Neulich in der Sneak: Ein letzter Job

Ein Vorwort

Erst 2017 erschien ein Heist-Movie, der sich mit einem Banküberfall von einer Gruppe Rentnern beschäftigt, in den deutschen Kinos. Auch dort spielte Michael Caine eine Hauptrolle. Abgang mit Stil war noch als Komödie angelegt, scheiterte aber an dieser Prämisse. Erst in der vorletzten Sneak gab sich Robert Redford in seinem letzten Film die Ehre und spielte als Gauner & Gentleman im gleichnamigen Film. Dieser konnte trotz ruhiger Erzählweise überzeugen. Nun versucht Regisseur James Marsh (Die Entdeckung der Unendlichkeit) noch einmal reale Ereignisse über eine Gaunerbande im Rentneralter zu inszenieren, auch hier ist Michael Caine in einer Hauptrolle dabei. Warum dieser Film jedoch floppen wird, verrate ich in meiner Kritik.

Die Handlung

Brian Reader (Michael Caine) hat seiner kranken Frau versprochen keine krummen Dinger mehr zu drehen. Doch nach ihrem Tod findet er keinen Lebenssinn mehr. Da kommt der junge Basil auf ihn zu und erzählt ihm von seinem Plan ein Juweliergeschäft auszurauben. Kurzerhand beschließt Reader aus dem Ruhestand zurückzukehren und die alte Crew zusammen zu trommeln.

Meine Meinung

Regisseur James Marsh fährt mit einem namenhaften Cast auf. Michael Caine (Die Unfassbaren) werden zur Seite gestellt Jim Broadbent (Harry Potter und der Halbblutprinz), Tom Courtenay (Deine Juliet) und Ray Winstone (Departed – unter Feinden). Für die jüngere Generation darf dann noch Charlie Cox (Daredevil) mitspielen. In einer Nebenrolle tritt dann auch noch Sir Michael Gambon auf (Prof. Dumbledore in den Harry Potter Filmen). Bei dieser Kombination dachte man, könne nicht allzu viel schief gehen. Leider ist aber genau das eingetreten.
Das liegt tatsächlich auch in erster Linie an den Darstellern bzw. an den Rollen, die diese spielen müssen. Regelrecht lustlos scheinen die Darsteller hier ans Werk zu gehen und sich um Mimik und Gestik keine Gedanken zu machen. Müsste ich so plumpe und unsympathische Charaktere spielen, wäre meine Motivation jedoch auch nicht höher. Denn während ganz am Anfang noch der Teamgedanke dagewesen war, geht der im Laufe des Films komplett verloren. Es verkommt zu einem zickigen Jeder-gegen-Jeden und jeder fühlt sich durch den anderen betrogen oder hintergangen oder angegriffen. Inwieweit dies auf den „realen Begebenheiten“ beruhen soll, sei mal außen vorgelassen, jedoch ist es dem Film in keiner Weise dienlich. Denn eigentlich hat man schon von Anfang an keine Lust dem Team bei seinem Überfall zuzusehen. Die FBI-Mitarbeiter, die insgesamt vielleicht fünf Minuten Screentime hatten, wurden zu den wirklichen Helden.
In zweiter Linie liegt es an dem Drehbuch. In jedem Heist-Movie ist die Planung ein wichtiger Teil und natürlich der eigentliche Raub. Das beide Teile absolut emotionslos und langweilig dargestellt wurden, so dass der Zuschauer fast einschläft, ist wohl nicht der Plan gewesen. Aber wenn selbst ein Alarm, der losgeht gefühlt minutenlang angestarrt wird, bis mal einer reagiert, dann weiß ich auch nicht, was sich die Macher dabei gedacht haben. Der letzte Teil befasst sich dann mit den Ermittlungen des FBI und dem Verschachern der Beute, bei der ein riesiger Streit zwischen allen Gaunern entfacht. Spätestens hier schaltet auch der letzte Zuschauer ab, den von einem Heist-Movie ist nun gar nichts mehr zu spüren, sondern nur noch von ein paar zickigen alten Männern, deren Streitereien weder in ein Drama, noch in eine Komödie passen, sondern schlichtweg nichts auf einer Kinoleinwand zu suchen haben.
Gibt es denn auch positive Aspekte im Film? Tatsächlich nur einen einzigen. Die Rolle von Sir Michael Gambon ist tatsächlich humorvoll angelegt und wird auch so gespielt. Das hat wenigsten für ein bis zwei erheiternde Momente in einem ansonsten langweiligen Film gesorgt.

Das Fazit

Ein letzter Job ist ein Film, der mit einem langweiligen Drehbuch, unsympathischen Charakteren und unmotivierten Darstellern daherkommt, die alle schon bewiesen haben, es wesentlich besser zu können. Ein Heist-Movie, der so ziemlich alles falsch macht. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Ein letzter Job läuft seit dem 25.04.2019 in den deutschen Kinos.

Avengers – Endgame (Kurzkritik)

Ein Vorwort

11 Jahre, 20 Filme um das Franchise aufzubauen, im letzten Jahr nun der lang aufgebaute Infinity War rund um die Infinity Steine und Thanos, der diese sucht, um das halbe Universum auszulöschen. Und nun im Jahr 2019 geht mit Endgame eine Ära zu Ende. Natürlich wird es weiterhin Filme im Marvel Cinematic Universe (MCU) geben, aber es wird keinen Film mehr mit allen Darstellern der bisherigen Filme geben. Denn bei einigen Darstellern sind nun die Verträge ausgelaufen. Da viele den Film noch nicht gesehen haben – es ist nicht jeder so verrückt wie ich und geht in die Mitternachtspremiere… -, soll es hier nun ganz spoilerfrei um grundsätzliche Gedanken zum Film gehen. Die ausführliche Kritik wird folgen (und wahrscheinlich ebenso lange dauern, wie die zu Infinity War, die ich noch nicht einmal beendet habe…)

