Es begab sich, dass ich mit dem Pärchengatten in einem Mangaladen landete. Noch unerfahren in dem Genre, holte ich mir die Beratung eines Mitarbeiters und hatte kurz darauf einen ganzen Stapel in den Armen. Nicht jede Reihe habe ich akribisch weiter verfolgt, aber eine hatte es mir ganz besonders angetan: Meisterdetektiv Ron Kamonohashi. Nach elf Bänden geht nun der erste große Handlungsstrang zu Ende und so will ich ein Zwischenresumé ziehen.
Die Handlung
Toto ist zwar stets bemüht, ist aber eher unscheinbar und untalentiert in der Polizeiarbeit, was seine Vorgesetzte ihn auch spüren lässt. Dann bekommt er von einem Kollegen einen Tipp und sucht den zurückgezogen lebenden Ron Kamonohasi auf, der zwar ein Meisterdetektiv ist, aber seine Berufung aufgeben musste. Dieser hilft ihm zwar, darf offiziell aber nicht ermitteln, weswegen Toto die Lorbeeren bekommt. Doch, was hat es mit Rons seltsamen Tattoo auf sich? Und was ist damals beim Praktikantenblutbad wirklich passiert?
Meine Meinung
Natürlich gibt es bereits unzählige Sherlock Holmes Adaptionen da draußen. Der Meisterdetektiv, der aus kleinsten Details unzählige Schlüsse ziehen kann und dem kein Rätsel zu schwer ist. Immer mit dabei, den mal mehr, mal weniger, tollpatschigen Assistenten. Das Konzept geht schon allein auf, weil man als Leserschaft natürlich lieber alle Hinweise selbst finden möchte, um mit dem Genie mitzuhalten, aber eigentlich immer ein bisschen im Dunkeln stochert, wie ein Dr. Watson. Auch hier sind wir irgendwo in diesem Adaptionengewimmel und die Namen Holmes und Moriarty fallen auch gern. Dennoch hat die Mangareihe ihren ganz eigenen Charme. Ron ist sehr eigen in seinem Verhalten und treibt den korrekten Toto, der eigentlich nur versucht bei der Polizei nicht komplett unterzugehen, regelmäßig an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Allein seine Angewohnheit sich neben die gefundenen Leichen zu legen und mit ihnen Zwiesprache zu halten, ist ein gutes Beispiel dafür. Oder seine Angewohnheit braunen Zuckersirup auf alles ansatzweise essbares zu träufeln. Dennoch sind es seine Geistesblitze, die dafür sorgen, dass er eigentlich unersetzbar ist. Blöderweise hat er ein Handicap, das ihn daran hindert, weiter als Detektiv tätig zu sein. So ist die Geschichte rund um das Praktikantenblutbad der rote Faden, der sich durch die ersten elf Bände zieht und in einem epischen Finale endet. Danach hätte die Reihe tatsächlich auch enden können und wäre rund fertig erzählt gewesen. Zwischendurch gibt es aber noch eine Menge anderer Fälle, die mal kürzer und mal länger sind. Wir treffen auf viele Charaktere, gerade die Dozenten von der Blue Akademie, wo Ron zuvor gelernt hatte, die mal kleinere und mal größere Rollen übernehmen. Da wir sie auch gern mal wiedertreffen, ist es hilfreich sie sich auch zu merken. Dabei ist jeder Fall neu und anders faszinierend und ich bin ehrlich: Ich kam so gut wie nie auf die richtige Lösung. So blicke ich nun fasziniert auf die neue Ära und die neue Überhandlung, freue mich aber gerade auf die kleineren Zwischenfälle zum miträtseln.
Ein paar Worte zum Anime
Wie jede gute (und erfolgreiche) Mangareihe, hat auch Meisterdetektiv Ron Kamonohashi eine Animeverfilmung bekommen. In Deutschland ist inzwischen die erste Staffel in OmU und mit deutscher Synchro veröffentlicht. Sie hält sich wunderbar eng an die Mangas und schafft es diese würdig zu adaptieren. Dabei kommen die Charaktere noch einmal besser zur Geltung, da sie lebhafter agieren können. Beide Medien erzählen aber die gleiche Geschichte, also kann man sich sein Lieblingsformat – Manga oder Anime – aussuchen, oder man inhaliert einfach beides.
Das Fazit
Meisterdetektiv Ron Kamonohashi ist eine gelungene Sherlock Holmes Adaption, die eigene Stoffe und Fälle hat, sich aber am Grundkonstrukt orientiert. Durch seine unkonventionelle Ermittlungsarbeit bringt Ron viel Witz mit und die Fälle sind stets spannend und warten mit überraschenden Lösungen auf.
Die Cinemathek ist ein Format, in dem kleinere Filme, die es vorher nicht ins Kinoprogramm geschafft haben, an einem Abend nachgeholt werden. Heute mit: One Life
Nachdem wir uns am Freitag in Zwei zu Eins mit dem Ende der DDR befasst haben, müssen wir jetzt leider noch einmal in ein weitaus düsteres Kapitel der Geschichte eintauchen. One Life befasst sich mit dem Thema Kinderdeportation aus der Tschechoslowakei vor Hitlers Einmarsch nach England. Und eine zentrale Figur in dem Unterfangen. Warum ich den Film jeden ans Herz lege, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Nicholas „Nicky“ Winton ist Börsenmarkler und reist 1938 nach Prag, um Geflüchteten Familien zu helfen, die vor Hitlers Mobilmachung flohen. Dabei ist er bestürzt über die Zustände und versucht alles, um zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren. Dabei steht ihm vor allem die Bürokratie im Weg. Fünfzig Jahre später räumt Nicky sein Büro auf und findet das Album über die evakuierten Kinder. Er begibt sich auf die Suche nach einer Zeitung, die darüber berichten will.
