Pride Month 2020 – Eine Handvoll (oder auch mehr) Filme

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQ+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Anspieltipps gehen, die sich mit LGBTQ+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Filme zu diesem Thema nennen.

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Der verlorene Sohn

Die Handlung: Jared Eamons wächst als Sohn eines Baptistenprediger auf und ist damit sehr christlich erzogen. Auf dem College wird er von einem Kommilitonen vergewaltigt. Als dieser aus Angst, dass Jared ihn verrät, ihn bei seinen Eltern outet, gesteht ihm sein Vater, dass er keinen schwulen Sohn unter seinem Haus wohnen lassen kann. Da Jared sich selbst nicht über seine Gefühle im Klaren ist, stimmt er zu, einer Konversionstherapie beizuwohnen. Unter der Leitung von Victor Syked soll er innerhalb von 12 Tagen im sogenannten „Love and Action“-Zentrum zum Heterosexuellen umerzogen werden. Jared steht nun im Kampf um sich, seiner Familie und seinem Glauben.

Warum dieser Film so wichtig ist: Joel Edgerton verfilmt hier die Geschichte von Garrard Conley. Der Film nimmt sich zwei wichtiger Thematiken an. Zum einen die Intoleranz der Kirche gegenüber allen Mitgliedern der LGBTQ+ Gemeinde. Das dieser Glaube an einen wütenden Gott sich immer noch hält und ganze Familien zerstören kann. Und die daraus resultierende Thematik der Konversionstherapie. Der Glaube, dass wir alle Hetero geboren wurden und alles andere eine Krankheit oder falsche Erziehung sei, hängt darin. Dieser Film prangert niemanden wegen seines Glaubens an. Aber er prangert an, was in diesen Therapien propagiert wird. Er prangert an, dass es Leute gibt, die Eltern einreden, dass mit ihren Kindern etwas nicht stimme, nur wegen ihrer Sexualität und daraus auch noch Profit generieren. Dabei wird selbst der Leiter Victor Sykes nie als großer Bösewicht dargestellt, sondern Edgerton erzählt die Geschichte sehr ruhig, nachdenklich und reduziert. Allein die erzählten Themen stützen die Dramatik des Films.

Love, Simon

Die Handlung: Simon Spier ist ein ganz normaler Jugendlicher. Er hat drei gute Freunde und ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern. Sein einziges Geheimnis ist, dass er schwul ist. Als auf einem Tumblr-Account ein geheimnisvoller Blue sich outet, beschließt Simon mit ihm zu schreiben. Nach und nach verliebt er sich in Blue. Als er vergisst sich am Schulcomputer richtig auszuloggen, erfährt sein Mitschüler Martin sein Geheimnis. Fortan wird Simon von Martin erpresst, da sich Martin in eine Freundin Simons verliebt hat und ein Date will. Simon soll ihn helfen, sonst würde Martin ihn outen.

Warum dieser Film so wichtig ist: Love, Simon wird oftmals als Mainstream-Kitsch kritisiert. Ich sage, es ist gerade gut, dass auch das Mainstream-Hollywood eine Geschichte über das Coming-Out eines homosexuellen Jungen erzählt. Das es einfach kein Tabu-Thema mehr ist oder maximal als schwuler bester Freund toleriert wird. Wir haben hier einen ganz normalen Jungen mit einer ganz normalen Geschichte, der davon träumt, dass es in einer nahen Zukunft nicht mehr nötig ist, sich zu outen. Irgendwo zwischen Drama und Komödie ist diese Geschichte angesiedelt, lässt einen lachen, weinen, mit den Charakteren mitfühlen und ja, die Endszene ist sehr kitschig. Aber das stört uns in anderen Filmen auch nicht.

Porträt einer jungen Frau in Flammen

Die Handlung: 1770 reist die junge Malerin Marianne auf eine abgelegene Insel. Sie soll sich dort als Gesellschaftlerin ausgeben und heimlich ein Porträt von der adligen Heloise anfertigen. Dies soll ihrem Verlobten zur Hochzeit geschenkt werden. Heloise ist jedoch nicht einverstanden mit der Verlobung und verweigert daher auch das Anfertigen des Porträts. Marianne gibt ihr Bestes, doch nach dem ersten Versuch wirft ihr Heloise vor, sie gar nicht richtig zu kennen. Marianne bekommt einen zweiten Versuch und in Abwesenheit von Heloises Mutter kommen sich beide Frauen näher. Dies bringt Mariannes Malerei auf ein ganz neues Level.

Warum dieser Film so wichtig ist: Vergesst alle Romanzen, Liebesgeschichten, berühmte Beziehungen und Schauspieler, die angeblich die Anziehung zweier Personen gut rübergebracht hätten. Denn die Anziehung zwischen Marianne und Heloise ist unglaublich intensiv und wird größtenteils durch Blicke und kleine Berührungen vermittelt. So haben wir eine Geschichte über eine Liebe zwischen zwei Frauen, die zu der Zeit natürlich in keiner Weise toleriert werden würde und die bevorstehende Vermählung Heloises steht immer mit im Raum, dennoch wird nicht die ganze Zeit auf den Umstand hingewiesen. Keine langen Gespräche á la „Wir dürfen das nicht“. So haben wir einen Film, der die Liebe der beiden Frauen als etwas vollkommen natürliches darstellt und die Zwangsverheiratung Heloises mit einem Mann als etwas unnatürliches.

Call me by your name

Die Handlung: Der 17-jährige Elio verbringt den Sommer auf dem Landsitz seiner Eltern in Norditalien. Wie jedes Jahr lädt sein Vater, ein Archäologe, einen Studenten für sechs Wochen zu sich ein, damit dieser ihn bei seinen Forschungen helfen kann. Dieses Jahr ist es der 24-jährige Oliver. Während Elio Oliver wegen seiner Art, die er als Arrogant empfindet, zunächst nicht leiden kann, kommen sich beide schon bald näher.

Warum dieser Film so wichtig ist: Call me by your name spielt im Jahr 1983. Auch wenn wir dies vielleicht als nahe Vergangenheit betrachten, war es damals für homosexuelle Paare nochmal deutlich schwerer als heute. So müssen Elio und Oliver ihre Beziehung von Anfang an geheim halten. Dennoch hat der Film eine unglaubliche Leichtheit und man vergisst einfach alle Probleme, die auftauchen könnten. Und vor allem am Ende der Monolog des Vaters ist unglaublich tiefsinnig und so wichtig.

Danish Girl

Die Handlung: Gerda und Einar Wegener sind Anfang der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein Künstlerpaar in Dänemark. Als ein Model Gerdas ausfällt, springt Einar kurzerhand ein. Dadurch entdeckt er seine feminine Seite wieder. Er springt noch öfter ein und bald entwickelt es sich als Spiel zwischen dem Paar und Einar wird auch immer öfter in der Öffentlichkeit zu Lili. Als Einar beschließt sich einer geschlechts-angleichenden Operation zu unterziehen, wird die Beziehung der beiden auf eine harte Probe gestellt.

Warum dieser Film so wichtig ist: Wir wenden uns von der Homosexualität einem wahrscheinlich noch viel schwierigerem Thema zu: Transsexualität. Genauer gesagt begegnet uns mit Einars Wandel zu Lili Elbe eine der ersten Transsexuellen der Welt. Dabei befasst sich der Film an erster Stelle mit Einars Erkenntnis Lili sein zu wollen und der zunehmenden Nichtakzeptanz seines derzeitigen Geschlechtes. Gleichzeitig begleitet der Film Gerda auf ihrem Weg. Kritisiert wird der Film zwar von vielen Seiten, weil er wichtige Schritte in der Beziehung des Paares ausspare und auch die damaligen Operationsbedingungen beschönige. Das mag zwar alles sein, aber hier wird halt mehr Augenmerk auf Einars Gedanken gelegt. Und allein, dass das Thema angesprochen werden kann, ist schon ein großer Schritt.

Alle Farben des Lebens

Die Handlung: Ray  ist als Ramona geboren, lebt inzwischen aber seit fünf Jahren als Ray. Nun will der 16-jährige auch die offizielle Geschlechtsangleichung vollziehen lassen. Dafür braucht er die Unterschrift beider Elternteile. So muss seine alleinerziehende Mutter ihren Ex ausfindig machen. Dieser ist der Angleichung jedoch abgeneigt. Keine große Hilfe ist Rays lesbische Großmutter, die ebenfalls mit im Haus lebt.

Warum dieser Film so wichtig ist: Wir bleiben beim Thema Transsexualität. Diesmal gehen wir in moderne Zeiten und betrachten die Seiten der Familie. Ray, der sich lange genug im Körper des falschen Geschlechts befunden hat und endlich er selbst sein will, seine Mutter, die es versucht zu verstehen und dennoch damit hadert ihre Tochter aufzugeben und schließlich der Vater, der zwar nie da war, sich nie um die Erziehung gekümmert hat, aber auf einmal meint, er wüsste es besser und gegen die Angleichung ist. Dabei bekommt jede Seite Zeit ihren Standpunkt darzustellen.

Brokeback Mountain

Die Handlung: Ennis und Jack lernen sich als Schafhirten auf dem Brokeback Mountain kennen. Während des einsamen Sommers kommen sich beide näher und erkennen ihre Liebe zueinander. Doch als sie nach der Saison wieder abreisen, kehren beide in ihr Leben zurück. Doch nach einigen Jahren treffen sie sich wieder und entfliehen ihrem Alltag. So geht es zwanzig Jahre lang.

Warum dieser Film so wichtig ist: Wir kehren zurück zum Thema Homosexualität. Und zwar zu einem Film, der eine ziemliche Kontroverse in den USA ausgelöst hat, da er das „Bild des Cowboys zerstöre“. Dabei haben wir hier einfach einen Film über zwei Männer, die ineinander verliebt sind, aber aus Angst vor der Reaktion der Gesellschaft sich in heterosexuelle Ehen flüchten und sich nur zweimal im Jahr sehen. Es geht darum, was das mit ihren Wünschen und Träumen macht. Dabei wird die Gesellschaft an sich gar nicht gezeigt, vor der sie Angst haben, sondern die Konzentration liegt auf beiden Charakteren.

Was sind eure Filme zum Thema Pride im Pride Month Juni? Gerne her mit dem Empfehlungen!

Rückblick auf das halbe Jahr 2020

Uuuund Saison Dezember-Mai sind vorbei und es wird Zeit für meine Halbjahresbilanz. Da die Kinos seit drei Monaten geschlossen sind, fällt die Kinosektion dementsprechend enttäuschend aus. Da ich meine großen Rückblicke immer am Ende des Jahres schreibe, soll es hier nur eine kurze Zwischenbilanz werden, in der ich euch ein paar Zahlen und Namen um die Ohren haue. Also los geht’s!

