Neulich in der Sneak: Das Ende der Wahrheit

Ein Vorwort

Im Jahr 2013 enthüllte Edward Snowden, dass in den Nachrichtendiensten der USA nicht alles rund läuft und viel vertuscht wird. Nach einem Dokumentationsfilm und einem Spielfilm über das Thema, ist es nun auch in Deutschlands Filmlandschaft angekommen. So entwirft Regisseur Philipp Leinemann ein ähnliches fiktives Szenario aber mit dem Bundesnachrichtendienst. Ob das funktioniert, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Martin Behrends (Ronald Zehrfeld) ist Zentralasienexperte beim BND. Nachdem kurz hintereinander von ihm gesammelte Informationen durch die USA zum Abschuss eines Terroristen mit Zivilopfern genutzt werden und seine Affäre bei einem Terroranschlag in Deutschland ums Leben kommt, fängt er an zu zweifeln und deckt eine Intrige in den höchsten Rängen des BND auf.

Meine Meinung

Das Ende der Wahrheit ist ein Film, dem man deutlich seine großen Ambitionen und seinen grenzenlosen Willen anmerkt, der aber leider genau daran scheitert. Das beginnt bereits am Anfang. Denn statt uns den Protagonisten und sein Aufgabengebiet genauer zu erklären, wird man zunächst in ein idyllisches Leben im Haus am See gezogen. Das Sinnbild wird schnell klar, doch verpasst der Film dann den Absprung. Denn der krasse Gegensatz, der Alltag beim BND wird dem schnell gegenübergestellt. Doch noch immer weiß man als Zuschauer nicht einmal welcher Name für den Protagonisten nun der richtige ist. Ähnlich bleibt es im weiteren Filmverlauf. Denn Regisseur Leinemann versucht verzweifelt sein großes Mysterium im BND aufzubauen, dass er einfach vergisst, dem Laien überhaupt irgendetwas zu erklären. Und so rennt man von Szene zu Szene und landet schließlich in einer fiktiven Region Afghanistans und ist auf einmal mitten im Kriegsgebiet und weiß eigentlich gar nicht so genau, wieso man dahin wollte.
Das gleiche Problem kristalisiert sich auch bei den Darstellern heraus. Allen merkt man ihren großen Willen und ihre Ambition an aus ihren Charakteren das größtmöglichste herauszukratzen. Aber dabei bleibt es leider auch, denn die Charaktere sind entweder  undurchsichtig und springen mit ihren Sympathien hin und her oder sind so stereotypisch, dass man dem Arschloch sofort ansieht, dass er der „Böse“ sein wird.
Und genau das sind Gründe, weswegen der Film auch einfach nicht spannend wird. Denn der Zuschauer ist von Anfang an raus. Es wird keine Bindung zu einem Charakter aufgebaut und die Handlung selbst kann nicht mitreißen. Relativ kurz vorm Ende soll das noch einmal geändert werden und drei Charaktere werden nach Afghanistan in ein fiktives Randgebiet geflogen, dass sich im Kriegszustand befindet. Natürlich wird der Konvoi sehr schnell angegriffen. Doch auch hier kommt keine Spannung auf, denn zunächst weiß man einfach nicht genau, wieso der Konvoi da lang fahren musste, dann fielen zunächst nur ein paar einzelne Schüsse, wo man sich fragt, wieso die Autos im Kriegsgebiet so schlecht gepanzert sind und schließlich wird es einfach nur noch zu einem unübersichtlichen Geballer, bei dem man sich sowieso sicher ist, wer das überleben wird.
Letztendlich kann nur das Ende an einer einzigen Stelle wirklich überraschen. Das wird aber dann so schnell wieder überspielt, dass es am Ende dann doch keine Bedeutung mehr hat.

Das Fazit

Das Ende der Wahrheit ist zwar hoch ambitioniert, scheitert aber an verwirrender Handlung, stereotypischen Charakteren und langatmiger Erzählweise. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Das Ende der Wahrheit läuft seit dem 09.05.2019 in den deutschen Kinos.

P.S.: Es gab 2015 bereits einen Film von Deniz Villeneuve, der ebenfalls wenig erzählt und man bis zum Ende nicht genau den Sinn hinter den Handlungen versteht, der aber trotzdem funktioniert und mit guten Charakteren und einen hohen Spannungsgrad aufweist. Im Zweifelsfall also einfach „Sicario“ gucken!

Friedhof der Kuscheltiere

Ein Vorwort

Nachdem 2017 der erste Teil der Neuverfilmung von „Es“ in den Kinos wunderbar funktioniert hat, scheint das Stephen King Fieber wieder ausgebrochen zu sein. Zumindest wurde kurz darauf der Dreh von einem ebenfalls sehr erfolgreichem Roman Kings bekanntgegeben. Witzigerweise war Friedhof der Kuscheltiere nach Es auch das zweite Buch, was ich vom Altmeister King gelesen habe. Ob der Film nun auf der Erfolgswelle von Es wirklich mitschwimmen kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Familie Creed zieht aus der Großstadt in den ruhigen Ort Ludlow, wo Vater Louis (Jason Clarke) einen Job im Universitätskrankenhaus erhalten hat. Nach Ankunft stellen sie zwei Sachen fest. Zum einen, dass zu ihrem Grundstück noch ein ziemlich großes Naturarsenal gehört, wo sich unter anderem ein Friedhof für verstorbene Haustiere befindet, und zum anderen, dass die Straße an der das Haus liegt sehr schnell von LKWs befahren wird. Eine große Gefahr für Kater Church.

Meine Meinung

Buchverfilmungen sind immer wieder ein Thema, an dem sich Buchfans und Filmfans zerstreiten. Nun ging es um einen Stephen King Roman, der immerhin gute 750 Seiten umfasst. Das erste Mal stutzig wurde man also bei der Spiellänge von 101 Minuten. Andererseits schreibt King auch sehr ausschweifend und wenn man sich auf das wesentliche konzentriert, könnte durchaus ein spannender Film entstehen. Zunächst bleibt der Film auch nah an der Vorlage und wenn er Änderungen vornimmt – und eine große ist dabei – dann ist das im Interesse des Films und auch die Buchfans können wohl gut damit leben. Allerdings endet die Handlung des Buches nach gut einer Stunde. Alles danach Kommende hat nichts mehr damit zu tun, sondern wird zu einem grotesken Zombiefilm weitergesponnen, der auch für Nicht-Buchvorlagen-Kenner absolut nicht mehr zu begreifen ist. Spätestens das ist auch die Stelle, wo man sich nur noch fragt: „Was ist das und kann das weg?“. Mit einem spannenden Thriller hat das nichts mehr gemeinsam.
Dabei fangen die Probleme schon viel früher an. Zum einen wird hier auf die Charakterisierung verzichtet. Gerade Nachbar Jud, eine große Sympathiefigur im Buch, verkommt zu einer kleinen Nebenrolle, die John Lithgow nicht zum Leben erwecken kann. So schleicht er ab und an ein wenig brummig durchs Bild ohne, dass man den größeren Zweck seiner Rolle erkennt. Auch Mutter Rachel Creed verkommt zu einem nervigen Nebencharakter, bei dem man sich fragt, wieso Louis sie nicht schon längst verlassen hat. Dass ihre Ängste und die Scheu vor dem Tod, mit einer Erfahrung aus ihrer Kindheit zu tun hat, wird zwar erwähnt, aber auch hier dienen gezeigte Rückblenden nur, um einen anderen Charakter wahrlich als Horrorfilm-Monster darzustellen, als wirklich auf die Entwicklung einzugehen, die diese Erfahrungen bewirkt haben.
So schafft es gerade einmal Jason Clarke als Louis Creed überhaupt ein wenig Sympathien auf sich zu ziehen, verliert diese aber auch am Ende wieder völlig, da seine Handlungen nicht sinnvoll erklärt werden. Hier haben sich die Regisseure Kevin Kölsch und Dennis Widmyer eindeutig zu sehr auf die Horrorelemente versucht zu konzentrieren und darüber vergessen sich um die Charaktere zu kümmern. Die wirklich düstere Stimmung kommt jedoch auch nicht auf, weil einzelne Handlungselemente zwar versucht wurden atmosphärisch darzustellen, diese aber zu lose in die Handlung eingebaut wurden, um wirklich im Zusammenhang verstanden zu werden.

