Rückblick auf den April 2023

Mit Ostern und dem 1. Mai im Rücken, Himmelfahrt und Pfingsten vor uns, sind wir mitten in der Feiertagsphase des Jahres. Und bevor ich mich im Mai in die urlaubsbedingte Blogpause verabschiede, wollen wir noch einmal auf den April zurückblicken, der zumindest wettertechnisch seinem Ruf alle Ehre gemacht hat. Medial schwächeln vor allem wieder die Filme, aber auch die Serien hatten vergleichsweise einen Hänger. Bookbeat sei Dank, können zumindest  die Bücher ihre Statistik halten, wobei ich mir deswegen aber auch einfach keinen Stress mache. So das waren wieder einmal viele Wörter, für die übliche Einleitung. Hier also mein medialer Rückblick auf den April.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Dungeons & Dragons: Frisch aus dem Gefängnis entkommen, müssen sich der Barde Edgin und die Kriegerin Holga der Wahrheit stellen, dass sie von ihrem früheren Freund Forge verraten wurden. Um Edgins Tochter aus dessen Fängen zu befreien, müssen sie sich nicht nur mit einer mächtigen und gefährlichen Magierin  anlegen, sondern auch einige Abenteuer bestehen. Mit dabei sind der Nachwuchs-Magier Simon und die Druidin Doric. – Ein gut gemachter Fantasy-Film mit witziger Handlung, auch für nicht Pen and Paper Fans.

Anime Special: Suzume: Die 17-jährige Suzume trifft auf ihrem Schulweg auf einen gutaussehenden jungen Mann namens Sota, der auf der Suche nach einer Tür ist. Neugierig folgt sie ihm in eine verlassene Stadt, wo sie aus Versehen eine Tür öffnet und den Wächter zum Leben erweckt. Zusammen mit Sota versucht sie den Wächter wieder einzufangen, doch der verwandelt Sota kurzerhand in einen Stuhl. Suzume muss durch Japan reisen, um Türen zu schließen und Erdbeben zu verhindern. – Besser als Weathering with you, schwächer als Your Name, ein schöner Coming of Age Anime mit übernatürlicher Komponente.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Enola Holmes 2: Enola Holmes hat nach dem Erfolg ihres ersten Fall eine eigene Detektei eröffnet. Doch die Fälle bleiben aus, wird doch eher ihr berühmter älterer Bruder Sherlock beauftragt. Bis eines Abends doch noch ein Fall an die Tür klopft. Dieser führt sie in eine Streichholzfabrik. Und was mit einem verschwundenen Mädchen begann, wächst schnell zu einer großen Verschwörung. – Deutlich schwächer als der erste Film, funktioniert noch als leichte Unterhaltung für zwischendurch, aber leider nicht mehr.

Suga – Road to D-Day: Min Yoongi, besser bekannt als Suga von BTS hat kürzlich unter seinem Rapperpseudonym Agust D sein drittes Album herausgebracht: D-Day. In dieser Dokumentation begleiten wir ihn bei der Entstehung von seinen neuen Hits, wie Haegum, Amygdalla oder People pt. 2 und seinem Treffen und Zusammenarbeiten mit einigen Musiker*innen. – Interessante Doku über einen Musiker, der eigentlich alles erreicht hat, aber trotzdem viel hinterfragt. Gerade im Abschnitt um das Lied Amygdalla sehr niederschmettern, da hier viel aufgearbeitet wurde. Für alle Musikbegeisterte, nicht nur für BTS Fans.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Super Mario Bros.: Videospielverfilmung im Animationsbereich und dann sah die Geschichte noch so herrlich witzig und kunterbunt aus, dass ich interessiert war, obwohl ich mit dem Franchise vergleichsweise wenig anfangen kann.

Empire of Light: Ein kleines Kino in Südengland, eine Frau mit bipolarer Störung und ein Mann, der aufgrund seiner Hautfarbe Rassismus ausgesetzt ist. Dies sind die Grundbausteine für Empire of Light. Ich bin sehr gespannt auf Sam Mendes neuen Film.

The Whale: Brendan Fraser gewann für diese Rolle als übergewichtiger Lehrer den Oscar. Allein die Thematik interessierte mich schon, Frasers Rückkehr auf die Leinwand ebenfalls, also ein Film, den ich gern noch sehen möchte.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es: Air

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Business Proposal – K-Drama (Fing etwas cringe an, aber mausert sich schnell zu einer tollen Geschichte mit viel Witz und viel Gefühl. Highlight K-Drama!)

Free – Staffel 3 (Guter Übergang von Oberschule zu Uni, aber dann tauchen viel zu viele neue Charaktere auf, dass man komplett den Überblick verliert. Daher leider schwächer als die vorherigen Staffeln, aber dennoch gefühlvolles Finale)

Last one Laughing – Staffel 4 (Auch in der vierten Staffeln funktioniert das Konzept wunderbar und das Studio ist wieder deutlich stärker als Staffel drei)

Rennervations – Staffel 1 (Wegen Jeremy Renner mit der Serie angefangen, wegen seines Teams habe ich die Staffel durchgebinged. So herzlich und sympathisch, mit tollen Geschichten und viel Herz für die Charity Projekte)

Taiwan Crime Stories – Staffel 1 (Vierteilige Anthologie-Serie, leider sind die einzelnen Folgen sehr langatmig und die eigentlich spannenden Fälle werden dadurch sehr zäh.)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 12
Seiten insgesamt: 4.706
Seiten pro Tag: 157 im Durchschnitt
Taschenbuch: 1
Comic/Manga/Graphic Novel: 2
Hörbuch: 9

Der Gesang der Flusskrebse: Kya Clark lebt allein in der Marsh, einer Sumpflandschaft in North Carolina. Von der Familie zurückgelassen, muss sie irgendwie überleben. Dabei findet sie in wenigen helfenden Hände Freundschaften und vielleicht auch Liebe. Doch Ende der 1960er Jahre wird sie eines Mordes beschuldigt. – Nachdem mir der Film so gut gefiel, habe ich noch das Buch gelesen. Bietet wenig  Neues, aber ist sehr schön geschrieben und fängt die Stimmung der Marsh wunderbar ein.

Horimiya 2: Hori und Miyamura festigen weiter ihre Freundschaft. Während die beiden von anderen bereits als Paar angesehen werden, meistern sie Schülerkomittees und Backherausforderungen. – Die Geschichte geht nett weiter, kein Highlight, aber eine schöne Geschichte für zwischendurch.

Lady of the Wicked – Das Herz der Hexe & Die Seele des Biestes: Darcia Bonnet wurde aus der Schattenstadt Babylon verbannt. Um ihre Rache zu bekommen versucht sie in New Orleans zur Lady of the Wicked aufzusteigen. Doch dafür muss sie 13 Hexen töten. Und dann taucht der fluchgeplagte Valens auf und wirft ihren Plan ordentlich durcheinander. – Spannende Geschichte, toller Schreibstil, wunderbarer Weltenbau. Zwischendurch hatte ich ein paar Probleme mir die ganzen Charaktere zu merken.

Spin this heart: Carmen hat große Pläne und arbeitet an ihrer Karriere, obwohl ihr eigener Vater ihr Steine in den Weg legt. Für Liebe hat sie keine Zeit. Daran ändert auch ihr Poledance Lehrer Tian nichts, egal wie sehr die Funken zwischen beiden fliegen. – Etwas schwächer als Band 1, was aber auch an der Hörbuch-Stimme von Carmen liegen könnte, da sie ihren Charakter zickiger als nötig rübergebracht hat. Bin mit ihr dadurch nicht ganz warm geworden, was das Buch aber generell nicht schlecht macht.

Your Name: Mitsuha lebt in einem kleinen Dorf in Japan und träumt davon irgendwann ihrer Situation entfliehen zu können. Taki lebt in Tokio und ist auch nicht allzu zufrieden mit seinem Leben. Beide haben merkwürdige Träume. Bis sie feststellen, dass sie tatsächlich an manchen Tagen die Körper tauschen. Also beschließen sie das beste aus der Situation zu machen und versuchen irgendwie zu planen, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie im Körper des jeweils anderen sind. – Kommt nicht an den Charme des Films ran, trotzdem war es schön die Geschichte noch einmal zu lesen. Tolle Bilder und in der Edition sehr schön aufgearbeitet.

Runaway: Vor einigen Wochen hat Miriam im Podcast ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Kira über ihre Abtreibung gesprochen. Bewusst hatte sie dies vor ihrer Familie geheim gehalten, da sie ihre Meinung kannte. Doch ihre Schwester hat den Podcast gefunden. Elyas liebt die Arbeit im Boxcentrum. Doch mit seiner Bachelor-Arbeit und den Aufgaben in der Firma seiner Familie, stößt er an seine Grenzen. – Wieder starke Themen, die angesprochen wurden, kamen mir zwischendurch etwas zu kurz. Dennoch der stärkste Teil der Reihe und ein toller Abschluss.

Der Klang des Feuers: Die Gruppe rund um den Wanderer  und der Bardin haben sich getrennt, um in Gruppen die drei Türme des Lichts wieder zu entzünden. Doch der Weg ist lange und beschwerlich, das Nichts rückt näher und die Furcht ist ihre steter Begleiterin. – Starke Geschichte, toller Weltenbau ein einzigartiger faszinierender poetischer Schreibstil und doch war das Buch einfach nicht meins. Objektiv richtig gut, mir persönlich hat es durch die Brutalität der Welt gar nicht zugesagt.

