Neulich in der Sneak: Anna

Ein Vorwort

Ein Agententhriller, der sich mit dem russischen KGB befasst, bekamen wir bereits im letzten Jahr mit einer stark spielenden Jennifer Lawrence in der Hauptrolle zu sehen. Red Sparrow war brutal und ehrlich und beschönigte nichts. Nun versucht sich Regisseur Luc Besson, bekannt für Leon – der Profi, aber auch Lucy und zuletzt der missglückte Valerian, erneut an dem Stoff. Mit Sasha Luss als Anna hat er zumindest eine Russin als Protagonistin gecastet. Ob auch das übrige Konzept aufgeht, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Anna Poliatova (Sasha Luss) wird als Modell rekrutiert und reist nach Paris, um dort ihre Karriere zu starten. Nachdem sie jedoch einen ihrer Chefs erschießt, erfährt man in einer Rückblende, dass sie eigentlich als Agentin für den KGB ausgebildet wurde. Die Tarnung als Modell erlaubt ihr jedoch unerkannt durch Paris zu morden. Doch Anna verfolgt auch heimlich ihr eigenes Ziel, ihren größten Herzenswunsch.

Meine Meinung

Die Castingliste von Anna liest sich im Vorhinein schon einmal sehr gut. Mit Sasha Luss, einem russischen Modell, hat man eine glaubhafte Protagonistin gefunden. Mit an ihrer Seite spielen Luke Evans, Cillian Murphy und eine wie immer großartige Helen Mirren. Mit dieser Castingliste hatte Newcomerin Sasha Luss es nicht einfach, um sich durchzusetzen. Hatte sie doch bisher nur eine kleine Rolle in Bessons letztem Film Valerian – Stadt der tausend Planeten. Dennoch schafft sie es sich durchaus durchzusetzen, auch wenn an den mimischen Feinheiten natürlich noch gefeilt werden kann.
Anna ist ein Film, der handlungstechnisch im Prinzip absolut rund erzählt wird, jedoch tatsächlich nur beim ersten Mal sehen funktioniert. Denn die Handlung wird nicht stringent erzählt, sondern immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, die das bisher erzählte einem ganz neuen Blickwinkel geben. Sobald man aber weiß, was vorher passiert ist, entfällt beim zweiten Mal sehen jeglicher Überraschungseffekt. Besson übertreibt dieses Prinzip leider ab einem gewissen Punkt auch, so dass die Anzeige „3 Monate zuvor“ fast schon wie ein Running Gag wirkt. Dies nimmt dem Film vieles seiner Ernsthaftigkeit. Abgesehen davon handelt es sich aber um einen spannenden Agententhriller, der keine Kompromisse eingeht. Hier weiß man tatsächlich selten, was die einzelnen Charaktere denken oder gerade planen. Andererseits wirken die Motive der beiden Herren (Evans & Murphy) sehr eindimensional. Zum einen wollen sie beide ihr jeweiliges Land verteidigen, andererseits wirkt Anna einen gewissen Charme auf sie aus. Dahingegen weiß man bei den beiden Damen (Luss & Mirren) selten, was sie genau mit ihren Taten bezwecken. Somit haben wir hier auch einen Film mit zwei starken weiblichen Charakteren.
Letztendlich macht Luc Besson mit seinem neusten Werk sehr viel richtig. Er ist gut choreographiert, spannend, und mit guten Schauspielern für starke Charaktere bestückt. Was ihm fehlt ist die konsequente Erzählung. Denn das Zerpflücken der Handlung mit ständigen Rückblenden nimmt dem Film Ernsthaftigkeit und Spannung.

Das Fazit

Anna ist ein interessanter Film mit guten Darstellern, Hanndlung voller Wendungen und gutem Szenenbild und Choreographien. Dennoch kostet ihm die Rückblendenerzählung einige Pluspunkte. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Traumfabrik

Ein Vorwort

Meine Meinung zum deutschen Film habe ich wohl mehr als oft genug in einem Vorwort niedergeschrieben. Daran ändert sich wohl auch nicht, dass Till Schweiger Teile seines neuen Films bei mir im Umland dreht. Diesmal geht es aber zurück in die Traumfabrik nach Babelsberg, in der die goldenen Filme früherer Zeiten gedreht wurden. Damals als deutscher Film noch für Qualität stand. Was nun der Film darüber kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Emil Hellberg (Dennis Mojen) gerät auf der Suche nach einem Job in die DEFA-Studios Babelsberg. Dort verliebt er sich Hals über Kopf in die Tänzerin Milou (Emilia Schürle). Als diese durch die innerberlinische Grenze nicht zu ihrem ersten Date kommen kann, beschließt Emil einen Film für sie zu schreiben, damit sie zu den Dreharbeiten in die DDR kommen muss. Doch wie organisiert ein Niemand ein so großes Projekt?

Meine Meinung

Traumfabrik ist ein Film, bei dem man am Ende immer noch nicht so richtig weiß, woran man ist. Denn zum einen schafft er es eine träumerische Geschichte zu erzählen, die im passenden Setting der Traumfabrik Babelsberg angesiedelt ist. Diese mischt sich mit den ernsten geschichtlichen Begebenheiten mit der Teilung Deutschlands und der Dichtmachung der Grenzen seitens der DDR. Dieser Kontrast ist dem Film sehr gut gelungen. Auch die Liebesgeschichte an sich, ist zwar sehr kitschig gehalten, aber eben doch ein absolutes Produkt einer Traumfabrik. Auch der Kontrast zwischen der Meinung des strengen Direktors und der Parteimitglieder bietet eine Menge Potential zum Lachen. Warum der Film dennoch nicht so richtig funktioniert, oder zumindest nicht so gut, wie er gekonnt hätte, liegt zum einen daran, dass er an vielen Stellen zu dick aufträgt. Die Diva, der Macho, der Träumer, der Realist, die Träumerin. Alles Charaktere, die auftauchen. Aber der Träumer träumt nicht einfach nur, nein er stellt gleich ein absolut unmögliches Projekt auf die Beine. Die Diva ist nicht einfach nur divenhaft, sie ist absolut arrogant und unsympathisch. Das wirkt schnell alles sehr überzeichnet und entspricht auch nicht mehr dem verzeihlichen übertriebenem.
Der größte Haken sind jedoch die beiden Hauptdarsteller. Während Emilia Schürle sich nicht so ganz entscheiden kann und zwischen Over- und Underacting hin und her springt, hat Dennis Mojen die Schauspielerei anscheinend von Anfang an ganz aufgegeben. Egal, ob emotionale Szene, spannende, packende, er hat immer den gleichen Gesichtsausdruck. Hier hat die deutsche Schauspielszene doch bestimmt mehr zu bieten, auch wenn man nicht die Standartschauspieler (M’Barek, Uhlmann oder Niewöhner) beauftragen wollte. Besonders deutlich wird dies, wenn Mojen einem Heiner Lauterbach gegenüber sitzt, der auf gewohntem Niveau den Traumfabrikdirektor gibt.
Letztendlich bleibt jedoch ein Film zum Träumen übrig, der jedoch weit mehr Potential hat. So hat man hier wieder einen deutschen Film, der im Grundsatz vieles richtig macht, am Ende aber doch nicht den Absprung zu einem wirklich guten Film schafft.