Das Fazit

Friedhof der Kuscheltiere ist leider erneut eine Buchverfilmung, die sich zu sehr von der Vorlage wegentwickelt hat und dadurch vergessen hat seine Charaktere vorzustellen und auf ein logisches Ende zuzusteuern. So bleibt einem am Ende ein lachhafter Zombiefilm in Erinnerung, was der Vorlage nicht würdig ist. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Friedhof der Kuscheltiere läuft seit dem 04.04.2019 in den deutschen Kinos.

Der Fall Collini

Ein Vorwort

Elyas M’Barek entwickelt sich immer mehr zum Zugpferd der deutschen Kinolandschaft. Im Gegensatz zu einigen seiner Kollegen hat er jedoch bewiesen, dass er auch jenseits seiner Klamauk-Erfolgsreihe „Fack ju Göhte“ seine Stärken zeigen kann. So sah man ihn zuletzt in „Dieses bescheuerte Herz“ in einer nachdenklicheren Rolle. Nun versucht er als Junganwalt dies fortzusetzen.

Die Handlung

Der junge Anwalt Leinen (Elyas M’Barek) bekommt eine Pflichtverteidigung, die er zunächst annimmt. Kurz darauf muss er jedoch feststellen, dass er den Mörder seines Ziehvaters verteidigt. Da er das Mandat nicht einfach wieder abgeben kann, versucht er ein schnelles Geständnis zu bekommen. Doch Herr Collini (Franco Nero) schweigt eisern.

Meine Meinung

Der Fall Collini kommt zunächst als einfaches Gerichtsdrama daher. Dabei wird jedoch von Anfang an ein guter Spannungsbogen aufgebaut, da man zwar von vorneherein weiß, dass Collini den Mord begangen hat, aber eben nicht wieso. Hier spielt vor allem auch die Charakterkonstellation eine wichtige Rolle. Denn dem unerfahrenen Junganwalt Leinen steht ein alter Hase im Geschäft gegenüber, der den Fall schon gewonnen sieht und ganz ruhig und routiniert seiner Arbeit nachgeht und über die hibbelige Art des jungen Anwalts nur schmunzeln kann. Dann taucht auch noch der ehemalige Professor Leinens auf, den er in seinen Vorlesungen immer bewundert hat. Dieser vertritt die Familie des Ermordeten, eben jene Familie, mit der Leinen eine unbeschwerte Kindheit verbindet.
Schon allein dieser Umstand macht aus der Fall Collini einen spannenden Film. Jedoch hätte die Spannung wohl nicht über die gesamte Laufzeit von 123 Minuten gehalten werden können. So kommt der große Knall und eine komplette Wendung der Geschehnisse circa in der Mitte des Films. Hier wird der Zuschauer zunächst überrascht, weiß dann nicht genau, was er davon halten soll, bis es schließlich zu einer kompletten Kehrtwende der Sympathien kommt. Hier wird gekonnt mit den Emotionen des Zuschauers gespielt. Unterbrochen wird das ganze Schauspiel eigentlich nur durch eine völlig unnötige Liebesgeschichte, die dann auch sehr schnell im Sand verläuft.
Untermauert wird das Ganze von sehr starken Schauspielleistungen. Allen voran zeigt Elyas M’Barek noch einmal eine neue Seite und dürfte auch den letzten Kritiker nun überzeugt haben, dass er auch ernste Rollen spielen kann. Im Gegenüber steht ein Heiner Lauterbach, der seine Rolle zwischen Härte und Augenzwinkern wunderbar ausbalanciert. Und dann wäre da noch Franco Nero, der als Fabricio Collini noch einmal alle an die Wand spielt. Während des gesamten Films spricht er gerade mal ein paar wenige Sätze und doch schafft er es in seiner eigentlich steifen Miene so viele Gefühle zu zeigen, die sich teilweise nur in Nuancen ausdrücken und doch unfassbar viel aussagen. Im Gegensatz dazu spielt Alexandra Maria Lara ihre Rolle unpointiert, in den falschen Momenten aufbrausend und nichts sagend. Bis zum Ende kennt man ihre Beweggründe nicht, da sie absolut nichts aussagt. Weder durch Dialog noch durch Mimik.
Am Ende hat Der Fall Collini mit einem guten Spannungsbogen gepunktet, auch wenn man nach der großen Wendung in der Mitte des Films so ziemlich erahnen konnte, worauf der Film hinausläuft, und dies mit seinem guten Cast untermauert. Der Film bleibt sich auch hier in seiner Erzählung treu, untermauert seinen Standpunkt und klärt die Frage nach dem Motiv. Danach macht es sich der Film jedoch ein wenig leicht und überspringt einen essentiellen Punkt einer jeden Gerichtsverhandlung. So kann zwar jeder Zuschauer am Ende bei seiner eigenen Meinung bleiben, jedoch fehlt irgendwo die finale Auflösung. Ein kleiner Wehrmutstropfen eines ansonsten starken Films.

Das Fazit

Ein Gerichtsdrama, dass nicht nach dem „Wer“, sondern nach dem „Warum“ fragt und dies spannend erzählt und mit überwiegend guten Darstellern daher kommt. Jedoch fehlt nach der großen Wendung noch einmal das Unvorhergesehene und so gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Der Fall Collini läuft seit dem 18.04.2019 in den deutschen Kinos.

Dumbo

Ein Vorwort

Dass Disney im Realverfilmungs-Remake-Wahnsinn mitten drin steckt, dürfte man spätestens dann gemerkt haben, als für 2019 mit Dumbo, Aladdin und Der König der Löwen gleich drei eben dieser angekündigt wurden. Über die Notwendigkeit mag ich mich nicht erneut auslassen, möchte aber sagen, dass ich die ersten drei Versuche Maleficent, Cinderella und The Jungle Book durchaus noch verteidige, weil sie für mich noch neue Aspekte in die alte Geschichte einbringen konnten. Spätestens bei Die Schöne und das Biest, der bis auf zwei Szenen eine 1:1 Wiedergabe der alten Szenen und Dialoge darstellt, bin auch ich unter die Ablehner dieses Phänomens gegangen. Warum ich Dumbo wieder durchaus positiv fand, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Holt Farrier (Colin Farrell) kommt aus dem zweiten Weltkrieg zurück zum Zirkus der Medici-Brüder, für den er zuvor als Kunstreiter gearbeitet hat. Doch inzwischen ist seine Frau verstorben, die Pferde wurden verkauft und er selbst hat im Krieg einen Arm verloren. Zusammen mit seinen Kindern bekommt er die Aufgabe zugeteilt sich um die Elefanten zu kümmern. Als Elefantendame Mrs. Jumbo ihr Baby gebärt, soll es eigentlich die neuste Attraktion werden, doch sind bei Dumbo die Ohren viel zu groß. Die Kinder Milly und Joe suchen trotzdem nach einem Weg, dass Dumbo für den Zirkus nützlich bleibt.