I. Cinemathek

Coronabedingt war diesmal nur ein Film dabei, der hat mich dafür aber auch richtig umgehauen. Ich spreche von Porträt einer jungen Frau in Flammen. Unbedingte Empfehlung!

II. Anime Special

Im ersten Quartal (wir erinnern uns, Kinos waren nur drei von sechs Monaten offen) gab es zumindest ein Anime Special. Mit Weatherin with you gab es den Nachfolger von Your Name. Leider kam der Nachfolger nicht an seinen Vorgänger heran, bleibt aber eine solide Geschichte.

III. Neulich in der Sneak

Sieben Sneakvorstellungen konnte ich besuchen. Ich hab sie euch gefühlsmäßig mal in eine Reihenfolge gebracht. Wichtig ist, dass selbst Platz 7 im soliden Mittelfeld landen würde. Demnach hatte das Jahr eigentlich einen guten Sneaklauf.

Platz 7: 21 Bridges
Platz 6: 7500
Platz 5: Peanut Butter Falcon
Platz 4: Bombshell
Platz 3: 1917
Platz 2: Drei Engel für Charlie
Platz 1: The Gentleman

IV. Filme – auf großer Leinwand gesehen

Im ersten Quartal konnte ich 15 reguläre Kinofilme sehen, außerhalb der Spezialreihen (Cinemathek, Sneak, Anime). Normalerweise hätte es hier fünf Enttäuschungen und fünf Highlights gegeben, aber da die Liste ungewöhnlich kurz ist, hier meine aktuelle Reihenfolge:

Platz 15: Nightlife
Platz 14: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle
Platz 13: Cats
Platz 12: Lindenberg – Mach dein Ding!
Platz 11: Jumanji 2
Platz 10: Sonic – the Hedgehog
Platz 9: Ruf der Wildnis
Platz 8: Birds of Prey
Platz 7: Parasite
Platz 6: Enkel für Anfänger
Platz 5: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Platz 4: Jojo Rabbit
Platz 3: Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers
Platz 2: Knives Out
Platz 1: Little Woman

V. Filme – auf großem Fernseher gesehen

64 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino. Davon waren 14 Wiederholungstäter und drei Comedy Specials. Meine Highlights gibt es hier:

Platz 10: Aladdin (2019)
Platz 9: I, Tonya
Platz 8: Juliet, Naked
Platz 7: Elliot, das Schmunzelmonster
Platz 6: Wind River
Platz 5: Klaus
Platz 4: Isn’t it romantic
Platz 3: Emo – The Musical
Platz 2: The Final Girls
Platz 1: Die zwei Päpste

VI. Serien – ein kurzer Überblick

34 verschiedene Serien mit 49 Staffeln sind gesehen. Eine kurze Übersicht über meine Highlights (ohne Reihenfolge) gibt’s hier:

Weihnachten zu Hause (Staffel 1)
Grace & Frankie (Staffel 6)
Star Trek: Picard (Staffel 1)
Fleabag (Staffel 2)
The Mandalorian (Staffel 1)
Willkommen in Gravity Falls (Staffel 1+2)
Batwoman (Staffel 1)
The Crown (Staffel 3)
Friends (Staffel 1-9)
Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (Staffel 1)

Bücher – meine Highlights

35 Bücher sind ausgelesen, davon sind 17 von meiner 20 für 2020 Liste. Hier noch schnell meine aktuelle Top 10:

Platz 10: Momo – Michael Ende
Platz 9: Wer die Nachtigall stört – Harper Lee
Platz 8: Kirschkuchen am Meer – Anne Barns
Platz 7: The Green Mile – Stephen King
Platz 6: Mara und der Feuerbringer – Tommy Krappweis
Platz 5: Was perfekt war – Colleen Hoover
Platz 4: Dive Bar 1 – Crazy, Sexy, Love – Kylie Scott
Platz 3: Die Bücherdiebin – Markus Zusak
Platz 2: Someone New – Laura Kneidl
Platz 1: All in: 1000 Augenblicke & Zwei Versprechen – Emma Scott

Wie sah euer erstes Halbjahr aus? Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste? Ich bin immer offen für Empfehlungen!

 

Eine Handvoll Filme

Wie beim letzten Mal geht es hier wieder um fünf Filme, die ich in keiner anderen Kategorie bespreche, euch aber trotzdem meine Meinung nicht vorenthalten möchte. Vielleicht sind für euch ja auch ein paar Anregungen dabei, auch wenn die Kinos aktuell wieder schrittweise öffnen 😉

Whale Rider

Die Handlung: Paikea (Keisha Castle-Hughes) wächst bei ihren Großeltern auf, nachdem ihre Mutter und ihr Zwillingsbruder bei der Geburt starben und ihr Vater sich danach komplett von der Familie zurückzog. Da ihr Großvater der Häuptlings ihres Maori Stammes in Neuseeland ist, wächst sie zwischen Liebe und Abneigung auf, da sie als Mädchen niemals die Nachfolge antreten kann. Obwohl sie die Traditionen und Anforderungen am besten erfüllt, will ihr Großvater in einem Ausbildungscamp die anderen Jungs aus dem Dorf trainieren.

Meine Meinung: Whale Rider ist einer der ersten Filme, an die ich mich noch aktiv erinnere dafür im Kino gewesen zu sein. Es ist ein Film, der einem zum einen die Situation der Maori in Neuseeland gefangen zwischen Moderne und Tradition näher bringt, sich aber vor allem auf die zwischenmenschlichen Töne konzentriert. Mit Paikeas Kampf um Anerkennung ist es auch ein Film über Emanzipation. Man fiebert mit ihr, leidet mit ihn und versteht, was in ihr vorgeht. Dafür hilft es, dass Castle-Hughes schon in jungen Jahren versteht, die Emotionen ihrer Rolle durch ihre Mimik wiederzugeben. Die innere Zerissenheit zwischen ihrer bedingungslosen Liebe ihres Großvaters gegenüber und dem Schmerz, den sie durch seine ständige Zurückweisung erfährt, schwingt in jeder Emotion mit. Nicht umsonst wurde sie 2004 als damals jüngste Darstellerin für einen Oscar als beste Darstellerin nominiert. Als Zuschauer ist man ebenfalls hin und hergerissen zwischen der traurigen, aber doch hoffnungsvollen Geschichte, die sich wunderbar in Einklang mit der Umgebung bringen lässt. Neuseelands Landschaft ist rau und doch wunderschön.

Whale Rider ist bei keinem gängigen Anbieter in der Flatrate enthalten. Er kann bei iTunes geliehen werden.

Familie Willoughby

Die Handlung: Familie Willoughby, dass sind Vater und Mutter Willoughby, die einer einflussreichen Familie entstammen, und sich unsterblich lieben. Dadurch sind die Kinder Tim, Jane und die Zwillinge, beide mit Namen Barnaby, entstanden. Doch Vater und Mutter sind genervt von allem, was sie von ihrer Liebe zueinander ablenkt. Und so hungern die Kinder und verwahrlosen. Bis sie eines Tages keine Lust mehr haben und beschließen ihre Eltern auf eine Abenteuerreise zu schicken, von der sie hoffentlich nie wiederkommen, damit sie zu Waisen werden. Das sich daraus noch ganz andere Abenteuer entwickeln könnten, ahnen die Kinder nicht.

Meine Meinung: Familie Willoughby ist ein Film, an dessen Animationsstil man sich erst einmal gewöhnen muss. Dies gelingt jedoch schnell und man kann sich auf die Geschichte einlassen. Diese kommt auch mit einigen guten Ideen daher und nimmt – trotz kurzzeitiger Befürchtung einer etwas brutaleren Version – einen kinderfreundlichen Verlauf. Die Themen Kindervernachlässigung und Adoption werden hier im spielerischen Kontext behandelt und bekommen keine Tiefe, was aber auch der Grundstimmung entgegen wirken würde. Das Problem an der Handlung ist eher, dass die Macher zu viele gute Ideen hatten, aber keine für einen runden ganzen Film ausgereicht hätten. So fühlt sich die zusammengesetzte Handlung, die an sich zwar immer noch rund wirkt, aber doch stark episodenartig erzählt wurde. So gibt es eine Episode mit einem Baby, dann geht es um die Reise der Eltern, dann muss ein Hausverkauf verhindert werden, die Willoughbys bekommen eine Nanny und so weiter. Irgendwo ergibt das alles zwar eine Geschichte, aber eigentlich ist es eher eine Kurzgeschichtensammlung, die versucht wurde zu einer Gesamthandlung zu drehen. Hier hätte ich es schöner gefunden, sich auf einen Aspekt zu konzentrieren.

Familie Willoughby ist ein Netflix Original und bei diesem Streaming-Dienst zu sehen.

Emo – The Musical

Die Handlung: Ethan ist ein Emo. Doch an seiner Privatschule in Australien ist er damit alleine. Durch ständiges Mobbing beschließt er sich zu erhängen. Dies scheitert und er fliegt von der Schule. An seiner neuen staatlichen Schule wird er sofort von den Christen aufgenommen, doch als er entdeckt, dass es eine Emo-Rock-Band gibt, ist er Feuer und Flamme in dieser zu spielen. Doch er fühlt sich zu Trinity hingezogen, die jedoch sehr gläubig ist, weswegen sie nicht nur austesten müssen, wie sie zusammenpassen, sondern sich auch vor ihren jeweiligen Freunden verstecken müssen. Als dann auch noch beide Gruppen beim Rock-Bandcontest teilnehmen, herrscht erst richtig Chaos.

