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Über Shalima Moon

Mit Jahrgang 1993 hab ich es inzwischen auf süße 32 Jahre geschafft. Ursprünglich aus Braunschweig kommend, lebe ich inzwischen im schönen Brandenburg. Hauptberuflich bin ich Buchhalterin freizeitlich gehe ich leidenschaftlich gerne ins Kino oder backe meinem Freundeskreis ein wenig Hüftgold. Auf die Idee für den Blog kam ich, da ich wie gesagt leidenschaftlich gerne ins Kino gehe und regelmäßig von meinem Freundeskreis nach Filmempfehlungen gefragt werde. Anstatt ständig das gleiche zu erzählen, schreib ich es nun einmal auf und jeder kann es nachlesen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich keine professionelle Kritikerin bin. Darum geht es bei diesem Blog auch gar nicht. Hier schreibe ich einfach nur meine Gedanken auf und gebe ein kurzes Feedback und hoffe damit Leuten bei der Filmwahl zu helfen.

Eine Handvoll Serien – 04/22 – K-Drama Special

Willkommen zur vierten serientastischen Handvoll in diesem Jahr! Heute mit: einer fangirlenden Kuratorin, einer Band im Krankenhaus, der Suche nach der Liebe, einem dem Tod nahem Hotel und  einem musikalischem Zauberer.

Her private life

Die Handlung: Seong Duk-Mi (Park Min-Young) arbeitet in einer renommierten Kunstgalerie und muss dort mit ihrem neuen Chef Ryan Gold (Kim Jae-Wook) zurecht kommen. Gleichzeitig ist sie großer Fan einer K-Pop Band und vorallem vom Sänger Cha Si-An (Jung Je-Won), doch diese Leidenschaft muss sie im Geheimen ausleben. Nach einem Vorfall mit einer Jacke, muss sie eine Beziehung mit ihrem Chef faken, um die Fans Si-Ans zu beruhigen. Doch dann schleichen sich noch andere  Gefühle ein. 

Meine Meinung: Dass einige K-Pop Bands es inzwischen international zur Bekanntheit geschafft haben und sich auch hierzulande riesige Fangruppen gebildet haben, ist eine Entwicklung, die deutlich zu beobachten ist. Doch wie ist es mit den Fans aus dem eigenen Land? Dafür bietet Her private life einen wunderbaren Einblick. Was es mit Verkäufen auf sich hat und wieso sich manche mehr als einmal ein Album kaufen, war mir vorher gar nicht bewusst. Doch auch neben dem Thema Fangirling bietet die Serie allerhand Stoff. Wir haben das Thema Kunst und die Arbeit in der Kunstgalerie. Wir haben eine enemys to lovers Geschichte voller toller romantischer Momente und wir haben eine ganz tolle Freundschaft, die erzählt wird. Die Serie habe ich zusammen mit meiner besten Freundin angeguckt und mehr als einmal, haben wir uns versichert „Ja, das würde ich auch für dich tun!“ Die Serie schleicht sich schnell ins Herz rein und macht sich dort breit. Man fiebert mit der Protagonistin richtig mit und in der nächsten Szene liegt man wieder auf dem Boden vor Lachen, weil die Serie es einfach immer wieder schafft aus kleinen Momenten richtige Pointen zu formen. Lediglich das Ende gerät etwas holprig, da die Handlung partout auf 16 Folgen gestreckt werden musst und dadurch nochmal Wendungen eingebaut wurden, die überhaupt nicht mehr nötig waren. Aber das ist tatsächlich Jammern auf sehr hohem Niveau. 

Hospital Playlist

Die Handlung: Die Ärzt*innen Lee Ik-Joon (Jo Jung-Suk), Ahn Jeong-Won (Yoo Yeon-Seok), Kim Joon-Wan (Jung Kyung-Ho), Yang Seok-Hyung (Kim Sae-Myung) und Chae Song-Hwa (Jeon Mi-Do) sind beste Freund*innen und arbeiten zusammen im Krankenhaus, in verschiedenen Abteilungen. Neben ihren persönlichen Geschichten und ihrer Arbeit im Krankenhaus, gründen sie eine Band und versuchen Zeit für die Proben zu finden.

Meine Meinung: Bei Krankenhausserien bin ich bis auf wenige Ausnahmen raus. Scrubs kann ich mir immer wieder angucken und Dr. House habe ich bis zur sechsten Staffel (oder so) verfolgt. Aber gerade, wenn Krankenhaus auf Liebesdrama stieß, wie zum Beispiel Greys Anatomie, war ich raus. Dennoch hat mit Netflix sehr energisch Hospital Playlist immer wieder vorgeschlagen, bis ich nachgab und einen Blick wagte. Und dann war ich im Sog der Serie gefangen (wie es mir bei K-Dramen eigentlich ständig passiert). Die fünf Protagonist*innen sind alle herrlich anders und doch ist ihre Freundschaft der rote Faden der Serie. Etwas überfordert war ich zunächst mit den ganzen Nebencharakteren, wo jetzt welche Assistenzärzt*innen hingehörten und wo welches Pflegepersonal. Die Serie besticht zum einen durch mitreißende Fälle, die dennoch nicht unrealistisch sind. Es sind also nicht wie bei Dr. House immer die Krankheiten, auf die natürlich niemand anderes gekommen wäre, und dennoch spannende Diagnosen. Natürlich dürfen auch die ein oder andere Liebesromanze nicht fehlen, unerwiderte Gefühle und das übliche Drama. Dabei wird das ganze aber sehr liebevoll verpackt und steht im guten Verhältnis zum medizinischen Teil. 

Lovestruck in the City

Die Handlung: Als sich der Architekt Park Jae-Won (Ji Chang-Wook) von seiner Arbeit eine Auszeit gönnt und einen längeren Surferurlaub macht, trifft er auf Lee Eun-O (Kim Ji-Won), die dort vor ihrem Leben geflohen ist. Als beide wieder in ihr Leben zurückkehren, bricht sie den Kontakt plötzlich ab. Jae-Won versucht daraufhin verzweifelt sie wiederzufinden.

Meine Meinung: Mit vergleichbar kurzen Folgen lockte dieses K-Drama, ist bisher aber auch das Schwächste, was ich gesehen habe. Die Handlung baut sich noch langsamer auf als in anderen Dramen und einige Folgen lang, wusste ich nicht, worauf es hinauslief. Zudem waren mir beide Protagonist*innen sehr unsympathisch, so dass ich wenig Interesse an ihrer Suche hatte. Im Laufe der Serie wird dies ein wenig besser, aber gerade durch die nebenbei geführten Interviews, wodurch die Serie ins Mockumentary-Genre fallen dürfte, dreht sich die Handlung immer und immer wieder im Kreis. Erst ganz gegen Ende, wenn das Geheimnis der Protagonistin gelüftet wird, klärt sich einiges auf und ich bin mit der Serie etwas versöhnlicher geworden. Doch davor habe ich mich durch viele Folgen nur durchgequält. Hier ist mir wieder einmal zum Verhängnis geworden, dass ich ganz selten Serien abbreche. Leider haben es die Nebencharaktere auch nur bedingt aufgelockert, auch wenn hier mitunter die schönere Geschichte zu finden war. 

Hotel del Luna

Die Handlung: Go Chan-Seong (Yeo Jin-Gu) kehrt nach seinem Auslandsstudium der Hotellerie zurück nach Korea, da er denkt mit seinem Geburtstag einem von seinem Vater verschuldeten Fluch entkommen zu sein. Doch die mysteriöse Jang Man-Wol (Lee Ji-eun) spürt ihn auf und zwingt ihn im Hotel del Luna, einem Hotel für die Toten, zu arbeiten.