Was bisher geschah

Die Filme der Phase 1 und Phase 2 habe ich euch hier ausführlich zusammengefasst. Ebenso die Filme von Phase 3 bis einschließlich Black Panther. Hier nun also noch die wichtigsten Hinweise aus Infinity War, Ant-Man & the Wasp und Captain Marvel. Achtung Spoiler!
Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Infinity War wurden alle bisherigen Helden zusammengeführt. Jeder kam auf seine ganz eigene mit der Bedrohung durch Thanos in Berührung. Dieser ist auf der Suche nach den Infinity Steinen, um mit ihrer Hilfe mit einem einzigen Schnipsen seines Fingers die Hälfte des Universums auszulöschen. Während ein Team im All direkt gegen Thanos antritt, versucht ein weiteres Team auf der Erde Thanos Armee in Wakanda aufzuhalten. Thor ist währenddessen mit Rocket und Groot unterwegs, um eine neue Waffe schmieden zu lassen, die Thanos aufhalten kann. Schon die finale Suche nach den Steinen ist nicht verlustfrei. Letztendlich schafft es Thanos, wenn auch verletzt durch Thors neue Axt, mit dem Finger zu schnipsen. Daraufhin löst sich das halbe Universum auf, unter anderem die Hälfte unserer bekannten Helden. In der After Credit Scene sieht man Martina Hill und Nick Fury sich ebenfalls auflösen. Fury konnte zuvor jedoch ein Notsignal absenden. Zu sehen ist das Emblem von Captain Marvel.
Ant Man & the Wasp spielt zunächst vor Infinity War. Scott Lang ist nach den Geschehnissen in Civil War zu Hausarrest verdonnert. Doch als Hope und Hank Pym ihn um Hilfe bitten, ist er schnell wieder mitten im nächsten Abenteuer. Diesmal versuchen sie die auf der Quantenebene gefangene Wasp, Hopes Mutter, zu befreien. Doch zeitgleich haben noch ein paar Bösewichte es auf die Technik abgesehen und ein Ghost trachtet Pym nach dem Leben. Am Ende kann Wasp befreit werden. In der After Credit Scene sieht man, wie Wasp, Pym und Hope Scott wieder für ein Experiment in die Quantenebene schicken. Seine Rückholung misslingt jedoch, da sich alle drei durch Thanos Schnipsen aufgelöst haben.
Captain Marvel spielt weit vor den Geschehnissen in Infinity War in den 1990er Jahren. Vers wird bei den Kree zur Kriegerin ausgebildet. Bei einem misslungenen Einsatz, landet sie auf der Erde. Doch auf einmal stellt sie fest, dass sie Erinnerungen an den Planeten hat. Sie trifft auf den jungen SHIELD Agenten Nick Fury. Zusammen mit ihm entschlüsselt sie ihre Vergangenheit, besiegt die Kree und manifestiert ihre Kräfte und wird zu Captain Marvel. In der After Credit Scene sieht man Captain Marvel dem Notsignal von Fury folgen und zu unseren überlebenden Helden nach Thanos Schnipsen stoßen.

Die Handlung

Avengers Endgame schließt nahtlos an Infinity War an. Die überlebenden Helden raufen sich zusammen. Die Idee ist es Thanos aufzuspüren und mithilfe des Zeitsteins die Zeit zurückzudrehen. Dies funktioniert jedoch nicht. Nun müssen sich die Helden dem Unausweichlichen stellen und versuchen weiterzumachen. Das gelingt jedoch nicht allen. Bis ein verschollen geglaubter Held auftaucht und eine neue Idee bringt. Und so wappnen sich die Avengers für den letzten großen Kampf.

Meine Meinung

Ich habe sehr viele Gedanken zu Endgame im Kopf und ich freu mich schon darauf, wenn meine beste Freundin endlich den Film gesehen hat, damit ich ausführlich mit ihr darüber fachsimpeln kann. Jedoch kann ich viele Gedanken nur im Rahmen der Handlung erklären, was wiederum zu Spoilern führen würde. Daher sind hier wirklich nur die gröbsten Gedanken für euch spoilerfrei:

– Während Hawkeye (Jeremy Renner) in Infinity War noch unter Hausarrest stand und nicht auftauchte, darf er Endgame direkt eröffnen. Allgemein bekommt er endlich mehr Screentime, was bisher leider viel zu wenig war, um den Charakter sich richtig entwickeln zu lassen.

– Es gab viele Spekulationen, wie es weiter gehen könnte. Ich bin froh, dass die beiden populärsten nicht eingetreten sind (Ab hier Spoiler: Es war nicht einfach möglich den Zeitstein von Dr. Strange zu nutzen und Captain Marvel taucht nicht als Über-Avenger auf, um alle zu retten). Stattdessen gibt es dann eine sehr überraschende Entwicklung zu Anfang mit der wohl keiner gerechnet hat. Gerade weil auch der Trailer eine ganz andere Richtung vermuten lässt.

– Endgame hätte keine Sekunde kürzer sein dürfen. Der Film nimmt sich zu Anfang die Zeit, das Ausmaß von Thanos Tat zu beschreiben und wie die Charaktere damit umgehen. Hier wird nicht verzweifelt versucht von einem Actionspektakel ins nächste zu schlittern, sondern es werden nachdenkliche Töne angeschlagen. Dabei wird jedoch stets der Spannungsbogen gehalten und traurige, dramatische und humorvolle Szenen wechseln sich in guten Abständen ab, so dass man nicht in Melancholie verfällt.

– Natürlich bekommen wir dann doch unsere große Endschlacht. Und zwar ohne Kompromisse und ohne Einsparungen beim CGI-Budget (looking at you Game of Thrones). Dennoch ist es eine handwerklich gut gestaltete Schlachtszene, die sich nicht auf den CGI Elementen ausruht. Trotz der Vielzahl an Handlungspunkten während der Schlacht, ruht die Kamera immer auf genau der richtigen Szene und wird nie hektisch, um die ganze Schlacht einzufangen.

– Endgame ist das Produkt aus 21 Vorgängerfilmen. Und genau das merkt man hier, denn hier wird gekonnt noch einmal auf ältere Filme eingegangen. Das birgt einiges an Nostalgie, aber auch an witzigen Momenten. Der Film endet mit einem Finale, das (wenn es gewollt gewesen wäre) auch das Ende des gesamten Franchises sein könnte. Sollte Kevin Feige also morgen seinen Posten aufgeben und alle weiteren Projekte des MCU würden eingestampft werden, dann hätten wir hier das Ende, das jeder Marvel Fan verdient hat. Rund, teilweise abgeschlossen, aber doch mit Blick auf eine mögliche Zukunft (und machen wir uns nichts vor, das MCU ist noch lange nicht tot). So bildet es jedoch das Ende einer Ära.

– Endgame ist kein Film für das breite Publikum. Er ist ein Film für die Fans. Wer sich zuvor nur mit wenigen Filmen befasst hat, könnte zwischendurch Referenzen nicht verstehen oder den Anschluss verpassen. Gerade bei vielen Nebencharakteren braucht man gewisses Hintergrundwissen.

– Endgame hat die letzten Fehler von Infinity War behoben. Waren dort noch einige Dialoge eher holprig – gerade das Zusammentreffen von Iron Man, Dr. Strange und Star-Lord hätte ich mir epischer vorgestellt – passen die Dialoge diesmal konsequent.

– Einziges Manko ist tatsächlich Stan Lees letzter Cameo. Denn der ist einfach nur viel zu kurz und viel zu nichtssagend. Normalerweise hört man von mir ein leises Quietschen, wenn ich Stan Lee entdecke. Diesmal war es ein fragendes „War das jetzt Stan Lee?“ Sehr schade

Das Fazit

Avengers – Endgame ist der Film, den die Fans nach 11 Jahren Franchise und 21 Vorgängerfilmen einfach verdient haben. Er ist emotional, spannend, witzig, nostalgisch und einfach die logische Konsequenz aus allem davor gewesenem. Danke Marvel für diesen Film! 10 von 10 Punkten.

