Cinemathek: Mit Siebzehn

Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Mit Siebzehn“. Der Film lief ursprünglich ab dem 16.03.2017 in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Der französische Film „Quand on a 17 ans“, zu Deutsch „Mit 17“, nahm im Jahr 2016 am Wettbewerb zur Berlinale teil. Die Kritiken überschlugen sich und lobten den Film für sein Feingefühl und den vielen Aussagen ohne etwas zu sagen.

Die Handlung

Damien und Tom gehen in die gleiche Klasse, leben aber doch in völlig unterschiedlichen Welten. Damien lebt mit seiner Mutter, einer Ärztin, in der Stadt, während sein Vater als Berufssoldat überall auf der Welt ist und sich nur regelmäßig durch Videoanrufe meldet. Seine Mutter bringt und holt ihn täglich mit dem Auto von der Schule ab und auch wenn seine Familie nicht reich ist, können sie doch gut leben. Tom hingegen lebt bei seinen Adoptiveltern auf einem Bauernhof in den Bergen. Um zur Schule zu kommen muss er durch meterhohen Schnee stapfen und braucht jeden Tag drei Stunden für den Weg. Er hilft gerne auf dem Hof und nimmt die Schule nicht ganz so ernst. Beide verstehen sich überhaupt nicht. Ständig prügeln sie sich oder stellen dem jeweils anderen ein Bein. Das Verhältnis bessert sich auch nicht, als Damiens Mutter Tom zu sich einlädt, damit er einen kürzeren Schulweg hat. Doch woher kommt der ganze Groll.

Meine Meinung

Mit Siebzehn versucht sich an einer langsamen Erzählweise in der wenig gesagt wird. Was die Kritiker noch lobten, funktioniert für den durchschnittlichen Kinobesucher nicht mehr. Denn schon die ersten Minuten, die praktisch nur die Landschaft des französischen Ortes zeigen, in dem der Film spielt. Erst nach und nach scheint sich eine Handlung zu entwickeln, die man so richtig erst nach über einer Stunde Film erkennt. So entsteht schon früh eine große Langeweile im Kinosaal, die man hören kann. Erst nachdem scheinbar alles und doch absolut nichts gesagt wurde, kommt der Film auf den Punkt und offenbart seine eigentliche Handlung. Leider ist dieser kurze Abschnitt der Deutlichkeit schon ganz bald wieder vorbei und der Film versteckt sich wieder hinter Andeutungen. Hinzu kommt, dass keiner der Charaktere wirklich sympathisch ist und man so auch keine Verbindung aufbaut. Es ist einen bis zuletzt total egal, was aus Damien und Tom wird. Es ist einem egal, warum sie sich ständig prügeln, wieso sie die ganze Zeit gemein zueinander sind und doch immer wieder die Nähe des anderen suchen.
Durch die fehlende Handlung und Tiefe verläuft sich der Film in Belanglosigkeiten, obwohl er eigentlich im Verborgenen wirklich etwas zu erzählen hat. An sich greift er immer wieder verschiedene Themen auf: Adoption und die Angst vor einem leiblichen Kind, Homosexualität, Tod eines Elternteils und die alles zerfressende Trauer des zweiten Elternteils. Leider schafft es „Mit Siebzehn“ nicht diese Themen wirklich zu erzählen, sondern schneidet sie nur immer wieder an. Nach 114 Minuten Laufzeit ist der Film zu Ende, der Kinosessel wird verlassen und „Mit Siebzehn“ ist schon nach einer Minute wieder komplett vergessen. Kein Grübeln über die ernsten Themen des Films. Das einzige, was zumindest für fünf Minuten im Gedächtnis bleibt ist die Landschaft.

Fazit

„Mit Siebzehn“ ist ein Film, der die Kritikergemeinde zur Berlinale begeistern konnte, für den durchschnittlichen Kinogänger aber an keiner Stelle funktioniert. Er ist langweilig, verliert sich im Nichtssagen und hätte doch so viel zu erzählen. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

 

Big little lies

Nach der Emmy-Verleihung war ich wieder von so vielen neuen Serien inspiriert, dass ich zunächst nicht wusste, wo ich anfangen sollte. Letztendlich habe ich mich für den Anfang auf die neue HBO-Miniserie konzentriert. Big little lies ist auf eine Staffel mit 7 Folgen konzipiert.

 In dem kleinen Küstenort Monterey, mit vielen wohlhabenden Familien,kommt es auf der Spendengala der Grundschule zu einem Todesfall. Nachträglich erscheinen alle Mütter verdächtigt und durch Verhöre werden nach und nach Intrigen, Lügen, Dramen und noch vieles mehr enthüllt.

