Scary Stories to tell in the dark

Ein Vorwort

Habt ihr euch auch als Kinder bei Klassenfahrten, Zeltlagern oder Ferienlagern nachts im Dunkeln Gruselgeschichten erzählt? Ja? Nun ich nicht. Ich saß bei den Kindern, die sich Witze erzählt haben und versuchten trotz Lachanfällen einzuschlafen. Und abgesehen von einer kurzen Phase als Jugendliche in der ich erstaunlich viele Horrorfilme gesehen habe, meide ich das Genre eigentlich weitgehend. Warum genau mich mein bester Freund nun doch wieder für den Besuch eines Horrorfilms, der hier im Kino auch nur um 23Uhr lief, überreden konnte, weiß ich nicht. Aber ich verrate euch in meiner Kritik, was Scary Stories to tell in the dark kann.

Die Handlung

1968. Stella (Zoe Colletti), Auggie (Gabriel Rush) und Chuck (Austin Zajur) ziehen zusammen an Halloween zu „Süßes oder Saures“ los. Unterwegs treffen sie Ramon (Michael Garza) und zu viert besuchen sie das Spukhaus, das einst der Familie Bellows gehört hat, die eine ihrer Töchter, Sarah, im Keller eingesperrt haben soll. Die Legende sagt, dass Sarah Bellows aus ihrem Verlies den Kindern in der Stadt Geschichten erzählt haben soll, und das die Kinder daraufhin verstarben. Stella, die total fasziniert von der Geschichte ist, finden Sarahs Geschichtenbuch und nimmt es kurzerhand mit. Doch nach und nach tauchen zusätzliche Geschichten auf. Und die Hauptcharaktere sind  lebende Personen, zumindest noch.

Meine Meinung

Scary Stories to tell in the dark verfolgt ein ähnliches Konzept, wie Gänsehaut aus dem Jahr 2015. Er greift die Kurzgeschichten von Autor Alvin Schwartz auf und kreiert eine Rahmenhandlung drum herum. Da ich die Bücher nicht gelesen habe, kann ich nicht sagen, ob die Geschichte von Sarah Bellows auch auf einer Kurzgeschichte basiert oder eben diese für die Rahmenhandlung erfunden wurde. Mit der Einordnung der Handlung in der Vergangenheit versucht der Film auf den Nostalgiezug aufzuspringen, den Erfolgskonzepte, wie Es oder auch Stranger Things in letzter Zeit befeuert hat. Während diese jedoch (filmisch) in den 1980er Jahren angesiedelt sind, siedelt sich Scary Stories jedoch in den 1960er Jahren an. Die angesprochene Zielgruppe ist daher etwas ungenau definiert. Denn während sich die Geschichte der vier Freunde ähnlich wie Gänsehaut an ein eher jüngeres Publikum zu richten scheint, sind die Horrorelemente dann doch so präsent, dass es ein FSK 16 wurde. Die Generation, deren Nostalgie mit dem Setting der 1960er Jahre befeuert werden könnte, dürfte jedoch eher wenig Interesse am Film zeigen.
So ist die Rahmenhandlung eher durch kindlich-naive Dialoge geprägt. Auch fehlt die Gruppendynamik, die die Vorbilder Es und Stranger Things wunderbar etablieren konnten, da man über die meisten Charaktere nur ganz dünne Informationen erhält. Lediglich Stella kriegt ein wenig Hintergrundgeschichte und zu Ramon fallen zumindest ein paar erklärende Sätze, aber Auggie und Chuck sind dann eher Anhang.
Hingegen sind die eigentliche Stärke die erscheinenden Monster, die szenenartig auftauchen und so den Kurzgeschichtencharakter prägen. Diese sind wunderbar durchdacht und definitiv keine Standartmonster. In diesen Horroreinschüben wird praktisch die gesamte Atmosphäre des Films aufgebaut. Und die ist eindeutig gruselig. Auch wenn die Monster auf dem ersten Blick harmlos wirken, schafft es Regisseur André Øvredal durch gekonnte Kameraeinstellungen und dem Setting eine solche Spannung zu erzeugen, dass man sich förmlich in den Sitz krallen will. So ganz ohne Jumpscares kommt der Film dann aber doch nicht aus, was man ihm an dieser Stelle jedoch verzeihen mag, da er sie nicht anstatt einer Atmosphäre nutzt, sondern beide Elemente gekonnt verbindet.
Leider reichen die einzelnen Horrorszenen nicht aus, um den Film als Gesamtwerk zu retten. Gerade die Rahmenhandlung rund um das Spukhaus und die Geschichte mit Sarah Bellows gerät sehr stereotypisch. Zwar ist das große Geheimnis zunächst sehr spannend und hält den Zuschauer auch mit im Kino, da man die Auflösung wissen will. Doch gerade diese gerät dann so enttäuschend, da man hier nur noch auf die einfachste Lösung bedacht war, um den Film irgendwie zu Ende zu bringen. Das hat dem Film noch einmal so viel Charme genommen, dass es besonders bedauerlich ist, dass sich die Macher hier nicht einfach nochmal ein paar Minuten mehr Zeit genommen haben, um den Handlungsaufbau von ca. 90 Minuten auch richtig zu würdigen.

Das Fazit

Scary Stories to tell in the Dark versucht sich an einer Mischung aus Gänsehaut und Es, kann mit beiden, was die Szenenartigen Monstererscheinungen angeht auch mithalten, hält dieses Niveau aber nicht über die Rahmenhandlung und verpasst gerade am Ende die Rundung. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Scary Stories to tell in the Dark läuft seit dem 31.10.2019 in den deutschen Kinos.

Anime-Special: Penguin Highway

Ein Vorwort

Für alle Anime-Fans gibt es ab und an ein Anime-Special in meinem Stammkino (wahrscheinlich auch in anderen, aber da kenne ich die Spielpläne nicht). Normalerweise mache ich darum einen großen Bogen, da ich kein großer Anime-Fan bin. Ganz im Gegensatz zu meinem Lebensgefährten. Und so kam es, dass er, nachdem ich ihn bereits in das Anime-Special zu Your Name. begleitet hatte und er mir auch noch gefallen hatte, mich seitdem immer wieder zu überreden versucht. Diesmal sah er seine Chance wieder sehr gut, denn der Film trägt mein absolutes Lieblingstier im Namen. Und so sagte ich zu, ihn zu begleiten.

Die Handlung

Der viertklässler Aoyama wäre eigentlich gerne schon erwachsen. Seine Zeit vertreibt er sich mit Forschungen, die er akkribisch in Notizbüchern festhält. So ganz nebenbei schwärmt er für die Zahnarzthelferin, die er One-San nennt. Als in der ganzen Stadt auf einmal Pinguine auftauchen, muss er das natürlich sofort untersuchen.