Meine Meinung
In Zeiten, in denen rechte Parteien wieder stark gewählt werden, ist es gut, dass der düstere Teil der deutschen Geschichte noch einmal filmisch aufgearbeitet wird, damit nichts davon in Vergessenheit gerät. Mit One Life wird nochmal ein neues Kapitel beleuchtet, das sonst meist unterschlagen wird. Aber fangen wir am Anfang an. Zunächst lernen wir Nicky Winton in den 1980er Jahren kennen. Ein älterer Mann, der seine Frau damit in den Wahnsinn treibt, dass er ständig neue Sachen anschleppt, die er wohltätigen Organisation spenden kann. Nur, dass er sie nicht so schnell los wird und daher die Wohnung langsam voll ist. Also soll er ausmisten. Dabei fällt ihm die Mappe mit all den Erinnerungen an die Kinder-Evakuierungen in die Hand. Wir reisen also mit ihm in die Vergangenheit und treffen sein jüngeres Ich 1938 auf dem Weg nach Prag. Hitler ist zuvor ins Sudetenland einmarschiert und die Flüchtlinge sind in Lagern unter unhygienischsten Bedingungen untergebracht. Die Möglichkeiten etwas dagegen zu tun, sind begrenzt. Die wenigen Freiwilligen sind überlastet und Nickys Vorschlag zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren, scheint ein Ding der Unmöglichkeit. Im Laufe des Films wird zwischen beiden Perspektiven gewechselt, wodurch deutlich wird, wie sehr Nicky auch viele Jahre später noch leidet. Denn er konnte nicht alle retten. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit und letztlich gegen die Bürokratie. Denn das ist ein Aspekt, der im Film deutlich gezeigt wurde. Auch, wenn er sich über die Zeit immer mehr Unterstützende gesucht hat und auch mit Spenden ausgeholfen wurde, so musste er doch die britische Bürokratie einhalten. Und die sah nicht vor, ihm entgegenzukommen. Und auch, wenn es so viele Erfolge gab, sind es doch die Fehlschläge, die dem Film diesen bitteren Beigeschmack geben und gerade am Ende zu Tränen zu rühren vermag. Dennoch schaffen er und sein Team es unheimlich viele Kinder zu retten. Das ist wohl auch die große Botschaft des Films: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und Menschlichkeit in unmenschlichsten Zeiten kann Leben retten.
Das Fazit
One Life ist ein stark erzählter Film mit pointierter Botschaft, der neben dem emotionalen Part auch viele Fakten zu vermitteln weiß. Und die Menschlichkeit in den Vordergrund stellt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
One Life lief ursprünglich ab dem 28.03.2024 in den deutschen Kinos
Über die DDR wurden schon viele Filme gedreht und unzählige Geschichten erzählt. Über die Zeit kurz vor der Wiedervereinigung und wie chaotisch es zu den Zeiten im Osten war, nach und nach immer mehr Leute ihren Job verloren und nicht so richtig wussten, wie es weitergehen soll, wurde bisher meist geschwiegen. Warum die Geschichte nicht mit einem gewissen Augenzwinkern und dann auch noch nach wahren Begebenheiten? Was Zwei zu Eins so kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
1990 ist das Ende der DDR besiegelt. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Frist zum Umtauschen des Geldes in Westmark steht bevor. Doch die Bewohner eines Hochhauses finden durch Zufall in einem bewachten Schacht die eingelagerten Millionen der bald wertlosen Ostmark. Sie entwickeln ein ausgeklügeltes System, um das Geld umzutauschen.
Meine Meinung
Der deutsche Film ist ja immer so eine Sache. Durch die (leider meist schlechten) großen Komödien, ist der Ruf sehr schlecht, da auch immer wieder der gleiche Mist gefördert wird. Dazwischen finden sich dann noch die Geschichtsdramen, die auch meist eher nicht begeistern können. Doch, wenn man ganz genau hinschaut, dann findet man sie. Die kleinen Perlen, die nicht versuchen super lustig zu sein, sondern wirklich mal eine Geschichte erzählen wollen. Die nicht den ganz großen Cast aus den immer gleichen Gesichtern haben. Okay, in diesem Jahr war zumindest Sandra Hüller ein gutes Indiz für einen gelungenen deutschen Film, konnte doch bereits The Zone of Interest überzeugen. Die nächste kleine Perle ist Zwei zu Eins. Und zwar, weil er sich eben nicht auf die billigen Witze anderer Genrevertreter verlässt, sondern diese aus der Situation heraus aufbaut. Aber von Anfang an: Wir treffen auf Maren und Robert, die in ihrer Plattenbausiedlung die Tage zwischen Ende der DDR und Wiedervereinigung ganz in Ruhe angehen. In ihrem Umfeld verlieren immer mehr Bekannte ihren Job und allgemein ist die Stimmung irgendwo zwischen Feiern und Trauer. Mit dem Auftauchen von Volker bekommen wir dann die erste Diskussion über die Themen, die wohl viele damals beschäftigt haben. Denn Volker ist in die BRD geflohen und kehrt nun durch die offenen Grenzen zurück. Nach dem Fund des Geldes geht es dann auch locker weiter mit einer gelungenen Mischung aus Situationskomik und ernsten Themen. Wie die „Wessis“ noch schnell versucht haben ihre Produkte an den Osten zu verkaufen, während dort immer mehr (auch gut laufende) Betriebe dicht gemacht werden. Und wie eben diese zum Spottpreis verkauft wurden. So ist die Grundstimmung des Films durchaus gut und die Geschichte entwickelt sich, ohne, dass zu bewusst Drama geschührt oder zu bewusst Witze eingebaut wurden. Dies entwickelt sich alles schon aus der Absurdität der Situation heraus. Regisseurin Natja Brunckhorst mag noch relativ neu auf dem Regieposten sein, doch landet mit Zwei zu Eins schon einen Volltreffer. Die kleinen Töne dazwischen zu treffen, gelingt ihr wunderbar und auch wenn die Dreiecksgeschichte zwischen Maren, Robert und Volker ein wenig zu viel ist, bleibt sie doch stehts bei der Haupthandlung. Wer eine typisch deutsche Komödie erwartet und von einem billigen Gag zum nächsten hetzen will, der ist hier falsch. Wer einen hochkorrekten und ernsten Historienfilm erwartet, ebenfalls. Wer von beidem etwas, aber vor allem ein sinniges Drehbuch erwartet, herzlichen Glückwunsch, das ist genau das passende Film. Und davon doch gern mehr!
Das Fazit
Zwei zu Eins ist eine intelligent geschriebene Komödie, die ihre Witze natürlich wachsen lässt und das Drama an die historischen Gegebenheiten anpasst und genau damit ins Schwarze trifft. Eine kleine Perle am deutschen Filmhimmel. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
Zwei zu Eins läuft seit dem 25.07.2024 in den deutschen Kinos
Nach acht Staffeln Criminal Minds war es für mich mal wieder an der Zeit eine etwas ruhigere Krimiserie mir zu Gemüte zu führen. Da kam die Anfrage zu London Kills genau richtig. Nach der ersten Staffel, die mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar* bereitgestellt wurde, habe ich noch schnell die Chance genutzt und die zweite Staffel auf Wow gleich mit geschaut – inzwischen dürfte die Serie dort leider ausgelaufen sein.