Meine Meinung

Tim Burton präsentiert sich zurück und zeigt nach seiner Alice im Wunderland Variante erneut, dass er sich mit dem Disneystoff bestens auskennt und diesen auch wunderbar weiterentwickeln kann. Seine Alice im Wunderland gehört noch nicht zur Remake-Reihe, denn er erzählte die Geschichte einer erwachsenen Alice, die Wunderland vergessen hatte. Das misslungene Sequel lassen wir hier mal gekonnt unter den Tisch fallen, war Burton nur noch entfernt damit betraut. Nun durfte er den Dumbostoff bearbeiten.
Die erste große Änderung dürfte gewesen sein, dass in seiner Variante keines der Tiere mehr sprechen kann. Gab es im Animationsfilm noch die Maus Timothy und die Rabenschar, die Dumbo ermuntert haben das Fliegen zu erlernen, sind es hier die Kinder Milly und Joe. So wird der gesamte Fokus auch ein wenig vom Dumbo abgerückt und auch die anderen Zirkusmitglieder bekommen eine Geschichte. Dennoch bleibt der Schwerpunkt auf der Geschichte des kleinen Elefanten mit den großen Ohren.
Die zweite große Änderung Burtons ist der Schwerpunkt der Geschichte. Während der Animationsfilm damit aufhört, dass Dumbo mit Hilfe seiner Feder fliegen lernt, passiert hier das Gleiche bereits nach der Hälfte des Films. Die zweite Hälfte ist demnach komplett neu geschrieben und erzählt die Geschichte weiter. Dabei steht unser kleiner Elefant zwar weiterhin im Mittelpunkt, doch auch die gesamte Geschichte des Zirkus wird weitererzählt und auch auf die Schicksale der Menschen wird eingegangen.
Dabei zeichnet sich vor allem aus, dass die Geschichte bereits spannend war, als man noch ungefähr wusste, was passiert und gleich noch einmal spannender wurde, als man aus dem Bekannten ausstieg. Hier treffen sympathische auf unsympathische Charaktere und Schauspielgrößen, wie Collin Farrell, Dany deVito, Eva Green und Michael Keaton, geben sich die Klinke in die Hand. Das ganze wird mit Burtons unverkennbarer Handschrift überzogen und auch das Animationsteam hat bei Dumbo noch einmal gute Arbeit geleistet.
Die neue Dumbo-Variante ist für mich ein gutes Beispiel, dass bei Disneys Remake-Wahnsinn auch etwas Gutes herauskommen kann. Dennoch fehlt mir letztendlich der zündende Funke, um ihn mehr als einen soliden Film zu sehen. So waren die Charaktere von Eva Green und Michael Keaton doch etwas eindimensional und stereotypisch. Beide sind sehr gut gespielt, aber es fehlt die Entwicklung. Einige Entscheidungen waren zu vorhersehbar und auch das große Finale ist für den zuvor herrschenden  Tenor des Films dann etwas zu gewollt groß geraten.

Das Fazit

Dumbo ist ein positives Beispiel für Disneys Remake-Wahnsinn, denn die Geschichte wird gut weitererzählt und kann mit neuem Blickwinkel und weitergedachter Handlung viel Neues bieten. Leider fehlt der zündende Funke, um aus Dumbo mehr als eine solide Geschichte zu machen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Dumbo läuft seit dem 28.03.2019 in den deutschen Kinos.

Die Goldfische

Ein Vorwort

Wenn ein deutscher Film ohne die Standartschauspieler in die deutschen Kinos kommt, werde ich ja doch schon mal hellhörig. Der Trailer sah dann zwar nach einer 08/15-Komödie aus, aber mal mit einem neuen Ansatz und eigentlich wollte ich nur ein bisschen was zum Lachen haben. Ob ich das bekommen habe, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Der Portfoliomanager Oliver (Tom Schilling) landet nach einem riskanten Überholungsmanöver und einem daraus resultierenden Unfall mit einer Querschnittslähmung in einer Reha-Klinik. Dort versucht er trotz Rollstuhl sein bisheriges Leben fortzuführen. Auf der Suche nach W-Lan trifft er auf die Behinderten-WG „Die Goldfische“. Nachdem er erfährt, dass sein Schwarzgeld in der Schweiz durch die Finanzbehörde bedroht ist, überredet er die WG zu einer Kamel-Therapie in der Schweiz, damit er auf diesem Weg sein Geld heimlich über die Grenze bringen kann. Doch bei diesem Ausflug geht allerlei schief.

Meine Meinung

Am Anfang eines Films über Behinderte steht meist die Frage, wie realistisch werden die Behinderungen dargestellt und wird damit respektvoll umgegangen. Bei einer Komödie kommt noch die Frage hinzu: Darf man über Behinderte Witze machen? Die Antwort ist für den Film ganz einfach: Ja, darf man, solange respektvoll mit den Behinderungen umgegangen wird.
Und genau das schafft die Goldfische. Denn zunächst wird mit Portfoliomanager Oliver zum einen der Protagonist vorgestellt, aber gleichzeitig auch ein Charakter ohne normale Moralvorstellungen. Für ihn zählt nur Geld und Profit, die Menschen um ihn herum sind ihm scheißegal. Diese Grundeinstellung behält er lange Zeit bei. Doch nach und nach merkt man immer mehr eine Veränderung an ihm. Diese Wendung in der Geschichte ist zwar sehr vorhersehbar, passt aber wunderbar in den Film. Doch gerade am Anfang ist er eben auch ein Charakter, der nicht um Political Correctness bemüht ist. Seine ersten Begegnungen mit der Behinderten-WG sind daher lustig, auch wenn nicht jede Aussage angebracht wäre. Gerade dafür ist ja wieder seine Charakterwendung fast notwendig, um am Ende die Witze auf eine andere Ebene zu heben. Am Anfang ertappt man sich selbst teilweise dabei, wie man bei noch etwas unangebrachteren Witzen lacht, obwohl man sich selbst für toleranter hält. So hält Die Goldfische einem noch einmal geschickt den Spiegel vor.
Gleichzeitig schafft der Film es aber dem Zuschauer das Thema Behinderung und den Umgang damit noch einmal näher zu bringen. Gerade in der Szene, in der die blinde Magda Oliver erklärt, dass sie regelmäßig klauen kann, weil niemand eine Blinde verdächtigt, ertappt man sich selbst dabei, wie man genau das gleiche denkt. Niemand würde es wagen einer Blinden im Supermarkt eine Straftat, wie Diebstahl, zu unterstellen. So hat auch wieder die eigene Toleranz Grenzen.
Über den guten Umgang mit dem Thema Behinderung ist Die Goldfische aber dann doch genau der Klamauk, der im Trailer angekündigt wurde. Und selbst, wenn die Handlung jetzt nicht so bombastisch ist und auch sehr vorhersehbar in der Charakterentwicklung, so macht der Film einfach Spaß. Eine gute Gelegenheit einfach mal das Gehirn abzuschalten und die Gags auch sich wirken zu lassen. Zwar zündet nicht jeder Witz gleich gut, aber der Film weiß eine hohe Gagdichte auf, so dass dies kaum auffällt.

