Kundschafter des Friedens 2

Ein Vorwort

2017 kam ein kleiner deutscher Film in die Kinos, der sich auf humorvolle Art mit alt gewordenen DDR-Spionen in der aktuellen Zeit befasst hat. Ein wenig Ostalgie und doch konnte er mich nur bedingt abholen. Gut, dass ich das alles schon wieder verdrängt hatte und daher trotzdem Lust hatte, den zweiten Teil zu sehen. Diesmal soll es für die Truppe nach Kuba gehen. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Der Titel des Films als Fanart arangiert mit Kinoticket auf einer Filmklappe

Die Handlung

Die Kundschafter des Friedens treffen auf der Beerdigung ihres damaligen Chefs auf dessen Tochter. Gerade Jochen Falk war schwer in sie verliebt und kann ihr so den Wunsch nach einem Austausch eines Testaments auch nicht abschlagen. Dafür muss die Gruppe nach Kuba, was sie sehr freut, da es doch die letzte sozialistische Bastion ist. Doch vor Ort kommt alles anders.

Meine Meinung

Das gute am ersten Film war, dass er sehr in die heist Movie Schiene ging und so seine Spannung irgendwie aufbauen konnte. Aber nach acht Jahren sind auch die Darstellenden nicht gut gealtert und so ist es gerade Henry Hübchen als Jochen Falk, der sich sehr steif durch seine Szenen kämpft. Auch von Logistiker Locke kam kaum noch Input. Er war halt da, weil er auch schon im ersten Teil mitspielte. Lediglich Romeo-Agent Harry bekommt hier nach einer Sinnkrise eine ganz neue Aufgabe und schafft es den Film nochmal in eine modernere Zeit zu bringen. Auch Katharina Thalbach als Technikerin Tamara bringt dem Film guten neuen Schwung. Würde die Handlung sich mehr auf sie konzentrieren, dann hätte er deutlich besser funktionieren können.
Aber fangen wir doch nochmal am Anfang an. Wir beginnen in der Zeit des kalten Krieges und  unsere Truppe trifft auf niemand geringerem als Fidel Castro. Dann kommt der Zeitsprung und jene Beerdigung, die die Kundschafter nach Kuba führt. Die ganze Geschichte ist schon sehr künstlich aufgebaut und schnell durchschaubar, dass es sich hier um eine Finte handelt. Natürlich läuft unsere Truppe dennoch in die Falle und muss danach alles wieder richten. Beziehungsweise will Falk alles richten, da die anderen lieber ihren Urlaub genießen.
Und gerade in diesen Urlaubsszenen liegen die verborgenen Stärken des Films. Zwar wird die DDR Geschichte und auch Castros Regentschaft sehr einseitig und unkritisch dargestellt, aber bei einer seichten Komödie wäre das wohl auch zu viel verlangt gewesen. Aber wir haben hier versteckt die Themen beginnende Demenz, Liebe im hohen Alter und Identitätsfindung.
Leider liegt der Fokus des Films dann doch wieder auf der künstlichen Geschichte rund um Falk frühere Liebe. Ein wenig Gerenne hier, ein wenig Gerenne da und dann ist der Film auch schon wieder vorbei. Er hat nicht unbedingt weh getan, und für einen Lacher ab und an war er auch gut, aber er ist nun nicht unbedingt gut. Vorallem die Ostalgie kommt wieder gut durch mit allerlei Anspielungen, die das ältere Publikum um mich herum wohl deutlich besser verstanden haben als ich.
Kurzum eine Fortsetzung, die nicht so wirklich funktioniert, aber die ältere Generation und ihre Ostalgie durchaus glücklich machen kann. Und wenigestens hat Katharina Thalbach ganz witzige Szenen.

Das Fazit

Kundschafter des Friedens 2 ist ein Sequel, das ebenso wie der erste Teil, nur bedingt funktioniert, und immer nur dann wirklich gut ist, wenn er sich von der eigentlichen Handlung wegbewegt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Kundschafter des Friedens 2 läuft seit dem 23.01.2025 in den deutschen Kinos

Vaiana 2

Ein Vorwort

2016 hatte Disney gerade durch den Erfolg von Frozen wieder ordentlich Aufwind bekommen und wagte sich an neue Konzepte. So durfte mit Vaiana eine Häuptlingstochter aus Polynesien die Weltmeere erobern. Da sich der Mäusekonzern aktuell eher an der gefühlt hundersten uninnovativen Realverfilmung versucht und die letzten Animationsfilme auch eher mies liefen, wurde nun kurzerhand die Vaiana Serie gekippt und zu einem zweiten Teil umgebaut. Ob das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Vaiana kehrt nach einer Expeditionstour zurück auf ihre Heimatinsel. Dort bekommt sie einen neuen Titel verliehen, doch bei der Zeremonie kommt es zu einem Zwischenfall und sie erhält eine Vision, die sie dazu animiert einen verschollenen Knotenpunkt zwischen den anderen Inseln zu suchen. Dafür braucht sie eine Crew. Gleichzeitig gerät Maui in Gefangenschaft.

