Der Fall Richard Jewell

Ein Vorwort

Bereits 2016 brachte Clint Eastwood mit Sully einen Film über einen Helden in die Kinos, auf den kurz darauf die Hetzjagd beginnt. Während Sully das abstürzende Flugzeug im Hudson landete und hinterher beweisen musste, dass er nicht zu einem der anderen Flughäfen hätte fliegen können, wird das Thema in Der Fall Richard Jewell noch einmal wesentlich präsenter, wird der vermeintliche Held doch sowohl vom FBI als auch von den Medien denunziert. Wie Eastwood diese Thematik aufgearbeitet hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Richard Jewell (Paul Walter Hauser) möchte unbedingt Polizist werden. Doch seine Karriere verläuft nicht wie geplant und er hält sich mit kleinen Sicherheitsdiensten über Wasser. So auch am 27.07.1996 Centennial Olympic Park in Atlanta, wo Feierlichkeiten rund um die olympischen Spiele stattfanden. Dort entdeckt er einen alleinstehenden Rucksack. Der stets penibel auf die Vorschriften pochende Jewell nervt solange alle, bis das Bombenentschärfungsteam anrückt. Und tatsächlich konnte so zwar nicht die Detonation, aber zumindest der größte Schaden verhindert werden. Jewell wird zum Held. Zumindest so lange bis sich das FBI auf ihn als Hauptverdächtigen einschießt und diese Information an die Presse durchsickert. Jewell wird vom Helden zum vermeintlichen Täter.

Meine Meinung

Der Fall Richards Jewell hat eine Lauflänge von 129 Minuten. In dieser Zeit schafft Eastwood es sowohl einen kurzen Überblick über Jewells Vorgeschichte zu liefern, um so den Charakter schnell aufzubauen, dann die Geschehnisse am 27.07.1996 zu schildern, Jewell danach die paar Tage Ruhm zu gönnen und dann die Hetzjagd von FBI und Medien darzustellen. Und auch wenn das viel Material ist, wirkt der Film nie gehetzt, sondern nimmt sich genug Zeit. Lediglich die Vorgeschichte wird mit ein paar wenigen Szenen abgespeist, was aber dem weiteren Film auch eher nützt, weil beim Zuschauer lange die Frage bleibt, ob er doch zu so einer Tat fähig wäre.
Eastwood inszeniert den Film geschickt so, dass eigentlich von Anfang an ziemlich klar ist, dass Jewell den Anschlag nicht verübt hat. Dennoch bleibt die Geschichte rund um die Ermittlungen des FBI sehr spannend, da diese teilweise berechtigte Zweifel an Jewells Geschichte haben, bzw. auch die unberechtigten irgendwo vielleicht bewiesen werden können. Doch vor allem der Einfluss der Medien ist das erschreckende am Film. Durch den Fehler eines Mitarbeiters beim FBI gelangt Jewell ins Visier der Medien. Haben sie ihn vorher noch als Held gefeiert, wird plötzlich eine Hetzjagd auf ihn gestartet.
Interessant ist auch die Entwicklung von Jewells Charakter. Für ihn sind jegliche Autoritäten mit Respekt zu behandeln und so ist er zu den ermittelnden FBI Agenten eigentlich viel zu nett. Dennoch bekommt er am Ende noch den Mut sich zu wehren. Während Hauptdarsteller Paul Walter Hauser den Film gut trägt und Jewell gut porträtiert, sind es doch vor allem die NebendarstellerInnen, die den Film in eine sehr gute Richtung drängen. Hier haben wir zum einen John Hamm als FBI Agent Tom Shaw, der sich regelrecht auf Jewell einschießt und keine andere Theorie mehr zulässt, dann Sam Rockwell als Anwalt, der seine kleine Kanzlei kaum am Laufen hält und doch immer wieder wichtige Ratschläge für Jewell hat. Kathy Bates als Mutter erhielt für ihre Rolle eine Oscarnominierung, konnte sich jedoch nicht gegen Laura Dern (Marriage Story) durchsetzen. Olivia Wilde nimmt sich der Rolle der Kathy Scruggs, die Journalistin, die als erstes von den Vorwürfen gegen Jewell berichtete, an. Dies ist auch die Rolle, die im Vorfeld und Nachgang am heftigsten diskutiert wird. Denn Scruggs wird im Film als sensationsgeil dargestellt und dass sie für Informationen sogar Sex anbiete. Da die Journalisten bereits verstorben ist, kann sie sich selbst nicht mehr gegen die Vorwürfe stellen, aber ihre damaligen Chefs setzen sich dafür ein, dass vor dem Film nicht nur das berühmte „basiert auf wahren Begebenheiten“ eingeblendet wird, sondern auch der Hinweis, dass einzelne Aspekte dramaturgisch überspitzt wurden. Hier kommt wieder die Frage auf, wie weit geht dramaturgische Freiheit, wenn es um reale Personen geht? Aber ganz abgesehen davon liefert Wilde eine gute Performance ab. Eastwood platziert aber grundsätzlich alle auf Seiten Jewells als „die Guten“ und alle gegen ihn als „die Bösen“. Hier wären vielleicht ein paar Grauabstufungen angebracht gewesen. Dies dürfte aber auch mit einer der wenigen Kritikpunkte sein, die es an dem ansonsten stark inszenierten Film gibt. Generell hätte der Film ein wenig kritischer an allen Stellen sein können, bleibt hier dafür aber stark am Hauptprotagonisten und lässt die Kritik eher unterschwellig einfließen.

Das Fazit

Der Fall Richard Jewell ist ein stark inszeniertes Drama über die Macht von FBI und Medien, bleibt aber an seinem Protagonisten und erzählt, wie es ihm damit erging. Mit starkem Cast und gutem Spannungsaufbau bleibt der Film durchgehend spannend. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Der Fall Richard Jewell läuft seit dem 25.06.2020 in den deutschen Kinos

Marie Curie

Ein Vorwort

Marie Curie ist eine der wenigen Frauen, die trotz der gemeinsamen Forschung mit ihrem Mann Pierre, später berühmter wurde. Und dabei gibt es nicht nur einen Grund der Arbeit Curies zu gedenken. Daher bietet sich eine Biographie förmlich an. Da ich immer noch längere Anreisen zu geöffneten Kinos in Kauf nehmen muss, war ich von eher negativen Kritiken zweier geschätzter Kollegen erst abgeschreckt. Warum ich die Fahrt bis in die Hauptstadt für den Film dennoch nicht bereut habe, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Maria Sklodowska (Rosamund Pike), geboren in Polen, studiert in Paris und gerät dort immer wieder mit dem Dekan aneinander, weil ihr und ihren Studien zu wenig Raum gegeben wird. Durch Zufall lernt sie Pierre Curie (Sam Riley) kennen, dem sie zunächst gestattet sie zu unterstützen. Die beiden werden zunächst ein Forscherpaar und schließlich heiraten sie auch. Das Ehepaar Curie entdeckt schließlich die beiden Elemente Pulonium und Radon und die Radioaktivität, aber ohne die verheerenden Folgen.

Meine Meinung

Marie Curie ist eine Filmographie, die sich an keiner Stelle die Frage stellt, welchen Aspekt des Lebens von Marie Curie erzählt werden soll, sondern einfach alles mit rein nimmt. Damit wird sie dem deutschen Titel „Marie Curie – Elemente des Lebens“ absolut gerecht, irregeleitet wird man eher vom Originaltitel „Radioactive“, der unterstellt, dass der Titel sich mehr auf die Entdeckung der Elemente bezieht. Doch auch wenn sich der Film hier viel vornimmt und neben der Forschungsgeschichte, auch noch die Nobelpreise, Maries Vergangenheit, ihre Liebesgeschichte, ihren Einsatz im ersten Weltkrieg und die Auswirkungen ihrer Forschung mit einbezieht, hätte der Film schnell überladen wirken können. Aber Regisseurin Marjane Satrapi weiß, wann Andeutungen genügten und wann ein tieferer Blick lohnt. So sind die 110 Minuten zwar völlig gefüllt, aber alles findet seinen Platz.
Das liegt vor allem daran, dass Zeitsprünge und einzelne Episode in teilweise künstlerischen Montagen gezeigt werden oder im Zusammenschnitt einzelner Szenen, so dass beispielsweise die Forschung, die zur Entdeckung der Radioaktivität führt, seine Zeit bekommt, aber eben auch nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Auch das Zeigen späterer Vor- und Nachteile wird passend zwischendurch eingeschoben und verdeutlicht so die Thematik, ohne die eigentliche Handlung großartig zu unterbrechen, auch wenn dies durch Geschehnisse wie Hiroshima (1945) und Tschernobyl (1986) schnell hätte geschehen können.
Das der Film die Thematiken so gut verbinden kann, liegt vor allem auch an dem guten Cast, der bis in die letzte Nebenrolle gut besetzt wurde. Dennoch spielt Rosamund Pike als Marie Curie alle an die Wand. Egal, in welchem Stadium sich der Charakter befindet, sie schafft es durch gezielt gesetzte Mimik und kleine Gestik eine große Wirkung zu erzielen, so dass man ab einem gewissen Punkt auch ihre innere Zerrissenheit spürt und nachvollziehen kann. So bringt sie uns eine Frau näher, die immer für ihre Anerkennung kämpfen musste und sich daher schwierig in gesellschaftliche Konventionen zwängen lässt. Das lässt Curie zwar an einigen Stellen unnahbar und teilweise sogar unsympathisch wirken, doch schafft es Pike immer wieder den Schwung zurückzuschaffen.

