Neulich in der Sneak: The Kitchen

Ein Vorwort

Im letzten Jahr gab es einen Film mit dem Namen Widows, in der die Frauen von kriminellen Männern in deren Fußstapfen treten, um selbst zu überleben. Mit einem ähnlichen Prinzip wird auch in The Kitchen gearbeitet, nur das es diesmal um die irische Mafia geht. Warum der Film jedoch einfach nicht funktioniert, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Bei einem gescheiterten Raubüberfall werden die Ehemänner von Kathy (Melissa McCarthy), Ruby (Tiffany Haddish) und Clair (Elisabeth Moss) verhaftet und für mehrere Jahre ins Gefängnis gesteckt. Finanziell sind sie von der irischen Mafia abhängig, doch das Geld reicht nicht einmal für die Miete, geschweige denn um Kinder zu ernähren. Also beschließen sie die Geschäfte selbst in die Hand zu nehmen. Doch der ein oder andere Gegner muss auch aus dem Weg geschafft werden. Wie passend, dass Gabriel (Domnhall Gleeson) gerade wieder in der Stadt ist.

Meine Meinung

Nachdem das letzte Mal in der Sneak die Agentin lief und ich bereits da fragte, was mir der Regisseur mit dem Film sagen will, muss ich diese Frage leider erneut stellen. Denn The Kitchen scheint eine Geschichte über Frauen zu schreiben, die sich auf dem Schatten ihrer Männer erheben und sich emanzipieren, um für ihren Lebensinhalt selbst aufzukommen. Doch gleichzeitig ist der Film in den Fangstricken der irischen Mafia, dessen Grundstrukturen und Regeln mir vorher nicht bekannt waren, auf die im Film aber auch immer nur am Rande Bezug genommen wird. Ein klärender Dialog nach dem Motto „Bei uns läuft das so, weil“, wäre sehr hilfreich gewesen. Gleichzeitig baut er aber relativ viele Charaktere auf, wo von aber einige kaum mehr als einen Satz haben, die aber dazu dienen sollen, möglichst viele Wendungen einbauen zu können. Jedoch ist der Zuschauer bei dem Film sehr schnell ausgestiegen, wegen zu vieler Charaktere und Handlungsstränge und Intrigen, so dass man die große Auflösung am Ende gar nicht mehr richtig wahrnimmt.
Melissa McCathy, als eine der Hauptrollen, ist besetzungstechnisch ja eine schwierige Entscheidung, hat sie sich in den letzten Jahren doch eher mit unterirdischen Komödien einen Namen gemacht. Jedoch hat sie zwischendurch immer wieder bewiesen, dass sie auch ernst Rollen spielen kann und erhielt zuletzt für Can you ever forgive me eine Oscarnomineriung. In The Kitchen spielt sie auf ähnliche Art, mit einer durchgehenden Leidensmiene, die zwar größtenteils passend ist, dennoch kommt sie schauspielerisch nicht darüber hinaus. Auch Elisabeth Moss scheint ihre Rolle als graues Mäuschen, die regelmäßig von ihrem Mann geschlagen wurde, so sehr verinnerlich zu haben, dass sie selbst als ihr Charakter darüber hinaus gewachsen ist, ihre Mimik nicht darüber hinausgewachsen ist. Tiffany Haddishs Rolle ist dann auch der undurchsichtigste Charakter, was durchaus seine Berechtigung für den Verlauf des Filmes hat, jedoch scheint Haddish daher gleich jegliche Bemühung einer schauspielerischen Leistung abgelegt zu haben.
Am Ende weiß man nicht, was am enttäuschendsten war. Die nichtssagende langsam vor sich hin plätschernde Handlung, die unmotivierten Darsteller, das verwirrende Drehbuch ohne Aussage, oder das der Film endet ohne irgendetwas wirklich erzählt zu haben. Abgesehen von ein paar wenigen Szenen, die einem zum schmunzeln gebracht haben, ist The Kitchen ein vollkommen vergessenbarer Film.

Das Fazit

The Kitchen hat es leider verpasst eine nachvollziehbare Handlung aufzubauen und scheitert am Großaufgebot an sinnlosen Charakteren und Handlungswendungen. Dafür gibt es 03 von 10 Punkten.

The Kitchen – Queens of Crime läuft ab dem 19.09.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Die Agentin

Ein Vorwort

Vom 07.-17.02.2019 fanden die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz Berlinale, statt. Diesmal mit dabei war die deutsch-französisch-israelische Produktion über eine in Deutschland ausgebildete Mossad-Agentin. Gezeigt wurde der Film außer Konkurrenz. Mit einer Diane Kruger als Spionin und Martin Freeman an ihrer Seite, konnte von der Besetzung her schon wenig schiefgehen. Was der Film darüber hinaus kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Rachel (Diane Kruger) wird vom Mossad angeworben und in Deutschland zur Spionin ausgebildet. Doch auf der Beerdigung ihres Vaters taucht sie unter. Kurz darauf erhält ihr ehemaliger Kontaktmann in Deutschland (Martin Freeman) einen mysteriösen Anruf von ihr. Vor einem Sonderkommando muss er nun die Geschichte noch einmal erzählen.