Meine Meinung

Inzwischen freut man sich ja eher, wenn Disney ein Sequel im Animationsbereich ankündigt, anstatt den neusten sinnlosen Realfilm – auch wenn eben dieser für Vaiana wohl in der Planung ist. Und zumindest mit Frozen 2 und Chaos im Netz konnte Disney gut unterhalten. Dass hier aus der Not heraus eine Serie umgewandelt wurde, ließ hingegen das schlimmste befürchten. Aber hey, immerhin gab es diesmal keine lächerliche deutsche Tagline, wie „Das Paradies hat einen Haken“.
Zunächst treffen wir wieder auf Vaiana und erfahren, was sie in der Zwischenzeit so erlebt hat. Es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten, wir treffen aber auch auf neue Gesichter. Motonui hat sich seit der Rettung von Te Fiti gut entwickelt und hier bekommen wir eine grobe Übersicht. Nachdem dann auch Maui wieder eingeführt wurde, wenn auch noch getrennt vom Rest, geht es auch wieder auf große Fahrt.
Und diesmal durfte gleich eine ganze Crew mit. Die Einführung dieser ging flott voran und auch wenn ich zunächst Bedenken hatte, funktionierte gerade die Vielfalt der Charaktere sehr gut. Ab hier schreitet die Handlung flott voran und bringt einige spannende Momente mit sich, lässt aber auch immer Pausen, damit die Zuschauenden auch wieder durchatmen können. Aber vor allem bietet der Film eine ganze Menge Spaß.
Die Witze zünden gut und konnten Groß und Klein im Kino gleichermaßen abholen. Die Charaktere harmonieren gut miteinander und bringen ganz neue Ebenen rein. Da wirkt Maui zunächst wie ein unwichtiger Nebencharakter, der nur der Nostalgie wegen reaktiviert wurde. Aber auch das bessert sich im Laufe des Films, spätestens wenn die Handlungsstränge zusammenlaufen.
So ganz kommt der Film nicht über den Seriencharakter hinweg, der aber eher auffällt, wenn man den Hintergrund kennt. Aber ganz können sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte mal in Episoden aufgeteilt war. Die neuen Lieder brauchen ebenfalls ihre Zeit, um richtig zu zünden und sind keine instant Ohrwürmer, wie noch im ersten Teil. Dennoch sind sie melodisch und verbinden alte Rhythmen mit neuen und bringen den Film stets voran.
Im großen und ganzen kommt der zweite Teil zwar nicht an den Vorgänger heran, macht seine Sache als Sequel aber gut und weiß zu unterhalten. Auch wird er bestimmt noch mehrfach konsumiert.

Das Fazit

Vaiana 2 bringt eine neue spannende Handlung und bietet wieder viel Witz und eine schön gestaltete Welt. Dabei steht der Film aber im Schatten seines Vorgängers, gerade, was die Lieder angeht. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Vaiana 2 läuft seit dem 28.11.2024 in den deutschen Kinos

Joker – Folie á deux

Ein Vorwort

2019 brachte Todd Phillips seine Version des wohl bekanntesten Bösewichts aus dem Batman Universum auf die große Leinwand. Dabei handelte es sich um ein erstaunlich gut funktionierendes Drama mit einer großen Portion Gesellschaftskritik. Gerade Hauptdarsteller Joaquin Phoenix gab hier alles und so wurde es ein Film, der im Gedächtnis blieb. Nun sollte es eine Fortsetzung geben und zuvor gab es jede Menge Gerüchte rund um ein Musical, wofür auch Lady Gaga gecastet wurde. Die ersten Kritiken waren vernichtend und nun war für mich die Frage: Wird es wieder nur eine enttäuschende Fortsetzung? Die Antwort findet ihr in meinem heutigen Beitrag.

Filmtitel und Kinokarte arrangiert auf einer Filmklappe. Im Hintergrund liegt ein Manga über den Joker.

Die Handlung

Arthur Fleck ist im Gefängnis und erwartet seine Verhandlung. Der Umgangston ist rau, einziger Lichtblick sind die Gesangsstunden, bei denen er Harleen „Len“ Quinzel trifft, die ganz fasziniert vom Joker ist. Doch während des Prozesses hadert er immer mehr mit sich. Ist er der Joker oder doch einfach nur Arthur?

Meine Meinung

Wenn ein Regisseur sagt, dass er keine Lust hat ein Sequel zu drehen, und sich der Hauptdarsteller dieser Meinung anschließt, dann ist das eigentlich ein sicheres Zeichen, dass man den Stoff liegen lassen sollte. Aber wenn ein Film nun einmal gute Zahlen schreibt, dann wollen die Studios auf der Erfolgswelle weiter surfen. Und so konnten Phillips und Phoenix doch noch überredet werden und setzten sich an den zweiten Teil zu Joker. Doch wo ansetzten und worauf soll es hinauslaufen?
Diese Frage hat uns Regisseur Todd Phillips zwar erst ganz zum Schluss beantwortet, aber vorher bietet er uns 138 Minuten voller Gefängnisdrama, Gerichtsdrama, Liebesgeschichte und Musical. Und gleichzeitig bietet er uns … Nichts. Denn was dem Film fehlt, ist irgendwie der rote Faden. Grundsätzlich ist er erstmal viel zu lang, die Aufmerksamkeit im Publikum nahm merklich ab und mit jeder weiteren Gesangsnummer wurde das Geseufze lauter. Denn diese tragen nicht, wie angenommen, das Geschehen und bringen die Handlung voran, sondern werden immer dann eingesetzt, wenn die Zuschauenden im Unklaren gelassen werden sollen, wie viel Joker in Arthur Fleck steckt. Wenn durch einzelne Zeugenaussagen Trigger ausgelöst werden und er sich in eine Traumwelt flüchtet, wo er noch immer der starke Joker ist. Leider werden die einzelnen Songs dann auch noch komplett ausgespielt und auch wenn sie in der Regel gut geschrieben, und gerade von Lady Gaga auch gut vertont sind, eine bunte und aufregende Performance bieten, so tragen sie doch nicht weiter zur Geschichte bei. Das hätte auch wesentlich reduzierter stattfinden können.
Auch das Gefängnisdrama und der Part im Gericht wirkt sehr künstlich gestreckt und kommt erst ganz am Schluss mit einer Aussage daher. Wir bekommen zwar wieder viel von Joaquin Phoenix unfassbar gutem Schauspiel geboten und es wird auch wieder gezeigt, welche Abgründe die Menschheit bietet, diesmal vorrangig in Form der Gefängniswärter. Doch all das reicht nicht, um eine spannende oder zumindest interessante Handlung zu bieten. Stattdessen glaubt man überall kleine Anzeichen einer Botschaft von Phillips zu spüren, doch bei genauerem Nachdenken bleibt nicht viel Übrig.
So haben wir einen Film, der eigentlich ständig nur sagt: Sehr her, ich bin nicht das, was ihr erwartet habt oder was ihr euch gar erhofft habt. Damit ist er in seiner Gesamtheit nicht unbedingt schlecht, nur sehr gewöhnungsbedürftig und wie bereits erwähnt auch einfach zu lang. Und vielleicht lernt Hollywood ja daraus und lässt Sequels liegen, wenn Regisseure und Hauptdarstellende von Anfang an sagen, dass sie keine Lust darauf haben.