Die Handlung
DI David Bradford kehrt nach einer Auszeit zurück in den Dienst. Er leitet eine Abteilung für Mordfälle. Doch gerade mit seiner Vertretung Vivienne Cole kommt es immer wieder zu Reibungen, da er einen anderen Stil hat, als sie. Zeitgleich wird alles davon überschattet, dass Bradfords Frau noch immer verschwunden ist. Und das Team ist nicht vollständig überzeugt, dass er nichts damit zu tun hat.
Meine Meinung
London Kills sollte als Serie sich realer als andere Krimiserien anfühlen. Nur ein kleines Team war bei den Drehs anwesend. Mehrere Kameras waren gleichzeitig aktiv, um die Szenen in nur wenigen Takes einzufangen und so die Schauspielenden permanent aktiv sein zu lassen. So sollten sie mehr in ihren Rollen bleiben und es sollte sich mehr wie eine Reportage anfühlen als eine geskriptete Serie. Das Ergebnis entspricht nicht ganz dem, was im Vorhinein versprochen wird. Man merkt zwar, dass die Serie nicht dem üblichen Vorgehen entspricht, aber dadurch wirkt sie nicht unbedingt wie eine Reportage, sie wirkt einfach nur hölzerner. Denn es wirken zwei Faktoren gegeneinander, die sich nicht gut vertragen. Auf der einen Seite stehen unsere Charaktere, die wir in all der Zeit kaum wirklich kennenlernen. Keine Hintergrundinformationen, keine Marotten. Sie könnten wirklich das Ermittlngsteam von Nebenan sein. Sehr kühles Spiel, kaum Variation in der Mimik. Auf der anderen Seite haben wir zum einen die Mordfälle, die auch eher nüchtern aufgeklärt werden und damit gut zum Stil und den Charakteren passen. Wir haben aber auch die Geschichte rund um das Verschwinden der Frau von DI Bradford. Hier wurde eine große dramatische Geschichte aufzumachen versucht, die einen an allem und jeden zweifeln lassen sollen, sich aber im Kontext der Serie seltsam grotesk und übertrieben anmutet. Hier werden in jeder Folge neue Hinweise gestreut und im Finale der ersten Staffel wird das Thema auch nochmal groß ausgebreitet. Dabei wirken diese Aspekte allerdings stets wie ein Fremdkörper in der sonst eher distanzierten Serie. Auch die zweite Staffel kränkelt an eben diesem Problem, denn die Rätsel um die verschwundene Frau gehen hier weiter. So ist die Serie grundsätzlich für alle etwas, die sich an den großem Dramabögen anderer Krimiserien stören und eine eher nüchterne Betrachtung der Ermittlungen bevorzugen. So richtig mitreißen konnte mich die Serie leider nicht.
Das Fazit
London Kills ist sehr nüchtern erzählt und bietet dadurch eine ganz neue Atmosphäre, die mich aber nicht abholen konnte. Das folgenübergreifende Drama wirkt leider wie ein Fremdkörper. Für Krimifans, die etwas neues suchen, aber auf jeden Fall einen Blick wert.
London Kills – Staffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.
Ich bin aus meinem Urlaub zurück und direkt bereit in den Rückblick zu starten. Das filmische Hoch ist wieder vorbei, also ist alles wieder beim Alten. Ich schiebe es einfach mal auf die Hitze, bzw. war ich auch einige Tage nicht zu Hause. Aber damit ohne weitere Worte in den Rückblick:
Filme – auf großer Leinwand gesehen
One Life: Nicholas „Nicky“ Winton ist Börsenmarkler und reist 1938 nach Prag, um Geflüchteten Familien zu helfen, die vor Hitlers Mobilmachung flohen. Dabei ist er bestürzt über die Zustände und versucht alles, um zumindest die Kinder nach Großbritannien zu evakuieren. Dabei steht ihm vor allem die Bürokratie im Weg. Fünfzig Jahre später räumt Nicky sein Büro auf und findet das Album über die evakuierten Kinder. Er begibt sich auf die Suche nach einer Zeitung, die darüber berichten will. – Berührendes Drama über einen unbekannteren Teil der Geschichte mit starken Schauspielenden. – Cinemathek
Nur noch ein einziges Mal: Lilly Bloom will in der Großstadt neu anfangen. Sie eröffnet einen Blumenladen und lernt dabei ihre neue beste Freundin kennen. Und Ryle, deren Bruder. Sie verlieben sich und kommen sich langsam näher. Doch als Atlas, Lillys Jugendliebe, auftaucht, zeigt sich Ryles gewalttätige Seite. – Buchverfilmung, die zwar gute Ansätze hat, den wichtigen Grundtonus aber nicht final trifft und daher das wichtige Thema nicht gut umsetzt.
Filme – auf großem Fernseher gesehen
Erneut gesehen habe ich: Mein Nachbar Totoro (Einfach ein sommerlicher Wohlfühlfilm), Kikis kleiner Lieferservice (Ein süßer Film aus dem Hause Ghibli)
The Hunger Games – The Ballad of Songbirds and Snakes: Zu den 10. alljährlichen Hungerspielen wurde sich ein Mentor*innenprogramm ausgedacht, um die Zuschauendenzahlen zu steigern. Auch der junge Coriolanus Snow wurde dafür ausgewählt. Doch er bekommt ausgerechnet District 12 zugeteilt. Mit Lucy Gray als Tribut bekommt er die Chance sein Ansehen zu ändern. Doch was ist der Preis dafür? – Setzt das Buch sehr farbenfroh um, übernimmt aber auch alle Schwächen mit und kann daher im Endeffekt nicht überzeugen.
Batmans Rückkehr: Aus den Tiefen der Kanalisation taucht der Pinguin auf und beteuert nur nach seinen Eltern zu suchen, die ihn als kleines Kind aussetzten. Dabei vertraut er auf die Hilfe von Max Shreck, ein Milliardär, der ganz eigene Pläne verfolgt. Batman versucht diese Pläne zu durchkreuzen und muss sich gleichzeitig mit der kratzbürstigen Catwoman auseinander setzen. – Die Handlung an sich ist eher schwach, aber gerade die Figur des Pinguins kann mit einigen witzigen Einfällen überzeugen.