Im ersten Moment ist es immer merkwürdig, wenn nach dem HBO Slogan nicht das Theme von Game of Thrones erscheint, aber der erste Eindruck der Serie Big little lies ist auch nicht wirklich einprägsam. Denn das Intro dauert viel zu lang und zeigt einfach nur die wichtigsten Mütter der Serie beim Autofahren mit Einblicken in die Landschaft von Monterey. Wer sich davon noch nicht hat abschrecken lassen, muss sich noch zwei Folgen gedulden, ehe die Handlung richtig in die Gänge kommt. Denn die Serie nimmt sich zu Anfang viel Zeit, um die verschiedenen Charaktere sehr oberflächlich darzustellen. Erst nach und nach erfährt man immer mehr über die Familien und ihre genaueren familiären Hintergründe. Am wichtigsten sind hier fünf Familien. Jane Chapman (Shailene Woodley) und ihr Sohn Ziggy sind pünktlich zur Einschulung Ziggys neu nach Monterey gezogen. Janes Hintergründe bleiben lange im Dunkeln und werden nur durch Erinnerungen und Traumsequenzen angedeutet. In Monterey wird sie schnell abgestempelt, weil sie alleinerziehende Mutter ist. Dennoch freundet sie sich schnell mit Madeline Mackenzie und Celeste Wright an. Madeline (Reese Witherspoon) ist in zweiter Ehe verheiratet aus der Tochter Chloe entstand. Sie hat noch eine größere Tochter Abigail, die aus ihrer ersten Ehe mit Nathan Carlson entstand. Das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann ist gereizt, vor allem seit er die jüngere Yoga-Lehrerin Bonnie (Zoe Kravitz) geheiratet hat. Über Madeline erfährt man schnell alles wichtige, auch wenn sie noch ein paar Überraschungen zu bieten hat. Celeste Wright (Nicole Kidman) ist mit Perry verheiratet und hat die Zwillinge Josh und Max. Während ihre Ehe nach außen sehr glücklich wirkt, spielen sich hier hinter verschlossenen Türen die wahren Abgründe der Serie ab. Als Gegenspielerin zu dem dreier Gespann entwickelt sich bereits zu Anfang der Serie Renata Klein (Laura Dern), die im Gegensatz zu den nicht arbeitenden oder in Teilzeit arbeitenden Mütter steht und versucht gleichzeitig Mutter und Karrierefrau zu sein.
Die Handlung der Serie baut sich sehr langsam auf und bis zur sechsten Folge mag man nicht denken, dass die Serie nach der siebten Folge fertig erzählt sein soll. Aber letztendlich schafft es die Serie einen runden und obwohl hochdramatisch doch ruhig erzählten Abschluss zu finden. Als Rahmen der Erzählung dienen Zeugenbefragungen der anderen Bewohner Montereys. Bis zum Ende bleibt jedoch die Frage offen, wer denn nun genau gestorben ist. Dadurch bleibt die Serie durchgehend spannend.
Obwohl sich Big little lies ausschließlich mit den Sorgen und Problemen der besser gestellten weißen Bevölkerung beschäftigt, werden hier keine selbstgemachten „Reichenprobleme“ dargestellt, sondern Ängste und Katastrophen, die sich überall genau so ereignen können. Dabei spricht die Serie trotz ihrer kurzen Lauflänge von nur sieben Folgen gleichzeitig eine Vielzahl von Themen an, unter anderem häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Mobbing und das zu starke Bemuttern von Kindern. Gerade durch seinen ernsten Ton unterscheidet sich die Serie von vergleichbaren Serien, wie Desperate Housewives.

Alles in allem ist Big little lies eine in sich geschlossene, ruhig erzählte, und durch Handung und Schauspiel überzeugende Serie, die zu Recht einige Emmys gewann.

American Assassin

Am 12.10.2017 erschien ein neuer Film mit Michael Keaton in den deutschen Kinos.

Mitch Rapp musste bei einem Terroranschlag mit ansehen, wie seine Verlobte niedergeschossen wurde und dann starb. In Folge seiner Trauer, trainierte er verschiedene Kampftechniken und den Umgang mit Schusswaffen. Nachdem er sich in einer Terrortruppe einschleusen konnte, wird die CIA auf ihn aufmerksam und er wird Stan Hurley unterstellt. Doch obwohl Rapp kaum fähig, sich an Regeln zu halten, wird er schon bald auf eine wichtige Mission geschickt.