Gewitterleuchten: Als ihr Ziehvater nach einem Unfall im künstlichen Koma landet, bricht für Leo eine Welt zusammen. Zu viele Erinnerungen an den frühen Tod ihres Vaters strömen auf sie ein. Ihr rettender Anker ist Aaron, auch wenn sie das nie für möglich gehalten hätte, hat er ihr doch das Leben stets zur Hölle gemacht. Doch wo kommen dann die Gefühle auf einmal her? – Auch hier ein starker Abschluss der Reihe. Wichtige Themen, die mir bei der Auflösung am Ende etwas lasch auserzählt wurden, aber das schmälert das Leseerlebnis nicht. (Trotzdem bleibt Band 2 mein Lieblingsteil der Reihe)

Bambi: Das Rehkitz Bambi erblickt im Wald das Licht der Welt. Umsorgt von der Mutter, erlebt es schöne Sommertage und bitterkalte Winter. Dabei hat er als Junges eines mächtigen Vaters ein großes Erbe vor sich, und muss doch mit den Widrigkeiten der Natur kämpfen. – Ein sehr zäher und langatmiger Klassiker. Wesentlich realitätsnäher als die Disneyverfilmung. (Funfact: Bambi ist im Buch wirklich ein Rehkitz, bei Disney dann ein Hirsch, wird aber auch bei Disney als Rehkitz bezeichnet, was für viel Verwirrung sorgte).

Thron der Macht: David wird von dem Zauberer Gremlord in die Welt Fargos geholt, wo er als Sohn der Königin den Fluch, der auf ihm und allen in Fargos liegt, besiegen soll. Doch die Aufgabe scheint unlösbar und ist ein Wettlauf mit der Zeit. Sollte David scheitern, würden dunkle Mächte übernehmen. – Für mich leider eher enttäuschend. Bin mit dem Protagonisten nicht warm geworden und konnte mich nicht in die Geschichte reinfühlen. Schade.

Der Donnerstagsmordclub: In der Seniorenresidenz in Coopers Chase treffen sich Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim jeden Donnerstag, um über alte Mordfälle zu sinnieren. Bis einer direkt vor ihrer Haustür geschieht. Trotz ihres fortgeschrittenene Alters mangelt es den Vier an Scharfsinn nicht und so sind sie der Polizei stets ein Schritt voraus. – Kurzweilige Kriminalgeschichte. Mir waren es etwas zu viele Charaktere und Verstrickungen, so dass ich bei der Auflösung am Ende nicht mehr mitgekommen bin, aber der Witz kam gut durch.

Was waren eure Highlights im April?

 

Anime Special: Suzume

Ein Vorwort

Seit Your Name ist Regisseur Makoto Shinkai ein Name, den ich (und viele andere Animefans) aus dem Schirm habe, hat er sich doch mit dem Film in viele Herzen geschlichen. Sein zuvor erschienener Film The Garden of Words ist zwar schön, kam aber ebenso wie der Nachfolger  Weatherin with You nicht an Your Name heran. Nun bietet er mit Suzume ein neues Abenteuer mit Coming of Age Geschichte. Wie das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die 17-jährige Suzume trifft auf ihrem Schulweg auf einen gutaussehenden jungen Mann namens Sota, der auf der Suche nach einer Tür ist. Neugierig folgt sie ihm in eine verlassene Stadt, wo sie aus Versehen eine Tür öffnet und den Wächter zum Leben erweckt. Zusammen mit Sota versucht sie den Wächter wieder einzufangen, doch der verwandelt Sota kurzerhand in einen Stuhl. Suzume muss durch Japan reisen, um Türen zu schließen und Erdbeben zu verhindern

Meine Meinung

Wenn ein Regisseur eines der Highlights der letzten Jahre geschaffen hat, vergleicht man ganz unterbewusst die neuen Werke damit. Dabei ist es im Falle von Makoto Shinkai eigentlich wichtig, dies nicht zu tun, um die Geschichten unabhängig voneinander bewerten zu können und keine zu hochgesteckten Erwartungen mit in den Film zu nehmen.
Das war insofern bei Suzume bereits schwierig, weil die Optik eben stark von Shinkais Handschrift geprägt ist und die Vergleiche sofort ungewollt aufkamen. Ähnlich wie bei Weatherin with you, braucht Suzume zunächst ein bisschen, um in Schwung zu kommen, auch wenn die Geschichte schnell sehr spannend und actionlastig wird. Die Welt der Türen nimmt einen gefangen und lässt einen bis zum Ende des Films nicht mehr los.
Doch sobald einmal die Charaktere des Films gesetzt sind und der Roadtrip durch Japan startet, ist Suzume nicht mehr aufzuhalten. Die Geschichte überrollt einen mit Spannung und Abenteuer, tollen Ideen, aber vor allem so vielen verschiedenen Charakteren und Bekanntschaften, das die Coming of Age Elemente omnipräsent sind, dabei aber so fein eingearbeitet, dass sie sich harmonisch in die Handlung fügen.
Dabei besticht hier auch wieder die Optik, die die Geschichte wunderbar einbettet und zu einem wahren Augenschmaus macht. Auch die Metaebene des Films geht wieder sehr tief. Auch diesmal gibt es wieder die Geschichte einer Katastrophe als Basis für die Geschichte. Statt diese aber genauer zu beleuchten, geht es um die Menschen und wie diese danach damit umgehen. Wie schlechte Erinnerungen immer wieder aufploppen können, wie Familien zerbrechen können und was für Auswirkungen das haben kann.
Alles in allem macht Suzume eine gute Figur und kann vor allem die Spannung halten, dabei aber auch ruhige Momente zum innehalten einbauen. Lediglich der letzt Funken fehlte. Der Funke, der Your Name nicht nur gut, sondern besonders machte. Aber da sind wir wieder bei dem Problem mit den Vergleichen.

Das Fazit

Suzume erzählt eine runde Coming of Age Geschichte mit übernatürlichen Elementen auf einem schönen Roadtrip durch Japan. Dabei ist eine gute Portion Witz und Charme vorhanden. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Suzume lief an ausgewählten Tagen seit dem 13.04.2023 in den deutschen Kinos

Dungeons & Dragons

Ein Vorwort

Trotz einer größeren Sammlung an Brettspielen und dem begeisterten Durchspielen von Adventure Games, so konnte ich mich bisher dem klassischen Pen & Paper Rollenspiel nicht erwärmen. Woran das liegt, kann ich nicht einmal genau sagen. So ließ mich die Ankündigung eines Dungeons and Dragons Film ziemlich kalt. Doch dann kam der erste Trailer und holte mich auf so vielen Ebenen ab, sah er doch wie ein gut gemachter und gleichzeitig witziger Fantasy-Film aus. Und so ging ich sehr gehypted ins Kino. Warum mich der Film völlig überzeugen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Frisch aus dem Gefängnis entkommen, müssen sich der Barde Edgin (Chris Pine) und die Kriegerin Holga (Michelle Rodriguez) der Wahrheit stellen, dass sie von ihrem früheren Freund Forge (Hugh Grant) verraten wurden. Um Edgins Tochter (Chloe Coleman) aus dessen Fängen zu befreien, müssen sie sich nicht nur mit einer mächtigen und gefährlichen Magierin (Daisy Head) anlegen, sondern auch einige Abenteuer bestehen. Mit dabei sind der Nachwuchs-Magier Simon (Justice Smith) und die Druidin Doric (Sophia Lillis).

Meine Meinung

Wann hatten wir das letzte Mal einen richtig guten High-Fantasy Film? Die Frage ging mir beim Schreiben dieses Beitrags immer wieder durch den Kopf, doch eine wirkliche Antwort fand ich nicht. Dabei scheinen hier die Möglichkeiten so vielfältig, aber die Phantastik hat ja allgemein einen schwierigen Stand, auch im Buchbereich. Diesmal mussten jedoch nicht nur die Fantasy-Film-Fans überzeugt werden, sondern auch noch die Gruppe der Rollenspieler. In wie weit das erfolgte, kann ich hier nicht beurteilen.
Wir lernen zunächst einige Charaktere kennen, die sich durch eine einfache Charakterisierung gut merken ließen. Klassische tragische Hintergrundgeschichte, die aber bereits mit so viel Witz rübergebracht wurden, dass die Lachmuskeln bereits ordentlich in Anspruch genommen wurden. Dabei schafft der Film es wunderbar eine ausgereifte Geschichte zu erzählen, sich dabei aber nicht so ganz ernst zu nehmen und doch Spannung aufzubauen. Die Witze sind hoch dosiert und doch nur in angemessenen Situationen eingebracht. So hatte ich beim Sehen vor allem eins: Spaß. Und doch leidet darunter keinesfall die Qualität der Geschichte oder die Ernsthaftigkeit der Charaktere. Diese dürfen nämlich wachsen, scheitern, wieder aufstehen und über sich hinaus wachsen.
Natürlich wirken hier einzelne Elemente nur mit reingenommen, weil sie eben die Anspielungen auf das Rollenspiel gerecht werden wollen. Quests, Drachen, Dungeons. Dennoch passen sie zur Geschichte und fügen sich harmonisch ein. Und möglicherweise war die Szene mit dem übergewichtigen Drachen eine meiner liebsten aus dem ganzen Film.
Hugh Grants Rolle reiht sich zwar leider ein wenig in sein neues Schema wie zuletzt bei Operation Fortune ein und wirkt wie eine Copy and Paste Rolle, doch noch hat es ganz gut funktioniert. Sollte es noch öfter so übernommen werden, könnte es den Charme jedoch schnell verlieren. Der übrige Cast ist gut besetzt und sorgt für gute Abwechslung. Zwischendurch hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe bei den jüngeren Darstellenden gewünscht, was aber eher am Drehbuch als am Schauspiel lag. Hier wäre gerade bei der Hintergrundgeschichte der Druidin Doric noch Luft nach oben gewesen.
Bleibt noch ein paar Worte über die Optik zu verlieren. Das Setdesign ist gut gestaltet und man merkt, dass die Macher viel auf praktische Effekte gesetzt haben, statt alles dumpf vorm Greenscreen zu drehen. Zwar sticht es jetzt nicht absolut heraus, wie zuletzt die Ringe der Macht, aber dafür hat es eine bessere Handlung aus das Spin-off.
Schlussendlich bleibt nur zu sagen, dass hier das Gesamtpaket einfach stimmt. Ja, die ein oder andere Wendung war vielleicht ein wenig zu vorhersehbar und ich hätte nichts dagegen gehabt Regé-Jean Page noch ein wenig länger zu sehen, aber das ist hier tatsächlich jammern auf hohem Niveau. Ein Filmspaß nicht nur für Pen&Paper Fans.