Meine Meinung: Nach Mystic Pop-up Bar wusste ich, dass ich nochmal ein K-Drama in die mystische Richtung sehen wollte. Hotel del Luna kam mir da gerade Recht. Hier fiel mir der Einstieg in die Serie auch etwas einfacherer als bei Mystic Pop-up Bar, auch wenn da letztlich die Charaktere etwas sympathischer waren. Dennoch konnte ich auch hier mich schnell in die Charaktere einfinden und mitfiebern. In den einzelnen Folgen hat man nicht nur einzelne Nebenhandlungen, ein wenig den „Todesfall der Woche“, sondern erfährt auch immer wieder Stücke aus dem früheren Leben der Hotelleiterin, die sich in die Haupthandlung einfügen. Auch wenn nach und nach der Fokus immer weiter auf die Haupthandlung rutscht und hier die potenzielle Liebesgeschichte mehr Platz einnimmt, so gibt es dennoch genügend Platz für weitere Nebenhandlungen. Gerade die Nebencharaktere bilden hier einen großen Mehrwert, sorgen sie doch für viel Witz, aber bieten auch tolle Nebenhandlungen, mit denen man ebenso mitfiebert, wie mit der Haupthandlung. So bietet Hotel del Luna Mystik, Horror, Drama, Romantik und Komödie in einem, wodurch so einige auf ihre Kosten kommen dürften. Auch hier eine große Empfehlung. 

Annarasumanara

Die Handlung: Yoon Ah-Yi (Lisa Yamada) wurde von allen im Stich gelassen und lebt allein mit ihrer Schwester zusammen. Neben der Schule versucht sie Geld für Miete und Essen zusammen zu kratzen, was ihr in der Schule einen Außenseiterstatus einbrachte. Dann trifft sie auf einem verlassenen Jahrmarkt einen mysteriösen Zauberer (Ji Chang-Wook), der ihr eine neue Welt zeigt.

Meine Meinung: Wohl das K-Drama, das mich mit den gemischtesten Gefühlen zurückgelassen hat. Denn wir haben zum einen schillernde Szenen voller Magie und ein schönes Musical, wir haben aber auch untypisch viel Leid und schwere Schicksale. Für Ah-Yi scheint nur zu gelten, wie man ihr das Leben noch schwerer machen kann. Nicht nur haben die Eltern sie und ihre Schwester zurückgelassen, auch erdrückt die Geldnot sie fast. Die Situation in der Schule mit dem Mobbing macht es nicht gerade besser. Da dies bei mir tendenziell ein Trigger ist, fiel es mir immer schwerer die Serie weiter zu schauen, doch sie ist gleichzeitig so spannend gestaltet, dass ich doch irgendwie dran geblieben bin. Den Namen Musical-Serie macht sie gerade am Anfang alle Ehre, mit tollen Liedern und tollen Inszenierungen. Leider nimmt dies über den Verlauf der Serie immer mehr ab  und die Lieder wurden auch einseitiger. Bei gerade einmal sechs Folgen keine gute Entwicklung. Letztlich ist es aber das Ende, was irgendwie rund ist und doch so viele Fragen offen lässt, dass ich nicht genau weiß, was ich final von der Serie halten soll.

Rückblick auf das dritte Quartal 2022

Der Herbst ist da, selbst ich kann es nicht mehr leugnen. Damit ist es auch wieder Zeit für einen Rückblick auf das vergangene Quartal, womit ich die Rückblickswoche vervollständige (als hätte ich es geplant, aber tatsächlich ist es Zufall, da ich durch meine Erkältung einige Beiträge umplanen musste). Dabei sieht diesmal durch das Sommerloch vor allem der Kinobereich sehr schwach aus. Also vielleicht wird es das erste Mal nicht in allen Bereichen eine Top 5 geben. Dennoch gibt es hier die bekannten Toplisten aus Kino, Film, Serie und Buch aus der Zeit Juli-September 2022.

Meine vier Kino Highlights

Elvis: Colonel Tom Parker ist eigentlich ein Rummelplatz-Manager, doch als er den jungen Elvis Presley entdeckt, beginnt eine ganz andere Karriere. Zusammen erobern sie die Musikcharts. Doch im Laufe der Zusammenarbeit tauchen immer mehr Differenzen auf.- Tolles Biopic, etwas wenig Musik, aber interessanter Erzählstil.

Sing a bit of harmony: Satomi lebt in einer Modellstadt, wo künstliche Intelligenz getestet wird. Roboter sind in ihrem Alltag fest integriert. Ihre Mutter steht kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Projekts und hat daher wenig Zeit. Als mit Shion eine neue Mitschülerin auftaucht, die auf Satomis Glück aus ist, steht die Welt Kopf. Doch dann findet Satomi mit ihrem Freundeskreis heraus, dass Shion das neue Projekt der Mutter ist. – Thema künstliche Intelligenz mal ganz anders aufgezogen, sehr süßer und lebensfroher Film.

Bullettrain: Ladybug bekommt den Auftrag in einem Shinkansen einen Aktenkoffer voll Geld zu stehlen. Doch in diesem Zug sind noch einige andere Personen aus verschiedenen Motiven, die alle unterschiedliche Ziele haben. Doch eins ist gewiss: Der weiße Tod wartet in Kyoto. – Rasante Action, tolle Dialoge, einfach völlig meinen Humor getroffen. Highlight.

Der Gesang der Flusskrebse: Kya Clark lebt allein in der Marsh, einer Sumpflandschaft in North Carolina. Von der Familie zurückgelassen, muss sie irgendwie überleben. Dabei findet sie in wenigen helfenden Hände Freundschaften und vielleicht auch Liebe. Doch Ende der 1960er Jahre wird sie eines Mordes beschuldigt. – Ruhig erzählt, schöne Landschaftsaufnamen, tolle Geschichte.

Meine fünf filmischen Highlights

Train to Busan: Seok-Woo ist Fondmanager und hat daher wenig Zeit für seine Tochter Su-An. Diese ist so traurig, dass sie mit dem Zug zurück zu ihrer Mutter nach Busan fahren will. Seok-Woo will sie nicht allein fahren lassen und steigt mit ein. Doch auf der Fahrt häufen sich die Meldungen, um merkwürdige Tumulte in ganz Korea. – Ich hasse Zombies. Ich hasse Horrorfilme. Aber dafür ist der Film echt gut.

Die Poesie des Unendlichen: Der Mathematiker S. Ramanujan lebt in Indien, kurz vor dem ersten Weltkrieg. Da er durch seinen Stand im von den Briten besetzten Indien keine Chance hat, voranzukommen, schreibt er einen Brief nach Cambridge und wird eingeladen, dort weiter zu forschen. Doch vor Ort quält ihn nicht nur Heimweh, sondern auch der Rassismus. – Ruhig erzähltes historisches Drama aber mit spannender Geschichte.

Mrs. Taylors Singing Club:  Während die Soldat*innen im Auslandseinsatz sind, bleiben die Familien auf dem Stützpunkt zurück und versuchen sich bei verschiedenen Aktivitäten abzulenken. Kate Taylor hat sich als Offiziersgattin bisher rausgehalten, nach dem Tod ihres Sohnes versucht sie jedoch die Organisation an sich zu reißen. Sehr zum Leidwesen von Lisa, die bisher alles organisiert hat. – Sehr vorhersehbares Drama, funktioniert an vielen Stellen, hat aber auch zwischendurch deutliche Schwächen.

Hocus Pocus: 1693 werden drei Hexenschwestern hingerichtet, doch konnten sie vorher einen Fluch aussprechen. 1993 werden diese wieder erweckt. Überfordert mit der modernen Welt, müssen sie dennoch versuchen, einen Trank zu brauen, der sie über die Nacht hinaus am Leben erhält. Doch dafür brauchen sie die Energie eines Kindes. – Kultiger Halloweenfilm mit drei ganz eigenwilligen Hexen.

Die Erfindung der Wahrheit: Elizabeth Sloane ist Lobbyistin und hat einige erfolgreiche Kampagnen für Cole Kravitz & Waterman geleitet. Doch beim Thema Waffenkäufe wechselt sie unerwartet das Lager und steigt bei einem kleinen Konkurrenten ein. Damit tritt sie einen Wettlauf los, bei dem einige schmutzige Mittel eingesetzt werden. – So ganz bin ich wohl nicht mit allen Wendungen hinterhergekommen, aber sehr spannender Politthriller.