Das Fazit

Joker 2 – Folie á deux kommt nicht so richtig in Schwung, macht einige Ebenen auf, kann aber keine wirklich zufriedenstellend abschließen. Immer wieder künstlich gestreckt ist der Film auch einfach zu lang und schafft es erst in den letzten Minuten auf den Punkt zu kommen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Joker 2 – Folie á deux läuft seit dem 03.10.2024 in den deutschen Kinos

Beetlejuice Beetlejuice

Ein Vorwort

Da die ganzen Remakes und Reboots im Kino nicht mehr so richtig zogen, wurde es nun Zeit für Filme, die im 20. Jahrhundert gut funktionierten, aber damals dann noch nicht ausgeschlachtet wurden, nun ihre zweiten Teile bekommen. Eines der Werke ist nun Beetlejuice geworden. Immerhin mit Originalregisseur Tim Burton mit an Bord. Warum den Film wohl keiner gebraucht hat, er aber doch gut funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Der Filmtitel als Fanart des Kinoposters vor Filmklappe

Die Handlung

Zur Beerdigung ihres Vaters reist Lydia Deetz zurück in das Haus ihrer Kindheit. Mit dabei sind ihre Stiefmutter und ihre rebellische Tochter Astrid. Vor Ort gibt es dann auch allerlei Drama, was Astrid zur Flucht bringt. Doch kurz darauf gerät sie in ernsthafte Gefahr und ihrer Mutter bleibt nichts anderes übrig als Beetlejuice zu rufen. Dieser erträumt sich noch immer eine Hochzeit mit ihr und sieht seine Chance gekommen.

Meine Meinung

Beetlejuice war einer der Tim Burton Filme, die ich erst ziemlich spät entdeckt hatte. So fehlte mir wohl die gewisse nostalgische Note, weswegen ich dem Film weit weniger abgewinnen konnte, als anderen Filmen des Kultregisseurs. In Vorbereitung auf den zweiten Teil habe ich ihn auch noch ein weiteres Mal geschaut und habe zwar die vielen Anspielungen verstanden, konnte mich aber dennoch nicht richtig mit der Handlung anfreunden. Dennoch war ich gespannt auf den zweiten Teil.
Dieser spielt viele Jahre nach dem ersten, so dass bekannte Gesichter, deren Schauspielenden durchaus gealtert sind, auch wieder gut eingebunden werden konnten. Zunächst mussten also alle alten und neue Akteure vorgestellt werden. Hier wurde sich zwar Mühe gegeben auch neue Zuschauenden mit abzuholen, dennoch ist das Vorwissen aus dem ersten Film durchaus angebracht, um die genaue Konstellation zu verstehen. Sobald wird es zurück an den Schauplatz aus dem ersten Teil schaffen, kommt dann auch die Handlung so langsam in Schwung. Zwar durchaus chaotisch und so richtig ist erstmal nicht zu erkennen, worauf es hinauswill. Zumindest Michael Keaton hat durch den Kultstatus um seine Figur durchaus profitiert, denn er hat diesmal deutlich mehr Leinwandzeit bekommen und durfte bereits vor seiner ersten Rufung agieren.
Und im Grunde hat der zweite Teil auch eine überschaubare Grundhandlung, die relativ gut funktioniert. Nur, dass sie nicht für einen kompletten Film gereicht hat und so noch unzähllige Nebenhandlungen aufgemacht werden, die den Film auf eine noch immer überschaubare Länge von 105 Minuten gebracht hat. Aber abgesehen von einer sehr gut inszenierten Auftaktserie, war die ganze Handlung rund um Beetlejuice Ex-Frau sehr ins Leere laufend. Zumal das Finale dann auch sehr schnell geklärt war, wofür aber alles etwas zu stark aufgebaut wurde.
Ich könnte hier noch allerhand Kleinigkeiten aufzählen, die in der Gesamtheit deutliche Einbußen bei Logik und Handlungsfokus hatten. Aber – und das ist ein großes Aber – ich hatte während des Schauens auch einfach Spaß! Die Witze haben funktioniert, waren gut aufgebaut, es war spannend, und wusste auch stets zu überraschen. Die Charaktere waren zwar wieder alle überzeichnet, aber auf eine so herrliche Art, dass es gut funktioniert hat.
So war Beetlejuice Beetlejuice vielleicht nicht der beste Film aller Zeiten und hat auch mit deutlichen Logiklöchern und losen Handlungssträngen zu kämpfen, kann aber durch seine Skurilität überzeugen und schafft es einfach einen unterhaltsamen Film auf die Kinoleinwand zu bringen. Das ganze System rund um die Bürokratie im Jenseits wurde nochmal deutlich ausgebaut und funktioniert durch die Nähe zur Realität einfach zu gut.