Manchmal kommt es halt doch anders als geplant. Vince Flynn hatte bereits mehrere Werke über den CIA-Agenten Mitch Rapp geschrieben und die Rechte an seinem Werk verkauft. Dann wurde die Verfilmung des Teils „der Feind“ geplant und mehrere große Namen standen im Raum Mitch Rapp zu spielen. Doch der Plan wurde mit Erscheinen des Prequels „American Assassin“ verworfen und der spät erschienende, aber vor den anderen Werken spielende Teil wurde als erster Film in Betracht gezogen. Nach langem hin und her – und der Absage von Chris Hemsworth – wurde letztendlich Dylan O’Brien gecastet, mit der Absicht die Rolle mit dem Schauspieler zusammen altern zu lassen. An sich keine schlechte Idee doch einfach mal die Geschichte chronologisch zu erzählen und die Zuschauer nicht Jahre später mit einem Prequel zu nerven.
So beginnt der Film auch gleich mit jenem schicksalshaften Tag am Strand, wo Mitch Rapp Zeuge eines Terroranschlags und dem Tod seiner Verlobten wird. Die Verwandlung zum Muskelpaket wird dann übersprungen und der Zuschauer trifft ihn wieder, als er bereits kurz davor ist, sich erfolgreich in eine Terrorgruppe einzuschleusen. So lernt man bereits innerhalb der ersten Viertelstunde zwei Seiten von Rapp kennen und kann seine darauffolgenden Taten besser verstehen. Ein geschickter Erzählzug im Gegensatz zu Rapp erst als den knallharten und verschlossenen Typen vorzustellen, um dann hinterher Hände ringend zu erklären zu versuchen, warum er so geworden ist. Der Rest der Handlung verläuft dann aber doch stark nach dem üblichen Schema, so dass der Ausgang der Handlung bis auf wenige Überraschungen doch sehr vorhersehbar ist. Was ihm hier jedoch an Kreativität fehlt, macht er durch gut ausgewählte Drehorte wieder wett. So jetten die Charaktere gefühlt um die halbe Welt. Leider kann auch dies den Spannungsbogen nur bedingt aufrecht halten. Um darüber hinwegzutrösten wurde der Film sehr blutig. Dabei übertreibt er aber an keiner Stelle, sondern hält die Kamera bei Schusswechsel konsequent drauf und dreht sie nicht nur auf die entsetzten Gesichter der umstehenden Zivilisten. Damit erhielt die ungeschnitte Fassung in Deutschland auch eine FSK Freigabe ab 18 Jahren.
Zumindest Michael Keaton als Stan Hurley versucht zwischendrin immer wieder ein wenig Witz zur Auflockerung der ansonsten sehr ernsten Stimmung. Immerhin konnte sich Sanaa Lathan als starke Frauenrolle hervortun und beerbt mit ihrer Dr. Irene Kennedy praktisch Judy Dench als M aus den James Bond Filmen. Sie behält den Überblick und die Oberhand über ihre männlichen Kollegen.
Und was ist mit einer Fortsetzung? Nun, das wird wohl abhängig von den Einspielergebnissen sein, denn die literarische Vorlage gibt es. Aber sollte es einen geben, wäre es sicher interessant zu sehen, in wie weit O’Briens Mitch Rapp sich vom auf Rache sinnenden Jugendlichen weiterentwickeln kann und ob die Entscheidung den Schauspieler mit der Rolle wachsen zu lassen, auch wirklich die richige wahr.

Alles in allem ist American Assassin ein solider Actionfilm geworden, der sich leider kein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten konnte, aber trotzdem durchaus sehenswert ist. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Unter deutschen Betten

Am 05.10.2017 erschien eine neue deutsche Komödie in den deutschen Kinos.

Linda Lehmann hatte vor 10 Jahren einen Hit. Seitdem fühlt sie sich aber noch immer als großer Star und hat sich zu einer richtigen Diva entwickelt. Doch als ihr Comeback scheitert und sie erkennt, dass ihr Produzent und Lebensgefährte sie betrügt, bleibt ihr nichts mehr. Als auch ihre Freunde sie verschmähen, ist ihre letzte Hoffnung ihre ehemalige Putzfrau Justyna. Deren Leben wird von da an ordentlich auf den Kopf gestellt.

