Horror-Nacht-Lesung geben wollte. Mit im Gepäck hatte er Kurzgeschichten von Stephen King. Nachdem er allerdings das Vorwort von einem der Bücher vorgelesen hatte, und ich dabei schon mehrfach vor Müdigkeit fast von der Bank gekippt war, gaben wir auf und gingen doch ins Zelt zum schlafen.

Samstag – 11.08. – Unbent, Unbowed, Unbroken 

In der Nacht zum Samstag ist es merklich abgekühlt und nur unsere dicken Schlafsäcke konnte uns vorm Erfrieren beschützen. Der Morgen begann nach dem gleichen Prinzip. Kaffee holen, Frühstücken, langsam wach werden, sich über die lange Schlange am Workshopzelt wundern und schließlich um 10:30 zum Potter-Quiz in den Fan-Dome gehen. Nach dem gleichen Prinzip, wie am Tag zuvor das Film-Quiz, gab es auch hier zwei Durchgänge mit allen möglichen Varianten von Kategorien, die sich aber allesamt mit den Harry Potter Büchern und Filmen beschäftigten. Auch hier hatten wir uns nicht als Team angemeldet, sondern versuchten so die Fragen zu beantworten, den Soundtrack dem Film zuzuordnen und das Bilderrätsel zu lösen und schnitten mehr oder weniger gut ab. Im Anschluss hätten wir uns noch ein Q&A mit Coldmirror (einer Youtuberin und Harry Potter Fan) anhören können, ließen es aber. Stattdessen ging es weiter in den Funkelforest zu einem Konzert von Layment. Mit klassischen Metal-Riffs, Hardrock-Elementen und einem Fünkchen Folk kreiert Layment seine eigene Form von Metal. Auch dieses Konzert hat mir als passionierte Metalhörerin viel Spaß gemacht und die Haarpracht wurde natürlich rhythmisch geschwungen – besser bekannt als headbanging ;).
Danach stand die Überlegung zwischen Counterfeit und der Lesung von Bernhard Hennen. Wir entschieden uns – okay ich entschied für alle – für Counterfeit. Counterfeit liefern vernünftigen Punktrock mit hohem Tempo und Aggresivität, aber auch eingängigen Melodien. Mir sagte die Beschreibung eigentlich eher zu, weil es sich um Jamie Campell-Bowers (Harry Potter, Chroniken der Unterwelt, Sweeny Todd) Band handelt. Leider war es dann doch nicht mein Geschmack, da die Lieder sehr gleich klangen und wenn zwischen den Songs nicht ein neuer angekündigt worden wäre. Nachdem ich dann Mr. Campell-Bower noch oben ohne sah (schon so ein bisschen sabber sabber), reichte es mir nach ein paar Liedern und wir wechselten zum Funkelforest, wo demnächst Harpo Speaks erneut auftreten sollte. Tommys Band Harpo Speaks steht für Improvisationsfreude und Partytauglichkeit, ihr Motto lautet „No song remains the same“. M&M ließ ich nach dem Konzert im Funkelforest zurück, da Krappweiss angekündigt hatte, noch einmal eine Signierstunde zu geben. So wurde mein frisch gekauftes Ghostsitterbuch signiert und gleich im Zelt in Sicherheit gebracht. Kurz darauf stieß ich wieder zu M&M, die im Funkelforest inzwischen Jan Hegenberg lauschten. Jan Hegenberg macht Musik für Zocker und ist heute so etwas, wie der Rock-Papst der deutschen Gaming-Szene. Verpasst haben wir dadurch die Lesungen von Thomas Finn (Horrorautor) und T. S. Orgel (Fantasy-Autoren-Duo).
Danach ging es zum mehr oder weniger abschließenden großen Finale mit dem großen Film-Orchester unter der Leitung von Chuhei Iwasaki. Erst durch ihre Musik werden Blockbuster, wie Herr der Ringe, Harry Potter oder Star Wars zum epischen Filmerlebnis, das wir kennen und lieben. Genau diese Musik (und viele weitere Klassiker) erweckt das Pilsen Philharmonic Orchestra auf der Bühne zum Leben. Hier war es zum einen sehr interessant zu sehen, wie tatsächlich alle Musiker auf die doch relativ kleine Bühne passten. Zum anderen, welche Stille während der Stücke herrschen konnte, obwohl gefühlt alle Teilnehmer des Festivals anwesend waren und jeder Störenfried wurde mit einem einheitlichen Zischkonzert zum Schweigen gebracht.
Danach ging es für viele Richtung Zelt. Wir blieben jedoch, da Kristian Nairn – besser bekannt als Hodor aus Game of Thrones – noch als DJ auflegen wollte. Doch auch hier hielten wir es nur ca. 3 Lieder lang aus, denn DJ-Musik gefiel uns allen drein nicht. Alternativ hätten wir noch zu Koenix weitergehen können. Koenix entführt dich in eine andere Welt: Mit unbändiger Musik, inspiriert von mittelalterlichen Melodien. Aber letztendlich war es einfach schon wieder sehr spät und das Zelt rief nach uns.