Meine Meinung

Regisseur Yuval Adler hatte bei seiner Grundidee drei Möglichkeiten der Inszenierung. Er hätte einen Film über die politischen Verstrickungen in der Spionage machen können. Oder Adler hätte einen hochspannenden Spionage-Thriller inszenieren können. Oder aber er hätte aus dem ganzen eine Charakterstudie machen können, was Spionage und die ständige Verstellung aus einem Menschen macht.
Vermutlich hat Adler auf letzteres abgezielt. Scheitert aber in allen Belangen in der Umsetzung. Denn Die Agentin ist leider einfach nur ein nichtssagender Film geworden. Keine Aussage, keine Tiefe, keine verständliche Handlung.
Aber fangen wir mit den positiven Sachen an. Die Dreharbeiten fanden in Deutschland, Israel und Bulgarien statt, da man einen Film über eine Mossad-Spionin im Iran, schlecht im Iran drehen konnte. Dennoch sind die Aufnahmen sehr authentisch und gerade für mich als Ex-Leipzigerin war es sehr schön einzelne Schauplätze in Leipzig zu haben. Die Agentin hat mit Diane Kruger und Martin Freeman durchaus zwei sehr talentierte Schauspieler gewonnen. Leider wurde gerade Freeman eher wegen seines bekannten Namens gecastet, denn an keiner Stelle im Film darf er zeigen, was wirklich in ihm steckt. Man merkt, dass er das beste aus seiner Rolle rauszuholen versucht, nur ist da wenig Potential. Kruger wird da schon mehr gefordert und ist damit auch die engagierteste Darstellerin im ganzen Film. Denn die anderen wussten wohl schon beim Lesen, wie der Film wird: Total langweilig.
Und somit kommen wir auch schon zum großen Problem des Films. Er hat kein Konzept. Während am Anfang noch beschrieben wird, wieso Rachel so geeignet als Kandidatin für den Mossad war, wird ihre eigentliche Tätigkeit dann sehr lasch angerissen. Letztendlich kommt eigentlich nur heraus, dass sie trotz allem immer noch versucht ihren eigenen Kopf durchzusetzen, was ihr Ende für die Mission bedeutet. Trotzdem soll sie wahllos noch einzelne Menschen beschatten oder mal eben Bomben in den Iran schmuggeln. Diese Schmuggelszene ist letztendlich auch die einzige, die wirklich unter die Haut geht und den Zuschauer zumindest für fünf Minuten den Atem anhalten lässt. Aber auch hier wird das ganze wieder mit einer Fast-Vergewaltigung übertrieben. Ansonsten erfährt man weder Rachels Beweggründe, noch etwas über ihre Gedanken, weswegen der Film als Charakterstudie durchfällt. Man erfährt nicht, warum ihre Vorgesetzten Entscheidungen treffen und was der Hintergrund des ganzen ist. Es ist also kein Film über politische Verstrickungen in der Spionage. Und als hochspannender Spionage-Thriller fällt er komplett durch, weil er in einem gemächlichen Tempo erzählt wird, dass er mit einem Thriller erst recht nichts gemein hat.
So verlässt man am Ende das Kino und weiß nicht, was der Film einem nun sagen wollte, ist absolut gelangweilt und über das plötzliche Ende völlig irritiert. Denn nachdem gefühlt der gesamte Film die Vorgeschichte der aktuellen Ereignisse erzählt, bricht Adler genau dort mitten während einer Verfolgungsjagd ab. Im Nachhinein ein mutiger Schritt, aber auch der richtige. Denn der Film wäre durch eine Verfolgungsjagd am Ende kein bisschen spannender oder tiefgründiger geworden. Er wäre einfach nur länger und hatte mit 117 Minuten schon lange seinen Zenit überschritten.

Das Fazit

Die Agentin ist einer der langweiligsten Spionage-Filme, die ich kenne. Er hat kein Konzept, keine Tiefe und keine Handlung. Eine engagiert spielende Diane Kruger konnte daran auch nichts ändern. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Die Agentin läuft seit dem 29.08.2019 in den deutschen Kinos.

Es – Kapitel 2

Ein Vorwort

Vor gut zwei Jahren lief der erste Teil des Es Remakes, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Stephen King, in den Kinos. Es stellte sich ein weltweiter Erfolg ein, so dass nicht nur die Fortsetzung auf dem Fuße folgte, sondern auch andere Bücher Kings neu verfilmt werden, wie beispielsweise Friedhof der Kuscheltiere und Doctor Sleep. Während sich der erste Teil mit den Erfahrungen des Clubs der Verlierer 1989 in Derry befasst, spielt der zweite Teil nun 27 Jahre später und  befasst sich mit den Freunden im Erwachsenenalter.

Was bisher geschah

Seltsame Dinge geschehen in Derry. Ein unbekanntes Wesen schnappt sich Kinder. Unter anderem auch Georgie Denbrough. Sein großer Bruder Bill kommt über das Verschwinden Georgies nicht hinweg und nimmt sich vor nach ihm zu suchen. Zusammen mit seinen Freunden Stan, Richie und Eddie untersucht er die Abwasseranlage. Dort treffen sie auf Ben, der neu in der Stadt ist und vor dem Roudy Henry Bowers davonlief. Kurz darauf stoßen noch Mike und Beverly zu ihrer Gruppe. Sie alle haben unterschiedliche Erlebnisse mit Es, vor allem in Form des Clowns Pennywise gehabt. Nachdem sie es einmal geschafft haben zu schwächen, setzen sie zum finalen Schlag an. Vermeintlich schaffen sie es nach einem Kampf und versprechen sich, sich alle wieder in Derry zu sammeln, sollte Es jemals wiederkommen.

Die Handlung

27 Jahre nach den Geschenissen kehrt Es nach Derry zurück. Mike (Isaiah Mustafa), der einzige, der in Derry blieb, ruft alle seine alten Freunde an. Widerwillig steigen sie in ihre Autos und fahren nach Derry. Dort müssen sie anfangen sich zu erinnern, um in einem Ritual Es final zu besiegen.

Meine Meinung

Es – Kapitel 2 ist genau die Fortsetzung, die der erste Teil verdient hat. Da die Abschnitte über die Kindheit im Buch schon die spannenderen waren, hatte der Film also einen schwierigen Ausgangspunkt. Dabei gelingt es ihm gekonnt den Übergang zwischen dem Bekanntem und dem Neuen zu schaffen. Denn Dinge, die als Kind gruselig waren, sind es teilweise für Erwachsene immer noch, jedoch in einer anderen Form.
Die Änderungen am Buch, die im ersten Teil bereits teilweise nötig, in jedem Fall jedoch sinnvoll waren, werden hier weitergeführt und auch hier wird wieder einiges gekürzt und teilweise verändert. Auch hier sind die Änderungen so, dass es für den Filmzuschauer rund wird und für den Buchfan gut verkraftbar ist.
Am bemerkenswertesten dürfte das Casting sein, denn jeder Darsteller schafft es nicht nur seinen Charakter herausragend zu spielen, sondern bringt glaubhaft rüber, dass er/sie die Erwachsenenform der Kinderdarsteller ist. Dabei bestehen sogar optisch teilweise so große Ähnlichkeiten, dass szenenweise sogar im close-up von alt auf jung übergeblendet werden kann und es wie ein realer Alterungsprozess aussieht. Selbst ein Jay Ryan, der den erwachsenen Ben spielt, passt wie die Faust aufs Auge, obwohl Ben als Kinderdarsteller sehr dick war und nun schlank und trainiert ist.
Vom Horrorfaktor ist beim zweiten Teil zu sagen, dass er hier immer noch mit den Urängsten der Menschen spielt, dies im ersten Teil mit den Kindern aber deutlich gruseliger war. Zwar versucht auch Kapitel 2 eine gruselige Grundstimmung aufzubauen, lockert sie aber sogleich mit coolen Sprüchen und sorgt so für eine Abwechslung, die für Zuschauer mit geringerer Angstschwelle sehr gut funktioniert, dem passionierten Horrorfilmschauer jedoch zu lasch sein kann.
Kommen wir nun noch auf das große Finale zu sprechen. Während dieser Teil im Buch sehr von der Alkohol- und Drogenabhängigkeit Kings beeinflusst wurde, mussten zwangsläufig Änderungen im Film vorgenommen werden. Der Endkampf pendelt hin und her zwischen großem CGI Gewitter und vielen kleinen Einfällen, die noch einmal die Ängste der einzelnen aufgreift. So richtig kommt das Finale jedoch nicht in Fahrt und verheddert sich in zu vielen Einzelszenen. Hier wäre eine Kürzung und eine Konzentration auf den Hauptkampf wohl zielführender gewesen.