Das Fazit

Marie Curie ist eine brilliant gespielte Fiomographie, die sich mich allen Aspekten des Lebens Curies befasst, dennoch nicht überfüllt wirkt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Marie Curie läuft seit dem 16.07.2020 in den deutschen Kinos

Suicide Tourist

Ein Vorwort

Wie geht man mit dem Thema Sterbehilfe respektvoll um? Muss es immer ein Für und Wider sein oder kann man es auch einfach nur aus der Sicht eines Betroffenen darstellen? Für diese Fragen holt Regisseur Jonas Alexander Arnby Game of Thrones Star Nicolaj Coster-Waldau in seine dänische Heimat zurück. Warum der deutsche Beititel „Es gibt kein Entkommen“ den Film in eine falsche Richtung drängt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Max (Nicolaj Coster-Waldau) ist Versicherungsmakler und glücklich verheiratet mit Lærke (Tuva Novotny). Doch als bei ihm ein Gehirntumor festgestellt wird, der nicht mehr aufzuhalten ist, beschließt Max, dass er lieber abtreten möchte, solange er noch er selbst ist, bevor ihn der Tumor verändert. Dafür endet er im Hotel Aurora, einem abgeschiedenen Resort, in dem aktive Sterbehilfe praktiziert wird.

Meine Meinung

Suicide Tourist nimmt sich einem der am stärksten diskutierten Themen an, der aktiven Sterbehilfe. Hier hält er sich aber gar nicht lange mit dem Für und Wider auf, sondern präsentiert uns zunächst mit Max einen Mann, der mitten im Leben stand und durch seine Krankheit herausgerissen wurde. Wir erleben die Hiobsbotschaft des Arztes live mit und auch den Verarbeitungsprozess. Sowohl bei Max, der sich immer mehr in sich zurückzieht, als auch bei Lærke, seiner Frau, die mit allen Mitteln versucht, die verbleibende Zeit so schön wie möglich zu machen und ihn aus seinem Loch herauszuziehen.
Dabei geht uns das Schicksal Maxs besonders nah, da mit Nicolaj Coster-Waldau ein Schauspieler gefunden wurde, der es versteht, die kleinen Nuancen in Gestik und Mimik zu setzen, so dass seine Entscheidungen nachvollziehbar sind. Der Film nimmt sich trotz einer Länge von 90 Minuten die Zeit Max zunächst über verschiedene Methoden nachdenken zu lassen, ehe er das Hotel Aurora entdeckt und sich für die aktive Sterbehilfe entscheidet.
Das er dies seiner Frau nicht mitteilt, spricht auch wieder dafür, dass sich der Film gänzlich gegen eine Diskussion entschieden hat. Max als Betroffener hat die Entscheidung getroffen und kein Außenstehender darf dagegen argumentieren. Im Resort selbst trifft er dann auch verschiedene Charaktere, die in kurzen Andeutungen zwar eine Minidiskussion vorbereiten, die aber nie zu Ende geführt wird. Hier wird natürlich viel Potential verschenkt, denn allein durch die Vielfalt der „Patienten“ und deren Beweggründe hätte man ein vielschichtigeren Film schaffen können. So bleibt der Film bei Max und seinen Gründen.
Suicide Tourist ist langsam erzählt und nimmt sich Zeit für seinen Charakter. Durch ausdrucksstarke Bilder, dem brillanten Schauspiel Coster-Waldaus und der abgelegenen Landschaft Dänemark schafft der Film es eine ernste Stimmung zu schaffen, die einen die Beweggründe Maxs verstehen lässt, auch wenn man die Meinung über das Prozedere nicht teilt. Über 70 Minuten ist der Film sehr stark. Nur um ganz am Ende dann dem deutschen Beititel „Es gibt kein Entkommen“ noch mal alle Ehre zu machen und sich in einen Mysterythriller zu verwandeln. Dies schadet dem Film jedoch sehr, denn zum einen ist die gesamte Stimmung dahin und das ernste Thema wird noch einmal ordentlich mit Füßen getreten. Mit dem offen gehaltenen Ende wird der Zuschauer dann auch noch einmal verwirrt zurückgelassen, so dass die gesamte Botschaft des Films dahinsiecht.
Ich hätte mir in dem Film insgesamt mehr Dialoge gewünscht, die eine Diskussion zum Thema befeuert hätten oder auch verschiedene Beweggründe genauer darlegt. Dafür hätte ich gerne komplett auf den Mystery und Thriller Part am Ende verzichtet, der keinerlei Mehrwert bot, sondern praktisch mit der Keule auf den Zuschauer eindrosch, dass Sterbehilfe wohl doch keine gute Idee sei.*

Das Fazit

Suicide Tourist ein ein Film mit schwierigem Thema, der sich um die nötige Diskussion drückt, dies aber in einem stark gespielten Film auf die Erfahrung eines Betroffenen reduziert. Mit eindrucksvollen Bildern und brillantem Spiel überzeugt der Film bis zu seinem abdriftenden Ende, welches die zuvor gezeigte Geschichte unwürdig abschließt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Suicide Tourist läuft seit dem 02.07.2020 in den deutschen Kinos

 

*Ich möchte hier noch erwähnen, dass ich keine feste Meinung zu dem Thema vertrete, da ich die Argumente beider Seiten nachvollziehen kann, selbst aber noch nie in der Situation war mich dafür oder dagegen zu entscheiden, bzw. auch keinen kenne, der die Entscheidung schon einmal fällen musste und daher nicht aus einem neutralen Posten urteilen möchte.

Der Spion von Nebenan

Ein Vorwort

Der offizielle Kinostart dieses Films war zwar bereits im März, aber durch Corona ist halt alles ein bisschen anders. Und da der Spion von Nebenan Mitte März zwar noch anlief, aber schon bald von den Kinoschließungen betroffen war, läuft er jetzt halt immer noch. Ob sich der Gang ins Kino zu Dave Bautista als CIA-Agent der Nachbarschaft lohnt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

JJ (Dave Bautista) wurde nach seiner Zeit bei den Special Forces von der CIA rekrutiert. Doch sein erster Undercover-Einsatz geht schief und ein Plutonium-Kern gerät in die falschen Hände. Nun wird er nach Chicago strafversetzt, wo er Schwägerin und Nichte des Kriminellen beobachten soll. Als Partnerin bekommt er die ambitionierte Bobbi (Kristen Schaal) als Hackerin zugeteilt. Doch die Nichte Sophie (Chloe Coleman) findet schnell die Überwachungskameras und nutzt ihr Wissen als Druckmittel, um JJ dazu zu bringen, mit ihr mehr Zeit zu verbringen, da sie seit dem Umzug nach Chicago keine Freunde hat und ihre Mutter viel arbeiten muss. Dieser ist zunächst wenig begeistert, ist jedoch auch froh für ein bisschen Abwechslung.