Meine fünf serienlastigen Highlights

Her private life – K-Drama: Seong Duk-Mi arbeitet in einer renommierten Kunstgalerie und muss dort mit ihrem neuen Chef Ryan Gold zurecht kommen. Gleichzeitig ist sie großer Fan einer K-Pop Band und vorallem vom Sänger Cha Si-An, doch diese Leidenschaft muss sie im Geheimen ausleben. Nach einem Vorfall mit einer Jacke, muss sie eine Beziehung mit ihrem Chef faken, um die Fans Si-Ans zu beruhigen. Doch dann schleichen sich noch andere  Gefühle ein. – Wahrscheinlich die Serie, die allen Fans von etwas aus dem Herzen spricht. Gleichzeitig besticht sie durch eine tolle Geschichte, viel Gefühl und vor allem einer sehr großen Portion Humor.

Traumhaus Makeover – Staffel 3: Shea McGee hat zusammen mit ihrem Mann eine Renovierungsfirma gegründet. Egal, ob das ganze Haus oder nur einzelne Zimmer, egal ob großes oder kleines Budget, die McGees kümmern sich um alle Wünsche. Mit ihrem unvergleichlichen Einrichtungsstil treffen sie dabei immer ins Schwarze. – Super sympathisches Paar und tolle Serie für Einrichtungsfans. Funktioniert auch in der dritten Staffel trotz Schwangerschaft und Corona sehr gut.

Spy x Family – Staffel 1: Twilight ist Spion aus Westalis und wird nach Ostania geschleust. In Berlint soll er sich unter der Tarnidentität Loid Forger Zugang zu einem der führenden Politiker verschaffen. Der einfachste Weg ist über die Eden-Akademie, eine der führenden Schulen. Dafür benötigt er jedoch ein Kind. In einem Waisenhaus adoptiert er die Telepathin Anya, ohne von ihren Fähigkeiten zu wissen. Doch leider akzeptiert die Eden nur vollständige Familien, weswegen Loid noch eine Frau braucht. Diese findet er in Yor, weiß jedoch nicht, dass sie eine berühmte Auftragskillerin namens Dornenprinzessin ist. – Spannend, witzig, aber vorallem mit tollen Charakteren. Es bleibt spannend, ob die Geheimnisse der Charaktere irgendwann auffliegen.

Sandman – Staffel 1: Dream, einer der Ewigen und zuständig für die Traumlande, wird von einem Zauberer gefangen genommen. Hundert Jahre später kann er sich befreien und steht vor den Trümmern seines Reiches, dass er nun wieder aufbauen muss. – Die Serie besticht durch eine spannende Handlung, aber vor allem durch eine unglaubliche Optik.

Attack on Titan – Staffel 4.1-4.2: Vor 100 Jahren tauchten Titanen auf, die Menschen essen und keinen anderen Lebenszweck zu schein haben. Daher zog sich die Menschheit hinter drei hohen Mauern zurück. Nach den Ereignissen in den vorherigen drei Staffeln, geht es nun um die finalen Schlachten auch außerhalb der Mauern. – Die Serie bleibt unglaublich spannend, mitreißend und lässt einen mehr als einmal fassungslos zurück.

Meine fünf buchigen Highlights

Vielleicht Irgendwann: Karla hat sich vorgenommen keine Beziehung einzugehen. Als sie auf Henning Kiefer, ihrem Idol aus der Formel 2, trifft, könnte sie jedoch schwach werden. Dann bekommt sie ein zweifelhaftes Angebot: Sie soll Hennings Freundin spielen. Da sie dringend Geld braucht, geht sie drauf ein, nichts ahnend, was seine Nähe in ihr auslöst. – Die Grundidee mochte ich, die Umsetzung hat mich überrascht, aber die Geschichte hab ich geliebt. Sehr schöner Abschluss der Reihe.

Golden S(e)oul Days: Nach drei Jahren in Singapur reist Jade zurück nach Korea. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen trifft sie wieder auf Hyun-Joon und ihre Gefühle kehren heftiger zurück als zuvor. Doch nach seiner Zeit beim Militär hat er sich geändert. Gibt es für beide eine gemeinsame Zukunft? – Ganz anders als erwartet, aber dennoch ein sehr starker zweiter Teil und eine mitreißende Geschichte.

Emerald Witches 1 – Ahnenmond: Kang Hana ist die Erbin des Smaragdzirkels, einer der sieben Hexenzirkel von Seoul. Beim Ahnenmond soll sie sich gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen, um den Vorsitz wieder vom Opalzirkel zu ihrem zu lenken. Doch die Opalhexen betrügen und kurz darauf muss sich Hana mit dem Dämon Bobby einlassen, um ihr Leben zu retten. – Wohl das Buch, das ich seit Ewigkeiten am meisten herbeigesehnt hatte. Und es hat mich nicht enttäuscht, im Gegenteil, ich bin in eine faszinierende Welt eingetaucht, mit tollen Charakteren, einer spannenden Handlung und eine Achterbahn der Gefühle. Und jetzt brauch ich dringend ein paar Taschentücher und Band 2.

Beastseller 1 – Monomythos: Marc wacht in einer Fantasywelt auf und hat nur noch eine Nummer in seinem Smartphone gespeichert. Ciri eine Fee in Handyform erklärt ihm, dass er eine Heldenreise durchleben muss, um wieder zurück zu kommen. – Roman in Chatform, der mit einigen Klischees aufräumt bzw. diese bewusst ausspielt. Sehr witzig und gut umgesetzt.

Und wir tanzen über den Flüssen: June kehrt nach London zurück und trifft prompt auf Kian, ihrem Ex. Schnell schleichen sie die alten Gefühle bei beiden wieder ein. Doch dann ist da noch Ash, Kians bester Freund, mit dem sie sich nur fetzt, auch wenn sie das prickeln in seiner Nähe nicht ignorieren kann. – Das Finale der Love is love Reihe befasst sich mit Polyamorie und das auf eine sehr herzliche Art. Es hat leider ein bisschen lange gebraucht, um sich aufzubauen, wodurch kleine Längen vorhanden waren, aber die tollen Charaktere und die starke Geschichte macht vieles wett.

Was waren eure Highlights?

Rückblick auf die Buch Berlin 2022

Am 17. und 18.09.2022 fand wieder die Buch Berlin statt. Ich war wieder für euch dabei und möchte ein wenig berichten – wenn auch urlaubs- und krankheitsbedingt etwas verspätet.

Die Messe

Nachdem die Buch Berlin im letzten Jahr unter strengen Coronaauflagen stattfand, war dieses Jahr alles etwas lockerer. Dadurch wuchs auch die Anzahl der Ausstellenden auf über 300 und natürlich wuchs die Anzahl der Besuchenden deutlich.
Dadurch wurde es an einzelnden Ständen etwas voller und es blieb weniger Zeit für Gespräche, wie noch im letzten Jahr. Dennoch unterscheidet sich die Buch Berlin von den Zahlen deutlich von den großen Messen, wie Leipzig und Frankfurt.
Hier sucht man vergebens nach den großen Verlagen, dafür ist genug Platz für die kleineren Verlage und vor allem für Selfpublisher. Die Stände wurden wieder mit viel Liebe und Hingabe gestaltet und die Liebe zum geschriebenen Wort war in jedem Gespräch zu spüren. Die Genres waren querbeet vertreten, so dass eigentlich jeder fündig werden sollte. Allein die Ständereihen mit den kreativen Namen, wie Rocky Beach, Baker Street oder King’s Landing luden zum schmunzeln ein.
Natürlich gab es auch wieder allerlei Lesungen und andere Aktionen, wie eine Messerätsel-Ralley oder Radiointerviews von Radioplanet Berlin.

Mein Messeerlebnis

Ich würde sagen, dass ich letztes Jahr viel mehr Gespräche an Ständen geführt habe, dafür dieses Jahr aber noch mehr bekannte Gesichter (wieder-) getroffen habe. Kaum eine „Straße“ konnte ich entlang gehen, ohne nicht ein bekanntes Gesicht zu treffen. So fühlte es sich nicht nur wie eine Messe voller Gleichgesinnten an, sondern auch irgendwie wie nach Hause kommen.
Durch meinen Urlaub konnte ich nur am Samstag teilnehmen, war da aber fast die ganze Zeit anwesend, was mir meine schmerzenden Füße bestätigten. Das Grinsen auf meinem Gesicht konnte es jedoch nicht wegwischen. Es war einfach nur eine gute Stimmung, so viele tolle Leute und dann konnte ich auch noch meinen Lieblingsautor Christian Handel persönlich treffen (Foto unten links).