Meine Meinung: Ein Musical über Emos, die in einem Bandcontest gegen eine christliche Schulgruppe antritt? Klingt herrlisch schräg und genau nach einem Film für meine beste Freundin. Die war dann so begeistert, dass sie mich dazu zwang diesen Film mit ihr zu sehen. Ich war sehr skeptisch, zumal der Film keine deutsche Synchronisation hat. Es hat keine Woche gedauert, da musste ich den Film unbedingt meinem besten Freund zeigen, weil ich ihn absolut herrlich fand. Auch dieser war zunächst wenig begeistert von den Wörtern Emo, Musical und keine Synchronisation in einem Satz. Doch auch ihn konnte der Film absolut begeistern. Das liegt wohl vor allem daran, dass sich der Film an vielen Stellen selbst nicht so ganz ernst nimmt, an anderen dafür umso mehr. Es wird mit Vorurteilen und Klischees gespielt und diese durcheinander geworfen. Über viele Sachen kann man lachen, wenn jedoch ein Mitglied der Christengruppe aus einem Umerziehungscamp wiederkommt und sich noch immer bei jedem Gedanken an einen Jungen Elektroshocks verabreicht, dann ist das im ersten Moment zwar witzig, aber sobald der Gedanke gesackt ist, überlegt man, warum man eigentlich darüber lachen konnte. Und genau mit solchen Tabus spielt dieses Musical. Versteht mich nicht falsch, es ist an erster Stelle ein Feel-Good-Film mit vielen humorvollen Einlagen und einprägsamen Liedern. Doch im Hintergrund brodelt auch noch die richtige Botschaft.
Wer noch immer nicht überzeugt ist, den möchte ich darauf hinweisen, dass es ein Lied gibt, in dem überlegt wird, ob Jesus nicht vielleicht ein Emo gewesen wäre. Also gebt diesem Film durchaus eine Chance.

Emo – The Musical ist bei Netflix enthalten

Underwater

Die Handlung: Eine Forschungs- und Bohrstation auf dem Grund des Marianengrabens wird durch mehrere Erdbeben erschüttert und größtenteils zerstört. Nur eine kleine Gruppe Wissenschaftler überlebt und versucht über den Meeresboden zu einer anderen Sektion zu kommen, wo noch Rettungskapseln verfügbar sein sollen. Doch etwas ist durch die Erdbeben erwacht und macht nun Jagd auf die Crew.

Meine Meinung: Underwater trägt den Beititel „Es ist erwacht“ und das sagt so ziemlich alles über den Film. Mit nur einer kurzen Exposition wird der Zuschauer gleich in die Katastrophe geworfen. Charaktere werden mit wenigen kurzen Sätzen charakterisiert. Der dunkle Meeresboden und die Beengung durch das umgebende Wasser geben dem Film ohne großes Zutun eine bedrückende Atmosphäre, die allein schon für eine Menge Gruselfaktor sorgt, spielt sie doch mit unseren Urängsten. Hinzu kommen dann jedoch die Unterwasserwesen, die ebenfalls durch die Erdbeben aufgerüttelt wurden. Hier spielt Regisseur William Eubank mit dem sehr wenig Sehen und doch wissen, dass da etwas sein muss. Allein diese Voraussetzung hätte aus dem Film viel machen können. Leider bedient Eubank im darauffolgenden die üblichen Klischees, so dass man mögliche Tode der Charaktere in der exakten Reihenfolge voraussagen kann. So fehlt dem Film Tiefe bei den Charakteren, die so absolut austauschbar sind und es kein Trauern um sie gibt, und ein Alleinstellungsmerkmal, abgesehen vom Setting, das sich von anderen Filmen des Genres abhebt. So ist ein grundsolider Film herausgekommen, der aber relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis gespült wird, was schade ist, da hier deutlich mehr möglich wäre.

Underwater ist bei Prime zum Kauf oder Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten

Everybody’s Fine

Die Handlung: Frank Goode (Robert deNiro) will nach dem Tod seiner Frau seine vier Kinder, die im ganzen Land verstreut wohnen, zu einer Grillparty einladen. Doch nach und nach sagen alle ab. Da Frank durch eine Lungenkrankheit nicht fliegen darf, beschließt er sie alle mit dem Zug zu besuchen, kündigt dies aber nicht an. Auf seiner Reise muss er feststellen, dass seine Kinder ihm wohl nicht immer die Wahrheit über ihre Lebensumstände erzählt haben.

Meine Meinung: Everybody’s Fine ist ein Film, wo man einige Zeit darauf warten muss, bis er klar macht, worauf er hinauswill. Doch sobald er den Punkt erreicht hat, wird es ein Familiendrama, das mit wenig Worten auskommt, und doch tief unter die Haut geht. Wir haben einen sympathischen Familienvater, der noch um seine frisch verstorbene Frau trauert und sich auf einmal ganz alleine in einem großen Haus wiederfindet. Seine Kinder lieben ihn, es fiel ihnen aber immer leichter mit ihrer Mutter über die Probleme zu sprechen und erzählten dem Vater lieber nur die guten Sachen. Im Laufe des Films fallen einem viele kleine Dinge auf, die daraufhin deuten, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Am Ende werden diese Dinge natürlich noch einmal für den abgelenkten Zuschauer aufgezählt, falls man sie übersehen hat. Einige waren sehr deutlich, andere jedoch auch sehr subtil, so dass die Zusammenfassung gar nicht schlecht war. So harmonisiert sich ein schönes Familiendrama zusammen, ruhig erzählt und geht doch sehr tief.

Everybody’s Fine ist bei Prime zum Kauf und Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten.

Willkommen in Gravity Falls

Ein Vorwort

Was passiert, wenn man seine ebenfalls Film- und Serienverrückte beste Freundin besuchen fährt? Man wird vor den Fernseher gezwungen, weil einem muss ja so viel Neuentdecktes gezeigt werden. So zum Beispiel die Serie Willkommen in Gravity Falls. Und während ich nie gedacht hätte, dass mir die Serie gefallen könnte, aber auf die Frage „Und was machen wir jetzt?“, immer nur ein „Noch ne Folge Gravity Falls!“ kam, sind nun beide Staffeln gesehen und hier gibt es nun meine Meinung dazu.

Die Handlung

Dipper und Mabel, beide 12 Jahre alt, werden während der Sommerferien zu ihrem Großonkel Stan Pines geschickt. Dieser wohnt in Gravity Falls und betreibt dort die Mystery Shack, ein Kuriositätenmuseum, mit mehr oder weniger echten Kuriositäten. Während Mabel zunächst nur daran denken kann, dass sie eine große Sommerromanze braucht, findet Dipper ein Tagebuch des mysteriösen Autors, in dem allerlei Wesen beschrieben werden, die sich in und um Gravity Falls tummeln sollen. Und schon bald finden beide Geschwister raus, dass an den Mythen so einiges Wahres dran ist. Ein Sommer voller Spaß und Abenteuer steht bevor.

Meine Meinung

Willkommen in Gravity Falls ist wohl keine Serie, die man von Anfang an liebt. Denn gerade am Anfang müssen sich die Charaktere erst noch entwickeln und man weiß noch nicht so recht, in welche Richtung sich die Serie entwickeln wird.
Dipper ist der ruhigere Zwilling und setzt sich gerne mit dem Tagebuch des Autors auseinander. Außerdem schwärmt er total für die 15-jährige Wendy, die als Aushilfe in der Mystery Shack arbeitet. Seine Bemühungen cool und älter zu wirken, machen einen Großteil seines Charmes aus und seine Feindschaft zu Robbie, einem weiteren Verehrer Wendys, wird zum running gag. Seine Schwester Mabel hingegen ist ständig aufgedreht und einfach ein absoluter Sonnenschein. An ihren Charakter musste ich mich am längsten gewöhnen, aber danach habe ich sie auch am meisten ins Herz geschlossen. Ihr running gag ist die Bessenheit eine Sommerromanze heraufzubeschwören, was einfach nicht so richtig gelingen will.
Ebenfalls stets präsente Figuren sind Großonkel „Gronkel“ Stan, der verzweifelt versucht leichtgläubigen Touristen  auch noch den letzten Dollar für Merchandise aus dem Leib zu leiern, und seine Angestellten Soos, ein übergewichtiger 22-jähriger von leichtem Gemüt und Wendy, die oben bereits erwähnte Angebetete von Dipper, die einer Holzfällerfamilie entstammt und eben typisch Teenager ist.
Aber auch darüber hinaus hat Gravity Falls viele wiederkehrende Charaktere zu bieten, die alle ihre Eigenheiten haben und damit das Gesamtbild einer verträumten Kleinstadt unterstreichen. Viel spannender sind jedoch die „Monster“ und anderen Gestalten, die in den einzelnen Folgen auftauchen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei und manches scheint ganz anders zu sein als es hinterher wirklich ist.
Willkommen in Gravity Falls hat zwei Staffeln mit insgesamt 41 Folgen. Da die Serie von Anfang an auf die zwei Staffeln ausgelegt war, ist die Serie abgeschlossen und das mit einem runden Ende, in dem fast alles aufgelöst wird. Doch trotz dieser vergleichsweise kurzen Zeit ist der Abschied am Ende traurig. Aber auch wenn man sich mehr Abenteuer wünscht, ist es schön, dass die Serie nicht auf Gedeih und Verderb gestreckt wurde oder irgendwann eine ganz neue Richtung eingeschlagen werden musste (looking at you Supernatural). So hat man seinen Zwischendurchdauerantagonisten und den Endgegner und gipfelt das ganze in ein vier Episoden Serienfinale. Die Serie ist ab 6 Jahren freigegeben, was in manchen Episoden schon sehr fraglich ist. Meine Kinder dürften die Serie wohl mit 6 Jahren noch nicht sehen, gerade das Serienfinale ist streckenweise brutal – andererseits sind die Kinder heutzutage wahrscheinlich ganz andere Sachen gewöhnt. Trotzdem ist der Grundton durchaus an ein jüngeres Publikum gerichtet, auch wenn es auch gut für die Erwachsenen funktioniert.
Grundsätzlich hat mir die erste Staffel besser gefallen, weil hier die Konzentration auf die Einzelabenteuer größer war. In der zweiten Staffel wurde mit Dippers Suche nach dem Autor und einigen weiteren Verstrickungen stark auf das große Finale hingearbeitet. Dennoch wäre die erste Staffel sehr sinnfrei ohne die logische Fortführung der zweiten.

Das Fazit

Willkommen in Gravity Falls ist ein Spaß für die ganze Familie voller Mysterien und Abenteuer mit unglaublich lebensfrohen und realistischen Charakteren.

Willkommen in Gravity Falls ist auf Disney+ im Stream abrufbar

Rückblick auf den Mai 2020

Der Mai ist vorbei, die Kinos sind noch immer geschlossen, daher wird dies nun wieder ein verkürzter Rückblick. Auch im Mai war es größtenteils ruhig bei mir, weswegen ich den Einleitungsteil dann jetzt auch wieder überspringe und einfach gleich zur Sache komme.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Disney Family Sing Along: Gleich zweimal habe ich dieses Disney Corona-Special gesehen, denn es gefiel mir so gut, dass ich es meiner besten Freundin auch noch zeigen musste. Hier wurden Disneystars der verschiedensten Art aufgefordert zu Hause eine musikalische Umsetzung zu filmen. So wurden bekannte Klassiker aus Disneys Filmgeschichte umgesetzt. Qualität variiert zwar stark, doch die Untertitel zum mitsingen, machen es wett.