Meine Meinung

Der Spion von Nebenan verfolgt das Schema einer typischen Actionkomödie. Mission am Anfang, die schiefläuft, schnelles Briefing, damit der Zuschauer grob weiß, wer der böse Junge ist, dann werden die Zelte beim Beobachtungssubjekt aufgeschlagen, dort wird Freundschaft geschlossen, es folgen ein paar witzige Szenen mit den unterschiedlichen Protagonisten, noch schnell eine Liebesgeschichte mit reingeschrieben und schon geht es ans große Finale. Dort trifft man dann auch fast das erste Mal auf den bösen Jungen, Showdown und Ende. Ach ich vergaß, zwischendurch muss unser Held natürlich noch Probleme mit seinem Boss bekommen.
Dieser Film weicht von dieser bekannten Formel kein Stück ab, schafft es aber sie liebevoll umzusetzen. Das liegt vor allem an einem guten Mutter-Tochter-Gespann in Form von Sophie (Chloe Coleman) und Kate (Parisa Fitz-Henley). Beide verkörpern nicht die Frau in Nöten, die vom großen starken Mann beschützt werden müssen, sondern beweisen, dass sie es beide faustdick hinter den Ohren haben. Dennoch darf unser Held Held bleiben, schließlich wissen die Damen ja nicht, dass sie in Gefahr sind. Hinzu kommen passende Nebencharaktere, wie die Partnerin Bobbi, die zu JJs Stimme der Vernunft mutiert und das schwule Nachbarpärchen – und ja sie dürfen durchaus mehr sein als nur das schwule Nachbarpärchen.
Schwieriger ist es tatsächlich beim Bösewicht und beim Helden. Denn Dave Bautista mag in den Guardians of the Galaxy als Drax durchaus funktioniert haben, wurde ihm da auch nicht gerade eine große Schauspielleistung abverlangt. Auch hier reicht es an vielen Stellen den harten Kerl zu spielen, aber in einzelnen Szenen hätte man doch gerne ein bisschen Mimik gehabt, um die Veränderungen im Charakter auch irgendwo nachvollziehen zu können. Auch unser Bösewicht Victor Marquez (Greg Bryk) bleibt sehr platt. Das liegt aber vor allem daran, dass das Drehbuch ihm nur ganz wenige Szenen gibt und der Großteil im Finale ist. Da gab es schauspielerisch überhaupt keine Möglichkeit seinen Charakter irgendwie auszubauen.
Was den Actionanteil angeht, bleibt Der Spion von Nebenan hinter seinen Möglichkeiten zurück. Dies wird jedoch durch den Komödienanteil wett gemacht. Denn hier beweist der Film, dass er es durch gut ausbalancierte Witze, popkulturelle Andeutungen und Situationskomik durchaus versteht eine größtenteils intelligente Komödie zu bauen.
Letztlich haben wir einen sehenswerten Film mit kleineren Logiklöchern, der sich zwar nichts wirklich traut, sondern lieber im immergleichen Schema bleibt, aber dies wurde wenigstens gut umgesetzt, so dass der Film durchgehend unterhalten kann. Ein bisschen neuer Input wäre trotzdem schön gewesen.

Das Fazit

Der Spion von Nebenan hält sich schematisch strikt an sein Genre und wagt leider nichts neues. Dies macht er aber mit viel Charme, tollen Charakteren und viel Witz durchaus wett. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Der Spion von Nebenan läuft seit dem 12.03.20 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Juni 2020

Der Juni brachte zum Ende hin gleich zwei Änderungen für mich mit sich. Zum einen konnte ich seit Februar das erste Mal wieder ein Kino besuchen, weswegen die Kinokritiken jetzt ganz langsam wieder bei mir anrollen. Zum anderen habe ich seit März das erste Mal wieder gearbeitet. Wir sind nun für wenige Stunden in der Woche aus der Kurzarbeit raus. So schleicht sich nun auch bei mir so langsam wieder Alltag ein. Und nun soll es direkt zu meinem medialen Rückblick kommen, der diesmal stark serienlastig ist. 

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Es ist soweit. Es gibt wieder die Kinosparte im Rückblick!

Rettet den Zoo: Ein Assistent einer großen Anwaltskanzlei soll einen bankrotten Zoo ohne Tiere retten, damit er eine Festanstellung bekommt. Mit den verbliebenen Angestellten, schmiedet er den Plan in lebensechte Kostüme zu schlüpfen. Eine schöne Komödie aus Südkorea mit einer guten Portion Drama und einer guten Portion Komödie.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Guns Akimbo: Daniel Radcliffe wacht mit Pistolen an den Händen auf und muss sich Aufgaben stellen, um seine Ex-Freundin zu retten. Interessante Grundidee, konnte mich nicht 100% überzeugen, dafür aktuell ins Kino zu gehen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Drei Schritte zu dir: Stella ist an Mukoviszidose erkrankt und muss daher regelmäßig für Therapien ins Krankenhaus und kann nur auf eine Spenderlunge hoffen. Bei ihrem aktuellen Krankenhausaufenthalt lernt sie neben den bekannten Gesichtern auch Will kennen. Dieser nimmt seine Therapie weniger ernst und darf sich wegen einer Mutation der Krankheit Stella auf keinen Fall näher als drei Schritte entfernt nähern. Trotzdem kommen sich beide näher. Klassisches Teeniedrama mit ungewöhnlicher Kulisse und Hintergrund. Nimmt die Ängste und Sorgen der Kranken auf unterschiedliche Weise ernst und bleibt doch ein seichtes Drama.

Everybody’s Fine: Frank Goode will nach dem Tod seiner Frau seine vier Kinder, die im ganzen Land verstreut wohnen, zu einer Grillparty einladen. Doch nach und nach sagen alle ab. Also beschließt er sie unangekündigt zu besuchen. Auf seiner Reise muss er feststellen, dass seine Kinder ihm wohl nicht immer die Wahrheit über ihre Lebensumstände erzählt haben. Rührendes Familiendrama mit starker Besetzung, allen voran Robert deNiro.

Der verlorene Sohn: Nach einem Zwischenfall am College stimmt Jared Eamons seinem Vater, einem Baptistenprediger, zu, sich einer Konversionstherapie zu unterziehen. Dort sollen ihm seine homosexuellen Neigungen ausgetrieben werden. Stark gespieltes Drama über ein wichtiges Thema. Regisseur Joel Edgerton entscheidet hier richtig, dass das Thema bereits schlimm genug ist und erzählt hier ruhig und ohne aufgebauschtes Drama.

Casablanca: „Ich schau dir in die Augen, Kleines“. Ich habe meine Klassiker/Liste der Schande im Filmbereich weiter abgebaut und mich mit einem Klassiker von 1942 befasst.

One Cut of the Dead: Ich bekam den Film in die Hand gedrückt mit den Worten: „Du musst die erste halbe Stunde überstehen, dann wird es gut!“. Naserümpfend nahm ich den Zombiefilm entgegen. Ich hasse Zombiefilme, außerdem ist das Genre nicht langsam tot? Nun, mit dieser absoluten Überraschung aus Japan bestimmt nicht. Der Film im Film im Film sieht am Anfang etwas merkwürdig aus, schafft es aber da schon, coole running gags einzubauen. Und ja, nach dieser ersten halben Stunde, wird er nochmal deutlich besser. Mehr sollte man über diesen Film allerdings vorab auch gar nicht wissen.

Brokeback Mountain: Im Pride Month Juni ließ ich es mir nicht nehmen, einen Klassiker des Pride Genres anzusehen. Die beiden Cowboys Ennis und Jack lernen sich einen Sommer über bei der Schafhütung kennen. Doch aus Angst vor der Reaktion der Gesellschaft flüchten sie sich in heterosexuelle Ehen und besuchen sich nur zweimal im Jahr. Ruhig erzähltes Drama mit Fokus auf den beiden Protagonisten und ihren Gedanken.

Murder Mystery: Ein Adam Sandler Film mit ihm und Jennifer Aniston in der Hauptrolle zeigt uns ein bereits 15 Jahre verheiratetes Ehepaar, das sich endlich entschließt die Flitterwochen nachzuholen. Dabei landen sie durch Zufall auf einer Privatjacht mit allerlei hochkarätigen Gestalten. Bis sie Zeuge eines Mordes werden. Typischer Adam Sandler Klamauk, aber dafür noch auf einem guten Niveau. Guter Film, um mal die Gedanken schweifen zu lassen. – Netflix Original

Um ein Schnurrhaar (OmU): Miyo Sasaki muss nicht nur mit der Scheidung ihrer Eltern und der neuen Stiefmutter klar kommen, sondern hat auch Gefühle für ihren Mitschüler Kento Hinode. Diesen kommt sie näher, da sie sich mithilfe einer Katzenmaske in die Katze selbst verwandeln kann. Doch während Hinode Miyo in Katzenform als Taro alles erzählen kann, bleibt er bei der menschlichen Miyo auf Abstand. Miyo fühlt sich missverstanden und dann taucht auch noch der Maskenverkäufer wieder auf, der sie zu überreden versucht ihr menschliches Gesicht endgültig abzulegen und für immer eine Katze zu bleiben. Ein liebevoll animierter Film, der mit einer schönen Metapher als Grundidee daher kommt. Während der Film die Fantasykomponente gut beherrscht, schwächelt er jedoch am Tiefgang. Zu wenig wird wirklich erzählt, so dass der Film lediglich an der Oberfläche kratzt. – Netflix Anime Original

Kim Possible – der Film: Mit beenden der dritten Staffel stand nun der Film an. Invasion der Roboter ist im Gegensatz zu Mission zwischen den Zeiten nicht in die Serie direkt integriert, besteht also nicht einfach aus mehreren Folgen, sondern wurde direkt als Disney Channel Original konzipiert, mit angepasstem Intro und natürlich extra großer Handlung. Im Anschluss wurde dann noch eine vierte Staffel konzipiert, die direkt an das Ende des Films anschließt.