Damit ging das Festival zu Ende und ließ uns mit vielen neuen Erinnerungen wieder in den Alltag zurückkehren. Für den ersten Versuch hat das Festival-Team viel Richtig gemacht. Natürlich lief nicht alles zu 100% rund und gerade, was das Fotoshooting und Autogrammzelt anging, gab es wohl viele Beschwerden. Mir hat es gut gefallen und ich bin sehr gespannt, was das Programm für nächstes Jahr so bietet.

Stay here

Ein Vorwort

Netflix haut ja bekanntlich eine neue Serie nach der nächsten raus. Das Prädikat Netflix Original hat mich dabei bisher selten enttäuscht. Nachdem ich die Netflix Serie Queer Eye sah, scheint Netflix nun der Ansicht zu sein, dass ich mich durchaus für amerikanisches Reality-TV interessiere und schlug mir nun ihre neue Serie Stay here vor. Nachdem ich mir den Trailer ansah, stand fest: Ich mag eigentlich immer noch kein amerikanisches Reality-TV, aber das Konzept von Stay here hat mich als Tourismuskauffrau durchaus angesprochen.

Die Handlung

Die Innenarchitektin Genevieve Gorder und der Marketingexperte Peter Lorimer werden von Ferienhausbesitzern, denen das Projekt über den Kopf wächst, zur Hilfe gerufen. Mit einem neuen Konzept, den nötigen Renovierungsarbeiten und Tipps und Tricks im Bereich Marketing schaffen Genevieve und Peter die Ferienwohnungen attraktiv zu machen.

Meine Meinung

Stay here hat aktuell eine Staffel mit 8 Folgen, die alle ca. 30 Minuten gehen. Das Prinzip und der Ablauf ist jedes Mal das gleiche. Genevieve und Peter werden zu einem Ferienhaus gerufen. Dieses besichtigen sie und finden gleich die Schwachstellen. Dann stellen sie den Besitzern das neue Konzept vor, das immer mit einer Renovierung einhergeht. Währenddessen wird über Marketing und die Feinheiten gesprochen. Am Ende wird das neue Ferienhaus präsentiert.
Dabei ist besonders schön, dass die Auswahl der Ferienhäuser sehr breit gefächert ist. Vom Strandhaus in Malibu über einem Hausboot in Seattle bis zum ehemaligen Feuerwehrhaus in Brooklyn ist alles dabei. So wird die Serie trotz gleichem Aufbau nicht langweilig.
Auf den ersten Blick wirkt die Serie vielleicht wie ein Abklatsch von Sendungen, wie Fixxer Upper oder auch dem deutschen Wohnen nach Wunsch. Doch genau wie Netflix mit der Serie Chef’s Table den immer gleichen Kochsendungen neuen Wind einhauchen konnte, schaffen sie auch hier eine eigene Dynamik einzubauen, so dass sich auch Stay here von anderen Serien des gleichen Genres abheben kann. Vor allem hat Stay here das Prinzip in der Kürze liegt die Würze begriffen und mit den ca. 30 Minuten Lauflänge gut umgesetzt. Denn während man bei anderen Serien den gesamten Umbau in all seinen Details verfolgt, wird hier nur der grobe Plan vorgestellt, dann über die anderen Probleme gesprochen und am Ende bestaunt man das Resultat.
Ein weiterer Vorteil von stay here ist, dass für jede Destination auch Geheimtipps ausprobiert werden, um den potentiellen Kunden später Empfehlungen aussprechen zu können. So bekommt man aber auch selbst Tipps für die potentielle Reise in die Zielgebiete.

