Pets 2

Ein Vorwort

2016 brachte Illumination einen Film fernab ihres Dauerbrenners rund um die Minions heraus. Dabei schafften sie es durch den wirlich gelungenen Trailer, der die Haustiere bei verschiedenen Aktionen in den Haushalten zeigt, was diese denn so treiben, wenn die Besitzer aus dem Haus sind, die Leute scharrenweise ins Kino zu locken. Doch die positiven Stimmen blieben aus. Denn die Geschichte wurde dann doch viel mehr zu einem billigen, langweiligen, undurchdachten Toy Story Abklatsch. Dennoch gibt Illuminations nicht auf und präsentierte uns nun den zweiten Teil. Warum dieser deutlich besser funktioniert als der erste Teil, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Hunde Max und Duke verstehen sich inzwischen und kriegen erneut Zuwachs. Diesmal jedoch in Form eines Babys. Gerade bei Max drehen die Beschützerinstinkte durch. Während Max und Duke in den Urlaub fahren, soll die Hündin Gidget auf Maxs Lieblingsspielzeug aufpassen. Sie verliert es jedoch an einen Haushalt voller Katzen. Snowball – das verrückte Kaninchen – ist inzwischen zahm geworden und fühlt sich in seinem neuen Umfeld sau wohl. Dennoch sieht er sich weiterhin gerne als großen Helden. Sein großer Auftritt kommt, als die Hündin Daisy ihn um Hilfe bittet, um den Tiger Hu vor einem bösen Zirkusdirektor zu befreien.

Meine Meinung

Nachdem die große Zusammenhängende Handlung im ersten Teil absolut gescheitert ist, die Macher aber anscheinend immer noch genügend Ideen hatten, wurden diesmal kleinere Episoden geschrieben und zusammengestückelt. Dies funktioniert deutlich besser, weil sie nicht irgendwie alle bekannte Charaktere unter Zwang in einen Erzählstrang gesteckt werden musste, sondern sie sich in ihren eigenen Geschichten frei entfalten konnten. Während die Geschichte rund um Max und Duke mit dem neuen Baby noch ein bisschen holprig wirkt, ist gerade die Geschichte rund um Gidget, die verzweifelt versucht eine Katze zu werden, um Maxs Lieblingskuscheltier wieder zu bekommen, das Highlight des Films. Denn die Geschichte ist clever, witzig, spielt mit den Vorurteilen über Katze und Hunde und macht einfach Spaß beim Ansehen. Doch die Episode war zu kurz, um den gesamten Film darüber zu drehen.
Die Episode rund um Snowball und die Rettung des weißen Tigers ist dann vergleichsweise brutal und sollte wohl die Spannung in den sonst sehr ruhig erzählten Film bringen. Leider überstrapaziert Illuminations hier einmal mehr das, was der Zuschauer zu glauben bereit ist. Denn während die Episoden von Max und Gidget im Entferntesten noch glaubhaft waren, ist diese Episode sehr abgedreht. Gerade der böse Zirkusdirektor ist etwas sehr überzeichnet. So hat er natürlich böse Wölfe, die für ihn alles erledigen müssen und immer eine Peitsche in der Hand, man könnte ja hin und wieder mal auf alle Tiere einschlagen. Dabei sticht die Episode so stark heraus und will sich nicht richtig in den restlichen Film einfügen.
Der Lach- und Spaßfaktor ist im zweiten Teil deutlich größer, als noch im ersten, weil zwar viele gute Witze im Trailer vorweg genommen wurden, aber eben nicht alle. Illuminations schafft es die bereits bekannten Charaktere alle wieder unterzubringen und ihnen teilweise auch nochmal mehr Tiefgang zu geben. Die Animationen sind im bekannten Stil gehalten und funktionieren auch weiterhin ausgezeichnet.

Das Fazit

Von drei Einzelepisoden macht eine wirklich Spaß, ist eine für den Tiefgang zuständig und eine leider zu abgedreht. Doch im großen und ganzen funktioniert Pets 2 damit besser als sein Vorgänger. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Pets 2 läuft seit dem 27.06.2019 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den Juli

Nachdem ich mit meinem letzten Rückblick wieder sehr spät dran war, möchte ich diesmal umso pünktlicher sein. Der Juli war gepägt von dem typischen Sommerloch im Kino. Umso mehr Zeit hatte ich für meinen Serienkonsum. Hier also mein obligatorischer Rückblick.

Sneak Preview

Anna: ist ein interessanter Film mit guten Darstellern, Hanndlung voller Wendungen und gutem Szenenbild und Choreographien. Dennoch kostet ihm die Rückblendenerzählung einige Pluspunkte.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Im Juli habe ich tatsächlich alle drei Filme mit 6 Punkte bewertet. Das ist Zufall, es war also kein Highlight aber auch keine richtige Enttäuschung dabei.

Men in Black – International: Ein Actionfilm, der auf leichte Unterhaltung setzt, dabei aber leider ins Belanglose rutscht und daher keine Geschichte erzählt, an die man sich erinnert.

Traumfabrik: lädt zum träumen und schwärmen ein, scheitert dann aber an überzeichneten Charakteren und einem fehlbesetzten Protagonisten.

Spider-Man – Far from home: hat viele gute Ansätze, versucht die Marveltypische Spannung und Humor zu verbinden, scheitert aber letztendlich durch eine verworrene Handlung und einem unnachvollziehbarem Bösewicht. Damit zählt er zu den schwächeren Vertretern aus dem Hause Marvel.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Happy feet: Pinguine sind meine absoluten Lieblingstiere. Umso überrascher war mein Lebensgefährte, dass ich diesen Pinguinfilm noch nicht gesehen hatte. Allerdings konnte mich der Film auch nicht überzeugen, denn die Handlung springt zu sehr und spricht zu viele Themen an, ohne sie wirklich ernst zu nehmen.

Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh: Der erste Winnie Puuh Film aus der Meisterwerkereihe von Disney lief nach langer Zeit mal wieder bei mir und konnte mich wie jedes Mal begeistern. Der kleine Bär mit dem großen Honighunger hat es mir einfach angetan.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Yesterday: Was wäre, wenn über Nacht alle außer dir die Songs der Beatles vergessen hätten? Genau damit befasst sich Yesterday.