Das Fazit

Dungeons & Dragons kombiniert geschickt eine tolle Welt, vielseitige Charaktere, eine spannende Geschichte mit einer Menge Witz, so dass die 134 Minuten nur so davonrennen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Dungeons & Dragons läuft seit dem 30.03.2023 in den deutschen Kinos

Shazam 2 – Fury of the Gods

Ein Vorwort

Noch bevor James Gunn nach seinem Wechsel von Marvel zu DC anfing das DCEU komplett umzukrempeln, war ein Film bereits abgedreht und durch Corona noch ein paar Mal nach hinten verschoben worden. Shazam war für mich 2019 eine Überraschung, enttäuschte das DCEU bis dahin doch eher. Doch hier gab es eine schöne Origin-Story, viel Witz und noch nachvollziehbares Drama. Nun stand die Frage im Raum, ob ein zweiter Teil da noch anknüpfen kann. Ob Fury of the Gods die Erwartungen erfüllen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

In Shazam lernen wir zunächst Thaddeus Sivana kennen, der mit seinem Bruder und Vater unterwegs ist. Er wird magisch aus dem Auto teleportiert und bekommt mitgeteilt, dass er der Anwärter für den nächsten Shazam ist, ein Held, der die Mächte des Bösen in Schach halten soll. Doch die sieben Totsünden als Steinstatuen bringen ihn in Versuchung und der Zauberer erkennt seinen Irrtum. Wieder im Auto dreht Sivana durch und provoziert einen Unfall.
Jahre später treffen wir auf den Waisenjungen Billy Batson, der erneut von einer Pflegefamilie weggerannt ist, um seine leibliche Mutter zu suchen. Die Polizei schnappt ihn jedoch und bringt ihn zu einer neuen Familie, seiner letzten Chance. Victor und Rosa waren selbst Pflegekinder und haben es sich zur Aufgabe gemacht möglichst vielen Kindern ein wirklich liebevolles Zuhause zu bieten.So bekommt Billy gleich fünf Geschwister mit dazu. Doch auch wenn sein neuer Bruder Freddy sich sehr an seine Fersen heftet, so sucht Billy noch immer nach seiner leiblichen Mutter. Da Dr. Sivana allerdings kurz davor ist die sieben Totsünden zu entfesseln, um so an seine einst in Aussicht gestellte Macht zu kommen, entschließt sich der Zauberer seine Chance auf einen neuen Kandidaten zu setzen. So bekommt Billy die Kräfte des Shazam. Durch Nennung des Namens wird er zu seinem Superhelden Alter Ego.
Trunken von den Möglichkeiten vertraut er sich Freddy an, mit dem er seine Kräfte austestet, was nicht immer funktioniert. Doch Sivana hat unterdessen die Totsünden entfesselt und entführt Billys Geschwister, denen er sich inzwischen anvertraut hat. Billy findet seine leibliche Mutter, erfährt aber, dass sie ihn wissend verloren hat. Daher besinnt er sich und zieht los, um seine Geschwister zu retten. Im finalen Kampf kann er Sivana aufhalten, die Totsünden einfangen und seinen Geschwistern ebenfalls mit den Kräften des Shazam ausstatten.

Die Handlung

Nach den Geschehnissen im ersten Teil haben nun auch Billy Batsons Geschwister Superheld*innen-Kräfte. Das ruft drei Titanen-Töchter auf den Plan, die nichts Gutes im Schile führen. Und das obwohl Billy (Zachary Levy & Asher Angel) gerade in einer Sinnkrise steckt.

Meine Meinung

So richtig überzeugt war ich nach dem Trailer ja nicht. Auch die bisherigen Kritiken waren eher verhalten. Doch den ersten Teil noch immer positiv in Erinnerung, wollte ich ihm trotzdem eine Chance geben. Und auch, wenn er an diesen nicht herankommt, so wurde ich doch gut unterhalten.
Zunächst braucht Fury of the Gods zwar ein bisschen, um wieder in Schwung zu kommen, aber er hatte auch hier wieder viele gute thematische Ansätze. Die Probleme des Pflegekinder-Systems in den USA wird erneut beleuchtet, diesmal von der Seite, was passiert, wenn man ein bestimmtes Alter erreicht und die Pflegeeltern kein Geld mehr für einen bekommen. Auch das Superheld*innen Dasein wird nochmal von den Schattenseiten begutachtet. Denn was ist, wenn man zwar vor Ort ist und viele Menschenleben rettet, aber dennoch noch Vorwürfe bekommt, weil man nicht alles verhindern konnte? Dadurch ist der etwas langatmige Anfang durchaus zu verkraften.
Und die Action kommt auch keineswegs zu knapp. Denn die drei Göttinnen haben noch einiges vor! Und machen gerade am Anfang auch gute Arbeit. Die Shazam Geschwister haben alle Hände voll zu tun. Gegen Ende verlieren sie sich dann leider etwas zu gezwungen in Streitereien. Da war der Konflikt zu gewollt, um die Geschichte in eine bestimmte Richtung zu kriegen. Aber immerhin werden wir mit schwarzen Einhörnern, einer tollen Portion Mythologie und einem hübschen Drachen entschädigt. Denn auch wenn das Finale handlungstechnisch deutlich nachlässt, macht es dies mit Witz und Action wett. Die sehr bewusste Produktplatzierung von Scittles hat dadurch auch nicht mehr unbedingt gestört.
Einziges Manko war vielleicht, dass sich die anderen Geschwister kaum entwickeln durften. Ihre Superheld*innen Alter Egos entsprechen dann auch dem gängen Klischee, auch wenn sie zuvor herrlich divers waren. Und mehr als ein paar Zeilen Text hatten sie dann leider auch nicht. Etwas schade, dass sie kaum Raum bekommen haben.
Das eigentliche Ende hätte dann sehr mutig sein können, doch wirklich getraut hat sich DC hier dann doch wieder nichts. Schade. Dennoch passt das Gesamtpaket. Kurzweilige Unterhaltung, viele Witze, ein paar wichtige Themen eingeflochten, alles um eine gute Auszeit vom Alltag zu bieten. Allerdings auch nichts, was wirklich langhaltig positiv im Gedächtnis bleibt.

Das Fazit

Shazam – Fury of the Gods hat einige gute Ansätze, verliert sich gegen Ende aber in der eigenen großen Schlacht. Es ist alles da für ein kurzweiliges Abenteuer, aber nichts langfristiges. Aber hey ein hübscher Drache! Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Shazam – Fury of the Gods läuft seit dem 16.03.2023 in den deutschen Kinos

 

65

Ein Vorwort

Wenn ich Dinosaurier in Trailern sehe, werde ich ja grundsätzlich neugierig. So richtig überzeugte der Trailer zu 65 zwar nicht, zumal die Prämisse etwas merkwürdig wirkte. Dennoch wollte ich ihm eine Chance geben und dachte, dass mich im Zweifelsfall die Dinos schon entschädigen würden. Ob dies wirklich der Fall war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Bei einer Transportmission gerät ein Raumschiff in einen Asteroidensturm und stützt ab. Nur Astronaut Mills (Adam Driver) und das Mädchen Koa (Ariana Greenblatt) überleben und machen sich auf den Weg zur Rettungskapsel. Dabei müssen sie feststellen, dass der Planet, auf dem sie gelandet sind, die Erde vor 65 Millionen Jahren ist. Und diese noch von Dinosauriern bewohnt ist.