Das Fazit

Es – Kapitel 2 ist eine gelungene Fortsetzung und Umetzung des Buches von Stephen King. Lediglich am Ende will er ein wenig zu viel und er könnte für Horrorfilmfans zu lasch sein. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Es – Kapitel 2 läuft seit dem 05.09.2019 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den August

Der August hat noch einmal mit richtigem Sommerwetter geendet. Und ich habe es diesen Sommer nicht einmal an den See geschafft! Dafür ging es im August wieder auf das Elbenwald-Festival. Diesmal habe ich mir auch ein Starfoto gegönnt. Nachdem ich bei der Comic Con in Berlin von vor zwei Jahren ein wenig zu lange gezögert habe und die Fotoshoots mit Finn Jones ausverkauft waren, habe ich meine Chance nun auf dem Elbenwald genutzt. Ansonsten war das Festival mit einer Bühne weniger deutlich abgespeckter und irgendwie waren wir mehr in der Brett- und Kartenspielecke zu finden als bei den Bühnenveranstaltungen. Ob wir nächstes Jahr wieder fahren, bleibt offen. Aber nun geht es nach zwei Bildern direkt weiter mit meinem Monatsrückblick.

Sneak Preview

Fisherman’s Friends: ist ein sympathischer kleiner Film über eine Chantis singende Fischergruppe, mit einer Menge Heimatgefühl, aber eben auch dem Fernwehfaktor. Für den gute Laune Faktor einfach einmal ansehen.

Die Agentin: Der Berlinale Film befasst sich mit einer Mossad-Agentin, die über Deutschland in den Iran geschickt wird. Leider ist er für einen Spionage-Thriller nicht spannend und die Geschichte ist auch nicht sonderlich tiefgründig und auch keine Charakterstudie einer Agentin. Er bleibt bis zum Schluss ein beinahe aussageloser Film.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Yesterday: Für eine Stunde ist der Film ein super sympathischer „Was wäre wenn“ Film mit tollen Einfällen und einigen Beatlessongs. Leider kippt die Qualität nach knapp der Hälfte völlig und wird danach zu einer einfallslosen Liebesgeschichte. Schade!

Der König der Löwen: war optisch zwar gut anzusehen, aber dafür relativ emotionslos. Im Grunde war es ein guter Film, weil er einfach einen guten Film nachstellt. Neue Ideen sucht man jedoch ergebnislos.

Once upon a time in Hollywood: Der neunte Quentin Tarantino Film bildet mehr oder weniger sehr ausführlich einen Tag im Leben eines alternden Westernhelden ab. Schauspielerisch überragend, inhaltlich gewöhnungsbedürftig.

Fast and Furious: Hobbs & Shaw: konnte mich als Fast and Furious Ableger durch eine starke weibliche Fast-Hauptrolle, ein intelligentes Drehbuch, sympathische Charaktere und gut gemachter Action durchaus überzeugen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Im August liefen wieder sehr viele Filme bei mir auf dem Fernseher. Dementsprechend wenig Serien habe ich gesehen.

Arielle & Arielle 2: Bei einem Filmabend mit Freunden wurde sich für Arielle entschieden. Weiterhin zwei sehr schöne Filme.

Willkommen in Marven: Monatelang habe ich mich auf diesen Film gefreut und dann lief er einfach in keinem Kinosaal in der Umgebung. Die Geschichte über einen Mann, der sein Gedächtnis nach einem Überfall verloren hat und nun sich in eine Welt voller Puppen flüchtet. Der Film hat sich – anders als erwartet – tatsächlich mehr auf die Puppenwelt konzentriert und mehr über eine Metaebene die Geschichte erzählt. Wenn man sich drauf einlässt, kommt eine hoch emotionale und mitreißende Geschichte bei raus.

Coraline: Sagen wir mal der Anfang und das Ende waren richtig gut… Den Mittelteil habe ich leider wegen akuter Übermüdung verschlafen. Ich werde ihn aber auf jeden Fall noch einmal vollständig ansehen.

The Descendants 2: Nachdem mich der erste Teil weniger begeistern konnte, versuchte meine beste Freundin es nun nochmal mit dem zweiten Teil. Da ich nun eher wusste, was mich erwartete, fand ich ihn tatsächlich deutlich besser.

Küss den Frosch: Einer der wenigen Disneyfilme, die irgendwie komplett an mir vorbeigingen. Diesmal mit einer emanzipierten schwarzen Frau, die es schafft durch einen Fluch in einen Frosch verwandelt zu werden. Disneytypisch traurig, schön und voller Ohrwürmer.

Peter Pan 2: Zweite Teile von Disneyfilmen finde ich grundsätzlich schwierig. Hier ist es ein Film, der noch mit einem guten Grundansatz daher kommt, aber im großen und ganzen nicht wirklich überzeugen kann.

Crazy Rich: Vor ein paar Monaten in aller Munde, konnte ich den Hollywoodfilm mit rein asiatischer Besetzung nun endlich nachholen. Ein starker Film über Vorurteile, Liebe und die asiatische High-Society. Darüber hinaus aber auch eine Komödie.