Das Fazit

Traumfabrik lädt zum träumen und schwärmen ein, scheitert dann aber an überzeichneten Charakteren und einem fehlbesetzten Protagonisten. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Traumfabrik läuft seit dem 04.07.2019 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den Juni

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Bevor ihr fragt: Ja, ich war wieder einmal in der Weltgeschichte unterwegs. Diesmal allerdings dienstlich, weswegen mein Rückblick wieder später als gewohnt erscheint. Meine Dienstreise hat mich diesmal auf ein Flusskreuzfahrtschiff verschlagen, mit dem ich quer über die Donau geschippert bin. Wenn ihr einmal eine Reiseart sucht, bei der man komplett entschleunigen kann und trotzdem ein Highlight nach dem nächsten hat: Flusskreuzfahrt! Aber nun soll es ohne weiteres Vorgeplänkel direkt zu meinem medialen Rückblick auf den Juni kommen. (Oh, nebendran noch ein Foto von Budapest!)

20190622_211432Okay, ein bisschen habe ich doch noch zu erzählen. Denn im Juni war ich nicht nur auf Kreuzfahrt mit der AIDA und habe mir die schönsten Stellen der Ostsee angesehen, sondern durfte auch eines meiner Jahreshighlighs erleben (und ja, ich weiß jetzt schon, dass es dazugehört!). Denn im Juni war ich endlich auf einem Rammsteinkonzert und durfte damit einer meiner Lieblingsbands im Olympiastadion live erleben! Und ja live sieht man zwar relativ wenig, da Rammstein sich weigert Leinwände einzusetzen, aber dafür geht die Musik noch mehr unter die Haut als ohnehin schon. Okay, jetzt geht es aber wirklich um den medialen Rückblick 😉

Neulich in der Sneak

Brightburn – Son of Darkness: ist ein qualitativ hochwertiger Horrorfilm mit einer interessanten Grundhandlung, der an zwei Stellen abdriftet und sich damit einiges verbaut.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Rocketman: ist ein Musikerbiopic, das eher als Musical inszeniert wurde, was dem Film aber sehr gut tut. Zusammen mit einem fantastischen Hauptdarsteller kommt ein runder Film heraus.

Godzilla 2 – King of the Monsters: Hier bekommt der Zuschauer so ziemlich das, was er erwarten darf. Schwächen in der Handlung sind verzeihbar, da diese in einem Film mit solch großangelegten Kämpfen nicht das Hauptaugenmerk ist.

Pets 2: Diesmal mehr als Episodenfilm angelegt, hat Pets 2 gute Einfälle und auch lustige Szenen, schafft es aber nicht einen durchgehend interessanten Film zu machen. Dennoch hat er sich im Vergleich zum ersten Teil gut gesteigert.

X-Men – Dark Phoenix: ist nicht die ersehnte Fortsetzung nach einem miserablen Apokalypse, sondern leider einfallslos, lahm und in der Hauptrolle schlecht besetzt. Der einzig interessante Satz im Film kam von Jennifer Lawrence Charakter, die eine Umbenennung der X-Men fordert, nachdem die Frauen einen Großteil der Arbeit beitragen. Ob wir das Franchise nun final beerdigen dürfen, wird sich zeigen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Das Königreich der Katzen: Mein Lebensgefährte hatte einmal wieder Lust auf einen Anime. Heraus kam ein ein supersüßer Film, der ein Schulmädchen ins Königreich der Katzen verschlägt, um dort den Prinzen zu heilen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Drei Schritte zu dir: Krankenhausliebesdrama. Gibt es das so als Genre? Egal, der Film sieht nach einem guten Film aus für einen Abend mit Tränen und Lachen und großem Eisbecher.

Tolkien: Das Biopic über Herr der Ringe Autor J.R.R. Tolkien. Soll sich zwar sehr an der Liebesgeschichte orientieren, aber dennoch reizt mich der Film sehr.

Knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: TKKG, Zwischen den Zeilen, The Dead don’t die und Long Shot

Serien – ein kurzer Überblick

Der Juni war ein guter Serienmonat. Es gab endlich die fünfte Staffel von Grace & Frankie. Auch wenn die Serie langsam ihren Zenit überschritten hat, hatte sie doch zwischendurch wieder ihre gewohnt guten Einfälle. Dann gab es mit Chernobyl und Good Omens gleich zwei Miniserien, die mich absolut mitreißen konnten. Große Weiterempfehlung auch nochmal an dieser Stelle. Darüber hinaus habe ich endlich die erste Staffel von Stranger Things beendet. Das ich dafür über ein Jahr bei acht Folgen gebraucht habe, zeigt wohl, dass ich mich nicht dem großen Hype anschließen kann. Trotzdem wurden genug Rätsel gestreut, so dass ich bereits mit der zweiten angefangen habe. Auch beenden konnte ich Die 2, eine britische Krimiserie aus den 1970er Jahren, die leider nach einer Staffel wieder eingestellt wurde. Aber wer Rodger Moore und Tony Curtis in einem absolut genialem (geistigem) Schlagabtausch erleben will, sollte vielleicht mal einen Blick wagen. Ansonsten habe ich meine beiden aktuellen Comedyserien fortgesetzt und jeweils die dritte Staffel von Seinfeld und Comedians auf Kaffeefahrt gesehen.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 6
Seiten gesamt: 1826
Seiten pro Tag: 61 im Durchschnitt
Taschenbuch: 4
E-Book: 2

Honigduft & Meeresbrise: Die Geschichte über im Weltkrieg verloren gegangene Briefe, gibt es immer mal wieder. Hier wird die Geschichte jedoch mit einer absolut sympathischen Protagonistin und ihrer liebenswerten Oma aufgezogen und befasst sich gleichzeitig mit den Themen Verlust und Freundschaft und natürlich Bienen. Das perfekte Strandbuch für den Sommer.