Das Fazit

Beetlejuice Beetlejuice ist ein Sequel, das nach all den Jahren zwar keiner brauchte, aber durch ausreichend lustige Einfälle durchaus zu unterhalten weiß, solange man über diverse Logiklöcher hinwegschauen kann. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Beetlejuice Beetlejuice läuft seit dem 12.09.2024 in den deutschen Kinos

Alles steht Kopf 2

Ein Vorwort

Pixar war irgendwie nie das Studio, was meine Lieblingsfilme produzierte. Mit Toy Story, dem Steckenpferd, konnte ich nie etwas anfangen und nach ein paar ganz süßen Filmen, wie Findet Nemo, kamen auch nicht so die Filme, die mich unbedingt interessierten oder begeistern konnten. Bis 2015 Alles steht Kopf heraus kam. Der Film konnte mich nachhältig begeistern und hat einen ewigen Platz in meinem Herzen bekommen. Umso aufgeregter war ich, dass nun nach fast 10 Jahren doch noch ein zweiter Teil herauskam. Gleichzeitig war die Angst groß. Was, wenn er mit meinen Erwartungen nicht mehr mithalten konnte? Ob diese Befürchtung berechtigt ist oder nicht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen?

Meine Meinung

Während wir im ersten Teil die Emotionen Freude, Ekel, Wut, Angst und Kummer kennenlernten und die Probleme nach einem Umzug in eine neue Stadt durchlebten, steht nun die Pubertät vor der Tür. Riley durfte also auch in der Zeit zwischen den Filmen wachsen und sich weiter entwickeln.
Und wie es so in der Pubertät üblich ist, treten die Emotionen wesentlich stärker auf, die Stimmungsschwankungen sind größer und ganz neue Probleme treten auf. Dies wird im Film verdeutlicht durch das Auftauchen von vier neuen Emotionen. Während Peinlich, Neid und Ennui (französisch für Langweile und wird als Emotionen mit der typischen Kein Bock Einstellung von Pubertierenden gleichgesetzt) vergleichsweise kleine Auftritte haben, ist es vor allem Zweifel, die hier voll in ihrem Element ist.
Und auch, wenn sie zwischendurch beinahe als Antagonistin genutzt wird, ist der Beweggrund die Geschichte so zu erzählen, durchaus nachvollziehbar. Denn Entscheidungen, die man früher ganz anders getroffen hätte, bekommen nun auf einmal eine ganz neue Wichtigkeit. Das Bedürfnis dazuzugehören und die Angst vor der Zukunft (die hier auch Zweifel zugesprochen wird) sind vermutlich jedem noch gut bekannt.
So werden die Themen der Pubertät gut angesprochen und die Entwicklung zur Akzeptanz der eigenen Zweifel wird gut aufgezeigt. Manko an der Geschichte ist allerdings, dass dieser komplette Pubertätsentwicklungsschritt an einem einzigen Wochenende erzählt wird. Dass das natürlich länger Zeit braucht und teilweise auch im Erwachsenenalter noch nicht geschafft ist, kommt leider etwas zu kurz. Aber so ist das nun mit einem Film, der eine begrenzte Länge hat.
Auch wird hier vieles aus dem ersten Film wieder verwertet, so dass das Entdecken des Kopfes und wie sich alles vorgestellt wird, etwas kürzer kommt. Zeitgleich ist es natürlich auch verständlich, weil es nicht logisch wäre, hier alles abzuändern, und die ein oder andere Neuerung wurde auch versucht einzuführen, wie beispielsweise das Ich-Gefühl. Dennoch fehlt ein bisschen das Neu-Gefühl und insgesamt kann der Film durch weniger Innovativität punkten. Das ist aber auch einfach das Schicksal einer Fortsetzung.
Dennoch hat der Film wieder seine deutlichen Stärken und beweist wieder einmal das Feingefühl, sowohl Jung als auch Alt abzuholen und einen Film zu schaffen, den man auch gut mit Kindern schauen kann, um einige Dinge zu erklären und besprechen zu können. Gerade in Vorbereitung auf die Pubertät ist der Film gut geeignet, schafft es aber auch darüber hinaus zu unterhalten.
Mit ein paar weniger zitierfähigen Onelinern, dafür aber nochmal mehr Tiefgang als der erste Film, schafft er es seine positive Grundhaltung aufrecht zu halten und zeigt wieder einmal, was Animationsfilme noch alles können. Der Kinobesuch lohnt sich dafür auf jeden Fall!