Meine Meinung

Während Studio Ghibli auch den Anime-Neulingen ein Begriff sein dürfte mit Werken, wie Chihiros Reise ins Zauberland oder Prinzessin Mononoke, ist Studio Colorido ein eher unbekanntes Studio, was daran liegen dürfte, dass es auch noch nicht so lange existiert. Mit vier Filmen (laut Wikipedia) versucht das Studio aktuell noch Fuß zu fassen, neben den großen etablierten. Dies mag dem geübten Zuschauer noch in der Animation auffallen, im großen und ganzen ist dies aber kaum ersichtlich. Lediglich die sehr einfach Animation der Pinguine ist sehr auffällig, aber im Laufe des Filmes auch nicht weiter störend.
Den Film an sich zu beurteilen, fällt mir dann sehr schwer. Und das hat zwei Hauptgründe.
Zum einen die Handlung. Objektiv betrachtet ist die Handlung gut ausgearbeitet und beherrscht den Drahtseilakt zwischen realistischen Gedankengängen und Charakteren und dem fantastischen Einschlag. Subjektiv spiegelt für mich die Handlung aber genau das wider, was ich an Animefilmen nicht mag. Sicherlich in seinem eigenen Universum irgendwo logisch, ist die Handlung gerade dies für mich eben nicht. Ich kann die Gedankenwelt und Handlungen der einzelenen Charaktere nicht nachvollziehen und stehe so immer wieder vor einem „Häh?“-Moment und bräuchte jemanden, der neben mit sitzt und mir das Geschehene noch einmal Szene für Szene erklärt. Allerdings ist das Kino weder der passende Ort dafür, da man die anderen Zuschauer ja auch nicht stören will, noch konnte mir mein Lebensgefährte dies während des Films erklären, musste er auch erst auf die Auflösung am Ende warten. Und die Erklärungen im Nachgang haben mir dann auch nicht mehr wirklich geholfen, um den Film für mich positiver zu machen.
Zum anderen die Charaktere. Objektiv betrachtet sind die Charaktere gut charakterisiert, es wird sich Zeit genommen um sie und ihre Beweggründe vorzustellen und eben diese teilweise auch zu hinterfragen. Subjektiv betrachtet waren mir alle Charaktere unsympathisch. Am allermeisten leider der Protagonist Aoyama. Dass es hier um seine Coming-of-Age Geschichte geht, erschwert den Film für mich demnach noch einmal.
Grundsätzlich denke ich, dass der Film für Anime-Liebhaber gut funktionieren dürfte. Die Schwierigkeiten für mich sind nicht gleichbedeutend mit wirklichen Schwächen. Die Grundidee hinter dem Auftauchen der Pinguine mit der Verknüpfung des Prozesses des Erwachsenwerdens ist durchaus gelungen. Und selbst ich konnte mich beim Sehen zumindest an den Pinguinen erfreuen.

Das Fazit

Penguin Highway ist ein Anime, der für Fans des Genres duchaus funktionieren dürfte, mich persönlich aber nicht abholen konnte. Für alle neugierigen unter euch, die einen Anime abseits der großen etablierten Studios sucht, dürfte sich eine Sichtung von Penguin Highway durchaus lohnen.

Gemini Man

Ein Vorwort

Ang Lees Bandbreite als Regisseur ist wirklich erstaunlich. So kennt man seinen Namen wahrscheinlich am ehesten von den beiden Oscarprämierten Filmen „Brokeback Mountain“ und „Life of Pi“. Ebenfalls verfilmte er mit „Sinn und Sinnlichkeit“ ein Jane Austen Werk, zeigte mit Tiger und Dragons sein Können im Action Bereich und mit brachte mit Hulk eine Comicverfilmung in die Anfangszeiten der Comicverfilmungen, aber noch vor den großen Universen. Nun sollte es wieder ein Actionfilm werden. Das Hauptaugenmerk diesmal auf die Optik mit einer besonderen 3D-Variante. Was der Film darüber hinaus kann oder auch nicht kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Henry Brogan (Will Smith) ist der beste Schatfschütze und Auftragsmörder der DIA. Vor seinem Ruhestand nimmt er einen letzten Auftrag an, der sich jedoch als Falle entpuppt. Brogan muss nun fliehen und bekommt dabei Hilfe von Danny (Mary Elizabeth Winstead) und Baron (Benedict Wong), die ihn eigentlich überwachen sollten. Auf seiner Flucht begegnet er immer wieder einem ihm ebenbürtigen Gegner, der sich als jüngere Kopie seiner selbst herausstellt. Brogan will Antworten, wer einen Klon von ihm erstellt hat und warum dieser ihn nun töten soll.

Meine Meinung

Die Zeiten von Will Smith als Actiondarsteller schienen schon längst vorbei, liefen seine letzten Versuche nicht gerade auf Erfolg hinaus. So wandte er sich zuletzt eher Projekten zu, bei denen er seine Schauspielkünste beweisen wollte (Erschütternde Wahrheit/Verborgene Schönheit). Nun holte ihn Ang Lee gleich in doppelter Rolle zurück. Dabei merkt man Smith in den rasanten Szenen das Alter erst einmal gar nicht an.
Was man aber merkt, ist, dass Ang Lee sich mehr Gedanken um die Optik des Films gemacht hat, als um die Handlung. Dabei ist die Ausgangssituation mit Billy Ray (The Hunger Games, Captain Phillips, Vor ihren Augen), Darren Lemke (Shazam, Gänsehaut) und David Benioff (Game of Thrones – man vergesse hier die letzte Staffel) als Drehbuchautoren erst einmal gar nicht so schlecht. Und so ist gerade der Anfang von Gemini Man zwar etwas stereotypisch – Agent will aussteigen, Chance wird genutzt, um ihn als Sündenbock für einen vermasselten Auftrag zu nutzen, Agent kann fliehen, weil er besser ist als alle Einsatztruppen – aber mit Winstead und Wong als Sidekicks wird die Handlung gut aufgelockert und hätte auch einen neueren Einschlag einnehmen können. Aber sobald Junior, der Klon von Brogan, eingeführt wird, scheint sich der Film nur noch von Actionszene zu Actionszene zu hangeln und jede Tiefe wird hier schmerzlich vermisst. Irgendwo wird dann noch versucht die Ethik hinter dem Klonen zu diskutieren. Mehr als zwei Argumente auf jeder Seite werden dann aber doch nicht angeführt.
Was Gemini Man aber kann sind gelungene Actionszenen. Dabei treten logischerweise zwei ebenbürdige Gegner gegeneinander an, weil sie ja buchstäblich die gleichen Voraussetzungen haben. Auch wenn ein paar durchaus kürzer hätten sein dürfen oder die ein oder andere auch ganz weggelassen, funktioniert der Teil für einen Actionfilm grundsätzlich gut. Allerdings ist auch hier die Konkurrenz – man denke nur an Fallout oder John Wick – inzwischen doch noch einmal wesentlich besser geworden. So kann sich Gemini Man nicht einmal an dieser Stelle als etwas wirklich besonderes hervortun.
Das einzige einigermaßen revolutionäre ist die neue 3D Technik, die das 3D Erlebnis zwar deutlich verbessert, die Szenen aber auch teilweise wie im Schnellvorlauf wirken lässt. So ganz ausgereift ist die Technik also auch noch nicht. So kommt Gemini Man leider nicht aus der Mittelmäßigkeit heraus, auch wenn er beim erstmaligen Sehen noch durchaus Spaß macht. Aber für ein zweites Mal sehen, reicht es dann leider nicht.

