Neulich in der Sneak: Bumblebee

Ein Vorwort

2007 brachte Michael Bay seinen ersten Film über die bekannten Spielzeuge von Hasbro in die Kinos. Obwohl die schwache Handlung und die übertriebenen Schlachten von Anfang an große Kritikpunkte waren, gab es noch vier Fortsetzungen. Transformers – Die Rache 2009, Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes 2011, Transformers – Ära des Untergangs 2014 und Transformers – The last Knight 2017. Nun hat sich Travis Knight als Regisseur für den ersten Spin-off Film Bumblebee verpflichtet. Knight hat sich bisher mit kleineren Zeichentrickfilme, wie Coraline oder zuletzt Kubo, der tapfere Samurai, hervorgetan.
Diese Kritik wird ohne Kenntnis von den bisherigen Transformer Filmen geschrieben.

Die Handlung

Charlie Watson (Hailey Steinfeld) findet auf einem Schrottplatz einen gelben VW-Käfer. Als sie ihn zu Hause untersuchen will, muss sie feststellen, dass es sich um einen Transformer handelt. Während sich Charlie über einen neuen Freund freut, suchen aber das Militär und auch die bösen Decepticons nach Bumblebee.

Meine Meinung

Als der erste Trailer zu Bumblebee auftauchte ging ein großes Augenrollen durch die Kinos. War man doch inzwischen übersättigt mit Transformers-Teilen und brauchte nicht zeitgleich mit Aquaman noch einen Film in der Weihnachtszeit, der sich rein auf brachiale Schlachten versteift. Doch schon tauchten die ersten Kritiken auf, die Bumblebee eher mit E.T als mit den Transformervorgängern verglich. Dies machte Hoffnung.
Und tatsächlich vereint Bumblebee tatsächlich Elemente aus beiden Filmwelten, was wohl auch daran liegen dürfte, dass die Idee ursprünglich von Steven Spielberg kam. So beginnt der Film mit einer großen Schlacht auf dem Heimatplanet der Autobots. Hier passiert genau das, was man von einem Transformers spin-off erwartet. Große Autobots kloppen sich die Köpfe ein und verursachen eine große Explosion und viel Schaden. Dann wird Bumblebee auf die Erde geschickt, kommt dort aber zugleich mit dem Militär in Konflikt und trifft auf einen Feind, der ihm gefolgt ist. Als Resultat darauf beschließt er sich erst einmal zu verstecken und verstaubt als VW Käfer auf einem Schrottplatz. Bis ihn Charlie Watson findet. Ab hier kommt dann der Part, der an E.T. erinnert, bis wir gegen Ende wieder in die großen Schlachten verfallen.
Glücklicherweise lernen wir jedoch zwischendurch Charlie genauer kennen. Hier nimmt sich der Film tatsächlich Zeit, um sie als Charakter vorzustellen und ihre Ängste und Sorgen zu beleuchten. So gibt es tatsächlich eine Identifikationsfigur. Und gerade das Zusammenspiel mit Bumblebee, der in einigen Szenen einfach nur wie ein tollpatschiger Junge wirkt ist herzallerliebst. So haben wir eine E.T. Figur nur mit einer älteren Protagonistin und ihrer Coming-of-Age Geschichte.
Das Problem an Bumblebee ist, dass er zwar den starken Mittelteil hat, der teilweise auch richtig Spaß beim Gucken macht, aber das Niveau nicht durchhält. Denn immer wieder taucht das Militär rund um John Cena auf und auch die böse Decepticons suchen weiter nach Bumblebee. Und immer genau dann wird der Film völlig banal und vorhersehbar und büßt eine Menge von seinem Rhythmus ein. Denn die Decepticons sind die typischen Bösewichte, die sich überlegen gegenüber den Menschen fühlen und natürlich die Erde zerstören wollen. Das Militär agiert gleichzeitig natürlich nach dem Motto „Erst schießen, dann fragen stellen“ und lässt sich sehr einfach von den Decepticons beeinflussen.

Das Fazit

Bumblebee nimmt die guten Eigenschaften eines E.Ts und mischt sie mit den schlechten Elementen des Transformers-Franchises. Herausgekommen ist ein Film, der an vielen Stellen durchaus Spaß macht und ans Herz geht. Leider kann er das Niveau nicht durchgängig halten. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

100 Dinge

Ein Vorwort

Wenn der Name Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer in einem Film auftaucht, ist das für mich eigentlich ein guter Grund nicht ins Kino zu gehen. Bei Florian David Fitz bin ich hingegen schon geneigt, zumindest genauer hinzusehen, da er mir beispielsweise auch zuletzt in Der Vorname gut gefiel. Nun stand der neue Film von Fitz mit ihm und Schweighöfer in den Hauptrollen an. Der Trailer sah bereits wieder nach einer typischen deutschen Komödie aus, weswegen ich mich wieder vor dem Kinobesucht drücken wollte. Leider wollte meine Kollegin davon nichts wissen und bestach mich mit einem Schichtentausch. Ob der Film nun wirklich der angekündigte Reinfall wurde, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Freunde Paul (Florian David Fitz) und Toni (Matthias Schweighöfer) haben zusammen eine App entwickelt. Während Paul diese nutzen wollte, um die Nutzer glücklich zu machen, schafft es Toni Pauls Abläufe zu analysieren und ihn zum Konsum anzuregen. Bei der Feier über den Verkauf der App an ein großes Unternehmen, betrinken sich beide und wetten, dass der jeweils andere es nicht ohne Konsum aushält. So kommen sie auf die Idee, dass ihre Mitarbeiter ihnen die gesamte Wohnung ausräumen und alles einlagern. Jeden Tag, über 100 Tage hinweg, dürfen Sie sich einen Gegenstand zurückholen.