Alibi: Der inzwischen dritte Fall für Hercule Poirot kommt gewohnt spannend und rätselhaft daher. Bis zum Ende scheint nichts zusammen zu passen, bis dann die große Wendung kommt, mit der wohl keiner gerechnet hat.

Bookless – Wörter durchfluten die Zeit: Der erste Teil der Bookless-Reihe kommt mit einer ausführlichen Einführung daher. Wirklich viel ist noch nicht passiert, außer, dass die Grundhandlung gefestigt wurde. Macht dadurch leider kaum Werbung für die Folgebände (die allerdings doch schon bei mir im Regal stehen…)

Wir für zwei Nächte: Die Geschichte rund um Jade & Lawrence geht weiter. Allerdings scheint die Autorin hier einfach nur nicht loslassen zu können, weswegen die Handlung etwas dünn ist, die gewohnte erotische Prise komplett fehlt und in der Handlung zwischendurch immer wieder gesprungen wird, weil der Autorin einfach nicht genug einfiel. Sehr schade.

Fahrenheit 451: Ray Bradburys Klassiker durfte ich nun endlich von meiner Literaturklassikerliste der Schande streichen. Während das Buch eine wichtige Botschaft vermittelt, habe ich mich mit Protagonist und vor allem dem Schreibstil sehr schwer getan.

Ivy Years 4 – Wenn wir vertrauen: Die Reihe rund um das Harkness-College geht weiter. Diesmal durften wir Bellas Leben etwas näher betrachten. Die Geschichte war zwischendurch leider für mich etwas schwierig zu lesen, weil sie mich heruntergezogen hat. Dennoch ist es am Ende eine der typischen Ivy Years Geschichten, die rund um die Liebesgeschichte ein sehr großes Drama spinnen.

Wie war euer Juni? Interessieren euch eigentlich Urlaubsberichte?

Godzilla 2 – King of the Monsters

Ein Vorwort

Das Konzept Godzilla ist in der Filmlandschaft wohl schon seit langem allgegenwärtig. An mir ist die helfende Echse aus der Tiefe bisher fast vollständig vorbeigegangen. 2015 folgte dann der Reboot, der zu Warner Brothers neuem Monster-Franchise, genannt MonsterVerse, gehört. Ich konnte mich zumindest erinnern den Film einmal zu Hause mit meinem Lebensgefährten gesehen zu haben. Er konnte sich nicht einmal mehr daran erinnern. Das ist dann wohl sehr wegweisend für den ersten Film, der wohl keinen Wiedererkennungswert hatte. Nach Kong: Skull Island geht es nun mit King of the Monsters mit Godzilla weiter. Ob dieser ebenso austauschbar ist, wie der erste, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Forscherin Emma Russel (Elisabeth Olsen) und ihre Tochter Madisson  (Millie Bobby Brown) erkunden trotz politischen Widerstands gegen die Organisation Monarch sogenannte Titanen. Bei einem Überfall durch den Söldner Alan Jonah (Charles Dance) werden Emma und Madison entführt. Monarch wendet sich daher an Emmas Exmann Mark (Kyle Chandler), der eigentlich von der Organisation nichts mehr wissen will. Kurz darauf werden alle beobachteten Titanen gleichzeitig erweckt und auf die Menschheit losgelassen. Nun erhebt sich Godzilla wieder aus der Tiefe, um die natürliche Ordnung wieder herzustellen.

Meine Meinung

Godzilla 2 – King of the Monsters wirbt mit spektakulären Kämpfen der großen Echse und anderen Wesen ihrer Spezies. Darum herum wurde aber eben auch eine Handlung gestrickt, die zeitweise sehr viel Leinwandzeit in Anspruch nimmt. Dies ist nun der größte Kritikpunkt am Film, dass das Hauptaugenmerk zu sehr auf den Menschen liege. Diesen Kritikpunkt kann ich nicht ganz nachvollziehen. Denn hätte man keine richtige Handlung um die Kämpfe gebaut, wäre genau das kritisiert worden. Ein Teufelskreis also.
Was man jedoch sagen kann, ist, dass die Handlung rund um die Menschen mitunter ziemlich abstrus ist. So sind die Seiten Gut und Böse eigentlich vorab genau geklärt. Doch dann kommt es schon innerhalb kürzester Zeit zum großen Plottwist und die Seiten verschwimmen. Die Erklärung für das Handeln einzelner ist dann zwar ziemlich zeitgemäß und beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Überbevölkerung, wird aber mit so lachhaften Argumenten überschattet, dass man diesen Ansatz auch nicht mehr ernst nehmen kann. Natürlich ist dann auch schnell dieser Ansatz wieder hinfällig, weil es in God of Monsters natürlich nicht nur einen oder zwei große Gegner für Godzilla geben kann, sondern natürlich gleich auch noch einen absolut übermächtigen. Im Folgenden wird viel mit Mythologie argumentiert, die aber auch so oberflächlich gehalten ist, dass es einen nicht mehr in Erstaunen versetzt. Das Problem ist also weniger die Konzentration der Handlung auf die menschliche Ebene, sondern das diese eben sehr stereotypisch und uninnovativ abgehandelt wird.
Kommen wir zu den großen Kämpfen zwischen Godzilla und anderen seiner Spezies. Diese sind gewohnt spektakulär animiert und wirken auf der großen Leinwand gleich noch einmal eindrucksvoller. Hier kann ich die oben genannte Kritik jedoch teilweise nachvollziehen, denn selbst während der großen Kämpfe, wird immer wieder auf die Menschen gezoomt, die zwischen den Kämpfen herumlaufen/fliegen/fahren. Dadurch werden die Kämpfe jedoch nicht zu monoton, da sie oft aus den gleichen Angriffen bestehen.
Grundsätzlich klingt jetzt vieles von meiner Kritik sehr negativ. Dennoch ist King of the Monsters kein grundsätzlich schlechter Film. Denn unter der Prämisse des großen Monsterkampfes funktioniert der Film erstaunlich gut. Er ist spannend, abwechslungsreich und hat gute Wendepunkte in der Handlung, die zumindest einzelne Abschnitte nicht vorhersehbar machen. Hinzu kommt eine gute Optik und die verschiedenen Settings tun ihr zusätzliches.