Das Fazit

Gemini Man dümpelt mit einer mittelmäßigen Handlung vor sich hin und hangelt sich nur von Actionszene zu Actionszene, die trotz starker Bilder nicht mehr mit der starken Konkurrenz mithalten kann. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Gemini Man läuft seit dem 03.10.2019 in den deutschen Kinos.

Last Chrismas

Ein Vorwort

Und Ohrwurm in 3…2…1… Last Christmas, I gave you my heart, but the very next day, you gave it away… Wer kennt es nicht, jedes Jahr wieder läuft der Song in Dauerschleife im Radio und allen Weihnachtsmärkten. Diesmal gibt es auch gleich noch einen Film mit dem Song im Titel. Inspiriert wurde der Film übrigens von genau diesem Lied. Auf dem Soundtrack befinden sich noch zwei weitere Wham! Stücke, sowie 12 Nummern aus George Michaels Solokarriere. Was der Film darüber hinaus kann und wie gut er tatsächlich in die Vorweihnachtszeit passt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Kate (Emilia Clarke) arbeitet in einem Weihnachtsshop, der 365 Tage im Jahr geöffnet hat. Ihre mürrische Chefin „Santa“ (Michelle Yeoh) wirft ihr ständig vor ihre Fröhlichkeit in der letzten Weihnacht verloren zu haben. Und tatsächlich war Kate letzte Weihnachten sehr krank. Dies führte nicht nur zum Verwürfnis mit ihrer Familie, sondern auch zu einer Charakteränderung. Erst als Kate den attraktiven Tom (Henry Golding) kennenlernt, scheint sie sich wieder öffnen zu können.

Meine Meinung

Eigentlich versuche ich immer relativ unvoreingenommen in einen Film zu gehen oder zumindest nichts zu erwarten, damit ich eher überrascht als enttäuscht werde. Auch diesmal hoffte ich eigentlich eher auf eine interessante Liebesgeschichte mit zwei Schauspielern, die ich schätze, und die bereits im Trailer eine gute Chemie zu haben schienen, erwartete aber eher eine sehr routinehafte Liebesgeschichte, die man ja doch häufiger zu sehen bekommt. Wie falsch ich doch lag. Denn Last Christmas ist ein Film, der weit darüber hinaus geht. Also ja ich bekam meine Liebesgeschichte mit zwei Schauspielern, die ich auch weiterhin sehr schätze. Aber ich bekam auch so viel mehr.
Last Christmas greift die Themen Krankheit und den Umgang damit auf, nicht nur man selbst, sondern auch wie die Familie damit umgeht. Gleichzeitig geht es um das Thema Freundschaft, Nächstenliebe und die Akzeptanz des eigenen Körpers. All dies verwickelt der Film in eine Geschichte, die größtenteils fröhlich oder aber sarkastisch erzählt wird, da die Protagonistin nur noch diesen Tonfall zu kennen scheint. Dabei berührt der Film auch einige Themen nur oberflächlich, wie Flucht, Rassismus und die Emotionen des Brexits. So schafft der Film eine eher tiefgründige Aussage in einer lockeren Liebesfilmatmosphäre zu erzählen und entwickelt dabei einen Tiefgang, den man ihm nach dem Trailer niemals zugetraut hätte.
Dazu trägt das vielfältige Spiel von Emilia Clarke ebenso bei, wie das der anderen Charaktere. Sei es eine überfürsorgliche Emma Thompson als Mutter, eine gewohnt bissige Michelle Yeoh als Chefin oder eben Henry Golding als Zufallsdate.
Mit der Weihnachtsstimmung, da er irgendwo wohl auch als Weihnachtsfilm gedacht war, wird dann auch noch gespielt. Während der Weihnachtsshop eindeutig den übertriebenen Kitsch in der Weihnachtszeit widerspiegelt und überladene Häuserfassaden voller Weihnachtsdeko dazu nicht beitragen, schafft es dann die Kernaussage zum Thema Nächstenliebe doch noch die Quintessenz von Weihnachten einfließen zu lassen. Und keine Angst, der titelgebende Song ist zwar sehr präsent, aber gerne auch auf ironische Weise. So ganz ohne Ohrwurm verlässt man das Kino dann aber doch nicht.

Das Fazit

Last Christmas ist ein wunderbarer Liebesfilm, der sich jedoch mit so viel mehr befasst und neben dem wahren Gedanken von Weihnachten eine Menge guter Botschaften vermittelt. Dabei ist er überaus klischeefrei, außer er setzt diese gezielt ein. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Last Christmas läuft seit dem 14.11.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Zombieland 2

Ein Vorwort

Nach 10 Jahren erhält der Überraschungsfilm aus dem Jahr 2009 nun eine Fortsetzung. Der Grundcast wurde wieder versammelt und scheint den gleichen Spaß wieder gehabt zu haben. Doch war 2009 noch eine Hochphase der Zombiefilme, die sich durch die gesamten ersten 10 Jahre der 2000er zog und 2010 in den Start der beliebten Serie „The Walking Dead“ gipfelte, scheint das Genre nun ausgelutscht, wenn nicht sogar tot zu sein. Kann da nun eine späte Fortsetzung noch funktionieren? Erfahrt es in meiner Kritik.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Columbus (Jesse Eisenberg) lebt in einer Welt, in der ein Virus fast alle Menschen in Zombies verwandelt hat. Überlebt hat er bisher nur durch seine penibel aufgestellten Regeln im Umgang mit den Untoten. Auf der Suche nach seinen Eltern trifft er auf Tallahassee (Woody Harrelson), der großen Spaß am Jagen der Zombies hat und das ganze Land durchkämmt auf der Suche nach Twinkies. Zusammen zieht das ungleiche Team weiter und trifft auf die Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin). Diese nehmen die Männer zunächst aus, um dann abzuhauen. Die beiden Gruppen treffen aber immer wieder aufeinander, bis die Männer die Damen am Ende aus einer ausweglosen Situation retten müssen. Von da an beschließen sie zusammen zu bleiben.