Meine Meinung

100 Dinge ist einer der deutschen Filme, die man von Anfang an abstempelt, die aber unter der Fassade doch einiges zu bieten haben. Florian David Fitz führt hier Regie und schrieb auch das Drehbuch. Hier merkt man, dass er sich mit der Grundthematik durchaus befasst hat und weiß, wovon er spricht.
Natürlich steht die Komödie hier im Vordergrund. Und ein paar Witze unter der Gürtellinie sind auch vorhanden, so wie die obligatorischen Nacktszenen, die wohl vor allem die Zielgruppe (Frauen mittleren Alters) ansprechen sollen. Darüber hinaus gibt es aber auch viele niveauvolle Witze und am wichtigsten: Die Witze sind auch lustig, so dass auch jemand, der den ansonsten typischen Humor für Schweiger/Schweighöfer-Komödien nicht lustig findet, sich durchaus zwischendurch den Bauch vor Lachen halten muss.
Abgesehen von der typischen Komödie hat 100 Dinge aber auch eine Handlung und Tiefgang. Die Hauptthematik ist der Konsum. Diese wird von mehreren Stellen beleuchtet und hinterfragt. Zum einen steht natürlich die Wette im Vordergrund. 100 Tage ohne Konsum und jeden Tag müssen sich die Protagonisten neu entscheiden, was man unbedingt im Leben braucht. Zunächst sind es die offensichtlichen Sachen. Kleidung, eine Matratze zum Schlafen, sehr schnell kommt dann auch das Smartphone dazu. Doch die ganze Überlegung geht weiter. Wieso kaufen wir so viel? Und macht uns Konsum wirklich glücklich? Als Beispiel kommt dann die von Katharina Thalbach gespielte Oma hinzu, die während des Krieges nur einen einzigen Koffer packen durfte und dort alles Wichtige unterbringen musste. Für die anderen Generationen hat Konsum noch eine ganz andere Bedeutung als für uns. Der ganze Gedanke wird dann noch weitergesponnen bis zum Kaufrausch und möglichen psychologischen Erkrankungen, die aus dem Konsum heraus entstehen.
Wir fassen zusammen. 100 Dinge hat eine gut durchdachte Handlung, Tiefgang, nachdenkliche Dialoge, aber schafft trotzdem das Komödienfeeling. Hinzu kommt, dass Fitz und Schweighöfer sich durch ihre unterschiedlichen Darstellungen und Charaktere gut ergänzen. Also ein kompletter Erfolg? Leider nicht ganz, denn 100 Dinge kann das Niveau leider nicht über die gesamte Spieldauer von 111 Minuten halten. Gerade gegen Ende verliert er sich in seinen eigenen Erzählsträngen und versucht mit aller Gewalt noch schnell eine Liebesgeschichte einzubauen, die zunächst subtil begann, am Ende aber doch wieder ins Vorhersehbare abdriftet. So kommt man am Ende weniger überwältigt aus dem Kino, als man am Anfang glauben konnte.

Das Fazit

100 Dinge macht für eine deutsche Komödie sehr viel richtig, da er sich auf die Handlung konzentriert und eine Charakterentwicklung zulässt. Dabei ist er beinahe durchgängig witzig, verliert sich leider am Ende in den zu viel aufgebauten Handlungssträngen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

100 Dinge läuft seit dem 06.12.2018 in den deutschen Kinos.

Jahresrückblick 2018 – #8 – Kinofilme – die Highlights

Und schon kommen wir zur letzten Kategorie meines Jahresrückblickes. Die Kinofilme. Diese habe ich noch einmal in drei Kategorien unterteilt, wobei jede einen eigenen Artikel kriegt. Die Enttäuschungen haben den Anfang gemacht (0-4 Punkte), dann ging es um das solide Mittelfeld (5-7 Punkte), bis wir heute zu den Highlights des Jahres kommen (8-10 Punkte). Insgesamt sind 61 Plätze zu vergeben.

Platz 23: Shape of Water

Shape of Water erzählt genau das wundervolle Märchen, was es angekündigt hat. Dennoch fehlt irgendwo Guillermo del Toros bekannter Mut, wie man ihn noch in Pans Labyrinth fand.

Platz 22: Deadpool 2

Deadpool ist ein Film, dem man Schwächen nachweisen kann, den es aber überhaupt nicht interessiert. Das wilde Chaos an Genres, Themen, Handlungssträngen und Charakteren wird mit viel Witz und Selbstironie überschüttet, so dass der Film am Ende doch gut funktioniert und positiv in Erinnerung bleibt.

Platz 21: die kleine Hexe

Die kleine Hexe ist ein süßer kleiner Kinderfilm, der das Buch gut widerspiegelt und den Zuschauer mit einem Dauerlächeln beglückt. Keine große teure Produktion, aber dafür eine mit einem sehr großen Herz.

Platz 20: The Greatest Showman

Den realen Bezug beiseite gelassen, hat der Film wenige bis gar keine Schwächen. Natürlich wird alles sehr zuckrig dargestellt, was viele als Hauptkritikpunkt ansehen, Doch dadurch erschafft der Film auch eine ganz eigene Form der Magie. Die Ohrwurm-Kandidat-Lieder geben dem Film immer die richtige Richtung und mit seinen Thematiken geht der Film ernst um, auch wenn er stets positiv bleibt.

Platz 19: Game Night

Game Night ist eine der besten Komödien der letzten Jahre. So viel habe ich schon lange nicht mehr während einer Kinovorstellung gelacht. Hinzu kommt eine tolle Handlung und Schauspieler, die unheimlich viel Spaß beim Dreh haben mussten, was man ihnen auch anmerkt.

Platz 18: A quiet place

A Quiet Place ist einer dieser Filme, die einem im Trailer erst einmal wenig zusagen und dann hinten raus doch unglaublich gut funktionieren. Die unzähligen Ideen der Familie, um leise zu bleiben, sind wunderbar anzusehen, und die Gruselatmosphäre ist durchgehend hoch, selbst wenn keine Bedrohung zu sehen ist.

Platz 17: Ant-Man & the WASP

Ant-Man & the Wasp kann vielleicht vom Gesamteindruck nicht mit einem Avengers: Infinity War konkurrieren und hat seine Handlung relativ einfach gehalten, schafft es aber durch die gute Kampfchoreographie und dem ständigen Größenwechsel gepaart mit dem typischen Marvelhumor, ein eigenes Statement zu setzen und beweist, dass nicht in jedem Superheldenfilm die Welt untergehen muss, um einen spannenden Film zu kreieren.

Platz 16: Deine Juliet

Deine Juliet ist ein Film, der optisch wunderschön ist, geschichtlich gut recherchiert und mit liebevollen Charakteren eine runde Handlung bietet. Kleinere Vorhersehbarkeiten oder konstruierte Szenen sind Jammern auf hohem Niveau.

Platz 15: Your Name.

Your Name. ist ein sehr schön gezeichneter Film, der über die bekannte Körpertauschthematik hinausgeht und mit einer gut durchdachten und spannenden Handlung überzeugen kann. Auch Animeabgeneigte kommen hier auf ihre Kosten.

Platz 14: Die dunkelste Stunde

Die dunkelste Stunde kann in allen Belangen überzeugen und schafft es hochpolitisch, aber doch spannend zu bleiben. Gary Oldman liefert eine einmalige Darstellung des Churchills ab.

Platz 13: Ballon

Ballon ist einer der Filme, die ein altbekanntes Thema aufgreifen, aber mit einem guten Cast, einem grandiosen Score und gut in Szene gesetzte Bilder aufwatet und gerade mit dem spannenden und intelligenten Drehbuch punkten kann und so ein Kinogenuss für alle Sinne baut.