Serien – ein etwas ausführlicher Überblick

Irgendwie war diesen Monat Zeit für Serien mit nur einem Wort im Titel. Zumindest bei 10 von 15 gesehenen Serien.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 2+3 (Spannende Mordfälle im Australien der 1920er. Während Staffel 2 sich stiltechnisch an Staffel 1 anschließt, bringt Staffel 3 dann die persönlichen Belange der Charaktere etwas voran)

Friends – Staffel 10 (Der Abschluss der Kultserie war wohl langsam nötig, denn die Handlung basiert wohl nur noch auf Beziehungsdramen. Dennoch ein gutes Ende, mit den notwendigen Wendungen.)

Unorthodox – Miniserie (spannende und interessante Serie über das Loslösen einer jungen Frau aus den ihr bekannten Konventionen. Kleinere Schwächen können verziehen werden, so dass sich ein Blick durchaus lohnt)

IZombie – Staffel 1 (Ich mag keine Zombies und habe daher um diese Serie immer einen Bogen gemacht. Durch die sehr wohlwollende Kritik von Going to the Movies musste ich dann doch einen Blick wagen. Ich wurde auch teilweise befriedigt, bis am Ende das Zombiethema immer größer wurde.)

Kim Possible – Staffel 3 (Kurze Staffel mit einigen neuen Ideen, teilweise aber auch Aufwärmen des immergleichen. Immerhin nimmt sich die Serie dann auch gerne selbst aufs Korn)

Küchenhelden – Staffel 1 (Disneyinspirierte Koch-/Backshow in der Familien gegen-einander antreten.  Mit einer Lauflänge von 30 Minuten pro Folge gut zum zwischendurch gucken)

Elementary – Staffel 7 (Die finale Staffel ist mit 13 Folgen verkürzt, verspricht die Handlung nach London zu setzen, kehrt aber schnell zu altbewährtem zurück. Mit einem letzten großen Gegner, bei dem man als Sherlock Holmes Fan durchaus weiß, worauf es hinauslaufen sollte, bleibt es auch diesmal wieder spannend. Gutes Ende einer großartige Serie)

The World according to Jeff Goldblum – Staffel 1 (Ein weiteres Disney+ Original, das mich Woche für Woche begeistern konnte. Jeff Goldblum sucht sich ganz alltägliche Themen aus und schafft es diese mit ganz neuen Blickwinkeln zu durchleuchten)

Vicious – Staffel 1+2 (Meine Lieblingssitcom hat endlich den Weg in mein DVD Regal gefunden, wenn auch ohne deutsche Synchronisation. Aber die Sticheleien zwischen dem von Ian McKellan und Derek Jacobi gespieltem alten Paar sind einfach unbezahlbar)

Willkommen in Gravity Falls – Staffel 1+2 (Ja, ich musste diese Serie einfach direkt noch einmal schauen. Außerdem musste mein Lebensgefährte sie sehen, damit er endlich meine ganzen Anspielungen versteht)

Dead to me – Staffel 1 (Eine Zynikerin und eine Opportunistin treffen nach Schicksalsschlägen aufeinander. Leider kann die Serie die versprochene Komödie nicht wirklich halten, schwankt zwischem starken Drama und vorhersehbarer Handlung)

Community – Staffel 1 (Schwerfälliger Einstieg, danach habe ich die Charaktere und ihre Dynamik schnell lieben gelernt)

Westworld – Staffel 2 (Noch mehr Handlungsstränge, Charaktere und Zeitebene als in der ersten Staffel. Verwirrend erzählt und am Ende nur teilweise aufklärend. Dennoch irgendwo weiterhin spannend)

Barry – Staffel 2 (Charakterdynamik passt nicht mehr so gut wie in der ersten Staffel und nach der Hälfte ist einfach die Luft raus. Schade!)

Hollywood – Miniserie (Interessante Handlung, starke Charaktere, mitunter langatmig erzählt, trotz heftiger Szenen im Endeffekt zu weich gespült)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 2.519
Seiten pro Tag: 84 im Durchschnitt
Taschenbuch: 5
Manga: 2

Breathless 2 – Geheime Lust: Der zweite Teil der Breathless Reihe schließt an den ersten an, erzählt die Geschichte aber aus Sicht eines Nebencharakters des ersten Bands weiter. Sinnliches Lesevergnügen bleibt hier garantiert, allerdings merkt man hier vermerkt, dass die Handlung sehr oberflächlich und die Charaktere sehr platt bleiben.

Angelfall 3 – Tage der Dunkelheit: Der finale Kampf Menschen gegen Engel steht bevor. Doch um dafür gerüstet zu sein müssen Penryn und Raffe bis in die Hölle hinabsteigen. Gelungener Abschluss einer größtenteils spannenden Reihe, man sollte den dritten Teil jedoch zeitnah zum zweiten lesen, da man sonst am Anfang nicht mehr mitkommt.

Die kleine Traumküche in Cornwall: Clemmie reist in ihren Heimatort St. Aiden in Cornwall zurück. Sie hat dort eine kleine Wohnung geerbt. Doch Renovierungen stehen bevor, die sie sich nicht leisten kann. Also verkaufen und sprunghaft weiterleben wie bisher, oder für die Wohnung kämpfen? Schöne Sommerlektüre, leider sehr verkrampfter Schreibstil, der die Magie der Geschichte stark stört und teilweise ganze Dialogszenen unverständlich macht.

Death Note – Band 6+7: Es ging bei mir endlich weiter mit der Geschichte rund um das Death Note, Light, L. und den Todesgöttern. Während sich Band 6 ganz schrecklich zog, konnte Band 7 das Tempo stark erhöhen.

Schmetterlinge aus Marzipan: Nina ist über 40, seit neustem geschieden, alleinerziehend und nicht so richtig glücklich mit der Arbeitssituation. Als sie bei einer kleinen Konditorei das Schild „Praktikantin gesucht“ sieht, scheint es ihr Schicksal zu sein. Nebenbei bringt ihre beste Freundin sie noch zum Online-Dating. Ein Monat voller kleiner Abenteuer stehen bevor. Eine schöne, kurzweilige Sommerlektüre mit kleineren Baustellen und einem leider unpassendem Ende. Aber davor hat es gut gepasst.

Jane Austen bleibt zum Frühstück: Penny Lane hat Liebeskummer, seit sie sich von Trevor getrennt hat. Als sie eines Abends sich Rat von ihrer Lieblingsautorin Jane Austen wünscht, wacht diese prompt am nächsten Tag in Pennys Bett auf. Vor beiden liegen spannende Tage, schließlich kommt Jane direkt aus dem Jahr 1802. Nette Geschichte, tolle Charaktere, schöner Schreibstil, leider unglaubwürdige Jane Austen.

Rettet den Zoo

Ich war im Kino. Sätze, von denen ich dachte, dass es noch eine ganze Weile dauern würde, ehe ich sie wieder sagen könnte. Doch die Wiedereröffnungen der Kinos gehen langsam voran. Ich muss dafür zwar immer noch ein ganzes Stückchen fahren, da hier in der Umgebung nur ein einziges privates Kino, mit süßen drei Kinosälen, offen hat und wir waren auch die einzigen Zuschauer, was nicht gerade dafür spricht, dass es sich für die Kinos wirklich lohnt wieder zu öffnen, aber hey, ich war im Kino!

Ein Vorwort

Mit dem Oscarsieg von Parasite wurde wohl ein deutliches Zeichen gesetzt, dass Hollywood nicht mehr die einzige Filmschmiede ist, die bei den größten „Hollywood“-Preisen abräumen kann. Auch wurde der koreanische Film noch einmal als nicht zu unterschätzende Instanz gestärkt. Mit Rettet den Zoo zeigt Südkorea nun, dass es auch Komödien kann. Wie mein erster Kinofilm nach den Coronaschließungen war, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Kang Tae-soo (Ahn Jae-hong) ist Assistent in einer großen Anwaltskanzlei in Seoul. Für eine Festanstellung bekommt er die Aufgabe einen bankrotten Zoo zu retten. Doch als er dort ankommt, muss er feststellen, dass die meisten Tiere mitgenommen wurden und er nicht einfach neue kaufen kann. Mit den vier verbliebenden Angestellten schmiedet er einen folgenschweren Plan. Die Angestellten sollen in lebensechte Tierkostüme schlüpfen und so die Besucherzahlen wieder ankurbeln.