Avengers: Endgame läuft seit dem 24.04.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Greta

Ein Vorwort

Wer auch immer das Kinoprogramm in meinem Heimkino plant, mit dem würde ich gerne einmal ein ernstes Gespräch über die Kinoplanung führen. Mal ganz abgesehen von der grauenhaften Filmauswahl teilweise, aber auch wer die Idee hatte Cinemathek und Cinesneak auf den gleichen Termin zu legen. So hatte ich nun die Qual der Wahl endlich die Frau des Nobelpreisträgers zu sehen oder mich in der Sneak überraschen zu lassen. Ich überließ die Wahl letztendlich meiner Begleitung und es wurde sich für die Sneak entschieden. Ob Greta nun die bessere Wahl war oder ob ich die Entscheidung nicht in die Cinemathek gegangen zu sein, bereue, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Frances (Chloe Grace Moretz) findet in der U-Bahn eine Handtasche. Anstatt den Rat ihrer Mitbewohnerin zu befolgen, das Geld zu nehmen und die Tasche zu entsorgen, will sie die Tasche der rechtmäßigen Besitzerin zurückgeben. Diese stellt sich als die freundliche Greta (Isabelle Humpert) raus, die ihren Mann und Tochter betrauert und sich über Gesellschaft freut. Doch schnell merkt Frances, dass mit Greta etwas nicht stimmt. Nachdem sie den Kontakt abbricht, wird Greta zur erbitterten Stalkerin, die vor nichts zurückschreckt.

Meine Meinung

Chloe Grace Moretz war vor ein paar Jahren der absolute Senkrechtstarter. Man konnte sie von der Leinwand kaum noch wegdenken. Nachdem sie in „Wenn ich bleibe“ mich noch verzaubern konnte, war ich schnell von ihrer gleichbleibenden Spielart schnell gelangweilt. So konnte sie mich in The Equalizer nicht mehr begeistern und ab Dark Places und Bad Neighbours 2 war ich nur noch gelangweilt und genervt von ihr. Nun stand der nächste Film mit ihr an. Hatte sie sich endlich weiterentwickelt? Die Antwort ist: ein wenig. Ihre Mimik weist ein wenig mehr Spielraum auf und sie konnte auch ein paar neue Emotionen zeigen, allerdings bei weitem noch nicht genug für diese Rolle. Dennoch hat sie mich nicht mehr vollständig genervt.
Ihr an der Seite spielt Isabelle Huppert. Leider habe ich auch mit Madame Huppert so meine Schwierigkeiten. Das liegt hier allerdings nicht an ihrem Schauspiel, das tadellos ist. Vielmehr ist hier das Problem, dass ich ihr Gesicht nicht mehr von ihrer Rolle in Elle gelöst kriege. Ein Film über Vergewaltigung mit dem ich noch immer so meine Probleme in der Darstellung habe. Und so habe ich ihre Rolle in Elle noch im Hinterkopf und sehe sie nun in der Rolle einer Soziopatin.
Schlechte Voraussetzungen für Greta, denn beide Hauptdarstellerinnen sind mir schon zu Anfang unsympathisch. Doch was kann der Film nun wirklich, versucht man mal die persönlichen Befangenheiten außen vor zu lassen. Auch hier bin ich etwas zwiegespalten. Denn Greta kommt mit einem aufbauenden ersten Teil und einem sehr starken zweiten Teil daher. Erst der dritte Teil geht dann wieder zu weit und schwächt den Film wieder ab. Aber langsam und der Reihe nach.
Im ersten Teil lernen Francis und Greta sich kennen. Francis findet die Handtasche und bringt sie zu ihrer Besitzerin. Schnell hat sie Mitleid mit der einsamen Witwe, dessen Tochter angeblich in Paris studiert und sich selten meldet. Da Francis den Tod ihrer Mutter noch nicht verwunden hat, flüchtet sie sich in die Mutterrolle, die Greta ihr geben kann. Hier ist die Stimmung ruhig und es hätte ein ganz normales Drama über Verlust und Trauer werden können. Das ändert sich dann zu Beginn des zweiten Teils, als Francis plötzlich eine Entdeckung macht und sich von nun an versucht von Greta fern zu halten. Diese sieht das leider gar nicht gern und entwickelt sich zur Stalkerin, die ihr und ihrer Mitbewohnerin ständig auflauert und ihr versucht ihre Nähe aufzuzwingen. Versuche von der Polizei Hilfe zu erhalten, schlagen fehl. Hier entwickelt der Film eine unglaubliche Stärke, weil er mit einer Grundangst der Menschen spielt. Letztendlich reich Gretas Anwesenheit irgendwo, um die Stimmung merklich abzukühlen. Hier wird erfolgreich mit der Frage gespielt, was man in so einer Situation machen kann und wie man damit umgehen soll. Hierfür hätte es bestimmt viele gute Endszenarien gegeben. Ich hätte dafür genug Vorschläge. Leider wurde keiner davon genutzt, sondern der dritte Teil gedreht. Hierzu möchte ich aus Spoilergründen nicht allzu viel sagen. Nur so viel: Hier wird die Stimmung der untergründigen Bedrohung aus dem zweiten Teil komplett zunichte gemacht und durch keine neue Spannung ersetzt. Denn jetzt passieren einige sehr vorhersehbare Dinge und die Charaktere verhalten sich wie in den meisten Horrorfilmen, was noch nie besonders klug war.

Das Fazit

Greta ist ein Film, der viel Potential hatte und auch gerade im Mittelteil eine bedrohliche Spannung erzeugt, die vor allem von Hupperts Spiel kommt. Dies wird im finalen Teil aber komplett über den Haufen geworfen und so gibt es nur 05 von 10 möglichen Punkten.

Greta läuft ab dem 16.05.2019 in den deutschen Kinos.

Shazam!

Ein Vorwort

Lange Zeit stand DC mit Ihrem DC Extended Universe (DCEU) im Schatten des Konkurrenten Marvel (Marvel Cinematic Universe MCU). Nach Flops, wie Dawn of Justice oder Justice League, versucht sich DC nun doch mehr an Solofilmen. Mit Wonder Woman und Aquaman konnten sie zwar endlich die angestrebten Besucherzahlen knacken, die Kritiken fielen dennoch nicht wie gewünscht aus. Nun soll es also Shazam retten, der ironischerweise in früheren Tagen Captain Marvel hieß. Hat doch Konkurrent Marvel soeben erst ihren eigenen Captain Marvel in Form von Carol Danvers ins Kino gebracht. Ob Shazam nun mehr kann, als der angekündigte Klamauk, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Billy Batson (Zachary Levy & Asher Angel) ist mehreren Pflegefamilien davongelaufen. Nun bekommt er eine neue Chance. Wirklich Lust auf Familienleben hat er jedoch nicht, doch sein neuer Pflegebruder Freddy (Jack Dylan Grazer) heftet sich an seine Fersen. Doch als der verbitterte Dr. Sivana (Mark Strong) die sieben Totsünden befreit, muss ein neuer Champion, ein neuer Shazam, her. Billy ist der Auserwählte.