Serien – ein kurzer Überblick

Im Juli habe ich mich endlich an die erste Staffel von The Marvelous Mrs. Maisel gewagt und es eigentlich nur bereut die Serie nicht schon viel früher gesehen zu haben, denn sie versprüht einen ganz besonderen Charme. Danach ging es bei mir historisch zu und ich hab Netflix Dokuserie Die letzten Zaren angesehen, in der halb serientypisch, halb dokutypisch die Geschichte von der Machtergreifung Nikolaus II. bis zur Ermordung seiner Familie erzählt wird. Das war für mich insofern aktuell sehr interessant, als dass ich letzten Monat auf meiner Ostseekreuzfahrt in St. Petersburg war und viele Schauplätze live sehen konnte, wie beispielsweise den Katharinenpalast. Ebenfalls lief bei mir im Juli die vierte Staffel von Lucifer, also die erste von Netflix produzierte Staffel und die war ziemlich wirr erzählt, weil irgendwie sehr viel in die 10 Folgen passen sollten. Mal sehen, ob die fünfte wieder gemäßigter erzählt. Auch habe ich mich endlich an die dritte und finale Staffel von Eine Reihe betrüblicher Ereignisse gewagt, die im Stil den ersten beiden Staffeln treu bleibt, aber am Ende leider zu wenig aufklärt und mich daher doch enttäuscht zurück lässt. Ebenfalls nach langer Zeit nun endlich beendet habe ich die erste Staffel von American Crime Story, die sich mit dem Fall „The People vs. O.J Simpson“ befasste. Hier konnte ich lange Zeit immer mal nur eine Folge gucken, weil mir der Fall über 10 Folgen gestreckt, leider doch sehr langatmig erzählt wurde und selten etwas wirklich spannendes dabei war. Sehr schade, denn die Serie wurde doch sehr hochgelobt. Ansonsten brachte Sky endlich die sechste Staffel von Elementary, die gewohnt mit hohem Niveau erzählt wurde. Jetzt muss ich aber auf die siebte warten, um den Cliffhanger endlich aufzulösen. Aber das war noch lange nicht alles, denn Netflix brachte nun auch endlich die achte Staffel Modern Family, die auch in dieser noch spannende Geschichten erzählen konnte, an einer Stelle, wo anderen Sitcoms schon längst die Puste ausging. Und dann ging es bei mir noch nostalgisch zu, denn bei mir lief auch die komplette erste Staffel der Ducktales.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 2
Seiten gesamt: 1.520
Seiten pro Tag: 49 im Durchschnitt
Taschenbuch: 2

Wir sehen uns beim Happy-end: Ella lebt für Happy-ends und kann nichts ertragen ohne. Kein Film, kein Buch, nichts. Bis ihr eigenes Leben auf einmal aus der Bahn gerät und sie auf Oskar trifft, der anscheinend ganz dringend ein Happy-end braucht. Das perfekte Buch für Träumer, das vielleicht zwischendurch etwas realitätsfern ist, aber trotzdem eine zauberhafte Story erzählt.

Ein wenig Leben: Das genau Gegenteil zur lockeren Happy-end Story, präsentierte mir ein wenig Leben, das auf fast tausend Seiten die Geschichte der vier Freunde Jude, Willem, Malcolm und JB erzählt. Die Geschichte geht über einen Zeitraum von über 30 Jahren und geht tief unter die Haut. Vor allem Jude hat in seinem Leben sehr viel durchmachen müssen.

Men in Black – International

Ein Vorwort

Wenn man sich das Kinoprogramm ankommt, dann hat man immer öfter das Gefühl eine kleine Zeitreise gemacht zu haben. Diesmal gehen wir 22 Jahre zurück ins Jahr 1997. Nach seinem Erfolg mit Indenpendance Day zog Will Smith erneut los, um die Welt zu retten, erneut vor Aliens. Diesmal jedoch in einem schicken schwarzen Anzug und mit einem „Blitzdings“, damit wir Normalsterblichen uns an nichts erinnern können. 2002 kam der zweite Teil heraus, der bereits an Qualität verloren hatte. 2012 wurden Smith und Tommy Lee Jones erneut verpflichtet für einen dritten Film, der zwar finanziell der erfolgreichste der Reihe wurde, an den sich aber wohl kaum noch einer erinnern kann, während aus dem ersten Teil noch immer zitiert wird. Nun gibt es einen vierten Teil in den deutschen Kinos, der den Namen International trägt. Diesmal durften Tessa Thompson und Chris Hemsworth in die Anzüge schlüpfen.

Die Handlung

Molly Wright (Tessa Thompson) gerät als kleines Kind in Berührung mit einem Alien. Während ihre Eltern „geblitzdingst“ werden, erinnert sie sich auch als Erwachsene noch daran. Verzweifelt versucht sie die „Men in Black“ zu finden und beobachtet dabei alles sonderbare. Eines Tages trifft sie tatsächlich auf die Organisation und nach einem Vorstellungsgespräch wird sie zur Ausbildung zugelassen. Ihr erster Fall führt sie in die Zentrale nach London, wo sie sich Agent H anschließt, der für einen vergangene Erfolg noch immer gefeiert wird, aber seitdem nichts mehr so richtig auf die Reihe zu bekommen scheint.

Meine Meinung

Während wir 1997 Will Smith als Identifizierungscharakter hatten, begleiten wir diesmal Tessa Thompson auf ihren Weg zu den Men in Black. Wie auch schon zuletzt in X-Men Dark Phoenix darf hier zumindest ein zynischer Satz von Emma Thompson auf das Men im Namen aufmerksam machen, während mit den beiden Thompsons – keine Verwandtschaft – als Frauen wichtige Rollen übernehmen. Das war dann aber auch schon der einzige tiefgründige Satz des Films.
Danach bekommt der Zuschauer jedoch genau das, was Beschreibung und Trailer vermuten ließen. Eine lockere Geschichte ohne Tiefgang mit vielen Actioneinlagen, lustigen Dialogen, Wendungen, Ortswechsel – es soll ja schließlich International sein. All das für das wohl enttäuschendste Finale der Reihe. Denn die Wendung am Ende ist dem geschulten Zuschauer bereits nach der ersten Szene klar und dürfte daher wohl kaum noch überraschend sein. Leider ist dieser Part auch der, der in Erinnerung bleibt und einen enttäuscht und unzufrieden das Kino verlassen lässt.
Dabei macht der Film zwischendurch durchaus Spaß und das liegt an mehreren Faktoren. Zum einen stimmt einfach die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern Tessa Thompson und Chris Hemsworth. Das sie schauspielerisch auf einer Wellenlänge sind, konnten sie bereits in Thor – Ragnarök beweisen. Auch wenn Hemsworth Charakter ein wenig sehr auf seinem einnehmenden Lächeln ausruht und zunächst ein wenig nervig ist, bringt gerade Thompson das Charisma in das Duo. Dazu kommen dann gerade die kleinsten Nebencharaktere, wie Pawny, die so viele Witze mit rein bringen und damit die gesamte Stimmung noch einmal ordentlich heben.
So hat man beim Sehen durchaus seinen Spaß und führt sich unterhalten. Allerdings diese Art von Unterhaltung, die man nach kürzester Zeit wieder vergessen hat. Daher bleibt das enttäuschende Ende leider noch wesentlich mehr in Erinnerung. Und damit ist Men in Black – International leider erneut ein Reboot, das mit nichts Neuem punkten kann, sich auf einen bekannten Titel ausruht, zwar versucht zu unterhalten, aber auch damit nicht bis zum Ende durchhält.Dennoch liefert es größtenteils die leichte Unterhaltung, die er verspricht.