Titanic – 20 Jahre nach dem Film: Zum Jubiläum seines Welterfolgs hat sich James Cameron an eine Dokumentation gewagt, in der er verschiedene Theorien und Fakten überprüft, die ihn am Mythos Titanic befassten. Zunächst verfolgen wir ihn auf mehreren Tauchfahrten zur Titanic, in der er überprüfen möchte, wie akkurat seine Umsetzungen war. Ein spannender neuer Einblick in mehrere Mysterien, nicht nur für Fans des Films.

Taylor Thomlinson – Quarter-Life Crisis: Im Mai war mal wieder ein Netflix Comedy-Special fällig. Taylor Thomlinson erzählt davon, wie es ist Mitte 20 zu sein. Durchaus eine Comedian, die ich auf dem Schirm behalten werde.

Familie Willoughby: Mutter und Vater Willoughby sind unglaublich verliebt ineinander. Logischerweise sind dabei insgesamt vier Kinder entstanden. Allerdings sind diese ihren Eltern eher lästig und werden komplett vernachlässigt. Wieso sollte man seinen Kindern auch etwas zu essen geben? Also beschließen die Geschwister, dass sie unbedingt Waisen werden wollen und schicken ihre Eltern auf eine mörderische Reise. Ein Animationsfilm an dessen Stil man sich zunächst gewöhnen muss. Er kommt mit einigen erfrischenden Ideen daher, die aber alle nicht für einen Film reichen und daher werden episodenhafte Geschichten zu einem großen Verwoben, was dem Film eindeutig nicht gut tat.

Emo – the Musical: Ethan ist ein Emo und wird nach einem gescheiterten Selbstmordversuch von der Privatschule geschmissen. An seiner neuen Schule wird er zunächst begeistert von den streng Gläubigen aufgenommen, doch als er merkt, dass es eine Emo-Band an der Schule gibt, wird er schnell zum Feindbild der Gläubigen. Als auch noch ein Bandwettbewerb bevorsteht, kochen die Emotionen über. Noch ein Film, den ich im Mai gleich zweimal gesehen habe. Nachdem meine beste Freundin ihn mir voller Begeisterung zeigte, musste mein bester Freund auch gleich dran glauben. Und ja, der Film ist noch viel skurriler als er sich anhört, aber auf gute Weise. Kleine Perle für Musicalfans.

Teen Beach Movie: Brady und McKenzie sind ein Paar und lieben das Surfen. Doch McKenzie will beides aufgeben, um zu ihrer Tante zu ziehen, die eine große schulische Karriere für McKenzie plant. Als diese ein letztes Mal surfen geht, geraten sie und Brady durch einen Sturm in Bradys Lieblingsfilm Wet Side Story. Nun müssen sie einen Ausweg finden. Ja, der Film klingt sehr skuril. Ja, es war ein Disney Channel Original und ist demnach mit sehr wenig Geld produziert worden. Ja, man sieht es dem Film an. Ja, er hat trotzdem Spaß gemacht, aber man darf halt echt nichts erwarten.

Garfunkel & Oates: Trying to be special: Die beiden Comedians Riki Lindhome und Kate Micucci versuchen als Garfunkel & Oates ihr eigenes Netflix-Special zu bekommen. Dafür führen sie in Seattle eine Show auf, bei der sie mit ihren gewagten Liedtexten zu begeistern wissen.

Underwater: Die auf dem Grund des Marianengrabens befindliche Forschungsstation Kepler 822 wird von mehreren Erdbeben erschüttert und stark beschädigt. Eine Gruppe Wissenschaftler versucht nun zu den verbliebenden Rettungskapseln zu kommen. Doch etwas ist erwacht. Ein Thriller tief unten im Meer hat wohl das Potential atmosphärisch gut Ängste zu erzeugen. Dies schafft der Film auch. Auch die Handlung ist rund. Leider hat der Film so gar kein Alleinstellungsmerkmal.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Kim Possible – Staffel 2 (Teenieheldin in weiterhin spannenden Missionen unterwegs, diesmal mit wechselnden Outfits)

The Mandalorian – Staffel 1 (Spannender Star Wars Ableger, der es schafft in wenigen Folgen die Charaktere vorzustellen und zu einem runden Abschluss zu bringen)

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 2 (Witzige Fortsetzung rund um die charmante aufkommende Stand-up Comedians Midge Maisel. Durch episodenhaftigere Erzählweise nochmal deutlich spannender als die erste Staffel)

Friends – Staffel 9 (Die New Yorker Clique versprüht auch in der neunten Staffel noch Spaß und man bangt mit ihnen mit)

Star Trek: Discovery – Staffel 2 (Fühlt sich endlich nach einer richtigen Star Trek Serie an. Das Auftauchen von Captain Pike und das Zusammenschmelzen der Crew zu einer Familie tut der Serie sehr gut)

Foodhacks mit Nadiya Hussain – Staffel 1 (Kurzweilige Kochshow um allerhand Kniffe für das Kochen trotz Vollzeitarbeit und Familie)

Chip und Chap – Staffel 2 (Die Rettungstruppe hat auch in der zweiten Staffel wieder allerhand zu tun)

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 1 (Crimeserie im Australien der 1920er Jahre mit einer etwas ungewöhnlichen Ermittlerin überzeugt durch viel Charme)

Willkommen in Gravity Falls – Staffel 1&2 (Wunderbare Familienserie mit Mysteryanteil und wundertollen Charakteren)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 3.014
Seiten pro Tag: 97 im Durchschnitt
Taschenbuch: 7

Obsidian & Onyx: Die beiden Auftaktbände der fünfteiligen Reihe ließ mich am Anfang eher zweifelnd zurück, entwickelte sich dann jedoch in eine gute Richtung. Zeitweise war es schwer, die Bücher überhaupt aus der Hand zu legen.

Erbarmen: Nach langer Zeit mal wieder ein Krimi. Leider war mir der Ermittler nicht wirklich sympathisch und der Fall wirkte stark gestreckt. Ist wohl einfach wirklich nicht mehr mein Genre.

Am dunklen Fluss: Ruby kann sich nicht mehr an den Tod ihrer Schwester in ihrer Kindheit erinnern. Als sie in das frühere Anwesen reist, findet sie nicht nur ein altes Familiengeheimnis, sondern fängt auch an sich zu erinnern. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln, zu vorhersehbar waren weite Teile. Das Ende konnte mich dann doch noch überraschen, half dem Buch aber nicht mehr.

Someone Else: Die Fortsetzung von Laura Kneidls Someone New. Diesmal geht es um die Nachbarn Auri und Cassie, die schon lange Mitbewohner sind und sich zueinander hingezogen fühlen. Doch das können sie nicht zugeben, das könnte ihre Freundschaft gefährden. Oder? Schöne Fortsetzung mit anderem Schwerpunkt, wenn auch schwächer als der erste Teil. Geschichte wurde an einigen Stellen deutlich gestreckt, was leider zu kleineren Längen führt. Dennoch ein schönes Buch, vor allem durch Kneidls Schreibstil.

Kirschkuchen am Meer: Marie hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater. Doch als auf der Seebestattung ihres Vaters eine geheimnisvolle Frau auftaucht, muss sie mehr erfahren. Der Weg führt nach Norderney, wo sie nicht nur die Frau sucht, sondern auch einige Lebensentscheidungen hinterfragt. Ein neuer sommerlicher Roman von Anne Barns, irgendwo zwischen Trauer, Sommer und Kirschkuchen.

Breathless 1 – Gefährliches Verlangen: Habe ich die Augen verdreht, als dieser Erotikroman mit einem Vertrag anfing? Definitv! Dennoch entwickelt sich die Geschichte weiter und ist definitiv besser als das offensichtliche Vorbild. Ende ist zwar sehr vorhersehbar und die Charaktere bleiben platt, aber für ein sinnliches Lesevergnügen zwischendurch vollkommen ausreichend.

Eine Handvoll Serienkritiken

Ich bin aus meiner Auszeit zurück und hoffe euch nun wieder regelmäßig ein paar Artikel präsentieren zu können. Ob und wann die Kinos wieder öffnen, ist weiterhin nicht final entschieden und daher kommen wir nun wieder zu meinen obligatorischen Überbrückungsbeiträgen. Die Serienkritiken machen hier den Anfang.

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 2

Die Handlung: Miriam „Midge“ Maisel arbeitet weiter an ihrer Karriere als Stand-up-Comedian. Seit ihr Ex-Mann Joel davon Wind bekommen hat, ist es auch um ihre Erneuerung der Ehe vorbei. Dennoch stehen große Abenteuer bevor. Midges Mutter Rose Weismann ist nach Paris abgehauen und Midge muss ihr mit ihrem Vater hinterherreisen, um sie zurückzuholen. Dann steht der Sommer bevor, den die Familie alljährlich in den Catskills verbringt. Und vielleicht gibt es auch für Midge einen neuen Verehrer.

Meine Meinung: Während die erste Staffel ein Warmwerden mit den Charakteren war und vor allem durch die Scheidung von Midge und Joel dominiert wurde, gibt es nun viele kleinere Geschichten, die erzählt werden. Allein die Catskills nehmen drei Folgen ein, was der Serie aber gut tut. Durch den regelmäßigen Tapetenwechsel geht der Serie nicht die Puste aus und gleichzeitig arbeiten alle Folgen weiterhin an Midges Traum. Wir bekommen alte liebgewonnende Charaktere zurück und neue hinzu, die wir genauer betrachten dürfen. Der Witz, aber auch die Spannung, kommen nicht zu kurz. So gesehen eine gelungene Fortführung der Serie. Wobei mir die zweite Staffel noch besser gefiel als die erste.

Star Trek: Discovery – Staffel 2

Die Handlung: Der Krieg mit den Klingonen ist vorbei und die Discovery ist unterwegs nach Vulkan, um ihren neuen Captain zu begrüßen. Unterwegs treffen sie auf die Enterprise mit Captain Pike. Dieser kommt zusammen mit zwei Offizieren an Bord und nimmt das Kommando an sich. Es wurden sieben rätselhafte Signale abgefangen und Pike soll zusammen mit der Besatzung der Discovery diesen nachgehen.