Meine Meinung

Shazam kam im Trailer wie die lausige DC Variante eines Deadpools daher. Der Trailer war zwar witzig, aber der Biss dahinter fehlte. Gleichzeitig stand die Befürchtung im Raum, dass erneut alle guten Szenen bereits im Trailer verbraten wurden. Trotzdem gab es genug Anreize, um doch ins Kino zu gehen. Zum einen schien Zachary Levi topmotiviert für die Rolle – allerdings bewies zuletzt Aquaman, dass der Ehrgeiz und die Motivation des Hauptdarstellers nicht unbedingt ausreichen. Doch Shazam hat einiges mehr auf Lager, als man am Anfang denken würde. Aber der Reihe nach.
Zum einen hat Shazam etwas, was den meisten DC und Marvelfilmen fehlt. Eine vernünftige Hintergrundgeschichte zu ihrem Bösewicht. So ist Mark Strongs Dr. Silvana nicht einfach nur der obligatorische Endgegner. Vielmehr beginnt die ganze Handlung bei ihm. Es wird ein Charakter gebildet, der sich weiterentwickelt und größtenteils nachvollziehbare Entwicklungen durchläuft.
Zum anderen ist es der Protagonist, der so menschlich dargestellt wird, wie kaum ein Superheld zuvor. Wir lernen Billy Batson kennen, ein Junge, der in frühen Jahren seine Mutter auf einem Jahrmarkt verlor und seitdem versucht sie zu finden. Dafür rennt er immer wieder aus verschiedenen Pflegefamilien weg. Zu Anfang des Films landet er wieder einmal in einer neuen. Doch diesmal ist es keine typische Familie, sondern ein Zusammenschluss aus den verschiedensten Charakteren. Trotzdem hält Billy an dem Wunsch fest seine Mutter zu finden. Durch einen Zufall wird er als neuer Champion auserwählt und bekommt die Fähigkeiten des Shazam. Von nun an kann er sich in einen Superheld verwandeln. Und gerade hier beginnt der Film unglaublich stark zu werden. Denn statt der typischen „Hilfe, ich bin jetzt ein Superheld“-Geschichte, schafft Shazam es auf humorvolle Art den Prozess des Erkundens der Kräfte umzusetzen und doch stets das Niveau weit oben zu halten. Gleichzeitig wird logisch hinterfragt, was in einem Jungen vor sich gehen muss, der keine Perspektive im Leben sieht und auf einmal Superkräfte hat. Dazu gehören das absolute Überlegenheitsgefühl und der Wunsch von allen gemocht und angehimmelt zu werden. Natürlich bleibt auch dies nicht ohne Konsequenzen.
Shazam ist außerdem so ziemlich der einzige Superheldenfilm, der noch einmal von einem ganz neuen Standpunkt an die Themen Freundschaft und Familie herangeht.
Als Kritikpunkt muss man dann doch noch anführen, dass das große Finale sehr vorhersehbar ist und mit Klischees nur so um sich schmeißt. So bleibt man am Ende doch ein wenig mit dem gewohnten Gefühl nach einem DC Film zurück. Und das obwohl Shazam sich ansonsten positiv von allen anderen DC Filmen abhebt.

Das Fazit

Ein in vieler Hinsicht realitätsnaher und nachdenklicher Superheldenfilm, der aber doch die Power und den Witz mitbringt, um das Superheldengenre noch einmal von einer ganz anderen Seite zu beleuchten. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Shazam! läuft seit dem 04.04.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Ein Gauner und Gentleman

Ein Vorwort

Robert Redford hat laut IMDB in 80 Filmen und Serien mitgewirkt. Sein erster Auftritt war in der TV-Serie Tate 1960. Seitdem hat er sich in die Herzen der Zuschauer gespielt. Ich kann nicht sagen, was mein erster Film mit ihm war, aber ich kann sagen, welcher mein Lieblingsfilm mit ihm ist: Picknick mit Bären (a walk in the woods), wo er den bekannten Reiseberichtautor Bill Bryson verkörpert. Neben der Schauspielerei war er bei 53 Filmen als Produzent und bei 10 Filmen als Regisseur tätig (Quelle ist auch hier IMDB). Sein größtes „Baby“ dürfte aber das Sundance Film Festival sein. Nun will er sich im Alter von 83 Jahren aus dem Schauspielbusiness verabschieden. Dafür präsentiert er uns noch seinen letzten Film: Ein Gauner und Gentleman.

Die Handlung

Forrest Tucker (Robert Redford) ist zwar in die Jahre gekommen und saß auch schon mehrfach im Gefängnis, doch er kann es einfach nicht lassen. Doch nun stellt er ein Team zusammen für den letzten großen Coup. Oder vielleicht doch nicht?

Meine Meinung

Das offizielle Genre ist laut Wikipedia Kriminalkomödie. Das ist dann auch sehr passend. Trotzdem sollte man wissen, dass Ein Gauner und Gentleman vor allem eins ist: sehr unaufgeregt. Und das ist in erster Linie gar nicht schlecht gemeint. Denn Robert Redford schafft es mit seiner Art den Zuschauer ab der ersten Minute in seinen Bann zu ziehen. Der stets sympathische Robert Redford. Spricht in unglaublich freundlichem Plauderton mit einer Bankangestellten, bis er auf einmal Geld fordert. Doch selbst dann beruhigt er die leicht hysterisch werdende Angestellte mit ruhiger Stimme und freundlichem Auftreten. Ein wahrer Gentleman eben, aber halt auch ein Gauner.
Der Film besteht aus drei verschiedenen Handlungssträngen, die miteinander verwoben sind. Zum einen sind da Tuckers Gaunereien. Zusammen mit seinen beiden Freunden Teddy und Waller plant er immer wieder Überfälle, die alle nach einem ähnlichen Schema ablaufen. Hinzu kommt die Liebesgeschichte mit Jewel, die Tucker zufällig nach einem Raubüberfall kennenlernt. Hier handelt es sich nicht im die klassische tragische Liebesgeschichte, sondern wäre für sich genommen schon einen Film wert, in dem sich zwei sympathische ältere Menschen kennenlernen, um ihren Lebensabend zusammen zu verbringen. Und zu guter Letzt hätten wir noch Casey Afflecks Charakter. Er spielt hier einen Polizisten, der zunächst nur bei einem Überfall ermittelt, bis er den Zusammenhang zu vielen anderen Überfällen findet und schließlich auf die Fährte von Tucker und seinen Freunden gerät. Alle drei Handlungsstränge sind gleichwertig erzählt.
Anfangs erwähnte ich bereits, dass der Film sehr unaufgeregt ist. Dies sollte man sich vor Sehen des Films auch bewusst machen. Denn auch wenn es irgendwo ein Heist-Movie ist, die Geschichte wird stets sehr ruhig erzählt. Man sollte hier ruhig auch nicht mit langweilig verwechseln. Denn man ist schon gespannt, was als nächstes passiert und wie der Film letztendlich ausgeht. Gleichzeitig hat es auch Elemente einer Komödie. Das bedeutet nicht, dass er durchgehend witzig ist, oder dass er einen Gag nach dem nächsten raushaut. Aber er erzählt die Geschichte immer mit einem gewissen Augenzwinkern. Und natürlich gibt es durchaus Szenen, die einem zum Lachen bringen.