Das Fazit

Men in Black – International ist ein leichter Actionfilm, der sich leider zu sehr auf seinem Namen ausruht. Trotz vieler witziger Einfälle, kann er nicht durchgehend unterhalten und versagt gerade am Ende. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Men in Black – International läuft seit dem 13.06.2019 in den deutschen Kinos.

 

Spider-Man: Far from home

Ein Vorwort

Nach den Nachrichten, dass Avatar (endlich) vom ersten Platz der erfolgreichsten Filme aller Zeiten (zumindest uninflationsbereinigt) gestoßen wurde, ist schon einmal eine gute Nachricht. Umso mehr freut mich, dass es Endgame geschafft hat. Denn damit wurden 11 Jahre Filmfranchise zu einem krönenden Höhepunkt geführt. Umso verwirrter wurde man, als Kevin Feige ankündigte, dass Phase 3 doch nicht mit Endgame ende, sondern eben erst mit dem zweiten Marvel-Spider-Man Versuch. Kann dies ein ebenso guter Abschluss für die dritte Phase werden?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Peter Parker wird von Tony Stark aka Iron Man aufgesucht, damit dieser ihm als seine Geheimidentität Spider-Man hilft, um Captain America im Civil War aufzuhalten. Bei dem großen Kampf am Leipziger Flughafen hält er sich wacker.
Wieder zu Hause will er unbedingt ein Avenger werden und ruft Tony Stark regelmäßig mit Updates aus der Nachbarschaft an. Dieser ignoriert ihn jedoch geflissentlich. Als in seiner Umgebung jedoch Waffen mit Centauri-Technologie (wir erinnern uns an den großen Kmapf im ersten Avengers-Teil) auftauchen, macht er sich auf die Suche und trifft auf den Waffenhändler Adrian Toomes, der sich als The Vulture einen Namen gemacht hat. Da weder Stark, noch dessen Bodyguard Happy, ihn ernst nehmen, versucht Peter Toomes selbstständig zu fangen. Nachdem er dabei aber mehrere Menschenleben in Gefahr bringt, gibt es eine große Standpauke von Tony Stark, der ihm seinen Spider-Man Anzug wegnimmt. Beim Homecomingball trifft Peter wieder auf Toomes, der sich als Vater seines Schwarms herausstellt. Nach dem großen Endkampf will Stark ihn endlich als Avenger ankündigen. Peter hält das jedoch für eine Prüfung und beschließt lieber die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft zu bleiben.
In Avengers: Infinity War begleitet Peter eher unfreiwillig Iron Man und Doctor Strange in Thanos Raumschiff auf den Weg nach Titan, Thanos Heimatplaneten. Dort versucht er zusammen mit den Guardians gegen Thanos zu kämpfen. Am Ende fällt er Thanos Schnipsen zum Opfer und zerfällt zu Staub.
Erst im großen Endkampf am Ende von Avengers: Endgame taucht er zusammen mit den anderen „Gefallenen“ wieder auf, nachdem Hulk den Schnipser rückgängig machen konnte. Am Ende betrauert er den Fall seines großen Idols Tony Stark.

Die Handlung

Peter Parker (Tom Holland) versucht über den Verlust seines Idols hinwegzukommen und gleichzeitig die Erwartungen in Spider-Man zu erfüllen. Eine Studienfahrt seiner Klasse nach Europa soll die gelungene Ablenkung sein. Doch nachdem in Venedig ein Wasserungeheuer auftaucht und von dem geheimnisvollen Mysterio (Jake Gyllenhaal) bekämpft wurde, heuert Nick Fury (Samuel L. Jackson) ihn an, um die nächsten erdenbedrohenden Monster zu besiegen.

Meine Meinung

Meine Meinung über die im Vorwort gestellte Frage, ob Spider-Man auch ein guter Abschluss der vierten Phase sein könnte, stand eigentlich schon vorher fest: Nein, Endgame war an dieser Stelle nicht mehr zu übertreffen. Trotzdem bin ich versucht unvoreingenommen an die Sache herangegangen. Und auch, wenn man einmal akzeptiert, dass es diesmal kein Avengers ist, und eben auch kein Gänsehaut-Endgame, ist Far from home leider noch immer kein guter Superheldenfilm. Und das obwohl er durchaus einiges richtig macht.
Aber fangen wir ganz am Anfang an. Zunächst stellte sich die wichtigste Frage: Wann spielt der Film? Denn in Endgame sind zwischenzeitlich vier Jahre vergangen. Wurden die komplett zurückgedreht? Sind die wieder aufgetauchten Charaktere einfach mitgealtert? Diese Frage zumindest wurde gleich am Anfang aufgeklärt. Die vier Jahre sind vergangen und die Menschen, die nicht verschwanden, sind auch vier Jahre gealtert. Die anderen, eben nicht. Das führt zu einigen interessanten kurzen Dialogen, z.B über kleinere Geschwister, die auf einmal älter sind. Praktischerweise war aber wohl nicht nur Peter verschwunden, sondern auch sein bester Freund Ned und sein Schwarm MJ, so dass diese immer noch in die gleiche Klasse gehen.
Handlungstechnisch wurde also zunächst viel richtig gemacht. Die Zeitfrage wurde aufgeklärt und wir treffen auf einen zwiegespaltenen Spider-Man, der sich immer wieder mit der Frage um das Erbe seines Idols auseinander setzen muss. Nach den nervenraubenden Geschehnissen in Infinity War und Endgame schien uns nun auch MARVEL in die Ferien schicken zu wollen und lässt Spider-Man nun auf Klassenfahrt nach Europa fahren. Soweit, so gut. Wir kommen wieder in Berührung mit den alten Charakteren, es tauchen Neue auf und gerade die beiden Lehrer, die die Klassenfahrt begleiten, sorgen für einige Running Gags, die durchaus funktioniert haben.
Was leider nicht so richtig funktioniert ist alles, was danach kommt. Denn sobald das erste Monster und Mysterio auftauchen, gleitet die Handlung mehr und mehr davon. Das passierte bereits in Homecoming, doch während sich dort am Ende die Handlung wieder gefangen hat, was wohl vor allem mit einem gut spielenden Michael Keaton und einem nachvollziehbaren Bösewicht zu tun hat, weiß Far from home am Ende nicht mehr so richtig, was er nun eigentlich erzählen will. Es wird ein Nick Fury wieder eingesetzt, zusammen mit einer Agent Hill, die aber bald sehr untypisch agieren und so gar nicht im Film angekommen wirken. Stattdessen wird sich in die Geschichte rund um Mysterio verrannt, die aber schon bald nicht mehr interessant ist und die Entscheidungen eben diesem nicht so recht nachvollziehbar.
Und so bleibt ein Film zurück, der eigentlich die richtigen Fragen stellt, der eigentlich auch gute Witze hat und der eigentlich sich auch gut mit dem Thema Trauerbewältigung auseinander setzt. Aber eben nur eigentlich, denn den richtigen Bogen schafft er am Ende nicht. Und spätestens nach einer Illusion zu viel, dürfte der Großteil des Publikums abgeschaltet haben. Schade, denn Potential war da.