Es geht das Gerücht, dass deutsche Filmemacher nur Komödien können. Und wenn man sich die aktuellen Kinofilme ansieht, so scheint das Gerücht fast bestätigt. Denn neben High Society und dem bald anlaufenden Fack Ju Göthe 3 ist Unter deutschen Betten bereits die dritte aktuelle Komödie. Aber ist der Film wirklich eine reine Komödie?
Die Frage kann man sehr schnell mit einem „Ja“ beantworten. Denn das Buch selbst beschreibt humorvoll die Zustände in deutschen Haushalten und spricht dabei die Themen Schwarzarbeit, Mindestlohn und Ausländerfeindlichkeit an. Die Protagonistin Justyna Polanska basiert dabei auf verschiedenen polnischen Putzfrauen, die der Autor Holger Schlageter unter einem Pseudonym vereint. Der Film hingegen schlägt von Anfang an eine ganz andere Kerbe ein und suchte sich eine neue Protagonistin. Der One-Hit-Schlagerstar Linda Lehmann wird erfunden, die nach einem gescheiterten Comeback vor den Scherben ihres Lebens steht. Verlassen von Lebensgefährten und Freunden, gibt es nur eine Person, die überhaupt noch etwas mit ihr zu tun haben möchte: Ihre ehemalige Putzfrau. Wobei das auch nicht so wirklich stimmt. Außergewöhnliche Umstände zwingen die beiden zusammen zu arbeiten. Wobei Linda Lehmann ihres Zeichen Diva nicht gerade die größte Putzhilfe ist. Leider beißt sich der Film an der lustigen Idee, dass der völlig abgedrehte Schlagerstar auf einmal putzen muss fest. Natürlich ist es zunächst auch sehr amüsant, aber das Frau Lehmann so partout gar nichts lernt, ist doch irgendwann etwas absurd. Nebenher tauchen immer wieder leicht kritische Themen auf. So erzählt Justyna, dass keiner der Bewohner je auf die Putzfrau achte, obwohl sie täglich in ihrem Haushalt herumschwirrt. Ebenso lernen wir Justynas Mitbewohner Rami kennen, der in seinem Heimatland ein Arztstudium bestanden hat und in Deutschland nun als Taxifahrer arbeiten muss, weil sein Studium in Deutschland nicht anerkannt wird. Hier wäre durchaus Potential für mehr gewesen, wenn man sich nicht auf eine Schiene eingeschossen hätte.
Schon nach dem ersten Trailer kam eine wichtige Frage auf: Wer um Himmels willen hatte nur Veronica Ferres gecastet? Die Antwort ist sehr einfach und überrascht wohl kaum jemanden. Denn Frau Ferres hat die Rechte an dem Buch erworben und sich damit ganz einfach selbst gecastet. Zu ihrer Verteidigung muss man aber sagen, dass sie ihre Rolle durchaus souverän spielt. Schauspielerisches Talent ist zwar an keiner Stelle erkennbar, aber die Rolle der Diva konnte sie trotzdem spielen. Auch der restliche Cast spielt souverän, sticht jedoch an keiner Stelle wirklich positiv hervor.
So kommt am Ende ein Film heraus, der an keiner Stelle wirklich schlecht ist, sich aber auch durch keine großen positiven Aspekte hervorhebt. So bleibt Unter deutschen Betten am Ende im allgemeinen Wusel der deutschen Komödien weit hinter seinem Potential zurück.

Alles in allem wäre mehr aus dem Film herauszuholen gewesen, wenn Veronica Ferres auch einfach weniger Screentime bekommen hätte. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Blade Runner 2049

Am 05.10.2017 erschien die lang ersehnte Fortsetzung von Blade Runner in den deutschen Kinos.

Im Jahr 2049 gibt es noch immer Replikanten, künstlich erschaffene Menschen, die versklavt werden, um den „reinen“ Menschen zu dienen. Die Blade Runner sind noch immer dafür verantwortlich diese zu jagen und auszuschalten. Bei einer seiner Missionen entdeckt Agent K etwas, das dringend unter den Tisch gekehrt werden muss. So begibt er sich auf die Suche und findet Antworten, die er eigentlich gar nicht finden wollte.

1982 erschien der erste Teil von Blade Runner in den deutschen Kinos und zeigte eine düstere Zukunftsvision des Jahres 2019 und kombinierte Science-Fiction, Dystopie und Elemente des Film Noir. Besonders zeichnete er sich jedoch durch seine sehr ruhige und langsame Erzählweise aus. Selbst in actionreichen Szenen kommt nie Hektik auf und es blieb immer Zeit, um die Bilder auf sich wirken zu lassen. Diesen Stil verdankt der Film eine Menge Fans, während andere mit diesem Kunstgriff eher weniger anfangen konnten.
Während Ridley Scott im ersten Teil noch Regie führte, zieht er sich im zweiten Teil als Executive Producer zurück und überlässt Deniz Villeneuve den Regiestuhl. Dieser hat bereits mit seinen Vorwerken Prisoners, Sicario und zuletzt Arrival bewiesen, dass er die langsame Erzählweise des ersten Teils auch in der Fortsetzung einfangen kann.
Wie der Titel schon verrät spielt der zweite Teil 30 Jahre nach dem ersten Teil. Im Vorspann wird erzählt, was zwischenzeitlich passierte und wie inzwischen mit den Replicanten verfahren wird. Als nächstes lernt der Zuschauer Agent K kennen – in diesem Fall Ryan Gosling und nicht Tommy Lee Jones aus Men in Black. Er verfolgt einen Replikanten einer älteren Generation und stößt dabei auf etwas, was lieber im Verborgenen geblieben wäre.
Blade Runner 2049 nimmt sich am Anfang viel Zeit, um Agent K und sein Leben vorzustellen. Leider legt der Film hier ein wenig zu viel Wert auf seine Beziehung und verpasst es die Welt um ihn herum genauer vorzustellen. So bleiben viele Fragen unbeantwortet. Auch im folgenden bleibt die Erzählweise ruhig, aber die Handlung wird trotzdem permanent voran getrieben, was den Spannungsfaktor deutlich hebt. Die Handlung selbst ist gut durchdacht, verschlungen erzählt und an keiner Stelle vorhersehbar, da sie immer wieder Überraschungen einbaut.
Die Grundstimmung von Blade Runner 2049 ist sehr düster und genau das fangen die visuelle Umsetzung und die musikalische Untermalung gekonnt ein. Das Szenenbild ist sehr detailliert ausgearbeitet und zeigt viele Facetten. Gerade die Interpretation des zerstörten Las Vegas wirkt gleichzeitig imposant, wie auch einschüchternd und fängt damit gekonnt den Stimmungswechsel in der Handlung mit ein. Hans Zimmer beerbt Vangelis hier bei der musikalischen Untermalung und trifft – wie man es von Herrn Zimmer eben gewohnt ist – genau die richtige Nuance.
Schlussendlich geht man aus dem Film und hört die vielen begeisterten Pressestimmen, die den Film schon vorm Erscheinen als Meisterwerk betiteln. Und es ist unbestritten, dass der Film sehr vieles richtig macht. Aber irgendwo bleibt man doch etwas unbefriedigt zurück. Denn der „Bösewicht“ gespiet von Jared Leto bleibt aufgrund seiner sehr geringen Screentime sehr eindimensional und kann seine Beweggründe überhaupt nicht richtig darlegen. Es wird einem eine komplexe Welt präsentiert, aber nicht näher auf sie eingegangen. Es wird immer wieder ein Blackout angedeutet, der große Auswirkungen auf das Leben der Personen im Film hatte, aber man weiß noch immer nicht, was genau passiert ist. So bleiben allzu viele Fragen am Ende immer noch offen, die das Erlebte nachhaltig belasten. So hat Blade Runner 2049 eine Spiellänge von 164 Minuten und nimmt sich keine Sekunde Zeit, um die Welt irgendwo zu erklären.