Goodbye Christopher Robin: Nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen Disney-Film geht es diesmal um die Entstehungsgeschichte rund um den Autor und seinen Sohn. Eine herzzerreißende Geschichte.

Das Zeiträtsel: Der Trailer sah mit seinem Cast echt sehenswert aus. Leider ist die Handlung so lahm umgesetzt, dass man den Faden sehr schnell verloren hat und das Interesse am Film auch sehr schnell schwindet.

Spider-Man – a new universe: Sony hat mal wieder einen neuen Spider-Man hervorgebracht. Diesmal ist er komplett animiert. Kingpin versucht durch eine Maschine seine geliebte Vanessa zurückzubringen, holt dadurch aber auch die verschiedensten Spider-Wesen aus den unterschiedlichsten Universen in seines. Vereint versuchen sie nun Kingpin aufzuhalten. Ein im Comicstil animierter Film mit einer ganz eigenen Dynamik und damit noch einmal eine echte Überraschung im Spider-Man Multiversum.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Crawl: Ein etwas trashig aussehender Horror/Thriller mit Krokodilen(?). Unsere Protagonistin muss nun sich und wenn möglich auch ihren Vater vor den Biestern retten.

Stuber: Der Trailer sah schon relativ witzig aus. Aber reicht vielleicht auch für einen Sonntagnachmittag auf der Couch.

Late Night: Ein Film über ein alterndes Talkshow-Sternchen und eine junge Frau, die gerne Comedian wäre. Trailer sah schon sehr witzig, aber auch kritisch aus.

Knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Good Boys, I am mother und Little monsters.

Serien – ein kurzer Überblick

Wie bereits erwähnt war mein Serienkonsum in diesem Monat eher mau. Fortgesetzt habe ich Comedians in Cars getting Coffee mit der vierten Staffel. Endlich beendet habe ich Unbreakable Kimmy Schmidt, die mit den Staffeln immer langweiliger wurde. Die vierte Staffel war nun zum Glück auch die letzte. Neu lief bei mir mit der ersten Staffel The Fresh Prince of Bel Air mit einem wirklich sehr jungen Will Smith.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 1.808
Seiten pro Tag: 58 im Durchschnitt
Gebundene Bücher: 1
Taschenbuch: 2
E-Book: 1

Doctor Sleep: Die Fortsetzung zu Shining diesmal mit einem erwachsenen Danny. Nachdem ich den Trailer gesehen habe, musste ich das Buch schnell noch vor Kinostart lesen. Wirklich was besonderes war die Geschichte jetzt nicht, aber Stephen King kann aus allem eine Geschichte erzählen.

Streifzüge durch das Abendland: Ein eigentlich gutes Buch von Bill Bryson, dass sich aber so oft wieder holt und den üblichen Biss vermissen lässt.

Never loved before: Definitv eines der schwächsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Eigentlich eine interessante Grundsituation, aber die Autorin wiederholt sich und die Gedanken der Person fast pausenlos, so dass die Geschichte nie wirklich vorwärts kommt und sich so das absolut vorhersehbare auf über 500 Seiten streckt.

Ghostsitter – Vorsicht Poltergeist: Auf dem Elbenwaldfestival durften die Lesungen von Tommy Krappweis natürlich nicht fehlen und so kam ich endlich dazu mir den zweiten Teil seiner Ghostsitter-Reihe zu besorgen und signieren zu lassen. Die Geschichte ist zwar auch wieder eher für die kleineren ausgelegt, kann aber auch die Großen in den Bann ziehen und begeistern.

Der König der Löwen

Ein Vorwort

Um Disneys Realverfilmungen kommt man in der aktuellen Kinolandschaft wohl kaum noch herum. Die Notwendigkeit ist stark bezweifelbar, die Zuschauerzahlen sprechen jedoch für sich. Während zuletzt mit Dumbo Tim Burton zumindest die bekannte Geschichte weitererzählte und so zumindest ein bisschen was neues schuf, übernahm diesmal wieder Jon Favreau. Im Jungle Book Remake durfte er ebenfalls auf dem Regiestuhl Platz nehmen und zauberte uns eine düstere Version des nicht mehr ganz so „gemütlichen“ Dschungelbuchs. Würde er nun auch in der König der Löwen neuen Pepp reinbringen? Erfahrt es in meiner Kritik.

Die Handlung

Simba ist der Thronerbe des Königfelsens und wird somit irgendwann König über das gesamte geweite Land. Doch sein Onkel Scar ist rasend eifersüchtig und trachtet sowohl seinem Bruder Mufasa, dem amtierenden König, und Simba nach dem Leben. Durch eine List scheint er sich beiden entledigen zu können, doch sieht man sich immer zweimal im Leben.

Meine Meinung

Bei einer 1:1 Verfilmung des Originalstoffes mit minimalen Anpassungen ging es den Machern bisher wahrscheinlich nur um eins: „Schau mal, was ich kann“. Denn während Alice im Wunderland und Maleficent noch neue Geschichten erzählten, Cinderella einen neuen Schwerpunkt legte, Jungle Book sich auf die düstere Variante konzentrierte und Dumbo die Geschichte über die Originalhandlung hinaus erzählte, hatten Die Schöne und das Biest oder jetzt auch der König der Löwen anscheinend nur den Anspruch der Welt zu zeigen, was mit neuster CGI Technik alles machbar ist. Das Jon Favreau das bereits mit Jungle Book bewiesen hat und trotzdem neue Facetten einbauen konnte, schien bei Disney nur auf geringes Interesse zu stoßen. Und so wurde Favreau anscheinend nur die Aufgabe gestellt Altbekanntes im neuen Gewand zu zeigen. Gemessen an den Zuschauerzahlen geht das Prinzip leider auch auf.
Sein „Schau mal, was ich kann“ muss man allerdings lobend erwähnen. Denn die Tiere der Savanne werden absolut realistisch gezeigt. Gerade die erste Szene, in der sich alle Tiere am Königsfelsen versammeln, um die Geburt des Thronfolgers zu feiern, ist trotz 1:1 Verfilmung absolut Gänsehautwürdig. Die hohe Qualität zieht sich durch den gesamten Film. Auch die Naturaufnahmen sind ein absoluter Augenschmaus.
Der Haken an der ganzen Sache ist natürlich, dass Tiere kaum Mimik haben und so auch die Emotionen der Handlung nicht übermitteln können. Daran wurde auch während des gesamten Films festgehalten. Realismus vor Emotionen durch Mimik. So hatten die Synchronsprecher allerhand zu tun die gesamte Wucht der Emotionen allein durch ihre Stimme rüberzubringen.
Wo wir dann auch schon beim Thema Stimme wären. Der König der Löwen ist tatsächlich einer der wenigen Filme, bei dem ich ganz gerne den Film noch einmal im Originalton sehen würde. Denn die deutschen Synchronstimmen sind teilweise sehr unpassend ausgesucht. Gerade die Stimme des jungen Simba ist unpassend, nervig und überfordert. Die einzige Emotion, die wirklich herüberkam, war der weinerliche Grundton der Stimme. Selten war ich so froh, dass auf Klein-Simba Groß-Simba wurde. Doch auch die Stimme war nicht so richtig passend.
Über die Handlung selbst muss ich wohl nicht viele Worte verlieren, denn sie ist altbekannt. Ein paar geringfügige Änderungen wurden vorgenommen, die teilweise einfach nötig waren – im Gleichschritt marschierende Hyänen sind einfach nicht mehr angemessen – und teilweise kaum zu bemerken.