Meine Meinung: Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich die zweite Staffel überhaupt noch sehen mag. Denn die erste hat mir nicht so richtig zugesagt. Die viel zu langgezogene Staffel rund um den Klingonenkrieg hatte zu viele Wendungen und Zwischengeschichten (ich sag nur Spiegeluniversum) um spannend zu bleiben. Dies ändert sich in der zweiten Staffel jedoch vollkommen und mit Captain Pike wird ein cooler neuer/alter Charaktere hinzugefügt, mit dem die Star Trek Formel nun wieder aufgeht. Wir haben durch die Signale zwar eine zusammenhängende Geschichte, aber irgendwo auch Einzelepisoden. Das harmoniert sehr gut zusammen und wird nur mit minimalen kleineren Geschichten gestreckt. Auch die Charaktere harmonieren nun viel mehr miteinander und haben sich zu einer kleinen Familie zusammengerauft. So kommt der typische Charakter der früheren Star Trek Serien wieder durch. Lediglich das Ende stimmt mich wieder nachdenklich, ob die dritte Staffel dann auch wieder so gut funktionieren kann.
PS: Zwischen den beiden Staffeln gibt es vier Kurzfilme. Die sollten vor dem Staffelfinale gesehen werden, sonst versteht man nicht, wo der eine Charakter auf einmal herkommt 😉

Foodhacks mit Nadiya Hussain – Staffel 1

Die Handlung: Die meisten dürften das Problem kennen. Man kommt gestresst von der Arbeit und dann soll man noch für die Familie kochen. Teilweise kommen dann noch Kinder dazu, die ja auch noch bespaßt werden wollen. Nadiya Hussain nimmt sich diesem Problem an und zeigt Rezept mit wenig Aufwand, die man wunderbar vorbereiten kann oder die einfach Zeit sparen. Außerdem begibt sie sich hinter die Kulissen einer Lebensmittel und deren Herstellung.

Meine Meinung: Wunderbar kurzweilige Serie für zwischendurch. Einige interessante Fakten zu Lebensmitteln sind dabei und auch einige Rezepte, die ich vielleicht doch einmal ausprobieren werde. Im großen und ganzen bin ich mir jedoch unsicher, ob die Rezepte wirklich den gewünschten Effekt haben. Denn selbst, wenn ein Essen nur 10 Minuten für die Vorbereitung braucht, finde ich durchschnittlich 40 Minuten im Ofen doch sehr lang. Wenn ich im Schichtsystem von der Spätschicht nach Hause komme, halte ich keine 40 Minuten mehr durch, um auf das Essen zu warten. Auch sind manche Tipps für mich keine Alternative. Zum Beispiel werde ich nicht mit vorgeschälten Kartoffeln aus dem Glas arbeiten. Da plane ich lieber die Schälzeit mit ein. Aber einiges dient dann doch auch einfach zur schönen Inspiration. Freue mich trotz allem auf eine zweite Staffel.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 1

Die Handlung: Phryne Fisher ist Aristokratin und kehrt in den 1920er Jahren nach vielen Jahren in Europa in ihre Heimat Melbourne, Australien zurück. Dort hilft sie bei der Aufklärung eines Mordes mit. Fortan mischt sie sich gerne in die laufenden Ermittlungen bei Mordfällen ein. Detective Inspector Jack Robinson ist davon wenig begeistert, kann Miss Fishers Enthusiasmus aber auch nicht stoppen.

Meine Meinung: Ich präsentiere eine Crimeserie, die in Australien spielt, in den 1920er Jahren und dann noch eine sehr unkonventionelle Ermittlerin hat. Wie bei den meisten Crimeserien, die sich mit dem Fall der Woche befassen, ist es hier vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere, die den Charme der Serie ausmachen. Tatsächlich ist mir Phryne Fisher fast noch am unsympathischsten, was allerdings nicht viel heißt. Spannend ist es jedoch zu beobachten, wie Miss Fisher die Täter überführt, denn die technischen Mittel  waren damals doch eher mau. Neben dem Crimefaktor hat man also auch noch den Historienfaktor, der sich vor allem in faszinierenden Kleidern niederschlägt. Ein Blick lohnt hier auf jeden Fall.

Küchenhelden – Staffel 1

Die Handlung: Kurz gesagt ist es ein Familien-Koch/Back-Duell mit von Disney inspirierten Themen. Fünf Familien mit jeweils vier Familienmitgliedern treten in 10 Runden gegeneinander an. Thema ist jeweils ein Disneyfilm und es wird die Art vorgegeben (Hauptspeise/Dessert/Snack). Am Ende kostet jeweils ein Chefkoch aus Disney World die Gerichte und bestimmt dann den Gewinner.

Meine Meinung: Eigentlich bin ich für Koch- und Backwettbewerbe wenig zu haben. Das große Backen konnte mich für ein oder zwei Staffeln nochmal fesseln, verloren dann aber auch einfach wegen der Länge den Reiz. Bei den Küchenhelden funktioniert das ganz gut, weil jede Folge nur knapp 30 Minuten geht und der Kochprozess daher nicht in die Länge gezogen wird. Die Folgen beginnen mit der Vorstellung des Disneyfilms, um den es geht und die beiden Familien, die in der Runde antreten, dürfen in Disney World die jeweils passende Abteilung besuchen und Inspiration sammeln. Dann geht es ans Kochen/Backen. Dafür gibt es eine Stunde Zeit. Zwischendurch gibt es noch ein Gartenduell, bei dem jeweils zwei Familienmitglieder gegeneinander antreten, während die anderen weiterkochen dürfen. Der Gewinner des Duells bekommt den goldenen Löffel, der der Siegerfamilie einen Vorteil, wie z.B. Extra-Zeit, einbringt. Am Ende wird verkostet. So gesehen eine schöne Serie für Zwischendurch. Die Folgen sind immer Freitags auf Disney+ erschienen und am kommenden Freitag steht das große Finale bevor.

Urlaubsankündigung

Waaas? Gehört diese Shalima etwa auch zu den Verrückten, die sofort bei der kleinsten Lockerung wieder an Urlaub denken?
Nein! Keine Sorge. Ich bleibe in der Social Distance
, nehme aber einen kleinen Tapetenwechsel vor. Solange bleibt es hier vorerst still – ich weiß nicht genau, wie lange – und dann gibt es auch hoffentlich wieder ein paar Beiträge von mir 🙂

Für alle mit Fernweh hier noch schnell ein/zwei Bild(er) von meinem letztjährigem Besuch im Disneyland…

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 10

In Zeiten von Corona mit geschlossenen Kinos, fällt es mir leichter Filme zu Hause doch einmal nachzuholen – wenn ich nicht gerade Serien binge oder meinen SuB abarbeite (der leider eher wächst als schrumpft). Und so kommen wir heute direkt zu einem neuen Teil meiner im Kino verpassten Filme, die ich jedoch nicht vergessen, sondern zu Hause nachgeholt, habe. 

Mit dem Herz durch die Wand

Sie ist Pianistin und zieht in ein neues Appartement. Sie muss viel für ein neues Stück proben, für das sie vorspielen will. Doch ihr Nachbar ist davon wenig begeistert, entwickelt er doch im stillen Puzzle. Nach einem Kleinkrieg versuchen sie sich an einem Kompromiss. Und merken nach und nach ihre Gefühle füreinander, ohne sich je gesehen zu haben. Es beginnt eine Beziehung mit einer Wand zwischen den Liebenden.
Ungewöhnlich an dem Film ist bereits, dass beide Protagonisten keinen Namen haben, sondern sich  immer nur mit Madame und Monsieur anreden. Ansonsten entwickelt sich der kammerspielartige Film sehr ruhig. Von beiden erfährt man nur das, was der jeweils andere durch die Wand mitbekommt. Auch scheinen beide Berufe zu haben, die sie dazu verleiten, viel Zeit in der Wohnung zu verbringen, weswegen sie sich auch gerade ständig auf die Nerven gehen. Und so entsteht ganz nebenbei eine zuckersüße Liebesgeschichte, die darauf basiert, dass sich beide nur hören können und niemals sehen. Wie das funktionieren soll, zeigt dieser Film. Das Liebe auch auf nicht körperlicher Basis entstehen kann. Dabei nimmt er sich relativ viel Zeit, auch wenn der Film mit 92 Minuten normale Spielfilmlänge hat. So muss man schon in der Geschichte versinken, wenn er einem nicht langatmig erscheinen will. Aber wenn man das schafft, dann ist es für den Film ein Leichtes einen zu verzaubern.

Ihre beste Stunde

Catrin Cole lebt zu Zeiten des zweiten Weltkriegs in London. Sie bekommt einen Job im Informationsministerium und wird schnell in die Filmabteilung versetzt. Sie soll dort an Drehbüchern für Kino- und Propagandafilme mitschreiben, damit diese eine weiblichere Note erhalten. So sollen auch Mütter und Frauen angesprochen werden, die Söhne und Männer an der Front haben. Dabei muss sie nicht nur mit schwierigen Schauspielern klar kommen, sondern auch mit vielen Vorurteilen kämpfen.
Ihre beste Stunde vereint Liebesgeschichte, Historienfilm und Blick hinter die Kulissen der Filmbranche in einem und verwebt die einzelnen Bestandteile sehr geschickt. Am Ende fragt man sich zwar, ob es die Liebesgeschichte überhaupt gebraucht hätte – ich würde sagen: nein – aber der Aspekt ist auch nicht störend. So wird der Film von einer starken, aber zurückhaltend spielenden, Gemma Arterton geführt, die gegen die Männerdomäne anspielt. Der Krieg ist allgegenwärtig, aber nie dominant im Bild. So wird der Krieg noch einmal von einer ganz anderen Seite beleuchtet, ohne ihn klein zu spielen. Es zeigt, das es auch abseits von der Front Männer und Frauen gab, die mit allen Mitteln versucht haben, die Laune im Volk hoch zu halten.