Meine Meinung

Bei einem Film, der den Titel 65 trägt, Dinos im Trailer zu sehen sind, bekommt man doch sehr schnell eine Idee, in welche Richtung so ein Film gehen könnte. Bis auf einmal Menschen durchs Bild laufen. Zeitreisefilm? Sind es vielleicht gar keine Dinos? Offene Fragen und damit ein Anreiz dem Film eine Chance zu geben.
So lernen wir Raumfahrer Mills kennen und in einer kurzen Szene seine Beweggründe für die Reise. Charaktervorstellung ist ja wichtig. Dann geht es auch schon los, wir machen einen Zeitsprung und sitzen in seinem Raumschiff, dass in einen Asteroidenschauer gerät und abstürzt. Der Einfachkeithalber überleben nur zwei Charaktere, damit sich niemand die Namen von Leuten merken muss, die doch nur Dinofutter sind. Damit wir aber auch nicht weiter rätseln müssen, was es mit dem Planeten und den zunächst nicht im Detail gezeigten Wesen auf sich hat, erklärt der Film dies gleich durch eine Einblendung. Ja, es ist die Erde von vor 65 Millionen Jahren, ja es sind richtig echte Dinosaurier und es sind zwei „Besuchende“. Warum es zu der Zeit schon menschenähnliches Leben im All gab, wird hier dann aber doch nicht erklärt, sondern einfach als gegeben gesetzt.
Weiter geht es durch die sehr unwegsame Erde. Damit sich auch niemand allzu große Mühe bei den Dialogen geben musste, sprachen die einzigen beiden Charaktere nicht die gleiche Sprache. Dafür ist die Umgebung umso detaillierter ausgearbeitet und bietet einige wunderschöne Landschaftsaufnahmen. Dennoch wird hier vor allem eins aufgebaut: Atmosphäre. Die Optik, gepaart mit dem Soundtrack und dem ständigen Gefühl der Bedrohung ohne diese genau zu sehen. Es hätte so gut funktioniert, wenn der Film sich nicht selbst schon gespoilert hätte.
Das nächste große Problem des Films folgt auch zugleich: Die Dinos sind absolut gegen jede Art von Monster austauschbar. Zumal sie teilweise auch eher aussehen wie fiktive Monster als bekannte Dinos – und ich behaupte mal, dass ich da schon viele Spezies kenne. Zudem gibt es auf diesem gesamten Planeten auch nur Fleischfresser, damit alles eine Bedrohung ist. Ich erinnere mich nur an eine Szene mit einem vermeintlichen Pflanzenfresser, die aber auch nur dazu diente die Gefahr durch die Carnivoren zu verdeutlichen. All die Faszination, die beispielsweise ein Jurassic Park noch zeigte, ist hier überhaupt nicht spürbar. Wie gesagt, es könnten auch einfach Monster sein.
Dennoch schafft der Film es deutlich Spannung aufzubauen und einige wilde Szenen einzufügen, die einen trotz der Distanz zu den Charakteren doch irgendwie mitfiebern lassen. Das Finale verrät der Titel dann zwar auch, aber ich wurde gut unterhalten. Vielleicht setzte er ein wenig zu sehr auf Jumpscares, womit ich ja gar nicht gut klarkomme, aber für Fans des Genres wurde durchaus etwas geboten.
Wenn man sich also von der Prämisse verabschiedet hätte, dass es sich um Dinos handelt, bzw. um die Erde und das erste Auftauchen dieser noch ein bisschen länger herausgezögert hätte, wäre vielleicht der letzte Funke übergesprungen. So stehen dem Film seine eigenen Ambitionen eher im Weg.

Das Fazit

65 schafft es mit Bild und Musik eine gute spannende Atmosphäre zu kreiieren, steht sich aber bei den Ambitionen und Erklärungen ein wenig selbst im Weg. Undinohafter Dinohorror, aber durchaus nichts für schwache Nerven. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

65 läuft seit dem 09.03.2023 in den deutschen Kinos

Ant-Man and the WASP – Quantumania

Ein Vorwort

Nach dem Ende von Phase 3 schien das MCU einen ordentlichen Durchhänger zu haben, funktionierte Phase 4 doch vorne und hinten nicht so richtig. Nun sollten es alte Bekannte wieder quitten und so startete Phase 5 mit Ant Man and the WASP, dem dritten Ant-Man und dem zweiten mit dem Beinamen and the WASP. Was Quantumania so kann und ob es die erhoffte Rettung des MCU ist, erfahrt ihr in meiner heutigen – leicht verspäteten – Kritik.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme/Serien man aus dem MCU vorab gesehen haben sollte: Ant-Man, Ant-Man and the Wasp – Diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Avengers – Endgame & Loki – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern sie bereits existieren, für die Links einfach die Titel anklicken).

In Ant-Man lernen wir Scott Lang kennen. Der ist als Einbrecher und Dieb geschnappt worden und hat nun seine Haftstrafe abgesessen. Seine Ex-Frau hat inzwischen einen neuen Mann, den Polizisten Paxton, und dieser versucht als Stiefvater alles, um Lang von seiner Tochter fern zu halten. Da Lang durch seine Vorgeschichte nur schwer einen Job findet, bringt ihn sein Freund Luis dazu noch einen letzten Einbruch durchzuführen. Er soll in das Haus von Henry Pym einbrechen. Er stiehlt einen merkwürdigen Anzug, probiert diesen aus und ist auf einmal auf Ameisengröße geschrumpft. Voller Panik bricht Lang nochmal in das Haus ein und bringt den Anzug zurück, wobei er jedoch von Paxton geschnappt wird. Im Gefängnis bekommt er eine Botschaft von Pym, der ihn mit Hilfe des Anzuges aus dem Gefängnis befreit. Pym hatte den Diebstahl inszeniert, um Lang als Nachfolger des Ant-Mans zu testen. Denn Pym hat die Technlogie sehr lange verstecken können, wurde jetzt jedoch aus seiner Firma gedrängt und sein Nachfolger Darren Cross versucht nun seine Erfindung zu kopieren und an den höchstbietenden zu verkaufen. Pyms Tochter Hope versucht ihm zu helfen, auch wenn die Stimmung zwischen Vater und Tochter angespannt ist. Nach einer Trainingsphase, versuchen Lang, Pym, Hope und Luis Cross an seinen Plänen zu hindern. Dieser ist jedoch in der Zwischenzeit hinter das Geheimnis gekommen und hat den Yellowjacket entwickelt. Bei der großen Endschlacht, landen Ant-Man und Yellowjacket bei Langs Tochter im Kinderzimmer. Paxton kommt hinzu und erkennt, dass Lang kein schlechter Kerl ist. Yellowjacket kann besiegt werden und Lang und Paxton sprechen sich aus, weswegen Lang wieder mehr Kontakt zu seiner Tochter haben darf. Pym zeigt seiner Tochter unterdessen den Anzug, den ihre Mutter vor ihrem Tod trug, den WASP Anzug.
Nach den Ereignissen in Civil War konnte Scott Lang alias Ant-Man einen Deal aushandeln, so dass er seine Strafzeit im Hausarrest absitzen darf, damit er seine Tochter regelmäßig sehen kann. Mit einer Fußfessel wird er kontrolliert, dass er keinen Kontakt zu Hank und Hope aufnimmt. Nach einem Traum wird er von einer Ameise betäubt und wacht im Labor von Hank und Hope wieder auf. Nach Scotts Reise im subatomaren Raum im ersten Teil, glauben die beiden, dass Janet noch lebt und versuchen einen Tunnel zu bauen. Dafür fehlt ihnen jedoch ein Bauteil, was sie von Sonny Burch kaufen wollen. Der Deal platzt jedoch und als Hope in ihrem neuen Wasp-Kostüm das Bauteil so holen will, wird sie von der mysteriösen Ghost aufgehalten, die das Bauteil, sowie Hanks Labor stiehlt. Hank bittet einem alten Freund Dr. Bill Foster um Hilfe. Dieser lockt sie jedoch in eine Falle und sie erfahren Ghost Hintergrundgeschichte. Um ihr zu helfen, müssten sie Janet opfern. Bei ihrer Flucht bekommen sie ihr Labor und das benötigte Bauteil zurück. Durch Burch kommt jedoch das FBI den drei auf die Schliche. Scott schafft es noch rechtzeitig zurück in seinen Hausarrest, doch Hank und Hope werden festgenommen, wodurch Foster wieder an das Labor kommt. Scott befreit die anderen beiden und es kommt zum finalen Kampf mit Ghost. Hank kann Janet retten, die wiederum Ghost heilen kann. Am Ende wird Scotts Hausarrest aufgehoben, Burch wird vom FBI festgenommen und Dr. Foster kümmert sich um Ghost.
In der Mid-Credit-Scene wird Scott in den subatomaren Raum geschickt. Durch Thanos Schnipser verschwinden aber Hope, Hank und Janet, wodurch Scott nicht zurückgeholt werden kann. (Dies ändert sich in Endgame)

Die Handlung

Nach den Ereignissen in Endgame will Scott Lang eigentlich nur ein ruhiges Leben genießen. Seine Tochter Cassie, inzwischen im Rebellinnenalter, macht ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Sie hat ein Gerät entwickelt, mit dem sie die Quantenebene erforschen will, damit ihr Vater dort nicht wieder verloren gehen kann. Dabei hat sie jedoch Mächte geweckt, die sie, sowie Hope, Janet und Hank in die Quantenebene zieht. Dabei stellt sich heraus, dass Janet gelogen hat, als sie meinte, dass es dort kein Leben gäbe. Denn eine Variante von Kang, dem Eroberer, wurde dorthin verbannt. Eine Schlacht um die Quantenebene beginnt.