Das Fazit

Der König der Löwen war optisch zwar gut anzusehen, aber dafür relativ emotionslos. Im Grunde war es ein guter Film, weil er einfach einen guten Film nachstellt. Neue Ideen sucht man jedoch ergebnislos. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Der König der Löwen läuft seit dem 17.07.2019 in den deutschen Kinos.

Yesterday

Ein Vorwort

Yesterday… Es reicht ein Wort und ich habe die Melodie im Kopf. Die Beatles und ihre Lieder sind so unsterblich wie wohl kaum eine Band – abgesehen vielleicht von ABBA. Noch immer begeistern sie Generationen, dabei haben sie sich bereits 1970 getrennt. Doch ihre Musik bleibt zeitlos. Regisseur Danny Boyle (Slumdog Millionär) beschäftigt sich nun mit der Frage, was wäre, wenn sich fast die gesamte Welt eines Tages nicht mehr an die Beatles erinnern würde? Was daraus geworden ist, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Jack Malik (Himesh Patel) ist ein eher erfolgloser Singer-Songwriter. Seine beste Freundin Ellie (Lily James) fungiert gleichzeitig als Managerin und Fahrerin. Eines Abends, nachdem Jack seine Karriere eigentlich an den Nagel hängen will, fällt auf der gesamten Welt gleichzeitig der Strom aus. Jack wird dadurch von einem Bus angefahren. Nachdem der Strom wieder funktioniert, scheint zunächst alles normal, doch muss Jack bald erkennen, dass abgesehen von ihm wohl alle die Beatles vergessen haben. Er wittert seine Chance und singt die Songs selbst neu ein und bekommt auch prompt einen Plattenvertrag angeboten. Wird seine Lüge auffliegen?

Meine Meinung

Bevor ich in den Film ging, fragte mich mein bester Freund noch vorsichtig, was ich mir denn von dem Film erwarte. Eher eine große Kritik an der Musikbranche oder, ob ich auch mit einer kleinen Liebesgeschichte zufrieden wäre. Ich sagte, dass ich keine tiefere Metaebene und hochtrabende Kritik bräuchte, sondern mich über einen kleinen sympathischen Film mit Witz und Charme und Beatles-Liedern freuen würde. Mir wurde daraufhin grünes Licht gegeben. Leider war meine Erwartung an den Film dann wohl doch noch ein wenig zu hoch.
Also im Großen und Ganzen habe ich grob die Geschichte bekommen, die ich erwartet habe. Zumindest für die erste Stunde. Die unterschwellige Liebesgeschichte, die immer mehr in den Vordergrund trat, hat mich auch wenig gestört, was vor allem an Lily James sympathischer Art liegt. Das Problem ist, dass die Geschichte nach knapp einer Stunde mehr oder weniger auserzählt ist. Danach kommt nur noch der verzweifelte Versuch die Liebesgeschichte zu retten, wobei man auch weiß, was nur noch passieren kann und haargenau so kommt es dann auch.
Aber noch einmal von vorne. Wir haben eine schöne Grundidee, eines etwas merkwürdigen, aber doch sympathischen Protagonisten. Wir haben eine gewohnt sympathisch spielende Lily James. Hinzu kommt der lustige Sidekick, der den ein oder anderen running gag raushaut. Grundszenario also top. Ein wenig braucht der Film um ins Rollen zu kommen, hat dann aber einige gute Einfälle. Vor allem die Szene, in der Jack seinen Eltern Let it be vorzuspielen versucht, ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Wir haben einen Ed Sheeran – gut Schauspielkünste mal dahingestellt, aber für die fortschreitende Handlung eine gute Variante. Wir haben eine Kate McKinnon, die den absurden Reichtum in der Musikbranche auf coole Art rüberbringt. Und natürlich haben wir die Beatles-Songs, die Patel auch in wunderbarer Neuinterpretation mit dem gebührenden Respekt performt. Es hätte also durchaus der kleine Nischenfilm werden können, mit ein wenig komödiantischem Einschlag, für den er ausgelegt war. Aber leider wurde der wirklich gute Film in knapp eine Stunde gepresst, damit dann nochmal fast eine weitere Stunde lang sich an Klischees entlanggehagelt wird, in der es sich nur noch um die Liebesgeschichte dreht und kaum noch um den Beatles-Gedächtnisverlust. Kurzum es wurde sehr viel Potential verschenkt.

Das Fazit

Für eine Stunde ist der Film ein super sympathischer „Was wäre wenn“ Film mit tollen Einfällen und einigen Beatlessongs. Leider kippt die Qualität nach knapp der Hälfte völlig und wird danach zu einer einfallslosen Liebesgeschichte. Schade! Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Yesterday läuft seit dem 11.07.2019 in den deutschen Kinos.

