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Über Shalima Moon

Mit Jahrgang 1993 hab ich es inzwischen auf süße 32 Jahre geschafft. Ursprünglich aus Braunschweig kommend, lebe ich inzwischen im schönen Brandenburg. Hauptberuflich bin ich Buchhalterin freizeitlich gehe ich leidenschaftlich gerne ins Kino oder backe meinem Freundeskreis ein wenig Hüftgold. Auf die Idee für den Blog kam ich, da ich wie gesagt leidenschaftlich gerne ins Kino gehe und regelmäßig von meinem Freundeskreis nach Filmempfehlungen gefragt werde. Anstatt ständig das gleiche zu erzählen, schreib ich es nun einmal auf und jeder kann es nachlesen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich keine professionelle Kritikerin bin. Darum geht es bei diesem Blog auch gar nicht. Hier schreibe ich einfach nur meine Gedanken auf und gebe ein kurzes Feedback und hoffe damit Leuten bei der Filmwahl zu helfen.

Guardians of the Galaxy – Vol. 3

Ein Vorwort

James Gunn ist zwar inzwischen Chef beim direkten Konkurrentem, dem DCEU, und strukturiert dort einiges um. Doch nach seiner fristlosen Kündigung bei Disney wegen alter Tweets, ist er doch noch einmal zu Disney zurückgekehrt, um seine Guardians Reihe zu beenden. Dadurch wurde der dritte Teil auch in Phase 5 verschoben. Ob er an frühere Erfolge anknüpfen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Guardians of the Galaxy Vol. 1 & 2, Avengers – Infinity War, Avengers – Endgame