Meine Meinung

Irgendwie habe ich das Ende von Phase 4 gar nicht als dieses wahrgenommen. Die einzelnen Filme dümpelten so vor sich hin, wirkliche Highlights gab es nicht, die Enttäuschungen überwogen und auf einmal musste man noch mit einer wahren Flut von Serien fertig werden, die alle relevant werden könnten. Doch ein paar Randbemerkungen ließen mich dann aufhorchen und nach der Recherche bestätigten sich diese: Quantumania reiht sich nicht in Phase 4 ein, sondern eröffnet Phase 5. Warum ausgerechnet dieser Film erschloss sich mir nicht, aber ich versuchte trotzdem unvoreingenommen und mit dem früheren Enthusiasmus an den neusten Streich aus dem Hause Marvel zu gehen.
So viel sei vorweg gesagt: Quantumania  ist besser als so ziemlich alle Filme aus Phase 4, kommt aber bei weitem nicht an die Glanzsterne aus Phase 1-3 heran. Liegt es an einer gewissen Müdigkeit des MCUs oder doch an dem Film selbst?
Tatsächlich ist es wohl eine Mischung aus beidem. Denn die Grundmüdigkeit im MCU ist da. Stachen zuvor noch einzelne Filme heraus, die sich an anderen Genres bedienten, so wird inzwischen nur noch sturr nach Vorlage gearbeitet. Gerade der erste Ant-Man Film konnte noch durch die Einflüsse aus diversen Heist-Movies überzeugen und brachte eine gewisse eigene Dynamik mit sich. Davon ist hier nichts mehr zu spüren. Zumal der Film auch wieder so angelegt ist, dass man ihn nicht einfach so sehen kann, sondern der Antagonist wurde bereits in Loki vorbereitet, womit die Serie noch einmal eine schwerere Gewichtung bekommt. Immerhin war diesmal die Zahl der Filme/Serien, die man vorher aus dem MCU gesehen haben musste noch übersichtlich.
Das Hauptproblem des Films ist dann wohl, dass nach der Grundprämisse mit der Quantenebene – die hier auch sehr neu interpretiert wurde und daher deutliche Anschlussfehler aufweist – unsere Protagonist*innen absolut austauschbar sind. Bis zum Ende des Films haben Ant-Man und Wasp keinerlei Bedeutung. Es könnten auch Tony Stark und Black Widow dort unten gefangen sein (nur um Beispielnamen zu nennen). Grundsätzlich bietet der Film aber gute Ansätze, eine eigene Welt mit verschiedenen Problemen, die teilweise etwas kurz kamen, aber der Film war auch so schon wieder lang genug. Auch der Endkampf war wieder schön gestaltet und bot die nötige Spannung. Und auch, wenn ich gut unterhalten war, so reichte es eben aufgrund der Austauschbarkeit und aufgrund der vielen Logiklöcher und Anschlussfehler nicht, um den Funken früherer MCU Filme überspringen zu lassen.
So war Quantumania durchaus nett anzusehen und einige Witze haben auch gut funktioniert, aber es ist kein Film, auf den ich mich bei einem MCU Filmmarathon freuen würde. Trotzdem schafft er das, was ihm wohl wichtig war. Die Brücke von Loki in den filmischen Teil des MCU zu schlagen und mit Kang den neuen Bösewicht der Phase 5 etwas genauer zu beleuchten.
Auch wenn hier jetzt vieles negativ klang, so hat Quantumania doch eines geschafft: Ich bin neugierig auf Phase 5 und was diese so mit sich bringt.

Das Fazit

Ant-Man & the WASP – Quantumania ist nicht ganz der erhoffte Start von  Phase 5, übertrumpft aber Phase 4 deutlich. Dennoch kämpft er mit einigen Schwächen, inklusive Logiklöcher und Austauschbarkeit der Charaktere. Dennoch kurzweilige Unterhaltung und lockt mit Andeutungen auf die Zukunft des Franchises. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Ant-Man & the WASP – Quantumania läuft seit dem 15.02.2023 in den deutschen Kinos

Rückblick auf das 1. Quartal 2023

Das erste Quartal ist vorbei und ich hab unglaublich wenig Filme gesehen. Aber da kommen viele Faktoren zusammen und zumindest im Serien- und Buchbereich konnte ich an bisherige Statistiken anknüpfen. Dann begrüßen wir mal den Frühling, in dem wir ein letztes Mal auf die kalten und grauen Monate zurückblicken. Hier also meine Highlights aus den Monaten Januar bis März.

Meine vier Kino Highlights

Maurice, der Kater: Maurice, der Kater versteht sich darauf Geld zu verdienen. Zusammen mit einer Gruppe von Ratten, die allesamt wie er sprechen und denken können, reist er von Dorf zu Dorf, täuscht dort eine Rattenplage vor, um diese dann mit seinem Kumpel Keith als Rattenfänger zu vertreiben. Doch als die Truppe in das kleine Städtchen Bad Blintz einkehrt, ist keine Spur von anderen Ratten und es sind erstaunlich viele Fallen aufgestellt. Als sie dann die Bücher liebende und häufig tagträumende Bürgermeister-Tochter Malicia treffen, erzählt diese von einer seltsamen Hungersnot. Schneller als ihnen lieb ist, finden sich Maurice und seine Gruppe in einem Abenteuer wieder. – Süßer und witziger Animationsfilm nach Vorlage von Terry Pratchett. 

Ein Mann namens Otto: Otto sieht nach dem Tod seiner Frau keinen Sinn mehr zu leben und beschließt sich umzubringen. Doch da ziehen Marisol und Tommy gegenüber ein, die sich nicht an die Regeln der Hausverwaltung halten. Dem muss Otto Einhalt gebieten. Als sich kurz darauf Tommy auch noch den Fuß bricht, wird Otto auch wieder um Hilfe gebeten. Es entwickelt sich eine ganz neue Dynamik in der ruhigen Nachbarschaft, so dass Otto sich immer neuen Aufgaben widmet. – Gute Adaption der schwedischen Vorlage, auch wenn die Tiefe ein bisschen fehlte.

Operation Fortune: Nathan Jasmine bekommt die Aufgabe ein MI6 Team zusammenzustellen, um eine gestohlene Geheimwaffe sicherzustellen. Unter der Führung von Orson Fortune begibt sich das Team nach Hollywood, um den Schauspieler Danny Francesco zu rekrutieren. Denn ihr Ziel ist der Waffenhändler Greg Simmonds und dieser ist ein großer Fan von Francesco. Doch als eine ungeplante zweite Partei auftaucht, wird der Auftrag komplizierter als zunächst angenommen. – Guter Heist-Movie. Erfindet das Rad nicht neu, punktet aber mit guten Einfällen.

Shazam 2 – Fury of the Gods: Nach den Geschehnissen im ersten Teil haben nun auch Billy Batsons Geschwister Superheld*innen-Kräfte. Das ruft drei Titanen-Töchter auf den Plan, die nichts Gutes im Schile führen. Und das obwohl Billy gerade in einer Sinnkrise steckt. – Witziger und spannender als die ganze Phase 4 von Marvel. Kann die Handlung gut voran treiben, auch wenn die Bösewichtinnen etwas wankelmütig sind.

Meine drei filmischen Highlights

See how they run: In der Theatervorstellung von Agatha Christies “Die Mäusefalle“ kommt es zu einem Mord. Inspector Stoppard und Constable Stalker werden damit betraut, dem Vorfall auf den Grund zu gehen. Dabei landen sie ungewollt in einem typischen whodunnit. – Für Liebhaber des whodunnit, nimmt das Genre ein bisschen aufs Korn, ganz sympathisch gestaltet, es fehlte am Ende vielleicht das letzte Fünkchen. 

Der weiße Hai: Im beschaulichen Städtchen Amity stehen alle Zeichen auf die Sommersaison. Doch als eine Leiche gefunden wird, zeigen die Spuren deutlich, dass der Tod durch einen Haibiss entstand. Doch Polizei und Politiker sind sich uneinig über die Maßnahmen und so kommen die Ermittlungen nur langsam voran. – Ich verstehe warum es ein Klassiker ist, ich sehe, warum der Film viele folgende beeinflusst hat, aber bei mir ist der Funke nicht übergesprungen. Ich fand ihn nicht schlecht, aber er konnte mich auch nicht begeistern (und ist dennoch ein Quartalshighlight…)

Das Fenster zum Hof: Durch ein Gipsbein ist der Fotograf L. B. „Jeff“ Jefferies an seine Wohnung gefesselt. Um sich die Langeweile zu vertreiben, beobachtet er die Nachbarschaft. Dabei beobachtet er auch das verdächtige Verhalten des Nachbarn Thorwalds, dessen bettlägerige Ehefrau auf einmal verschwunden ist. Leider fehlem ihm die Beweise und die Polizei glaubt ihm daher nicht. Doch er versucht diese zu finden. – Fast kammerspielartiger Klassiker von Hitchcock, der Vorbild einer Filme ist, und das durchaus zu recht. Spannend und dabei doch so minimalistisch.

Meine fünf serientastischen Highlights

Haikyuu – Staffel 2-3: Das Volleyball-Team der Karasuno Oberschule muss nach der Niederlage im letzten Turnier ihre Wunden lecken und wieder aufstehen. Dafür lernen sie alle über sich hinauszuwachsen. – Während die zweite Staffel noch eine gute Mischung aus Handlung und Spannung bietet, war die dritte das reinste an meinen Nerven rütteln. Und ich habe jede Sekunde davon geliebt!

Free – Staffel 1-2: Nachdem sie bereits früher zusammen in einer Staffel schwammen gründen Haruka Nanase, Makoto Tachibana und Nagisa Hazuki einen Schwimmclub in der Oberschule, aber dafür brauchen sie noch einen vierten Schwimmer. Außerdem taucht Rin Matsuoka wieder auf, allerdings an der Konkurrenzschule. Die vier verbindet eine Vergangenheit, die sie auseinander gerissen hat. – Ein Anime über ein Schwimmteam, da war ich doch dabei. An das Drama muss man sich etwas gewöhnen, aber sehr schöne Metaphern zum Schwimmen und eine tolle Geschichte über Freundschaft, die sich in der zweiten Staffel noch wesentlich besser entfaltet.

Pinocchio – K-Drama: Choi Dal-po hat eine große Abneigung gegen Journalisten seit eine seine Familie zerstörte. Seine Adoptivschwester Choi In-ha hingegen versucht trotz ihres Pinocchio-Syndroms, durch das sie nicht lügen kann, Journalistin zu werden. Da er sie nicht davon abhalten kann, versucht er ihr zu helfen und wird dadurch in dem Job angenommen, den er nie wollte. –  Absolutes Highlight K-Drama! Jede Folge war spannend, mitreißend, gefühlvoll und witzig. Gute Debatte über Journalismus und deren Konsequenzen. Konnte kaum ausschalten

Zoogeflüster – Staffel 1-2: Viel los im Columbus Zoo. Neben Neugeborenen stehen viele Kleinigkeiten im Alltag an. Dramatische Operationen, aber auch die kleinen Lichtblicke, die den Alltag als Tierpflegende so aufregend macht. – Immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge geschaut, aber toller Einblick und vor allem tolle Tiere! Da wusste man gar nicht, in welches man sich zuerst verlieben sollte.