Die Handlung

Einige Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Teil beschließen die vier Zombieüberlebende Columbus (Jesse Eisenberg), Tallahassee (Woody Harrelson), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) sesshaft zu werden und ziehen ins weiße Haus ein. Doch während Columbus und Wichita anscheinend das große Glück gefunden haben, wird Little Rock zunehmend unruhiger und fängt an sich selbst nach der großen Liebe zu sehnen. Als sie eines Tages wegläuft und auf den Hippie Berkeley (Avan Jogia) trifft, beschließen die anderen, ihr zu folgen. Dabei treffen sie auch auf einige andere Überlebende.

Meine Meinung

Eine gute Grundvoraussetzung für Fortsetzungen ist es ja inzwischen schon, wenn man wirklich den Originalcast wieder vereinen kann und nicht einen Charakter mit einem Nebensatz entschuldigen muss. Diese Hürde hat Zombieland 2 – Doppelt hält besser schon einmal genommen. Zwar sind die 10 Jahre, die zwischen den Filmen liegen, an keinem Darsteller spurlos vorbeigegangen, doch am auffälligsten dürfte es wohl bei Abigail Breslin sein, die die Little Rock spielt. Während sie im ersten Teil noch 13 Jahre alt war, sind es nun 23 Jahre. Doch genaue diese Wandlung nimmt sich der Film sogleich als Basis für seine erzählte Geschichte. So bekommen zwar alle Charaktere ihre gleichen Charakterzüge wieder zugeschrieben, aber dennoch wurden gut durchdachte Weiterentwicklungen bereits am Anfang eingeflochten. Während nämlich eine 13 Jährige, noch froh ist mit ihrer großen Schwester durchs Land zu ziehen, sucht eine 23 Jährige dann doch nach anderen Lebenszielen. Und genau diese Entwicklung wird dann für die Handlung gezielt eingesetzt.
Wie bereits im ersten Teil erzählt Zombieland 2 keine großartige tiefgreifende Geschichte, sondern beschränkt sich darauf das Zombiegenre zwar ernst zu nehmen, aber als Komödie umzusetzen. Auch hier ziehen sich Columbus Regeln als Leitfaden durch den Film. Hinzugefügt werden einige Nebencharaktere, die mal einen größeren, mal einen kleineren Auftritt haben. Und genau die sind es, die auch Zombieland 2 wieder den gewissen Charme verleihen. Denn auch, wenn die vier Hauptcharaktere bereits in ihrer Unterschiedlichkeit für Konfliktpotential sorgen, sind es gerade die Nebencharaktere, die neuen Schwung in die Geschichte bringen. Sei es nun das pink liebende Blondchen, das Zombiejägerpaar oder die Elvis liebende Schönheit.
So ist Zombieland 2 vielleicht kein Meilenstein in der Filmgeschichte, aber dennoch ein Film, der erneut frischen Wind in das Zombiegenre bringt und durch gezielt eingesetzten Witz eine Menge Spaß macht. Dabei wird nicht jedes Wort oder jede Entscheidung ins lächerliche gezogen und auch die Zombie-Apokalypse wird durchaus ernst genommen und die Zombies auch als wirkliche Bedrohung dargestellt, dennoch handelt es sich eher um einen gute-Laune-Film mit großem Actionanteil.

Das Fazit

Zombieland 2 – Doppelt hält besser schafft es auch nach 10 Jahren noch eine gute Fortsetzung zu sein, der die wichtigsten Elemente des ersten Teils aufgreift und sich doch weiterentwickelt. Mit einem sympathischen Hauptcast, einem gelungenem Nebencast, viel angebrachtem Witz, durchdachter Action und mitreißender Dialoge schafft es der Film gute Laune zu versprühen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Zombieland 2 – Doppelt hält besser läuft seit dem 07.11.2019 in den deutschen Kinos.

Joker

Ein Vorwort

Für manche der Film des Jahres, für andere ein Film, der Verboten gehört, weil er Menschengruppen aufhetzen könne. Viel Drama wurde bereits vorab um den neusten Streich aus dem Hause DC gemacht. Und die Meldungen hörten nach Kinostart nicht auf. Vor allem Ex-Joker Jared Leto scheint sehr verärgert zu sein. Was Regisseur Todd Phillips, der bisher eher für seine Hangover-Filme bekannt war, nun wirklich fabriziert hat, habe ich mir angeguckt. Meine ganz eigene Meinung findet ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) lebt zusammen mit seiner Mutter in einer schmutzigen kleinen Wohnung und versucht mit Clown-Jobs über die Runden zu kommen. Zu kämpfen hat er mit einem schmalen Selbstbewusstsein und einer psychologischen Erkrankung, die ihn in den unpassendsten Momenten laut auflachen lässt. Sein Leben besteht immer wieder aus Rückschlägen und Erniedrigungen, bis er eine zweite Identität in der Rolle eines gefährlichen Clowns entdeckt. Der Wandel zum Joker steht bevor.