Wind River

Wind River ist ein Indianerreservat im verschneiten Wyoming. Als dort die Leiche eines vergewaltigtenn Mädchens gefunden wurde, wird die schlecht ausgestattete Jane Banner vom FBI geschickt. Sie bittet den Wildhüter Cory Lambert um Hilfe.
Wusstet ihr, dass es für jede Bevölkerungsgruppen mit Ausnahme der amerikanischen Ureinwohner eine Vermissten-Statistik in den USA gibt? Darauf weißt der Film am Ende noch einmal hin. Denn Taylor Sheridan will mit seinem Regiedebüt genau darauf hinweisen. Nachdem er zu Sicario und Hell or High Water bereits das Drehbuch schrieb, führte er zu diesem von ihm verfassten Drehbuch auch Regie. Dazu führt er uns ins verschneite Wyoming in das Indianerreservat Wind River. Dort stellt er uns zunächst den Wildhüter Cory Lambert, gespielt von Jeremy Renner, vor. Als Weißer im Reservat wird er als Außenseiter behandelt. Bindeglied ist seine Ex-Frau. Als er die Leiche der besten Freundin seiner ebenfalls ermordeten Tochter im Schnee findet, kommen alte Gefühle und Erinnerungen hoch. Das FBI sendet Jane Banner. Diese ist nicht für die Bedingungen ausgerüstet und bekommt auch keine Unterstützung vom FBI. So bittet sie Cory um Hilfe. Jane ist wirklich an der Aufklärung interessiert, steht aber mit begrenzten Mitteln da und bekommt die Abneigung des Reservats zu spüren, die anscheinend viele schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht haben. So bietet Wind River nicht nur einen spannenden Thriller mit einer ziemlich verstörenden Aufklärung, sondern auch einen Einblick in die Trostlosigkeit ohne reale Zukunftsperspektive in einem Reservat.

Das schönste Mädchen der Welt

Roxy ist vom Internat in England geflogen und muss nun ganz kurzfristig mit auf Klassenfahrt. Sie freundet sich mit Außenseiter Cyril an, der wegen seiner großen Nase gemobbt wird. Dieser hat eine große Leidenschaft zum Rap und tritt heimlich mit goldener Maske auf, da er für seine Nase nicht auch noch dort gehänselt werden will.
Der Film kann mit vielen guten Kritiken aufwarten und wurde mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung ausgezeichnet. Beides kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Denn Das schönste Mädchen der Welt bedient zunächst alle Negativklischees einer Klassenfahrt und inszeniert eine absolute Horrorklasse. Platte Charaktere, noch plattere Witze und eigentlich sollen alle nur brav ihr Klischee erfüllen, damit die absolut vorhersehbare Handlung auf den Punkt kommt. Unterbrochen wird dies von ein paar wenigen Rapbattles, die erstaunlich gut funktionieren. Hinzu kommt, dass Roxy ein absolut wankelmütiger Charakter ist und man so auch keine Sympathien für sie aufbauen kann. Allgemein schafft es kein Charakter, das man ihn auch nur ansatzweise mag und mit ihm mitfühlt.

Little Monsters

Der erfolglose Musiker Dave hat sich in die Grundschullehrerin Miss Caroline seines Neffen verknallt. Um sie zu beeindrucken stimmt er zu die Klasse auf einem Ausflug zu einem Erlebnisbauernhof zu begleiten. Leider kam es in der nahe gelegenen Militärbasis zu einem Zombieausbruch, die schnell den Bauernhof entdecken. Dave und Miss Caroline müssen nun alle Kräfte einsetzen, um alle Kinder in Sicherheit zu bringen, ohne diese zu ängstigen.
Ich bin immer noch kein Fan von Zombiefilmen, wurde aber einmal mehr überredet mir doch einen anzugucken. Und tatsächlich hat mir dieser sogar relativ gut gefallen. Denn hier liegt das Augenmerk weniger auf dem Horroraspekt, sondern vielmehr auf dem komödiantischem. Und mal ganz ehrlich? Eine Lehrerin, die den Kindern auf der Ukulele vorspielt, während sie versuchen an den Zombies vorbeizukommen? Die Ideen waren einfach nur super. Davon, dass der Film in Australien spielt, bekam man leider relativ wenig mit. Also ein Zombiefilm auch für Nicht-Zombie-Fans geeignet.

Eine Handvoll Filme zum Muttertag

Nicht ganz pünktlich und etwas unvorbereitet erscheint von mir dann noch ein Beitrag zum gestrigen Muttertag. Zu meiner Verteidigung: Ich habe an den Muttertag gedacht und mit meiner Schwester ein kleines Geschenk organisiert! Besuche fallen zur Zeit ja leider aus, zumal meine Mutter im Gesundheitswesen an vorderster Front kämpft (hier dürft ihr gerne alle einmal für sie applaudieren). Nun habe ich mich doch relativ spontan entschlossen doch noch einen Beitrag zum Thema Muttertagsfilme zu schreiben und bin einmal im Internet verschiedene Listen zu dem Thema durchgegangen. Was soll ich sagen, ich habe die allerwenigsten davon gesehen (Asche auf mein Haupt). Vielleicht wäre das mal ein Projekt fürs nächste Jahr. Aber so geht es heute um vier Filme, die als Muttertagsfilme empfohlen werden und die ich tatsächlich gesehen habe, plus meinen ganz persönlichen Muttertagsfilm, der mich immer wieder in verschiedene Stadien von Kindheit und Jugend mit meiner Mama zurückversetzen wird. Und schon wieder eine lange Einleitung, na vielleicht wird das demnächst wieder besser 😉

Mamma Mia

Die Handlung: Zu den Klängen von ABBAs Welthits wird hier die Geschichte von Sophie (Amanda Seyfried) erzählt, die mit ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) auf einer kleinen griechischen Insel ein Hotel betreibt. Sie steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Sky (Dominic Cooper). Da sie nicht weiß, wer ihr Vater ist, und laut Tagebuch ihrer Mutter drei Kandidaten in Frage kommen, hat sie kurzum alle drei eingeladen. Chaos ist hier vorprogrammiert.

Meine Meinung: So richtig konnte ich mich für diese Verfilmung nie begeistern. Ich habe inzwischen das Bühnenmusical gesehen und finde es mit ausgebildeten Darstellern einfach viel besser. Denn wer auch immer die Idee hatte, dass Pierce Brosnan singen könnte, lag leider falsch – das sagte er in Interviews sogar selbst, er sagte nur zu, um mit Meryl Streep einen Film drehen zu können. Dennoch ist die Grundhandlung eine schöne Hommage an eine Mutter, die ihrer Tochter beide Elternteile geboten hat. Dennoch blieb natürlich immer die Frage nach der Vaterschaft offen, die auch Sophie gerade zu ihrer Hochzeit beschäftigt hat.

Muttertagsfaktor = 3/5

Merida – Legende der Highlands

Die Handlung: Merida ist die Tochter eines Königs in den Highlands, hält aber nicht viel vom Prinzessinensein. Doch ihre Mutter pocht auf ihren Manieren und auf der Wahl eines Ehemannes. Dies soll ein Sohn der drei verbündeten Clans sein. In einem Bogenschützwettkampf soll herausgefunden werden, wer um Meridas Hand anhalten darf. Bestürzt über diese Wendung schießt sie selbst das beste Ergebnis. Dies führt zu einem großen Streit mit ihrer Mutter, die mit Hilfe einer Hexe ausversehen von Merida in einen Bären verwandelt wird. Nun müssen Mutter und Tochter zusammenarbeiten, um die Mutter zurückzuverwandeln.

Meine Meinung: Grundsätzlich mag ich den Ansatz von Merida, dass sie sich nicht einfach zwangsverheiraten lässt, sondern versucht ihren eigenen Weg zu gehen. Auch das Setting in den Highlands gefällt mir gut. Nur die Geschichte selbst und auch die Protagonistin konnte mich nicht richtig abholen und fesseln. Ich könnte nicht einmal sagen, was mich gestört hat. Für den Muttertag ist es aber ein guter Film, schließlich müssen hier die zerstrittene Mutter und Tochter sich zusammenraufen, um den Zauber zu brechen, der die Mutter in einen Bären verwandelt hat.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bad Moms

Die Handlung: Amy (Mila Kunis) hat Ehemann, zwei Kinder, Haus, Hund und Karriere. Doch dies alles unter einen Hut zu bringen, bringt sie beinahe täglich zur Verzweiflung. Eines Tages hat sie die Nase voll und gründet mit zwei weiteren überforderten Müttern die Bad Moms und hören auf zu versuchen perfekt zu sein. Das passt den perfekten Müttern jedoch gar nicht in den Kram.

Meine Meinung: Hier haben wir doch einmal den perfekten Film für alle Mütter. Bestimmt kennt jede berufstätige Mutter das Gefühl der völligen Überforderung zwischen Karriere und Fürsorge für die Kinder. Man will es allen recht machen und bleibt dabei am Ende selbst auf der Strecke. Hier wird der Spieß irgendwann umgedreht und die Bad Moms lassen die Sau raus – bzw. kaufen einfach Gebäck für den Schulbasar, statt vegane, gluten-, laktose- und zuckerfreie Kekse zu backen. Hier steht die Frage nach den Qualitäten einer guten Mutter im Vordergrund. Das ganze wird als rasante Komödie verpackt, wodurch der Spaßfaktor sehr hoch ist. Ein Film für alle Mütter, nur die Beziehung zu den Kindern wird ein wenig halbherzig behandelt.

Muttertagsfaktor = 3/5

Lady Bird

Die Handlung: Christine McPherson (Saoirse Ronan) möchte lieber Lady Bird genannt werden. Sie wächst in einer armen Familie auf, träumt aber von größerem. Dadurch gerät sie oft mit ihrer Mutter (Laurie Metcalf) aneinander, die denkt, dass sich Lady Bird für sie schämt.

Meine Meinung: Greta Gerwigs Regiedebüt bringt uns eine liebevolle Coming-of-Age Geschichte einer rebellischen Tochter, die sich zu größerem bestimmt sieht und indirekt ihrer Mutter Vorwürfe für die ärmlichen Verhältnisse macht. Das diese sich in vielen Doppelschichten abschuftet, wird ignoriert. Dabei sind es gerade die Dialoge zwischen Mutter und Tochter, die selten liebevoll sind, die das Dilemma von beiden gut durchleuchten. Wir haben hier nicht unbedingt einen gute Laune Film, aber dafür einen herzlichen und realitätsnahen.

Muttertagsfaktor = 4/5

Bernhard und Bianca – die Mäusepolizei

Die Handlung: Die Rettungshilfsverinigung der Mäuse findet die Flaschenpost der Waisin Penny, die von der verrückten Medusa in die Teufelssümpfe entführt wurde, um dort in einer alten Piratenhöhle nach einem wertvollen Diamanten zu suchen. Die ungarische Abgeordnete Bianca meldet sich freiwillig, um Penny zu helfen und wird auf eigenen Wunsch vom Hausmeister Bernhard begleitet, der eigentlich wenig Sinn für Abenteuer hat.