Buch Berlin Bookhaul

8 Bücher durften letztendlich in meinen Beutel hüpfen. Am liebsten hätte ich noch viel mehr Bücher mitgenommen, doch ich hatte ein festgesetztes Budget, das ich restlos ausreizte. Genug Beutel hatte ich natürlich dabei, also da wäre noch einiges möglich gewesen 😉
Das erste Buch ist inzwischen auch schon verschlungen und ich freu mich auf jedes weitere.
Ansonsten kann ich nur sagen, es war wieder ein tolles Messeerlebnis, ich war sehr glücklich an diesem Tag und freue mich schon jetzt auf nächstes Jahr.

Und? Sehen wir uns nächstes Jahr auf der Buch Berlin?

Vielen Dank an die Buch Berlin für das Bereitstellen eines Pressetickets. Ich kennzeichne diesen Beitrag daher als Werbung.

Rückblick auf den September

0 Kinofilme im September. Das gab es wohl seit Lockdown und geschlossenen Kinos nicht mehr. Aber am Anfang gab es nicht einen Film, der mich wirklich interessierte, dann folgte mein Urlaub und anschließend hatte mich eine Erkältung fest im Griff. Was der Oktober so bringt, da lass ich mich mal überraschen. Zumindest das Sommerloch sollte doch langsam vorbei sein.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Wie bereits eingang erwähnt, habe ich keinen Film im Kino gesehen. Auf das es im Oktober besser wird!

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Shrek 1 und 2 (noch immer gute kurzweilige Unterhaltung)

Dallas Buyers Club: Ron Woodroof erkrankt an HIV, was für den queerfeindlichen Lebemann schwer zu ertragen ist. Da er an ein neues Medikament in den USA schwer rankommt, reist er nach Mexiko und lernt dort eine Behandlung mit Körperstärkungsmitteln kennen. Damit auch andere Betroffene davon profitieren, er aber nicht wegen Medikamentenschmuggel angezeigt wird, gründet er den Dallas Buyers Club. – Am Anfang etwas problematisch, danach interessant, wenn er sich auch stellenweise zieht.

Prestige: Ende des 19. Jahrhunderts konkurrieren zwei Magier um Publikum und den besten Trick. Robert Angier und Alfred Borden kennen sich aus ihren Anfangszeiten, die jedoch durch den Tod von Angiers Freundin überschattet wird. – Spannende Handlung, auch wenn ich einige Zeit gebraucht habe, um in die Geschichte reinzukommen.

Pinocchio: Geppetto ist ein Handwerker und Uhrmacher in einem kleinen italienischen Städtchen. Eines Abends wünscht er sich etwas vom Abendstern. Daraufhin erscheint die blaue Fee und erweckt die frisch fertig gestellte Holzpuppe Pinocchio. Um ein richtiger Junge zu werden, muss er beweisen, dass er Recht von Unrecht unterscheiden kann. Dafür bekommt er die Grille Jiminy an die Seite gestellt. – Lieblose Realverfilmung, die wenig bis nichts Neues einbringt und an der Distantziertheit der Charaktere scheitert.

Hocus Pocus: 1693 werden drei Hexenschwestern hingerichtet, doch konnten sie vorher einen Fluch aussprechen. 1993 werden diese wieder erweckt. Überfordert mit der modernen Welt, müssen sie dennoch versuchen, einen Trank zu brauen, der sie über die Nacht hinaus am Leben erhält. Doch dafür brauchen sie die Energie eines Kindes. – Kultiger Halloweenfilm mit drei ganz eigenwilligen Hexen.

Ali Wong: Dong Wong: In ihrem dritten Netflix-Special nimmt Ali Wong wieder kein Blatt vor dem Mund. Sie spricht über Frauen in der Comedy, ihre Ehe und absolut schonungslos über ihre Bedürfnisse. – Man muss sich an ihre Art gewöhnen, doch sie hat durchaus ihre Momente, die mich sehr zum lachen gebracht haben.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Ticket ins Paradies: Julia Roberts und George Clooney sehen schon im Trailer als geschiedenes Paar gut zusammen aus. Auch wenn der Trailer wohl schon alle Wendungen verraten hat, bin ich dennoch gespannt.

Tausend Zeilen: Michael „Bully“ Herbig präsentiert nach Ballon ein weiteren Film mit eher ernsterem Thema. Wirklich viel hat der Trailer noch nicht gesagt, also bin ich noch gespannt.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: The Deer King, Freibad, Im Westen nichts neues

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich Spy x Family – Staffel 1 (so eine spannende und witzige Animeserie)

Aggretsuko – Staffel 4 (In der vierten Staffel verliert die Serie weiter an Schwung, hat aber wieder eine bessere Geschichte zu erzählen, als Staffel 3)

Attack on Titan – Staffel 4.1 – 4.2 (Spannend, actionreich, mitreißend, eine der besten Serien, die ich seit langem gesehen habe. Ich kann das große Finale nächstes Jahr nicht abwarten)

Annarasumanara   K-Drama (Für ein Musical gab es mitunter wenig Lieder, aber die Geschichte ist schöntraurig und geht tief unter die Haut. Am Ende bleiben leider zu viele Fragen offen)

Only murders in the building – Staffel 2 (Nach dem Cliffhanger in Staffel 1 lässt sich die Serie wieder sehr viel Zeit und verstrickt sich so sehr, dass es am Ende irgendwie jeder hätte sein können. Keine befriedigende Auflösung)

Instant Dream Home – Staffel 1 (Ich mag Umbauserien und diese habe ich in einem Stück weggebinged. Guter Aufbau, schöne Designkonzepte, spannender Aufbau)

Extraordinary Attorney Who – K-Drama (Etwas holpriger Einstieg, dann aber ein sehr liebevolles und schönes Drama)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 3.687
Seiten pro Tag: 130 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 2
Taschenbuch: 5
Comic/Manga/Graphic Novel: 6

Legend Academy 1 – Fluchbrecher: Graylee kann durch die Berührung von Wänden sehen, wie Menschen in den Häusern gestorben sind. Durch diese Gabe kommt sie an die Swanlake Academy, wo sie von den Mythennachfahren erfährt. Doch kurz darauf verändern sich einzelne Nachfahren. Graylee ist fest entschlossen, den Grund zu finden. – Wie gewohnt witzige Fantasy von Nina McKay mit tollen Charakteren.

The gender of Mona Lisa 6: Hinase bekommt unvermittelt von außerhalb einen guten Ratschlag und bittet ihre beiden besten Freund*innen zu einem klärenden Gespräch. – Es geht spannend weiter, Hinase kommt einen großen Schritt weiter, ich freu mich auf die beiden abschließenden Bände.

Nebelschimmer: Calla und Jasper waren das absolute Traumpaar. Dennoch haben sie sich vor einem Jahr getrennt. Nun ist Calla wieder in Deutschland und trifft bei ihrem neuen Job ausgerechnet auf Jasper. Beide versuchen mit ihren alten Gefühlen zurecht zu kommen. – Nach dem ersten Band, der mich überhaupt nicht überzeugen konnte, hab ich der Reihe noch eine Chance gegeben und bin mit einer tollen Geschichte belohnt worden. Gefiel mir sehr gut.

One Piece 2: Ruffy und Zorro kämpfen gegen eine zirkusreife Gruppe Piraten und treffen dabei erneut auf Nami. – So richtig warm geworden bin ich mit One Piece noch nicht, aber ich gebe der Reihe mal noch eine Chance (es sind ja noch ein paar viele Bände…)

Die Tagebücher der Apothekerin 1-2: Maomao ist entführt worden und an den Kaiserhof verkauft worden. Dort leistet sie ihre „Schulden“ als einfache Dienerin ab. Doch als eine seltsame Krankheit am Hof ausbricht, entdeckt einer der Eunuchen ihr Talent als Apothekerin. Dadurch steigt sie auf und bekommt eine bessere Stellung. Doch Intrigen lauern überall. – Eigentlich zögerte ich vor diesem historischen Manga, aber der Humor und die Protagonistin haben genau meinen Geschmack getroffen. Ich freu mich auf weitere Bände.