Das Fazit

Ein Gauner und Gentleman ist eine unaufgeregte Kriminalkomödie, die aber durch ihre sympathischen Darsteller sehr gut funktioniert. Man muss sich vorab nur auf die sehr ruhige Erzählweise eingelassen haben. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Ein Gauner und Gentleman läuft seit dem 28.03.2019 in den deutschen Kinos.

Iron Sky 2 – The Coming Race

Ein Vorwort

Im Jahr 2012 beschlossen ein paar Filmemacher, dass es eine wirklich gute Filmidee sei, wenn Nazis über die Jahre hinweg auf der dunklen Seite des Mondes versteckt wären und dann die Erde angreifen würden. Heraus kam ein absolut abstruser Film, der dennoch seine Momente hatte, vor allem als dann die UN zusammen kam, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Anscheinend hatte er im Nachhinein doch genug Erfolg, damit irgendwer auf die Idee kam, man könnte doch eine Fortsetzung drehen. Und wie sollte man Nazis auf der dunklen Seite des Mondes toppen? Genau: Nazis auf Dinosauriern!

Die Handlung

Nachdem die Erde bei dem Atomkrieg gegen die Mondnazis komplett verstrahlt wurde, sind die Überlebenden im letzten Raumschiff auf die dunkle Seite des Mondes geflüchtet. Dort leben sie nun in Überbevölkerung und erleiden Hunger. Nur ein paar wenig privilegierte, die Anhänger des Jobismus, können gut leben. Obi (Lara Rossi) die Tochter der Kolonieführerin (Julia Dietze), versucht die Basis mit allen Mitteln am Laufen zu halten. Eines Tages schafft es ein weiteres Raumschiff von der Erde zu fliehen. Mit an Bord als heimlicher Passagier, der ehemalige Führer Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier), der irgendwie überlebt hat. Er erzählt Obi von einem geheimen Vorrat einer Energiequelle, genannt der Heilige Gral, im Mittelpunkt der Erde, wo sich eine übergeordnete Spezies, zu der auch Hitler zählte, zurückgezogen hat. Mithilfe des Grals könnte Obi ihre Mutter heilen und ihr Raumschiff zur Evakuierung antreiben.

Meine Meinung

Als ich das Kino verließ, fragte mein Lebensgefährte mich, wie ich den Film fand. Mein spontaner Kommentar war „Irgendwie hatte der Film von allem zu wenig und zu viel von Nichts“. Daraufhin erwiderte mein Lebensgefährte, dass das den Film sehr treffend beschreibe. Und genauso würde ich den Film auch weiterhin beschreiben.
Denn zum einen ist die Handlung so einfach gehalten, dass ihr jeglicher Spaßfaktor, der noch im ersten Teil – der schon sehr trashig angelegt war – abhandenkam. Stattdessen verliert er sich in einzelnen Szenen, die überhaupt keine Aussagekraft hatten. Auch der Humor ist eigentlich fast vollständig abhandengekommen. Es gibt zwar zwischendurch immer wieder kleine Szenen, die gute Ideen haben, aber leider bilden sie nicht die Mehrheit. Schon allein die Idee Steve Jobs als Heiligen zu sehen und eine Religion, den Jobismus draus zu machen, ist herrlich übertrieben, wird dann aber doch zu sehr breit getreten.
Das Hauptproblem des Films ist wohl, dass er gar nicht so sehr auf die Trashelemente setzt. Stattdessen erzählt der Film seine Geschichte wie ein ernster Actionfilm. Hier fehlt das ironische Augenzwinkern, das Übertriebensein, einfach alles, was Iron Sky von einem schlechten Actionfilm zu einem guten Trashfilm gemacht hätte. Hier dachte wohl jemand, nur weil die Optik des Films durchaus gelungen ist, dass man es schaffen würde aus dem Trashgenre rauszukommen. Und genau das muss man Iron Sky auch wieder lassen: Optisch hat er sich einiges einfallen lassen. Und auch die Animation der paar Dinosaurier, die man sieht, ist sehr gut – da wurde bspw. ein Tabaluga wesentlich schlechter animiert und das war ein kompletter Animationsfilm.
Letztendlich hätte Iron Sky sich auf die „Stärken“ des ersten Teils mehr verlassen sollen. Ein bisschen mehr Nazis auf Dinosauriern. Mehr wollte doch niemand!

Das Fazit

Iron Sky – The Coming Race hat zu wenig von Allem und zu viel von Nichts. Und warum nochmal habe ich meine angekündigten Nazis auf Dinosauriern nicht bekommen? Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick auf den März 2019

Mit gleich zwei Urlauben war der März 2019 für mich ein sehr ereignisreicher Monat. Allerdings sind dadurch auch meine Kinogänge wieder sehr übersichtlich. Zumal ich den letzten Kinostartdonnerstag (28.03.) komplett verpasst habe. Wundert euch also nicht, dass Dumbo hier noch nirgends auftaucht.

 


Um noch schnell ein paar Worte zu meinen Urlauben loszuwerden: Dubai war wunderbar warm, aber auch nicht heiß, so dass wir gut zwischen Baden und Besichtigungen wechseln konnten. Und Disneyland Paris war einfach die Erfüllung all meiner Kindheitsträume. Klar hat Großkapitalist Disney hier wieder gut zugeschlagen und gerade die Essenspreise waren sehr ungerechtfertigt für das, was man bekam. Auch die Merchandiseartikel waren sehr hochpreisig. Aber was soll ich sagen… ich habe gut zugeschlagen. Ansonsten war es aber alles sehr liebevoll und detailreich gestaltet und die Fahrgeschäfte haben sehr viel Spaß gemacht. Außerdem war gerade Marvelsaison…
Achso und so ganz nebenbei bin ich auch noch Katzenmami geworden! Begrüßt mein kleines Katzenbaby Shuri 🙂

Sneak Preview

Ein Gauner & Gentleman: Robert Redfords letzter Film (laut seiner Aussage). Diesmal hat sich Redford einem sehr entspanntem und gemütlichem Heist-Movie zugewandt. Die Handlung war sehr langsam erzählt, aber durch Redfords sehr sympathischem Spiel nie langweilig.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Captain Marvel: Das MCU bringt kurz vor Endgame noch schnell ein Solofilm auf den Markt mit der ersten Heldin. Leider war die Handlung ein bisschen zu stumpf für die hohe Qualität des MCU, auch wenn Brie Larson sichtbar Spaß am Spiel hat.