Das Fazit

Alles steht Kopf 2 bleibt zwar im Schatten seines herausragenden ersten Teils zurück, schafft es aber wieder, mit kleineren Abstrichen, eine tolle Geschichte zu erzählen, mit ordentlich Tiefgang und doch kindergerecht zum verstehen. Ein Spaß für Jung und Alt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Alles steht Kopf 2 läuft seit dem 13.06.2024 in den deutschen Kinos

Shazam 2 – Fury of the Gods

Ein Vorwort

Noch bevor James Gunn nach seinem Wechsel von Marvel zu DC anfing das DCEU komplett umzukrempeln, war ein Film bereits abgedreht und durch Corona noch ein paar Mal nach hinten verschoben worden. Shazam war für mich 2019 eine Überraschung, enttäuschte das DCEU bis dahin doch eher. Doch hier gab es eine schöne Origin-Story, viel Witz und noch nachvollziehbares Drama. Nun stand die Frage im Raum, ob ein zweiter Teil da noch anknüpfen kann. Ob Fury of the Gods die Erwartungen erfüllen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

In Shazam lernen wir zunächst Thaddeus Sivana kennen, der mit seinem Bruder und Vater unterwegs ist. Er wird magisch aus dem Auto teleportiert und bekommt mitgeteilt, dass er der Anwärter für den nächsten Shazam ist, ein Held, der die Mächte des Bösen in Schach halten soll. Doch die sieben Totsünden als Steinstatuen bringen ihn in Versuchung und der Zauberer erkennt seinen Irrtum. Wieder im Auto dreht Sivana durch und provoziert einen Unfall.
Jahre später treffen wir auf den Waisenjungen Billy Batson, der erneut von einer Pflegefamilie weggerannt ist, um seine leibliche Mutter zu suchen. Die Polizei schnappt ihn jedoch und bringt ihn zu einer neuen Familie, seiner letzten Chance. Victor und Rosa waren selbst Pflegekinder und haben es sich zur Aufgabe gemacht möglichst vielen Kindern ein wirklich liebevolles Zuhause zu bieten.So bekommt Billy gleich fünf Geschwister mit dazu. Doch auch wenn sein neuer Bruder Freddy sich sehr an seine Fersen heftet, so sucht Billy noch immer nach seiner leiblichen Mutter. Da Dr. Sivana allerdings kurz davor ist die sieben Totsünden zu entfesseln, um so an seine einst in Aussicht gestellte Macht zu kommen, entschließt sich der Zauberer seine Chance auf einen neuen Kandidaten zu setzen. So bekommt Billy die Kräfte des Shazam. Durch Nennung des Namens wird er zu seinem Superhelden Alter Ego.
Trunken von den Möglichkeiten vertraut er sich Freddy an, mit dem er seine Kräfte austestet, was nicht immer funktioniert. Doch Sivana hat unterdessen die Totsünden entfesselt und entführt Billys Geschwister, denen er sich inzwischen anvertraut hat. Billy findet seine leibliche Mutter, erfährt aber, dass sie ihn wissend verloren hat. Daher besinnt er sich und zieht los, um seine Geschwister zu retten. Im finalen Kampf kann er Sivana aufhalten, die Totsünden einfangen und seinen Geschwistern ebenfalls mit den Kräften des Shazam ausstatten.

Die Handlung

Nach den Geschehnissen im ersten Teil haben nun auch Billy Batsons Geschwister Superheld*innen-Kräfte. Das ruft drei Titanen-Töchter auf den Plan, die nichts Gutes im Schile führen. Und das obwohl Billy (Zachary Levy & Asher Angel) gerade in einer Sinnkrise steckt.

Meine Meinung

So richtig überzeugt war ich nach dem Trailer ja nicht. Auch die bisherigen Kritiken waren eher verhalten. Doch den ersten Teil noch immer positiv in Erinnerung, wollte ich ihm trotzdem eine Chance geben. Und auch, wenn er an diesen nicht herankommt, so wurde ich doch gut unterhalten.
Zunächst braucht Fury of the Gods zwar ein bisschen, um wieder in Schwung zu kommen, aber er hatte auch hier wieder viele gute thematische Ansätze. Die Probleme des Pflegekinder-Systems in den USA wird erneut beleuchtet, diesmal von der Seite, was passiert, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht und die Pflegeeltern kein Geld mehr für einen bekommen. Auch das Superheld*innen Dasein wird nochmal von den Schattenseiten begutachtet. Denn was ist, wenn man zwar vor Ort ist und viele Menschenleben rettet, aber dennoch noch Vorwürfe bekommt, weil man nicht alles verhindern konnte? Dadurch ist der etwas langatmige Anfang durchaus zu verkraften.
Und die Action kommt auch keineswegs zu knapp. Denn die drei Göttinnen haben noch einiges vor! Und machen gerade am Anfang auch gute Arbeit. Die Shazam Geschwister haben alle Hände voll zu tun. Gegen Ende verlieren sie sich dann leider etwas zu gezwungen in Streitereien. Da war der Konflikt zu gewollt, um die Geschichte in eine bestimmte Richtung zu kriegen. Aber immerhin werden wir mit schwarzen Einhörnern, einer tollen Portion Mythologie und einem hübschen Drachen entschädigt. Denn auch wenn das Finale handlungstechnisch deutlich nachlässt, macht es dies mit Witz und Action wett. Die sehr bewusste Produktplatzierung von Scittles hat dadurch auch nicht mehr unbedingt gestört.
Einziges Manko war vielleicht, dass sich die anderen Geschwister kaum entwickeln durften. Ihre Superheld*innen Alter Egos entsprechen dann auch dem gängen Klischee, auch wenn sie zuvor herrlich divers waren. Und mehr als ein paar Zeilen Text hatten sie dann leider auch nicht. Etwas schade, dass sie kaum Raum bekommen haben.
Das eigentliche Ende hätte dann sehr mutig sein können, doch wirklich getraut hat sich DC hier dann doch wieder nichts. Schade. Dennoch passt das Gesamtpaket. Kurzweilige Unterhaltung, viele Witze, ein paar wichtige Themen eingeflochten, alles um eine gute Auszeit vom Alltag zu bieten. Allerdings auch nichts, was wirklich langhaltig positiv im Gedächtnis bleibt.