Filme – leider in diesem Monat verpasst
Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Trap – No way out und Borderlands
Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick
Erneut gesehen habe ich: The A-Team – Staffel 3 (Es bleibt ein guilty pleasure)
Dead Boy Detectives – Staffel 1 (Hat durchaus seinen Charme durch die Charaktere und baut eine gute Atmosphäre auf, erzählt die Geschichten aber eine Spur zu langsam, so dass sich die Folgen leider teilweise ziehen)
BTS Monuments: Beyond the Star – Miniserie (Interessante Hintergrundinfos über BTS und ihre Karriere, aber seltsam unstringent erzählt. Auch ist jede Folge irgendwie runterziehend, obwohl BTS eher für gute Laune steht)
London Kills – Staffel 1-2* (Sehr realistische Polizeiarbeit, dafür aber doch mit zu dramatischer Hintergrundgeschichte und leider nicht sonderlich sympathischem Team)
Criminal Minds – Staffel 8 (Bleibt auf gewohntem Niveau, das Staffelfinale war für den großen Aufbau des Films sehr ernüchternd, aber die Fälle pro Folge sind ganz interessant)
My Dress-up Darling – Staffel 1 (Gute Umsetzung des Mangas, umschifft gut einzelne Stolpersteine)
Oshi No Ko – Staffel 1 (Starker Anime, mit einem krassen Plottwist nach der ersten Folge)
Westwell – Band 1-3: Zwei Jahre nach dem Tod ihrer Schwester kehrt Helena aus dem Exil zurück nach New York. Während sie ihre Eltern überzeugen muss, dass sie sich an die Regeln der High Society hält, versucht sie herauszufinden, was in jener Nacht wirklich passierte. Dabei trifft sie auf Jess, dessen Bruder Adam mit ihrer Schwester verlobt war und in der gleichen Nacht starb. Dabei ist Jess der letzte, mit dem Helena sich abgeben darf. Denn die Westons und die Coldwells sind verfeindet, erst Recht seit dem Tod der Erstgeborenen. Doch Helena und Jess fühlen sich unweigerlich voneinander angezogen. Wird sich die Geschichte wiederholen? – Kann den Hype leider gar nicht nachvollziehen. Es ist unlogisch, verstrickt sich im immergleichen Problem, zieht sich und gerade der Krimianteil ist sehr an den Haaren herbeigezogen. Schade, habe Lena Kiefers Fantasy Bücher geliebt.
Penelope – Das Böse ist dem Untergang geweiht 3: Das Jagdturnier steht bevor und Penelope tut alles, um daran teilnehmen zu dürfen. Zeitgleich fürchtet sie sich davor, dem brutalen Kronprinzen wieder zu begegnen. – Der dritte Band hat sich leider ganz schön gezogen und kam erst gegen Ende in Fahrt.
Golden Heritage: Ellinor Skogen ist zwar eine der Erben des Keksimperiums KOSGEN in Oslo, doch als sie nach ihrem Studium für ein Praktikum einsteigt, steht ihre Schüchternheit ihr mehr als einmal im Weg. Und dann ist da noch Lucas. Einst ihr bester Freund, hat er sie vor Jahren von einem auf den anderen Tag geghostet. Doch sobald sie sich wiedertreffen, sind auch die Gefühle wieder da. Können sie die Vergangenheit überwinden? – Eigentlich hat das Buch ganz schön viele Logiklöcher und die ständigen Zeitsprünge nehmen viel von der Spannung. Aber Caroline Wahl schafft es trotzdem durch ihren einmalig guten Schreibstil, dass ich mich nicht gelangweilt habe.
When you come back to me: Holden hat bei einer Konversionstherapie in Alaska die Hölle erlebt. Selbst ein ganzes Jahr in einem Sanatorium kann ihn nicht heilen. Er zieht zu seiner Tante und seinem Onkel und geht dort zur Schule. Dort trifft er auf River, der Starquarterback der Schule. Beide empfinden sofort etwas, doch während Holden zwar zu seiner Sexualität steht, aber unter seinen Dämonen aus Alaska leidet, muss River erst einmal über sich selbst klar werden. Denn die Träume seines Vaters erdrücken ihn und da passt Homosexualität nicht rein. – Emma Scott nimmt sich wieder einmal einem schwierigen Thema an und erzählt irgendwo eine starke Geschichte, die sich aber viel zu lange zieht und gerade am Ende viel zu viele Zeitsprünge hat.
Haikyu!! 5: Das Interhigh steht an und die Karasuno trifft auf ihre ersten Gegner. Doch, sollten sie diese besiegen, treffen sie in der nächsten Runde auf die Dateko, die das Team zuletzt haushoch geschlagen hatte, mit ihrer unüberwindbaren Mauer. Reicht der neue Schnellangriff von Tobio und Shoyo aus, um dem Team zum Sieg zu verhelfen? – Wir bekommen hier einiges an Spielaction geboten und das funktioniert auch als Manga erstaunlich gut.
Spy x Family 11: Große Aufregung im Hause Forger. Die Schulbusse sind von Terroristen gekapert worden, die die reichen Familien erpressen und damit ihre politischen Ansichten durchkriegen wollen. Auch Anya und ihre Klassenkamerad*innen sind entführt worden. – Wohl einer der spannendsten Bände der Reihe und kann doch den Charme der Reihe halten.
Solo Leveling 3: Sung Jin-Woo levelt fleißig weiter, doch bei dem nächsten Raid sind auch Strafgefangene mit dabei. Und die Aufsichtsperson hegt ganz eigene Pläne. Reicht seine neugewonnene Stärke aus? – Hat etwas von der Spannung eingebüßt, da sich vieles wiederholt. Hoffentlich wird das in den nächsten Bänden wieder besser.
Im Schatten des Schwertes: Yumeko hat eigentlich nur eine Aufgabe: Sie muss das Stück des Drachengebets zu einem verborgenen Kloster bringen. Doch nachdem der erste Oni Hakaimono Besitz ergriffen hat vom Dämonenjäger Tatsumi, hat sich ihre Priorität geändert. Doch auch dieser hat es auf das Drachengebet abgesehen. – Zunächst ein typischer zweiter Band, der die Handlung ziemlich streckt, doch gegen Ende noch einmal wesentlich spannender als der erste Band.
Not in Love: Rue Siebert ist stolz auf ihre Arbeit bei einem Start-up, wo sie als Wissenschaftlerin sich ganz der Forschung widmen kann. Doch dann tauchen neue Investoren auf und scheinen die Firma anzugreifen. Mit dabei ist Eli Killgore, mit dem Rue fast einen One-Night-Stand hatte. Und obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten zu stehen scheinen, kommen sie einfach nicht voneinander los. – Sehr spice-lastig und dennoch wieder eine starke Geschichte von Ali Hazelwood, mit weniger Witz, aber mit viel Tiefgang.
Der Fluch des purpurnen Rauches 1: Auf der Suche nach einem Hexenmeister stürzt Erin sich in die Fluten des Meeres. Dabei wird sie vom Gesuchten gerettet. Sie sucht den besten Weg für ihr Leben, da sie nicht weiß, was sie damit anfangen soll. Der Preis sind 10 Jahre, die sie in der Lehre beim Hexenmeister verbringen soll. Doch dabei merkt sie schnell, dass schwierige Entscheidungen bevorstehen. – Interessanter Auftaktband, der zwar einen merkwürdigen Ezählstil hat, dafür aber tolle Charaktere.