Meine Meinung

Eigentlich wollte ich diese Kritik zeitnah zum Kinostart schreiben und habe extra eine Vorstellung in der ersten Spielwoche besucht. Überwältigt von den verschiedensten Emotionen und Eindrücke setzte ich mich auch zügig ans Schreiben der Kritik. Und bekam einfach nichts auf Papier. Die leere weiße Seite verhöhnte mich regelrecht. Ich schloss sie wieder und setzte mich ein paar Tage später wieder dran. Mit dem Ergebnis, dass ich auch diesmal meine ganzen Eindrücke einfach nicht formuliert bekommen habe. Ich schrieb zwischendurch andere Kritiken und Joker rutschte immer weiter nach hinten. Warum ich euch das erzähle? Weil ich hoffe, dass ich diesmal die Kritik zu Stande bekomme und mich auch halbwegs verständlich ausdrücke.
Joker ist ein Film, der bei mir absolut widersprüchliche Gefühle heraufbeschwört. Zum einen halte ich ihn für ein absolutes Meisterwerk, zum anderen hat mir aber auch einiges nicht gefallen, was ich beim genaueren Nachdenken, aber vielleicht doch wieder positiv finde. Gut, ich versuche dann mal meine Gedanken etwas zu ordnen.
Zum einen ist da die Leistung von Joaquin Phoenix. Er spielt hier vielleicht nicht den typischen Joker, daher hinkt der Vergleich mit früheren Darbietungen, gerade der viel gelobten von Heath Ledger. Beide hatten ganz andere Ansätze und Ambitionen. Dennoch spielt er seine Rolle und das absolut fantastisch. Er geht komplett in der Rolle auf, für die er auch einiges an Gewicht verlieren musste, und spielt gleichzeitig so punktiert und auf jede Nuance bedacht, dass hier doch bitte ein Oscar für fällig sein sollte. Allein das Lachen, was er herausspeit und dabei gleichzeitig absolut traurig aussieht, ist eine Kunst, die seinesgleichen sucht.
Ebenfalls absolut gelungen ist die Umsetzung. Hier stimmt alles, vom Bühnenbild über die Musik über die Masken, die Kostüme und die Darsteller. Betrachtet man rein dies, wirkt Joker wie ein Kunstwerk. Zwar ein sehr düsteres, aber dennoch.
Problematisch sehe ich eher die Handlung an sich. Grundsätzlich ist sie von der Erzählung sehr rund. Hier wird auf eine Menge Details geachtet und dabei doch der Zuschauer gerne an der Nase herumgeführt. Gerade weil Phillips immer wieder Andeutungen macht und Hinweise streut, die hinterher aber wieder zurücknimmt und sich dabei auf Flecks labile Psyche beruft, macht Joker auch unfassbar spannend, regt aber gleichzeitig auch zu vielen Diskussionen an. Der Zuschauer wird hier eben nicht an die Hand genommen und ihm wird alles erklärt, sondern er darf sich Zusammenhänge selbst zusammenreimen und seine eigenen Schlüsse ziehen. Schwierig wird es für mich bei der Aussage des Films. Vielleicht ist mir der Film für einen „Superhelden/Schurken“-Film auch einfach zu realitätsnah.
! Ab hier geh ich näher auf Handlungsaspekte ein. Dies kann zu kleineren Spoilern führen !
Denn die Unterdrückung durch die Oberschicht und die Rebellion der „kleinen Leute“, die dann einen Mörder auf einmal als Helden ansehen, weil er sich gewehrt hat, vermittelt für mich einfach die falsche Botschaft. Und zwar genau deswegen, weil ich glaube, dass es in unserer Gesellschaft nicht anders wäre. Und genau das ist es, was mir am Film Angst macht. Und dadurch hat wohl der ansonsten absolut gelungene Joker für mich irgendwo einen negativen Beigeschmack. Andererseits finde ich es auch wieder mutig, dass Phillips hier eben gerade kein Blatt vor den Mund nimmt. Wahrscheinlich muss ich den Film einfach noch ein- oder zweimal sehen, um wirklich entscheiden zu können, wie viel Gewicht ich diesem Aspekt geben würde.

Das Fazit

Joker überzeugt in Inszenierung und mit seinem grandiosen Hauptdarsteller. Dennoch bietet er Diskussionsmaterial in positiver und negativer Weise. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Joker läuft seit dem 10.10.2019 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den Oktober

Und da ist der „Gruselmonat“ auch schon wieder vorbei. Stattdessen strahlt der Herbst in seiner regnerischen Tristheit. Tatsächlich gibt es diesmal wenig zu erzählen, daher starten wir gleich in den medialen Rückblick.

Sneak Preview

Ronny und Claid: Die Geschichte zweier Spätibesitzer, die einem Mafiosi Geld schulden und dafür Menschen entführen, denn einer wird schon Millionär sein, ist zunächst etwas hoprig, entwickelt dann aber seine ganz eigene Dynamik und kann durchaus begeistern.

Halloween Haunt: Der Versuch Geisterbahn und Escape Room zu kombinieren scheitert leider an zu vielen Klischees, Vorhersebarem und Logiklöchern.

Cinemathek:

Tolkien: Die Geschichte um J. R. R. Tolkien und seiner großen Liebe. Zwischen Krieg und schwieriger Kindheit wächst Tolkien auf und entwickelt seine eigene Sprache, die er gegen Ende in seinem ersten Roman „Der Hobbit“ verarbeitet. Nicht das große Biopic, was man erwarten könnte, dafür eine interessante Geschichte über Liebe, Freundschaft und das Erwachsen werden.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Everest – Ein Yeti will hoch hinaus: Ein berührender Film über Freunschaft, Familie und Trauerverarbeitung, der es perfekt schafft sowohl Witze für die Kleinen, aber auch gute Dialoge für die Großen einzubauen und dabei kein Auge trocken lässt, sowohl durch Lachen, als auch durch traurige Szenen. Große Empfehlung!

Dem Horizont so nah: Eine Liebesgeschichte rund um ein Pärchen mit HIV. Wie lebt man sein Leben, wenn einer weiß, dass er nicht alt werden wird? Er erzählt seine Geschichte mit einer gewissen jugendlichen Naivität, die den Ton sehr auflockert, ihm aber auch die Tiefe nimmt. Das Augenmerk liegt hier deutlich auf der Liebesgeschichte

Joker: Joaquin Phoenix gibt sich die Ehre und verkörpert DCs wohl bekanntesten Bösewicht. Diesmal geht Regisseur Todd Philipps der Hintergrundgeschichte auf den Grund und präsentiert einen kaputten Mann in einer kaputten Welt. Oscarreif gespielt von Phoenix mit einer Geschichte, über die man viel diskutieren kann.

Gemini Man: Will Smith versucht sich diesmal gleich in zwei Rollen und repräsentiert sein Altes und sein Junges Ich. Die Handlung ist spannend gestaltet mit ein paar Schönheitsfehlern.

Ich war noch niemals in New York: Die stark gekürzte und umgeschriebene Fassung des Bühnenmusicals scheut sich nicht seine Schönheitsfehler mit einem engagierten Cast und einer großen Portion Gute Laune zu kaschieren.

Die Addams Family: Die Neuinterpretation der bekannten Gruselfamilie mag an einigen Stellen gewöhnungsbedürftig sein, an einigen kann sie dafür umso mehr überzeugen und hält sich mit einem stabilen Mittelmaß.

Penguin Highway: Im Animespecial lief diesmal Penguin Highway. Mein Lebensgefährte mag Animes, ich mag Pinguine, wir konnten also tatsächlich einmal zusammen in das Special gehen. Allerdings konnte mich die Handlung nicht überzeugen und die Charaktere waren mir sehr unsympathisch.