Das Fazit

Die Goldfische ist ein typischer Klamauk-Roadmovie, der gerade dann überzeugt, wenn er sich weit aus dem Fenster lehnt und die Political Correctness ein bisschen außer Acht lässt. Trotzdem wird respektvoll mit dem Thema Behinderung umgegangen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Die Goldfische läuft seit dem 21.03.2019 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den April

Nach dem vergleichsweise ereignisreichem März, kam der April wesentlich ruhiger daher. So konnte sich mein Medienkosum auch wieder etwas steigern. Hier also nun ohne weitere Ankündigung mein allmonatlicher Rückblick.

Sneak Preview

Greta: Ein Film über eine Stalkerin, die gerne die Mutter der Protagonistin ersetzen würde. Ein Film, der viel Potential hatte und auch gerade im Mittelteil eine bedrohliche Spannung erzeugt, die vor allem von Hupperts Spiel kommt. Dies wird im finalen Teil aber komplett über den Haufen geworfen.

Ein letzter Job: Nach Abgang mit Stil der nächste Heist-Movie mit Michael Caine. Leider sehr langweilig und mit unmotivierten Darstellern und unsympathischen Charakteren. Schon jetzt einer der Flops des Jahres.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Monsieur Claude und seine Töchter 2: Nachdem Monsieur und Madame Claude im ersten Teil ihren Frieden mit ihren Schwiegersöhnen gemacht haben, wollen sie nun mit ihren Töchtern auswandern. Für die Claudes steht fest, dass sie sie von der Schönheit Frankreichs überzeugen müssen. Eine Fortsetzung, die nicht mit dem ersten Teil mithalten kann, viele gute Punkte verfolgt, aber sich doch irgendwo wieder verliert.

Shazam: DC versucht es nach ihren ständigen Misserfolgen nun einmal in einer ganz neuen Richtung. Und es funktioniert. Shazam erzählt eine ausgewogene Geschichte, hat einen nachvollziehbaren Bösewicht, ist spannend und gleichzeitig witzig.

Dumbo: Tim Burton durfte nach seiner Alice im Wunderland Version auch die Realverfilmung von Dumbo übernehmen. Eine gute Entscheidung, denn Burton versucht nicht einen Disneyklassiker stupide nachzuerzählen, sondern erzählt eine altbekannte, aber doch komplett neue Geschichte, in dem er mehr auf den menschlichen Aspekt eingeht und die Geschichte nicht nach dem ersten Flug des Elefants enden lässt. Endlich mal wieder eine sinnvolle Neuverfilmung!

Friedhof der Kuscheltiere: Das man ein Film nicht eins zu eins verfilmen kann, dürfte inzwischen klar sein. Und zunächst wurden hier noch sinnvolle Änderung eingeführt. Wieso man aber ein 600 Seiten Buch in eine Stunde pressen muss, nur um danach noch eine abstruse Weiterdichtung einzufügen, verstehe ich leider nicht. Denn das ganze geht leider auf Kosten der eigentlichen Thematik und der Charaktere.

Der Fall Collini: Ein Gerichtsdrama, das vor allem von einem großartig spielenden Elias M’Barek profitiert. Geschichte und Filmweise lassen dann doch eher Fernsehqualität vermuten, als wirklich für die große Leinwand geschaffen worden zu sein, dennoch schafft es der Film spannend zu bleiben.

The Avengers: Endgame: Der 22. Film des Marvel Cinematic Universe ist die logische Konsequenz aus allen zuvor erschienenden Filmen. In Erzählweise, Charakterentwicklung und Umsetzung gibt es nichts zu bemängeln. Es ist der Film, den die Fans verdient haben.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Bernhard & Bianca: Mein allerliebster Disneyfilm über die beiden Mäuse der Rettungshilfsvereinigung, die ein entführtes Waisenmädchen retten müssen. Nachdem ich erfuhr, dass meine beste Freundin ihn tatsächlich nie gesehen hatte, musste dies schnellstmöglich nachgeholt werden.

Arielle: Und weil ich gerade in Disneylaune war, lief gleich hinterher noch dieser Film.

Prof. Marston and the Wonder Woman: Die Geschichte hinter der Entstehung der Wonder Woman Comics hätte ich mir irgendwie spannender vorgestellt. Aber hier ging es in erster Linie um das komplizierte Beziehungs- und Sexverhältnis von Prof. Marston. Ein ziemlich langatmiger Film.

The 6th Sense: Nachdem ich immer wieder gespoilert wurde und den großen Twist doch immer wieder vergaß, nahm ich mir nun endlich einen weiteren Klassiker der Filmgeschichte vor. Ich bekam eine spannende Geschichte, an der jedoch der Endtwist tatsächlich das bemerkenswerteste ist.

Chihiros Reise ins Zauberland: Und gleich hinten ran, gab es noch einen weiteren Klassiker. Diesen hätte ich mir aus den Erzählungen anderer raus, tatsächlich ganz anders vorgestellt. Dennoch bekam ich eine magische, wenn auch etwas merkwürdige Geschichte.

Amy Schumer – Growing & The Leather Special: Auch in diesem Monat durften zwei Netflix Comedy Specials nicht fehlen. Diesmal mit einer Amy Schumer, die ihren gewohnt deftigen Stil hier gleich zweimal ausleben durfte.

XxX 3 – Die Rückkehr des Xander Cage: Ich habe, glaube ich, schon öfter über mein Guilty Pleasure Triple X Teil 3 erzählt. In diesem Monat kam wieder eine Gelegenheit für einen Rewatch. Handlung ist total stumpfsinnig, Actionscenen zu abgedreht, aber doch mag ich die Charaktere und deren Sprüche. Kurzum ich habe den Film auch jetzt wieder gefeiert.

Hüter des Lichts: Als Revanche für Bernhard und Bianca zeigte mir meine beste Freundin dann einen Animationsfilm, den ich noch nicht gesehen hatte. Die Geschichte über Jack Frost und die anderen Hüter des Lichts fand ich nett erzählt und spannend.

Anna und die Apokalypse: Eigentlich ein Weihnachtsfilm, aber wieso nicht an Ostern gucken? Hier werden die typischen Musicalfilme mit einem Zombiefilm kombiniert. Heraus ist eine lockere Komödie geworden, die mir im Zombiebereich etwas zu konsequent war (aber ich mochte die Charaktere…) und im Musicalbereich etwas zu einfallslos. Denn gefühlt jeder Song klang ähnlich, weil er die gleichen typischen Poprhythmen hatte. Dennoch ein schöner Film.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Hellboy: Ein bisschen hätte mich dieses Reboot gereizt, allerdings zeigen die vernichtenden Kritiken, dass es vielleicht doch keine ganz schlechte Idee war mein Geld zu sparen.

Willkommen im Wunderpark: Ein Animationsfilm eher für die Kleineren und doch konnte mich der Trailer ansprechen.

Tea with the Dames: Eileen Atkins, Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith geben sich bei einem Teenachmittag die Ehre. Leider nicht in meinem Kino.