Alles in allem ist Blade Runner ein Film, der lange im Kopf bleibt und viele positiven Seiten hat, letztendlich aber mit einem schlechten Nachgeschmack hängen bleibt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Es

Am 28.09.2017 erschien eine neue Verfilmung des Stephen King Bestsellers Es in den deutschen Kinos.

Bill, Ben, Beverly, Richie, Eddie, Mike und Stan bezeichnen sich selbst als den Club der Looser. Sie werden von den Schlägern der Stadt regelmäßig verfolgt und gehänselt. Auch haben sie alle vor ganz bestimmten Sachen Angst. In einem schicksalhaften Sommer treffen sie alle auf ihre Ängste und dem alle 27 Jahre auftauchenden Horrorclown Pennywise.

1986 erschien Stephen Kings Werk „Es“ in deutscher Sprache. Schnell entwickelte es sich zu einem großen Erfolg. Zudem ist es Kings zweitlängstes Werk mit 1.536 Seiten in der deutschen Übersetzung. 1990 wurde es bereits in zwei Teilen verfilmt und brachte die Geschichte so auch einem lesefaulen Publikum näher. Doch Es taucht alle 27 Jahre wieder auf. So eroberte nun 2017 – 27 Jahre nach der ersten Verfilmung – ein Remake wieder die Kinoleinwände.
Auch das Remake wird wieder in zwei Teilen abgearbeitet und bearbeitet zunächst die Kindheit des Clubs der Looser und im zweiten Teil wird der Club dann erwachsen sein. Hier orientiert sich das Remake eher am Original, als am Buch, denn dort werden die beiden Zeitachsen immer wieder gewechselt. Sinnvoll scheint es jedoch, da so der Zuschauer die Kinder erst einmal ganz in Ruhe kennen lernen kann. Die Charakterisierung erfolgt nach ziemlichen Stereotypen, aber genau das ist wohl auch von King gewollt. So haben wir den Dicken, den Schwarzen, den Anführer, den Hypochonder, den Sprücheklopfer, den Juden und das Quotenmädchen. Zumindest wenn man Charaktere auf Eigenschaften wie Dick oder die Farbe der Haut oder die Religionszugehörigkeit reduzieren möchte. Auszeichnender sind jedoch die einzelnen Ängste und die Geschichten, die hinter den Kinder stehen. So zeichnet sich Bills Verhalten sehr durch die Wut und Trauer über den Verlust seines kleinen Bruders aus, der in jener schicksalhaften ersten Szene spurlos verschwindet. Erst nach und nach setzt sich das Bild zusammen, warum die Kinder vor bestimmten Dingen Angst haben. Leider ist es genau diese Angst, die Es anzieht und wiederholt in Form des Clowns Pennywise auftritt.
Mit gerade einmal 27 Jahren verkörpert Bill Skarsgård die Rolle des Pennywise. Dies ist entweder ein interessanter Zufall oder ein geschickter Schachzug im Bezug auf die alle 27 Jahre wiederkehrende Erscheinung von Es. Im Vergleich Tim Curry war 44 Jahre als er in der ersten Version den Clown Pennywise gab. Skarsgård spielt die Rolle unglaublich authentisch, so dass bei seinen Auftritten immer wieder ein Raunen durch den Kinosaal ging. Der plötzliche Wechsel zwischen den verschiedensten Emotionen gelingt ihm spielerisch. Die Darsteller des Clubs der Looser müssen sich jedoch nicht verstecken, auch sie spielen ihre Rollen allesamt gut, auch wenn ein paar das Minenspiel bereits besser spielen als andere.
Mit 135 Minuten hatte Es genug Zeit, um die wichtigsten Teile der literarischen Vorlage umzusetzen. Der Spannungsbogen wird konsequent gehalten. Kritikpunkt am Film ist jedoch, dass er sich im Horrorsegment ein wenig zu sehr auf sogenannte „Jump Scares“ stützt, also plötzliche Schockmomente, die zudem meist von der Musikuntermalung angekündigt wurden, dennoch immer wieder zu einem allgemeinem Zusammenzucken im Kino führte. Der „Coming-of-Age“-Part des Films ist dafür wesentlicher subtiler ausgearbeitet und bildet so einen schönen Kontrast zu den Horrorelementen. Grundsätzlich ist die Musikuntermaltung stets präsent und sehr passend gestaltet. Dennoch „spoilert“ sie praktisch Teile der Handlung.