Das Fazit

Spider-Man: Far from home hat viele gute Ansätze, versucht die Marveltypische Spannung und Humor zu verbinden, scheitert aber letztendlich durch eine verworrene Handlung und einem unnachvollziehbarem Bösewicht. Damit zählt er zu den schwächeren Vertretern aus dem Hause Marvel. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Spider-Man: Far from home läuft seit dem 04.07.2019 in den deutschen Kinos

Neulich in der Sneak: Anna

Ein Vorwort

Ein Agententhriller, der sich mit dem russischen KGB befasst, bekamen wir bereits im letzten Jahr mit einer stark spielenden Jennifer Lawrence in der Hauptrolle zu sehen. Red Sparrow war brutal und ehrlich und beschönigte nichts. Nun versucht sich Regisseur Luc Besson, bekannt für Leon – der Profi, aber auch Lucy und zuletzt der missglückte Valerian, erneut an dem Stoff. Mit Sasha Luss als Anna hat er zumindest eine Russin als Protagonistin gecastet. Ob auch das übrige Konzept aufgeht, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Anna Poliatova (Sasha Luss) wird als Modell rekrutiert und reist nach Paris, um dort ihre Karriere zu starten. Nachdem sie jedoch einen ihrer Chefs erschießt, erfährt man in einer Rückblende, dass sie eigentlich als Agentin für den KGB ausgebildet wurde. Die Tarnung als Modell erlaubt ihr jedoch unerkannt durch Paris zu morden. Doch Anna verfolgt auch heimlich ihr eigenes Ziel, ihren größten Herzenswunsch.

Meine Meinung

Die Castingliste von Anna liest sich im Vorhinein schon einmal sehr gut. Mit Sasha Luss, einem russischen Modell, hat man eine glaubhafte Protagonistin gefunden. Mit an ihrer Seite spielen Luke Evans, Cillian Murphy und eine wie immer großartige Helen Mirren. Mit dieser Castingliste hatte Newcomerin Sasha Luss es nicht einfach, um sich durchzusetzen. Hatte sie doch bisher nur eine kleine Rolle in Bessons letztem Film Valerian – Stadt der tausend Planeten. Dennoch schafft sie es sich durchaus durchzusetzen, auch wenn an den mimischen Feinheiten natürlich noch gefeilt werden kann.
Anna ist ein Film, der handlungstechnisch im Prinzip absolut rund erzählt wird, jedoch tatsächlich nur beim ersten Mal sehen funktioniert. Denn die Handlung wird nicht stringent erzählt, sondern immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, die das bisher erzählte einem ganz neuen Blickwinkel geben. Sobald man aber weiß, was vorher passiert ist, entfällt beim zweiten Mal sehen jeglicher Überraschungseffekt. Besson übertreibt dieses Prinzip leider ab einem gewissen Punkt auch, so dass die Anzeige „3 Monate zuvor“ fast schon wie ein Running Gag wirkt. Dies nimmt dem Film vieles seiner Ernsthaftigkeit. Abgesehen davon handelt es sich aber um einen spannenden Agententhriller, der keine Kompromisse eingeht. Hier weiß man tatsächlich selten, was die einzelnen Charaktere denken oder gerade planen. Andererseits wirken die Motive der beiden Herren (Evans & Murphy) sehr eindimensional. Zum einen wollen sie beide ihr jeweiliges Land verteidigen, andererseits wirkt Anna einen gewissen Charme auf sie aus. Dahingegen weiß man bei den beiden Damen (Luss & Mirren) selten, was sie genau mit ihren Taten bezwecken. Somit haben wir hier auch einen Film mit zwei starken weiblichen Charakteren.
Letztendlich macht Luc Besson mit seinem neusten Werk sehr viel richtig. Er ist gut choreographiert, spannend, und mit guten Schauspielern für starke Charaktere bestückt. Was ihm fehlt ist die konsequente Erzählung. Denn das Zerpflücken der Handlung mit ständigen Rückblenden nimmt dem Film Ernsthaftigkeit und Spannung.

Das Fazit

Anna ist ein interessanter Film mit guten Darstellern, Hanndlung voller Wendungen und gutem Szenenbild und Choreographien. Dennoch kostet ihm die Rückblendenerzählung einige Pluspunkte. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Traumfabrik

Ein Vorwort

Meine Meinung zum deutschen Film habe ich wohl mehr als oft genug in einem Vorwort niedergeschrieben. Daran ändert sich wohl auch nicht, dass Till Schweiger Teile seines neuen Films bei mir im Umland dreht. Diesmal geht es aber zurück in die Traumfabrik nach Babelsberg, in der die goldenen Filme früherer Zeiten gedreht wurden. Damals als deutscher Film noch für Qualität stand. Was nun der Film darüber kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Emil Hellberg (Dennis Mojen) gerät auf der Suche nach einem Job in die DEFA-Studios Babelsberg. Dort verliebt er sich Hals über Kopf in die Tänzerin Milou (Emilia Schürle). Als diese durch die innerberlinische Grenze nicht zu ihrem ersten Date kommen kann, beschließt Emil einen Film für sie zu schreiben, damit sie zu den Dreharbeiten in die DDR kommen muss. Doch wie organisiert ein Niemand ein so großes Projekt?