Meine Meinung

Ich mag Zoos. Auch wenn man über das Für und Wider durchaus diskutieren kann, ist es für mich doch immer eine einzigartige Erfahrung. Demnach konnte mich der Titel des Films auch gleich bekommen. Der Film beginnt im hektischen Großstadttummel in Seoul und schickt Tae-soo bald in die ruhige Umgebung des Zoos. Hier wird der engagierte Anwalt schnell mit allen Problemen konfrontiert und muss feststellen, dass es eigentlich keine Möglichkeit für ihn gibt, die „interessanten“ Tiere zu besorgen – also ich für meinen Teil weigere mich die Erdmännchen als uninteressant zu bezeichnen. Also muss er mit einer etwas ungewöhnlichen Idee sich behelfen. So werden die Tierkostüme geordert und die Mitarbeiter üben fleißig ihre Rollen. Doch fällt den Besuchern nicht auf, dass es keine echten Tiere sind? Nun, wer rechnet in einem Zoo damit, dass es dort unechte Tiere sind?
Rettet den Zoo schafft es in der Lauflänge von 117 Minuten den typischen Aufbau eines Dramas auszuspielen und einige Wendungen waren dadurch auch ziemlich vorhersehbar. Dennoch weiß der Film es an den richtigen Stellen zu überraschen und sich immer wieder aufzuraffen, wenn die Handlung am Boden scheint. Der Film wird als Komödie angepriesen, versteht sich aber darauf eher unterschwelligen Humor einfließen zu lassen und eher auf die Komik der verzwickten Situation anzuspielen, als verzweifelt irgendwelche Schenkelklopfer einzubauen. So ist es eher ein starkes Drama mit großem Komödieneinfluss als direkt eine Komödie. Aber gerade dieser Genremix hebt den Film positiv ab. Die herzerwärmende Geschichte tut ihr übrigens, um dem Film eine ganz eigene charmante Note zu geben.
Auch verklärt der Film die Bedingungen in einem Zoo nicht. Gerade am Beispiel des Eisbären Black Nose wird deutlich gemacht, dass viele Tiere im Zoo gewisse Ticks entwickeln und diese selten positiv für das Tier sind. So nimmt sich der Film einerseits der Begeisterung von Jung und Alt für die Zoos an, zeigt aber im Umkehrschluss auch die Kehrseite für die Tiere. So müssen sich die verkleideten Mitarbeiter eben auch mit rüpelhaften Besuchern auseinandersetzen, die die Tiere bewerfen und anschreien, wenn sie sich nicht genug zeigen.

Das Fazit

Rettet den Zoo ist eine kleine Filmperle die es versteht aus charmanter Grundidee einen guten Komödien-Dramen-Mix zu kreieren, gleichzeitig Denkanstöße gibt und dabei durchgehend unterhält. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Rettet den Zoo läuft seit dem 04.06.2020 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf das halbe Jahr 2020

Uuuund Saison Dezember-Mai sind vorbei und es wird Zeit für meine Halbjahresbilanz. Da die Kinos seit drei Monaten geschlossen sind, fällt die Kinosektion dementsprechend enttäuschend aus. Da ich meine großen Rückblicke immer am Ende des Jahres schreibe, soll es hier nur eine kurze Zwischenbilanz werden, in der ich euch ein paar Zahlen und Namen um die Ohren haue. Also los geht’s!

I. Cinemathek

Coronabedingt war diesmal nur ein Film dabei, der hat mich dafür aber auch richtig umgehauen. Ich spreche von Porträt einer jungen Frau in Flammen. Unbedingte Empfehlung!

II. Anime Special

Im ersten Quartal (wir erinnern uns, Kinos waren nur drei von sechs Monaten offen) gab es zumindest ein Anime Special. Mit Weatherin with you gab es den Nachfolger von Your Name. Leider kam der Nachfolger nicht an seinen Vorgänger heran, bleibt aber eine solide Geschichte.

III. Neulich in der Sneak

Sieben Sneakvorstellungen konnte ich besuchen. Ich hab sie euch gefühlsmäßig mal in eine Reihenfolge gebracht. Wichtig ist, dass selbst Platz 7 im soliden Mittelfeld landen würde. Demnach hatte das Jahr eigentlich einen guten Sneaklauf.

Platz 7: 21 Bridges
Platz 6: 7500
Platz 5: Peanut Butter Falcon
Platz 4: Bombshell
Platz 3: 1917
Platz 2: Drei Engel für Charlie
Platz 1: The Gentleman

IV. Filme – auf großer Leinwand gesehen

Im ersten Quartal konnte ich 15 reguläre Kinofilme sehen, außerhalb der Spezialreihen (Cinemathek, Sneak, Anime). Normalerweise hätte es hier fünf Enttäuschungen und fünf Highlights gegeben, aber da die Liste ungewöhnlich kurz ist, hier meine aktuelle Reihenfolge:

Platz 15: Nightlife
Platz 14: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle
Platz 13: Cats
Platz 12: Lindenberg – Mach dein Ding!
Platz 11: Jumanji 2
Platz 10: Sonic – the Hedgehog
Platz 9: Ruf der Wildnis
Platz 8: Birds of Prey
Platz 7: Parasite
Platz 6: Enkel für Anfänger
Platz 5: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Platz 4: Jojo Rabbit
Platz 3: Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers
Platz 2: Knives Out
Platz 1: Little Woman

V. Filme – auf großem Fernseher gesehen

64 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino. Davon waren 14 Wiederholungstäter und drei Comedy Specials. Meine Highlights gibt es hier:

Platz 10: Aladdin (2019)
Platz 9: I, Tonya
Platz 8: Juliet, Naked
Platz 7: Elliot, das Schmunzelmonster
Platz 6: Wind River
Platz 5: Klaus
Platz 4: Isn’t it romantic
Platz 3: Emo – The Musical
Platz 2: The Final Girls
Platz 1: Die zwei Päpste

VI. Serien – ein kurzer Überblick

34 verschiedene Serien mit 49 Staffeln sind gesehen. Eine kurze Übersicht über meine Highlights (ohne Reihenfolge) gibt’s hier:

Weihnachten zu Hause (Staffel 1)
Grace & Frankie (Staffel 6)
Star Trek: Picard (Staffel 1)
Fleabag (Staffel 2)
The Mandalorian (Staffel 1)
Willkommen in Gravity Falls (Staffel 1+2)
Batwoman (Staffel 1)
The Crown (Staffel 3)
Friends (Staffel 1-9)
Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (Staffel 1)

Bücher – meine Highlights

35 Bücher sind ausgelesen, davon sind 17 von meiner 20 für 2020 Liste. Hier noch schnell meine aktuelle Top 10:

Platz 10: Momo – Michael Ende
Platz 9: Wer die Nachtigall stört – Harper Lee
Platz 8: Kirschkuchen am Meer – Anne Barns
Platz 7: The Green Mile – Stephen King
Platz 6: Mara und der Feuerbringer – Tommy Krappweis
Platz 5: Was perfekt war – Colleen Hoover
Platz 4: Dive Bar 1 – Crazy, Sexy, Love – Kylie Scott
Platz 3: Die Bücherdiebin – Markus Zusak
Platz 2: Someone New – Laura Kneidl
Platz 1: All in: 1000 Augenblicke & Zwei Versprechen – Emma Scott

Wie sah euer erstes Halbjahr aus? Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste? Ich bin immer offen für Empfehlungen!

 

Eine Dekade Film – Meine Top 75 der letzten 10 Jahre – #4 – Platz 25-1

Und da sind wir dann auch schon bei den für mich besten Filmen der letzten Dekade. Fehlt ein Film, den ihr hier eigentlich gern gesehen hättet? Falls ihr die vorherigen Plätze verpasst hat, findet ihr hier die Beiträge: Platz 50-26, Platz 75-51 und die zusätzlichen Top 25/100-76.

Platz 25: Bohemian Rhapsody (2018)

1970 steigt Farrokh Bulsara bei der Band Smile ein. Er wird als Freddy Mercury und die Band als Queen weltberühmt. Doch alle Erfolge können die Einsamkeit in seinem Herzen nicht stillen. Eine pulsierende Bandgeschichte mit dem Höhepunkt auf dem Live Aid Konzert. – Mitreißende und berührende Bandgeschichte und definitv nicht nur was für Fans.

Platz 24: Saving Mr. Banks (2014)

Nach 20 Jahren Verhandlung stimmt Autorin Pamela L. Travers schließlich zu ihr Buch „Mary Poppins“ von der Disney Companie verfilmen zu lassen. Sie reist nach L. A., um dort an der Produktion mitzuwirken. Doch ihr fällt es schwer Kompromisse einzugehen, da sie das Buch auf Basis ihrer eigenen Kindheit geschrieben hat. – Man kann von Disney halten, was man will, diese Geschichte geht ganz tief unter die Haut.