The Darkest Queen 1 – Kuss der Dämonen: Skylar hat nur eine Aufgabe: Sie muss sich unter die Anwärterinnen bei der großen Brautshow schmuggeln. Doch nicht etwa, um den Prinzen zu heiraten, sondern um ihn zu töten und seine Schwester zu kontrollieren. Das soll laut Dämon Andras dazu beitragen, dass das große Sünderfressen verhindert wird. Doch Skylar und Prinz Read kommen sich ungewollt näher und auch die anderen Anwärterinnen geben nicht so leicht auf. – Bisher stärkstes Buch von Nina MacKay.
2023 brachte uns Crunchyroll die 8-bit Produktion Blue Lock auf den heimischen Fernseher und damit den japanischen Fußball näher. Und nachdem wir noch in selige Erinnerungen an den Haikyu Film schweben, bekamen wir auch zu Blue Lock einen Film. Allerdings ist die Handlung zeitgleich zur ersten Staffel angesiedelt und überschneidet sich oft. Kann das funktionieren? Erfahrt es in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Nagi hat eigentlich kein Interesse an Sport oder allgemein etwas anderem als seine Videospiele. Bis Reo auf ihn aufmerksam wird. Als Sohn einer wohlhabenden Familie ist er es gewohnt alles zu bekommen, was er will. Doch seine neue Leidenschaft Fußball stößt sowohl bei seinem Vater als auch bei seinen Freunden auf Unverständnis. So überredet er Nagi, der sich als erstaunlich talentiert erweist und kurz darauf bekommen sie eine Einladung zu Blue Lock, einem Auswahlverfahren für den besten Stürmer Japans. Doch bei Blue Lock kann nur einer gewinnen.
Meine Meinung
Nagi war in der Serie bereits ein interessanter Charakter, so dass die Wahl ihn als Protagonisten zu nehmen, durchaus nah lag. Dabei gab es aber ein Problem: Seine Hintergrundgeschichte und seine Freundschaft zu Reo wurde bereits in der Serie dargestellt. Da gab es wenig Potential, um noch spannende Details rauszupressen. Dennoch wollte ich dem Film eine Chance geben. Wir beginnen auch in der Zeit vor Blue Lock. Nagi und Reo treffen zum ersten Mal aufeinander und Reo kommt seinem Traum von Fußball näher, während Nagi eigentlich lieber Videospiele zocken möchte. Hier gibt es dann tatsächlich auch neue Infos, auch wenn die wichtigsten Szenen bereits bekannt waren. Aber auch, wenn die beiden und ihre Freundschaft hier einen größeren Part bekommen haben, bleibt sie merkwürdig undurchsichtig und bis zum Ende ist immer noch nicht klar, welche Art der Beziehung sie zueinander haben. Weiter geht es zu Blue Lock, wo dann zwar die Spiele von Nagis Gruppe nochmal gezeigt werden, die wir vorher nur vom Ergebnis her kannten, aber wirklich in größerer Länge wurde nur das Spiel gegen Team Z – aus dessen Sicht die Serie erzählt wurde – gezeigt, das eben bereits in der Serie zu sehen war. Zwar diesmal aus der anderen Sicht, aber die Erkenntnisse, die Nagi hieraus mitnahm, waren eben auch nicht neu. So zieht sich der Film weiter und bleibt an Nagi dran, der aber auch in der Serie ab dem Punkt Protagonist wurde. Hier gibt es für Serienfans eigentlich keinen Mehrwert und für Nicht-Fans dürfte der Film auch nicht interessant sein. Dennoch ist es faszinierend wie sehr durch starke Bilder und Szenen die Spannung des Films weitestgehend gehalten werden kann. Man ist trotzdem mit drin und fiebert mit, obwohl man längst weiß, wie die Spiele ausgehen. Es gibt übrigens eine After Credit Scene. Allerdings frage ich mich, ob sie nicht die zweite Staffel etwas gespoilert hat, weil sie hinter Entscheidungen angesiedelt ist, die erst noch anstehen. Aber sie wurde dennoch benötigt, um der Geschichte von Nagi und Reo überhaupt noch eine neue Ebene zu geben.
Das Fazit
Blue Lock – Episode Nagi bietet für Fans der Serie wenig Neues, wiederholt praktisch die erste Staffel noch einmal aus einer anderen Sicht und kann dennoch die Spannung halten. Leider verfehlt sie ihr vordergrüdigstes Ziel: Nagi als Charakter und die Freundschaft zu Reo stärker zu erläutern. Schade. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
Blue Lock – Episode Nagi läuft seit dem 23.07.2024 in den deutschen Kinos
Es wurde still im Kinosaal. 2018 und 2020 brachte John Krasinski die Horrorthriller A Quiet Place in die Kinos. Die Prämisse: Die Monster reagieren auf Geräusche. Also psssst! Und wenn Hollywood die Ideen ausgehen, dann werden halt funktionierende Franchises ausgeschlachtet. So bekommen wir nun das Prequel zum Tag als die Aliens auf der Erde ankamen. Warum das dennoch größtenteils funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Sam (Lupita Nyong’o) ist an Krebs erkrankt und unternimmt einen Ausflug mit anderen Bewohnendes des Hospizes. Immer an ihrer Seite ihre Therapiekatze Frodo. Doch in Manhatten kommt es zu einer Alieninvasion. Sie kann mit anderen in ein Marionettentheater fliehen, von wo aus sie die Informationen bekommen, dass die Aliens auf Geräusche reagieren. Doch während alle sich zu Evakuierungspunkten begeben, will Sam eine letzte Pizza genießen und versucht nach Harlem zu gelangen. Dabei trifft sie auf Eric (Joseph Quinn), der völlig unter Schock ihr folgt.