Meine Meinung

Traumfabrik ist ein Film, bei dem man am Ende immer noch nicht so richtig weiß, woran man ist. Denn zum einen schafft er es eine träumerische Geschichte zu erzählen, die im passenden Setting der Traumfabrik Babelsberg angesiedelt ist. Diese mischt sich mit den ernsten geschichtlichen Begebenheiten mit der Teilung Deutschlands und der Dichtmachung der Grenzen seitens der DDR. Dieser Kontrast ist dem Film sehr gut gelungen. Auch die Liebesgeschichte an sich, ist zwar sehr kitschig gehalten, aber eben doch ein absolutes Produkt einer Traumfabrik. Auch der Kontrast zwischen der Meinung des strengen Direktors und der Parteimitglieder bietet eine Menge Potential zum Lachen. Warum der Film dennoch nicht so richtig funktioniert, oder zumindest nicht so gut, wie er gekonnt hätte, liegt zum einen daran, dass er an vielen Stellen zu dick aufträgt. Die Diva, der Macho, der Träumer, der Realist, die Träumerin. Alles Charaktere, die auftauchen. Aber der Träumer träumt nicht einfach nur, nein er stellt gleich ein absolut unmögliches Projekt auf die Beine. Die Diva ist nicht einfach nur divenhaft, sie ist absolut arrogant und unsympathisch. Das wirkt schnell alles sehr überzeichnet und entspricht auch nicht mehr dem verzeihlichen übertriebenem.
Der größte Haken sind jedoch die beiden Hauptdarsteller. Während Emilia Schürle sich nicht so ganz entscheiden kann und zwischen Over- und Underacting hin und her springt, hat Dennis Mojen die Schauspielerei anscheinend von Anfang an ganz aufgegeben. Egal, ob emotionale Szene, spannende, packende, er hat immer den gleichen Gesichtsausdruck. Hier hat die deutsche Schauspielszene doch bestimmt mehr zu bieten, auch wenn man nicht die Standartschauspieler (M’Barek, Uhlmann oder Niewöhner) beauftragen wollte. Besonders deutlich wird dies, wenn Mojen einem Heiner Lauterbach gegenüber sitzt, der auf gewohntem Niveau den Traumfabrikdirektor gibt.
Letztendlich bleibt jedoch ein Film zum Träumen übrig, der jedoch weit mehr Potential hat. So hat man hier wieder einen deutschen Film, der im Grundsatz vieles richtig macht, am Ende aber doch nicht den Absprung zu einem wirklich guten Film schafft.

Das Fazit

Traumfabrik lädt zum träumen und schwärmen ein, scheitert dann aber an überzeichneten Charakteren und einem fehlbesetzten Protagonisten. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Traumfabrik läuft seit dem 04.07.2019 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den Juni

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Bevor ihr fragt: Ja, ich war wieder einmal in der Weltgeschichte unterwegs. Diesmal allerdings dienstlich, weswegen mein Rückblick wieder später als gewohnt erscheint. Meine Dienstreise hat mich diesmal auf ein Flusskreuzfahrtschiff verschlagen, mit dem ich quer über die Donau geschippert bin. Wenn ihr einmal eine Reiseart sucht, bei der man komplett entschleunigen kann und trotzdem ein Highlight nach dem nächsten hat: Flusskreuzfahrt! Aber nun soll es ohne weiteres Vorgeplänkel direkt zu meinem medialen Rückblick auf den Juni kommen. (Oh, nebendran noch ein Foto von Budapest!)

20190622_211432Okay, ein bisschen habe ich doch noch zu erzählen. Denn im Juni war ich nicht nur auf Kreuzfahrt mit der AIDA und habe mir die schönsten Stellen der Ostsee angesehen, sondern durfte auch eines meiner Jahreshighlighs erleben (und ja, ich weiß jetzt schon, dass es dazugehört!). Denn im Juni war ich endlich auf einem Rammsteinkonzert und durfte damit einer meiner Lieblingsbands im Olympiastadion live erleben! Und ja live sieht man zwar relativ wenig, da Rammstein sich weigert Leinwände einzusetzen, aber dafür geht die Musik noch mehr unter die Haut als ohnehin schon. Okay, jetzt geht es aber wirklich um den medialen Rückblick 😉

Neulich in der Sneak

Brightburn – Son of Darkness: ist ein qualitativ hochwertiger Horrorfilm mit einer interessanten Grundhandlung, der an zwei Stellen abdriftet und sich damit einiges verbaut.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Rocketman: ist ein Musikerbiopic, das eher als Musical inszeniert wurde, was dem Film aber sehr gut tut. Zusammen mit einem fantastischen Hauptdarsteller kommt ein runder Film heraus.

Godzilla 2 – King of the Monsters: Hier bekommt der Zuschauer so ziemlich das, was er erwarten darf. Schwächen in der Handlung sind verzeihbar, da diese in einem Film mit solch großangelegten Kämpfen nicht das Hauptaugenmerk ist.

Pets 2: Diesmal mehr als Episodenfilm angelegt, hat Pets 2 gute Einfälle und auch lustige Szenen, schafft es aber nicht einen durchgehend interessanten Film zu machen. Dennoch hat er sich im Vergleich zum ersten Teil gut gesteigert.

X-Men – Dark Phoenix: ist nicht die ersehnte Fortsetzung nach einem miserablen Apokalypse, sondern leider einfallslos, lahm und in der Hauptrolle schlecht besetzt. Der einzig interessante Satz im Film kam von Jennifer Lawrence Charakter, die eine Umbenennung der X-Men fordert, nachdem die Frauen einen Großteil der Arbeit beitragen. Ob wir das Franchise nun final beerdigen dürfen, wird sich zeigen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Das Königreich der Katzen: Mein Lebensgefährte hatte einmal wieder Lust auf einen Anime. Heraus kam ein ein supersüßer Film, der ein Schulmädchen ins Königreich der Katzen verschlägt, um dort den Prinzen zu heilen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Drei Schritte zu dir: Krankenhausliebesdrama. Gibt es das so als Genre? Egal, der Film sieht nach einem guten Film aus für einen Abend mit Tränen und Lachen und großem Eisbecher.