Platz 12: Jumanji – Willkommen im Dschungel

Jumanji – Willkommen im Dschungel ist spannend, witzig und ernst und das immer an den richtigen Stellen. Der Film weist ein gutes Setting und einen guten Soundtrack auf und kann mit den Darstellern punkten. Dennoch ist die Handlung relativ einfach gehalten und rein darauf ausgelegt zu unterhalten. Und genau das schafft Jumanji.

Platz 11: Bohemian Rhapsody

Bohemian Rhapsody wirbt mit den bekannten Liedern Queens, überzeugt jedoch mit einem exzellenten Cast und einem guten Riecher für eine gute Dosis Drama und Humor.

Platz 10: Dieses bescheuerte Herz

Dieses bescheuerte Herz schafft es das Drama zwar komödisch anzuhauchen, aber nimmt seine Themen sehr ernst und zeigt so sehr realistisch das Leben eines herzkranken Teenagers, ohne zu beschönigen, aber trotzdem mit durchgehend hoher Spannung.

Platz 9: Phantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen

Grindelwalds Verbrechen ist für das, was er erreichen wollte, nämlich Fronten klären und Grundsteine für Kommendes legen, sehr gelungen. Er schafft es trotz noch überschaubarer Handlung, mit sehr schöner Optik und hohem Spannungsgrad das Warten auf den nächsten Teil fast schmerzlich zu machen. Gerade Depp als Grindelwald weiß zu überzeugen.

Platz 8: Red Sparrow

Red Sparrow ist ein brilliant inszenierter Agenten-Thriller, der sich geschickt von vergleichbaren Filmen abhebt und gerade durch seine guten Darsteller den kalten Krieg wieder beleben lässt. Dabei ist er offen und schonungslos und daher nichts für Zuschauer mit schwachen Nerven.

Platz 7: Star Wars Episode VIII – Die letzten Jedi

Trotz ein paar kleinerer Schwächen ist Star Wars – die letzten Jedi ein gelungener Film und eine würdige Fortsetzung, auch wenn sich hier die Geister streiten werden. Mir hat er in seiner Gesamtheit gut gefallen, auch wenn der Humor eindeutig aus einer Marvel-Schublade geklaut wurde. Szenenbild, Handlung, Schauspiel und Spannung gehen Hand in Hand auf sehr hohem Niveau.

Platz 6: Black Panther

Black Panther verkörpert alles, was wir an einer gelungenen Superheldenverfilmung so lieben. Eindrucksvolle Bilder, durchdachte Handlung, Hintergrundgeschichten, Bösewichte mit Charakter und natürlich die entsprechende Portion des typischen Marvel-Humors. Nach den eher enttäuschenden Spider-Man und Thor – Ragnarök ist Marvel wieder da und kann erneut das Publikum begeistern.

Platz 5: Three billboards outside Ebbing, Missouri

Three Billboards outside Ebbing, Missouri ist ein Film, der weiß wie er ordentlich provozieren kann und dabei doch eine starke Geschichte erzählt und den schmalen Grad zwischen ruhiger Erzählweise mit gleichzeitig hoher Spannung trifft. Ein würdiger Oscarkandidat.

Platz 4: A star is born

A Star is born ist mehr als eine Liebesgeschichte und mehr als ein Musikfilm. Er kombiniert so viele Themen und erzählt eine Geschichte mit allen Facetten, mit allen Höhen und Tiefen. Dabei beleben die beiden Hauptdarsteller Cooper und Gaga den Film unbedingt.

Platz 3: The Avengers – Infinity War

Der dritte Avengers-Teil ist nur ein Auftakt für den vierten und hatte das hauptsächliche Ziel die Weichen zu stellen und die Charaktere zusammenzuführen. Das hat der Film mit Bravour bestanden. Dadurch ist die Handlung sehr simpel gestaltet, was aber das Sehvergnügen an keiner Stelle stört. Einziger kleiner Kritikpunkt – also mal abgesehen von dem riesen Cliffhanger am Ende, auf dessen Aufklärung wir nun ein ganzes Jahr warten müssen – sind die ab und an etwas holprigen Dialoge. Beim Zusammentreffen mancher Charaktere habe ich mir doch mehr erwartet. Aber das bleibt Meckern auf hohem Niveau

Platz 2: Die Verlegerin

Die Verlegerin ist eine spannend erzählte und wahre Geschichte, die vom Zusammenspiel verschiedener Erzählstränge und den Einfluss verschiedener Schauspieler aufblüht.

Platz 1: Love, Simon

Love, Simon ist intelligent geschrieben und erzählt Simons Geschichte mit dem nötigen Ernst, aber doch auf eine lockere und witzige Weise. Dabei unterläuft ihm kein Fehler und spielt sich direkt in die Herzen der Zuschauer.

Was waren eure Highlights 2018?

Jahresrückblick 2018 – #7 – Kinofilme – Das solide Mittelfeld

Und schon kommen wir zur letzten Kategorie meines Jahresrückblickes. Die Kinofilme. Diese habe ich noch einmal in drei Kategorien unterteilt, wobei jede einen eigenen Artikel kriegt. Die Enttäuschungen haben den Anfang gemacht (0-4 Punkte), heute geht es um das solide Mittelfeld (5-7 Punkte), bis wir zu den Highlights des Jahres kommen (8-10 Punkte). Insgesamt sind 61 Plätze zu vergeben.

Platz 48: The Commuter

The Commuter hat gerade am Anfang seine Stärken, verspielt die aber mit fortschreitender Laufzeit und gipfelt in einem undurchdachten und viel zu übertriebendem Ende. Sogar Liam Neeson kann den Film nicht mehr retten.

Platz 47: Johnny English – Man lebt nur dreimal

Johnny English 3 ist genau das, was man erwartet. Viel Slapstick, viel übertriebener Humor und wenig durchdachte Handlung. Dennoch dürften die Fans sich freuen.

Platz 46: I feel pretty

I feel pretty ist ein Film, der sich das Thema Selbstakzeptanz auf die Fahne geschrieben hat, es dann aber doch verfehlt. Letztendlich bleibt die Aussage, dass „schöne“ Leute oberflächlich sind und „hässliche“ Leute es im Leben nicht weit bringen. Auch Amy Schumers Humoreinlagen sind gewöhnungsbedürftig und reichen nicht aus, um die Komödie zu retten.

Platz 45: Alles Geld der Welt

Schwammig erzählt, viel zu lang, um Spannung zu erzeugen oder zu halten und auch die Darsteller können nur bedingt überzeugen. Hier wäre deutlich mehr aus der Geschichte herauszuholen gewesen.