Das Fazit

Shazam – Fury of the Gods hat einige gute Ansätze, verliert sich gegen Ende aber in der eigenen großen Schlacht. Es ist alles da für ein kurzweiliges Abenteuer, aber nichts langfristiges. Aber hey ein hübscher Drache! Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Shazam – Fury of the Gods läuft seit dem 16.03.2023 in den deutschen Kinos

 

Der Nachname

Ein Vorwort

Wenn ein Film erfolgreich ist, bekommt er einen zweiten Teil. So will es anscheinend irgendein blödes ungeschriebenes Gesetz, das dazu führt, dass immer mehr gute alleinstehende Filme noch einen zweiten (oder mehr) Teil(e) bekommen müssen. So nun auch Der Vorname, aus dem kurzerhand Der Nachname wurde. Warum das sogar noch halbwegs gut funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Geschwister Elisabeth (Caroline Peters) und Thomas (Florian David Fitz) werden von ihrer Mutter (Iris Berben) und ihrem Adoptivbruder Rene (Justus von Dohnanyi), der inzwischen mit der Mutter liiert ist, auf das Familienanwesen in Lanzarote eingeladen. Mit dabei sind ihre jeweiligen Parter*innen Stephan (Christoph Maria Herbst) und Anna (Janina Uhse). Vor Ort erwartet sie eine überraschende Nachricht und jede Menge Drama.

Meine Meinung

Trailer sollen ja eigentlich Lust auf den Film machen. Nach dem Trailer zu Der Nachname war ich doch eher abgeschreckt, sah er doch nach einem großen Haufen künstlichen Dramas aus, der so gar nicht an die Prämisse des ersten Teils anknüpfen wollte. Doch eine Sache zog mich doch in den Film. Ich wollte wissen, was nun in diesem geheimen Zimmer ist, um das schon im Trailer viele Andeutungen gemacht wurden. Also Auftrag doch irgendwie erfüllt. Dennoch waren meine Befürchtungen hoch, basierte Der Vorname doch noch auf einem Theaterstück und war in sich abgeschlossen. Nun einen zweiten Teil ohne wirkliche Grundlage zu basteln, konnte eigentlich nur schief gehen.
Doch dafür liefert Der Nachname ziemlich solide ab. Das liegt an erster Stelle daran, dass zwar die Ausgangsprämisse – der geänderte Nachname – ziemlich banal ist und auch schnell abgehakt wurde, das restliche Drehbuch aber durchaus rund gestaltet ist. Zwar läuft es auf ein großes Familiendrama hinaus, wo jeder Geheimnisse vor dem anderen hat, und der große Knall am Ende kommt auch, dennoch ist es nur selten vollkommen übertriebenes und abgehobenes Drama, sondern erstaunlich realitätsnah. Die Paarkonstellationen waren unverändert, hatten sich aber seit dem Vornamen etwas weiter entwickelt, so dass hier kaum Zeit auf Vorstellungen, sondern gleich auf Weichenstellung, verschwendet wurde.
Durch die bekannten Charaktere, die irgendwo ihren Rollen treu bleiben, war der Witz auch gleich von Anfang an da und pendelte sich zunächst auf einem guten Niveau ein. Abgesehen von dem ein oder anderen Ausrutscher, blieb es auch auf einem relativ guten Niveau, so dass ich das Kino durchaus unterhalten verlassen habe. Wirklich im Gedächtnis wird er mir allerdings nicht bleiben, zu belanglos war die Handlung und die Lacher waren doch sehr auf gewisse Impulse ausgelegt und wenig zitierfähig. So ist Der Nachname nicht die Vollkatastrophe, die ich erwartete, hat durchaus auch seine Momente und ist alles in allem einfach ein solider Film, der aus einer wackligen Prämisse doch einen rund erzählten Film macht. Dennoch war er als Fortsetzung zu Der Vorname absolut unnötig.

Das Fazit

Der Nachname punktet durch ein rundes Drehbuch und einige gut pointierte Witze. In seiner Gesamtheit kommt er aber nicht über ein einfaches Familiendrama hinaus und kann mit dem ersten Teil nicht mithalten. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Der Nachname läuft seit dem 20.10.2022 in den deutschen Kinos

Sing 2 – Die Show Deines Lebens

Ein Vorwort

Neben ihrem Dauerbrenner rund um die Minions versuchte Illuminations den Niedlichkeits- und Witzfaktor auch in anderen Filmen mit vielen Tieren einzubringen. Während Pets und das dazugehörige Sequel eher im Trailer als im Ganzen funktioniert hatte, war der erste Teil von Sing ein ganz netter Musikfilm rund um ein heruntergekommenes Theater, das es zu retten galt. Da das Einspielergebnis zufriedenstellend war, war es nur eine Frage der Zeit, bis es auch dazu ein Sequel gab. Das wir nun 6 Jahre warten mussten, dürfte wohl auch mit an der Pandemie liegen. Wie Sing – die Show Deines Lebens funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Show „Alice im Wunderland“ im Moon-Theater ist fast jeden Abend ausgebucht. Nun erhofft sich Buster Moon von der Casterin Suki ausgesucht zu werden, um in Redshore City im Crystal Tower Theater aufzutreten. Doch diese erteilt dem Ensemble eine Absage. Als sich die Truppe dennoch in das Casting schleicht, sind es die abgedrehten Ideen von Gunther, die Musikmogul Jimmy Crystal überzeugen. Doch dafür muss Buster Moon die Rocklegende Clay Calloway auftreiben, der seit dem Tod seiner Frau komplett zurückgezogen lebt. Für das und für die komplett neue Show „Nicht von dieser Welt“ haben sie nur drei Wochen Zeit. Und einen Jimmy Crystal enttäuscht man besser nicht.