Platz 23: Mad Max – Fury Road (2015)

In einem postapokalyptischen Ödland hat der Tyrann Immortan Joe in einer Oase einen Kult um sich geschaffen. Als Imperator Furiosa die Frauen von Joe befreit, beginnt eine wilde Verfolgungsjagd. In diese stolpert Mad Max. – Sehr einfach Handlung, dafür wohl die besten Actionsequenzen der letzten Dekade. Altmeister George Miller versteht hier sein Hadwerk.

Platz 22: The Imitation Game (2015)

Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs wird eine Gruppe Wissenschaftler zusammen-gesucht, die ein Verfahren zur Entschlüsselung der von den Deutschen genutzten Enigma in kürzester Zeit ermöglichen soll. Alan Turing wird zu dem Team gerufen, stößt aber durch seine mangelnde soziale Kompetenz bei seinen Kollegen auf Abneigung. – Mitreißende Erfindungsgeschichte vor dem Hintergrund des 2. Weltkriegs.

Platz 21: Der Vorname (2018)

Literaturprofessor Stephan lädt Freunde zum Abendessen ein. Als sein Schwager Thomas den Freunden verkündet, dass sein ungeborenes Kind Adolf heißen soll, entbrennt eine hitzige Diskussion bei der noch so manch anderes Thema zur Sprache kommt. – Wortgewaltiges Kammerspiel mit begeisterten Darstellern.

Platz 20: Mit dem Herz durch die Wand (2015)

Sie ist Pianistin und zieht in ein neues Appartement. Sie muss viel für ein neues Stück proben, für das sie vorspielen will. Doch ihr Nachbar ist davon wenig begeistert, entwickelt er doch im stillen Puzzle. Nach einem Kleinkrieg versuchen sie sich an einem Kompromiss. Und merken nach und nach ihre Gefühle füreinander, ohne sich je gesehen zu haben. Es beginnt eine Beziehung mit einer Wand zwischen den Liebenden. – Eine der ruhigsten und doch bezauberndsten Liebesgeschichten mit einer etwas anderen Prämisse.

Platz 19: Black Swan (2011)

Nina ist Primaballerina in New York. Als nächstes soll Schwanensee aufgeführt werden. Die Rolle des Schwans soll in einer Doppelrolle aufgeführt werden. Nina versucht fortan alles, um diese Rolle zu kriegen und bringt sich dabei selbst an ihr Limit. – Abgründe im Ballerinaleben perfekt porträtiert von Natalie Portman. Kein Film für schwache Nerven.

Platz 18: Three Billboards outside Ebbing, Missouri (2018)

Mildred Hayes mietet drei Werbeplakate vor den Toren der Stadt an, in der sie den Polizeichef fragt, warum er noch nicht den brutalen Mord ihrer Tochter aufgeklärt hat. Dies löst einen Shitstorm gegen Hayes aus. Mehrere Vergeltungstaten werden auf beiden Seiten begangen. – Bitterböses Drama über eine trauernde Mutter, die ihre eigenen Methoden einsetzt.

Platz 17: Avengers: Endgame (2019)

Nach 11 Jahren und 21 Vorgängerfilmen findet das Marvel Cinematic Universe seinen Höhepunkt. Nach Thanos fatalem Schnipser sind die Infinity Steine zerstört. Die Helden und die Menschheit müssen sich mit einem Verlust von 50% der Weltbevölkerung abfinden. Bis Scott Lang durch einene Zufall aus dem Quantenraum befreit wird und eine Möglichkeit finden will, um alles rückgängig zu machen. – Atemberaubendes, spannendes und actiongeladenes Finale eines ganzen Filmuniversums. Gespickt mit Fanservice und Nostalgie.

Platz 16: Les Miserables (2013)

Der Dieb Jean Valjean wird nach vielen Jahren Haft entlassen. Er versucht fortan ein rechtschaffendes Leben zu führen. Doch sein ehemaliger Wärter Javert erkennt ihn und bringt ihn dazu wieder zu fliehen. Dabei rettet er die kleine Cosette auf Wunsch ihrer Mutter und nimmt sie bei sich auf. Jahre später verliebt sich Cosette in Marius, der zusammen mit seinen Kommilitonen den Juniaufstand von 1832 planen. – Mitreißende Musicalverfilmung basierend auf Victor Hugos Meisterwerk.

Platz 15: Everest (2019)

Yi lebt in Shanghai und isoliert sich nach dem Tod ihres Vaters zusehends. Als sie eines Tages einen Yeti auf dem Dach des Hauses findet, beschließt sie ihn zurück zu bringen. Dabei begleiten sie die Nachbarjungen Jin und Peng. Verfolgt werden sie von einem Forschungsteam. – Familienspaß, der alt und jung zu begeistern vermag und ganz nebenbei die Themen Trauerverarbeitung, Familie und Freundschaft verarbeitet.

Platz 14: Game Night (2018)

Max und Annie sind große Spielefans und veranstalten regelmäßig Spieleabend zusammen mit zwei befreundeten Paaren. Diese müssen sie allerdings vor dem unheimlichen Nachbar Gary geheim halten. Als eines Tages Maxs Bruder Brooks auftaucht und den besten Spieleabend aller Zeiten ankündigt, wissen die Freunde noch nicht, dass sie sich kurz darauf in einem wahren Überfall befinden. – Die wohl beste Komödie der letzten Jahre mit sympathischem Cast und ausgereiften Witzen macht Lust auf den nächsten Spieleabend.

Platz 13: Brooklyn (2016)

Die Irin Eilis verlässt 1951 Irland, da sie mit Hilfe der Kirche einen Job in New York erhalten hat. Dort angekommen plagen sie Heimweh und das Vermissen ihrer Familie. Dies ändert sich erst als sie den jungen Tony kennenlernt. Nach einem Todesfall kehrt sie nach Irland zurück und ist nun hin und hergerissen zwischen bleiben und zurückkehren nach New York. – Einfühlsame Geschichte über Heimweh, die ohne große Gesten auskommt und sich auf die zwischenmenschlichen Schwingungen versteht mit einer großartigen Saoirse Ronan.

Platz 12: Die Verlegerin (2018)

Kay Graham wird nach dem Tod ihres Mannes Chefin der Washington Post, schafft es jedoch kaum sich im männerdominierenden Vorstand durchzusetzen. Als Chefredakteur Ben Bradlee Geheimdienstinformationen erhält, die Lügen von drei Präsidenten zum Vietnamkrieg offen legen, steht Kay vor der größten Entscheidung ihres Karriere. – Einfühlsames Drama über Pressefreiheit.

Platz 11: Can you ever forgive me (2019)

Die erfolglose Biografin Lee Israel braucht dringend Geld. Als sie bei dem Verkauf eines Briefes von Katharine Hepburn von Sammlern erfährt, die einiges an Geld dafür ausgeben wollen, beschließt sie eben solche Briefe zu fälschen. – Unaufgeregtes Drama zwischen Gewissensbissen und Überlebensinstinkt. Eine unscheinbare Perle.

Platz 10: Call me by your name (2018)

Elio reist mit seinen Eltern jeden Sommer zu deren Landsitz in Italien. Sein Vater, ein Archäologe, nimmt wie jeden Sommer eine studentische Hilfskraft mit. In diesem Sommer ist es Oliver. Während Elio Oliver zunächst nicht leiden kann, entwickelt sich bald ein ganz besonderes Band zwischen den beiden. – Coming-of-Age eingebettet in den heißen Sommer Italiens bietet Call me by your name eine ganz besondere filmische Atmosphäre. Ein Film, den man so schnell nicht vergessen kann.

Platz 9: Green Book (2019)

Als der Club, in dem Türsteher Tony Lip arbeitet, für ein paar Monate schließt, stimmt dieser zu den Musiker Don Shirley auf seiner Konzerttour durch die Südstaaten zu fahren. Als Afroamerikaner ist Shirley in den Südstaaten der 1960er Jahre starkem Rassismus ausgesetzt. Zwischen Lip und Shirley entsteht eine besondere Freundschaft. – Ein Roadtrip voller Freundschaft, der sich subtil mit Rassismus auseinander setzt.

Platz 8: Rocketman (2019)

Elton John hat in seiner Kindheit mit seinen abweisenden Eltern zu kämpfen. Als junger Mann trifft er auf den Texter Bernie Taupin, mit dem er schnell Welthits produziert. Doch mit zunehmendem Erfolg steigt auch sein Drogenproblem. – Berührende Biographie mit Musical-Touch und einem fantastischen Taron Egerton.

Platz 7: Kingsman (2015)

Der rebellische Teenager Eggsy bekommt die Chance Mitglied bei den Kingsman zu werden, eine regierungsunabhängige Geheimorganisation. Während er noch im Aufnahmeprozess ist, gilt es den Milliardär Richmond Valentine aufzuhalten. – Agententhriller trifft auf Komödie. Die elegantesten Agenten seit James Bond treffen auf ausgeprägte Action und parodieren sich dabei noch selbst.