Iron Sky – The Coming Race: Nach dem Trasherfolg Iron Sky mit den Nazis von der dunklen Seite des Mondes, versuchen sich die Macher nun an einem zweiten Teil. Versprochen wurden Nazis auf Dinosauriern. War mein einziger Anspruch an den Film. Leider habe ich nicht einmal das bekommen. So ist diese Fortsetzung leider bis auf ein paar Einfälle nicht lustig und auch nicht trashig genug.

Die Goldfische: Reicher Businesskerl landet im Rollstuhl und muss trotzdem sein Geld aus der Schweiz holen. Wie gut, dass niemand einen Bus voller Menschen mit Behinderungen kontrolliert. Die Goldfische nimmt sich selbst nicht zu ernst und traut sich so auch Witze über Behinderungen zu machen, bleibt dabei aber immer sachlich und wird nie beleidigend. So wird er ein locker, leichter Spaß, der für viele Momente sorgte, bei denen man einfach auf dem Boden vor lachen lag.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Tarzan: Da im Disneyland nur der Disney Channel auf den Fernsehern lief, war die Auswahl sehr gering. Also gab es ein erneutes Sehen von einem meiner ungeliebteren Disneyfilme. Denn während mich Tarzan am Anfang schon immer in ein weinendes Bündel verwandelt, kann mich der Mensch, der bei den Affen aufwuchs, danach überhaupt nicht mehr begeistern.

Shining: Nachdem ich die Lektüre beendet hatte, wollte ich nun doch endlich Stanley Kubriks Werk begutachten. Leider bin ich da auf der Seite von Autor Stephen King, der die Verfilmung nicht gerade als gelungen ansieht.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Beale Street: Einer der letzten Starts in Deutschland aus der vergangenen Oscarsaison. Die Geschichte von Fonny, der dabei ist Vater zu werden, als er wegen Vergewaltigung angeklagt wird. Oscar für Regina King als beste Nebendarstellerin.

Die Berufung: Die Geschichte von Ruth Bader Ginsburg, die Anfang der 50er Jahre an Harvard Jura studiert, aber nicht als Richterin arbeiten darf. Als sie einen Fall annimmt, in dem sie einen Mann verteidigt, der aufgrund seines Geschlechts diskriminiert wird, kämpft sie gleichzeitig für die Rechte von Männer und Frauen in einem diskriminierendem System.

Ferner verpasst: Vom Lokführer, der die Liebe sucht…, Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks, Trautmann, Wir

Serien – ein kurzer Überblick

Im März gab es zunächst eine neue Netflix Serie zu sehen. The Umbrella Academy ist eine etwas ungewöhnliche Superheldenserie, hat aber doch viel Spaß gemacht und war unglaublich spannend. Dann gab es endlich auf die letzte Episode der Comedians of the World. Diesmal war das französischsprachige Kanada an der Reihe. Dann ging ich mit einem Architekten und einer Schauspielerin auf Weltreise. Das Ziel: Die außergewöhnlichsten Häuser der Welt. Das war nicht ganz so spannend, wie ähnliche Netflixdokumentationen, aber es waren schöne Häuser dabei. Ansonsten habe ich noch eine inzwischen beendete Serie für mich entdeckt. Mit True Blood gab es seit langem mal wieder eine Vampirserie (genau genommen seit Buffy/Angel), die ich mochte. Eigentlich verkörpert die Serie alles, was ich an anderen Serien stark kritisiere, aber irgendwie bin ich nicht von losgekommen und habe gleich die ersten beiden Staffeln weggeschaut.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 3
Seiten gesamt: 1008
Seiten pro Tag: 32,5 im Durchschnitt
Taschenbücher: 1
E-Book: 2

The Ivy Years: Solange wir schweigen & Was wir uns bedeuten: Solange wir schweigen ist der dritte Band der Ivy-Years Reihe. Diesmal geht es um das Thema Homosexualität und inwiefern dies mit Eishockey vereinbar ist. Leider wurde das Thema nur immer wieder von einer Seite beleuchtet und entwickelt sich zu eine schwachen Liebesgeschichte, die nicht spannend, nicht mitreißend und leider auch nicht aufwühlend ist. Aus dem Thema hätte man deutlich mehr machen können. Was wir uns bedeuten ist eine Kurzgeschichte, die zwischen dem zweiten und dritten Teil angesiedelt ist. Hier wurden noch einmal zwei Charaktere aus dem zweiten Buch etwas näher beleuchtet. Süße kleine Geschichte, die mit ihren knapp 100 Seiten genug erzählt.

Shining: Eines von Stephen Kings bekanntesten Werken durfte diesmal mit mir nach Dubai fliegen, um als Strandlektüre zu dienen. Dabei kam Kings typische Geschichtenerzählschreibweise wieder durch, was ich sehr genossen habe. Man muss sich auf die Charaktere einlassen, denn so passiert gar nicht so viel.

 

Neulich in der Sneak: Hard Powder

Ein Vorwort

2014 drehte der norwegische Regisseur Hans Petter Moland den Film „Einer nach dem anderen“, mit Stellan Skargard in der Hauptrolle. Dieser bekam sehr gute Kritiken. Davon beflügelt beschloss Moland den Film einfach noch einmal zu drehen. Das Drehbuch wurde von Frank Baldwin ein wenig abgeändert und das Setting in die Rocky Mountains verlegt. So wurde, diesmal mit Liam Neeson in der Hauptrolle, der gleiche Film noch einmal in einer Hollywoodvariante gedreht. Und dabei wollte Liam Neeson doch keine Actionfilme mehr machen…

Die Handlung

Der Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) muss erfahren, dass sein Sohn an einer Überdosis Drogen starb. Während seine Frau (Laura Dern) daran zerbricht und ihn letztendlich verlässt, glaubt Nels daran, dass seinem Sohn unrecht getan wurde und er ermordet wurde. Auf der Suche nach dem Schuldigen färbt sich der Schnee des kleinen Dorfes Kehoe schnell rot.