Platz 44: Die Farbe des Horizonts

Die Farbe des Horizonts erzählt eine interessante und wahre Geschichte und kann mitunter durch tolle Aufnahmen bestechen. Leider wird zwischen zwei Erzählabschnitten sehr schnell hin und her geschnitten, was den Charakteren viel Tiefe nimmt und sich auch auf die Chemie zwischen den beiden Darstellern auswirkt. Hinzu kommen viele sehr einfache Kameraeinstellungen, so dass man nicht wirklich überzeugt den Kinosaal verlässt.

Platz 43: The Equalizer 2

The Equalizer 2 nimmt das Erfolgsrezept vom ersten Teil zur Hand, mischt aber von allen Zutaten zu viel hinzu, so dass der Zuschauer irgenwann aussteigt und das großartige Finale nicht mehr die Wirkung erzielt, die es erzielen könnte.

Platz 42: Sicario – Day of the Soldado

Schwache Fortsetzung eines sehr starken ersten Teils. Manchmal sollte man Stoffe einfach ruhen lassen und sich was neues ausdenken. Es fehlt die Identifikationsfigur, die spannenden Szenen sind zu gewollt inszeniert und das Ende ist nicht mehr logisch zu erklären.

Platz 41: Jurassic World – das gefallene Königreich

So richtig funktioniert Jurassic World – das gefallene Königreich nicht. Logiklöcher in der Handlung und der gleiche Fehler schon wieder trüben das Sehvergnügen. Davon abgesehen hat der Film einiges auf dem Kasten, was bei schönen Effekten und gelungener Kameraführung anfängt und bei der unbeschreiblichen Atmosphäre aufhört.

Platz 40: Mission Impossible – Fallout

Mission Impossible – Fallout erscheint zwar wieder mit einem guten Cast, vergisst diesen aber gewinnbringend einzusetzen und verliert sich im Machogehabe von Cruise und Cavill und bringt eine gute Portion Action mit, die leider am Ende etwas zu viel des Guten wird. So kann der inzwischen sechste Teil der Reihe leider nicht mehr überzeugen.

Platz 39: Mamma Mia – Here we go again

Wer den ersten Teil mochte, wird auch den zweiten Teil gut finden. Wer Lust auf ein spaßiges Spektakel mit ABBA-Lieder hat, findet sich trotz einiger Schwachstellen hier gut aufgehoben.

Platz 38: Searching

Searching setzt das Prinzip des Desktop-Films gut um und überzeugt auch mit der erzählten Geschichte. Sehr viel Tiefgang darf man hier allerdings nicht erwarten, was aber auch nicht das Ziel war.

Platz 37: Der Nussknacker und die vier Reiche

Der Nussknacker und die vier Reiche erfindet das Rad nicht neu und die Geschichte erinnert an viele ähnliche Filme, dennoch gelingt es gerade durch die unglaubliche Optik und dem gelungenen Soundtrack doch einen schönen Film zu schaffen.

Platz 36: Ferdinand

Ferdinand ist eine herrlich süße und witzige Komödie, die vor allem das jüngere Publikum ansprechen soll. Bis auf ein paar Stellen, an dem der Film vom lockeren Tenor abkommt, ist der Film auch für seine Zielgruppe gut geeignet.

Platz 35: Venom

Venom ist definitiv nicht der Totalausfall, wie die ersten Kritiken befürchten ließen. Er hat zwar einige Schwachstellen, die jedoch während des Sehens nur bedingt stören und erst im Nachhinein wirklich ins Gewicht fallen. Dennoch ist es schade, dass die ständigen Regisseurwechsel das Potential des Films so klein gehalten haben.

Platz 34: Ready Player One

Ready Player One startet sehr stark, kann das eigene Niveau aber nicht bis zum Ende durchhalten. Obwohl eine absolut faszinierende Welt aufgebaut wird und der Film auch stellenweise sehr viel richtig macht und dort auch begeistern kann, geht ihm am Ende die Puste aus. Sehr schade!

Platz 33: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer macht in seiner Gesamtheit an sich eine gute Figur. Handlungstechnisch ist er sehr solide, optisch herausragend. Nur erreicht er seine Zielgruppe nicht und ihm fehlt letzten Endes das gewisse Etwas, der besondere Funke, für einen guten Kinderfilm.

Platz 32: Catch me

Catch me! bleibt eine Komödie, aber eine, die experimentiert, was teilweise merkwürdig erscheint, am Ende aber doch irgendwie zusammen passt. Letztendlich macht der Film einfach Spaß, trotz geringer Gagdichte für eine Komödie.

Platz 31: Aufbruch zum Mond

Aufbruch zum Mond ist in seinen Grundzügen ein gut erzählter Film mit kleineren Schwachstellen und leider einer stärkeren Schauspielerin als Nebencharakter (Foy) als der Schauspieler des Protagonisten (Gosling). Ebenfalls gibt es einen persönlichen Minuspunkt, weil mir von der Kameraführung schlecht geworden ist.

Platz 30: Solo – A Star Wars Story

Als normaler Sci-Fi Film funktioniert Solo erstaunlich gut und kann mit einer guten Besetzung aufwarten. Aber die Handlung ist letztendlich etwas zu einfach gestrickt und kann nur selten überraschen. Auch fehlt, wie bereits bei Rogue One, das typische Star Wars Gefühl.

Platz 29: Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone

Die Auserwählten in der Todeszone ist genau das große Finale, was angekündigt wurde und spart zwar wieder mit Dialogen und Handlung, funktioniert aber als Abschluss der Reihe sehr gut. Wer die ersten Teile gerne mochten, findet hier ein würdiges Ende. Wer sich mit den ersten Teilen noch nicht so richtig anfreunden konnte, wird mit dem dritten Teil definitiv nicht glücklich werden.

Platz 28: Pacific Rim – Uprising

Pacifim Rim Uprising greift die Geschichte von Guilermo del Toros erstem Teil respektvoll auf, bessert kleinere Schwachstellen aus und bringt so einen gelungenen Actionfilm auf die Leinwand. Die Charaktere sind näher am Publikum und das Erzähltempo wurde angezogen, ohne dabei eine nachvollziehbare Handlung und Charaktereinführungen zu vernachlässigen.

Platz 27: Ocean’s 8

Ocean’s 8 erfindet nichts – nicht einmal die eigene Handlung, die sehr stark von Ocean’s 11 abgeknüpft wurde – neu, aber liefert trotzdem eine solide Performance ab. Vor allem der gut gewählte Cast sorgt für heitere 110 Minuten, die durchaus gut unterhalten.

Platz 26: Midnight Sun

Midnight Sun ist ein schön inszeniertes Drama, das mit der behandelten Krankheit ernsthaft umgeht und trotzdem eine schöne Liebesgeschichte erzählt. Der Soundtrack wird durch Gesangseinlagen von der Hauptdarstellerin Bella Thorne aufgepeppt. Die Taschentücher sollten nicht vergessen werden, denn im Kino bleibt kaum ein Auge trocken.