Meine Meinung
Grundsätzlich klang die Idee die Vorgeschichte zu A Quiet Place zu erzählen gar nicht mal so verkehrt. Dabei gab es aber schon von Anfang an einen Haken: Der zweite Teil beginnt mit einer Rückblende auf eben jenen Tag. Wir haben also schonmal gesehen, wie unsere Hauptfamilie mit der neuen Situation konfrontiert wurde und damit umgehen musste. Was konnte Tag Eins also noch großartig erzählen, was wir noch nicht wussten? Eine weitere Änderung sorgte bei mir auch vorab für Stirnrunzeln. John Krasinski zog sich vom Regiestuhl zurück und übergab das Zepter an Michael Sarnoski, der zuvor den als Geheimtipp verschrienen Pig gedreht hatte. So wurde die Uhr also nicht nur zurückgedreht, sondern wir bekamen gleich ganz andere Charaktere, mit Manhatten ein anderes Setting und einen neuen Regisseur. Der Erfahrung nach also eher schlechte Voraussetzungen. Doch dafür funktioniert A Quiet Place: Tag Eins erstaunlich gut. Zunächst lernen wir Sam kennen, die mit ihrer Erkrankung kämpft, dabei aber weniger die bedauernswerte Patientin gibt, sondern eine, die sich mit Sarkasmus und klaren Worten versucht oben zu halten. Der Film hält zielstrebig auf das ausschlaggende Event zu und dann haben wir den direkten Überlebenskampf. Dieser ist auch sehr spannend inszeniert. Denn auch, wenn schnell geklärt wird, dass die Aliens auf Geräusche reagieren – wie auch immer das so schnell herausgefunden werden konnte – so ist es gar nicht so leicht in einer zerstörten Stadt keine Geräusche von sich zu geben. Informationen werden oft per Hubschrauber und Lautsprecher weitergegeben, die natürlich kurz darauf angegriffen werden und so haben wir gleich wieder mehr Zerstörung. Dadurch wird aber auch die Spannung hoch gehalten. Und auch, wenn die Absicht Sams mit der Pizza zunächst aus der Luft gegriffen schien, rundet sich das Bild ihres Charakters immer stärker ab und spätestens, wenn sie auf Eric trifft, kommt eine gute Dynamik auf. Die Szene im Pub ist dann auch noch etwas fürs Herz – Nein, wir haben hier keine Liebesgeschichte mit drin – und wertet den Film ordentlich auf. So ist der Film größtenteils rund erzählt und kann auf jeden Fall Spannung aufbauen. Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die schlechter funktionieren, weswegen das Prequel doch nicht an die guten Vorgänger anschließen kann. Zum einen ist ein Kritikpunkt, dass die Stille nicht genutzt wird. Während in den vorherigen Filmen es gerade beängstigend wurde, wenn die Musik und die Sounds auf stumm gedreht wurden. Wenn überall etwas lauern könnte und man bloß kein Geräusch machen darf. In Tag Eins wird leider lieber mit viel Sound und den Genretypischen Jumpscares gearbeitet. Dadurch geht leider viel vom Charme und der Spannung verloren, weil man lediglich damit beschäftigt ist auf den nächsten Jumpscare zu warten, statt wirklich Atmosphäre aufzubauen. Zum anderen gibt es ganze Szenen, die irgendwie die Geschichte der Aliens weiter ausbauen sollen, aber einfach absolut nichtssagend sind. Ebenso muss über das ein oder andere Logikloch hinweggesehen werden. Hätte es das Prequel gebraucht? Vermutlich nicht, aber unter den Umständen macht es eine ziemlich gute Figur, auch wenn es bei weitem nicht an die Vorgänger herankommt.
Das Fazit
A Quiet Place: Tag Eins schafft es zwar eine spannende Geschichte zu erzählen und die Charaktere gut in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen, verpasst aber auch einige Chancen, gerade weil zu sehr auf Jumpscares gesetzt wird. Charme und Atmosphäre der Vorgänger kann daher nicht gehalten werden, ist aber ein grundsolider Film. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
A Quiet Place: Tag 1 läuft seit dem 27.06.2024 in den deutschen Kinos
Zwischen all den Remakes, Reboots, Sequels und Prequels im Kino gibt es dann doch noch die Filme, die keinem Franchise entspringen. Im Juli war A Killer Romance einer dieser Filme. Glen Powell durfte sich dabei rollentechnisch voll austoben, doch hat der Film einige Stolpersteine. Welche das sind, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Gary Johnson ist Philosophieprofessor und die Definition von Durchschnittsbürger. Nebenbei arbeitet er bei der Polizei als Techniker für Undercover-Einsätze, bei denen die Anheuerung eines Auftragskillers aufgedeckt werden soll. Durch einen unglücklichen Zufall wird Gary jedoch auf einmal selbst Undercover-Cop und findet zusehens Gefallen an den Rollen. Bis er auf Madison trifft, die ihren tyrannischen Ehemann loswerden möchte. Er hilft ihr ihn legal loszuwerden, beginnt aber kurz darauf mit seinem Alter Ego Ron eine Affäre mit ihr.
Meine Meinung
Regisseur Richard Linklater hat durchaus eine durchwachsene Filmographie vorzuweisen. Bekanntheit dürfte er auch erlangt haben, durch sein Großprojekt Boyhood, welches über 12 Jahre gedreht wurde, um die Darstellenden realistisch altern zu lassen. Für sein neustes Projekt hat er sich Artikel aus dem Texas Monthly herausgesucht und die Hintergrundgeschichte zu Gary Johnson hatte auch durchaus Potential für die Verfilmung. Mit Glen Powell wurde ein Hauptdarsteller gefunden, der hier endlich einmal mehr von seinem schauspielerischen Können zeigen konnte, wurde er doch vorher oft nur als der coole Strahlemann mit den fetzigen Sprüchen gecastet, wie in Maverick oder Wo die Lüge hinfällt. Und gerade das Schlüpfen in die verschiedenen Rollen für die Undercover-Aufträge machen ihm sichtbar Spaß und er geht voll in diesen auf. Auch Schauspielkollegin Adria Arjona geht sichtlich in ihrer Rolle auf und zusammen bilden sie eine zerstörerische Kraft auf der Leinwand. Da beginnen dann allerdings auch schon die Probleme. Denn A Killer Romance kann sich nicht so ganz entscheiden, welches Genre es jetzt bedienen will und schafft es daher keins richtig zu erreichen. Zunächst wird versucht in die Comedy Schiene zu rutschen und Powells Verkleidungskünste trugen auch durchaus zur Erheiterung bei. Bis wir auf Madison treffen, die in einer toxischen Beziehung steckt und keinen anderen Ausweg sieht. Ab hier nimmt sich der Film ein sehr ernstes Thema vor und schafft es auch zunächst gut damit umzugehen. Madison baut sich ein neues Leben auf und alles scheint seinen gewohnten Weg zu gehen. Doch dann treffen Gary und Madison wieder aufeinander und beginnen eine Beziehung. Ab hier wechselt der Tonus dann in Richtung Erotik, da die beiden sehr viele intime Szenen haben, die dann auch einiges an Platz einnehmen. Einerseits ist verständlich, was dadurch gezeigt werden soll, denn die Beziehung zwischen den Beiden ist für Gary insofern ein Problem, als dass er weiterhin sein Alter Ego nutzt. So kommen wir gegen Ende dann auch zum großen Problem des Films. Während man vorher über die Genrewechsel hinwegsehen konnte oder es gar als charmant bezeichnen konnte, so geht es hier in die Abstrusität über. Madisons Ex bekommt wieder einen Platz im Film und ab da werden die Charaktere etwas undurchsichtig und agieren teilweise so, dass man die vorherige Handlung – und gerade den guten Umgang mit der toxischen Beziehung – leider hinterfragen muss. Gleichzeitig könnte das natürlich spannend wirken und dem Film noch einmal eine besondere Note geben, ich fand den Wechsel leider eher problematisch. Wenn man Madison eine andere Hintergrundgeschichte gegeben hätte, wäre es vielleicht etwas stimmiger gewesen, aber so eben nicht. Final ist zu sagen, dass A Killer Romance schon zu einem der besseren Filme gehört, eigentlich auch eine unterhaltsame Geschichte erzählt, aber auch keins der erwähnten Genres richtig bedient. So habe ich wenig gelacht, wenig mitgefiebert und hatte auch mit einigen Plotteilen meine Probleme. So bleibt es leider eher bei Netter Versuch, statt wirklich gut zu sein.