Meine Meinung: Wie oben erwähnt, handelt es sich hierbei nicht um einen klassischen Muttertagsfilm, sondern um meinen ganz persönlichen. Es handelt sich um den Disneyklassiker, den meine Mama und ich lieben und auch gerne jetzt noch zusammen sehen. Mit etwas Mühe könnte man noch das Muttertagsthema reininterpretieren. Immerhin ist Penny Waisin und wünscht sich nichts mehr als eine Familie, die sie adoptiert. Als dann Medusa ihr ein Zuhause anbietet, stimmt sie schließlich ein, findet hier aber nicht die fürsorgliche Mutterfigur, sondern eine böse Frau, die sie nur benutzt. So sind in diesem Film Tränen vorprogrammiert. Entweder aus Trauer über Pennys Schicksal oder aber vor Lachen, wenn die Stadtmäuse auf die Bewohner der Sümpfe treffen.

Muttertagsfaktor = (zumindest für mich) 5/5

 

Eine Dekade Serien – Meine Top 25 der letzten 10 Jahre

Nachdem ich meinen filmischen Dekadenüberblick nun durch habe, habe ich überlegt, ob man ein Dekadenende auch noch aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann. Und natürlich gibt es neben den vielen guten Filmen, die wir in der letzten Dekade betrachten durften, auch viele Serien. Gerade in der Zeit von Netflix, Prime und Co. werden immer mehr Serien, aber auch qualitativ immer hochwertigere Serien produziert. Doch während der Filmliebhaber es natürlich nicht schaffen kann, alle neuen Filme zu sehen, so schafft es der Serienjunkie erst recht nicht, alle neu anlaufenden Serien zu schauen, geschweige denn alle neuen Staffeln sofort zu sichten. Dennoch habe ich mir mal die Mühe gemacht und habe mich mit meinen gesehenen Serien beschäftigt.

Meine Liste erschien auf Basis von der Wikipedia-Übersicht der Serien der letzten 10 Jahre (2010-2019). Basis hierfür ist, dass von der Serie mindestens eine Staffel in diesem Zeitraum erschienen ist. Am Ende merkte ich, dass die Liste leider nicht ganz vollständig ist, gerade eher kleinere Netflix Originals tauchten nicht auf. Dennoch hoffe ich, dass ich so eine recht vollständige Liste meiner gesehenen Serien zusammentragen konnte. Für die Erstellung meiner Top 25 kamen zwei weitere Regeln dazu:
1. Ich musste mindestens eine vollständige Staffel gesehen haben, abgebrochene Serien unter einer Staffel fielen raus, ebenso Serien, die ich gerade neu angefangen habe und daher noch keine vollständige Staffel sehen konnte. (Aktuell fallen dadurch 17 Serien aus der Statistik)
2. Wenn Serien in den 2000er Jahren angefangen haben und spätere Staffeln in die 2010er hineinreichen, dann zählen die nur, wenn ich mindestens eine Staffel, die ab 2010 erschien gesehen haben. Beispiel: Dr. House habe ich bis Staffel 6 verfolgt. Diese sind aber alle bis 2009 erschienen. Erst die beiden finalen Staffeln sind ab 2010 erschienen. Daher ist die Serie nicht auf meiner Liste. (Aktuell fallen dadurch 9 Serien aus der Statistik)

Ich komme damit für diesen Zeitraum auf 101 gesehener Serien mit mindestens einer Staffel. Insgesamt habe ich 294+2 (1 Specialfolge in Spielfilmlänge und eine kurze Sonderstaffel) Staffeln dieser Serien gesehen.

So nachdem es nun doch eine ziemlich lange Einleitung wurde, kommt hier nun endlich meine Top 25 der Serien, die bei mir von 2010-2019 liefen.

Platz 25: The Marvelous Mrs. Maisel & Peaky Blinders

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 2 (Mrs. Maisel) / 5 (Peaky Blinders)
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Den 25. Platz teilen sich zwei Serien, weil ich mich nicht für eine von beiden entscheiden konnte.

Mrs. Maisel: Miriam „Midge“ Maisel lebt in den 1950er Jahren in New York City. Sie ist Jüdin, Hausfrau und Mutter. Ihr Mann Joel strebt eine Karriere als Comedian an. Leider ist er nicht besonders gut. Nach einer Affäre verlässt er Midge, die daraufhin betrunken das erste Mal selbst auftritt. Da die Menge begeistert ist, versucht sie es von nun an trotz aller Steine im Weg selbst auf der Karriereleiter. – Witzige, spannende, dramatische und einfühlsame Serie über eine unvergleichliche Frau.

Peaky Blinders: 1919 kommt die kriminelle Gang der Peaky Blinders unter der Leitung von Tommy Shelby in Birmingham zu einer großen Waffenlieferung. Mit diesem Druckmittel erkämpfen sie sich stetig einen Weg in das legale Wettgeschäft und gehen Notfalls über Leichen. – Packende Gangsterserie mit einem Hauch Traumaverarbeitung nach dem ersten Weltkrieg.

Platz 24: Doctor Who

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 7
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 6

Der Doktor ist ein Timelord, der mit seiner TARDIS, in Form einer Polizeizelle, durch Zeit und Raum reisen kann. Dabei wird er (ab Staffel 11: sie) von ganz normalen Menschen begleitet. Zusammen erleben sie eine Menge Abenteuer. – Die seit längstem existierende Serie (Erste Staffel mit dem ersten Doktor lief 1963) kann durch Witz, Spannung und einer Menge Abenteuerlust überzeugen. An verschiedene Darsteller und Eigenheiten muss man sich immer wieder neu gewöhnen.

Platz 23: Sense 8

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 2+1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 2+1

Acht Menschen, in acht verschiedenen Ländern, auf vier verschiedenen Kontinenten werden zeitgleich miteinander verbunden. Sie können nun mit den anderen gedanklich kommunizieren oder deren Körper übernehmen. Durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften ergänzen sie sich. Doch die BPO, eine geheime Einrichtung, versuchen sie zu jagen und zu vernichten. Ein Überlebenskampf beginnt. – Sense 8 überzeugt neben Handlung, Dramaturgie, Spannungsaufbau und Darstellern vor allem noch durch eine weitere Sache. Ihre Weltoffenheit.

Platz 22: Lucifer

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 4
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 4

Der Höllenfürst Lucifer ist gelangweilt und gibt seinen Thron in der Hölle auf, um auf der Erde einen Nachtclub zu eröffnen. Als er auf Detective Chloe Decker trifft, faszniniert sie ihn so sehr, dass er ihr fortan bei de Ermittlungen auf seine ganz eigene Art hilft. Doch nicht alle in Himmel und Hölle sind begeistert von seinem Weggang. – Mischung aus Fantasy, Drama und Crime vereint in einer sympathischen Serie mit tollen Charakteren, die man nicht so leicht vergisst. Fällt ab Staffel 3 leider stark ab, weswegen es keine höhere Platzierung gab.

Platz 21: Sherlock

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 4
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 4

Der Militärarzt John Watson kehrt aus dem Afghanistan-Krieg am Stock gehend zurück. In London ist er auf der Suche nach einer WG und trifft auf den exzentrischen Sherlock Holmes, der sich als beratender Detektiv beim New Scotland Yard einen Namen macht. – Faszinierende Neuinterpretation der Werke Sir Arthur Conan Doyles im London der heutigen Zeit. Markenzeichen sind kurze Staffeln mit Folgen in Spielfilmlänge, die leider ab Staffel drei immer weiter ausschweifen und nicht mehr an den Charme der ersten Staffeln rankommen.

Platz 20: The Umbrella Academy

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

43 Kinder werden am gleichen Tag unter merkwürdigen Umständen geboren. Der exzentrische Milliardär Reginald Hargreeves „erwirbt“ sieben von ihnen. Sie bekommen alle nur eine Nummer als Namen und werden von Kindesbeinen an darauf trainiert Verbrechen zu bekämpfen. Dabei helfen Ihnen verschiedene spezielle Fähigkeiten. Nach jahrelangem getrennt sein, bringt sie erst der Tod ihres Ziehvaters wieder zusammen. – The Umbrella Academy ist eine gute Serie für alle, die entweder bereits auf Superheldenserien stehen oder die mit dem bisherigen Material noch nichts anfangen konnten. Der gute Misch aus Spannung und Witz mit den verschiedensten Charakteren bietet Platz für viele Geschmäcker.

Platz 19: Castle

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 7
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 7

Richard Castle ist Krimiautor. Als ein Mörder Fälle aus seinen Büchern kopiert, assistiert er Detective Kate Beckett bei der Aufklärung. Einmal Blut geleckt, nutzt er seine Kontakte zum Bürgermeister, um dauerhaft bei den Ermittlungen dabei zu sein und so neue Inspiration für seine Fälle bekommt. – Eine Crimeserie mit etwas anderer Prämisse, wodurch Spannung und Humor gut harmonieren. Einzig das persönliche Drama in den letzten Staffeln stört etwas.

Platz 18: Barry

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 2
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Barry war Soldat und ist nun Profikiller. Bei einem Auftrag in Los Angeles trifft er auf die Schauspielschule von Gene Cousineau. Fortan ist es sein großer Traum Schauspieler zu werden, mit dem Hindernis, dass er nicht besonders gut ist. Nebenbei versucht er seinen Auftrag der tschetschenischen Mafia auszuführen. – Skurile Geschichte, aber mit viel Herz und einem guten Sinn für Humor.

Platz 17: Batwoman

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Kate Kane, die Cousine von Bruce Wayne alias Batman, kehrt nach Gotham zurück. Das Batsignal soll ausgeschaltet werden, nachdem es drei Jahre ohne Reaktion von Batman lief. Kates Vater hat eine Sicherheitsfirma, die für das Event verantwortlich ist. Während Dabei gibt es einen Überfall von Alice und ihren Wunderländern. Kate versucht als Batwoman Alice zu Fall zu bringen und muss dabei feststellen, dass sie sich erstaunlich gut kennen. – Neue Hoffnung am DC-Superheldenhimmel. Toughe Frau, subtiler Humor, starke Action.

Platz 16: Leverage

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 5
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 5

Eine Diebin, ein Hacker, ein „Mann fürs Grobe“, eine Trickbetrügerin und ein „Mastermind/Thinker“ bilden das Team von Leverage. Nachdem ein erster Fall sie aus Zufall zusammenführte, setzen sie sich fortan für Unterdrückte ein und sind so eine Art moderne Robin Hoods. – Pläne schmieden, scheitern, neuen Plan schmieden. So lautet das Grundkonzept jeder Folge. Gerade die unvergleichlichen Charaktere und das etwas andere Crimesetting macht Leverage zu einem dauerhaften Sehvergnügen.