Das Fazit

In Godzilla: King of the Monsters bekommt der Zuschauer so ziemlich das, was er erwarten darf. Schwächen in der Handlung sind verzeihbar, da diese in einem Film mit solch großangelegten Kämpfen nicht das Hauptaugenmerk ist. Daher gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Godzilla – King of the Monsters läuft seit dem 30.05.2019 in den deutschen Kinos.

Rocketman

Ein Vorwort

Biographien über Musiker gab es zwar immer mal wieder, aber bisher waren es kaum Publikumsgaranten. Das änderte sich schlagartig, als letztes Jahr Bohemian Rhapsody die Leinwand rockte. Die Biographie über Queen und ihren Leadsänger Freddy Mercury begeisterte durch gutes Casting und den altbekannten Queen-Songs. Das nun mehrere Projekte auf den Erfolgszug aufspringen wollen, war zu erwarten. Ein Projekt zumindest war bereits vorher in der Planung und im Dreh. Diesmal geht es um Elton John und seinen Weg zum Ruhm. Warum er sich nicht vor Bohemian Rhapsody verstecken muss, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Reginald Dwight (Taron Egerton) wächst in schwierigen familiären Verhältnissen auf. Einzig seine Großmutter unterstützt seine Begeisterung für das Klavierspielen. Schon in jungen Jahren fällt er durch sein einzigartiges musikalisches Gehör auf. Als junger Erwachsener tut er sich mit Songschreiber Bernie Taupin (Jamie Bell) zusammen. Ein Plattenlabel wird auf die beiden aufmerksam und nimmt sie unter Vertrag. Dwight, der sich inzwischen in Elton John umbenannte, legte eine wahnsinnige Karriere hin. Doch nach dem Aufstieg, kommt der jähe Fall. Alkohol- und Drogenkonsum nehmen immer weiter zu.

Meine Meinung

Dass Taron Egerton Elton Johns Lieder singen kann, wusste man bereits seit dem Animationsfilm Sing aus dem Hause Illuminations. Dort übernahm er 2016 die Sprechrolle des Gorillas Johnny, der beim großen Finale ein rasantes „I’m still standing“ hinlegte. Nun durfte Egerton in einem ganzen Film beweisen, dass er nicht nur die Lieder der Legende singen kann, sondern dass er auch schauspielerisch der Sache gewachsen ist. Und das ist bereits ein absolutes Topargument für den Film. Denn Egerton schafft es den noch schüchternen Regie Dwight zu spielen und dann den Wandel zu Elton John zu vollziehen und trotzdem noch die Verletzlichkeit beizubehalten, die Elton John niemals ablegt. Und man merkt ihm den Elan und die Freude über die Rolle an, aber gleichzeitig nimmt er jede Szene ernst und spielt sie mit dem nötigen Respekt.
Ein weiteres Argument, warum man diesen Film vor allem als Musikliebhaber gesehen haben sollte, ist die Musicalartige Inszenierung. Während in Bohemian Rhapsody sich die Musikeinlagen auf Proben und Auftritte beschränkt haben, wird in Rocketman nicht auf eine zeitliche Genauigkeit der Songs geachtet, sondern sie werden thematisch passend in die Geschichte eingewebt. Und dabei ist es teilweise gar nicht die große Bühneninszenierung, sondern auch gerne mal nur ein Hintergrundchor, der leise „Sorry seems to be the hardest word“ singt. Oder auch das Traumbild eines kleinen Astronauten, der von sich als Rocketman singt. Aber neben den großen Welthits werden auch unbekanntere Songs angespielt, wie beispielsweise „Border Song“.
Hinzu kommt der übrige Cast, der ebenfalls abliefert. Während Musikmanager John Reid in Bohemian Rhapsody noch von Aidan Gillen (Game of Thrones) verkörpert wurde, darf diesmal Richard Madden (Game of Thrones, Bodyguard) ran und die jüngere Version verkörpern, die neben Manager auch noch Liebhaber Elton Johns war. Hier beweist Madden wieder einmal, dass er sich seit seinem Robb Stark deutlich weiterentwickelt hat und auch das knallharte Arschloch spielen kann.

Das Fazit

Rocketman ist eine Musikerfilmographie, die eher als Musical inszeniert wurde, was dem Film aber sehr gut tut. Zusammen mit einem fantastischen Hauptdarsteller kommt ein runder Film heraus. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

X-Men: Dark Phoenix

Ein Vorwort

Neben den großen Universen von Marvel und DC versucht sich auch Sony immer noch an ihren eigenen Superheldenreihen. Nachdem sie Spider-Man nach Ihrem ersten Reboot nun doch an Marvel wieder abgetreten hat – die nun bereits den zweiten Film der dritten Spider-Man Reihe in die Kinos bringen – wird sich mehr oder weniger verzweifelt an der übrig gebliebenen Reihe rund um die X-Men festgehalten. Wir erinnern uns, dass Anfang der 2000 bereits eine abgeschlossene Trilogie in die Kinos geschickt wurde. 2011 wurde dann mit First Class ein Reboot der Reihe gestartet. Jüngere Schauspieler ersetzen die alt eingesessenen und James McAvoy oder Michael Fassbender mussten sich schauspielerisch nun wirklich nicht vor Patrick Stewart oder Ian McKellan verstecken. Im zweiten Teil Zukunft ist Vergangenheit durften dann sogar beide Generationen auftreten. Was fehlte war ein guter Abschluss der Reihe, die sich bisher auch nicht mit den früheren Filmen biss. Was kam, war dann allerdings ein Apokalypse, der sich mal eben selbst abgeschossen hat. Dieses Jahr sollte nun alles wieder besser werden und dafür waren gleich zwei Projekte geplant. Mit New Mutants sollte noch einmal eine ganz neue Richtung eingeschlagen werden, düsterer, der Trailer glich einem Horrorfilm. Und dann sollte Dark Phoenix die klassische Geschichte rund um Jean Grey aufrollen. Dass beide Filme mehrfach im Termin verschoben wurden, sagt schon wieder einiges über die Projekte aus. Ob New Mutants überhaupt dieses Jahr noch in die Kinos kommt, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht mit Sicherheit sagen. Doch Dark Phoenix hat es geschafft. Was der Film nun letztendlich kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Jean Grey (Sophie Turner) kommt nach dem Autounfall ihrer Eltern in die Xavier Schule für außergewöhnliche Kinder. Jahre später ist sie festes Mitglied der X-Men. Bei einer Mission im Weltall kommt sie mit einer unbekannten Kraft in Berührung. Sie überlebt den Vorfall, kann danach ihre Kräfte und auch ihre Gefühle nur noch begrenzt kontrollieren. Als ein Geist aus ihrer Vergangenheit wieder auftaucht, flieht sie aus der Schule. Charles Xavier (James McAvoy) versucht alles, um sie unbeschadet zurückzubringen.