Platz 6: Love, Simon (2018)

Simon Spier ist ein ganz normaler Teenager. Was er bisher niemanden erzählt hat, ist, dass er schwul ist. Erst als sich auf dem Schulblog ein Mitschüler outet, vertraut sich Simon in E-Mails diesem Fremden an. Als diese jedoch geleakt werden und Simon dadurch unfreiwillig geoutet wird, ist es an Familie und Freunden ihn wieder aufzubauen. – Einfühlsamer Film über Homosexualität und ein unfrewilliges Outing.

Platz 5: Still Alice (2014)

Dr. Alice Howland ist Linguistin. Mit Anfang 50 merkt sie, dass sie immer öfter Dinge vergisst. Nach dem Besuch beim Arzt bekommt sie die Diagnose eines sehr früh einsetzenden Alzheimers. Ein Schock für die gesamte Familie, die fortan versucht, damit umzugehen. – Berührendes Drama mit meist stillgeschwiegenem Thema, das sich mit der eigenen Erfahrung Alices beschäftigt, aber auch mit denen der Familie.

Platz 4: SMS für dich (2016)

Clara ist Kinderbuchillustratorin, die seit dem Tod ihres Verlobte vor zwei Jahren nichts mehr wirklich zu Stande gebracht hat. Sie beschließt zu ihrer Freundin Katja zurück nach Berlin zu ziehen. Um ihre Trauer zu verarbeiten schreibt sie SMS an die alte Nummer ihres toten Verlobten. Doch die Nummer wurde neu vergeben und so wird Sportjournalist Mark auf sie aufmerksam. – Eine mitreißende Liebesgeschichte, die aus Trauerverarbeitung hervorgeht.

Platz 3: The Avengers (2012)

Der Gott Loki hat nach den Ereignissen in Thor überlebt. Er bricht in eine SHIELD Einrichtung ein, um dort den Tesserakt und ein paar Helfer zu stehlen. Mit Hilfe dieser will er ein Portal öffnen, um den Chitauri auf die Erde zu lassen und diese so zu erobern. Director Fury greift zu seiner letzten Hoffnung und reaktiviert das ursprünglich eingestampfte Avengers-Projekt. Und so treffen auf einmal Iron Man, Captain America, Hulk, Thor und Black Widow aufeinander und müssen Loki aufhalten. Dabei stehen ihnen mehrere Hürden im Weg. – Das erste Zusammentreffen verschiedener Marvelhelden gipfelt in einer atemberaubenden Schlacht um New York.

Platz 2: Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014)

Hazel Grace Lancaster ist 16 und leidet an Schilddrüsenkrebs mit Metastasen in der Lunge. Bei einer Selbsthilfegruppe lernt sie den sympathischen Gus kennen, der durch Knochenkrebs ein Bein verlor. Beide verlieben sich ineinander, obwohl die Zeit der beiden von vornherein begrenzt ist. – Berührende Liebesgeschichte trotz Krebsdiagnose, bei der wohl kein Auge trocken bleibt.

Platz 1: Alles eine Frage der Zeit (2013)

Tim ist eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher. Doch an seinem 21. Geburtstag erzählt ihm sein Vater, dass alle Männer der Familie in die Vergangenheit reisen können. Diese Gabe nutzt er, um die sympathische Mary für sich zu gewinnen. Die beiden verlieben sich und müssen fortan mit ganz alltäglichen Problemen kämpfen. – Die schönste und dabei ruhigste und undramatischste Liebesgeschichte, die ich je gesehen habe. Die Zeitreisen bringen einen zusätzlich zum schmunzeln.

Sonic – the Hedgehog

Ein Vorwort

Spieleverfilmungen haben es in der Regel schwer. Denn während Buchverfilmungen meist akzeptiert werden und nur bei ganz schlechten Umsetzungen dann kritisiert wird – looking at you Allegiant – werden Spieleverfilmungen grundsätzlich zerrissen. Allerdings nicht nur von den Spielern selbst, können die Filme meist auch den reinen Kinogänger nicht überzeugen. So floppten zuletzt Tomb Raider oder auch ein Assassins Creed. Ob dies bei Sonic besser funktioniert, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Sonic muss aus seiner Welt mit Hilfe von Ringportalen flüchten. Er findet sich auf der Erde wieder, in einer Kleinstadt namens Green Hills. Dort versteckt er sich vor den Menschen, um nicht wieder verfolgt zu werden. Doch die Einsamkeit macht ihm zu schaffen und bei einem einsamen Baseballspiel dreht er durch. Dies ruft jedoch Dr. Robotnik (Jim Carrey) auf den Plan, der nun versucht Sonic mit allen Mitteln zu fangen und seine Kraft zu absorbieren. Sonic bekommt dabei Hilfe vom Polizisten Tom Wachowski (James Marsden). Ein Roadtrip der besonderen Art steht bevor.

Meine Meinung

Ich habe Sonic nie gespielt. Soweit erst einmal die Beichte. Dementsprechend egal war mir auch zunächst die ganze Diskussion um sein Aussehen. Denn nach der Veröffentlichung des ersten Trailers gab es von den Fans einen riesen Aufschrei. Zu menschlich sei der Igel geraten. Rufe nach mehr Ähnlichkeit zum alten Videospiel wurden laut. Regisseur Jeff Fowler gab schließlich dem Drängen der Fans nach und ließ den Igel überarbeiten, was auch den Start verzögerte. Hinterher gab es dann zwar Spekulationen, ob dies vielleicht alles nur ein großer PR-Gag gewesen sei, doch auf diese Richtung möchte ich mich nicht einlassen. Ebenfalls gab es große Kritik im Vorfeld, dass Youtuber Julien Bam die Synchronisation von Sonic übernehmen sollte. Grundsätzlich sehe ich auch ein Problem darin, dass bei Animationsfilmen zusehends mehr „Prominente“ statt ausgebildeter Synchronsprecher genutzt werden, um mit den bekannten Namen zu werben, aber auch das ist ein größeres Thema, das diesen Beitrag sprengen würde. Bam konnte bereits bei Everest zeigen, dass er sich durchaus auf Synchronisation versteht und liefert auch hier eine solide Arbeit ab, verfehlt aber gerade die Feinheiten in den Emotionen. Hier wäre mehr möglich gewesen.
Grundsätzlich kann man Sonic auch als Nicht-Spieler gut sehen, da kein Vorwissen nötig ist. Natürlich übersieht man dadurch ein paar Feinheiten. Ich konnte die Begeisterung meiner beiden Begleiter über den Namen der Kleinstadt Green Hills nicht nachvollziehen, bis sie mir erklärten, dass so wohl die erste Welt damals bei den Spielen hieß. So ist der Fanservice durchaus vorhanden, hält sich aber in einem Rahmen, dass der Film auch ohne schlüssig ist.
Letztlich ist das größere Problem am Film, dass er eine ganz normale Origin-Story ist. Man lernt die beiden Hauptcharaktere Sonic und Tom, sowie den Gegenspieler Dr. Robotnik nach und nach kennen und begleitet sie auf ihrem Roadtrip. Doch die Schwierigkeiten der beiden sind eben die Schwierigkeiten, die fast jeder beim Kennenlernen hat. Und so kommt der Film nicht wirklich aus dem immergleichen Schema heraus und schafft es nicht sich irgendwo hervorzutun. So bleibt auch der Spannungsgrad auf einem konstanten durchschnittlichen Level. Nur wenig Überraschungen hat der Film zu bieten. So ist der eigentliche Mehrwert eben doch das Erkunden der kleinen Fanservices.
Auch ist Toms Frau Maddie, gespielt von Tika Sumpter, der interessantere Charakter von beiden, kommt aber etwas zu kurz. Trotzdem bleibt der Ausblick auf eine Fortsetzung positiv, denn dort könnte man sich nun richtig austoben und auch gute Ideen einbringen. Ich freu mich drauf!

Das Fazit

Sonic – the Hedgehog macht im Gegensatz zu anderen Spieleverfilmungen viel richtig, schafft es aber nicht aus dem altbekannten Schema einer Origin-Geschichte herauszukommen. So verbliebt das Grundgerüst in der Durchschnittlichkeit, der Mehrwert ist dann der Fanservice. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Sonic the Hedgehog läuft seit dem 13.02.2020 in den deutschen Kinos.