Attack on Titan 2-3: Fünf Jahre nachdem die Menschheit ein Drittel ihres Territoriums verloren hat, taucht der kolossale Titan erneut auf und zerbricht erneut eine Mauer. Dadurch kommt es zu einer großen Schlacht um den Bezirk Trost. – Vieles schon durch den Anime bekannt, der sich sehr nah an die Vorlage hält, dennoch ist es eine schöne Rückerinnerung.

Emerald Witches 1: Kang Hana ist die Erbin des Smaragdzirkels, einer der sieben Hexenzirkel von Seoul. Beim Ahnenmond soll sie sich gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen, um den Vorsitz wieder vom Opalzirkel zu ihrem zu lenken. Doch die Opalhexen betrügen und kurz darauf muss sich Hana mit dem Dämon Bobby einlassen, um ihr Leben zu retten. – Wohl das Buch, das ich seit Ewigkeiten am meisten herbeigesehnt hatte. Und es hat mich nicht enttäuscht, im Gegenteil, ich bin in eine faszinierende Welt eingetaucht, mit tollen Charakteren, einer spannenden Handlung und eine Achterbahn der Gefühle. Und jetzt brauch ich dringend ein paar Taschentücher und Band 2.

Percy Jackson 4 – Die Schlacht um das Labyrinth: Durch Zufall entdeckt Percy den Eingang zu Dädalus berühmten Labyrinth. Zusammen mit Annabeth, Groover und seinem Halbbruder Tyson versucht er einen Weg zu finden, den Eingang zu verschließen, damit Luke und die anderen Anhänger Kronos‘ nicht dadurch ins Camp kommen. Dabei treffen sie auf allerlei Hindernisse. – Ein typischer Percy Jackson, der sich langsam auf die Endschlacht vorbereitet. Alles aber irgendwie etwas vorhersehbar und konnte kaum noch überraschen.

More than a star: Allison bekommen einen Job in Seoul. Trotz aller Unwahrscheinlichkeiten trifft sie dort auf ihr großes K-Pop Idol Wooyeong. Und obwohl sie nicht zusammen sein dürfen, weil es seine Karriere zerstören könnte, können sie nichts gegen ihre aufkommenden Gefühle unternehmen. – Eigentlich eine schöne kleine Geschichte, aber ich hab den Protagonist*innen ihre Anziehung nicht abgekauft. Dafür war die Handlung zu konstruiert und die Protagonistin zu nervig. Schade.

Bullet Train: Der als Marienkäfer bekannte Auftragskiller bekommt den Auftrag einen Koffer aus einem Shinkansen zu klauen. Doch er scheint vom Pech verfolgt und so landet er zusammen mit vier anderen Killern in dem Zug. – Nach dem Film eindeutig ruhiger erzählt. Dennoch hatte ich auch hier meinen Spaß und wurde noch immer überrascht, da der Film einiges abgeändert hatte. Leider ließ mich gerade das Ende sehr enttäuscht zurück, da hier wenig bis nichts aufgeklärt wurde.

Our souls in your dreams: Um ihre Schwester Maddie zu retten, muss sich Cat Ceshire mit dem Prinzen Gil und dem Mirriner Al zusammen tun und in ihren Traum eintauchen, um sie aufzuwecken. Doch vorher muss sie sich ihrem eigenen Traum stellen. Und dieser will sie nicht so einfach loslassen. – Spannender zweiter Band, der die eigentliche Geschichte zwar nicht vorantreibt, aber die Beziehung der Charaktere festigt.

Wie war euer September?

 

Disney+ Original: Pinocchio

Ein Vorwort

Nachdem uns Disney 2019 gleich mit 5 Realverfilmungen und Sequels dieser bombardierte, wurde es durch die Pandemie ein wenig ruhiger. Nach Susi und Strolch war nun Pinocchio der zweite Film, der direkt für die hauseigene Streamingplattform entwickelt wurde (Mulan wurde wegen der Pandemie nicht im Kino veröffentlicht). Das dafür Namen wie Robert Zemeckis auf dem Regiestuhl und Tom Hanks vor der Kamera verpflichtet wurden, überrascht dabei. Warum die Neuverfilmung wieder einmal absolut überflüssig ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Geppetto (Tom Hanks) ist ein Handwerker und Uhrmacher in einem kleinen italienischen Städtchen. Eines Abends wünscht er sich etwas vom Abendstern. Daraufhin erscheint die blaue Fee (Cynthia Erivo) und erweckt die frisch fertig gestellte Holzpuppe Pinocchio. Um ein richtiger Junge zu werden, muss er beweisen, dass er Recht von Unrecht unterscheiden kann. Dafür bekommt er die Grille Jiminy (Joseph Gordon-Levitt) an die Seite gestellt.

Meine Meinung

1940 kam der zweite abendfüllende Film aus dem Hause Disney raus und verfilmte die Geschichte von Carlo Collodi. In 83 Minuten wurde die gesamte Geschichte erzählt und mit dem ein oder anderen Ohrwurm untermalt.
Nun wurde eine Neuverfilmung mit einer Lauflänge von 105 Minuten. 20 Minuten mehr scheint auf den ersten Blick nicht sonderlich viel mehr, zumal der Film ja auch die Chance hatte vom ursprünglichen Drehbuch abzuweichen und eine ganz andere Geschichte zu erzählen. Tut er nur leider nicht. Stattdessen durchlaufen wir die bekannten Stationen nur alles eben schon bekannt und mit weniger Liebe und Herzlichkeit bei den Charakteren.
Bis auf wenige Szenen orientiert sich die Neuverfilmung an Setting, Handlung, Charakteren und Dialogen an die  Version von 1940. Damit reiht sich Pinocchio in die Reihe der Filme, wie König der Löwen oder auch Die Schöne und das Biest, ein, deren Neuverfilmung wenig bis kein Mehrwert bieten. Nicht einmal die Animationen sehen hier besonders aus, womit König der Löwen noch versuchte zu punkten.
Stattdessen wirkt allen voran Jiminy Grille so, als ob man sich nicht entscheiden konnte, ob man wieder eine Zeichentrickversion oder eine realistischere Version machen wollte und so trifft es keins von beidem und sieht nur merkwürdig aus. Pinocchio selbst könnte dem Zeichentrick entsprungen sein, nur mit noch weniger Emotionen. Schauspielerisch setzt Disney auf Namen, wie Tom Hanks, Luke Evans oder auch ein Joseph Gordon-Levitt, der Jiminy die Stimme verleiht. Doch alle wirken merkwürdig fehl am Platz, gerade Tom Hanks scheint überfordert, wenn er mit den animierten Charakteren interagieren soll.
Wirklich schöne Einfälle, wie die Einführung von Fabiana und ihre Marionette, kommen viel zu kurz und wirken damit künstlich dazugeschrieben, obwohl der Handlungsstrang ausgebaut und dafür andere gekürzt oder weggelassen, den Film vielleicht besser gemacht hätte.
Letztlich fehlt dem Film aber vor allem eins: Leben. Es wird keinerlei Verbindung zu den Charakteren aufgebaut. Alles wirkt nur sturr nach Strichliste abgearbeitet. Dadurch zieht sich der Film auch ziemlich und ist gar einfach langweilig. Und das ist dann selbst für eine Streamingveröffentlichung einfach zu wenig. Die nächsten Verfilmungen dürfen dann also gern wieder was neues bieten. Das dies funktioniert haben Maleficent, Cruella oder auch Alice im Wunderland bewiesen.

Das Fazit

Pinocchio reiht sich leider in die Reihe der überflüssigen Neuverfilmungen ein. Altes Material in neuem Gewand, aber ohne Nähe und sehr leblos. Ein Robert Zemeckis und Tom Hanks wirken hier sehr verschwendet. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Pinocchio ist seit dem 08.09.2022 auf Disney+ verfügbar

Eine Handvoll Filme – 02/2022

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der filmischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer unerwartet langen Fahrt, einem Chor, der die Wartezeit überbrücken soll, einer Liebe zu zwei Männern, der Faszination zur Magie und einem Club für Medikamente.