Fast and Furious: Hobbs & Shaw

Ein Vorwort zum Vorwort

A: Wir sollten mal wieder zusammen ins Kino gehen
Ich: Klingt gut, aber ich habe alle Filme, die ich sehen will, bereits gesehen
A: Dann müssen wir wohl einen der übriggebliebenen Filme sehen
Ich: Hobbs & Shaw läuft noch
A: Ja, da sah der Trailer lustig aus… und wenn der Film nicht lustig ist, dann machen wir ihn uns einfach lustig
Ich: Stören wir dann nicht die anderen Kinogäste?
A: Also ob uns das jemals gestört hätte
*Beidseitiges diabolisches Lachen*

Ein Vorwort

Wenn es ein großes Filmfranchise der letzten Jahre gibt, mit dem ich absolut nichts anfangen kann, dann ist es wohl Fast & Furious – okay und vielleicht Transformers, aber das ist wieder ein anderes Thema. Dementsprechend habe ich auch noch keinen der bisherigen Filme gesehen. Autorennen – worum es glaub ich am Anfang mal ging – bis hin zu riesigen Auto-Keine-Ahnung- was-das-sein-soll – Hallo, in dem einen Trailer sind die mit ihren Autos aus einem Flugzeug gesprungen und aus Hochhäusern… wie soll man das bitte bezeichnen – interessieren mich herzlich wenig. Wofür ich allerdings zu haben bin, sind zwei Protagonisten, die sich mit witzigen Dialogen gegenseitig anstacheln, wie zuletzt in Killers Bodyguard. Ob mich nun der Spin-off zu Fast and Furious überzeugen konnte, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die MI6 Agentin Hattie Shaw (Vanessa Kirby) kommt bei einem Einsatz aus der Not heraus in Berührung mit einem gefährlichen Virus, welches sie innerhalb von wenigen Tagen töten wird. Ihr zur Hilfe bestellt werden John Hobbs (Dwayne Johnson) und Deckhardt Shaw (Jason Statham). Das Problem: Hobbs und Shaw können sich auf den Tod nicht ausstehen und versuchen lieber ihr eigenes Ding durchzuziehen, während Hattie der Ansicht ist, das lieber auf eigene Weise lösen zu wollen. Brixton Lore (Idris Elba), ein Cyborg, wiederum will das Virus unbedingt für seine Firma. Lore ist ein alter Bekannter von Shaw. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Meine Meinung

Auf dem ersten Blick scheint Hobbs and Shaw ein typischer Männerfilm zu sein mit zwei Protagonisten, die sich eine reine Testosteronschlacht liefern. Wer ist toller, besser, stärker, klüger? Hinzu kommt noch der Antagonist, der sich durch technischen Fortschritt verbessern ließ, und dadurch das „Battle“ nach eigener Aussage sowieso gewonnen hat. Doch auf den zweiten Blick hat der Film doch einiges mehr zu bieten.
Also ja, es gibt zwischendurch immer wieder eine Testosteronschlacht. Aber die sind so witzig und überzeichnet, dass man sie nicht mehr so ganz ernst nehmen kann, bzw. sie einfach zum Rhythmus des Films passt, ohne anstrengend zu werden. Auch stand die Befürchtung im Raum, dass Vanessa Kirbys Charakter zum typischen „Jungfrau in Nöten muss von starken Männern gerettet werden“ verkommen könnte. Aber auch das ist nicht der Fall. Denn Kirby spielt hier eine starke Frauenfigur, die sich auch durchaus ihren eigenen Weg durch die Bösewichte gekämpft hätte, wären es nicht viel zu viele für einen Menschen. Aber sie ist intelligent, schlagfertig und kann für sich selbst eintreten. Sprich: sie hätte auch die Protagonistin sein können, wären die beiden Männer nicht bereits durch das Franchise bekannt gewesen.
Die Handlung selbst kann trotz gewohntem Aufbau an vielen Stellen überraschen. Auch wenn 137 Minuten Lauflänge ein wenig lang sind und der Film auch ohne Verluste gekürzt hätte werden können, kommt nur selten ein Längegefühl auf. Gerade die Einführung dauert ein Tucken zu lange, ehe der große Wettlauf mit der Zeit beginnt. Am meisten lebt der Film jedoch von der wunderbaren Chemie zwischen Johnson und Statham. Auch wenn sie sich hassende Charaktere spielen und das – vielleicht auch einmal zu viel – in langen Wortgefechten ausdiskutieren, trotzdem ziemlich gut harmonieren.
Natürlich bleibt das ganze irgendwo im Fast & Furious Franchise verankert. Einige Referenzen und Kurzauftritte hat man wohl ohne Hintergrundwissen auch nicht so richtig verstanden – ich meine, Helen Mirren mit keinen fünf Minuten Screentime? Aber dennoch bleibt der Film in sich logisch und kann auch hervorragend als Einzelfilm gesehen werden. Und ja auch hier gibt es größere Autoverfolgungsjagden, die optisch echt gutaussahen, aber irgendwo doch ein wenig zu viel des Guten waren. Dennoch liegt hier nicht der Augenmerk drauf, so dass auch das verzeihlich ist.

Das Fazit

Hobbs & Shaw konnte mich durch eine starke weibliche Fast-Hauptrolle, ein intelligentes Drehbuch, sympathische Charaktere und gut gemachter Action durchaus überzeugen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Fast and Furious: Hobbs & Shaw läuft seit dem 01.08.2019 in den deutschen Kinos.

PS: Wer das Ende von Game of Thrones noch nicht gesehen hat, noch nicht gespoilert wurde und es unbedingt noch sehen will, sollte unbedingt vor der Midcreditscene das Kino verlassen! Dort wird massiv zum Finale von Game of Thrones gespoilert.

Neulich in der Sneak: Fisherman’s Friends

Ein Vorwort

Als Reisewütige gibt es doch noch viele Sehnsuchtsorte auf meiner Liste. Die unendlichen Weiten der so nahen und doch so fernen Nachbarinsel Großbritannien gehören auf jeden Fall dazu. Auch der südliche Zipfel mit dem Namen Cornwall steht definitiv noch auf meiner Liste zu erkundender Regionen. Umso mehr freute ich mich, als in der Sneak ein Film über echte Cornwaller Urgesteine lief. Warum Fishermans Friends noch so viel mehr zu bieten hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Danny (Daniel Mays) und seine Freunde fahren für einen Junggesellenabschied in das kleine Städtchen Port Isaac in Cornwall. Die vier Londoner bringen mit ihrem Übermut so manche Dorfbewohner ein wenig auf dem Konzept. Durch Zufall sehen sie eine Gruppe Einheimischer Männer, die Chantis singen. Da sie bei einem Plattenlabel arbeiten, bringen seine Freunde Danny dazu in Cornwall zu bleiben und den Fishermans Friends einen Plattenvertrag anzubieten. Dass dies nur ein Scherz ist, ahnt dieser zu diesem Zeitpunkt nicht.