Das Fazit
A Killer Romance hat eine gute Grundidee, verhaspelt sich aber in einem wilden Genremix, der nur bedingt funktioniert und leider am Ende auch problematisch wird, was die Themen angeht. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
A Killer Romance läuft seit dem 04.07.2024 in den deutschen Kinos
Ich bin überhaupt kein Fan von Verschwörungstheorien. Dennoch ist auch mir die ewige Frage, ob die Amis damals wirklich auf dem Mond gelandet sind, nicht an mir vorbei gegangen. Die Ankündigung eines Films, der bei der NASA angesiedelt ist und dennoch die Verschwörungstheorie mit einbaut, war mir zunächst suspekt, aber dann siegte meine Neugier. Und warum To the Moon ein voller Seherfolg war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Im Zuge des Vietnamkriegs droht die NASA wertvolle Geldressourcen zu verlieren und so den Flug zum Mond nicht zu schaffen. Dafür wird Kelly Jones verpflichtet, die durch gut durchdachte Marketingtricksereien das Image ordentlich aufpolieren kann. Zeitgleich fühlt sie sich immer mehr zum ernsten Leiter des Projekts Cole Davis hingezogen. Doch die Regierung hält nichts von der Idee die Mondlandung live zu senden, falls es scheitert. Und so soll Kelly im Studio diese inszenieren. Nur, dass Cole davon absolut nichts erfahren darf.
Meine Meinung
Wie Eingangs erwähnt, war ich etwas skeptisch, was die Prämisse angeht. Als ich nach Hause kam, war ich so geflasht, dass ich meine wichtigsten Gedanken sofort notieren musste, damit ich beim Schreiben dieses Beitrags auch nichts vergessen würde. Nun steh ich vor der Herausforderung meine sehr wirren Notizen in einen sinnvollen Beitrag zu wandeln. To the Moon stand vor der Herausforderung eine bekannte Geschichte, die bereits mehrfach auf alle möglichen Weisen verfilmt wurde, neu und innovativ zu erzählen. Und durch den Ansatz die zwei sehr verschiedenen Charaktere von Kelly als impulsive Marketingsexpertin und Cole als zurückhaltender Projektleiter aufeinander prallen zu lassen, funktioniert schon einmal sehr gut. Wir haben hier das typische Sunshine x Grumpy Trope, das ich persönlich aber sehr gern mag und hier auch voll auf geht. Denn die Anziehung zwischen den beiden wird ab dem ersten Aufeinandertreffen klar kommuniziert und dann durch die unterschiedlichen Ansätze bei der Arbeit verkompliziert. Dennoch entwickelt sich die Geschichte der beiden nach und nach und auch, wenn der Fokus hier nicht unbedingt auf der Liebesgeschichte liegt, ist es doch eine der schönsten, die die Kinoleinwand in letzter Zeit zu bieten hatte. Gleichzeitig wird die bekannte Geschichte auch noch einmal spannend erzählt. Denn hier geht es zwar auch um die technische Herausforderung, aber eben auch darum, wie das Projekt fertig finanziert werden konnte. So fiebert man mit, auch, wenn man genau weiß, worauf es hinausläuft. Ein großer Vorteil hierbei ist auch, dass es alles mit einem gewissen Augenzwinkern erzählt wird. So ist der Film unglaublich witzig, ohne es direkt darauf anzulegen. Keine lahmen Oneliner, die in Sitcoms Dosengelächter herausbeschworen hätte, keine groß angelegten Witze, die erst Minuten später zünden. Sondern einfach die Charaktere so gestaltet, dass es von ganz alleine witzig wird und dies auch über die gesamte Laufzeit gehalten werden kann. Für Geeks gab es dann auch kleinere Schmunzler mit den Captain Kirk Gedächtnisshirts von Channing Tatum. Es mag der Mode von damals geschuldet sein, aber immer wieder, wenn ich ihn in diesen engen Shirts gesehen habe, musste ich an William Shatner denken. Zum Glück war das rote Shirt im großen Finale dann doch keine Prophezeiung. Aber dafür ist Tatum immer aus der Masse herausgestochen, was wohl der Hauptgrund der Kostümwahl war. Man kann von Channing Tatum als Schauspieler halten, was man möchte. In To the Moon gibt er wirklich alles, was sein Repertoire herzugeben hat. Leider kommt er gegen eine Scarlet Johannsen damit nicht an, die hier wieder einmal beweist, wie sie spielerisch eine Bandbreite der Emotionen hergibt. Zu guter Letzt noch ein paar Worte zur Eingangs erwähnten Verschwörungstheorie. Der Film spielt natürlich damit, dass es irgendwie die Studioaufnahmen doch gab, gleichzeitig wurde aber an der realen Mondlandung gearbeitet. Während ich anfangs schon skeptisch war, die Prämisse allein miteinzubauen, schafft der Film es jedoch so zu drehen, dass es wieder eine logische und schlüssige Handlung ergibt. Also für die Zweifler unter euch: Entwarnung!
Das Fazit
To the Moon ist ein rundum gelungener Film, der Historiendrama mit einer wirklich schönen Liebesgeschichte untermalt und von gut platziertem Humor getragen wird. Ein Film, bei dem ich mich schon auf einen Rewatch freue. dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.