Paris kann warten

Die Handlung: Anne Lockwood ist mit ihrem Mann in Cannes. Da sie wegen einer Ohrentzündung nicht fliegen kann, kann sie ihren Mann nicht zu einem Filmdreh nach Budapest begleiten. Jacques ein Geschäftspartner bietet an, sie mit dem Auto nach Paris zu fahren, wo sie sich wieder mit ihrem Mann treffen will. Dabei nimmt er jedoch einige Umwege.

Meine Meinung: Der Name Coppola dürfte wohl jedem Filmfan ein Begriff sein. Allen voran wohl Francis Ford, der unter anderem für Der Pate verantwortlich ist, oder dessen Tochter Sofia. Unbekannter dagegen ist Ehefrau Eleanor, die uns mit Paris kann warten ihren ersten Spielfilm präsentierte. Der Trailer sah damals nach einem entspannten Roadtrip durch Frankreich aus, was mich ansprach. Nun Jahre später habe ich es endlich geschafft den Film nachzusehen und war ziemlich ernüchtert. Der Film wird ziemlich ruhig erzählt, was ich erwartet hatte, und bietet mit Diane Lane als Anne eine tolle Protagonistin. Doch so richtig weiß der Film nicht, was er erzählen will und verheddert sich in seiner angestrebten Ruhe. Auch ist die Rolle des Jacques ein wenig merkwürdig angelehnt. So richtig weiß man nicht, was er aussagen soll. Verkörpert er ein etwas schwieriges Klischee eines Franzosen oder soll es sein eigenständiger Charakter sein? Es werden laufend Andeutungen gemacht, die dann aber doch nicht weiter behandelt werden und über kurz oder lang ins Leere laufen. Gerade das Ende ist dann der Höhepunkt der Enttäuschung. Alle angefangenen Enden laufen ohne Lösung ins Leere. So bleibt der Film farblos zurück und bietet dafür eindeutig zu wenig Sehenswürdigkeiten, um das auszugleichen.

Sabrina

Die Handlung: Sabrina ist die Tochter des Chauffeurs der Familie Larrabee. Während der ältere Sohn Linus Larrabee ganz in seiner Arbeit aufgeht, ist David ein Lebemann. Doch genau auf den hat Sabrina ein Auge geworfen. Nach einer Zeit in Paris kehrt Sabrina als elegante Frau zurück und wird erstmals von den Brüdern bemerkt, sehr zum Missfallen ihres Vaters.

Meine Meinung: Audrey Hepburn gilt wohl nicht ohne Grund als Ikone. Doch um das zu beurteilen, habe ich deutlich zu wenig Filme mit ihr gesehen. Im Rahmen meiner Abarbeitung der Liste der Schande, versuche ich ein paar Klassiker nachzuholen. Sabrina ist in diesem Jahr nach Charade der zweite Film, den ich mit Hepburn nachgeholt habe. Im direkten Vergleich allerdings der schlechtere. Dabei sind die Genres komplett unterschiedlich. Das Grundproblem war, dass mir die Rolle der Sabrina so unsympathisch war, dass ich nicht auf ein Happy-end hoffte. Die unterschiedlichen Brüder waren zwar interessant, aber auch ziemlich vorhersehbar. Auch wenn der Film es gerade gegen Ende doch noch schafft, mich am Ausgang zweifeln zu lassen. So richtig überzeugen konnte mich der Film nicht, auch wenn er im Zeitgeist der 1950er Jahre vermutlich besser funktioniert hat. Dennoch hat er mich auch nicht gelangweilt, also ein Blick drauf werfen, schadet durchaus nicht.

Mrs. Taylors Singing Club

Die Handlung: Während die Soldat*innen im Auslandseinsatz sind, bleiben die Familien auf dem Stützpunkt zurück und versuchen sich bei verschiedenen Aktivitäten abzulenken. Kate Taylor hat sich als Offiziersgattin bisher rausgehalten, nach dem Tod ihres Sohnes versucht sie jedoch die Organisation an sich zu reißen. Sehr zum Leidwesen von Lisa, die bisher alles organisiert hat. 

Meine Meinung: Ein BBC-Feelgood Film mit Kriegsthematik? Klang für mich wie ein Widerspruch in sich. Doch der Trailer konnte mich musikalisch mitreißen, so dass ich doch einen Blick auf den Film werfen wollte. Die Handlung an sich, ist auch nicht sonderlich überraschend. Wir haben die typische Geschichte zweier ungleicher Frauen, die gar nicht miteinander auskommen, es aber versuchen müssen. Wie das endet, dürfte wohl keinen überraschen. Die Thematik der Partner*innen, die im Auslandseinsatz sind, geben dem Film aber noch einmal eine völlig neue Richtung. Und wie eingangs vermutet: Feelgood ist für mich anders. Der Elefant „Krieg“ ist im Raum, auch wenn alle versuchen, ihn zu ignorieren. Doch das macht den Film aus und unterscheidet ihn von anderen Dramen mit ähnlicher Ausgangsbasis. Die Charaktere sind dann auch das, was den Film heraushebt. Alle mit eigenen Problemen belastet und doch vereint sie die gleiche Angst. Der Chor ist dann das i-Tüpfelchen des Films. Die Lieder sind am Anfang von hohem Mitsingcharakter und schaffen es am Ende einen zu Tränen zu rühren. Die wahren Begebenheiten auf denen der Film basiert, machen ihn nur lebensnaher. Der Film lohnt definitiv einen Blick.

Prestige

Die Handlung: Ende des 19. Jahrhunderts konkurrieren zwei Magier um Publikum und den besten Trick. Robert Angier und Alfred Borden kennen sich aus ihren Anfangszeiten, die jedoch durch den Tod von Angiers Freundin überschattet wird.

Meine Meinung: An einem Christopher Nolan kommt man als Kinofan nur schwer vorbei. Während er mit Filmen wie Inception oder auch zuletzt Tenet immer wieder mit den Erwartungen des Publikums spielt, hat er in seinen Anfängen dies noch auf wesentlich reduziertere Art getan. Prestige bildet da noch eins seiner früheren Werke, doch auch hier merkt man schnell, dass Nolan gekonnt einzelne Informationen einstreut, die erst gegen Ende sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen. So ist es lange Zeit lediglich eine Geschichte zwischen zwei konkurrierenden Magier, die sich zu übertrumpfen versuchen. Doch es wird immer größer und mit zunehmend ernstzunehmenderen Auswirkungen. Das Finale ist dann wie von Nolan gewohnt unvorhersehbar, obwohl die einzelnen Komponenten die ganze Zeit vor einem lagen. Gleichzeitig fehlt Prestige der optische Reiz der späteren Nolan Filme. So dauert es eine ganze Weile, ehe ich in den Film reingekommen bin. Der sehr willkürliche Wechsel über die Zeitebenen hinweg, war ein zusätzliches Hindernis im Sehfluss.

Dallas Buyers Club

Die Handlung: Ron Woodroof erkrankt an HIV, was für den queerfeindlichen Lebemann schwer zu ertragen ist. Da er an ein neues Medikament in den USA schwer rankommt, reist er nach Mexiko und lernt dort eine Behandlung mit Körperstärkungsmitteln kennen. Damit auch andere Betroffene davon profitieren, er aber nicht wegen Medikamentenschmuggel angezeigt wird, gründet er den Dallas Buyers Club.

Meine Meinung: Für den Film begeben wir uns zurück zu den Anfang der 1980er Jahren und in die tiefsten Ecken der USA. Man sollte vorher wissen, dass der Film durch den Protagonisten und dessen Umkreis stark queerfeindliche Aussagen an den Tag legt, da HIV teilweise noch immer mit dem Vorurteil belegt ist, dass es nur Homosexuelle treffen würde. Nach und nach und vor allem mit der Einführung von Rayon einer trans Frau, mit der sich Ron anfreundet, lichtet sich das und der Film wird dadurch deutlich besser zu ertragen. Denn die Geschichte um die Medikamente und wie mit den Leben der Infizierten gespielt wird, ist spannend, wenn auch ziemlich erschreckend. Die Dilemma werden gut aufgezeigt, in denen sich Infizierte, Ärzt*innen und Angehörige befinden, auch wenn der Film sich am Anfang und in der Mitte ein wenig zieht. Schauspielerisch funktioniert der Film auch sehr gut, was auch die Oscar Gewinne von Matthew McConaughey und Jared Leto beweisen.