Serien – ein kurzer Überblick

Leider hat sich Sky angewöhnt True Detective regelmäßig ins Programm zu nehmen und nach ein paar Tagen wieder rauszunehmen. So habe ich die zweite Staffel zwar sehen können, mir fehlt aber noch immer die zweite Hälfte der letzten Folge. Gerade als sich alles aufklärte… Ansonsten lief bei mir Modern Family mit Staffel 6 und 7 (leider hat Netflix noch nicht mehr im Programm). In Vorbereitung auf die neue Staffel Queer Eye habe ich die zweite noch einmal durchgesuchtet und dann natürlich auch gleich die dritte angehängt. Wie kann eine einzige Serie nur so viel Freude und Hoffnung in ein Leben bringen? Außerdem bin ich mit diversen Comedians und Jerry Seinfeld auf Kaffefahrt gewesen. Denn in „Comedians in Cars getting Coffee“ sucht sich Jerry Seinfeld in jeder Folge einen anderen Oldtimer und Comedian aus, um mit ihm eine Tasse Kaffee (oder mehrere) trinken zu gehen. Eignet sich aktuell gut für Mittagspausen oder Busfahrten zur Arbeit. In diesem Zusammenhang musste ich dann auch prüfen, was hinter der angeblich besten Sitcom steckt und sah mir die erste Staffel Seinfeld an. Nun ja, Beste würde ich nicht unterschreiben, aber sie ist doch ganz amüsant.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 6
Seiten gesamt: 2744
Seiten pro Tag: 91,5 im Durchschnitt
Gebundene Bücher: 3
Taschenbücher: 1
E-Book: 2

Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.: ist ein Buch, das man selbst erleben muss. Ein solch komplexes, durchdachtes, logisches, gut recherchiertes und doch magisches Buch habe ich noch nie gelesen. Selbst wenn man mit ein paar Wendungen nicht einverstanden ist oder der Schreibstil zwischendurch merkwürdig erscheint, bleibt es im Ganzen doch ein sehr gutes Buch.

Ich bin die Nacht: Nach langer Zeit war mit tatsächlich mal wieder nach einem Thriller. Und hab auch schon wieder die Lust verloren. Denn die Auflösung der ganzen Geschichte war mir schon wieder zu abstrus.

Fee – Schwestern bleiben wir für immer: Ein Buch, das mir kommentarlos von meiner besten Freundin in die Hand gedrückt wurde. Eine Geschichte über Krankheit, Familie, Verlust und Trauer. Eine rührende Geschichte, die mir leider zu auseinandergerissen erzählt wurde.

Dark Wonderlands – Herzkönigin: Im Fantasy-Bereich durfte dieses Buch bereits vor einer ganzen Weile bei mir einziehen. Nun kam ich endlich dazu es zu lesen. Gerade am Anfang mochte ich die Geschichte, die sich mit der dunklen Seite der Alice im Wunderland Geschichte befasst. Doch ab einem gewissen Punkt bin ich aus der Geschichte ausgestiegen und habe einfach nicht mehr reingefunden. Gute Idee, anstrengende Umsetzung, verwirrender Schreibstil.

Feel again: Nach längerem Überlegen habe ich mich doch für den dritten Teil der Again-Reihe von Mona Karsten entschieden. Die Pause war dann auch ganz gut, da mir der negative Teil Sawyers, einem Nebencharakter aus den Büchern zuvor, so nicht mehr so präsent war. So bekam ich zwar eine typische Liebesgeschichte, aber dafür eine schöne. Und der Typ war endlich mal nicht der typische Traumtyp!

Kein Rockstar für eine Nacht: Nach einer durchzechten Nacht in Las Vegas, wacht Evelyn am nächsten Morgen verheiratet mit einem Rockstar auf. Das birgt eine ganze Menge Probleme. Leider hat es mir David Ferris dann auch angetan, weswegen ich diese Liebesgeschichte regelrecht verschlungen habe.

 

 

Neulich in der Sneak: Ein letzter Job

Ein Vorwort

Erst 2017 erschien ein Heist-Movie, der sich mit einem Banküberfall von einer Gruppe Rentnern beschäftigt, in den deutschen Kinos. Auch dort spielte Michael Caine eine Hauptrolle. Abgang mit Stil war noch als Komödie angelegt, scheiterte aber an dieser Prämisse. Erst in der vorletzten Sneak gab sich Robert Redford in seinem letzten Film die Ehre und spielte als Gauner & Gentleman im gleichnamigen Film. Dieser konnte trotz ruhiger Erzählweise überzeugen. Nun versucht Regisseur James Marsh (Die Entdeckung der Unendlichkeit) noch einmal reale Ereignisse über eine Gaunerbande im Rentneralter zu inszenieren, auch hier ist Michael Caine in einer Hauptrolle dabei. Warum dieser Film jedoch floppen wird, verrate ich in meiner Kritik.

Die Handlung

Brian Reader (Michael Caine) hat seiner kranken Frau versprochen keine krummen Dinger mehr zu drehen. Doch nach ihrem Tod findet er keinen Lebenssinn mehr. Da kommt der junge Basil auf ihn zu und erzählt ihm von seinem Plan ein Juweliergeschäft auszurauben. Kurzerhand beschließt Reader aus dem Ruhestand zurückzukehren und die alte Crew zusammen zu trommeln.

Meine Meinung

Regisseur James Marsh fährt mit einem namenhaften Cast auf. Michael Caine (Die Unfassbaren) werden zur Seite gestellt Jim Broadbent (Harry Potter und der Halbblutprinz), Tom Courtenay (Deine Juliet) und Ray Winstone (Departed – unter Feinden). Für die jüngere Generation darf dann noch Charlie Cox (Daredevil) mitspielen. In einer Nebenrolle tritt dann auch noch Sir Michael Gambon auf (Prof. Dumbledore in den Harry Potter Filmen). Bei dieser Kombination dachte man, könne nicht allzu viel schief gehen. Leider ist aber genau das eingetreten.
Das liegt tatsächlich auch in erster Linie an den Darstellern bzw. an den Rollen, die diese spielen müssen. Regelrecht lustlos scheinen die Darsteller hier ans Werk zu gehen und sich um Mimik und Gestik keine Gedanken zu machen. Müsste ich so plumpe und unsympathische Charaktere spielen, wäre meine Motivation jedoch auch nicht höher. Denn während ganz am Anfang noch der Teamgedanke dagewesen war, geht der im Laufe des Films komplett verloren. Es verkommt zu einem zickigen Jeder-gegen-Jeden und jeder fühlt sich durch den anderen betrogen oder hintergangen oder angegriffen. Inwieweit dies auf den „realen Begebenheiten“ beruhen soll, sei mal außen vorgelassen, jedoch ist es dem Film in keiner Weise dienlich. Denn eigentlich hat man schon von Anfang an keine Lust dem Team bei seinem Überfall zuzusehen. Die FBI-Mitarbeiter, die insgesamt vielleicht fünf Minuten Screentime hatten, wurden zu den wirklichen Helden.
In zweiter Linie liegt es an dem Drehbuch. In jedem Heist-Movie ist die Planung ein wichtiger Teil und natürlich der eigentliche Raub. Das beide Teile absolut emotionslos und langweilig dargestellt wurden, so dass der Zuschauer fast einschläft, ist wohl nicht der Plan gewesen. Aber wenn selbst ein Alarm, der losgeht gefühlt minutenlang angestarrt wird, bis mal einer reagiert, dann weiß ich auch nicht, was sich die Macher dabei gedacht haben. Der letzte Teil befasst sich dann mit den Ermittlungen des FBI und dem Verschachern der Beute, bei der ein riesiger Streit zwischen allen Gaunern entfacht. Spätestens hier schaltet auch der letzte Zuschauer ab, den von einem Heist-Movie ist nun gar nichts mehr zu spüren, sondern nur noch von ein paar zickigen alten Männern, deren Streitereien weder in ein Drama, noch in eine Komödie passen, sondern schlichtweg nichts auf einer Kinoleinwand zu suchen haben.
Gibt es denn auch positive Aspekte im Film? Tatsächlich nur einen einzigen. Die Rolle von Sir Michael Gambon ist tatsächlich humorvoll angelegt und wird auch so gespielt. Das hat wenigsten für ein bis zwei erheiternde Momente in einem ansonsten langweiligen Film gesorgt.