Tolkien: Das Biopic über Herr der Ringe Autor J.R.R. Tolkien. Soll sich zwar sehr an der Liebesgeschichte orientieren, aber dennoch reizt mich der Film sehr.

Knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: TKKG, Zwischen den Zeilen, The Dead don’t die und Long Shot

Serien – ein kurzer Überblick

Der Juni war ein guter Serienmonat. Es gab endlich die fünfte Staffel von Grace & Frankie. Auch wenn die Serie langsam ihren Zenit überschritten hat, hatte sie doch zwischendurch wieder ihre gewohnt guten Einfälle. Dann gab es mit Chernobyl und Good Omens gleich zwei Miniserien, die mich absolut mitreißen konnten. Große Weiterempfehlung auch nochmal an dieser Stelle. Darüber hinaus habe ich endlich die erste Staffel von Stranger Things beendet. Das ich dafür über ein Jahr bei acht Folgen gebraucht habe, zeigt wohl, dass ich mich nicht dem großen Hype anschließen kann. Trotzdem wurden genug Rätsel gestreut, so dass ich bereits mit der zweiten angefangen habe. Auch beenden konnte ich Die 2, eine britische Krimiserie aus den 1970er Jahren, die leider nach einer Staffel wieder eingestellt wurde. Aber wer Rodger Moore und Tony Curtis in einem absolut genialem (geistigem) Schlagabtausch erleben will, sollte vielleicht mal einen Blick wagen. Ansonsten habe ich meine beiden aktuellen Comedyserien fortgesetzt und jeweils die dritte Staffel von Seinfeld und Comedians auf Kaffeefahrt gesehen.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 6
Seiten gesamt: 1826
Seiten pro Tag: 61 im Durchschnitt
Taschenbuch: 4
E-Book: 2

Honigduft & Meeresbrise: Die Geschichte über im Weltkrieg verloren gegangene Briefe, gibt es immer mal wieder. Hier wird die Geschichte jedoch mit einer absolut sympathischen Protagonistin und ihrer liebenswerten Oma aufgezogen und befasst sich gleichzeitig mit den Themen Verlust und Freundschaft und natürlich Bienen. Das perfekte Strandbuch für den Sommer.

Alibi: Der inzwischen dritte Fall für Hercule Poirot kommt gewohnt spannend und rätselhaft daher. Bis zum Ende scheint nichts zusammen zu passen, bis dann die große Wendung kommt, mit der wohl keiner gerechnet hat.

Bookless – Wörter durchfluten die Zeit: Der erste Teil der Bookless-Reihe kommt mit einer ausführlichen Einführung daher. Wirklich viel ist noch nicht passiert, außer, dass die Grundhandlung gefestigt wurde. Macht dadurch leider kaum Werbung für die Folgebände (die allerdings doch schon bei mir im Regal stehen…)

Wir für zwei Nächte: Die Geschichte rund um Jade & Lawrence geht weiter. Allerdings scheint die Autorin hier einfach nur nicht loslassen zu können, weswegen die Handlung etwas dünn ist, die gewohnte erotische Prise komplett fehlt und in der Handlung zwischendurch immer wieder gesprungen wird, weil der Autorin einfach nicht genug einfiel. Sehr schade.

Fahrenheit 451: Ray Bradburys Klassiker durfte ich nun endlich von meiner Literaturklassikerliste der Schande streichen. Während das Buch eine wichtige Botschaft vermittelt, habe ich mich mit Protagonist und vor allem dem Schreibstil sehr schwer getan.

Ivy Years 4 – Wenn wir vertrauen: Die Reihe rund um das Harkness-College geht weiter. Diesmal durften wir Bellas Leben etwas näher betrachten. Die Geschichte war zwischendurch leider für mich etwas schwierig zu lesen, weil sie mich heruntergezogen hat. Dennoch ist es am Ende eine der typischen Ivy Years Geschichten, die rund um die Liebesgeschichte ein sehr großes Drama spinnen.

Wie war euer Juni? Interessieren euch eigentlich Urlaubsberichte?

Godzilla 2 – King of the Monsters

Ein Vorwort

Das Konzept Godzilla ist in der Filmlandschaft wohl schon seit langem allgegenwärtig. An mir ist die helfende Echse aus der Tiefe bisher fast vollständig vorbeigegangen. 2015 folgte dann der Reboot, der zu Warner Brothers neuem Monster-Franchise, genannt MonsterVerse, gehört. Ich konnte mich zumindest erinnern den Film einmal zu Hause mit meinem Lebensgefährten gesehen zu haben. Er konnte sich nicht einmal mehr daran erinnern. Das ist dann wohl sehr wegweisend für den ersten Film, der wohl keinen Wiedererkennungswert hatte. Nach Kong: Skull Island geht es nun mit King of the Monsters mit Godzilla weiter. Ob dieser ebenso austauschbar ist, wie der erste, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Forscherin Emma Russel (Elisabeth Olsen) und ihre Tochter Madisson  (Millie Bobby Brown) erkunden trotz politischen Widerstands gegen die Organisation Monarch sogenannte Titanen. Bei einem Überfall durch den Söldner Alan Jonah (Charles Dance) werden Emma und Madison entführt. Monarch wendet sich daher an Emmas Exmann Mark (Kyle Chandler), der eigentlich von der Organisation nichts mehr wissen will. Kurz darauf werden alle beobachteten Titanen gleichzeitig erweckt und auf die Menschheit losgelassen. Nun erhebt sich Godzilla wieder aus der Tiefe, um die natürliche Ordnung wieder herzustellen.