Platz 15: Almost Human

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

In einer nicht all zu weiten Zukunft steht die Polizei vor weiter entwickelter Technologie, die die Verbrechensaufklärung behindern. Dadurch wurden Androiden geschaffen, die die menschlichen Cops unterstützen sollen. John Kennex ist von der Entwicklung wenig begeistert und bekommt daher ein ausgemustertes Modell zugewiesen. Dorian kann Emotionen empfinden, ist dafür aber empfindlicher für mentale Zusammenbrüche. Nun müssen sich beide zusammenraffen, um die Fälle zu lösen. – Science fiction Crime mit einem sehr ungleichen Paar.

Platz 14: The Night Manager

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Jonathan Pine arbeitet als Nachtmanager in einem Nobelhotel in Kairo zur Zeit des arabischen Frühlings 2011. Dort wird seine Geliebte getötet, die in Verbindung zu einer mächtigen Familie stand. Jahre später trifft er auf den Mann, der die Ermordung vielleicht angeordnet hat: Richard Roper. Er wendet sich an Angela Burr, die eine kleine Konkurrenzabteilung des MI6 führt, und lässt sich in Ropers Organisation einschleusen, um Informationen zu bekommen. – Spannende Agentenminiserie und Buchverfilmung mit großartigem Cast um Tom Hiddlestone und Hugh Laurie.

Platz 13: Violet Evergarden

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Die ausgebildete Soldatin Violet sucht nach Kriegsende eine neue Aufgabe. Als Autonome Korrespondenz-Assistentin, kurz Akora, ist es ihre Aufgabe Briefe und Dokumente zu schreiben für Personen, die nicht schreiben können oder wollen. Dabei lernt sie einiges über Liebe und Freundschaft, muss sich aber auch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander setzen. – Emotionale Animeserie, die auch nicht Animefans begeistern kann.

Platz 12: The Crown

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 3
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 3

Die Serie befasst sich mit dem Leben und Wirken von Queen Elisabeth II. Von ihrer Hochzeit mit Philip, über ihre Krönung wird episodenartig die Geschehnísse an Hof erzählt. Darüber hinaus werden auch andere politische Wirrungen erzählt. Jede Staffel befasst sich mit ca. 10 Jahren Regentschaft. – Irgendwo zwischen Historiendrama und Historienseifenoper bewegt sich The Crown in hochwertigen Settings, mit hochwertigen Kostümen, grandiosen Schauspielern und auf den Punkt gebrachtem Drehbuch und hat so für viele Geschmäcker etwas zu bieten. Alles mit nötigem Respekt vor der Krone.

Platz 11: Game of Thrones

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 8
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 8

Der Kontinent Westeros ist in sieben Königslande unterteilt, die nach der Rebellion von König Robert regiert wird. Dieser bittet seinen alten Freund Ned Stark aus dem Norden ihn als Hand zu dienen. Neben Intrigen am Hofe, Unruhe im Land und den Aufstieg der ehemaligen Prinzessin auf dem Nachbarkontinent Essos, wird es zu einem Krieg kommen. Denn wer das Spiel der Throne spielt, siegt oder stirbt. – Die unbarmherzige Serienverfilmung des Fantasyklassikers von George Martin ist wohl kaum so kurz zusammenzufassen, man muss sie gesehen haben. Auch wenn die letzte Staffel den Hass aller Fans auf sich zog, darf diese Serie wohl in keinem Serienranking der letzten Jahre fehlen.

Platz 10: Downton Abbey

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 6
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 6

Downton Abbey ist ein Herrschaftssitz in Yorkshire. Dort lebt die Familie Crawley mit ihren Angestellten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es werden historische Ereignisse, wie der Untergang der Titanic und der erste Weltkrieg, politische Umbrüche, wie Frauenwahlrecht und die erste Labour-Partei, sowie persönliche Schicksale behandelt. – Eine Serie, dessen Charaktere sich tief in den Herzen der Zuschauer ansiedeln, Hass hervorrufen können und durch detailgetreue Darstellung und gut pointiertem Drehbuch hervorsticht.

Platz 9: Forever

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Dr. Henry Morgan ist ein exellenter Pathologe, weswegen er sich dem Team von Detectiv Jo Martinez anschließt. Doch Henry hat ein Geheimnis. Er kann nicht sterben. Also er kann schon umgebracht werden, aber statt zu sterben, taucht er im nächsten größeren Gewässer auf und ist dabei splitternackt. Da das Ganze bereits seit 200 Jahren so geht, hat er eine Menge Erfahrungen bei seiner Arbeit gesammelt und erlebt. – Spannende Kriminalfälle treffen auf Unsterblichen und das (fast) ohne die typischen Klischees. Die Verwebung von beiden Handlungsteilen ergeben eine einzigartige Mischung.

Platz 8: Rick und Morty

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 3
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 3

Morty lebt mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester zusammen. Mit im Haus lebt sein Grandpa Rick, der ihn immer wieder mitnimmt zu den seltsamesten Abenteuer in verschiedenste Galaxien. Dabei überrascht Rick immer wieder durch neue Erfindungen. – Die wohl abgefahrenste Animationsserie überhaupt mit schrägen Charakteren und Dialogen und genug popkulturellen Anspielungen für jeden.

Platz 7: Vicious

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Freddie und Stuart (gespielt von Ian McKellan und Derec Jacobi!) sind seit 50 Jahren ein Paar. In einer Hassliebe leben sie ihren Alltag, bis der junge Ash nebenan einzieht und das Leben der beiden etwas aus den Fugen gerät. – Britischer schwarzer Humor wird hier absolut auf den Punkt gebracht und mit zwei genialen Charakteren von zwei genialen Schauspielern sehr schön umgesetzt. Leider in Deutschland wenig beachtet, kaum ausgestrahlt und nicht vollständig synchronisiert.

Platz 6: Modern Family

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 10
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 9

Die moderne Familie ist Jay Pritchett mit seiner neuen – und deutlich jüngeren – Frau Gloria und deren Sohn Manny, sowie Jays erwachsene Kinder aus erster Ehe Claire und Mitchell. Claire ist verheiratet mit Phil und sie haben drei Kinder Hailey, Alex und Luke. Mitchell lebt in einer Partnerschaft mit Cameron, die in Asien ihre Tochter Lily adoptiert haben. – Eine der besten Sitcoms der letzten Jahre ist wohl Modern Family. Allein aus der Grundkonstellation ergeben sich genug Reibungspunkte. Im Mockumentary gedrehtem Stil kommt noch ein schönes Stilelement dazu. Einfach nur ansehen!

Platz 5: Elementary

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 7
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 6

Sherlock Holmes ist von London nach New York gezogen. Nach einem Entzug und im weiteren Kampf mit seiner Drogensucht, bekommt er die Suchttherapeutin Joan Watson an die Seite gestellt. Da Sherlock sich durch unglaubliche kombinatorische Fähigkeiten auszeichnet, steht er dem NYPD als unbezahlter Berater zur Verfügung und nimmt auch privat ermittlerische Fälle an.- Eine sehr lose Adaption der Sherlock Holmes Geschichten, in denen sich eher lose an den Charakteren orientiert wird, dadurch aber viel mehr Spielraum für Neues bietet. Geniales Zusammenspiel der Charaktere, gespickt mit dem Mordfall der Woche und dennoch ist auch Platz für das Zwischenmenschliche ohne in altbekannte Klischees zu verfallen.

Platz 4: Chernobyl

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Im April 1986 gibt es eine Explosion im Block 4 des Kernkraftwerkes Tschernobyl. Die Diensthabenden Mitarbeiter sind völlig überfordert und der Leitende Mitarbeiter Djatlow spielt das Geschehene herunter. Der Reaktor liegt tagelang frei, bis Gorbatschow  den Politiker Schtscherbina und den Wissenschaftler Legassow zum Geschehensort schickt, die von nun an versuchen das Schlimmste zu verhindern. – Chernobyl ist eine qualitativ hochwertige Serie, die in nur fünf Folgen eine komplexe Katastrophe aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und bis zum Ende spannend bleibt.

Platz 3: Grace und Frankie

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 6
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 6

Grace und Robert Hanson, sowie Frankie und Sol Bergstein sind beide seit vielen Jahren verheiratet und Robert und Sol haben eine gemeinsame Anwaltskanzlei. Nun steht der Ruhestand bevor, doch beide Männer möchten diesen lieber zusammen verbringen, da sie seit 20 Jahren eine heimliche Beziehung haben. Widerwillig ziehen die beiden Frauen nun in das gemeinsame Strandhaus der Paare. Doch während Grace eine starke Businessfrau ist, ist Frankie eine Esoterik liebende Hippiefrau. Dennoch entsteht eine ganz besondere Freundschaft zwischen den beiden. – Charmante und durchgedrehte Charaktere treffen auf Beziehungsdrama und auf die üblichen Altersprobleme. Eine absolut liebevolle Serie, die aus dem Alltagsbrei heraussticht.

Platz 2: Good Omens

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 1
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 1

Der Engel Erziraphael und der Dämon Crowley leben beide auf der Erde und begegnen sich ab Garten Eden immer wieder in der Menschheitsgeschichte. Seit Crowley damit betraut wurde den Antichristen auf die Erde zu bringen, arbeiten enger zusammen, um die Apokylpse zu verhindern. 5 Tage vor eben dieser, müssen sie jedoch feststellen, dass sie all die Jahre den falschen Jungen bewacht haben. – Good Omes ist eine unglaubliche Serie mit guten Cast, lockerer Handlung mit dem gewissen Zwinkern, Fantasy- und Komödieneinflüssen und bringt einen einfach regelmäßig zum Schmunzeln.

Platz 1: Queer Eye

In Deutschland in der letzten Dekade erschienene Staffeln: 4+1 (+1=We’re in Japan)
In der letzten Dekade von mir gesehene Staffeln: 4+1

Die Fab 5 sind Antoni, Tan, Karamo, Bobby und Jonathan. Sie sind alle schwul und haben jede Woche die gleiche Aufgabe. Sie reisen zu unterschiedlichen Menschen in Georgia, verbringen eine Woche mit ihnen und helfen ihnen wieder in Form zu kommen. Dazu gehört zum einen den Kleiderschrank auszumisten und die Körperpflege voranzutreiben, aber auch die Wohnung neu zu gestalten, das Kochverhalten zu überprüfen und die kulturellen und sozialen Kontakte zu überprüfen. – Queer Eye ist eine Serie, der man durchaus eine Chance geben kann, auch wenn man überhaupt kein Fan von Reality-TV ist. Durch die quirlige Art der Fab 5, baut sich eine Menge guter Laune auf, die auch an schweren Tagen einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.