Star Trek: Lower Decks – Staffel 3: Es ist viel zu tun auf der USS Cerritos, einem eher unbedeutenderen Schiff der Sternenflotte. Das alles reibungslos funktioniert liegt wohl vor allem an den Ensigns, die auf den unteren Decks arbeiten, weit entfernt von der Brücke. Diesmal geht es um die Abenteuer dieser Crew. – Die dritte Staffel schafft es nochmal die ersten beiden in der Spannung zu übertrumpfen, vielleicht weil sich die Serie inzwischen wie nach Hause kommen anfühlt.

Meine fünf buchigen Highlights

Lock Down Under: Maya liebt ihr Leben als digitale Nomadin. So schreckt sie auch die Nachricht eines sich schnell verbreitenden Virus nicht ab und sie reist von Thailand nach Australien weiter. Dort soll sie auf eine Villa aufpassen, wodurch sie ein wenig Geld verdient und ihrer Arbeit als Online-Assistentin nachgehen kann. Doch durch den Lockdown kann Troy, der Besitzer der Villa, nicht zu seiner Dienstreise aufbrechen. Und so sitzen sie beide auf unbestimmte Zeit in der Villa fest. – Eine einfache Romance Geschichte erwartet und so viel mehr bekommen. Verschiedene Lebensrealitäten prallen hier aufeinander und schaffen eine schöne Geschichte, die gleichzeitig die Herzen der Romance Liebhaber höher schlagen lässt und doch die klassischen Klischees umschifft. Klare Empfehlung!

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe: Doktorandin Olive wollte eigentlich nur ihre Freundin beruhigen und gaukelt ein Date vor. Als diese sie jedoch in der Uni antrifft, muss sie handeln. Und küsst den ersten Mann, dem sie begegnet. Leider ist das niemand geringeres als Dr. Adam Carlsen, der wohl größte Unsympath der Uni. Doch bei ihr scheint er ganz anders zu sein und lässt sich auf die Fake-Date Geschichte ein. Doch die birgt auch allerlei Stolpersteine. – Ich LIEBE dieses Buch. Zwar war das Ende irgendwo absehbar, aber der Weg dahin ist so witzig, gefühlvoll und einfach hach, dass ich das Buch am liebsten jedem in die Hand drücken möchte. Vor allem die weibliche Sicht auf die Wissenschaft gibt dem Buch die extra Portion Sympathie.

Das irrationale Vorkommnis der Liebe: Bee bekommt als Neurologin die Chance bei einem großen Projekt bei der NASA zu arbeiten. Doch dafür muss sie mit ihrem Erzfeind Levi Ward zusammenarbeiten. Der sich ziemlich widersprüchlich verhält. Da bleibt Bee nichts anderes übrig als sich an ihr großes Idol zu klammern. Denn: Was würde Marie Curie tun? – Der zweite Band von Ali Hazelwood und auch hier bin ich schockverliebt. Tolle Geschichte, wenn auch in Liebesdingen eher vorhersehbar, aber sehr süß, sehr witzig und einfach zum durchsuchten.

Book Love: Debbie Tung skizziert in dieser Graphic Novel das Leben als Buchliebhaber*in. Vom Geruch neuer Bücher, bis zum Traum der eigenen Bibliothek werden Alltagssituationen geschildert und wie Bücherwürmer damit umgehen. – Sehr treffend skizziert, ich habe jede Seite geliebt und mich sehr verstanden gefühlt. Einziges Manko ist, dass ich es viel zu schnell durch hatte, also auch schnell wieder gehen lassen musste.

Der Kater unterm Korallenbaum: Yuki geht nach dem Tod ihres Vaters bis auf den Familienkater fast leer aus. Während ihr Bruder das Haus und ihre Schwester den Blumenladen erbten, steht sie vor einigen Problemen. Doch der Kater Sazuke kann sprechen und bietet Hilfe an. Doch Wünschen will gelernt sein. – Auch wenn mich die Handlung mehr als einmal in die Verzweiflung getrieben hat, ist es doch eine sehr süße moderne Der gestiefelte Kater Adaption.

Was waren eure Highlights im vergangenen Quartal?

Ein Mann namens Otto

Ein Vorwort

Bereits 2015 lief das skandinavische Original „Ein Mann namens Ove“ auch in den deutschen Kinos. Da die amerikanische Filmindustrie vor diesen Stoffen ungern halt macht, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch hier das Remake kam. Und es hätte mich ziemlich wenig interessiert, wenn sie nicht ausgerechnet Tom Hanks als Hauptdarsteller gecastet hätten. So bin ich doch schwach geworden und habe dem Film eine Chance gegeben. Warum das gar nicht mal so schlimm war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Otto sieht nach dem Tod seiner Frau keinen Sinn mehr zu leben und beschließt sich umzubringen. Doch da ziehen Marisol und Tommy gegenüber ein, die sich nicht an die Regeln der Hausverwaltung halten. Dem muss Otto Einhalt gebieten. Als sich kurz darauf Tommy auch noch den Fuß bricht, wird Otto auch wieder um Hilfe gebeten. Es entwickelt sich eine ganz neue Dynamik in der ruhigen Nachbarschaft, so dass Otto sich immer neuen Aufgaben widmet.

Meine Meinung

Auch wenn es die Handlungszusammenfassung wohl deutlich macht, hier noch einmal eine deutliche Triggerwarnung. Der Film zeigt explizite Suizidversuche. Wer mit diesem Thema Schwierigkeiten hat, sollte den Film meiden. Tatsächlich beginnt der Film auch genau damit. Wir lernen Otto als mürrischen Pedanten kennen, den man eher nicht als Nachbar haben will. Wenn man sich allerdings nicht selbst damit auseinander setzen muss, hat er dadurch schon seine ersten witzigen Momente. Das ändert sich mit dem ersten Suizidversuch gewaltig. Doch der Film kriegt schnell die Kurve und schwankt zwischen Situationskomik ohne es direkt darauf anzulegen und Drama. Die Geschichte selbst ist sehr traurig, doch wird hier die Stimmung immer wieder bewusst gehoben.
Vor allem schafft es der Film einen noch einmal zum Nachdenken zu bewegen. Niemand weiß, was der Gegenüber so durchgemacht hat im Leben oder warum jemand auf bestimmte Sachen reagiert. Aber mit Freundlichkeit und einem Aufeinander zugehen, kommt man sehr weit. So verbirgt sich unter der rauen Schale Ottos und der stets gut gelaunten Schale Marisols ganze Geschichten, die der Film nach und nach erkundet. Dabei geht er gerade auf der Seite Ottos nicht so tief wie im Original und lässt hier einen ganzen Handlungsbogen aus. Dafür konzentriert er sich noch mehr auf das Miteinander. Dennoch wird die Grundgeschichte deutlich und rührt dabei zu Tränen.
Das Casting hat hier alles richtig gemacht. Allen voran wohl Tom Hanks, den man den mürrischen Otto abnimmt, aber wo irgendwo doch die gute Seite abzusehen war. Inszenatorisch ist der Film eher schlicht gehalten, wird doch nur selten die Straße verlassen, und überzeugt eher durch die angesprochenen Themen.
So war hier ein Remake nicht unbedingt nötig, da das Original die Geschichte noch einmal ausufernder erzählt, dennoch ist es nicht komplett überflüssig, da er den Schwerpunkt nochmal anders legt. Allerdings dürfte die Geschichte durch die amerikanische Produktion nur bedingt ein neues Publikum ansprechen.

Das Fazit

Ein Manns namens Otto bietet handlungstechnisch größtenteils eine Adaption mit etwas anderem Schwerpunkt. Kaum Mehrwert, wenn man das Original kennt, aber dennoch ein schöner Film mit starker Botschaft. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Ein Mann namens Otto läuft seit dem 02.02.2023 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Februar 2023

Und da ist der kürzeste Monat des Jahres auch schon wieder vorbei. Während die Filmfront weiterhin mau aussieht, haben in diesem Monat klar die Serien gewonnen und die Bücher zumindest durch die vielen Mangas einen guten Stand erreicht. Das ich das mal sagen würde! Aber nun geht es ohne weitere Umschweife weiter mit meinem medialen Rückblick:

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Maurice der Kater: Maurice, der Kater versteht sich darauf Geld zu verdienen. Zusammen mit einer Gruppe von Ratten, die allesamt wie er sprechen und denken können, reist er von Dorf zu Dorf, täuscht dort eine Rattenplage vor, um diese dann mit seinem Kumpel Keith als Rattenfänger zu vertreiben. Doch als die Truppe in das kleine Städtchen Bad Blintz einkehrt, ist keine Spur von anderen Ratten und es sind erstaunlich viele Fallen aufgestellt. Als sie dann die Bücher liebende und häufig tagträumende Bürgermeister-Tochter Malicia treffen, erzählt diese von einer seltsamen Hungersnot. Schneller als ihnen lieb ist, finden sich Maurice und seine Gruppe in einem Abenteuer wieder. – Süßer und witziger Animationsfilm nach Vorlage von Terry Pratchett.

Ein Mann namens Otto: Otto sieht nach dem Tod seiner Frau keinen Sinn mehr zu leben und beschließt sich umzubringen. Doch da ziehen Marisol und Tommy gegenüber ein, die sich nicht an die Regeln der Hausverwaltung halten. Dem muss Otto Einhalt gebieten. Als sich kurz darauf Tommy auch noch den Fuß bricht, wird Otto auch wieder um Hilfe gebeten. Es entwickelt sich eine ganz neue Dynamik in der ruhigen Nachbarschaft, so dass Otto sich immer neuen Aufgaben widmet. – Gute Adaption der schwedischen Vorlage, auch wenn die Tiefe ein bisschen fehlte.