Meine Meinung

Nach dem ersten Trailer war ich eher abgeschreckt von dem Film. So richtig konnte ich mir unter der Handlung nichts vorstellen, außer, dass die Show in allen Bereichen größer und aufregender werden sollte, als die im ersten Teil. Zumal mir die große „Überraschung“ für das Finale bereits im Trailer weggenommen wurde. Doch dann häuften sich die sehr positiven Meinungen anderer Blogger*innen. 8-9 von 10 möglichen Punkten war keine Seltenheit. So beschloss ich dem Film doch eine Chance zu geben.
Sing 2 beginnt mehr oder weniger dort, wo der erste endete. Im Moon-Theater wird mit den üblichen Verdächtigen aus dem ersten Teil eine Show aufgeführt. Doch die Träume sind nach dem Erfolg der Show größer geworden. Es soll nach Redshore City gehen, einer Las Vegas nachempfundenen Stadt. Mit viel Witz und mehr Glück als Verstand bekommt die Gruppe eine Möglichkeit eine sehr große Show auf die Beine zu stellen. Ab dort wird die Handlung etwas wirr und unzusammenhängend, da immer wieder neue Probleme auftauchen. Da diese aber nicht zu dem großen Endproblem passen, werden sie praktisch wie nebenbei aufgeklärt.
Letztlich ist es vor allem eine Kritik an großen Musikmorgulen, die glauben mit ihrer Macht alles durchsetzen zu können. Während vorher noch gute Nebenhandlungen irgendwo zu erkennen waren, läuft es im großen Finale nur noch darauf hinaus. Das ist etwas schade, da mehr möglich gewesen wäre, aber dennoch bekommt der Film ein rundes und befriedigendes Ende. 
Am enttäuschendsten sind wohl die eher raren Musikeinlagen. Außer des Anfangs, dem obligatorischen Casting und nem großen Finale wird kaum gesungen, auch nur selten in Proben. Vielleicht habe ich es auch falsch in Erinnerung, aber ich würde sagen, im ersten Teil gab es da mehr.
Ansonsten ist auch der zweite Teil von Sing ein farbenfrohes und an vielen Stellen sehr witziges Abenteuer, springt aber letztlich nicht über seinen Schatten und bietet zu viel Vorhersehbares. So ist es schön ihn gesehen zu haben, aber der Lobeshymne kann ich mich nicht ganz anschließen.

Das Fazit

Eine würdige Fortsetzung, die viel Witz einbringt. Leider eine zu vorhersehbare und teilweise sehr durcheinander erzählte Handlung mit zu wenig Musikeinlagen, um über die magische Grenze von Gut zu springen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Sing 2 – Die Show Deines Lebens läuft seit dem 20.01.2022 in den deutschen Kinos

Addams Family 2

Ein Vorwort

In einer Zeit, in der gefühlt alles ein Remake oder Reboot bekommt, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch diese kultige Familie neu verarbeitet wurde. 2019 kam bereits ein erster Teil in die Kinos und konnte die Fans nur wenig abholen, versuchte sich aber durch ein paar gute Witze und eine nette Grundstimmung zu retten. Nun gibt es eine Fortsetzung dazu. Wie diese funktioniert erfahrt  ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Wednesday Addams nimmt an einem Naturwissenschaftswettbewerb an ihrer Schule teil, die vom Wissenschaftler Dr. Cyrus Strange gesponsort wird. Dieser ist schwer beeindruckt von ihrer Leistung, doch sie lehnt eine weitere Zusammenarbeit ab. Kurz darauf steht ein Anwalt vor der Tür, der beweisen will, dass Wednesday gar keine richtige Addams ist. Kurzentschlossen beschließen die Eltern Gomez und Morticia eine Reise quer durch die USA zu starten. Ein Roadtrip der anderen Art beginnt.