Meine Meinung

Meine erste Reaktion als ich hörte, dass mal wieder ein Actionfilm mit Liam Neeson in der Hauptrolle gedreht wurde, war ein genervtes Seufzen. War doch zuletzt The Commuter schon nicht gelungen und Run all Night konnte ich nicht einmal zu Ende sehen, weil mich alles genervt hatte. Die gleiche Reaktion hatte ich dann auch, als sich herausstellte, dass Hard Powder der aktuelle Sneakfilm war. Und gerade am Anfang hat sich meine Befürchtung bewahrheitet. Denn Hard Powder braucht eine ganze Weile, ehe er in Fahrt kommt. Doch spätestens nachdem der zweite Tote explizit auf der Leinwand markiert wurde, merkte man schnell, dass Hard Powder kein gewöhnlicher Actionfilm ist. Zwar bewegt er sich im Bereich des Rachethrillers, aber schafft mit der verschneiten Landschaft der Rocky Mountains schon ein eigenartiges Setting, denn ohne Schneepflug ist es schon schwierig vorwärts zu kommen.
Am bemerkenswertesten ist jedoch der absolut schwarze Humor des Films. Im Prinzip ist es nur ein großes Abschlachten, aber das mit genug Handlung um auch noch spannend zu sein. Nach jedem Tod wird der Name und Geburts- und Todesjahr kurz noch einmal eingeblendet. Was am Anfang noch merkwürdig wirkte, entwickelt sich schnell zum Running Gag. So „freut“ man sich fast auf den nächsten Toten. Denn während Coxman den Mörder seines Sohnes sucht, ist der Drogenboss Trevor Calcote auf der Suche nach dem Mörder seiner Dealer, was er wiederum den Indianern in die Schuhe schiebt.
Nachdem Hard Powder fast ein Drittel des Films einfach nur vor sich hin plätscherte und man wieder mit einem Fiasko rechnete, macht der Film nach und nach eine vollständige Wendung und wird spannend, aber vor allem witzig – vorausgesetzt man mag schwarzen Humor. So bleibt der Film sehr positiv in Erinnerung. Mit einer Lauflänge von 118 Minuten ist der Film ein wenig zu lang für seine Handlung. Gerade am Anfang hätte man doch noch einmal einiges einsparen können.

Das Fazit

Hard Powder ist eines der Filme, bei dem man über den lahmen Anfang hinwegsehen muss, um doch noch eine kleine Filmperle zu entdecken, die viele wohl nicht auf dem Schirm hatten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Hard Powder läuft seit dem 28.02.2019 in den deutschen Kinos

The Lego Movie 2 & Alita – Battle Angel – 2 Kurzkritiken

Durch meinen Urlaub bin ich für zwei Filme mal wieder ein bisschen spät dran mit den Kritiken. Da es mir auch für beide schwer fällt die richtigen Worte zu finden, versuche ich mich kurz zu fassen und euch doch meine Gedanken zu den Filmen mitzuteilen.

The Lego Movie 2

Die Handlung: Nach dem Einmarsch der Duplo Figuren, hat sich die Lego Welt in eine postapokalyptische verwandelt, ganz im Stile der Mad Max Filme. Doch eine neue Invasion steht bevor, bei der Emmetts Freunde gekidnapped werden. Nun ist es an ihm seine Freunde zu retten.
Meine Meinung: 2014 erschien der erste Lego Movie im Kino. Die Idee die beliebten Steine zu animieren und daraus ein Abenteuer zu machen, war da noch innovativ und so wurde der Film zum Erfolg. Inzwischen hat das Studio aber mit The Lego Batman Movie und The Lego Ninjago Movie nachgesetzt. Erste Ermüdigkeitserscheinungen bleiben da nicht aus, da es nun doch nichts neues mehr ist. Umso wichtiger wurde es, dass der zweite Lego Movie nun mit einer interessanten und durchdachten Geschichte daherkommt. Leider ist es genau das, was dem Film fehlt. Denn zum einen wird zwar die Geschichte aus dem ersten Teil logisch weitergestrickt, andererseits verliert sie sich an eine sehr frühen Punkt schon, so dass die zuvor liebgewonnenen Figuren auf einmal belanglos wirken und ihren Witz und Charme stark eingebüßt haben. Ein wenig scheint man sich hier auf dem gewonnenen Erfolg auszuruhen. So ist die Geschichte rund um Königin Wasimma Si-Willi sehr unausgegoren und wirr erzählt. Lediglich die Auflösung am Ende und kleinere Gags zwischendurch können den Film noch ein wenig retten. Doch so richtig witzig ist er nicht mehr. Dafür gibt es wieder einen schönen Ohrwurm…
Das Fazit: The Lego Movie 2 versucht auf der selbstgeschaffenen Welle weiterzureiten, säuft aber größtenteils ab. Trotz kleinerer schöner Ideen und Gags kann die Haupthandlung nicht überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Alita – Battle Angel

Die Handlung: Der Cyborg-Arzt Ido (Christoph Waltz) findet auf dem Schrottplatz der letzten Himmelsstadt Zalem die noch lebenden Reste eines Cyborgs. Er nimmt sie mit, gibt ihr einen neuen Körper und einen Namen: Alita (Rosa Salazar). Sie kann sich jedoch an nichts erinnern, lernt nach und nach das Leben in Iron City kennen und trifft auf den Jungen Hugo, der ihr die Sportart Motorball zeigt. Ausgelöst durch eine Gefahrensituation, entdeckt Alita, dass sie eine veraltete Art der Kampfkunst intuitiv beherrscht. Nun versucht sie noch intensiver ihre Vergangenheit zu verstehen.
Meine Meinung: Alita – Battle Angel ist ein Film, der auf einer 9-bändigen Mangareihe basiert. Dadurch hat er sehr viel Stoff zu erzählen, die gefühlt locker in eine ganze Serie gepasst hätte. Stattdessen wird sehr viel Handlung in gerade einmal 122 Minuten gepresst. Dadurch kommt gerade die Erklärung der Welt ziemlich zu kurz. So weiß man am Ende immer noch nicht, was es mit Zalem und dem großen Krieg auf sich hat. Dafür spielt Rosa Salazar ihre Alita mit einer Hingabe, die viel Sympathie entwickelt. Begleitet wird sie von Christoph Waltz, der seit Jahren mal wieder eine neue Seite in seinem Spiel zeigen kann. Ebenfalls mit dabei sind mir sehr sympathische Schauspieler, wie Mahershala Ali, Ed Skrein und Jennifer Connelly, auch wenn sie nicht unbedingt sympathische Rollen spielen. Die Handlung springt zwischendurch leider ein wenig, was wohl dem vielen Stoff geschuldet ist. Gerade das Ende wirkt dann doch etwas übereilt und abrupt. Hier kann man sich nur freuen, wenn der zweite Teil dann irgendwann angekündigt wird.
Das Fazit: Alita – Battle Angel ist ein grundsolider Film, der sich ein bisschen zu viel vorgenommen hat und dadurch kleinere Schönheitsfehler hat. Doch ein guter Cast und eine interessante Geschichte kann das meiste ausbügeln. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick auf den Februar

Gesund und munter bin ich aus meinem Urlaub zurück. Ich hatte sehr schöne und ereignisreiche Tage. Aber nun wollen wir uns erst einmal meinem Medienkosum im Februar zuwenden, der vor allem durch die Oscarverleihung geprägt wurde.

Sneak Preview

White Boy Rick: Eine unbekannte Geschichte darüber, wie das FBI einen Jungen zum Drogendealer machte. Leider sehr schlecht erzählt, spannungslos und belanglos am Ende.