Ant-Man and the Wasp – Quantumania: Nach den Ereignissen in Endgame will Scott Lang eigentlich nur ein ruhiges Leben genießen. Seine Tochter Cassie, inzwischen im Rebellinnenalter, macht ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Sie hat ein Gerät entwickelt, mit dem sie die Quantenebene erforschen will, damit ihr Vater dort nicht wieder verloren gehen kann. Dabei hat sie jedoch Mächte geweckt, die sie, sowie Hope, Janet und Hank in die Quantenebene zieht. Dabei stellt sich heraus, dass Janet gelogen hat, als sie meinte, dass es dort kein Leben gäbe. Denn eine Variante von Kang, dem Eroberer, wurde dorthin verbannt. Eine Schlacht um die Quantenebene beginnt. – Phase 5 beginnt spannend, zwar voller Logiklöcher und bei weitem nicht mehr auf früherem Niveau, aber deutlich besser als Phase 4.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

See how they run: In der Theatervorstellung von Agatha Christies “Die Mäusefalle“ kommt es zu einem Mord. Inspector Stoppard und Constable Stalker werden damit betraut, dem Vorfall auf den Grund zu gehen. Dabei landen sie ungewollt in einem typischen whodunnit. – Für Liebhaber des whodunnit, nimmt das Genre ein bisschen aufs Korn, ganz sympathisch gestaltet, es fehlte am Ende vielleicht das letzte Fünkchen.

Der weiße Hai: Im beschaulichen Städtchen Amity stehen alle Zeichen auf die Sommersaison. Doch als eine Leiche gefunden wird, zeigen die Spuren deutlich, dass der Tod durch einen Haibiss entstand. Doch Polizei und Politiker sind sich uneinig über die Maßnahmen und so kommen die Ermittlungen nur langsam voran. – Ich verstehe warum es ein Klassiker ist, ich sehe,  warum der Film viele folgende beeinflusst hat, aber bei mir ist der Funke nicht übergesprungen. Ich fand ihn nicht schlecht, aber er konnte mich auch nicht begeistern.

Taran und der Zauberkessel: Taran ist ein Assistenz-Schweinehirte mit nur einem Schwein Hen Wen, träumt sich jedoch als schillernden Ritter. Doch Hen Wen hat hellseherische Fähigkeiten und wird deswegen vom gehörnten König entführt, während Taran es in Sicherheit bringen sollte. Ungewollt startet er ein großes Abenteuer, um den Zauberkessel zu beschützen, der dem gehörnten König unheimliche Kräfte verleihen würde. – Einer der wenigen Filme aus der Disney-Meisterwerke-Reihe, die ich noch nie gesehen hatte. Hat mich auch nicht wirklich überzeugt und war erstaunlich düster für Disney.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

What’s love got to with it: Sieht wie eine sympathische Rom-Com aus mit kulturellem Einfluss aus Indien. Könnte sich dadurch aber auch am Thema verheben. Einen Blick würde ich aber schon gern noch wagen.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Die Frau im Nebel, Knock at the cabin und Magic Mike 3 – the last dance

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Inside Job – Staffel 2 (Die zweite Staffel führt die Charaktere weiter aus und hat mir fast nochmal besser gefallen als Staffel 1)

Alchemy of Souls – Teil 1 – K-Drama (Der Hype ist größtenteils berechtigt, aber zwischenzeitlich etwas langatmig. Und das Ende war furchtbar. Mal sehen was Teil 2 bringt)

Star Trek: Lower Decks – Staffel 3 (Auch wenn die namensgebenden unteren Decks kaum noch eine Rolle spielen, habe ich wieder jede Folge genossen)

Spy x Family – Staffel 1.2 (Auch der zweite Teil der ersten Staffel ist wunderbar manganah und fängt die Atmosphäre gelungen ein. Witzig, spannend und elegant)

Haikyuu – Staffel 2-3 (Während die zweite Staffel noch eine gute Mischung aus Handlung und Spannung bietet, war die dritte das reinste an meinen Nerven rütteln. Und ich habe jede Sekunde davon geliebt!)

Ooran High School Host Club (Hatte durchaus seine witzigen Momente, man musste es aber aus der Sicht der Entstehungszeit  sehen, sind doch einige Darstellungen heutzutage nicht mehr tragbar. Driftet gegen Ende immer mehr in die Belanglosigkeit und kann den durchaus sympathischen Start nicht halten)

Zoogeflüster – Staffel 2 (Erneut süße, aber auch dramatische Einblicke in den Columbus Zoo. Für Fans von Zooserien)

Pinocchio – K-Drama (Absolutes Highlight K-Drama! Jede Folge war spannend, mitreißend, gefühlvoll und witzig. Gute Debatte über Journalismus und deren Konsequenzen. Konnte kaum ausschalten)

Obi-Wan – Staffel 1 (Nach Boba Fett die zweite Star Wars Serie, die in die Belanglosigkeit andriftete. Kaum Handlung, alles künstlich gestreckt, wäre vielleicht ein spannender Film geworden, aber hat als Serie nicht funktioniert. Schade um die Charaktere.)

Free – Staffel 1 (Ein Anime über ein Schwimmteam, da war ich doch dabei. Die Dynamik kommt nicht so gut rüber wie in anderen Genrevertretern wie Haikyuu, aber die Charaktere machen es wett und auch wenn die Auflösung der Rivalität irgendwie belanglos schien, hatte ich eine schöne Zeit)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 14
Seiten insgesamt: 3533
Seiten pro Tag: 126 im Durchschnitt
Taschenbuch: 3
Comic/Manga/Graphic Novel: 7
Hörbuch/Hörspiel: 2
E-Book: 2

Meisterdetektiv Ron Kamonohashi 2: Nachdem der Cliffhanger-Fall aus Band 1 gelöst wurde, scheint es eine Durststrecke für Ron und seinen Partner Toto zu geben. Doch bei einem Besuch in einem Planetarium kommt es zu einem Mord. Und der Mordverdächtige ist niemand geringeres als Ron selbst. – Verliert sich zwischenzeitlich ein bisschen, kann im großen und ganzen aber auch wieder überzeugen.

Wenn ich die Augen schließe: Norah erwacht im Krankenhaus. Sie hatte einen schlimmen Autounfall, als sie mit ihren Freund*innen betrunken von einer Party heim gefahren ist. Auch wenn sie ihr Gedächtnis nicht vollständig verloren hat, so kann sie sich doch nicht mehr an ihre Gefühle erinnern. Welche Pizzasorte mag sie am liebsten? Trägt sie lieber Röcke oder Hosen? Sie weiß aber, wer ihr auf jeden Fall helfen kann. Sam, ihr bester Freund. Doch sie muss feststellen, dass Sam ihr zwar hilft, sie aber nicht mehr befreundet sind. Je mehr sie über sich selbst erfährt, fragt sie sich, wie sie zu der Person werden konnte. Und will sie sich überhaupt erinnern? – Sehr tiefgründiges Buch, regt zum nachdenken an und hat trotzdem eine sehr schöne Geschichte. Auf jeden Fall eine Empfehlung.

Tee? Kaffee? Mord! 1 – Der doppelte Monet: Nathalie erbt von ihrer Tante ein Café mit Pub und Pension auf dem Land. Während ihr Partner Glenn wenig begeistert vom Landleben ist, wird Nathalie nicht nur mit offenen Armen empfangen, sondern ermittelt im Fall eines Monets, der nicht der echte Monet ist. Als dann auch noch eine Leiche auftaucht, ist das Chaos perfekt. – Sehr lange Einführung, nur kurzer Ermittlungsfall. Da es aber auch mehr ein Auftaktband zu sein scheint, ist hier auf jeden Fall viel Potential für die Reihe vorhanden.

Oscar Wilde & Mycroft Holmes – Sonderermittler der Krone 1 – Zeitenwechsel: Oscar Wilde wird von der Sittenpolizei festgenommen, bekommt jedoch von niemand geringerem als dem Bruder des berühmten Sherlock Holmes einen Deal. Wenn er bei den Ermittlungen hilft, die das Empire gefährden könnten, könnte er begnadigt werden. Wilde zögert, doch der Fall reizt ihn. Und so muss er sich mit Schilderungen über Bestien und dem Reich der Toten auseinander setzen. – Konnte mich nicht richtig überzeugen, ohne dass ich genau benennen könnte, woran es lag.

Momo – the blood taker 2: Keigo wird von Momo ihrem Vater, dem gewaltigen Urvampir Kudlak, vorgestellt. Das kommt nicht bei allen in der Vampirgemeinschaft gut an. Zeitgleich schmiedet das ungleiche Paar weiterhin Pläne, um an den doppelköpfigen Vampir heranzukommen. – Es geht spannend weiter, auch wenn Band zwei um Vergleich zum ersten ein bisschen nachlässt.

Angels of Death 1: Rachel erwacht in einer Nervenheilanstalt. Da sie ihre Anwesenheit für ein Versehen hält, sucht sie einen Ausweg. Doch eine Ansage ertönt, dass die Spiele beginnen können. Und kurz darauf trifft sie auch schon auf einen Psychopathen mit Axt, der versucht sie umzubringen. Und er soll nicht der letzte bleiben. – Ich habe die Geschichte praktisch eingeatmet. Sie war herrlich verrückt und doch spannend und faszinierend. Freue mich sehr auf den nächsten Band.