Platz 25: Paddington 2

Paddington 2 ist ein süßer und liebevoller Familienfilm, der noch mehr als der erste Teil überzeugen kann. Obwohl er manchmal ein bisschen übertreibt, bringt er alle Emotionen gut rüber.

Platz 24: Wunder

Wunder ist ein sehr emotionaler Film, aber auf die subtile Art und nicht auf die Holzhammermethode. Die Handlung kann durch verschiedene Erzählebenen überzeugen, die die Sichtweisen verschiedener Charaktere widerspiegelt.

Jahresrückblick – #6 – Kinofilme – die Enttäuschungen

Und schon kommen wir zur letzten Kategorie meines Jahresrückblickes. Die Kinofilme. Diese habe ich noch einmal in drei Kategorien unterteilt, wobei jede einen eigenen Artikel kriegt. Die Enttäuschungen machen den Anfang (0-4 Punkte), dann kommt das solide Mittelfeld (5-7 Punkte), bis wir zu den Highlights des Jahres kommen (8-10 Punkte). Insgesamt sind 61 Plätze zu vergeben.

Platz 61: Death Wish

Death Wish weiß nicht so wirklich, was er eigentlich sein will und ist egal in welcher Kategorie einfach nur schlecht umgesetzt. Er hat zeitgleich von allem zu wenig und von allem zu viel. Darsteller bleiben hinter ihrem Können, die Handlung ist vorhersehbar und konsequent langweilig.

Platz 60: Predator – Upgrade

Ich habe nichts gegen gut gemachte Action und dann darf die Handlung auch gerne kürzer kommen, aber bei Predator – Upgrade passt einfach nichts zusammen. Herausgekommen ist ein Machofilm mit viel Geballer, das man auch schonmal spannender gesehen hat.

Platz 59: Der Sex-Pakt

Der Sex-Pakt hat irgendwo gute dramatische Ansätze versteckt, die alleinstehend gut funktioniert hätten. Leider wurde der Film zu einer schlechten Komödie verhunzt und das eigentlich relativ hohe Niveau wurde immer wieder mit schlechten Witzen runtergezogen, so dass als Endprodukt leider ein schlechter Film entstand.

Platz 58: Meg

Meg hat leider von allem zu wenig. Zu wenig Handlung, zu wenig interessante Charaktere, zu wenig Spannung. Denn dadurch, dass dem Zuschauer die Bindung zu den Charakteren fehlt, ist es letztendlich egal, wer alles vom Meg gefressen wird. Mit der Ausgangsprämisse hätte man durchaus mehr anfangen können. Aber dafür hätte man sich zunächst auch einfach einigen müssen, wie groß der Meg denn nun sein soll.

Platz 57: Safari – Match me if you can

Safari – Match me if you can ist ein lieblos zusammengestückelter Film, der lieber Klischees aufleben lässt, als sich um innovate Handlung und individuelle Charaktere zu kümmern. Gleichfalls schafft er es weder einen ernsten kritischen Film über das heutige Datingverhalten zu inszenieren, noch alles mit einer gewissen Dosis Humor zu verzieren. Zurück bleibt ein Film, bei dem man nicht weiß, was er einem eigentlich sagen wollte.

Platz 56: Downsizing

Guter Ansatz, starkes erste Drittel, sehr großer Absturz danach. Downsizing ist so im Resümee leider eine Enttäuschung.

Platz 55: Der seidene Faden

Der seidene Faden kann in seiner Gesamtheit leider nicht überzeugen und ist ein eher ungewöhnlicher Oscarkandidat. Lediglich Daniel Day-Lewis sticht mit einer herausragenden letzten Performance hervor.

Platz 54: Pitch Perfect 3

Der dritte Teil der Pitch Perfect Reihe hält nicht, was er verspricht und kommt mit einer schlechten Handlung daher. Lediglich das große Finale und allgemein der musikalische Aspekt geben dem Film ein paar Lichtblicke. Das Franchise dürfte sich damit selbst beerdigt haben – wobei das andere Franchises bisher auch nicht von weiteren Fortsetzungen abgehalten hat.

Platz 53: The first Purge

Nette Idee, gutes Handwerk, aber die Idee konnte einfach nicht vernünftig umgesetzt werden. So schafft es The first Purge nicht spannungstechnisch mit den Vorgängern mitzuhalten und erzählt auch nichts wirklich neues.

Platz 52: Skyscraper

Skyscraper hat eine schöne Grundprämisse und könnte Mission Impossible mit High-Rise kombinieren. Leider bleibt am Ende nur die schöne Optik des Gebäudes und eine Vielzahl an abgedrehten Actionsequenzen. Den Zuschauer lässt der Film dadurch leider kalt.

Platz 51: Rampage – Big meets bigger

Wenn man sich einen Film wie Rampage ansieht, dann weiß man an sich, dass man keine große Erwartungen haben sollte, sondern sich nur auf ein bisschen sinnlose „Monsterkloppe“ einstellen sollte. Leider zögert Rampage diese viel zu lange heraus und setzt sie dann nicht einmal wirklich gut um, so dass ein Film entsteht, der es schafft nicht vorhandene Erwartungen nicht zu erfüllen. Das haben wir von The Rock schon einmal besser gesehen.

Platz 50: Tomb Raider

Tomb Raider hätte mit einigen starken Elementen gut funktionieren können, krankt aber an seiner misslungenen Handlung, die gerade zum Ende hin, vieles zerstört. Zurück bleiben enttäuschte Fans und selbst neutrale Filmliebhaber kommen hier nicht auf ihre Kosten. So ist Tomb Raider nur eine weitere nicht gelungene Spieladaption.

Platz 49: Christopher Robin

Es hätte ein Wiedersehen mit meinen Kindheitsfreunden sein können, ist aber nichts halbes und nichts ganzes und trotz guter Aussage stört das Gesamtkonzept an allen Ecken.

Was waren eure Enttäuschungen im vergangenen Filmjahr?

 

Der Grinch

Ein Vorwort

Illumination hatte es nach ihrem Erfolg mit Ich – einfach Unverbesserlich nicht leicht. Es mussten zwei Fortsetzungen, sowie ein Spin-off zu den Minions herhalten, um sich überhaupt am Markt zu etablieren. Weitere Eigenproduktionen wie Sing liefen noch relativ gut, während Pets überhaupt nicht überzeugen konnte – und dennoch eine Fortsetzung erhält. Nun versucht sich Illumination an ein einem Remake vom Grinch mit Jim Carrey. Zumindest der Trailer sah schon einmal witzig aus. Was der Film nun wirklich kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Der Grinch (Otto Waalkes) lebt außerhalb von Whoville. Während die ganze Stadt im Weihnachtsfieber ist, hasst der Grinch Weihnachten. Nach Ankündigung der Whos, dass Weihnachten dieses Jahr dreimal so groß werden soll, beschließt der Grinch ihnen das Weihnachtsfest zu ruinieren.