Hard Powder: Das Stöhnen war groß, als man mal wieder Liam Neeson in einem Actionfilm sah. Doch Hard Powder ist ein Remake eines skandinavischen Films und geprägt durch viel Schnee und eine Menge schwarzem Humor, der den Film von anderen abhebt und doch streckenweise ziemlich viel Spaß macht.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Maria Stuart – Königin von Schottland: Maria Stuart baut ein gutes Setting auf und setzt auf einen starken Cast. Leider kann der Film nicht durch seine Handlung überzeugen, die zu lang und zu langatmig erzählt ist.

Green Book: Green Book ist ein kleinerer, aber sehr feiner Film, der seine Geschichte rund erzählt und den Fokus auf den Roadtrip und die Freundschaft der beiden Protagonisten legt. Die Rassenthematik ist zwar allgegenwärtig, wird aber gekonnt subtil eingespielt.

The Favourite: ist bestimmt nicht jedermanns Favorit. Regisseur Lanthimos geht hier bewusst über Grenzen hinaus. Getragen wird der Film von drei sehr starken Schauspielerinnen, wobei Olivia Coleman jedoch mit einer absolut oscarwürdigen Leistung heraussticht.

The Lego Movie 2: Neue Ideen, neue Charaktere, gewohnte Optik. Der zweite Teil macht zwar streckenweise auch wieder Spaß, bleibt aber dennoch hinter dem ersten Teil zurück, da er nicht mehr mit der innovativen Idee punkten kann.

Vice – der zweite Mann: Vice ist ein stark erzählter Film mit gutem Cast. Ein bisschen weniger reißerisch hätte er dennoch sein können, so kommt er nicht an seinen Vorgänger (The Big Short) heran.

Can you ever forgive me: ist eine sehr ruhige Filmperle, die bei den meisten wohl untergehen wird. Ruhig erzählt und stark gespielt, springt der Film zwischen Charakterisierung und erzählter Geschichte.

Alita – Battle Angel: Ein interessanter Science-Fiction Film, der uns eine neue Welt zeigt, von der ich gerne noch mehr sehen möchte.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh: Habe ich meiner besten Freundin zum Geburtstag geschenkt und dann auch gleich angesehen. Ein ziemlich düsterer Animationsfilm, der das Thema Tierexperimente aufgreift, aber vordergründig die Bemühungen einer besorgten Mutter zeigt.

The Descendants: Erzählt die Geschichte von den Nachfahren der Disneycharaktere. Eben auch von denen der Bösewicht, wie Maleficent. Dieser Konflikt wird besonders an der Schule deutlich. Als Fernsehfilm sieht man ihm das geringe Budget durchaus an. Dennoch hat er eine schöne Geschichte – wenn auch sehr vorhersehbar.

Blackkklansman: Die Geschichte eines schwarzen Cops, der gleichzeitig die Black Power Bewegung und den KuKluxKlan unterwanderte. Der Film ist hochaktuell und drängt keine Meinung auf, was sehr positiv ist. Trotz eines größtenteils lockeren Tons bleiben Längen leider nicht aus.

James Bond jagt Dr. No: In meinem Bestreben immer weiter die Klassiker aufzuarbeiten, habe ich nun endlich den ersten James Bond Film gesehen. Der war für damalige Verhältnisse sehr interessant.

Hot Shots: Nachdem ich letztes Jahr endlich Top Gun gesehen habe, durfte nun die „Verarsche“ von Charlie Sheen herhalten. Ich habe mich gut amüsiert.

Pixels: Die Erde wird von Aliens angegriffen, die uns mit alten Arcade Spielen herausfordern. Hier müssen die Nerds ran. Ein Rewatch und auch dieses mal wieder herrlich lustig und das obwohl Adam Sandler die Hauptrolle spielt.

Roma: Der Netflix-Film, der auch nach der Oscarsaison noch in aller Munde ist, erzählt die Geschichte eines Hausmädchens in Mexiko der 1970er Jahre. Roma ist ein Film, der schwer zu erfassen ist. Vordergründig ist er zu langsam erzählt und wirkt streckenweise sehr ermüdend. Dennoch hat er viele verborgene Stellen und gerade das letzte Drittel, das spannend, emotional und mitreißend ist.

Die Ballade des Buster Scruggs: Die Coen Brüder haben sich dem Western zugewandt und sechs kurze Geschichten aus dieser Zeit erzählt. Ein kurzweiliger Episodenfilm, der zwischen Unterhaltung und Drama hin und her springt und daher für jeden Geschmack etwas bietet.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Der verlorene Sohn: Der neue Film von und mit Joel Edgerton mit einem ernsten Thema und einem starken Cast, interessiert mich auf jeden Fall noch.

Die Winzlinge – Abenteuer in der Karibik: Der zweite Teil des Animationspaßes aus Frankreich. Den ersten fand ich unheimlich süß, trotz fehlender Dialoge.

Ganz knapp nicht auf die Liste haben es die folgenden Filme geschafft: Happy Deathday 2U, Sweethearts, Escape Room

Serien – ein kurzer Überblick

Im Februar liefen bei mir die Episoden 10-12 der Comedians of the World, sowie die fünfte Staffel von Modern Family. Das 1980er Remake der Serie Mission Impossible – in geheimer Mission habe ich nun mit der zweiten Staffel durchgesehen (es wurden leider nicht mehr produziert). Ansonsten habe ich mich an die 11. Staffel von The Big Bang Theory herangewagt, die nur noch wenig witziges zu bieten hatte. Dafür war die vierte Staffel von Pussy Terror TV mit Caroline Kebekus wieder sehr witzig. Neue Serien waren für die erste Staffel von Aufräumen mit Marie Kondo (ich berichtete) und The Magicians. Dieser Serie konnte ich vom Erzählstil her leider wenig abgewinnen, weil alles irgendwie durcheinander und in einem seltsamen Tempo erzählt wurde. Die Geschichte selbst aber fand ich interessant und der Cliffhanger am Ende war so fies, dass ich überlege doch die zweite zu gucken, obwohl ich mich eigentlich eher durchgequält habe.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 1038
Seiten pro Tag: 37 im Durchschnitt
Taschenbücher: 2
E-Book: 1
Hörbuch: 1

Maybe Someday & Maybe Not: Damit habe ich nun auch noch die fehlenden Werke von Mrs. Colleen Hoover gelesen. Wieder eine interessante Geschichte, die sich ganz anders entwickelt hat, als ich gedacht hätte. Nicht meine Lieblingsgeschichte von Mrs. Hoover, aber doch wieder sehr stark erzählt.

The Ivy Years – Was wir verbergen: Der zweite Teil der Ivy Years Reihe. Auch hier wieder eine kurweilige Liebesgeschichte mit zwei großen Schicksalen. Gut für zwischendurch.

Die Känguru-Apokryphen: Mark-Uwe Kling hat es doch wieder getan. Er hat ein neues Werk über sein Leben mit dem Känguru geschrieben. Es sollen die unerzählten Geschichten aus den bisher erschienenen Bücher sein. Auf jeden Fall sind sie wieder unglaublich lustig und am besten als Hörbuch zu genießen!