Meine Meinung

Der Name Jean Grey kommt euch bekannt vor? Auch, dass sie die Seiten wechselt und für einige Zerstörung sorgt? Ja genau, dass habt ihr alles schon mal gesehen. Ungefähr so ging ein Teil der Handlung des Filmes von 2006 X-Men – der letzte Widerstand. Spätestens hier dürfte klar sein, dass die neue Zeitlinie ein eigenes Paralleluniversum darstellt, in der die früheren Filme nur bedingt reinpassen. Nun bleibt die Frage, wie sich der neue Film losgelöst vom alten macht.
Hier kommen wir gleich zum ersten Problem. Während Famke Janssen ihrerzeits eine düstere Dark Phoenix-Jean Grey Version abgab, ist Sophie Turner grundlegend falsch besetzt. Während man sich wohl auf ihre Bekanntheit durch die Serie Game of Thrones gestützt hat beim Casting, scheint denen völlig entgangen zu sein, dass sie einfach nicht schauspielern kann. Selbst in einfachsten Szenen kommt ihre Mimik nicht über das Mindestmaß hinaus. Da sie dann aber noch Schauspielgrößen, wie James McAvoy, Michael Fassbender oder auch einer Jennifer Lawrence oder Jessica Chastain gegenüber steht, wirkt ihr Versuch gleich noch kläglicher. Darauf einen Charakter aufzubauen, der von inneren Zweifeln hin- und hergerissen wird, funktioniert leider nicht. Wobei leider auch eben genannte Darsteller zwischenzeitlich relativ wenig Lust am Film zu haben scheinen und auch ihre Fähigkeiten auf ein Minimum reduzierten.
Kommen wir zum nächsten Problem des Films: die Handlung. Denn scheinbar wussten die Drehbuchautoren zwar, welches Grundszenario es geben sollte, aber nicht, wie es richtig vorangetrieben bzw. aufgelöst wird. Sie kommt eine neue Spezies auf die Erde, oder ist sie schon längst da? Bis zum großen Endkampf muss aber noch ein bisschen was passieren, also wird schnell Magneto noch irgendwie mit in die Geschichte geschrieben und weil damit immer noch nicht genug Laufzeit vorhanden war, taucht natürlich auch mehrfach das amerikanische Militär auf und tut eben wieder ein paar ziemlich dumme Sachen, wobei auch die X-Men nie genug davon kriegen ihnen zu sagen, wie dumm es ist, was sie tun. Leider passiert gerade im Mittelteil sehr wenig, was eine anständige Handlung mit Spannungsbogen aufbauen könnte. Schließlich läuft alles auf die CGI Endschlacht hinaus, an deren Ende die Gut-Böse-Verhältnisse ganz stereotypisch wieder aufgelöst werden. Letztendlich ist Dark Phoenix auf einem Niveau, das vor 10 Jahren noch passabel gewesen wäre, angesichts der enormen Konkurrenz aber nur noch peinlich wirkt. Dabei hat Sony mehrfach bewiesen, dass sie ihre Superhelden inzwischen ernst genommen haben. Man erwähne nur am Rande die Deadpool-Filme, die auch im X-Men Universum angesiedelt sind. Oder zuletzt Logan, der den Abschluss der Wolverine-Reihe bildete. Warum man sich in seinen Möglichkeiten so zurückentwickeln musste, bleibt fraglich.

Das Fazit

X-Men Dark Phoenix ist nicht die ersehnte Fortsetzung nach einem miserablen Apokalypse, sondern leider einfallslos, lahm und in der Hauptrolle schlecht besetzt. Der einzig interessante Satz im Film kam von Jennifer Lawrence Charakter, die eine Umbenennung der X-Men fordert, nachdem die Frauen einen Großteil der Arbeit beitragen. Ob wir das Franchise nun final beerdigen dürfen, wird sich zeigen. Für diese Performance gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

X-Men – Dark Phoenix läuft seit dem 06.06.2019 in den deutschen Kinos.

Chernobyl & Good Omens

Das Internet ist in letzter Zeit voll von zwei Serien. Der HBO Miniserie Chernobyl, die exclusiv auf Sky läuft und gerüchteweise Game of Thrones beerben soll, und von der Buchverfilmung Neil Gaimans und Terry Pratchetts, die als Prime Original auf Prime Video läuft. Während ich auf Good Omens seit der Ankündigung der Serie und der Bekanntmachung des Castes von David Tennant (er wird für immer mein Doctor Who bleiben) und Michael Sheen (der für mich immer Lucien aus der Underworld-Reihe sein wird) sehnsüchtig warte, war Chernobyl eigentlich tatsächlich nur die Neugier, nachdem es gefühlt 100 Memes gab, wie die Serie Game of Thrones beerben soll, ob sie qualitativ dort wirklich heranreicht. Warum mich beide Serien begeistern konnten, erfahr ihr in meinen Kritiken.

Chernobyl

Die Handlung: Im April 1986 gibt es eine Explosion im Block 4 des Kernkraftwerkes Tschernobyl. Die Diensthabenden Mitarbeiter sind völlig überfordert und der Leitende Mitarbeiter Djatlow (Paul Ritter) spielt das Geschehene herunter. Der Reaktor liegt tagelang frei, bis Gorbatschow (David Dencik) den Politiker Schtscherbina (Stellan Skarsgard) und den Wissenschaftler Legassow (Jared Harris) zum Geschehensort schickt, die von nun an versuchen das Schlimmste zu verhindern.