Das perfekte Geheimnis: Wie viel verbirgt man wirklich vor Partnern und Freunden. Ein seltsames Experiment, das gehörig schief geht. Ein Film, der beim erstmaligen Sehen großen Spaß macht, trotz einer sehr konstruierten Handlung. Gerade der gut harmonierende Cast schafft es den Film trotzdem rund zu gestalten.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Harry Potter und die Kammer des Schreckens: Mein Lebensgefährte hört weiter fleißig die Bücher und so konnten wir nun den zweiten Teil zusammen sehen, damit er Buch und Film noch einmal vergleichen konnte.

The Death of Stalin: 1953 stirbt Stalin überraschend und ein großer Kampf über seine Nachfolge entbrannte. Dieser wird hier in einer schwarzen Komödie verarbeitet. Leider nicht unbedingt verständlich durch zu viele Namen und Charaktere und Intrigen.

The Addams Family (1991): Nachdem ich die Neuinterpretation im Fernsehen sah, war ich neugierig, zumal mir Prime zur Halloweenzeit diesen Film vorschlug. Hier gefielen mir die Dinge, die mich an der 2019er Version störten, schon eher, dafür der Rest nicht mehr so.

Die Hexe und der Zauberer: lief durch Zufall im Fernsehen und mein zweitliebster Disney-Meisterwerkfilm brauchte sowieso mal wieder eine Sichtung.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Brittany runs a marathon: Brittany schläft zu wenig, macht zu viel Party und kriegt ihr Leben nicht auf die Reihe. Als ihr Arzt meint, sie solle mehr auf sich achten und vorallem 25 Kilo abnehmen, denkt sie, dass dies unmöglich sei. Bis sie anfängt für den New York Marathon zu trainieren.

Serien – ein kurzer Überblick

So kurz wird der Überblick in diesem Monat wohl nicht, denn ich habe einige Staffeln geschafft. Zum einen die dritte Staffel des Fresh Prince of Bel Air, der mich aktuell monatsweise begleitet. Dann habe ich mich endlich der dritten Staffel von Adventure Time gewidmet und diese nun beendet. Im Crimebereich ging es mit der inzwischen 10. Staffel von Bones – Die Knochenjägerin weiter. Eigentlich hatte ich am Ende der 9. aufgegeben, da mich die immer größer werdenden Staffelfinale abgeschreckt hatten. Und prompt musste einer meiner liebsten Charaktere am Anfang dran glauben. Doch sobald sich die Serie wieder mit den eigentlichen Fällen befasste, kam ich wieder in den alten Rhythmus zurück, auch wenn nicht mehr die gleiche Dynamik, wie in den ersten Staffeln herrscht. Dann gab es diesen Monat gleich drei Neuentdeckungen. Zum einen die erste Staffel von Barry. Bill Hader spielt hier einen Auftragsmörder, der viel lieber Schauspieler werden will und verzweifelt versucht beides unter einen Hut zu bekommen. Dann habe ich mich nach vielen Nominierungen und Gewinnen auf der diesjährigen Emmy-Verleihung an die erste Staffel von Fleabag herangewagt, die mich aber bisher nicht wirklich überzeugen konnte. Dann lief bei mir noch die erste Staffel der Peaky Blinders, die mich nach Birmingham 1919 zog und damit in eine ganz andere historische Sichtweise. Bisher gefällt mir die Serie sehr gut.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten gesamt: 2.573
Seiten pro Tag: 83 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 2
E-Book: 5

40 Festivals in 40 Wochen: Das Selbstexperiment der Autorin hatte ich mir eigentlich pünktlich zur Festival-Saison besorgt, kam aber nicht gerade viel zum Lesen auf dem Festival. Die kurzen und knackigen Beschreibungen der verschiedensten Festivals waren zunächst sehr interessant, wurden jedoch schnell monoton, da sich die Autorin gefühlt ständig nur über ihren Gesundheitszustand beschwerte.

Mr. Barnacals Schildkröte: Meine Ausbeute von der GCC Berlin dieses Jahr stammt vom Wölfchen Verlag und wurde mir wärmstens empfohlen, da die Geschichte herrlich verrückt sei. Dies war keinesfalls untertrieben und konnte mich auch zunächst in Bann  ziehen, bis mich die Geschichte leider irgendwann verlor.

Wie Monde so silbern: Eine Empfehlung von Inkunabel, für die ich die Mädels nur loben kann. Denn die Cinderella Geschichte als Cyberpunk zu erzählen, ist ein absoluter Volltreffer und traf genau meinen Geschmack.

Sinful King / Sinful Queen / Sinful Empire: Eigentlich auf der Suche nach kurzer Zwischendurchlektüre fand ich die erotische Reihe von Meghan March, die mich durch starke Charaktere und einem gelungenen Schreibstil sofort überzeugte und von da an nicht mehr losließ.

Sinful Prince / Sinful Princess: Auch die Fortsetzungsreihe um zwei Nebencharaktere aus der Ursprungstrilogie traf mich sofort und ich konnte auch die Reihe nicht weglegen.

Ich war noch niemals in New York

Ein Vorwort

Musicalverfilmungen gibt es immer mal wieder mit schwankender Qualität, wie auch so ziemlich jedes andere Genre. Eine deutsche Musicalproduktion ist da schon seltener. Aber der Erfolg des Bühnenmusicals zog eigentlich unweigerlich eine Verfilmung nach sich. So heißt es nun auch im Kino „Vorhang auf“ für eine kunterbunte Geschichte rund um die Lieder von Udo Jürgens.

Die Handlung

Lisa Wartberg (Heike Makatsch) ist eine nicht mehr ganz so erfolgreiche TV-Moderatorin, die dennoch arrogant alle anderen wie Deck behandelt. So vergisst sie auch ihren eigenen Geburtstag und, dass sie bei ihrer Mutter (Katharina Thalbach) eingeladen war. Diese rutscht beim Geschirrspülen aus und landet mit Gedächtnisverlust im Krankenhaus auf. Sie kann sich nur noch an eins erinnern: New York. Also beschließt sie kurzerhand sich auf ein Kreuzfahrtschiff zu schleichen und nach New York zu schippern. Ihre Tochter und deren Maskenbildner Fred (Michael Ostrowski) versuchen sie aufzuhalten und landen ebenfalls als blinde Passagiere an Bord. Dort werden alle drei zum Putzdienst verurteilt. Doch die Abenteuer fangen hier gerade erst an.