Das Fazit

Ein letzter Job ist ein Film, der mit einem langweiligen Drehbuch, unsympathischen Charakteren und unmotivierten Darstellern daherkommt, die alle schon bewiesen haben, es wesentlich besser zu können. Ein Heist-Movie, der so ziemlich alles falsch macht. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Ein letzter Job läuft seit dem 25.04.2019 in den deutschen Kinos.

Avengers – Endgame (Kurzkritik)

Ein Vorwort

11 Jahre, 20 Filme um das Franchise aufzubauen, im letzten Jahr nun der lang aufgebaute Infinity War rund um die Infinity Steine und Thanos, der diese sucht, um das halbe Universum auszulöschen. Und nun im Jahr 2019 geht mit Endgame eine Ära zu Ende. Natürlich wird es weiterhin Filme im Marvel Cinematic Universe (MCU) geben, aber es wird keinen Film mehr mit allen Darstellern der bisherigen Filme geben. Denn bei einigen Darstellern sind nun die Verträge ausgelaufen. Da viele den Film noch nicht gesehen haben – es ist nicht jeder so verrückt wie ich und geht in die Mitternachtspremiere… -, soll es hier nun ganz spoilerfrei um grundsätzliche Gedanken zum Film gehen. Die ausführliche Kritik wird folgen (und wahrscheinlich ebenso lange dauern, wie die zu Infinity War, die ich noch nicht einmal beendet habe…)

Was bisher geschah

Die Filme der Phase 1 und Phase 2 habe ich euch hier ausführlich zusammengefasst. Ebenso die Filme von Phase 3 bis einschließlich Black Panther. Hier nun also noch die wichtigsten Hinweise aus Infinity War, Ant-Man & the Wasp und Captain Marvel. Achtung Spoiler!
Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Infinity War wurden alle bisherigen Helden zusammengeführt. Jeder kam auf seine ganz eigene mit der Bedrohung durch Thanos in Berührung. Dieser ist auf der Suche nach den Infinity Steinen, um mit ihrer Hilfe mit einem einzigen Schnipsen seines Fingers die Hälfte des Universums auszulöschen. Während ein Team im All direkt gegen Thanos antritt, versucht ein weiteres Team auf der Erde Thanos Armee in Wakanda aufzuhalten. Thor ist währenddessen mit Rocket und Groot unterwegs, um eine neue Waffe schmieden zu lassen, die Thanos aufhalten kann. Schon die finale Suche nach den Steinen ist nicht verlustfrei. Letztendlich schafft es Thanos, wenn auch verletzt durch Thors neue Axt, mit dem Finger zu schnipsen. Daraufhin löst sich das halbe Universum auf, unter anderem die Hälfte unserer bekannten Helden. In der After Credit Scene sieht man Martina Hill und Nick Fury sich ebenfalls auflösen. Fury konnte zuvor jedoch ein Notsignal absenden. Zu sehen ist das Emblem von Captain Marvel.
Ant Man & the Wasp spielt zunächst vor Infinity War. Scott Lang ist nach den Geschehnissen in Civil War zu Hausarrest verdonnert. Doch als Hope und Hank Pym ihn um Hilfe bitten, ist er schnell wieder mitten im nächsten Abenteuer. Diesmal versuchen sie die auf der Quantenebene gefangene Wasp, Hopes Mutter, zu befreien. Doch zeitgleich haben noch ein paar Bösewichte es auf die Technik abgesehen und ein Ghost trachtet Pym nach dem Leben. Am Ende kann Wasp befreit werden. In der After Credit Scene sieht man, wie Wasp, Pym und Hope Scott wieder für ein Experiment in die Quantenebene schicken. Seine Rückholung misslingt jedoch, da sich alle drei durch Thanos Schnipsen aufgelöst haben.
Captain Marvel spielt weit vor den Geschehnissen in Infinity War in den 1990er Jahren. Vers wird bei den Kree zur Kriegerin ausgebildet. Bei einem misslungenen Einsatz, landet sie auf der Erde. Doch auf einmal stellt sie fest, dass sie Erinnerungen an den Planeten hat. Sie trifft auf den jungen SHIELD Agenten Nick Fury. Zusammen mit ihm entschlüsselt sie ihre Vergangenheit, besiegt die Kree und manifestiert ihre Kräfte und wird zu Captain Marvel. In der After Credit Scene sieht man Captain Marvel dem Notsignal von Fury folgen und zu unseren überlebenden Helden nach Thanos Schnipsen stoßen.

Die Handlung

Avengers Endgame schließt nahtlos an Infinity War an. Die überlebenden Helden raufen sich zusammen. Die Idee ist es Thanos aufzuspüren und mithilfe des Zeitsteins die Zeit zurückzudrehen. Dies funktioniert jedoch nicht. Nun müssen sich die Helden dem Unausweichlichen stellen und versuchen weiterzumachen. Das gelingt jedoch nicht allen. Bis ein verschollen geglaubter Held auftaucht und eine neue Idee bringt. Und so wappnen sich die Avengers für den letzten großen Kampf.

Meine Meinung

Ich habe sehr viele Gedanken zu Endgame im Kopf und ich freu mich schon darauf, wenn meine beste Freundin endlich den Film gesehen hat, damit ich ausführlich mit ihr darüber fachsimpeln kann. Jedoch kann ich viele Gedanken nur im Rahmen der Handlung erklären, was wiederum zu Spoilern führen würde. Daher sind hier wirklich nur die gröbsten Gedanken für euch spoilerfrei:

– Während Hawkeye (Jeremy Renner) in Infinity War noch unter Hausarrest stand und nicht auftauchte, darf er Endgame direkt eröffnen. Allgemein bekommt er endlich mehr Screentime, was bisher leider viel zu wenig war, um den Charakter sich richtig entwickeln zu lassen.

– Es gab viele Spekulationen, wie es weiter gehen könnte. Ich bin froh, dass die beiden populärsten nicht eingetreten sind (Ab hier Spoiler: Es war nicht einfach möglich den Zeitstein von Dr. Strange zu nutzen und Captain Marvel taucht nicht als Über-Avenger auf, um alle zu retten). Stattdessen gibt es dann eine sehr überraschende Entwicklung zu Anfang mit der wohl keiner gerechnet hat. Gerade weil auch der Trailer eine ganz andere Richtung vermuten lässt.

– Endgame hätte keine Sekunde kürzer sein dürfen. Der Film nimmt sich zu Anfang die Zeit, das Ausmaß von Thanos Tat zu beschreiben und wie die Charaktere damit umgehen. Hier wird nicht verzweifelt versucht von einem Actionspektakel ins nächste zu schlittern, sondern es werden nachdenkliche Töne angeschlagen. Dabei wird jedoch stets der Spannungsbogen gehalten und traurige, dramatische und humorvolle Szenen wechseln sich in guten Abständen ab, so dass man nicht in Melancholie verfällt.