Das Fazit

Stay here schafft es sich durch kleine aber feine Details von der Konkurrenz abzusetzen und Netfix zeigt wieder einmal, dass sie – wie bereits bei Chef’s Table – bekannte Konzepte aufgreifen, dieser aber interessanter und neuartig in eigene Serien verwandeln. Stay here ist eine Serie für alle, die sich für Reisen und Ferienwohnungen interessieren.

Mission Impossible 6 – Fallout

Ein Vorwort

Nachdem Tom Cruise in MI Phantom Protokoll nur mit haftenden Handschuhen am Burj Khalifa hochkletterte, schien der Stunt nicht mehr zu toppen. In MI Rogue Nation hing Ethan Hunt – Cruises Charakter – dann an einem startenden Jet. Auch dies schien nicht mehr zu toppen. Nun erscheint der inzwischen sechste MI Teil Fallout in den deutschen Kinos und wurde bereits vorab als der actionreichste der Reihe angekündigt. Man durfte also durchaus gespannt sein, was sich Cruise nun wieder ausgedacht hat. Man sollte übrigens zumindest den fünften Teil vorher gesehen haben, da der sechste an ihn direkt anschließt. Für ein bisschen Hintergrundwissen wären auch der dritte und vierte von Vorteil.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Mission Impossible lernen wir den IMF Agenten Ethan Hunt (Tom Cruise) kennen, der einen Maulwurf in der CIA entlarven soll. Hilfe erhält er von dem Hacker Luther (Ving Rhames) Jim Phelbs wird als dieser erkannt – Fun Fact: Jim Phelbs war in den beiden Serien Kobra übernehmen sie und in geheimer Mission auf der die Filme basieren der Protagonist, der nun von Hunt abgelöst wurde.
In Mission Impossible II muss Hunt die Verbreitung eines Grippevirus vor dessen Ausbruch stoppen. Hilfe erhält er wieder von Luther.
In Mission Impossible III hat sich Hunt größtenteils vom IMF abgewandt und lebt mit seiner Freundin Julia zusammen. Er nimmt jedoch wieder einen Auftrag an, da sein Schützling Lindsay entführt wurde. Im Laufe des Films wird Julia jedoch entführt und er muss die Hasenpfote klauen, die er eigentlich zuvor sicherstellen sollte, um Julias Leben zu retten. Da diese vorher nichts von seiner Arbeit wusste und seine Lügen langsam Leid ist, heiratet er sie, um ihr Vertrauen zu behalten. Am Ende erfährt sie doch von seiner Tätigkeit und Hunt will beim IMF aussteigen. Unterstützung während der Mission bekommt er von Benji (Simon Pegg), der als IT-Experte gerne auch einmal in einen Außeneinsatz möchte.
In Mission Impossible – Phantom Protokoll wird Hunt von Benji, der inzwischen für Außeneinsätze zugelassen wurde, und Jane (Paula Patton) aus einem Gefängnis befreit. Zusammen müssen sie in den Kreml einbrechen, der aber kurz nach ihnen in die Luft fliegt. Da dem IMF von den Russen die Schuld gegeben wird, wird das IMF aufgelöst. Hunt muss zusammen mit dem Sekretär Brandt (Jeremy Renner) fliehen. Zusammen müssen die den Kreml-Attentäter finden und ausschalten. Dabei kommt heraus, dass Brandt zuvor ein Pärchen im Urlaub bewachsen sollte, die Frau aber trotzdem getötet wurde, weswegen er sich zunächst aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hatte. Der Mann, der überlebte, war Hunt. Am Ende des Films sieht man jedoch Julia aus der Entfernung und Hunt erzählt Brandt, dass es nur eine Tarnung war, damit seine Frau ein normales Leben ohne ihn führen konnte.
In Mission Impossible – Rogue Nation erfährt Hunt von dem Syndikat, einer Terrorgruppe unter der Führung von Solomon Lane. Er wird vom Syndikat gefangen genommen, kann aber durch Ilsa Faust, eine Doppelagentin des MI6 fliehen. Taten des Syndikat werden jedoch Hunt zugeschrieben und dieser muss untertauchen, zumal der Chef der CIA Hunley (Alec Baldwin) nicht an die Existenz des Syndikats glaubt. Das IMF wird aufgelöst und Brandt und Benji müssen nun für die CIA arbeiten. Hunt nimmt schließlich Kontakt zu Benji auf und beide werden von Ilsa nach Marokko gelockt. Dort bergen sie einen Stick mit geheimen Informationen, den Ilsa aber an sich nimmt, um sie dem MI6 zu übergeben. Schließlich stößt auch Brandt wieder zum Team und hat Luther mit dabei. Am Ende schaffen sie es Solomon Lane zu fassen, nachdem dieser Ilsa als Druckmittel gefangen hält und Benji entführt wurde. Hunley wird neuer Chef des IMF.