Meine Meinung

Hatte ich irgendwelche Erwartungen an den Film? Eigentlich nicht, ich wollte eigentlich nur eine locker flockige Geschichte mit ein paar guten Witzen und schön inszenierten Gesangs- und Tanzeinlagen. Habe ich genau das bekommen? So ziemlich.
Was ich damit sagen möchte, ist, dass Ich war noch niemals in New York bei weitem kein Meisterwerk ist. Dafür ist es ein Film, der sich selbst nicht so ganz ernst nimmt und auch weiß, dass ein Uwe Ochsenknecht nun nicht gerade der beste Sänger ist. Was man am Anfang noch nicht unbedingt glauben mag, denn die Einführung der Charaktere gerät doch etwas holprig. So ist dem Zuschauer zunächst absolut unklar, was die arrogante TV-Moderatorin auf der Leinwand zu suchen hat. Lediglich Heike Makatschs Enthusiasmus in der Rolle, lässt einen nicht zugleich wieder fluchtartig den Kinosaal verlassen. So kommt es dann zur ersten Interpretation eines Songs. „Vielen Dank für die Blumen“ wurde inszenatorisch stark angepasst, ist aber unverwechselbar noch ein Jürgens. Sobald die sehr holprige weitere Charaktereinführung von statten geht, ist man noch dezent gelangweilt. Dies ändert sich erst, als es die Charaktere endlich auf das Kreuzfahrtschiff geschafft haben.
Ab hier kommt eine stimmige Geschichte heraus, die zwar in vielen Bereichen stereotypisch und daher ohne Überraschungen funktioniert, aber dennoch nicht langweilt. Das kommt wohl durch die Vielzahl an vielen auch kleineren Charakteren, die dem ganzen einen gewissen Charme verleihen. Untermalt wird das ganze von immer wieder angespielten Liedern, wobei selten eins wirklich ausgespielt wird und gerade das namensgebende Lied nur einmal oder zweimal dezent erwähnt wird. Richtig angesungen jedoch nicht. Auch werden einige umgeschrieben, um textlich wieder zur entsprechenden Szene zu passen. Dies schadet jedoch weder dem Film, noch den Liedern an sich. Denn durch die farbenfrohe Gute-Laune-Inszenierung, kommt auch genau dies bei den Zuschauern an: Gute Laune. Da stört man sich dann auch nicht an der vorhersehbaren Handlung, den manchmal etwas holprigen Dialogen oder den nicht über Mittelmaß herausreichenden schauspielerischen Leistungen. Man merkt nur, dass so ziemlich jeder Darsteller Spaß am Film hatte und das auch herüberbringt.
Einziges Manko am Ende bleibt, dass die wirklich guten Gags bereits im Trailer enthalten waren.

Das Fazit

Ich war noch niemals in New York hat gewiss einige Schönheitsfehler, die aber gut überdeckt werden, von dem, was der Film eigentlich will: Gute Laune verbreiten. Und dies schafft er durch seine kunterbunte Inszenierung ganz hervorragend. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Ich war noch niemals in New York läuft seit dem 17.10.2019 in den deutschen Kinos.

Das perfekte Geheimnis

Ein Vorwort

Wie viele Beziehungen würden zerbrechen, wenn der Partner in Handy des Partners schauen würde. Wenn man der Prämisse für das perfekte Geheimnis trauen darf, anscheinend sehr viele. Und so wurde erneut ein namenhafter Cast deutscher Schauspieler vereint, um ein Kammerspiel zu inszenieren. Nur mal so als Fun Fact: Der Film Perfetti Sconosciuti (Perfect strangers) stammt aus Italien und hält den aktuellen Weltrekord mit 18 Versionen. Die deutschen sind also nicht die einzigen, die diesen Stoff aufgegriffen haben, um ein Remake zu erstellen.

Die Handlung

Vier Freunde aus der Schulzeit treffen sich mit ihren Frauen/Freundinnen zum Abendessen. Rocco (Wotan Wilke Möhring) und Eva (Jessica Schwartz) sind verheiratet und geraten öfter aneinander, da Eva mit der pubertierenden Tochter Sophie (Emily Kusche) nicht mehr klar kommt. Carlotta (Karoline Herfurth) und Leo (Elyas M’Barek) sind ebenfalls verheiratet und frisch Eltern von Zwillingen geworden. Während Carlotta jedoch ihre Karriere nicht aufgeben wollte, ist Leo als Hausmann sichtlich überfordert, weswegen er seine Mutter immer öfter um Hilfe bittet. Simon (Frederick Lau) und Bianca (Jella Haase) haben sich kürzlich verlobt. Während Bianca ihre Berufung als Veterinärin gefunden hat, sucht sich Simon immer wieder ein neues Projekt. Zu guter Letzt gibt es noch Pepe (Florian David Fitz), der eigentlich seine neue Freundin beim Essen vorstellen sollte, die er jedoch mit der Begründung, sie hätte Fieber, nicht mitbringt. Zu Beginn des Abends erzählen die Freunde von einem Bekannten, dessen Ehe kaputt ging, weil seine Frau in seinem Handy von seiner Affäre erfuhr. Eva schlägt daher ein Spiel vor. Während der Dauer des Essens werden alle Anrufe auf laut gestellt und alle eingehenden Nachrichten laut vorgelesen. Ein unvergesslicher Abend beginnt.