Meine Meinung: Ich bin erst ein paar Jahre nach der Katastrophe geboren, trotzdem ist Tschnernobyl für mich ein Begriff. Was genau sich jedoch damals abspielte, damit hatte ich mich nie beschäftigt. Natürlich muss man sich auch hier wieder vor Augen führen, dass auch wenn die Serie sicher gut recherchiert wurde, eben doch vieles aus dramaturgischen Gründen angepasst wurde. Dennoch bleibt der Konsens, was die Ursachen für das Unglück waren.
Die Serie ist als Miniserie mit 5 Episoden mit Längen zwischen 60-72 Minuten konzipiert. Die Serie beginnt mit dem Selbstmord Legassows und springt dann exakt 2 Jahre und 1 Minute in der Zeit zurück. Die Frau des Feuerwehrmanns Wassili Ignatenko beobachtet aus ihrem Fenster die Explosion im naheliegenden Kernkraftwerk Tschernobyl. Erst dann wird das erste Mal in das Kernkraftwerk selbst gestaltet, wo völlig überforderte Mitarbeiter verzweifelt versuchen herauszufinden, was gerade passiert ist. Es werden minimale Vorkehrungen getroffen und das Geschehene schnell heruntergespielt. Erst nach und nach wird bekannt, was tatsächlich geschehen sein muss, jedoch wird jeglicher Versuch dagegen etwas zu unternehmen abgeblockt, damit alles schnell unter den Teppich gekehrt werden kann. Die Serie befasst sich nun mit den Themen der Aufklärung, der Eindämmung der Katastrophe, mit den politischen Verstrickungen und mit den Schicksalen der in der Nähe lebenden Menschen und Tiere. Dabei folgt die Serie einem roten Faden und erzählt in zeitlicher Abfolge. So kommt es, dass die tatächlichen Ursachen und der tatsächliche Hergang kurz vor der Explosion erst in der finalen Episode beim abschließenden Prozess geklärt werden. Dies hat mir gerade am Anfang nicht gefallen, weil ich eigentlich sofort wissen wollte, was passiert ist, andererseits konnte mich die Serie aber auch so sehr schnell fesseln, dass ich sie weggebinged habe.
Chernobyl wurde größtenteils in Litauen gedreht, da dort passende Wohnsiedlungen und ein stillgelegtes Kernkraftwerk den ursprünglichen Begebenheiten am besten widerspiegelten. Beim Cast ist es wieder sehr auffällig, dass keine Russen mitspielten, sondern er größtenteils aus Irland, Schweden und Großbritannien stammt. Während die meisten Darsteller jedoch ihre Rolle als Russen gut machten, sticht gerade Stellan Skarsgard wieder heraus. Denn wie zuletzt in „Verräter wie wir“ nimmt man ihm den Russen nicht ab. Darüber hinaus ist an den schauspielerischen Leistungen nichts auszusetzen.

Das Fazit: Chernobyl ist eine qualitativ hochwertige Serie, die in nur fünf Folgen eine komplexe Katastrophe aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und bis zum Ende spannend bleibt.

Good Omens

Die Handlung: Der Engel Erziraphael (im Original Aziraphale; Michael Sheen) und der Dämon Crowley (David Tennant) leben beide auf der Erde und begegnen sich ab Garten Eden immer wieder in der Menschheitsgeschichte. Seit Crowley damit betraut wurde den Antichristen auf die Erde zu bringen, arbeiten enger zusammen, um die Apokylpse zu verhindern. 5 Tage vor eben dieser, müssen sie jedoch feststellen, dass sie all die Jahre den falschen Jungen bewacht haben.

Meine Meinung: Gibt es eigentlich Preise für das Castingteam bei Serien? Wenn ja, dann möge ihn diesmal doch das Castingteam von Good Omens gewinnen. Wer auch immer die Idee hatte Michael Sheen als Engel und David Tennant als Dämon zu casten und in diese Fantasykomödie zu stecken, verdient jeden Preis dafür. Denn die beide leben nicht einfach nur ihr Rollen, sondern haben auch eine unglaubliche Chemie, dass die beiden eigentlich sehr ungleichen Rollen, noch einmal enger zusammenschweißt.
Zeitgleich spürt man, dass Neil Gaiman, der zusammen mit Terry Pratchett die Buchvorlage schrieb, den Hut bei der Produktion aufhatte (im Gegensatz zu American Gods, die ebenfalls auf eines seiner Bücher basiert) und neben dem Drehbuch auch für das große Ganze zuständig war. Denn hier passt einfach alles zusammen. Sei es Frances McDormand Stimme als Gott (im Deutschen ist es Heide Bartholomäus, die Frances McDormand bereits oft synchronisiert hat), die wie ein Erzähler durch die Geschichte führt, oder der komplette Cast. Hier tauchen allerhand bekannte Namen auf, die teilweise nur Kurzauftritte haben, wie Jon Hamm, Derek Jacobi oder auch Benedict Cumberbatch.
Das bemerkenswerteste an Good Omens ist jedoch die Handlung an sich. Hier handelt es sich ebenfalls um eine Miniserie bestehend aus 6 Folgen mit einer Länge zwischen 50-60 Minuten. Dabei geht es vordergründig um die bevorstehende Apokalypse und die Verhinderung dieser. Dabei tauchen die üblichen Verdächtigen auf. Ein Höllenhund, die vier apokalyptischen Reiter und natürlich der Antichrist. Jedoch wird alles mit einem gewissen Zwinkern erzählt. Die Handlung behält immer eine gewisse Lockerheit, die durch die pointierten Dialoge Crowleys und Erziraphaels unterstützt wird. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Rückblenden auf die Menschheitsgeschichte und wie der Engel und der Dämon immer wieder auf diese Einfluss genommen haben.

Das Fazit: Good Omes ist eine unglaubliche Serie mit guten Cast, lockerer Handlung mit dem gewissen Zwinkern, Fantasy- und Komödieneinflüssen und bringt einen einfach regelmäßig zum Schmunzeln. Wen der Trailer nur ein bisschen angesprochen hat, sollte sich unbedingt an die Serie wagen!

Neulich in der Sneak: Brightburn – Son of Darkness

Ein Vorwort

Horrorfilme sind schon ein schwieriges Genre. Während viele Filme nicht wirklich funktionieren, werden funktionierende Franchises immer mehr ausgeschlachtet – ich sag nur Conjuring. Diesmal hat sich James Gunn an das Genre gewagt und dabei ein ganz interessantes Gedankenspiel gestartet. Was wäre, wenn Clark Kent sich damals auf der Farm nicht zu Superman entwickelt hätte, sondern seine „Begabungen“ genutzt hätte, um seine Interessen auf brutalste Weise durchzusetzen. Ob daraus ein funktionierender Horrorfilm geworden ist, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Tori (Elisabeth Banks) und Kyle Breyer (David Denman) besitzen eine Farm im Ort Brightburn. Sie wünsche sich unbedingt ein Kind, doch mit der Schwangerschaft soll es nicht so richtig klappen. Als eines Abends ein Raumschiff abstürzt und ein Baby mit sich führt, halten sie es für ihr Schicksal. Brandon (Jackson A. Dunn) wächst zehn Jahre heran, bis ihn sein Raumschiff eines Abends ruft. Ab da ist er wie ausgewechselt und die schaurigen Vorfälle in seinem Umfeld können kaum noch ignoriert werden.