Meine Meinung

Godzilla 2 – King of the Monsters wirbt mit spektakulären Kämpfen der großen Echse und anderen Wesen ihrer Spezies. Darum herum wurde aber eben auch eine Handlung gestrickt, die zeitweise sehr viel Leinwandzeit in Anspruch nimmt. Dies ist nun der größte Kritikpunkt am Film, dass das Hauptaugenmerk zu sehr auf den Menschen liege. Diesen Kritikpunkt kann ich nicht ganz nachvollziehen. Denn hätte man keine richtige Handlung um die Kämpfe gebaut, wäre genau das kritisiert worden. Ein Teufelskreis also.
Was man jedoch sagen kann, ist, dass die Handlung rund um die Menschen mitunter ziemlich abstrus ist. So sind die Seiten Gut und Böse eigentlich vorab genau geklärt. Doch dann kommt es schon innerhalb kürzester Zeit zum großen Plottwist und die Seiten verschwimmen. Die Erklärung für das Handeln einzelner ist dann zwar ziemlich zeitgemäß und beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Überbevölkerung, wird aber mit so lachhaften Argumenten überschattet, dass man diesen Ansatz auch nicht mehr ernst nehmen kann. Natürlich ist dann auch schnell dieser Ansatz wieder hinfällig, weil es in God of Monsters natürlich nicht nur einen oder zwei große Gegner für Godzilla geben kann, sondern natürlich gleich auch noch einen absolut übermächtigen. Im Folgenden wird viel mit Mythologie argumentiert, die aber auch so oberflächlich gehalten ist, dass es einen nicht mehr in Erstaunen versetzt. Das Problem ist also weniger die Konzentration der Handlung auf die menschliche Ebene, sondern das diese eben sehr stereotypisch und uninnovativ abgehandelt wird.
Kommen wir zu den großen Kämpfen zwischen Godzilla und anderen seiner Spezies. Diese sind gewohnt spektakulär animiert und wirken auf der großen Leinwand gleich noch einmal eindrucksvoller. Hier kann ich die oben genannte Kritik jedoch teilweise nachvollziehen, denn selbst während der großen Kämpfe, wird immer wieder auf die Menschen gezoomt, die zwischen den Kämpfen herumlaufen/fliegen/fahren. Dadurch werden die Kämpfe jedoch nicht zu monoton, da sie oft aus den gleichen Angriffen bestehen.
Grundsätzlich klingt jetzt vieles von meiner Kritik sehr negativ. Dennoch ist King of the Monsters kein grundsätzlich schlechter Film. Denn unter der Prämisse des großen Monsterkampfes funktioniert der Film erstaunlich gut. Er ist spannend, abwechslungsreich und hat gute Wendepunkte in der Handlung, die zumindest einzelne Abschnitte nicht vorhersehbar machen. Hinzu kommt eine gute Optik und die verschiedenen Settings tun ihr zusätzliches.

Das Fazit

In Godzilla: King of the Monsters bekommt der Zuschauer so ziemlich das, was er erwarten darf. Schwächen in der Handlung sind verzeihbar, da diese in einem Film mit solch großangelegten Kämpfen nicht das Hauptaugenmerk ist. Daher gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Godzilla – King of the Monsters läuft seit dem 30.05.2019 in den deutschen Kinos.

Rocketman

Ein Vorwort

Biographien über Musiker gab es zwar immer mal wieder, aber bisher waren es kaum Publikumsgaranten. Das änderte sich schlagartig, als letztes Jahr Bohemian Rhapsody die Leinwand rockte. Die Biographie über Queen und ihren Leadsänger Freddy Mercury begeisterte durch gutes Casting und den altbekannten Queen-Songs. Das nun mehrere Projekte auf den Erfolgszug aufspringen wollen, war zu erwarten. Ein Projekt zumindest war bereits vorher in der Planung und im Dreh. Diesmal geht es um Elton John und seinen Weg zum Ruhm. Warum er sich nicht vor Bohemian Rhapsody verstecken muss, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Reginald Dwight (Taron Egerton) wächst in schwierigen familiären Verhältnissen auf. Einzig seine Großmutter unterstützt seine Begeisterung für das Klavierspielen. Schon in jungen Jahren fällt er durch sein einzigartiges musikalisches Gehör auf. Als junger Erwachsener tut er sich mit Songschreiber Bernie Taupin (Jamie Bell) zusammen. Ein Plattenlabel wird auf die beiden aufmerksam und nimmt sie unter Vertrag. Dwight, der sich inzwischen in Elton John umbenannte, legte eine wahnsinnige Karriere hin. Doch nach dem Aufstieg, kommt der jähe Fall. Alkohol- und Drogenkonsum nehmen immer weiter zu.

Meine Meinung

Dass Taron Egerton Elton Johns Lieder singen kann, wusste man bereits seit dem Animationsfilm Sing aus dem Hause Illuminations. Dort übernahm er 2016 die Sprechrolle des Gorillas Johnny, der beim großen Finale ein rasantes „I’m still standing“ hinlegte. Nun durfte Egerton in einem ganzen Film beweisen, dass er nicht nur die Lieder der Legende singen kann, sondern dass er auch schauspielerisch der Sache gewachsen ist. Und das ist bereits ein absolutes Topargument für den Film. Denn Egerton schafft es den noch schüchternen Regie Dwight zu spielen und dann den Wandel zu Elton John zu vollziehen und trotzdem noch die Verletzlichkeit beizubehalten, die Elton John niemals ablegt. Und man merkt ihm den Elan und die Freude über die Rolle an, aber gleichzeitig nimmt er jede Szene ernst und spielt sie mit dem nötigen Respekt.
Ein weiteres Argument, warum man diesen Film vor allem als Musikliebhaber gesehen haben sollte, ist die Musicalartige Inszenierung. Während in Bohemian Rhapsody sich die Musikeinlagen auf Proben und Auftritte beschränkt haben, wird in Rocketman nicht auf eine zeitliche Genauigkeit der Songs geachtet, sondern sie werden thematisch passend in die Geschichte eingewebt. Und dabei ist es teilweise gar nicht die große Bühneninszenierung, sondern auch gerne mal nur ein Hintergrundchor, der leise „Sorry seems to be the hardest word“ singt. Oder auch das Traumbild eines kleinen Astronauten, der von sich als Rocketman singt. Aber neben den großen Welthits werden auch unbekanntere Songs angespielt, wie beispielsweise „Border Song“.
Hinzu kommt der übrige Cast, der ebenfalls abliefert. Während Musikmanager John Reid in Bohemian Rhapsody noch von Aidan Gillen (Game of Thrones) verkörpert wurde, darf diesmal Richard Madden (Game of Thrones, Bodyguard) ran und die jüngere Version verkörpern, die neben Manager auch noch Liebhaber Elton Johns war. Hier beweist Madden wieder einmal, dass er sich seit seinem Robb Stark deutlich weiterentwickelt hat und auch das knallharte Arschloch spielen kann.