– Natürlich bekommen wir dann doch unsere große Endschlacht. Und zwar ohne Kompromisse und ohne Einsparungen beim CGI-Budget (looking at you Game of Thrones). Dennoch ist es eine handwerklich gut gestaltete Schlachtszene, die sich nicht auf den CGI Elementen ausruht. Trotz der Vielzahl an Handlungspunkten während der Schlacht, ruht die Kamera immer auf genau der richtigen Szene und wird nie hektisch, um die ganze Schlacht einzufangen.

– Endgame ist das Produkt aus 21 Vorgängerfilmen. Und genau das merkt man hier, denn hier wird gekonnt noch einmal auf ältere Filme eingegangen. Das birgt einiges an Nostalgie, aber auch an witzigen Momenten. Der Film endet mit einem Finale, das (wenn es gewollt gewesen wäre) auch das Ende des gesamten Franchises sein könnte. Sollte Kevin Feige also morgen seinen Posten aufgeben und alle weiteren Projekte des MCU würden eingestampft werden, dann hätten wir hier das Ende, das jeder Marvel Fan verdient hat. Rund, teilweise abgeschlossen, aber doch mit Blick auf eine mögliche Zukunft (und machen wir uns nichts vor, das MCU ist noch lange nicht tot). So bildet es jedoch das Ende einer Ära.

– Endgame ist kein Film für das breite Publikum. Er ist ein Film für die Fans. Wer sich zuvor nur mit wenigen Filmen befasst hat, könnte zwischendurch Referenzen nicht verstehen oder den Anschluss verpassen. Gerade bei vielen Nebencharakteren braucht man gewisses Hintergrundwissen.

– Endgame hat die letzten Fehler von Infinity War behoben. Waren dort noch einige Dialoge eher holprig – gerade das Zusammentreffen von Iron Man, Dr. Strange und Star-Lord hätte ich mir epischer vorgestellt – passen die Dialoge diesmal konsequent.

– Einziges Manko ist tatsächlich Stan Lees letzter Cameo. Denn der ist einfach nur viel zu kurz und viel zu nichtssagend. Normalerweise hört man von mir ein leises Quietschen, wenn ich Stan Lee entdecke. Diesmal war es ein fragendes „War das jetzt Stan Lee?“ Sehr schade

Das Fazit

Avengers – Endgame ist der Film, den die Fans nach 11 Jahren Franchise und 21 Vorgängerfilmen einfach verdient haben. Er ist emotional, spannend, witzig, nostalgisch und einfach die logische Konsequenz aus allem davor gewesenem. Danke Marvel für diesen Film! 10 von 10 Punkten.

Avengers: Endgame läuft seit dem 24.04.2019 in den deutschen Kinos.

Aus dem Leben: Flucht aus Knast 13

Ein Vorwort

Escape Rooms erfahren auch hierzulande immer größere Beleibtheit – und das nicht erst seit dem gleichnamigen Film, der derzeit noch in den Kinos läuft und vielleicht eher abschreckend ist. Und obwohl sie doch meist einen stolzen Preis aufweisen und wir immer über eine Stunde fahren müssen, bin ich und einige Freunde von mir, von der Idee dahinter so begeistert, dass wir immer mal wieder einen Escape Room aufsuchen. Umso begeisterter war ich, als ich von Escape Berlin angeschrieben wurde, mit der Frage, ob ich nicht einmal einen ihrer verschiedenen Räume testen wollte. Und so machte ich mich zu meinem inzwischen vierten Abenteuer auf.

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Die Qual der Wahl

Die haben wir meistens bei der Auswahl der Räume. Erfolgreich gemeistert hatten wir bei verschiedenen Anbietern bereits einen Bunker, Alice im Wunderland und Da Vincis Kabinett. Nachdem ich meine drei Mitstreiter gefunden habe und wir uns auf einen Termin einigen konnten, mussten wir nun noch einen Raum auswählen. Und Escape Berlin hatte gleich eine ganze Reihe von interessanten Räumen zu bieten. Leider waren die Klassiker, wie The Big Päng – abgeleitet von The Big Bang Theory mit dem nachgebauten Wohnzimmer der Nerds und einem Laserlabyrinth – und die Wohnung von Sherlock Holmes bereits für unsere Termin komplett ausgebucht – früh buchen lohnt sich also. Also wandten wir uns den Alternativen zu und auch davon gibt es nicht zu knapp. Schnell war klar, dass wir Kidnapped nicht spielen wollen. Denn hier ist ein Schauspieler noch mit im Raum, der einen Entführer spielt. Das war uns dann doch zu viel Nervenkitzel. Der Schnapsladen klang dann auch wieder verführerisch. Hier ist man in einem Schnapsladen gefangen und muss durch ordentlichen Alkoholkonsum wieder herausfinden. Allerdings hatten wir einen Fahrer dabei und wollten ihm nicht drei Betrunkene Beifahrer zumuten. Letztendlich entschieden wir uns Knast 13. Hier wird man je nach Größe der Teams (bis zu 11 Spieler sind möglich) in eine oder zwei identische Knastzellen gesteckt. Doch die Wärter machen eine Stunde Mittagspause. Genau diese Stunde hat man nun Zeit, um aus dem Knast zu entkommen. Dafür müssen allerhand Rätsel gelöst werden, Zahlenkombinationen gefunden werden und (sollte man auch nicht auf die leichte Schulter nehmen) geklettert und gekrochen werden. Also hier sollte man gewisse Maße nicht überschreiten und leichte Sportaufgaben meistern können (keine Angst, wir haben es als unsportliches Team auch geschafft).

Der Ablauf

Der Ablauf ist wie bei den meisten anderen Escape Rooms auch. Zunächst wählt man einen Raum, Datum und Uhrzeit aus und bucht diese online auf der Internetseite. Dann reist man mind. 15 Minuten früher an für die Einweisung. Hier wird nochmal alles Wichtige erklärt, unter anderem auch die Notknöpfe, die das Spiel abbrechen, sollte es einen Unfall geben oder jemand Panik bekommen. Im Gegensatz zu anderen Escape Rooms wird hier nicht mit Walky Talkys gearbeitet, sondern es befindet sich ein Bildschirm im Raum, der je nach Bedarf Hinweise zeigt. Die Walky Talky Variante finde ich persönlich allerdings besser, weil man hier nach Hinweisen fragen kann, wenn man nicht weiter weiß. Bei den Bildschirmen bestimmt der jeweilige Mitarbeiter, wann es einen Hinweis gibt. Teilweise war das leider genau dann, wenn wir selbst drauf gekommen sind, was die Freude über das gelöste Rätsel etwas gedämpft hat. Nach der Einführung wechselt der Mitarbeiter auch prompt die Tonlage und verhält sich wie ein Gefängniswärter. Schneller als man denkt, sitzt man hinter Gittern. Ab jetzt hat man eine Stunde Zeit.