Alles in allem bringt Es reales Grauen auf die Leinwand und lässt den Zuschauer nicht so schnell los. Bis auf die Umsetzung des Horrorelements macht der Film viel richtig und bekommt dafür 08 von 10 möglichen Punkten.

Barry Seal – Only in America

Am 07.09.2017 erschien ein neuer Film mit Tom Cruise in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Als Pilot gelangweilt von seinem Job bekommt Barry Seal aus heiterem Himmel ein Angebot von der CIA. Er soll Waffen und ähnliches transportieren. Aber das Leben kann so viel aufregender sein, wenn man sich gleichzeitig einen Nebenverdienst im Drogenkartell von Pablo Escobar sucht.

Wie wird man sehr schnell verdammt reich? Damit haben sich in den letzten Jahren bereits die Filme Wolf of Wall Street und War Dogs, beide basierten auf wahren Ereignissen. So auch Barry Seal und versetzt uns gleichzeitig zurück in die 1970er und 1980er Jahre.
Barry Seal – Only in America wird komplett stringent erzählt und orientiert sich an Jahreszahlen und Orten die in den Jahren eine wichtige Rolle spielten. So baut er sich langsam auf. Leider baut er sich zu langsam auf, um wirklich Spannung zu erzeugen. Auch im Mittelteil erzählt Seal ganz nüchtern seine Geschichte und seine vielen Kurierflüge. Auch dem „großen Finale“ mangelt es an Spannung.
Die Handlung hatte an sich aber einiges zu bieten. Den großen Spagat zwischen FBI, CIA und Pablo Escobar gelingt Seal und somit dem Film gut. Damit ist die Handlung interessant und bietet eigentlich genug Wendungen, um Spannung aufzubauen. Doch Seal bleibt hinter den oben genannten Vorgängerfilmen zurück. Er hat weder die durchgedrehten Ideen, wie in Wolf of Wall Street oder sie selbstironische Erzählweise, wie War Dogs. Trotzdem kann man nicht sagen, dass es sich um einen schlechten Film handelt. Tom Cruise spielt seine Rolle durchaus souverän. Aber ihm fehlt der nötige Pepp, um etwas besonderes aus der Erzählung zu machen.

Alles in allem bleibt der Film weit hinter den Erwartungen zurück und bleibt so in der Mittelmäßigkeit stecken, dass es weder große Kritikpunkte, noch herausragende Leistungen gibt, weswegen diese Kritik sehr kurz ausfällt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Kingsman – The Golden Circle

Am 21.09.2017 erschien die Fortsetzung des Überraschungserfolgs aus dem Jahr 2015 in den deutschen Kinos.

Zeitgleich werden systematisch in ganz Großbritannien die geheimen Verstecke der Kingsman systematisch zerstört. Nur Eggsy und Merlin überleben durch Zufälle. Ihre einzige Hoffnung die durchtriebene Poppy aufzuhalten und wieder einmal die Menschheit zu retten, sind ihr amerikanisches Pendant: Die Statesman.