Meine Meinung

Dadurch, dass der erste Teil bereits nicht richtig funktioniert hatte, gab es gar nicht erst die Frage, ob es einen zweiten Teil gebraucht hätte, denn das hätte es eindeutig nicht. Doch so funktioniert die Filmwelt leider nicht. Also wurde ein Sequel gedreht. Nach dem Trailer war ich zumindest angefixt durch die Roadtrip Idee, die doch einiges an Potential bot. So stellte ich mich auf leichte Unterhaltung ein und erwartete nicht allzuviel, außer an ein paar Stellen unterhalten zu werden.
Leider bin ich anscheinend mit zu hohen Erwartungen an den Film herangegangen. Denn auch wenn es ab und an kleine Lichtblicke von guten Ideen gab, wurden diese meist von groß angelegten Gags übertüncht, die wohl für das kleinste Publikum ausgelegt wurden und nicht einmal bei diesen fruchteten. So war die Stimmung im Kinosaal eher gelangweilt, denn erheitert.
Der Film funktioniert genau dann, wenn er es nicht darauf anlegt. Wenn er nicht versucht besonders witzig zu sein oder die Handlung voranzutreiben. Sondern, wenn er einfach mal seine Charaktere einsetzt. So ist die Tanzsequenz zu I will survive die Szene im ganzen Film, die ich am meisten gefeiert habe – und sie hat nicht gerade viel zur Handlung beigetragen. Genau das waren die kleinen Lichtblicke in einem Film, der viel wollte und wenig konnte.
Das liegt wohl auch daran, dass die Charaktere zu sehr an die ikonischen Vorbilder angepasst wurden und überhaupt kein Handlungsspielraum bekommen. Es gibt keine Weiterentwicklung, die Konstellation ist am Ende die gleiche, wie am Anfang. Dadurch werden Dialoge fast vollständig wiederholt und die nervigsten Eigenschaften werden nie überwunden.
Da hilft es auch wenig, wenn offensichtlich andere Filme als Vorbild für Szenen mit eingebunden werden. So gibt es nicht nur die Addams Family Variante eines Godzilla vs. Kongs, sondern auch so ziemlich alle Witze aus dem Marvel Franchise zum Namen Dr. Strange. Mag es ganz nett zu entdecken sein, so zeugt es doch nur einmal mehr von der Unfähigkeit des Films wirklich etwas eigenes aufregendes zu kreieren.
Die 93 Minuten Laufzeit ziehen sich dadurch gefühlt ins Unendliche, der Film kommt bis zum Schluss nicht wirklich auf den Punkt und auch der ganze Witz rund um den Roadtrip, der so gut hätte werden können, verfehlt seine Wirkung völlig.

Das Fazit

Addams Family 2 ist ein liebloser Abklatsch einer Kultserie und schafft es in den wenigsten Momenten dem Zuschauer ein müdes Lächeln abzuringen. Stattdessen verrennt er sich in nicht zündende, aber groß angelegte Gags. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Addams Family 2 läuft seit dem 18.11.2021 in den deutschen Kinos

Talus 2 – Die Magie des Würfels

Ein Vorwort

Im letzten Jahr hab ich euch bereits den ersten Teil „Die Hexen von Edinburgh“ vorgestellt. Mit einem der miesesten Cliffhanger, den ich in den letzten Jahren gelesen habe – vielleicht abgesehen von Ophelia Scale – ließ uns Autorin Liza Grimm ein ganzes Jahr warten. Doch nun ist es endlich da. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Talus, der geheime Würfel der magischen Welt, der den Herzenswunsch, aber auch die größte Angst erfüllt, wurde gewürfelt. Die ersten Folgen sind zu merken. Erin und Kaito sitzen im magischen Gefängnis, bis ihr Mitwirken geklärt ist. Noah versucht das Verschwinden seines Vaters zu klären. Und dann ist da noch Jessica, eine Runenhexe, die mit dem Tod eines geliebten Menschen nicht zurecht kommt. Können sie die Pläne der gefährlichen Caradain aufhalten?

Meine Meinung

Wenn zwischem dem Lesen von zwei Bänden eine zu große Spanne liegt, wird das bei mir oft zum Problem, wenn keine kleinen Wiederholungen eingebaut werden. Diese kleinen Erinnerungsstützen, die nicht stören, wenn man die ganze Reihe in einem wegliest, aber denjenigen hilft, die eine gewisse Spanne dazwischen hatten. Glücklicherweise baut Liza Grimm diese in ausreichendem Maße ein, so bin ich schnell wieder die in die magische Welt unter Edinburgh eingetaucht.
Der zweite Band setzt dort an, wo der erste aufgehört hat. Wir erleben die Protagonist*innen dabei, wie sie die Ereignisse versuchen zu verarbeiten. Doch dafür ist keine Zeit, geschehen sofort wieder allerhand Dinge, die alle in Atem halten. Dabei kommt es zu neuen Bündnissen und vielen Entwicklungen, die ich sehr mochte. Liza Grimm baut ihre Welt weiter aus und schafft damit einen Sog, da man unbedingt immer noch mehr wissen will.
Dennoch war es gerade das erste Drittel, was sich bei mir beim Lesen etwas gezogen hat. Ich bin zwar schnell wieder in die Welt eingetaucht, aber nach der ersten Orientierung gibt es die Momente, wo alle auf der Stelle zu laufen scheinen. Sobald dieser Punkt überwunden war, wurde es wieder so spannend, dass ich, gerade gegen Ende, das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Dabei hat mir die Autorin an mindestens zwei Stellen – wieder einmal – das Herz gebrochen und mit einigen Entwicklungen war ich nicht einverstanden, aber das ändert nichts daran, dass sie logisch ausgearbeitet waren und es halt einfach nicht danach geht, was ich für die Figuren wollte. Und auch wenn es ein bittersüßes Ende war, konnte ich mich gut damit anfreunden, da die wichtigste Entwicklung für mich Bestand hatte.
Die Entscheidung die Geschichte in einer Dilogie zu erzählen, war definitiv die Richtige. Auch wenn ich mir mehr Geschichten aus dieser Welt wünsche und mit den Charakteren gerne mehr Zeit verbracht hätte, so ist die Geschichte doch auserzählt. Hier auf Biegen und Brechen einen dritten Band aus dem Hut zu zaubern, hätte der Spannung nicht gut getan. Und vielleicht gibt es ja irgendwann ein Spin-off und ein erneutes Eintauchen in dieser faszinierende Welt.

Das Fazit

Talus 2 – Die Magie des Würfels ist ein gelungener Abschluss der Dilogie. Alle Fragen werden beantworten und bis auf einen kleinen Hänger im ersten Drittel hält das Buch einen in Atem. Dennoch sollte man Taschentücher bereit stellen.