Meine Meinung

Fishermans Friends ist ein Film, der von vielen Faktoren lebt. Zum einen ist da natürlich die im Vorwort bereits erwähnte Landschaft. Schroffe Klippen, Häfen, die raue See und immer im Hintergrund die grünen Hügel Cornwalls. Allein das zu sehen ist schon eine Augenweide. Im Mittelpunkt des Films steht das kleine verträumte Dörfchen Port Isaac. Während so manch einer hier wohl gerne Urlaub machen würde, um die Seele baumeln zu lassen, treffen wir auf eine kleine Freundesgruppe aus London, die hier versuchen die Sau rauszulassen, um den Junggesellenabschied eines ihrer Freunde zu feiern. Alle vier arbeiten bei einem großen Plattenlabel und verdienen in London einen Haufen Geld, weswegen sie auch glauben, dass alle ihnen zu Füßen liegen müssten. Die Einheimischen sind von den Urlaubern jedoch eher genervt und erlauben sich gerne kleine Scherze. Auch im späteren Verlauf des Films wird immer wieder auf den Unterschied zwischen Stadt und Land eingegangen.
Der zweite Faktor sind die Charaktere. Während man am Anfang noch nicht weiß, was man von Danny halten soll, der zwischen tollpatschig, arrogant und einfach nur unsicher hin und her schwankt, schließt man die Cornischen schnell ins Herz. Sie sind zwar ein eingeschworener Verein, die kaum Einflüsse von außen an sich lassen, aber dafür zutiefst sympathisch.
Der dritte Faktor sind die Chantis. Denn während mir ein paar durchaus bekannt waren, hab ich auch Neu entdeckt. Zumal es hier eben nicht um die große Rockband oder den großen Sänger und ihren Durchbruch ging – sowie wir es gerade mit Bohemian Rhapsody und Rocketman gefeiert haben – sondern es geht um eine kleine Gesangsgruppe, die es fernab des großen Trubels trotzdem geschafft hat.
Und so ist Fishermans Friends einfach ein zutiefst sympathischer Film, der am Ende natürlich nicht ohne den großen Dramawendepunkt auskommt, dem man dieses kleine Manko aber verzeiht. Denn letztendlich verleiht er einen zum Fernweh nach Cornwall und schafft es ganz dezent gute Laune zu versprühen. Es sind eben diese kleinen Filme, die die Filmlandschaft so vielseitig macht und auch abseits von großen Blockbustern einfach funktionieren.

Das Fazit

Fisherman’s Friends ist ein sympathischer kleiner Film über eine Chantis singende Fischergruppe, mit einer Menge Heimatgefühl, aber eben auch dem Fernwehfaktor. Für den gute Laune Faktor einfach einmal ansehen! Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Fisherman’s Friends läuft seit dem 08.08.2019 in den deutschen Kinos.

Pets 2

Ein Vorwort

2016 brachte Illumination einen Film fernab ihres Dauerbrenners rund um die Minions heraus. Dabei schafften sie es durch den wirlich gelungenen Trailer, der die Haustiere bei verschiedenen Aktionen in den Haushalten zeigt, was diese denn so treiben, wenn die Besitzer aus dem Haus sind, die Leute scharrenweise ins Kino zu locken. Doch die positiven Stimmen blieben aus. Denn die Geschichte wurde dann doch viel mehr zu einem billigen, langweiligen, undurchdachten Toy Story Abklatsch. Dennoch gibt Illuminations nicht auf und präsentierte uns nun den zweiten Teil. Warum dieser deutlich besser funktioniert als der erste Teil, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Hunde Max und Duke verstehen sich inzwischen und kriegen erneut Zuwachs. Diesmal jedoch in Form eines Babys. Gerade bei Max drehen die Beschützerinstinkte durch. Während Max und Duke in den Urlaub fahren, soll die Hündin Gidget auf Maxs Lieblingsspielzeug aufpassen. Sie verliert es jedoch an einen Haushalt voller Katzen. Snowball – das verrückte Kaninchen – ist inzwischen zahm geworden und fühlt sich in seinem neuen Umfeld sau wohl. Dennoch sieht er sich weiterhin gerne als großen Helden. Sein großer Auftritt kommt, als die Hündin Daisy ihn um Hilfe bittet, um den Tiger Hu vor einem bösen Zirkusdirektor zu befreien.

Meine Meinung

Nachdem die große Zusammenhängende Handlung im ersten Teil absolut gescheitert ist, die Macher aber anscheinend immer noch genügend Ideen hatten, wurden diesmal kleinere Episoden geschrieben und zusammengestückelt. Dies funktioniert deutlich besser, weil sie nicht irgendwie alle bekannte Charaktere unter Zwang in einen Erzählstrang gesteckt werden musste, sondern sie sich in ihren eigenen Geschichten frei entfalten konnten. Während die Geschichte rund um Max und Duke mit dem neuen Baby noch ein bisschen holprig wirkt, ist gerade die Geschichte rund um Gidget, die verzweifelt versucht eine Katze zu werden, um Maxs Lieblingskuscheltier wieder zu bekommen, das Highlight des Films. Denn die Geschichte ist clever, witzig, spielt mit den Vorurteilen über Katze und Hunde und macht einfach Spaß beim Ansehen. Doch die Episode war zu kurz, um den gesamten Film darüber zu drehen.
Die Episode rund um Snowball und die Rettung des weißen Tigers ist dann vergleichsweise brutal und sollte wohl die Spannung in den sonst sehr ruhig erzählten Film bringen. Leider überstrapaziert Illuminations hier einmal mehr das, was der Zuschauer zu glauben bereit ist. Denn während die Episoden von Max und Gidget im Entferntesten noch glaubhaft waren, ist diese Episode sehr abgedreht. Gerade der böse Zirkusdirektor ist etwas sehr überzeichnet. So hat er natürlich böse Wölfe, die für ihn alles erledigen müssen und immer eine Peitsche in der Hand, man könnte ja hin und wieder mal auf alle Tiere einschlagen. Dabei sticht die Episode so stark heraus und will sich nicht richtig in den restlichen Film einfügen.
Der Lach- und Spaßfaktor ist im zweiten Teil deutlich größer, als noch im ersten, weil zwar viele gute Witze im Trailer vorweg genommen wurden, aber eben nicht alle. Illuminations schafft es die bereits bekannten Charaktere alle wieder unterzubringen und ihnen teilweise auch nochmal mehr Tiefgang zu geben. Die Animationen sind im bekannten Stil gehalten und funktionieren auch weiterhin ausgezeichnet.