To the Moon läuft seit dem 11.07.2024 in den deutschen Kinos
Nach einer sehr zähen vierten Phase, kam das MCU (=Marvel Cinematic Universe) langsam wieder in Schwung, aber auch eher, weil die Notbremse gezogen wurde und wir nun nicht mehr mit Veröffentlichungen überschüttet werden. Nach noch drei Filmen in 2023 gibt es für 2024 nur einen angekündigten Start und das ist der dritte Deadpool-Teil. Das besondere hieran ist auch, dass es der erste MCU Film ab 16 ist, Deadpool und damit auch die X-Men zum ersten Mal im MCU auftauchen und dass Wolverine, der eigentlich in Logan sein verdientes Ende fand, auch wieder mit am Start ist. Warum der Film vielleicht nicht die Rettung des MCU, aber durchaus ein sehenswerter Streifen ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Was bisher geschah
Eigentlich würde ich hier die wichtigsten Informationen zusammenfassen, die man für den Film wissen muss. Die vorherigen Filme, die nur teilweise wichtig sind, zumindest erwähnen. Aber das ist bei diesem Film voller Anspielungen nicht möglich. Wenn ihr wirklich alles verstehen wollt, dann schaut das komplette MCU, alle X-Men, Fantastic Four Teile und jeder Film, der auch nur ansatzweise mit Marvel zu tun hat, schaut auch die Filmography von Ryan Reynold und Hugh Jackman, seit über deren Privatleben informiert und kennt die Gerüchteküche über Marvels zukünftige Filmpläne. Oh und schaut auch die Across the Spider-Verse Filme. Oder(!) ihr lasst euch einfach auf den Film ein, ohne jede Referenz verstehen zu wollen. Viel Spaß!
Die Handlung
Wade Wilson aka Deadpool hat sich in ein paralleles Universum zurückgezogen, wo Vanessa noch am Leben ist. Dennoch läuft sein Alltag eher schleppend. Bis die TVA an seine Tür klopft und ihm gesteht, dass sie seine Welt auslöschen wollen, da durch den Tod Wolverines in Logan der Ankerpunkt fehle. Doch Deadpool sieht gar nicht ein, sich damit zufrieden zu geben und begibt sich auf die Suche nach einem neuen Wolverine. Nur, dass die Lösung damit noch nicht gefunden ist.
Meine Meinung
Als die ersten Gerüchte über einen neuen Deadpool Teil aufkamen, war ich nicht so sehr interessiert. Mochte ich den ersten Teil noch sehr gern, weil er erfrischend anders war, ging die Formel schon im zweiten Teil nur bedingt auf. Dann wurde gemunkelt, dass Hugh Jackman als Wolverine zurückkehren sollte. Meine Zweifel wuchsen, schließlich hatte dieser in Logan ein sehr berührendes und finales Ende gefunden. Warum daran wieder ruckeln? Doch dann drehten Ryan Reynolds und Hugh Jackman zwei kurze Sketche, wo sie die meiste Zeit auf einer Couch saßen und grob über die Ideen sprachen und ich war begeistert! Ich hatte richtig Lust auf den Film! Die Begeisterung hielt nur kurz, denn der erste Trailer sah wieder sehr generisch aus. So ging ich schließlich ins Kino und hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Und ich kann euch sagen, es war eine Achterbahnfahrt! Aber fangen wir am Anfang an. Im Vorfeld hieß es, dass an dem Tod Wolverines in Logan nicht gerüttelt werden sollte, nur, um uns in der ersten Szene genau an dieses Grab zu führen. Aber sie haben es tatsächlich geschafft eine gute Lösung zu finden und uns zeitgleich zu NSYNCs ByeByeBye das Tanzbattle zu liefern, dass uns seit dem ersten Guardians of the Galaxy Film versprochen wurde. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße, denn Deadpools Humor war zwar schon immer fragwürdig und häufig unter der Gürtellinie, aber hier wurden noch einmal alle Register gezogen. So geht es dann auch den restlichen Film über. Wir haben immer wieder Szenen, wo ich dachte: Ja, hier funktioniert die Formel. Und vielleicht war ich auch ein bisschen stolz, weil ich echt viele Anspielungen und Wortwitze verstanden habe, aber dann kam immer wieder irgendetwas, das weniger funktioniert hat. Das ist insgesamt allerdings doch Jammern auf hohem Niveau, denn wir bekamen halt einen Film, wo Deadpool drauf steht und dann eben auch Deadpool drin ist. Das größere Problem des Films ist dann eher eins, dass Marvel seit Phase Eins mit sich herumschleppt: Die schwachen Bösewichte. Zwar haben wir einen Morally Grey Charakter mit Jon Hamm und auch Emma Corrin spielt mit einer absoluten Leidenschaft und gibt ihrem Charakter einiges. Nur kommt sie nicht über das an dieser Stelle eher schwache Drehbuch hinweg. Sie hat eine eher fragwürdige Hintergrundgeschichte, die nicht genutzt wurde, hat überhaupt keine Motivation und ändert ihre Pläne dann auch einfach mal, weil passt gut zum großen Finale. Leider daher wieder zwei Bösewichte, die wir schon in kürzester Zeit wieder vergessen haben. Wie eingangs erwähnt, strotzt der Film auch wieder nur so vor Referenzen und Anspielungen. Und brauchte man spätestens ab Phase Drei schon meist einiges an Hintergrundwissen, wird es hier noch einmal absolut auf die Spitze getrieben. Und während einiges gut funktioniert, wirkt anderes dann auch wieder sehr gewollt reingeschrieben. Ich gehe hier bewusst auf keine Details ein, denn das Entdecken dieser, macht doch einen großen Teil des Erlebnisses aus. Insgesamt gesehen hatte ich eine gute Zeit im Kino. Ich wurde gut unterhalten, habe viel gelacht und hatte Freude am Erkunden der Settings. Aber irgendwo hat dieser gewisse Funke einfach gefehlt, den ich gerade beim ersten Teil hatte. Man merkt, wie sehr Ryan Reynolds diese Rolle lebt und wie gut er mit Hugh Jackman harmoniert, die auch im echten Leben gute Freunde sind. Aber so ganz kann er den Karren namens MCU nicht aus dem Mist ziehen. Aber immerhin sind wir wieder auf einem guten Weg.
Das Fazit
Deadpool & Wolverine funktioniert vor allem durch die große Liebe zu ihren Charakteren, den ganz eigenen Humor – auch wenn er hier ab und an doch etwas zu weit getrieben wird – und der durchdachten Handlung. Bösewichte bleiben gewohnt blass und mit den Andeutungen wurde es dann doch etwas übertrieben. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.
Deadpool & Wolverine läuft seit dem 24.07.2024 in den deutschen Kinos