Habt ihr einen der Filme gesehen? Wie fandet ihr sie?

Spy x Family – Manga & Anime

Ein Vorwort

Während ich die Welt von Mangas und Animes relativ neu entdecke, ist mein Mann schon seit vielen Jahren in der Materie drin. So lag es nah, dass ich mit meiner neuentdeckten Neugier mich erst einmal an seinem Regal bediente, ehe ich Geld in die Hand nahm. So entdeckte ich Spy x Family, verschlang die bisher erschienen Bände und wurde kurz darauf noch dazu verdonnert auch die Serie dazu zu sehen. Warum mir beides sehr gut gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Twilight ist Spion aus Westalis und wird nach Ostania geschleust. In Berlint soll er sich unter der Tarnidentität Loid Forger Zugang zu einem der führenden Politiker verschaffen. Der einfachste Weg ist über die Eden-Akademie, eine der führenden Schulen. Dafür benötigt er jedoch ein Kind. In einem Waisenhaus adoptiert er die Telepathin Anya, ohne von ihren Fähigkeiten zu wissen. Doch leider akzeptiert die Eden nur vollständige Familien, weswegen Loid noch eine Frau braucht. Diese findet er in Yor, weiß jedoch nicht, dass sie eine berühmte Auftragskillerin namens Dornenprinzessin ist.

Der Manga: Bisher sind 8 Bände der Reihe im Deutschen erschienen. Dabei befassen sich die ersten Bände zunächst mit dem Aufbau der Familie und den Start an der Eden-Akademie. Danach wird es immer mehr ein Misch aus Haupthandlung und kleineren Nebenhandlungen, die einen die Familie immer näher bringen. Dabei ist es gerade der Wechsel aus Spannung, Witz und Drama, die den besonderen Reiz der Reihe ausmacht. Die Familie besteht aus so einzigartigen Charakteren, dass allein das Zusammenspiel schon eine Menge Handlung bietet. Durch den Einfluss von außen wird dies nur noch verstärkt. Die wichtigen Personen für die Handlung bleiben übersichtlich, so dass man sich die Namen gut merken kann. Das Setting in einem fiktiven Land, das sich jedoch stark an einem Deutschland zu Zeiten des kalten Kriegs orientiert, was bei den Namen Westalis, Ostania und Berlint jetzt keine Überraschung sein dürfte, bietet noch einmal einen zusätzlichen Reiz. Man fliegt nur so durch die Seiten. Einen Band nach dem anderen habe ich verschlungen und kann die nächsten gar nicht abwarten.

Der Anime: Bisher ist im deutschen eine Staffel erschienen, die ca. die ersten drei Bände umfasst. Der Anime setzt die Mangareihe fast 1:1 um, belebt sie aber trotzdem noch einmal. Während in anderen Reihen der Mehrwert fehlt, merkt man hier, dass gerade die actionreichen Szenen noch einmal wesentlich besser in Szene gesetzt werden können. Doch auch die Dialoge und inneren Monologe der Charaktere, wirken hier noch einmal munterer. Gerade die Synchronisation von Anya gibt ihrem Charakter zusätzliche Tiefe. So funktioniert der Anime sehr gut, auch wenn man die Geschichte durch den Manga bereits kennt. Besonders gelungen ist hier auch einfach das liebevoll Intro, das einfach sofort für gute Laune sorgt. Nun heißt es warten auf Staffel zwei. Da diese für Oktober 2022 erstmal im japanischen Fernsehen angekündigt wurde, kann dies aber noch ein wenig dauern. Zum Glück gibt es schon mehr Mangabände für die Überbrückung.

Das Fazit

Spy x Family funktioniert sowohl als Manga als auch als Anime wunderbar und begeistert durch die gekonnte Mischung aus Action, Drama und Witz. Die liebevollen Charaktere überzeugen und lassen einen sowohl beim Lesen als auch beim Ansehen mitfiebern. Wen die Handlung anspricht, sollte einen Blick ins bevorzugte Medium werfen.

Netflix Original: Day Shift

Ein Vorwort

Netflix Filme haben ja das Problem, das sie zwar mit viel Budget, aber oftmals doch über schwach nicht hinauskommen, auch wenn sie gerade zur Oscarsaison dann doch wieder das Gegenteil beweisen. Warum Day Shift nur ein weiteres Beispiel für ersteren Fall ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Bud Jablonski (Jamie Foxx) nutzt seinen Job als Poolreiniger zur Tarnung für seinen eigentlichen Job: Vampirjäger. Da er für die Zähne auf dem Schwarzmarkt kaum noch Geld bekommt, das Schulgeld seiner Tochter jedoch fällig wird, schließt er sich wieder der Gewerkschaft an. Da er dort vorher aber rausgeflogen war, bekommt er Seth (Dave Franco) als Aufpasser. Doch nach seinem letzten Auftrag hat er sich mächtige Feinde gemacht.

Meine Meinung

Dass Netflix mit schwindenden Abozahlen zu kämpfen hat, ist wohl kein Geheimnis mehr. Also wird mit Großproduktionen versucht gegenzuhalten, wodurch Hollywoodstars angeworben werden. Dass diese in einfachsten Drehbüchern dann vollkommen verbraten werden und so die Zuschauenden immer enttäuschter sind, scheint Netflix gekonnt zu ignorieren. Während gerade Serienproduktionen, wie zuletzt Sandman, beweisen, dass Netflix Stärke im Serienbereich liegt, werden regelmäßig neue mittelmäßige bis schlechte Filme produziert.
Day Shift ist da leider nur ein weiteres Beispiel – und ja, ich habe ab und an noch die Hoffnung eines besseren belehrt zu werden. So startet der Film relativ vielversprechend. Wir haben die Vampirthematik, die sehr auserzählt wirkt, doch mit der Gewerkschaft wird hier ein ganz interessantes Setting aufgebaut. Leider wird es relativ schnell zunichte gemacht, da die Handlung absolut stoisch ist. Das übliche ungleiche Paar, muss zusammenarbeiten, werden am Ende Freunde, nebenbei muss noch rasch die Familie gerettet werden. Die Ex-Freundin, die eigentlich noch in den Protagonisten verliebt ist und die Tochter, die natürlich mit ihrem zarten Alter schon total tough ist und der Antagonistin Widerworte gibt. Alles schon gesehen.
Statt sich also auf den Vampiraspekt zu konzentriereren und da was eigenes draus zu machen, wird lieber der gleiche Pipi-Witz dreimal wiederholt, auch wenn er nicht einmal witzig ist. Aber unser Protagonist ist nun einmal der „harte Kerl“ und sein Zwangsbuddy das „überkorrekte Weichei“. Sobald sich Day Shift ein wenig von allen Klischees abwendet, schafft er es doch ein paar wenige überzeugende Momente einzubauen. Snoop Dog als Big J kann für einzelne witzige Elemente einbringen und auch der Endkampf bringt schließlich etwas Spannung rein, was vorher stark zu wünschen übrig lässt.
Schauspieler*innentechnisch wirbt der Film mit großen Namen wie Jamie Foxx, was durchaus noch funktioniert. Einen Oliver Masucci jedoch in einer absolut belanglosen Rolle verroten zu lassen, ist dann doch Verpulverung guter Schauspieler*innen. Da wäre vom Cast her mehr möglich gewesen. Die Effekte passen grundsätzlich auch. Es mangelt also eher am Drehbuch. Warum Netflix genau da spart, bleibt ein Rätsel.