Die Handlung

Während einer gescheiterten Mission gelangt waffenfähiges Plutonium in die Hände von Terroristen. Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team müssen dafür gerade stehen und werden beauftragt das Plutonium zurückzuholen. Dabei wird ihnen der CIA Agent August Walker (Henry Cavill) an die Seite gestellt. Unterwegs treffen sie auf bekannte Gesichter, wie Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) und den im fünften Teil gestellten Bösewicht Solomon Lane (Sean Harris).

Meine Meinung

Den gleichen Bösewicht noch einmal verwenden, obwohl er schon im vorangegangen Teil eine unmögliche Mission darstellte, war entweder ein sehr gewagter oder ein sehr dummer Schritt. Genau diese Frage stand zu Anfang des neuen Teils im Raum. Denn zuvor wurde zumindest immer diese Rolle komplett neu ausgearbeitet. Dies war den Machern aber nun anscheinend zu mühsam und so wurde Sean Harris erneut verpflichtet und durfte wieder antreten, diesmal aber zunächst vom Gefängnis aus.
Das Grundteam hat sich mit Tom Cruise, Ving Rhames und Simon Pegg erneut versammelt. Alec Baldwin durfte als Chef des IMF erneut auftreten und bekam auch eine etwas größere Rolle. Und während selbst Rebecca Ferguson als Ilsa, ebenfalls ein Charakter aus dem fünften Teil, wieder auftauchen durfte, wurde Jeremy Renners … ohne ein Wort aus dem Skript gestrichen. Als „Ersatz“ wurde dann Henry Cavill gecastet – mit Verpflichtung zum Schnurrbart, was ihm durch die Nachdrehs bei Justice League etwas ins Schwitzen brachte – der als CIA-Agent die Dynamik des Films zumindest ein bisschen änderte. Ebenfalls als Neuzugang wurde Vanessa Kirby als zwielichtige … gecastet. Die The Crown-Darstellerin hat zwar nur eine kleinere Rolle, nutzt diese aber, um dem Film noch einmal eine neue Nuance zu geben.
So wurden die Weichen für das neue Abenteuer gestellt, das schon von ersten Kritikern als das mit Abstand actionlastigste beschrieben wurde. Und genau hier liegt das Problem des Films. Denn während in den vorherigen Teilen zunächst neue Charaktere und der neue Bösewicht vorgestellt wurden, wird dieser Teil einfach übersprungen, Henry Cavill mit einem kurzen Dialog dem Team zugeschustert und schon geht es los von einer Verfolgungsjagd zur Nächsten. Das irgendjemand von der CIA Dreck am Stecken hat, wird auch schnell klar und so überrascht der „große“ Plottwist überhaupt nicht.
Viele loben die viele Action im sechsten Teil. Und natürlich ist sie auch hier wieder gut gefilmt und excellent choreographiert und Tom Cruise übertrifft sich mit seinen Stunts wieder einmal selbst. Aber genau das ist der Haken, den ich im Film sehe. Dadurch das immer noch etwas drauf gesetzt werden musste, es immer noch einmal schlimmer kommen musste, war ich am Ende des Films nicht geflasht, sondern eher ermüdet. Die Hubschrauberschlacht am Ende entlockte mir nur noch ein müdes Schulterzucken und das erneute Fangen des Bösewichts am Ende ließ mich nur noch die Augen rollen. Denn letztendlich war es einfach zu viel Action, zu wenig Handlung und vorallem zu wenig Dialoge, denn gerade Simon Pegg, der in den letzten Teilen immer wieder für gute Momente sorgte, ist erstaunlich still. Dafür wurde sich mehr auf testosteron geladenes Geplänkel zwischen Cruise und Cavill konzentriert. Um das wieder aufzulockern musste Rebecca Ferguson wieder antreten, um zumindest ein bisschen weibliche Stärke einzubringen, denn Vanessa Kirbys Rolle versprüht zwar unglaublich viel Charme, aber leider auch wieder das Klischee der Frau mit den Bodyguards.