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 9.5

Hier kommt nun der zweite Teil von 2018. Hier noch einmal die vorherigen Artikel meiner großen Kategorieaufräumaktion: 2014/2015, 2016, 2017, 2018.1

2018:

1) Isle of Dogs – Ataris Reise

Nach dem Ausbruch des Schnauzenfiebers werden Hunde für alle möglichen Sachen, z. B. Flöhe, Schuldig gesprochen und ins Exil auf eine Müllinsel deportiert. Unter anderem auch Spot, der Wachhund von Atari Kobayashi. Als dieser aufbricht, um seinen Hund zu finden, schließen sich ein paar andere Hunde an. Dabei decken sie nicht nur eine Verschwörung auf, sondern erleben auch allerlei Abenteuer.
Der Stop-Motion-Film ist eher eine Aneinanderreihung kleinerer Episoden, die durch die große Geschichte zusammengehalten werden. Während die Haupthandlung der Gesellschaft gerne den Spiegel vorhält, hier ist es die Ausgrenzung der Hunde wegen angeblicher Vergehen, die sich aber auf viele Vorurteile und andere aktuelle Ereignisse übertragen lässt. Dabei sind es jedoch gerade die kleinen Nebenepisoden und running gags, die den Film von seiner hochtrabenden Kunsterzählweise herunterheben und sehbar machen. Es bleibt dennoch ein sehr speziell erzähler Film, der aber, wenn man sich einmal an den Erzählstil gewöhnt hat, gut funktioniert.

2) Anna und die Apokalypse

Ein Weihnachtsfilm, ein Zombiefilm und ein Musical in einem. Was erst einmal unvereinbar klingt, funktioniert hier tatsächlich sehr gut.
Die Weihnachtsaufführung in Annas Schule steht bevor. Doch eine Virusinfektion lässt die halbe Bevölkerung zu Zombies werden. Anna und ihre Freunde können sich in eine Bowlingbahn flüchten. Sie versuchen zur Schule durchzukommen, wo Eltern und Mitschüler sich versteckt halten.
Für viele ist der Film inzwischen zum absoluten Geheimtipp mutiert. Ich habe leider so meine Probleme mit dem Film. Zum einen bin ich absolut kein Fan von Zombiefilmen. Sobald Zombies anfangen durch die Gegend zu wanken, bin ich raus. Trotzdem hat mich der Film gereizt, durch die Kombination mit dem Musical. Leider enttäuschte mich dieser Aspekt auch, denn die Lieder sind sehr einfallslos und funktionieren alle nach dem gleichen Popschema. So waren sie zwar alle nicht schlecht, aber eben auch nicht gut. Ich bin ein großer Musicalfan und erwarte hier schon, dass ich Lieder voneinander unterscheiden kann, bzw, sie hinterher auch nochmal wiedererkenne. Darüber hinaus ist die Geschichte rund erzählt, kommt zwar mit dem typischen Klischees daher und kann nur an wenigen Stellen überraschen, dennoch macht sie an vielen Stellen einfach Spaß. Wer sich also nicht vom Zombiethema abgestoßen fühlt und auch weniger hohe Erwartungen an den Musicalaspekt hat, kann hier durchaus mal einen Blick werfen.

3) Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Lewis ist ganz frisch Waise und wird zu seinem Onkel Jonathan geschickt. In dessen Haus gibt es allerlei Kuriositäten und auch die Nachbarin Mrs. Zimmermann scheint Dauergast zu sein. Schnell findet er heraus, dass sein Onkel ein Zauberer ist und nachts eine geheimnisvolle Uhr im Haus sucht.
Der Film ist in erster Linie ein Fantasy-Film, der sich nebenbei noch mit den Themen Verlust und Außenseitertum beschäftigt. Dabei ist Jack Black als Onkel Jonathan voll in seinem Element, während sich Cate Blanchett eher im Hintergrund hält. Für den Zuschauer hat man Lewis an seiner Seite, mit dem man das Haus erkunden kann. Der Film ist eindeutig für ein junges Publikum konzipiert und hat mit einer Freigabe ab 6 Jahren auch keinen Anspruch wirklich gruselig zu sein. Das ist hier auch gar nicht nötig, da man hier auch als Erwachsene die kindliche Freude über das Unbekannte wiederentdeckt. Hinzu kommen allerhand kuriose Charaktere, die beim Sehen einfach Spaß machen. So bleibt der Film immer leicht hinter seinen Möglichkeiten zurück, bietet aber trotzdem gute Unterhaltung für einen Abend. Ein zweiter Blick lohnt sich dann aber eher nicht.

4) Crazy Rich

Der Überaschungserfolg mit einer rein asiatischen Besetzung.
Rachel Chu reist mit ihrem Freund Nick Young nach Singapur, um dessen Familie bei einer Hochzeit kennenzulernen, bei der Nick Trauzeuge sein wird. Dabei muss sie feststellen, dass Nick zu einer der reichsten Familien Singapurs gehört. Vor Ort hat sie nicht nur Probleme sich dem Lebensstil von Nicks Freunden anzupassen, auch scheint seine Mutter eine Abneigung ihr gegenüber zu haben, die sie nicht nachvollziehen kann.
Crazy Rich fährt mit einem guten Cast auf. So richtig ist der Komödienaspekt bei mir nicht angekommen. Währenddessen hat der Dramaaspekt bei mir wesentlich besser funktioniert. So habe ich relativ wenig gelacht, aber immer mit Rachel mitgefühlt. Dennoch ist der Film ein fasziniertes Eintauchen in eine ganz andere Welt, die gleichzeitig so vertraut ist. Denn die wohl wichtigste Botschaft des Films ist, dass es eben keine weißen Darsteller braucht, damit ein Film funktioniert.

5) Spider-Man – a new Universe

Angeteasert wurde der Film bereits in einer ziemlich langen Afer-Credit-Scene von Venom. Diese schreckte mich jedoch eher ab, da sie sehr rasant daher ging und mein übliches Übelkeitsproblem durch die Perspektive auftrat. Zu Hause auf dem Fernseher ging das dann aber doch ohne Zwischenfälle.
Miles Moralis ist ein ganz normaler Junge, in einer Welt, in der Peter Parker alias Spider-Man gestorben ist. Doch auch Miles wurde von einer radioaktiven Spinne gebissen und verfügt über die gleichen Fähigkeiten. Dabei trifft er auf einen gealterten Peter Parker, die aus einem anderen Universum zu kommen scheint. Nach und nach treffen immer mehr Spider-Mans und Spider-Womans aufeinander. Zusammen versuchen sie Kingpin aufzuhalten, der mit einer Maschine versucht seine geliebte Vanessa zurückzuholen.
Erfrischend neu ist die Geschichte, die sich nur bedingt an dem typischen Superheldenschema orientiert und sich von bestehenden Erzählsträngen loslöst. Dabei ist sie auch animiert und orientiert sich am ursprünglichen Comicstil. Hinzu kommt eine spannende Geschichte und ein Miles Moralis, der eben mit ganz anderen Problemen kämpft. Dennoch bleibt irgendwo die Grundessenz eines Spider-Man erhalten und wird mit einer Menge Humor durch die verschiedenen Spider-Mans ergänzt. Nicht umsonst hat der Film den Oscar für den besten Animationsfilm erhalten.

6) Juliet, Naked

Annie und Duncan führen seit vielen Jahren eine leidenschaftslose Beziehung. Duncan ist ein riesiger Tucker Crowe Fan, der nach einem kurzen Erfolg mit zwei Alben vor über 20 Jahren komplett von der Bildfläche verschwand. Nun soll ein neues Album erscheinen, das die Lieder des ersten Albums noch einmal neu vertont hat. Nachdem Annie, frustriert über die Leidenschaft Duncans Crowe gegenüber, eine schlechte Kritik über das neue Album verfasst, kontaktiert sie niemand geringeres als Crowe selbst. Kurz darauf verlässt Duncan Annie wegen einer Affäre und Annie beschließt sich mit Crowe zu treffen. Dieser führt jedoch weniger das glamuröse Rockstarleben, als vielmehr ein Leben voller Gram und zu vieler Kinder von zu vielen Frauen.
Juliet, Naked ist ein kleiner Film, der wohl neben den ganzen Hollywood Blockbustern untergegangen ist. Dabei ist er liebevoll erzählt und zeigt die Schattenseiten einer kurzzeitigen Berühmtheit. Dabei geht es jedoch auch um Annie, die sich so gerne einen Neuanfang wünscht. Annie und Duncan sind ein Beispiel eines Paares, das irgendwie am Erwachsensein gescheitert ist und nur aus Treue zusammen bleibt und nicht, weil es sie selbst irgendwo glücklich macht. So ist es ein Film zum Nachdenken und gleichzeitig zum stillen Schmunzeln, wenn Duncan merkt, dass sich Annie mit seinem großen Idol trifft. Auch der Cast aus Ethan Hawke, Rose Byrne und Chris O’Dowd harmoniert wunderbar.