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Knast 13

Natürlich gibt es von mir keine ausführliche Beschreibung des Raums. Denn die Überraschung soll doch bei allen erhalten bleiben. Aber so viel sei gesagt, wenn so ein normaler Knast aussieht, bin ich froh, dass ich zu den anständigen Bürgern gehöre. Detailreichtum ist gegeben und die Rätsel sind sehr ausgewogen zwischen kommt man relativ schnell drauf und muss man ganz schön knobeln. Ohne Hinweise wären wir auf mindestens ein Rätsel sicher nie gekommen. Die Atmosphäre ist zwar beengt und düster, aber an keiner Stelle wirklich gruslig. Also kann der Raum auch mit Teenagern gut gespielt werden. Es gab nur eine Stelle, die mir nicht zusagte und das auch nur, weil ich kein Kletterfan bin. Ansonsten hat mir Knast 13 viel Spaß gemacht. Da wir nur ein Team aus vier Personen waren, gab es ein zweites uns unbekanntes Team, das gleichzeitig in der Nachbarzelle die Rätsel zu lösen versuchte. Hier kam man sich nicht in die Quere und wir haben tatsächlich fast gleich lange benötigt.20190422_130313

Das Fazit

Knast 13 von Escape Berlin macht großen Spaß, hat eine gute Atmosphäre und auch die anderen Räume klingen sehr vielversprechend. Mit einem regulären Preis von 109,- Euro für 4 Personen ist der Preis noch einmal deutlich höher als bei der Konkurrenz, dafür gibt es aber auch Spielvarianten, die die Konkurrenz nicht bietet. Also wer einmal in Berlin ist, sollte hier unbedingt einmal vorbeischauen.

Ihr wollt mehr über Escape Berlin erfahren? Unter https://www.escape-berlin.de/de/ könnt ihr euch alle Spiele ansehen und gleich buchen! Ihr wolltet schon immer ein Escapr Room ausprobieren, aber Berlin ist euch zu weit weg. Auf http://www.escape-game.org/ findet ihr den perfekten Raum auch in eurer Nähe.

Ich bedanke mich noch einmal recht herzlich bei Escape Berlin für das kostenfreie Testspiel und kennzeichne diesen Beitrag als Werbung. Dennoch ist hier meine Meinung wiedergegeben, ohne Beeinflussung durch Escape Berlin.

Neulich in der Sneak: Greta

Ein Vorwort

Wer auch immer das Kinoprogramm in meinem Heimkino plant, mit dem würde ich gerne einmal ein ernstes Gespräch über die Kinoplanung führen. Mal ganz abgesehen von der grauenhaften Filmauswahl teilweise, aber auch wer die Idee hatte Cinemathek und Cinesneak auf den gleichen Termin zu legen. So hatte ich nun die Qual der Wahl endlich die Frau des Nobelpreisträgers zu sehen oder mich in der Sneak überraschen zu lassen. Ich überließ die Wahl letztendlich meiner Begleitung und es wurde sich für die Sneak entschieden. Ob Greta nun die bessere Wahl war oder ob ich die Entscheidung nicht in die Cinemathek gegangen zu sein, bereue, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Frances (Chloe Grace Moretz) findet in der U-Bahn eine Handtasche. Anstatt den Rat ihrer Mitbewohnerin zu befolgen, das Geld zu nehmen und die Tasche zu entsorgen, will sie die Tasche der rechtmäßigen Besitzerin zurückgeben. Diese stellt sich als die freundliche Greta (Isabelle Humpert) raus, die ihren Mann und Tochter betrauert und sich über Gesellschaft freut. Doch schnell merkt Frances, dass mit Greta etwas nicht stimmt. Nachdem sie den Kontakt abbricht, wird Greta zur erbitterten Stalkerin, die vor nichts zurückschreckt.

Meine Meinung

Chloe Grace Moretz war vor ein paar Jahren der absolute Senkrechtstarter. Man konnte sie von der Leinwand kaum noch wegdenken. Nachdem sie in „Wenn ich bleibe“ mich noch verzaubern konnte, war ich schnell von ihrer gleichbleibenden Spielart schnell gelangweilt. So konnte sie mich in The Equalizer nicht mehr begeistern und ab Dark Places und Bad Neighbours 2 war ich nur noch gelangweilt und genervt von ihr. Nun stand der nächste Film mit ihr an. Hatte sie sich endlich weiterentwickelt? Die Antwort ist: ein wenig. Ihre Mimik weist ein wenig mehr Spielraum auf und sie konnte auch ein paar neue Emotionen zeigen, allerdings bei weitem noch nicht genug für diese Rolle. Dennoch hat sie mich nicht mehr vollständig genervt.
Ihr an der Seite spielt Isabelle Huppert. Leider habe ich auch mit Madame Huppert so meine Schwierigkeiten. Das liegt hier allerdings nicht an ihrem Schauspiel, das tadellos ist. Vielmehr ist hier das Problem, dass ich ihr Gesicht nicht mehr von ihrer Rolle in Elle gelöst kriege. Ein Film über Vergewaltigung mit dem ich noch immer so meine Probleme in der Darstellung habe. Und so habe ich ihre Rolle in Elle noch im Hinterkopf und sehe sie nun in der Rolle einer Soziopatin.
Schlechte Voraussetzungen für Greta, denn beide Hauptdarstellerinnen sind mir schon zu Anfang unsympathisch. Doch was kann der Film nun wirklich, versucht man mal die persönlichen Befangenheiten außen vor zu lassen. Auch hier bin ich etwas zwiegespalten. Denn Greta kommt mit einem aufbauenden ersten Teil und einem sehr starken zweiten Teil daher. Erst der dritte Teil geht dann wieder zu weit und schwächt den Film wieder ab. Aber langsam und der Reihe nach.
Im ersten Teil lernen Francis und Greta sich kennen. Francis findet die Handtasche und bringt sie zu ihrer Besitzerin. Schnell hat sie Mitleid mit der einsamen Witwe, dessen Tochter angeblich in Paris studiert und sich selten meldet. Da Francis den Tod ihrer Mutter noch nicht verwunden hat, flüchtet sie sich in die Mutterrolle, die Greta ihr geben kann. Hier ist die Stimmung ruhig und es hätte ein ganz normales Drama über Verlust und Trauer werden können. Das ändert sich dann zu Beginn des zweiten Teils, als Francis plötzlich eine Entdeckung macht und sich von nun an versucht von Greta fern zu halten. Diese sieht das leider gar nicht gern und entwickelt sich zur Stalkerin, die ihr und ihrer Mitbewohnerin ständig auflauert und ihr versucht ihre Nähe aufzuzwingen. Versuche von der Polizei Hilfe zu erhalten, schlagen fehl. Hier entwickelt der Film eine unglaubliche Stärke, weil er mit einer Grundangst der Menschen spielt. Letztendlich reich Gretas Anwesenheit irgendwo, um die Stimmung merklich abzukühlen. Hier wird erfolgreich mit der Frage gespielt, was man in so einer Situation machen kann und wie man damit umgehen soll. Hierfür hätte es bestimmt viele gute Endszenarien gegeben. Ich hätte dafür genug Vorschläge. Leider wurde keiner davon genutzt, sondern der dritte Teil gedreht. Hierzu möchte ich aus Spoilergründen nicht allzu viel sagen. Nur so viel: Hier wird die Stimmung der untergründigen Bedrohung aus dem zweiten Teil komplett zunichte gemacht und durch keine neue Spannung ersetzt. Denn jetzt passieren einige sehr vorhersehbare Dinge und die Charaktere verhalten sich wie in den meisten Horrorfilmen, was noch nie besonders klug war.

Das Fazit

Greta ist ein Film, der viel Potential hatte und auch gerade im Mittelteil eine bedrohliche Spannung erzeugt, die vor allem von Hupperts Spiel kommt. Dies wird im finalen Teil aber komplett über den Haufen geworfen und so gibt es nur 05 von 10 möglichen Punkten.

Greta läuft ab dem 16.05.2019 in den deutschen Kinos.