Meine Meinung

Zunächst sollte ich wohl daraufhinweisen, dass ich absolut kein Fan von Horrorfilmen bin und ich meinem Lebensgefährten und meinem besten Freund bereits nach der ersten Sichtung des Trailers das okay gab, um ohne mich in diesen Film zu gehen. Da er dann doch in der Sneak kam, und ich dadurch nun bereits für ihn bezahlt hatte, war ich doch zu geizig, um einfach aufzustehen.
Und ganz objektiv gesehen hat Brightburn durchaus einige Stärken. Während die Grundgeschichte durchaus aus den Supermanfilmen bekannt sein dürfte und in der Serie Smallville über 10 Staffeln breit getreten wurde, schlägt die Handlung in Brightburn sehr früh den düstereren Pfad ein. Das interessante ist jedoch, dass der Junge nicht einfach nur böse wird, um den Böse sein willen, sondern praktisch von seinem Raumschiff eingeredet bekommt, dass er dafür bestimmt ist, um über die Menschheit zu herrschen. Gleichzeitig entdeckt er einige interessante Fähigkeiten an sich und versucht nun seine Alltagsprobleme damit zu lösen. Er findet ein Mädchen gut? Also muss sie ihm natürlich gehorchen. Jemand sagt etwas gegen ihn? Dann muss dieser jemand wohl eine Strafe bekommen. Das Verhalten und ein Großteil der Denkweise ist so typisch Kind und wird erst durch die Macht des Kindes zu absolutem Horror. Und der Horror hat es durchaus in sich. Denn Brightburn verzichtet fast komplett auf Jumpscares und baut stattdessen eine unheimliche Atmophäre auf.
Warum Brightburn am Ende leider doch nicht zu 100% funktioniert hat zwei Hauptgründe. Zum einen gibt es zwei Szenen, die leider zu sehr ins abartige abdriften. In beiden Szenen musste ich die Augen schließen und mir auch noch die Ohren zuhalten, weil ich allein von den Soundeffekten einen flauen Magen bekam. Das die Szenen etwas brutaler sind, wäre ja vollkommen in Ordnung gewesen, sie aber minutenlang in die Abartigkeit zu zwingen, muss dann aber doch nicht sein. Zum anderen driftet das Ende dann ziemlich ab. Hier endet praktisch die erzählte Geschichte und es werden nur noch ein paar Charaktere abgeschlachtet und das Farmhaus zerstört. All die Stärken in Handlung und handgemachten Effekten wird über Bord geworfen, für eine reine CGI-Zerstörungswut. Das macht am Ende noch einmal sehr viel von der Atmosphäre kaputt.
Schauspielerisch ist der Film top besetzt. Vor allem Jackson A. Dunn als Brandon macht einem ganz schön Angst. Hier dürfte es für ihn schwierig werden, in anderen Filmen nicht als das gruselige Kind abgestempelt zu werden. Elisabeth Banks, die bisher vor allem durch ihre Komödien von sich reden machte, schafft hier den Sprung zur besorgten Mutter.

Das Fazit

Brightburn – Son of Darkness ist ein qualitativ hochwertiger Horrorfilm mit einer interessanten Grundhandlung, der an zwei Stellen abdriftet und sich damit einiges verbaut. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Brightburn – Son of Darkness läuft seit dem 20.06.2019 in den deutschen Kinos.

Meisterdetektiv Pikachu

Ein Vorwort

Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, damals in der Grundschule, als auf dem Pausenhof noch ganz wild Pokemonkarten getauscht wurden. Das war damals so ziemlich meine einzige Berührung mit dem Thema, da ich niemals einen Game-Boy besaß und auch die Fernsehserie nicht geguckt habe. So konnte ich auch nie die Begeisterung der anderen verstehen. Erst viele viele Jahre später, so ungefähr vor drei Jahren, sollte ich meine erste Begegnung mit dem Thema haben. Es passierten nämlich zwei Sachen. Zum einen erschien Pokemon Go auf dem Markt und um mich herum wurde auf einmal sehr viel spazieren gegangen. Da ich gerade in diesem Hype in eine neue Stadt zog und mein Lebensgefährte sich auf einmal freiwillig bewegen wollte, nutze ich so die Chance meine Stadt gleich mit zu erkunden und fing auf einmal auch Pokemons auf meinem Handy. Kurz darauf kaufte sich mein Lebensgefährte für den Nintendo eines der ersten Spiele der Pokemon-Reihe, da die nostalgischen Gefühle von damals wieder wach wurden. Und so spielte auch ich das erste Mal in meinem Leben Pokemon. Ob euch das interessiert, weiß ich nicht, aber wenn ihr wissen wollt, wie der Film, der im Pokemonuniversum ansässig ist, geworden ist, dass erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Tim Goodman reist nach dem Tod seines Vaters nach Ryme City, wo dieser lebte, um sich um den Nachlass zu kümmern. Ryme City ist dafür bekannt, dass dort Menschen und Pokemon Seite an Seite leben. Tims Vater war Polizist und beim Aufräumen in seinem Appartement findet Tim ein sprechendes Pikachu, das nur er hören kann. Es ist der Ansicht, dass Tims Vater noch lebt. Zusammen stellen sie Nachforschungen an.