Meine Meinung

Der Grinch, ursprünglich basierend auf dem Kinderbuch von Theodor Seuss Geisel, ist aus der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken. Jedes Jahr wieder erscheint Jim Carrey als grünes Wesen im Fernsehprogramm. In Zeiten voller Remakes und Reboots war es auch nur eine Frage der Zeit, bis dieser Stoff wieder aufgegriffen wurde. Das sich Illumination ran wagte, war dann doch überraschender. Da ich weder das Buch noch den ersten Film kenne, kann ich wenig zu den Parallelen sagen, oder inwiefern die Geschichte sich weiterentwickelt hat.
Illuminations Grinch ist auf jeden Fall der Griesgram, als der der Grinch immer beschrieben wird. Er hasst Weihnachten und nach und nach erfährt man auch die Hintergründe. Diese sind zwar etwas einfach und offensichtlich gehalten, aber stimmen doch leicht traurig. Während des Films macht er verschiedenen Stadien durch. Diese werden unterschiedlich ausführlich erzählt und die eine oder andere Wendung wird auch wieder aus sehr einfachen Gründen heraus herbeigeführt, aber letztendlich ist die Zielgruppe wirklich die jüngeren Kinder.
Und genau diese werden vor allem mit dem sehr gelungenen Humor angesprochen. Denn während die Erwachsenen noch über den ein oder anderen niveauvollen Witz lachen, den man erst als Erwachsener versteht, haben die Kinder vor allem durch einige Slapstickeinheiten Spaß. So ist der Spaß für alle Generationen garantiert.
Ein weiterer Garantiefaktor ist Otto als Synchronstimme des Grinches. Denn während man sich bei vielen Animationsproduktionen vor Laien (Sänger, YouTuber…) kaum noch retten kann, schafft Otto es immer genau die richtige Stimmung mit der Stimme einzufangen und erhöht so den Spaßfaktor noch einmal deutlich.
Aber der Grinch hat natürlich mehr zu bieten, als nur den einen Handlungsstrang. So begleiten wir als Zuschauer auch noch die kleine Cindy-Lou Who, ein Whomädchen, dessen alleinerziehende Mutter deutlich überfordert ist. Also versucht sie den Weihnachtsmann zu treffen, um ihm ihren sehnlichsten Wunsch mitzuteilen. Durch diesen Nebenstrang der Handlung bekommt der Grinch noch einmal eine neue Nuance.

Das Fazit

Der Grinch ist ein großer Spaß für die ganze Familie. Die sehr einfache Handlung mit den offensichtlichen Wendungen wird mit einer guten Menge an Humor gekonnt überspielt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Der Grinch läuft seit dem 29.11.2018 in den deutschen Kinos.

Tabaluga

Ein Vorwort

Tabaluga, der kleine grüne Drache, dürfte vielen spätestens seit der gleichnamigen Kinderserie ein Begriff sein. Geschaffen unter anderem von Peter Maffay und Rolf Zuckowski, diente er zunächst lediglich als Figur eines Rockmärchens. Doch Tabaluga ist inzwischen längst darüber hinausgewachsen und kann nun auch einen eigenen Kinofilm vorweisen. Was dieser kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Tabaluga (Wincent Weiss) wächst in Grünland auf, großgezogen vom Raben Kolk (Rufus Beck). Doch als letzter Drache kann er weder fliegen noch Feuer speien. Zusammen mit seinem besten Freund, dem Glückskäfer Bully (Michael Herbig), reist er nach Eisland, um dort sein Feuer zu finden. Dort trifft er auf Lilly (Yvonne Catterfeld) und den Eisbär Limbo (Rick Kavanian), die ihn zu Arktos (Heinz Hoenig) führen. Doch dieser führt Böse im Schilde.

Meine Meinung

Deutsche Filme haben es ja immer wieder schwer sich gegen die Konkurrenz aus Hollywood durchzusetzen. Und manchmal versuchen sie es leider auch nicht einmal. So ist Tabaluga leider nicht der süße Kinderfilm mit dem kleinen grünen Drachen, die er hätte werden können. Denn wirklich Mühe hat sich bei diesem Film niemand gegeben.
Fangen wir damit an, dass er auf billigstem Niveau animiert wurde. Hier reicht die Qualität nicht über eine stinknormale Fernsehproduktion hinaus. Dafür hätte ich zu Hause lediglich den Fernseher anmachen müssen und mir irgendeine Kika-Sendung ansehen können. Im Kino erwarte ich schon ein bisschen mehr Liebe zum Detail und zumindest den Ansatz von Emotionen in Gesichtsausdrücken.
Weiter geht es mit den beiden Hauptsynchronsprecher. Wer auch immer auf die Idee kam Wincent Weiss und Yvonne Catterfeld Tabaluga und Lilly sprechen zu lassen, hätte vielleicht nur mal einen Blick auf die Synchronsprecherkartei werfen sollen. Denn da sind ausgebildete Sprecher zu finden, die selbst ohne sich großartig anzustrengen bessere Ergebnisse erzielt hätten. Denn beide haben so wenig Emotionen in der Stimme, dass ihre Dialoge leider sehr einschläfernd wirken und man mit keinen von beiden Charakteren noch mitfiebern kann. Herbig, Kavanian und Beck hingegen merkt man an, dass es sich um Schauspieler handelt und sie daher ihre Rollen souverän meistern.
Kommen wir zum größten Manko: die Handlung. Denn Tabaluga ist nicht nur billig animiert, auch die Handlung strotzt vor Einfalllosigkeit. Basieren dürfte sie wohl größtenteils auf dem Musical Tabaluga und Lilly. Während sich Regisseur Sven Unterwaldt am Anfang noch an einer Disneywürdigen Szene versucht – Spoiler! Die Eltern sterben – und diese schon so emotionslos umsetzt, dass es einen einfach kalt lässt, während man bei so manchen Disneyszenen Rotz und Wasser geheult hat – na, wer kommt bis heute nicht über Mufasas Tod hinweg? – zieht sich dies symptomatisch durch den restlichen Film. Jeder Konflikt der aufgegriffen wird, wird mit wenigen Sätzen abgehandelt. So entstehen keine Emotionen und keine Spannung und erst Recht keine Bindung an den Film. Schon am Ende hat man den Anfang bereits wieder verdrängt.
Bleibt nur noch zu sagen, dass Tabaluga leider nicht einmal witzig ist. Die versuchten Witze sind leider so platt und emotionslos rübergebracht, dass selbst die Zielgruppe – Kinder – nicht lachen konnten. Zwischendurch wurde immer mal wieder ein Lied angestimmt, was dann wohl auch Weiss und Catterfeld rechtfertigen sollte, leider wurden auch diese einfach nur unpassend eingesetzt.