Das Fazit

Von drei Einzelepisoden macht eine wirklich Spaß, ist eine für den Tiefgang zuständig und eine leider zu abgedreht. Doch im großen und ganzen funktioniert Pets 2 damit besser als sein Vorgänger. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Pets 2 läuft seit dem 27.06.2019 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den Juli

Nachdem ich mit meinem letzten Rückblick wieder sehr spät dran war, möchte ich diesmal umso pünktlicher sein. Der Juli war gepägt von dem typischen Sommerloch im Kino. Umso mehr Zeit hatte ich für meinen Serienkonsum. Hier also mein obligatorischer Rückblick.

Sneak Preview

Anna: ist ein interessanter Film mit guten Darstellern, Hanndlung voller Wendungen und gutem Szenenbild und Choreographien. Dennoch kostet ihm die Rückblendenerzählung einige Pluspunkte.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Im Juli habe ich tatsächlich alle drei Filme mit 6 Punkte bewertet. Das ist Zufall, es war also kein Highlight aber auch keine richtige Enttäuschung dabei.

Men in Black – International: Ein Actionfilm, der auf leichte Unterhaltung setzt, dabei aber leider ins Belanglose rutscht und daher keine Geschichte erzählt, an die man sich erinnert.

Traumfabrik: lädt zum träumen und schwärmen ein, scheitert dann aber an überzeichneten Charakteren und einem fehlbesetzten Protagonisten.

Spider-Man – Far from home: hat viele gute Ansätze, versucht die Marveltypische Spannung und Humor zu verbinden, scheitert aber letztendlich durch eine verworrene Handlung und einem unnachvollziehbarem Bösewicht. Damit zählt er zu den schwächeren Vertretern aus dem Hause Marvel.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Happy feet: Pinguine sind meine absoluten Lieblingstiere. Umso überrascher war mein Lebensgefährte, dass ich diesen Pinguinfilm noch nicht gesehen hatte. Allerdings konnte mich der Film auch nicht überzeugen, denn die Handlung springt zu sehr und spricht zu viele Themen an, ohne sie wirklich ernst zu nehmen.

Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh: Der erste Winnie Puuh Film aus der Meisterwerkereihe von Disney lief nach langer Zeit mal wieder bei mir und konnte mich wie jedes Mal begeistern. Der kleine Bär mit dem großen Honighunger hat es mir einfach angetan.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Yesterday: Was wäre, wenn über Nacht alle außer dir die Songs der Beatles vergessen hätten? Genau damit befasst sich Yesterday.

Serien – ein kurzer Überblick

Im Juli habe ich mich endlich an die erste Staffel von The Marvelous Mrs. Maisel gewagt und es eigentlich nur bereut die Serie nicht schon viel früher gesehen zu haben, denn sie versprüht einen ganz besonderen Charme. Danach ging es bei mir historisch zu und ich hab Netflix Dokuserie Die letzten Zaren angesehen, in der halb serientypisch, halb dokutypisch die Geschichte von der Machtergreifung Nikolaus II. bis zur Ermordung seiner Familie erzählt wird. Das war für mich insofern aktuell sehr interessant, als dass ich letzten Monat auf meiner Ostseekreuzfahrt in St. Petersburg war und viele Schauplätze live sehen konnte, wie beispielsweise den Katharinenpalast. Ebenfalls lief bei mir im Juli die vierte Staffel von Lucifer, also die erste von Netflix produzierte Staffel und die war ziemlich wirr erzählt, weil irgendwie sehr viel in die 10 Folgen passen sollten. Mal sehen, ob die fünfte wieder gemäßigter erzählt. Auch habe ich mich endlich an die dritte und finale Staffel von Eine Reihe betrüblicher Ereignisse gewagt, die im Stil den ersten beiden Staffeln treu bleibt, aber am Ende leider zu wenig aufklärt und mich daher doch enttäuscht zurück lässt. Ebenfalls nach langer Zeit nun endlich beendet habe ich die erste Staffel von American Crime Story, die sich mit dem Fall „The People vs. O.J Simpson“ befasste. Hier konnte ich lange Zeit immer mal nur eine Folge gucken, weil mir der Fall über 10 Folgen gestreckt, leider doch sehr langatmig erzählt wurde und selten etwas wirklich spannendes dabei war. Sehr schade, denn die Serie wurde doch sehr hochgelobt. Ansonsten brachte Sky endlich die sechste Staffel von Elementary, die gewohnt mit hohem Niveau erzählt wurde. Jetzt muss ich aber auf die siebte warten, um den Cliffhanger endlich aufzulösen. Aber das war noch lange nicht alles, denn Netflix brachte nun auch endlich die achte Staffel Modern Family, die auch in dieser noch spannende Geschichten erzählen konnte, an einer Stelle, wo anderen Sitcoms schon längst die Puste ausging. Und dann ging es bei mir noch nostalgisch zu, denn bei mir lief auch die komplette erste Staffel der Ducktales.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 2
Seiten gesamt: 1.520
Seiten pro Tag: 49 im Durchschnitt
Taschenbuch: 2

Wir sehen uns beim Happy-end: Ella lebt für Happy-ends und kann nichts ertragen ohne. Kein Film, kein Buch, nichts. Bis ihr eigenes Leben auf einmal aus der Bahn gerät und sie auf Oskar trifft, der anscheinend ganz dringend ein Happy-end braucht. Das perfekte Buch für Träumer, das vielleicht zwischendurch etwas realitätsfern ist, aber trotzdem eine zauberhafte Story erzählt.

Ein wenig Leben: Das genau Gegenteil zur lockeren Happy-end Story, präsentierte mir ein wenig Leben, das auf fast tausend Seiten die Geschichte der vier Freunde Jude, Willem, Malcolm und JB erzählt. Die Geschichte geht über einen Zeitraum von über 30 Jahren und geht tief unter die Haut. Vor allem Jude hat in seinem Leben sehr viel durchmachen müssen.