Das Fazit

Mission Impossible – Fallout erscheint zwar wieder mit einem guten Cast, vergisst diesen aber gewinnbringend einzusetzen und verliert sich im Machogehabe von Cruise und Cavill und bringt eine gute Portion Action mit, die leider am Ende etwas zu viel des Guten wird. So kann der inzwischen sechste Teil der Reihe leider nicht mehr überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Mission Impossible – Fallout läuft seit dem 02.08.2018 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Bad Spies

Ein Vorwort

Mila Kunis hatte in den letzten Jahren mit ihren Bad Moms eindeutig einen guten Riecher für gelungene Komödien, die Spaß und gute Handlung miteinander kombinieren konnten. Nun hat sie die Mädels an ihrer Seite durch Kate McKinnon ausgetauscht, die zuletzt in Ghostbusters als Holtzman begeistern konnte, während ihre Rolle in Girls Night Out eher als das Blond-Blondchen angelegt war. Wird Bad Spies ein Erfolg wie die Bad Moms, oder wird es eine Blödelkomödie, wie der Trailer schon erahnen ließ?

Die Handlung

Audrey (Mila Kunis) wurde vor kurzem von ihrem Freund Drew (Justin Theroux) verlassen. Als sie androht seine Sachen zu verbrennen, taucht er wieder auf, wird aber kurz darauf erschossen. Sie muss feststellen, dass er verdeckt bei der CIA tätig war und einen USB-Stick mit wichtigen Daten gestohlen hat. Hinter dem sind jetzt nicht nur MI6 und CIA her, sondern auch die Russen. Und Audrey und ihre beste Freundin Morgan (Kate McKinnon) sind auf einmal auf der Flucht und müssen nach Wien reisen.

Meine Meinung

Mitunter scheint Bad Spies eine Unterrichtseinheit über europäische Hauptstädte zu sein. Denn während des Abenteuers werden viele verschiedene Städte besucht, von Berlin über Wien, Amsterdam, Paris, Budapest und viele mehr. Und natürlich nur die Hauptstädte der Länder und brav mit Landbezeichnung dazu. Schon allein daran lässt sich ein bisschen die Zielgruppe ableiten. Auch ansonsten ist Bad Spies ein Film, der ganz leichten Kost, der versucht die Massen zu unterhalten. Dabei darf natürlich der typische Witz unter der Gürtellinie nicht fehlen.
So tröpfelt der Film dann auch vor sich hin. Eigentlich rennen die beiden Damen – natürlich vollkommen überfordert mit der Welt – immer nur Kreischend von einem Ort zum anderen. Nur unterbrochen von Actioneinlagen, die mitunter wirklich gut choreographiert und gefilmt wurden. Diese sind dann aber auch meistens so überdimensional dargestellt, dass sich keine Spannungskurve aufbauen kann. Stattdessen verfolgt man Kunis und McKinnon von einer Stadt in die nächste, wobei Zeit auch sehr relativ ist – ich sag nur in unter 24 Stunden von Los Angeles nach Wien, mit mind. 13 Stunden Flugzeit und Zeitverschiebung… – und hat schon bald jegliches Interesse an der Handlung verloren. Trotzdem muss man dem Film zugutehalten, dass es tatsächlich 2-3 wirklich geistreiche Humoreinlagen gab, die den Film dann doch etwas aufgewertet haben.
Das große Finale war dann eine Mischung aus sehr konstruiert und absolut übertrieben. Allerdings doch wieder mit einem gewissen Charme, was man auch über den Rest des Films sagen kann, weswegen Bad Spies doch nicht der große Reinfall ist, auf den er hingesteuert hat.