Das Fazit

Tabaluga hätte ein süßer Kinderfilm werden können. Aber dafür hätte man sich Mühe geben müssen. So wirkt der komplette Film leider schnell hingeschludert und mit möglichst wenig Aufwand lieblos gestaltet. Es scheint so, als ob jemand dringend aus dem Namen Profit schlagen wollte, ohne dafür wirklich einen Finger krumm zu machen. Leider wieder ein Hinweis darauf, dass gerade im Bereich Animationsfilm Deutschland weit hinter dem großen Vorbild Hollywood hinterher hängt. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Tabaluga läuft seit dem 06.12.2018 in den deutschen Kinos.

 

Rückblick auf den November

Nachdem ich mich in letzter Zeit viel mit meinen Jahresrückblicken beschäftigt habe – und noch immer zwei Rückblicke fehlen – sollen natürlich meine regulären Formate nicht darunter leiden. Daher folgt hier nun der Rückblick auf den November. Im November war ich zudem Ausrichter des monatlichen Filmrätsels bei Ma-Gos Filmrätsel, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Sneak Preview

Nur ein kleiner Gefallen: Die ungleichen Mütter Emily und Stephanie freunden sich an, bis Emily verschwindet. Stephanie versucht nun sie zu finden und muss gleichzeitig feststellen, dass sie ihre Freundin kaum kannte. Ein interessant inszenierter Film, der drei verschiedene Genres geschickt kombiniert.

Charles Dickens – der Mann, der Weihnachten erfand: Charles Dickens hatte mit seiner Weihnachtsgeschichte einen Megaerfolg. Doch wie kam es zu der Geschichte? Hier werden die Hintergründe beleuchtet. Eine gute Idee, die leider etwas halbherzig umgesetzt wurde.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Bohemian Rhapsody: Queen ist mit ihrer Musik unvergessen.  Der Film begleitet die Band von Gründung bis zum Live-aid Konzert. Hier stechen vor allem die sehr guten schauspielerischen Leistungen hervor, allen voran Rami Malek als Freddy Mercury. Gepaart mit den Welthits ist Bohemian Rhapsody ein Film, der unter die Haut geht.

Der Nussknacker und die vier Reiche: Eine Neuinterpretation bzw. Weiterentwickelung des klassischen Ballets. Clara folgt einer Spur in ein geheimnisvolles Reich voller Abenteuer. Hier sticht vor allem die herrliche Optik hervor, auch wenn der Film handlungstechnisch ein paar Schwachstellen aufweist.

Aufbruch zum Mond: Im Wettlauf mit der Zeit und den Russen betreiben die USA ein strenges Raumfahrtprogramm, an dem sich auch ein gewisser Neil Armstrong beteiligt. Ein gut erzählter Film mit kleinen Schwachstellen. Das größte Manko dürfte die wacklige Kameraführung sein, die bei mir Übelkeit hervorrief.

Phantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen: Gellert Grindelwald hat es geschafft aus dem Gefängnis zu entkommen. Nun schart er seine Anhänger um sich, um die Macht an sich zu reißen. Dumbledore bittet Newt Scamander um Hilfe. Ein zweiter Teil von fünf geplanten, der, obwohl er nur die Weichen für das Kommende stellen soll, sehr stark geworden ist. Vor allem Johnny Depp als Grindelwald hat zu alter Größe zurückgefunden.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Mord im Orient-Express: Nachdem mich die Verfilmung von Agatha Christies Klassiker im Kino enttäuschte, da mich der Trailer so sehr angeheizt hat, dass ich vorab bereits von meinem Highlight des vergangen Jahres ausging, gefiel er mir nun mit normalen Erwartungen doch erstaunlich gut.

Set it up: Das Netflix Original begleitet zwei persönliche Assistenten, die unter ihren Chefs leiden. Beide treffen aufeinander und beschließen ihre Chefs zu verkuppeln. Herausgekommen ist eine süße Dramedy, die mit guten Ideen und einem interessanten Cast trumpft.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Im November habe ich alle Filme, die ich sehen wollte, gesehen. Folgende haben es ganz knapp nicht auf die Liste geschafft:

Operation Overlord, Juliet Naked

Serien – ein kurzer Überblick

Während ich im Oktober relativ viele Serien gesehen habe, beschränkt es sich im November auf zwei. Ich habe es endlich geschafft die achte Staffel von Supernatural zu schauen. Eigentlich gefällt mir die Serie seit der fünften nicht mehr richtig, ich möchte aber doch immer wieder wissen, wie es mit den Winchesters weitergeht. Zudem habe ich die zweite Staffel von Adventure Time gesehen.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 3
Seiten gesamt: 1419
Seiten pro Tag: 47 im Durchschnitt
Gebunden Bücher: 3

Der große Gatsby:  Das Buch dürfte vor allem durch die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio bekannt sein. Die Handlung deckt sich und auch die Erzählweise. Doch die Partys konnten im Film natürlich viel schillernder dargestellt werden, da das Buch doch recht nüchtern erzählt wurde. Dafür gibt es im Buch natürlich mehr Hintergrundinformationen.

Die Tochter des Uhrmachers: Kate Morton ist zurück mit ihren neusten Werk. Diesmal geht es um das Anwesen Birchwood Manor, das ein Geheimnis umgibt und die verschiedensten Personen über die Generationen beherbergt. Morton hat ihren Stil zwar leicht verändert, dennoch erzählt sie eine ausgewogene Geschichte und schafft es wieder den Leser komplett in den Bann zu ziehen.

Die Suche: Charlotte Link versucht sich wieder an einem Kriminalroman und lässt die Charaktere aus „Die Betrogene“ noch ein zweites Mal in Aktion treten. Frau Link versucht sich hier an ihrer gewohnt ausschweifenden Erzählweise, die dem Krimi leider eher schaden, da sich viele Passagen einfach wiederholen. Damit leider eines ihrer schwächsten Bücher.

 

Neulich in der Sneak: Unknown User – Dark Web

Ein Vorwort

2015 erschien mit Unknown User der erste Horrorfilm, der als Desktopfilm funktionierte. Das heißt, dass der komplette Film nur mit der Ansicht über einen Desktop gefilmt wurde und die Charaktere alle via Videochat interagieren. Diese Form kam gut an und wurde erst kürzlich in Searching auf das Thrillergenre übertragen. Nun folgt der zweite Teil des Horrorvorbilds, da ein erfolgreicher Horrorfilm eigentlich immer einen zweiten nach sich zieht. Kann Dark Web nun auf der Erfolgswelle mitreiten oder schwächt er sich wie viele zweite Teile ab?