Meine Meinung

Das deutsche Remakes von Kammerspielen funktionieren können, hat im letzten Jahr erst „Der Vorname“ bewiesen. Ein bekannter Cast hat wohl sein übrigens getan. Diesmal diente der Film Perfetti Sconosciuti vom italienischen Filmemacher Paolo Genovese als Vorlage. Wie interessant die Vorlage für Filmemacher aus aller Welt zu sein scheint, beweist die Vielzahl an Remakes. Während das deutsche Remake viele Elemente aus dem italienischen Original übernommen hat, wurden auch einige Ereignisse abgewandelt und verändert.
Damit so ein Film funktioniert, muss natürlich dafür gesorgt werden, dass so ziemlich jeder ein Geheimnis hat und natürlich auch genau an diesem Abend die entsprechenden Nachrichten und Telefonanrufe eingehen. Dadurch wirkt die Handlung jedoch sehr konstruiert. Bei einem solchen Abendessen mit meinen Freunden wäre wahrscheinlich nicht einmal ein Anruf eingegangen und nur ganz wenige Nachrichten. Aber ohne genau diesen Grundsatz würde wohl der ganze Film nicht funktionieren.
Die Charaktere selbst wirken zunächst wie aus dem Leben gegriffen. Es gibt ganz alltägliche Probleme und selbst die größer wirkenden, wie etwas Uneinigkeit mit einer pubertierenden Tochter gehören noch in die Kategorie glaubhaft. Doch die anderen Geheimnisse scheinen immer größer zu werden, bis die Vielzahl an Affären und ähnlichem dem Film nach und nach die Glaubhaftigkeit nimmt.
Dennoch funktioniert gerade das Zusammenspiel der einzelnen Darsteller so wunderbar und die Handlung wird dennoch glaubhaft mit allen Emotionen herübergebracht. So kommt es, dass fast jeder Gag wirklich sitzt und das Timing stimmt. Das perfekte Geheimnis ist ein Film, dass einen vollen Kinosaal dazubringen kann, nicht mehr mit dem Lachen aufzuhören. Allerdings funktioniert dies wohl auch nur beim ersten Mal sehen, denn danach ist jeglicher Überraschungsfaktor, der die meisten Lacher herausgekitzelt hat, enttarnt.
Etwas schwieriger ist es wohl die gerade die gegen Ende deutlich werdende Homophobie zu tolerieren. Hier haben die Regisseure wohl versucht auf einem schmalen Grat zu balancieren, sind dann aber doch in die falsche Richtung abgerutscht. Hier schafft es letztendlich Florian David Fitz mit einer absolut ehrlichen Performance die Kurve noch zu kriegen.

Das Fazit

Das perfekte Geheimnis ist ein Film, der beim Erstmaligen Sehen großen Spaß macht, trotz einer sehr konstruierten Handlung. Gerade der gut harmonierende Cast schafft es den Film trotzdem rund zu gestalten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Das perfekte Geheimnis läuft seit dem 31.10.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Halloween Haunt

Ein Vorwort

Pünktlich zum Horroroctober und dem bevorstehenden Halloween war wieder einmal Zeit für die Sneak. Die Entscheider im Kino fanden es anscheinend auch eine super Idee dann doch direkt einmal einen Horrorfilm zu zeigen, der auch noch passend den Namen Halloween Haunt trägt. Dass das Genre bei einem Angsthasen wie mir schon einmal keine gute Idee ist, scheint auf der Hand zu liegen. Warum der Film darüber hinaus aber auch nicht überzeugen kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Harper (Katie Stevens) hat sich frisch von ihrem gewalttägigen Freund getrennt. Ihre Mitbewohnerin Bailey (Lauryn Alisa McClain) überredet sie mit auf eine Halloween-Party zu kommen. Nach dem Zapfenstreich wollen die beiden zusammen mit vier Freunden aber noch nicht nach Hause und finden durch Zufall ein Horrorhaus. Ähnlich einer Geisterbahn müssen die sechs Freunde den Ausgang finden. Doch die Betreiber des Hauses denken gar nicht daran sie wieder gehen zu lassen. Ein Überlebenskampf beginnt.

Meine Meinung

Der Produzent von Hostel als Produzent und die Drehbuchautoren von A Quiet Place als Drehbuchautoren? Die Mischung könnte eigentlich nur etwas Gutes hervorbringen, möchte man meinen. Die Meinung ändert sich jedoch schnell, wenn man Halloween Haunt gesehen hat. Denn hier scheitert der Versuch das Prinzip Geisterbahn und Escape Room zu einem Horrorhaus zu mischen. Man merkt zwar, dass die Macher sich an den einfachsten Horrorelementen bedienen, diese aber auf so plumpe Art vermischen, dass eher eine Klamaukfassung, denn ein Horrorfilm entsteht.
Fangen wir aber auch hier erst einmal mit den positiven Aspekten an. Die liegen ganz eindeutig bei den Maskenbildnern und Kulissengestalter. Denn hier sieht man, dass auch wenig Budget ausreicht, um mit Handarbeit ein gelungenes Horrorhaus zu gestalten, das so realitisch daher kommt, dass man es sich gut an Halloween auch in der eigenen Nachbarschaft vorstellen kann. Bekannte Elemente aus Geisterbahnen, wie hervorspringende Skelette, und aus Escape Rooms, wo ist der Schlüssel zur nächsten Tür?, werden geschickt kombiniert, um von der Grundatmosphäre her, eine gute Ausgangsbasis zu schaffen. Dabei orientieren sich die einzelnen Räume an bekannten Szenarien. So haben wir beispielsweise den Friedhof mit dem Kettensägenmörder oder die Hexe mit dem rauchenden Kochtopf. Oh und damit das Ganze dann noch beängstigender wird, gibt es natürlich hinter Masken verborgene Darsteller.
Kommen wir zu den Gründen, warum der Film aber trotzdem einfach nicht funktioniert. Scheinbar versucht der Film bekannte Klischees aufzugreifen und sie dann ähnlich wie bei Cabin in the Woods zu verdrehen. Allerdings vergisst er das verdrehen und präsentiert uns eigentlich nur die gängigen Klischees. So spiegeln schon die sechs Freunde so viele Stereotypen wider, die dann nur noch von den Ereignissen im Halloweenhaus übertroffen werden. Es erzeugt nicht gerade Stimmung und Spannung, wenn man die meisten Ereignisse sehr früh vorhersehen kann. Und die paar überraschenden Wendungen reichen dann nicht mehr aus, um doch noch Spannung zu erzeugen. Die größten „Horror“momente waren dann ein paar meistens vorhersehbare Jump Scares – die leider trotzdem dazu führten, dass ich mich erschreckte… Allein durch die Erzählweise war von Anfang an auch schon klar, wer überleben würde, und wer wohl eher nicht.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Handlung sehr konstruiert wirkt und durch die vielen Klischees und Stereotypen sehr vorhersehbar ist und nur in seltenen Fällen überraschen kann. Die Überzahl an Jump Scares anstatt Atmosphäre richtig aufzubauen, zeigt die niedrige Qualität im Horrorbereich. Das größte Problem ist aber, dass der Film seine nicht nachvollziehbaren Handlungen auch nicht erklärt. So erfährt man bis zum Schluss nicht den Hintergrund des Hauses und der Gestalter. Man weiß nicht, wieso es das Haus gibt und was die Absicht dahinter war. So verlässt man leider statt gut gegruselt geworden zu sein, den Film eher mit einem genervten Augenrollen.

Das Fazit

Halloween Haunt verfolgt im Ansatz mit der Kombination aus Geisterbahn und Escape Room eine gute Ausgangsbasis, verliert sich jedoch in Klischees und Stereotypen und einer nicht nachvollziehbaren Handlung. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Halloween Haunt läuft ab dem 31.10.2019 in den deutschen Kinos.