Das Fazit

Bad Spies ist Popcornkino von der ganz einfachen Art und dabei leider auch nicht wirklich einfallsreich. Mitunter gibt es ein paar geistreiche Witze, die dann auch wirklich Spaß machen. Alles in allem aber eher ein schwächerer Film. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Bad Spies erscheint am 30.08.2018 in den deutschen Kinos.

Deine Juliet

Ein Vorwort

Mitten zwischen Frankreich und Großbritannien, da liegen sie: die Kanalinseln. Größtenteils vergessen und von der Menschheit wenig beachtet und doch, wenn man einen genaueren Blick auf sie wirft, wunderschön. Auch zur Zeit des zweiten Weltkrieges hatten es die Inselbewohner nicht leicht. Unterjocht von den Deutschen, ignoriert von den Briten. So ist nach Ende des Krieges der Hass auf beide Nationen groß auf den Inseln. Doch genau hier spielt Deine Juliet, der im Original den unnatürlich langen Titel „The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society“ trägt.

Die Handlung

1946. Juliet Ashton ist eine Autorin aus London und nicht so richtig begeistert von ihren Werken und quält sich eher durch ihre Lesereise. Eines Tages erreicht sie durch Zufall ein Brief von einem Dorsey Adams von der Insel Guernsey, der sie bittet ein Buch für seinen Buchclub zu finden. Juliet ist begeistert von dem Brief und die beiden schreiben sich mehrfach, ehe Juliet beschließt nach Guernsey zu reisen. Dort besucht sie den Buchclub und merkt schnell, dass alle ein großes Geheimnis verbergen. Begeistert von Land und Leute beschließt Juliet länger zu bleiben und dem Geheimnis auf den Grund zu gehen.

Meine Meinung

Deine Juliet schafft es mehrere Sachen gekonnt zu kombinieren. An vorderster Stelle steht die wunderschöne Landschaft Guernseys, die bei mehreren Inselrundgängen zur Geltung kommt. Auch wenn hier natürlich auch immer Hinweise auf die kürzlich vergangene Besatzungszeit gegeben werden, beispielsweise wurden viele Teile des Strandes vermint. Trotzdem kann man in der Landschaft versinken und wünscht sich gleich für den nächsten Urlaub dorthin.
Zum anderen ist da die geschichtliche Einbettung. Rückblenden werden aus der Zeit der deutschen Besatzung erzählt und wie das für die Bewohner war. Hier wird aber nicht verzweifelt versucht die Deutschen schlecht darzustellen, sondern es wird möglichst realistisch wiedergegeben. Auch der Kontext, dass die Inselbewohner auch auf die Briten nicht sonderlich gut zu sprechen waren, wird gut eingebunden.
Und zum Schluss ist da einfach nur noch die liebevolle Handlung. Sie ist absolut stimmig, auch wenn ein paar Stellen mitunter etwas konstruiert wirken und einige Wendungen vorhersehbare waren. Aber es gab auch einige Entwicklungen, die man so nicht vorhersehen konnte. Und genau dieser Teil macht Deine Juliet nicht nur sehenswert, sondern auch spannend. Durch geschickte Einbindung von Rückblenden, bleibt das große Geheimnis durchgehend präsent und der Zuschauer geht mit Juliet auf eine Schnitzeljagd, die einem ans Herz geht.
Am meisten lebt Deine Juliet aber von liebenswerten Charakteren und der dazu sehr gut gewählten Besetzung. So war Lily James eindeutig die passende Wahl für die Rolle der Juliet Ashton. Sie schafft es gekonnt den inneren Zwiespalt des Charakters zum Ausdruck zu bringen, ihre Suche nach einem Platz zum Ankommen, nachdem sie in London ausgebombt wurde. Auch stimmt die Chemie zwischen ihr und den anderen Darstellern, allen voran Michiel Huisman als Dorsey Adams.