Die Handlung

Matias hat in einem Internetcafé einen Laptop aus den Fundsachen mitgehen lassen. Mit Hilfe des leistungsstarken Laptops möchte er ein Programm für seine gehörlose Freundin Amaya programmieren. Zunächst trifft er sich jedoch mit seinen Freunden Damon, AJ, Lexx, Nari und Serena zu einem Spieleabend via Videochat. Dabei stürzt der Laptop immer wieder ab, was mit einer gewaltigen Menge an gespeicherten Videos zu tun hat. Mit geteiltem Bildschirm untersuchen die Freunde die Videos und finden darauf verstörende Aufnahmen über entführte Frauen. Die Suche nach dem Geheimnis und einem Ausweg führt sie tief ins Dark Web.

Meine Meinung

Desktopfilme sind sehr eingeschränkt in ihren Möglichkeiten. Denn alles, was erzählt werden soll, muss irgendwie auf dem Bildschirm zu sehen sein. Genau diese Schwierigkeit hatte der erste Teil gut gemeistert und eine interessante Handlung darüber gesetzt. In einer Sache hat sich der zweite Teil nun schon positiv hervorgetan. Er hat es geschafft, dass alle Charaktere eine gute Internetverbindung und gute PCs haben, denn es gab kaum verschwommene oder verwackelte Aufnahmen bei den Videochats, was im ersten Teil noch massiv gestört hat.
Die Kunst war es hier auch noch einmal eine gänzlich neue Handlung zu schaffen. Denn Unknown User – Dark Web basiert nur vom Vorgehen her auf dem ersten Teil. Alle Charaktere sind komplett neu und auch das „Geheimnis“ ist diesmal neu und noch einmal wesentlich härter. Dabei wurde diesmal auch jeglicher übersinnlicher Ansatz – im ersten Teil agierte noch eine zuvor verstorbene online – wegradiert und am Ende eine durchdachte und (leider) mögliche Lösung präsentiert. Dadurch wirkt er aber noch eher wie ein Thriller und weniger wie ein Horrorfilm, woran schon der erste Teil etwas krankte.
Und während Dark Web in seiner Grundstruktur wieder voll mit guten Ansätzen ist, schafft er es nicht über seine Lauflänge von 89 Minuten zu überzeugen. Die meisten Charaktere bleiben blass zurück oder werden auf nur ein bis zwei Wesenszüge beschränkt. Während einige Szenen mit einer scheinbar nicht enden wollenden Fantasie gestaltet wurden und begeistern können, sind andere so lieblos gestaltet, dass man meinen könnte, dass die Macher hätten zu wenig Ideen für einen vollständigen Film gehabt und haben daher versucht den Film künstlich zu strecken.
Kurzum Dark Web hat nur wenig von den Kritiken über den ersten Teil gelernt und versucht das gleiche Prinzip erneut umzusetzen, aber diesmal ist nicht mehr der Innovationseffekt spürbar.

Das Fazit

Unknown User – Dark Web vollführt einen Drahtseilakt zwischen guten und misslungen Szenen und schafft es nicht die Spannung und das Tempo zu halten. Mit platten Charakteren krankt er an ähnlichen Stellen, wie schon der erste Teil. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Unknown User – Dark Web läuft seit dem 06.12.2018 in den deutschen Kinos.

Jahresrückblick 2018 – #2 – Neulich in der Sneak

Anfang des Jahres dachte ich ja nicht, dass ich die Worte Neulich in der Sneak über einen Beitrag schreiben könnte. Denn nach meinem Umzug in den Osten der Republik musste ich mich auch von den wöchentlichen Sneaks mit einer eingeschweißten Gruppe verabschieden. Doch seit Juli heißt es aufatmen! Zumindest im zwei Wochen Rhythmus strahlt mein Kino nun Previews aus. Und so kann ich euch nun 9 Filme im Ranking präsentieren, die ich sah, ohne vorher zu wissen, dass sie laufen würden.

Platz 9 – Super Troopers 2 – 1 Punkt

Super Troopers 2 ist ein Film, der keiner wollte, keiner brauchte und den auch niemand sehen muss. Abgesehen von einer gut trashigen lustigen Anfangsszene hat der Film absolut nichts zu bieten.

Platz 8 – Bad Spies – 4 Punkte

Bad Spies ist Popcornkino von der ganz einfachen Art und dabei leider auch nicht wirklich einfallsreich. Mitunter gibt es ein paar geistreiche Witze, die dann auch wirklich Spaß machen. Alles in allem aber eher ein schwächerer Film.

Platz 7 – I can only imagine – 5 Punkte

I can only imagine erzählt die Geschichte eines echt schönen Songs. Leider erzählt er sie mehr auf reißerische Art und nicht mit genügend Subtilität. Dennoch vermag er durchaus wunde Stellen zu treffen, auch wenn er sehr viel falsch macht.

Platz 6 – Charles Dickens, der Mann, der Weihnachten erfand – 6 Punkte

Charles Dickens, der Mann der Weihnachten erfand hat eine interessante Idee, die leider etwas halbherzig umgesetzt wurde, um wirklich Weihnachtsgefühle zu erzeugen. Einmal sehen reicht leider aus.

Platz 5 – Mile 22 – 6 Punkte

Mile 22 punktet durch gute handwerkliche Arbeit und einem hohen Spannungsgrad. Negativ fällt dagegen die Emotionslosigkeit und Distanz zum Publikum ins Gewicht. Am Ende kann Mile 22 jedoch wieder punkten

Platz 4 – Nur ein kleiner Gefallen – 7 Punkte

Nur ein kleiner Gefallen ist ein Film aus drei Genres, die nacheinander abgespielt werden und doch wunderbar zusammenpassen. Die Geschichte ist spannend erzählt und hat immer wieder interessante Wendungen.

Platz 3 – 25 km/h – 7 Punkte

25 km/h vereint Roadmovie mit Feel good und einer gesunden Portion Drama. Dabei weiß Regisseur Goller, wann er nachbohren muss und wann er ein Thema ruhen lassen muss. Dabei ist der Film ruhig erzählt und doch unglaublich mitreißend.

Platz 2 – Schneeflöckchen – 7 Punkte

Schneeflöckchen ist ein sehr ungewöhnlicher Film, der aber in einer Zeit, in der man gefühlt immer wieder dasselbe vorgesetzt bekommt, positiv überraschen kann und durch seine Andersartigkeit einfach punkten kann und sich zu einem deutschen Geheimtipp mausert.

Platz 1 – Der Vorname – 8 Punkte

Mit einer sehr starken ersten Hälfte weiß Der Vorname zu überzeugen. Wortmann erschafft hier ein gelungenes Kammerspiel mit starken Darstellern und interessanten Charakteren. Die zweite Hälfte schwächelt neben der starken ersten ein wenig, macht aber immer noch eine gute Figur.