Das Fazit

Day Shift hat mitunter interessante Ansätze und einen guten Cast. Leider strotzt das Drehbuch nur so vor Klischees und ist der Inbegriff einer 08/15 Handlung, wodurch gute Schauspieler*innen verbraten werden. Einzelne gute Ideen können hier nichts mehr retten.  Der immergleiche Pipi-Witz spiegelt dann auch das endgültige Niveau wieder. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Day Shift ist seit dem 12.08.2022 auf Netflix verfügbar

Eine Handvoll Bücher – 5/22

Herzlich Willkommen zur fünften Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einer todbringenden Prüfung, einem magischen Smartphone, Dunkelheit im Spiegelland, einer windigen Erbin und einem Fahrradkurrier für Bücher.

Nevernight – die Prüfung

Die Handlung: Mia hat Rache an den Mördern ihrer Familie geschworen. Dazu versucht sie dem geheimen Assassinenorden beizutreten. Doch die Aufnahmeprüfung verlangt ihr alles ab. 

Meine Meinung: Autor Jay Kristoff wird im Fantasybereich gern als Geheimtipp genannt (wobei die Frage ist, ob er bei seiner Bekanntheit inzwischen noch ein Geheimtipp ist?). Als ich die ersten beiden Bände seiner Nevernight-Reihe reduziert in die Hände bekam, schlug ich zu. Dabei schreckte mich lange Zeit die Dicke ab, bis Band 1 schließlich auf meiner 22 für 2022 Liste landete. Der Schreibstil ist sehr flüssig, so dass ich das Buch gut weglesen konnte, aber wirklich in die Geschichte bin ich nicht reingekommen. Kristoff hat eine faszinierende Welt geschaffen und den Weltenbau so detailliert ausgearbeitet, dass viele Zusatzinformationen über teilweise seitenlange Fußnoten widergegeben werden. Wahrscheinlich könnte er allein damit ganze Bücher füllen. Doch die Geschichte um Mia war mir zu lang gezogen. Es passieren zwar unglaublich viele krasse Sachen, also die Handlung hat es in sich, aber dennoch kommt sie nicht so richtig ins Rollen. Wahrscheinlich werde ich Band 2 noch lesen, da es auf dem SuB liegt, aber von der Geschichte her hätte ich nicht das Bedürfnis dazu.

Beastseller 1 – Monomythos

Die Handlung: Marc wacht in einer Fantasywelt auf und hat nur noch eine Nummer in seinem Smartphone gespeichert. Ciri eine Fee in Handyform erklärt ihm, dass er eine Heldenreise durchleben muss, um wieder zurück zu kommen. 

Meine Meinung: Mit Spiritus Daemonis hat das Autor*innenduo Jan Gießmann und Mary Cronos mein zuvor eher geringes Interesse an Geschichten in Chatform geweckt. Nach der Theaterlesung des ersten Bandes, gab es noch eine Kostprobe aus Beastseller. Danach stand für mich fest, dass ich auch dieses Werk verschlingen würde. Und genau so kam es, innerhalb eines Tages war die Geschichte ausgelesen. Ich wurde sehr unterhalten, denn Jan Gießmann spielt gekonnt mit gängigen Klischees und setzt diese bewusst ein. Dabei geht es gar nicht darum, andere fantastische Geschichten, die diese nutzen schlecht zu reden, sondern es ist das Spiel damit und die Beleuchtung, wenn man die komplexen Stränge der Held*innenreise aufs einfache herunterbricht. Die Kombination der High Fantasy Welt mit einem modernen Smartphone brachte dann den zusätzlichen Reiz. Marc als Protagonist ist dann auch die perfekte Identifikationsfigur zum mitfühlen, mitleiden und mitlachen. Wer also mal einen völlig neuen Blick auf das Fantasy Genre werfen will, dem kann ich das Buch nur empfehlen.

Chroniken von Alice 3 – Dunkelheit im Spiegelland

Die Handlung: In vier Novellen wird die Geschichte um Alice und Hatcher weitergesponnen. Es gibt Einblicke in Hatchers früheres Leben und Alice kleinere Schwester erlebt ein Abenteuer.

Meine Meinung: Während mir Band 1 richtig gut gefallen hat, war Band 2 vom Schreibstil her noch immer sehr stark und bot ein hohes Niveau, die Geschichte zog sich aber auch ein bisschen, zumal das Buch in nur zwei Kapitel unterteilt war und kaum Absätze hatte. Da es sich bei Band 3 um eine Novellensammlung handelte, zögerte ich zunächst, entschied mich dann aber doch dafür. Nun war nach fast einem Jahr der Zeitpunkt gekommen, um es vom SuB zu befreien. Die vier Geschichten haben mir unterschiedlich gut gefallen. Gerade die beiden Geschichten, die nicht direkt mit Alice im Kontext stehen, gefielen mir besser, weil sie keine Wiederholung bereits gelesener Ereignisse sind bzw. diesen nicht so ähneln, wie die anderen beiden Geschichten. Dennoch funktionieren die Novellen gerade in ihrer Kürze so gut, da hier nichts zu sehr ausgeschmückt werden konnte. Nach Band 2 war ich nicht sicher, ob ich noch die anderen Bücher der Autorin lesen wollte, aber jetzt wäre ich bereit dafür.

Die Erbin des Windes

Die Handlung: Likah lebt mit zwei Kindern auf der Straße des Kontinent Nakita. Als ein Diebstahl schief geht, findet sie sich vor Gericht wieder. Doch statt einer Verurteilung wird sie vom Herrn des Windes zu seiner Nachfolgerin ernannt. Doch während ihrer Ausbildung ruft eine fremde Stimme sie immer wieder zu ihr, die sie kurz darauf in Schwierigkeiten stürzt.

Meine Meinung: Einzelbände sind in der Fantasy ja doch eher Mangelware, da der Aufwand eines vollständigen Weltenbau meist zumindest in einer Trilogie ausgebaut wird. Dabei muss es aber auch genug Handlung geben, so dass meist der mittlere Band zum Füllerband wird. So reizte mich an Die Erbin des Windes gerade, dass es ein High Fantasy Einzelband ist und mit knapp über 400 Seiten auch eine überschaubare Länge hat. Und auch in der Kürze der Zeit schafft Lucinda Flynn in ihrem Debüt eine spannende Welt mit einem coolen Magiesystem zu  kreieren. Nach einem etwas holprigen Einstieg, bin ich bald völlig in der Geschichte versunken und habe gerade die zweite Hälfte an einem Tag verschlungen. Zwischendurch waren es eine Menge Namen zum merken, aber durch subtile Wiederholungen war das überhaupt kein Problem. Das Ende ist auch rund und die Geschichte auserzählt. Grundsätzlich wäre ich aber auch bereit eine weitere Geschichte in der Welt zu erleben, aber das Abenteuer von Likah ist auserzählt.

Bookboy

Die Handlung: Fabius Flieder ist in der Stadt nur als der Bookboy bekannt. Mit dem Fahrrad liefert er Bücher aus der Buchhandlung seines Großvaters aus. In dieser Anthologie erlebt er in Kurzgeschichten die verschiedensten Abenteuer bei seinen Auslieferungen.

Meine Meinung: Grundsätzlich greif ich ab und an mal zu einer Kurzgeschichtensammlung. Durch die Auswahl verschiedenster Autor*innen ist eigentlich immer für jeden was dabei. Als mir auf der Buch Berlin dann dieses Büchlein in die Hände fiel, wanderte es sehr schnell in meinen Beutel. Doch auch, wenn ich sowas selten bewerte, hat mich hier doch der Buchsatz ziemlich gestört. Es gab keine Vorstellung der Autor*innen und es wirkte alles sehr zusammengequetscht (kann natürlich auch Einbildung sein). Und auch, wenn zwischenzeitlich viele gute Ideen dabei waren, konnte mich keine so wirklich überzeugen. Sie ähnelten sich alle zu sehr und waren mir in den meisten Fällen zu abgedreht. Vielleicht war das auch nur meine andere Erwartungshaltung, die mich hier enttäuschte. Im Laufe der Geschichten scheint es so eine Art roten Faden zu geben, mit dem Motiv von Fabius Eltern, wo immer wieder Dinge angedeutet wurden, die aber am Ende komplett vergessen wurde. Also entweder auserzählen oder weglassen, aber so war das sehr unbefriedigend.

Habt ihr eins oder mehrere der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?