2015 erschien der erste Teil der Kingsman-Reihe in den deutschen Kinos. Während er zunächst lediglich durch die im Kino kursierenden Trailer bekannt wurde, verbreitete er sich später wie ein Lauffeuer über Mundpropaganda und wurde damit in kürzester Zeit ein großer Erfolg. Elegant und britisch wie James Bond, knallharte und gut durchchoreografierte Action, wie bei John Wick und einen absolut durchgeknallten Superschurken. All dies machte das Erfolgsrezept aus.
Vor ein paar Wochen kündigte dann der nächste Trailer die Fortsetzung an. Während der erste Trailer noch wie ein billiger Abklatsch des ersten Teils wirkte und berechtigte Zweifel an der Notwendigkeit einer Fortsetzung schürte, konnte der zweite Trailer dann bereits wieder hohe Erwartungen schüren. Denn die Zerstörung der Kingsman und die Verlagerung der Handlung in die USA zu den Statesman bot ein großes Potential und gerade der Unterschied zwischen den steifen Kingsman und den lässigen Statesman machte ein Großteil des Witzes aus.
Und genau so wird der Film dann auch präsentiert. Er beginnt sogleich mit einer actionreichen Verfolgungsjagd, die dem Zuschauer gleich wieder die Dynamik von Kingsman vor Augen führt. Als nächstes lernen wir den neuen Superschurken kennen. Julianne Moore beerbt hier Samuel L. Jackson. Schon in einer ihrer ersten Szenen lässt sie sich darüber aus, dass sie nicht ernst genommen wird, weil sie im Drogengeschäft ist und dazu noch eine Frau. Dennoch ist sie nicht weniger verrückt als Jacksons Valentine. Trotzdem ist ihre Rolle kein einfacher Abklatsch, sondern hat Witz, eine ganz andere Idee, um die „Weltherrschaft zu übernehmen“ und ihren ganz eigenen Stil. Die erste Hälfte des Films bleibt größtenteils der Vorstellung aller neuen Charaktere überlassen. Im zweiten Teil hieß es dann „Country roads, take me home, to the place I belong“ und ist der Stratschuss für die eigentliche Mission und den ganz großen Spaß. Doch trotz einer Länge von 142 Minuten ist Kingsman durchgehend spannend. Es gibt keinerlei Längen oder überschlüssige Szenen. Dabei sprüht Kingsman nur so vor Witzen und komischen Szenen, bleibt dabei trotzdem knallhart und stets elegant. Genau diese Mischung macht Kingsman so einzigartig. Der bissige Konkurrenzkampf zwischen Kingsman und Statesman bleibt stets auf einem guten Level und drängt sich nie zu sehr in den Vordergrund.
Schauspielerisch hat der Film einige große Namen auf die Leinwand gebracht. Wie schon im ersten Teil schlüpfen Taron Egerton, Mark Strong und Colin Firth wieder in die Rolle der Kingsman. Neu ist hier Michael Gambon, der vielen als Dumbledore aus den Harry Potter Filmen bekannt sein dürfte. Auf amerikanischer Seite wurden Jeff Bridges, Halle Berry, Channing Tatum und Pedro Pascal gecastet, wobei nur letzterer genug Screentime bekam, um seine Rolle richtig entfalten zu können. Mit Julianne Moore wurde der Cast rund.

Alles in allem ist Kingsman ein Leinwandschmaus vom feinsten. Guter Cast, guter Soundtrack, durchdachte Handlung, gelungener Humor und Action vom allerfeinsten, bleibt trotzdem ein Punkt hinter dem Vorgänger zurück. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Die 69. Emmy-Verleihung – eine kurze Anmerkung

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden zum 69. Mal die Emmys verliehen, praktisch das Oscar-Pendant im Bereich Serie. Bereits bei der Veröffentlichung der Nominierungen wurde mir wieder einmal bewusst, dass ich zu wenig Serien sehe, denn die meisten habe ich bisher nicht gesehen – und bei manchen habe ich es auch gar nicht vor. Doch zwischendurch war immer wieder guter Serieninput dabei. So landet Big little lies definitiv auf meiner Liste und Genius und The Handmaid’s Tale vielleicht auf meiner Liste. Obwohl Game of Thrones dieses Jahr nicht nominiert war – da die Serie zu spät abgegeben wurde – gingen Westworld komplett und The Crown fast leer aus. Immerhin konnte John Lithgow als Churchill in The Crown überzeugen.

Der Abend begann mit einer schönen schmissigen Gesangseinlage von Moderator Stephen Colbert. Er sang darüber, dass alles besser im TV sei. Da dieses Jahr viele dystopische Serien bzw. kritische Serien nominiert waren, wurde so zu einem fröhlichen Takt gesungen, wie schwierig die Thematik der Serien teilweise sind, aber solange sie nur auf dem Fernseher laufen, sei alles gut.

Direkt im Anschluss kam es zu dem wohl kontroversesten Auftritt des Abends. Sean Spicer imitierte seine Aussage nach Präsident Trumps Wahlsieg und verkündete: „Niemals gab es eine Emmy-Verleihung mit einem größeren Publikum. Niemals!“ Ob er damit sein Image polieren wollte, wird noch gemunkelt. Im Saal kam der Auftritt von Trumps ehemaligem Pressesprecher zumindest sehr gespalten an.

Die größten Gewinner des Abends waren Saturday Night Life und The Handmaid’s Tale. Alle Kategorien, Nominierten und Gewinner könnt ihr hier nachlesen. Von der Moderation her, war die Verleihung in Ordnung, doch die wirklich großen Lacher blieben aus.