Meine Meinung

Bevor ich den Film sah, hatte ich eine Diskussion mit meinem besten Freund, ob man für den Film etwas mit Pokemon anfangen können muss. Nach der Sichtung des Films, gibt es noch immer keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Denn zum einen lebt der Film natürlich von einer guten Portion Nostalgie und natürlich freut man sich immer wieder, wenn ein bekanntes Pokemon irgendwo im Hintergrund vorbeiläuft. Hintergrundwissen an sich, braucht man jedoch keines, da die für die Handlung wichtigen Pokemons erklärt werden und die Welt in Ryme-City sowieso neu ist. Dennoch sollte man zumindest im Grundsatz an der Materie interessiert sein, denn die kleinen Monster sind nun einmal Bestandteil des Films.
Was am Film jedoch richtig fetzt ist der Gegensatz zwischen Ryan Reynolds Stimme (auch im deutschen seine bekannte Synchronstimme), die ganz Deadpool like ein paar richtig gute (trotzdem jugendfreie) Sprüche raushaut, und den süßen Kulleraugen von Pikachu. Genau darauf setzt der Film allerdings auch sein Hauptaugenmerk. Und während dieser Fakt für die meisten Lacher sorgt, Reynolds ein paar ziemlich gute Sätze von sich geben darf, ist der Rest mit ein paar kleinen Holperern versehen.
Die Handlung selbst ist gut durchdacht und macht größtenteils richtig Spaß oder baut einiges an Spannung auf. Doch zwischendurch gibt es dann doch immer wieder kleinere Szenen, die den Film unnötig strecken, bzw. ist der Endkampf dann wieder mit so vielen Klischees überstreut, die man schon zu oft in ähnlichen Endkämpfen gesehen hat, dass sie eben doch nicht ganz rund ist.
Justice Smith spielt seine Rolle generell sehr souverän. Allerdings merkt man ihm an, dass er mit größeren emotionalen Szenen völlig überfordert ist. Kathryn Newton schafft da schon den souveräneren Part. Bill Nighy spielt gewohnt souverän, leider lässt seine Rolle ihm wenig Spielraum.
Letztendlich liefert der Film genau den Spaß, den uns der Trailer versprach. Kleinere Längen und einen nicht ganz ideal besetzten Hauptcharakter sind wahrnehmbar, aber durchaus zu verschmerzen. Wer also ein Abenteuer in der Welt der Pokemon sucht, ist hier genau richtig.

Das Fazit

Meisterdetektiv Pikachu ist ein wilder Mix aus Humor, Action und vor allem Pokemon. Kleinere Schönheitsfehler sind zu verkraften, da Ryan Reynolds als Pikachu nach Deadpool erneut zur Höchstform aufläuft. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Meisterdetektiv Pikachu läuft seit dem 09.05.2019 in den deutschen Kinos.

Rückblick 1. Halbjahr 2019

Ja es ist schon wieder soweit. Mir kommt es zwar erst wie gestern vor, dass ich meine Jahresrückblicke geschrieben habe, aber irgendwie ist es doch wieder soweit. Ich versuche mich auch möglichst kurz zu halten 😉

Cinemathek

In der Cinemathek liefen leider nur zwei Filme, die mich beide nicht wirklich begeistern konnten. Hotel Artemis hatte zwar einen guten Cast und eine gute Grundidee, scheitert aber an der Ausarbeitung einer sinnvollen Handlung. Kindeswohl hat ebenfalls ausgezeichnet gecastet, hat sich aber als Vorlage ein Buch genommen, dass größtenteils aus Gedanken besteht. Dies in Handlung umzusetzen, hat leider nicht funktioniert.

Sneak

10 Filme konnte ich bisher in der Sneak sehen. Es sind einige Enttäuschungen dabei gewesen. Allen voran Holmes & Watson, dicht gefolgt von Ein letzter Job, Das Ende der Wahrheit und White Boy Rick. Dann gibt es noch das Mittelfeld mit Greta, Bumblebee, Unknown User 2 und Kursk. Vorne liegen die soliden Filme – beide mit 07 Punkte bewertet – Hard Powder und Ein Gauner & Gentleman.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Mit 27 Filmen habe ich meinen Tiefstand erreicht. Letztes Jahr waren es noch 35 Filme. Da ich mich kurz halten wollte, gibt es hier noch schnell meine Top 5 Enttäuschungen und Highlights.

Enttäuschungen

Platz 5: Friedhof der Kuscheltiere
Platz 4: Aquaman
Platz 3: Mortal Engines
Platz 2: Iron Sky 2 – The Coming Race
Platz 1: Tabaluga

Highlights

Platz 5: Ralph breaks the Internet
Platz 4: Shazam
Platz 3: Can you ever forgive me
Platz 2: Green Book
Platz 1: Avengers: Endgame

Filme – auf großem Fernseher gesehen

44 Filme liefen bei mir über den Fernseher. Davon sind 32 Neusichtungen und nur 12 Wiederholungstäter.

Dabei habe ich einige Klassiker endlich nachgeholt, wie Stirb Langsam, Rocky 2+3, Unbreakable, Die Verurteilten, James Bond jagt Dr. No, Shining, The 6th Sense und Chihiros Reise ins Zauberland.

Hier noch schnell meine Top 10 Highlights:

Platz 10: The Garden of Words
Platz 9: Anna und die Apokalypse
Platz 8: Hot Shots
Platz 7: Birdbox
Platz 6: Repo
Platz 5: Rocky 2
Platz 4: Ali Wong – Baby Cobra
Platz 3: The 6th Sense
Platz 2: Ellen DeGeneres – Relatable
Platz 1: Die Verurteilten

Serien – ein kurzer Überblick

Bei mir liefen 23 unterschiedliche Serien mit insgesamt 47 Staffeln unterschiedlicher Länge (3-24 Folgen pro Staffel) und zwei Spezialfolgen. Ausführlich wird wieder am Ende des Jahres geschrieben, aber hier schnell ein paar meiner Highlights, ohne Reihenfolge:

Downton Abbey – Staffel 6
Modern Family – Staffel 1-7
The Umbrella Academy – Staffel 1
Queer Eye – Staffel 1-3
Game of Thrones – Staffel 8
Comedians of the World – Staffel 1-13
True Detective – Staffel 1
Luzifer – Staffel 3

Bücher – meine Highlights

30 Bücher sind ausgelesen. Davon sind 5 gebundene Bücher, 7 Taschenbücher, 2 Comics/Mangas, 13 E-Books, 1 Reclamheft und 2 Hörbücher. Davon war nur eins ein Wiederholunsgtäter. Hier meine bisherige Top 10:

Platz 10: Die Känguru-Apokryphen – Mark-Uwe Kling
Platz 9: Erhebung – Stephen King
Platz 8: Feel again – Mona Karsten
Platz 7: Rockstars bleiben nicht für immer – Kylie Scott
Platz 6: Maybe Someday – Colleen Hoover
Platz 5: Die 1000 Teile meines Lebens – Colleen Hoover
Platz 4: Shining – Stephen King
Platz 3: Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. – Neal Stephenson & Nicole Galland
Platz 2: Mord auf dem Golfplatz – Agatha Christie
Platz 1: Kein Rockstar für eine Nacht – Kylie Scott

Wie sah euer erstes Halbjahr aus? Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste? Ich bin immer offen für Empfehlungen!