Das Fazit

Deine Juliet ist ein Film, der optisch wunderschön ist, geschichtlich gut recherchiert und mit liebevollen Charakteren eine runde Handlung bietet. Kleinere Vorhersehbarkeiten oder konstruierte Szenen sind Jammern auf hohem Niveau. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Deine Juliet läuft seit dem 09.08.2018 in den deutschen Kinos.

Skyscraper

Ein Vorwort

Die Marke Dwayne „The Rock“ Johnson hat in den letzten Jahren verstärkt neue Filme ins Kino gebracht. Während San Andreas recht ordentlich war und Jumanji – Welcome to the Jungle ein absoluter Kracher, konnten Baywatch und zuletzt Rampage – big meets bigger eher weniger überzeugen. Nun kommt das nächste Actionabenteuer in die  Kinos. Auf dem ersten Blick sieht es aus wie die Dwayne Johnson Variante von High Rise. Hier erfahrt ihr, was der Film wirklich kann.

Die Handlung

Will Sawyer (Dwayne Johnson) bekommt ein Jobangebot als Sicherheitschef des größten und modernsten Gebäudes der Welt. Seine Familie darf dort auch gleichzeitig leben. Doch kurz darauf gibt es einen Terrorangriff auf das Gebäude. Die Terroristen haben es auf den Gründer des Gebäudes Zhao Long Ji (Chin Han) abgesehen, schließen aber Sawyers Familie mit im Gebäude ein. Dieser sucht nun einen Weg hinein zur Rettung seiner Familie.

Meine Meinung

Die Grundprämisse von Skyscraper klang zumindest ganz interessant. Leider hat Mr. Johnson nun endgültig der Glaubhaften Hintergrundgeschichte abgeschworen und diese einfach mal in 10 Minuten abgearbeitet. Direkt danach geht es mit der geballten Actionladung los. Die hält genau das, was der Trailer versprach. Viele halsbrecherischen Aktionen sollen dafür sorgen, dass das Publikum durchgehend angespannt den Film verfolgt und ständig um seinen Protagonisten bangen soll. Der spektakulärste Stunt ist dabei nicht einmal der im Trailer dargestellte Sprung vom Baukran in das Gebäude – welcher inzwischen schon von allen Wissenschaftlern als unmöglich bewiesen wurde. Aber allein dieser Stunt kostet viel von den 103 Minuten – mindestens 15 Minuten verfolgen wir Mr. Johnson beim raufklettern und beim abschließenden Sprung. Man merkt also schon an diesem Beispiel, dass die Action viel zu übertrieben und abgedreht ist. Als Mr. Johnson kurz darauf auch noch Mr. Cruise und seiner Kletteraktion am Burj Khalifa nacheifert – und das ohne dessen Spezialausrüstung – ist der Frustrationsgrad im Kinosaal leider bereits sehr hoch. Statt an der Leinwand zu kleben vor Spannung, sitzt man dezent gelangweilt mit fast minütlichem Blick auf die Uhr da.
Dabei hätte man das Ganze mit einer glaubhafteren und auserzählten Hintergrundgeschichte entspannen können. Dann hätte man die Action glaubhafter und weniger abgedreht darstellen können. Denn optisch bietet Skyscraper einiges. Das Hightechgebäude hat einiges zu bieten und auch Hongkong als Kulisse hätte man deutlich mehr einbauen können.
Schauspieltechnisch ist leider auch nicht mehr als Durchschnitt drin. Dwayne Johnson liefert seine übliche Performance ab und die anderen Darsteller liefern genau das ab, was für den Film nötig ist, aber auch kein bisschen mehr.

Das Fazit

Skyscraper hat eine schöne Grundprämisse und könnte Mission Impossible mit High-Rise kombinieren. Leider bleibt am Ende nur die schöne Optik des Gebäudes und eine Vielzahl an abgedrehten Actionsequenzen. Den Zuschauer lässt der Film dadurch leider kalt. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Skyscraper läuft seit dem 12.07.2018 in den deutschen Kinos.