Das Fazit

Rocketman ist eine Musikerfilmographie, die eher als Musical inszeniert wurde, was dem Film aber sehr gut tut. Zusammen mit einem fantastischen Hauptdarsteller kommt ein runder Film heraus. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

X-Men: Dark Phoenix

Ein Vorwort

Neben den großen Universen von Marvel und DC versucht sich auch Sony immer noch an ihren eigenen Superheldenreihen. Nachdem sie Spider-Man nach Ihrem ersten Reboot nun doch an Marvel wieder abgetreten hat – die nun bereits den zweiten Film der dritten Spider-Man Reihe in die Kinos bringen – wird sich mehr oder weniger verzweifelt an der übrig gebliebenen Reihe rund um die X-Men festgehalten. Wir erinnern uns, dass Anfang der 2000 bereits eine abgeschlossene Trilogie in die Kinos geschickt wurde. 2011 wurde dann mit First Class ein Reboot der Reihe gestartet. Jüngere Schauspieler ersetzen die alt eingesessenen und James McAvoy oder Michael Fassbender mussten sich schauspielerisch nun wirklich nicht vor Patrick Stewart oder Ian McKellan verstecken. Im zweiten Teil Zukunft ist Vergangenheit durften dann sogar beide Generationen auftreten. Was fehlte war ein guter Abschluss der Reihe, die sich bisher auch nicht mit den früheren Filmen biss. Was kam, war dann allerdings ein Apokalypse, der sich mal eben selbst abgeschossen hat. Dieses Jahr sollte nun alles wieder besser werden und dafür waren gleich zwei Projekte geplant. Mit New Mutants sollte noch einmal eine ganz neue Richtung eingeschlagen werden, düsterer, der Trailer glich einem Horrorfilm. Und dann sollte Dark Phoenix die klassische Geschichte rund um Jean Grey aufrollen. Dass beide Filme mehrfach im Termin verschoben wurden, sagt schon wieder einiges über die Projekte aus. Ob New Mutants überhaupt dieses Jahr noch in die Kinos kommt, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht mit Sicherheit sagen. Doch Dark Phoenix hat es geschafft. Was der Film nun letztendlich kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Jean Grey (Sophie Turner) kommt nach dem Autounfall ihrer Eltern in die Xavier Schule für außergewöhnliche Kinder. Jahre später ist sie festes Mitglied der X-Men. Bei einer Mission im Weltall kommt sie mit einer unbekannten Kraft in Berührung. Sie überlebt den Vorfall, kann danach ihre Kräfte und auch ihre Gefühle nur noch begrenzt kontrollieren. Als ein Geist aus ihrer Vergangenheit wieder auftaucht, flieht sie aus der Schule. Charles Xavier (James McAvoy) versucht alles, um sie unbeschadet zurückzubringen.

Meine Meinung

Der Name Jean Grey kommt euch bekannt vor? Auch, dass sie die Seiten wechselt und für einige Zerstörung sorgt? Ja genau, dass habt ihr alles schon mal gesehen. Ungefähr so ging ein Teil der Handlung des Filmes von 2006 X-Men – der letzte Widerstand. Spätestens hier dürfte klar sein, dass die neue Zeitlinie ein eigenes Paralleluniversum darstellt, in der die früheren Filme nur bedingt reinpassen. Nun bleibt die Frage, wie sich der neue Film losgelöst vom alten macht.
Hier kommen wir gleich zum ersten Problem. Während Famke Janssen ihrerzeits eine düstere Dark Phoenix-Jean Grey Version abgab, ist Sophie Turner grundlegend falsch besetzt. Während man sich wohl auf ihre Bekanntheit durch die Serie Game of Thrones gestützt hat beim Casting, scheint denen völlig entgangen zu sein, dass sie einfach nicht schauspielern kann. Selbst in einfachsten Szenen kommt ihre Mimik nicht über das Mindestmaß hinaus. Da sie dann aber noch Schauspielgrößen, wie James McAvoy, Michael Fassbender oder auch einer Jennifer Lawrence oder Jessica Chastain gegenüber steht, wirkt ihr Versuch gleich noch kläglicher. Darauf einen Charakter aufzubauen, der von inneren Zweifeln hin- und hergerissen wird, funktioniert leider nicht. Wobei leider auch eben genannte Darsteller zwischenzeitlich relativ wenig Lust am Film zu haben scheinen und auch ihre Fähigkeiten auf ein Minimum reduzierten.
Kommen wir zum nächsten Problem des Films: die Handlung. Denn scheinbar wussten die Drehbuchautoren zwar, welches Grundszenario es geben sollte, aber nicht, wie es richtig vorangetrieben bzw. aufgelöst wird. Sie kommt eine neue Spezies auf die Erde, oder ist sie schon längst da? Bis zum großen Endkampf muss aber noch ein bisschen was passieren, also wird schnell Magneto noch irgendwie mit in die Geschichte geschrieben und weil damit immer noch nicht genug Laufzeit vorhanden war, taucht natürlich auch mehrfach das amerikanische Militär auf und tut eben wieder ein paar ziemlich dumme Sachen, wobei auch die X-Men nie genug davon kriegen ihnen zu sagen, wie dumm es ist, was sie tun. Leider passiert gerade im Mittelteil sehr wenig, was eine anständige Handlung mit Spannungsbogen aufbauen könnte. Schließlich läuft alles auf die CGI Endschlacht hinaus, an deren Ende die Gut-Böse-Verhältnisse ganz stereotypisch wieder aufgelöst werden. Letztendlich ist Dark Phoenix auf einem Niveau, das vor 10 Jahren noch passabel gewesen wäre, angesichts der enormen Konkurrenz aber nur noch peinlich wirkt. Dabei hat Sony mehrfach bewiesen, dass sie ihre Superhelden inzwischen ernst genommen haben. Man erwähne nur am Rande die Deadpool-Filme, die auch im X-Men Universum angesiedelt sind. Oder zuletzt Logan, der den Abschluss der Wolverine-Reihe bildete. Warum man sich in seinen Möglichkeiten so zurückentwickeln musste, bleibt fraglich.

Das Fazit

X-Men Dark Phoenix ist nicht die ersehnte Fortsetzung nach einem miserablen Apokalypse, sondern leider einfallslos, lahm und in der Hauptrolle schlecht besetzt. Der einzig interessante Satz im Film kam von Jennifer Lawrence Charakter, die eine Umbenennung der X-Men fordert, nachdem die Frauen einen Großteil der Arbeit beitragen. Ob wir das Franchise nun final beerdigen dürfen, wird sich zeigen. Für diese Performance gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

X-Men – Dark Phoenix läuft seit dem 06.06.2019 in den deutschen Kinos.