Lock Down Under: Maya liebt ihr Leben als digitale Nomadin. So schreckt sie auch die Nachricht eines sich schnell verbreitenden Virus nicht ab und sie reist von Thailand nach Australien weiter. Dort soll sie auf eine Villa aufpassen, wodurch sie ein wenig Geld verdient und ihrer Arbeit als Online-Assistentin nachgehen kann. Doch durch den Lockdown kann Troy, der Besitzer der Villa, nicht zu seiner Dienstreise aufbrechen. Und so sitzen sie beide auf unbestimmte Zeit in der Villa fest. – Eine einfache Romance Geschichte erwartet und so viel mehr bekommen. Verschiedene Lebensrealitäten prallen hier aufeinander und schaffen eine schöne Geschichte, die gleichzeitig die Herzen der Romance Liebhaber höher schlagen lässt und doch die klassischen Klischees umschifft. Klare Empfehlung!

Love and Fortune 1: Wako ist Anfang 30 und in einer festen Beziehung mit Fuuta. Mehr oder weniger glücklich haben sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden und werden von der Gesellschaft gedrängt bald zu heiraten. Bei ihrem Job im Kino lernt sie den minderjährigen Yumeaki kennen und fühlt sich durch Gemeinsamkeiten direkt zu ihm hingezogen. Doch der Altersunterschied ist extrem, daraus kann doch keine Beziehung sich entspinnen. Oder doch? – Von der Grundthematik schon eher schwieriger, wenn man das akzeptiert, aber eine runde Geschichte.

Emerald Witches 2 – Seidenblume: Nach ihrer verzweifelten Flucht wird Kang Hana doch vom freigelassenen Dämonenfürst Woong eingefangen. Ihr Bewacher ist niemand anderes als der totgeglaubte Bobby, der sein Gedächtnis verloren zu haben scheint. Gefangen zwischen ihren Gefühlen für Bobby und der Angst vor Woongs Macht, sucht sie einen Ausweg  und muss dafür bis zu ihren Wurzeln zurück finden. – Runder Abschlussband der Emerald Witches Reihe. Hatte zwischendurch leichte Längen, aber im großen und ganzen ein tolles Fantasywerk mit koreanischen Sagen und Mythen und einem atemraubenden Finale.

More than a doll 2: Gojo hat es geschafft und Marins Cosplay fertig geschneidert. Da steht auch schon die erste Convention an, bei der sie noch einmal mehr über den jeweils anderen erfahren. – Es geht ruhig weiter mit der süßen Geschichte über Cosplay. Mochte die Charaktere sehr und freu mich auf den nächsten Band.

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe: Doktorandin Olive wollte eigentlich nur ihre Freundin beruhigen und gaukelt ein Date vor. Als diese sie jedoch in der Uni antrifft, muss sie handeln. Und küsst den ersten Mann, dem sie begegnet. Leider ist das niemand geringeres als Dr. Adam Carlsen, der wohl größte Unsympath der Uni. Doch bei ihr scheint er ganz anders zu sein und lässt sich auf die Fake-Date Geschichte ein. Doch die birgt auch allerlei Stolpersteine. – Ich LIEBE dieses Buch. Zwar war das Ende irgendwo absehbar, aber der Weg dahin ist so witzig, gefühlvoll und einfach hach, dass ich das Buch am liebsten jedem in die Hand drücken möchte. Vor allem die weibliche Sicht auf die Wissenschaft gibt dem Buch die extra Portion Sympathie.

Die Hexe und das Biest 1: Guideau und Ashaf ziehen als Hexenjäger*innen durch das Land. Denn Guideau ist einst von einer verflucht wurden und kann nur erlöst werden, wenn sie genau diese Hexe tötet. Doch diese zu finden stellt sich als schwierig heraus. Dabei erleben sie allerlei Abenteuer. – Konnte mich nicht richtig überzeugen, auch wenn der erste Band sehr spannend gestaltet war.

Die Waage der Welt: In Yacantha wird jede Lüge, jede Ungerechtigkeit und einfach alles schlechte, was eine schwarze Iona hervorrufen könnte, bestraft. Dafür sorgen die Wächter. Doch Rieka zieht die schwarzen Ionas ungewollt an und kann sie aufnehmen. Das muss sie jedoch dringend verbergen, denn diese Fähigkeit hatten die inzwischen ausgelöschten Schattenwächter. Dabei begegnet sie Kae, einem Wissenschafts-Wächter, der ihr helfen möchte. Doch kann sie ihm trauen? – Faszinierende Welt, spannender Auftakt, wäre dann bereit für Band 2.

Book Love: Debbie Tung skizziert in dieser Graphic Novel das Leben als Buchliebhaber*in. Vom Geruch neuer Bücher, bis zum Traum der eigenen Bibliothek werden Alltagssituationen geschildert und wie Bücherwürmer damit umgehen. – Sehr treffend skizziert, ich habe jede Seite geliebt und mich sehr verstanden gefühlt. Einziges Manko ist, dass ich es viel zu schnell durch hatte, also auch schnell wieder gehen lassen musste.

Wie war euer Februar? Was waren eure Highlights?

 

Caveman

Ein Vorwort

Niemand:
Absolut Niemand:
Deutsches Kino: Hier ein Film über Geschlechterklischees, die längst überholt sind, mit Erklärungsversuchen, die wissenschaftlich längst widerlegt sind
Warum Caveman ein reiner Film zum Fremdschämen ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag

Die Handlung

Bobby (Moritz Bleibtreu) erzählt nach einem Streit mit seiner Freundin bei einem Stand-up Event, wie es dazu kommen konnte. Dabei durchleuchtet er die Probleme, die in der Kommunikation zwischen Männer und Frauen entstehen können. Er trifft auf seinen inneren Höhlenmenschen, der ihn auf die Evolution und den Unterschied zwischen Jäger und Sammlerinnen aufmerksam macht.

Meine Meinung

Es muss so 2018 gewesen sein, als ich mit meinem Mann in das Bühnenstück Caveman ging. Auch damals war die Geschichte schon längst überholt und die geäußerten Theorien längst widerlegt. Aber die Ein-Mann-Show war sympathisch gestaltet, kreativ rübergebracht und es war einfach was zum Schmunzeln. In manchen Sachen hat man sich doch irgendwie wiedergefunden, in anderen gar nicht. Dass das Stück erstmals bereits in den 1990er Jahren aufgeführt wurde, merkte man, störte an diesem Abend aber nicht. Warum im Jahr 2023 (bzw. ist der Film schon länger abgedreht, aber immer wieder verschoben worden) noch jemand auf die Idee kam, daraus müsste man unbedingt einen Film machen, erschließt sich mir nicht.
Doch es wird leider nur schlimmer. Nachdem die Trailer schon eher peinlich aussahen, hatte ich doch das Bühnenstück noch in guter Erinnerung und ging daher doch in den Film. Keine Minute nach Beginn schlug ich mir schon das erste Mal gegen den Kopf. Das hätte der Hinweis sein sollen, schnellstmöglich das Kino wieder zu verlassen. Doch ich blieb und erhielt 100 Minuten voller Peinlichkeiten, Klischees, und einfach einen so unsympathischen Typen als Protagonist, dem man einfach nur das Scheitern der Beziehung wünscht, damit seine Freundin endlich was Besseres finden kann.
Aufgebaut wird das Ganze als Stand-up Show und arbeitet von da an mit Rückblenden. Die Ausgangsfrage ist, wer den Protagonisten für einen Arsch hält. Hier gibt es wohl niemanden, der sich nicht meldet. Leider ist dies auch am Ende des Films noch so, weswegen hier wohl alles schief läuft, was in Sachen Charakterentwicklung schief laufen kann. Protagonist ist ein Mann, der unaufmerksam seiner Frau gegenüber ist, grundsätzlich mit seinem Leben unzufrieden und dies an ihr auslässt. Das versucht er mit gestellten Witzen und pseudowissenschaftlichen Erklärungen zu rechtfertigen. Dem Film ist hier nichts zu schade, inklusive der namensgebenden Reise in die Vergangenheit zu den Höhlenmenschen („Cavemen“), wo die Ursache für all sein Verhalten liegen soll. Das dies wissenschaftlich schon lange widerlegt ist, ist dem Film hier sehr egal. Mit dem Nachbarn, gespielt von Wotan Wilke Möhring, soll wohl ein Gegenpol geschaffen werden, aber dafür bleibt die Rolle zu blass und bekommt zu wenig Screentime, als dass man hier irgendeine richtige Aussage draus ableiten könnte.
Auch schauspielerisch ist der Film leider durchgefallen. Moritz Bleibtreu bringt absolut null Emotionen rüber, was seinem unsympathischen Charakter leider nur noch mehr Minuspunkte einbringt. Laura Tonke als Freundin, spielt zwar in Ordnung, kommt aber auch nicht gegen das grottige Drehbuch an. Martina Hill als Nachbarin und beste Freundin bleibt leider auch sehr blass im Spiel. Hier merkt man, dass ihr die kurzen Comedy-Sketche viel eher liegen, als großes Schauspiel. Auch Gastauftritte von Thomas Hermanns und Guido Maria Kretschmer helfen dem Film nicht mehr in der Sympathie zu steigen.
Für eine Komödie ist es wohl ein schlechtes Zeichen, wenn der komplette Kinosaal nicht ein einziges Mal lacht. Das zeigt aber auch nur wieder, dass das Bühnenstück einfach nicht in Filmform hätte gepresst werden dürfen. Der Film ist langatmig, voller Fremdschammomente, überhaupt nicht lustig und funktioniert vorne und hinten nicht.

Das Fazit

Caveman ist eine Aneinanderreihung von Fremdschammomenten, erzählt eine langweilige Geschichte über einen unsympathischen Protagonisten voller Klischees, die so nicht mal mehr zutreffend sind und garniert das Ganze mit schlechtem oder halbherzigem Schauspiel. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Caveman läuft seit dem 26.01.2023 in den deutschen Kinos