Mother!

Am 14.09.2017 erschien ein neuer Film von Darren Aronofsky in den deutschen Kinos

Ein Dichter und seine Frau leben in einem abgeschiedenen Haus, das bereits durch einen großen Brand komplett zerstört wurde und welches von ihr wieder komplett aufgebaut wird, während er an einer Schreibblockade leidet. Eines Abends taucht ein Fremder vor ihrer Tür auf.

 Was wie der Beginn eines klassischen Horrorfilms klingt, birgt doch so viel mehr in sich. Doch sollte man Mother! in jedem Fall komplett sehen, ohne sich groß über die Handlung zu informieren. Das machte bereits der erste Trailer deutlich, der eine komplett schwarze Leinwand zeigte und nur Stimmen zu hören waren. Allein dieser ganz neue Ansatz schürte große Erwartungen an den Film. Denn wie oft zeigen Trailer bereits die besten Szenen oder vermitteln ein völlig falsches Bild vom Film? Das wurde im ersten Ansatz komplett übergangen. Der zweite Trailer zeigte dann eine Jennifer Lawrence, die durch ein Haus schreitet und scheinbar etwas sucht, während die gleichen Stimmen mit den gleichen Sätzen, wie im ersten Trailer, erneut zu hören sind. Erst der dritte Trailer bot wild zusammengeschnittene Szenen aus dem Film, so dass man sich jedoch noch immer kein genaues Bild der Handlung machen konnte.
Und genau das hat Regisseur und Drehbuchautor Darren Aronofsky wohl auch beabsichtigt. Schöpfer der Werke „Requiem for a Dream“ und „Black Swan“ zeigt erneut, wie er einfache Szenen so skurril darstellen kann, dass er die Zuschauer lange im Ungewissen lässt, was sie davon halten sollen. Erst im letzten Jahr bewies er mit „Jackie“, dass er auch ganz andere Töne erklingen lassen kann. Doch mit Mother! übertrifft er sich selbst. Denn selten hat es ein einzelner Film geschafft auf so vielfache Weise interpretiert werden zu können. Der Film ist überflutet mit Symbolik und Andeutungen. Es kann aus weltgeschichtliche Weise interpretiert werden, aus künstlerischer Sicht und besonders deutlich werden die religiösen Andeutungen und Erzählungen. Dabei entsteht ein so abstruses Werk, das der durchschnittliche Kinobesucher hier nicht sein Glück finden wird. Denn der Unterhaltungsfaktor entstand eher durch unbeabsichtigte Komik und der Abstrusität. Der gesamten Handlung. Hier finden viele Kunstkritiker wahrscheinlich ihr Glück, denn Mother! ist eindeutig ein reiner Kunstfilm. Dem sollte man sich bewusst sein, ehe man den Kinosaal betritt. So kann man dem Film nicht einmal nachsagen, dass er schlecht sei, doch den Großteil des Kinosaals konnte er nicht abholen.
Ganz nebenbei verschwimmt die Zeitepoche. Das Haus des Paares wirkt zeitlich komplett entrückt. So besitzt es zwar ein Telefon, wirkt aber ansonsten sehr altbackend. Auch die Kleidung der Protagonistin wirkt wie aus einem bereits beendeten Jahrhundert. Eine der Gäste jedoch besitzt ein Handy.
Ebenso schwer wie die Zeit sind auch die Charaktere selbst einzuordnen. Ihre Beweggründe und Taten werden erst durch die verschiedenen Interpretationen deutlich. Zumal der Film eindeutig die Rolle der Frau des Dichters in den Mittelgrund stellt. So bleibt die Kamera beinahe durchgehend an Jennifer Lawrence kleben und begutachtet das Geschehen immer aus ihrem Blickwinkel. Ähnlich wie bereits bei „Jackie“ legt Aronofsky hier viel Wert auf ihre Mimik. Dem Anspruch ist Lawrence aber durchaus gewachsen. Auch ihre Mitspieler, wie Javier Bardem, Ed Harris und Michelle Pfeiffer spielen auf gewohnt hohem Niveau und bringen so ein wenig Farbe in den Film. Denn der Spielzeit von 121 Minuten ist der Film nicht völlig gewachsen. So tun sich immer wieder Längen auf, die dem Film nicht guttun. Zwischenzeitlich zieht sich eine fast schläfrige Stimmung über den Kinosaal, bis es letztendlich an das große Finale geht.

Alles in allem ist Mother! ein Film, der die Gemüter spaltet und die Bewertung richtet sich wohl sehr nach den Interpretationen der Zuschauer. Für interpretationsfreudige Zuschauer wäre er wohl 08 Punkte wert. Da die hier genannten Bewertungen jedoch immer subjektiv bleiben erhält er lediglich 05 von 10 möglichen Punkten.