In Guardianns of the Galaxy Vol 1 treffen wir auf Peter Quill, der vor 26 Jahren nach dem Tod seiner Mutter von einer Gruppe außerirdischer Weltraumplünderer, Ravager genannt, entführt wurde und inzwischen ebenfalls ein Ravager ist. Er bekommt von seinem Anführer Yondu den Auftrag den Orb aus einer Ruinenstadt zu bergen, beschließt jedoch ihn einfach zu verkaufen. Doch Ronan, der Zerstörer, sucht ebenfalls nach dem Orb, da er diesen Thanos versprochen hat, damit dieser den Planeten Xandar zerstört, gegen den Ronan Hass hegt. Da Thanos sicher gehen will, dass sich Ronan an die Abmachung hält, hat er ihm seine beiden Adoptivtöchter Gamora und Nebula, beide Meuchelmörderinnen, an die Seite gestellt. Als Ronan nun herausfindet, dass Quill den Orb hat, zieht Gamora los, um ihn zu stellen. Doch zeitgleich tauchen die beiden Kopfgeldjäger Rocket, ein sprechender Waschbär, und Groot, ein Baum, auf, um ebenfalls an den Orb zu kommen. Letztendlich landen alle vier im Gefängnis und tun sich dort zusammen, um zu fliehen und den Orb an den Collector zu verkaufen. Dabei treffen sie auf Drax, der sich ihnen kurzerhand anschließt. Der Collector jedoch erkennt, dass der Orb nur die Hülle für einen der Infinity-Steine ist. Drax hat im trunkenen Zustand inzwischen Ronan kontaktiert, da er mit ihm noch eine Rechnung offen hat. Ronan ist ihnen jedoch überlegen, kommt an den Orb und will nun auch ohne Thanos Hilfe Xandar zerstören. Quill, Gamora, Drax, Rocket und Groot wollen genau das nun verhindern und bieten den Xandanern ihre Hilfe an. In einer letzten großen Schlacht kann Ronan besiegt werden, wobei aber Groot in viele Einzelteile gesprengt wird. Der Orb wird nun bei den Xandaners sicher aufbewahrt und die „Guardians of the Galaxy“ ziehen weiter für ihr nächstes großes Abenteuer. Zuvor jedoch entdeckt Rocket, dass in einem der Einzelteile ein kleiner Groot nachwächst.
Nach ihrem erfolgreichen Sieg über Ronan im ersten Teil, haben sich die Guardians einen gewissen Ruf erworben und werden seitdem gerne beauftragt, um Dinge zu schützen. So bitten die Sovereigns sie ihre heiligen Energiequellen vor einem energiefressenden Monster zu schützen. Ihren Auftrag führen sie auch mit Bravour aus und erhalten dafür Gamoras Schwester Nebula, doch Rocket stiehlt selbst einige der Energiezellen. Nun wieder auf der Flucht, kommt ihnen ein Mann zur Hilfe, der sich später als Peters Vater herausstellt. Mit dabei hat er die Empathin Mantis. Um Peter zu beweisen, dass er sein Vater ist, nimmt er Peter, Gamora und Drax mit auf seinen Planeten. Rocket und Baby Groot sollen das Schiff reparieren und auf Nebula aufpassen. Die Zurückgebliebenen werden aber von Yondu aufgespürt, der den Auftrag von den Sovereigns angenommen hat, und gefangen genommen. Da Yondu sie aber nicht ausliefern will, meutert die Hälfte seiner Crew gegen ihn und mit Nebulas Hilfe kann Yondu gefangen genommen werden. Nebula will Rache an Gamora nehmen und folgt ihr zu Egos – Peters Vater – Planeten. Yondu, Rocket und Baby Groot schaffen es schließlich auch zu entkommen und die Meuterer zu besiegen. Peter, Gamora und Drax haben inzwischen herausgefunden, dass Ego keine guten Absichten verfolgt, sondern die Kontrolle über das ganze Universum an sich reißen will. Nebula hat inzwischen gegen Gamora gekämpft und eingesehen, dass sie ihre Schwester braucht und steht nun auf der Seite der Guardians. Auch Mantis konnte sich von Drax überzeugen lassen ihnen zu helfen. Als Yondu mit Rocket und Baby Groot eintrifft, beginnt die große Schlacht gegen den überlegenden Ego. Am Ende opfert sich Yondu, um Peter zu retten, der erst jetzt erkennt, dass Yondu immer die Vaterfigur für ihn war.
(Der Anfang von Infinity War ist gekürzt, ab der Stelle, die relevant ist für den Guardians Film). Die Guardians of the Galaxy lesen unterwegs den umherfliegenden Thor auf, der den Angriff überlebt hat. Als Gamora von Thanos Angriff erfährt, weiß sie direkt, was er vorhat. Während Thor mit Rocket und Groot nach Nidavellir reist, reisen die übrigen Guardians nach Knowhere, um den beim Collector versteckten Stein vor Thanos zu holen. Doch sie kommen zu spät und Thanos nimmt Gamora mit. Die anderen reisen ebenfalls nach Titan, weil sie Thanos dort vermuten. Thanos und Gamora reisen nach Vormir, wo sich der Seelenstein befindet. Dafür muss er etwas opfern, was er liebt. Gamora feixt, weil Thanos niemanden liebt. Thanos opfert jedoch sie.
Thor, Rocket und Groot kommen auf Nidavellir an, wo sie zusammen mit Eitri eine Waffe schmieden, die Thanos aufhalten kann. Dabei müssen sie ein paar Hindernisse aus dem Weg räumen. Auf Titan treffen Strange, Iron Man und Spider-Man auf die übrigen Guardians. Gemeinsam greifen sie Thanos an, der nach Vormir ebenfalls nach Titan reist. Strange übergibt ihm schließlich den Zeitstein, um Iron Mans Leben zu retten. Währenddessen kommt es auf der Erde zum finalen Kampf in Wakanda, während Shuri, die Schwester des Black Panther, versucht den Gedankenstein aus Vision zu befreien, ohne ihn zu töten. Als Thanos nach seinem Sieg auf Titan auf die Erde reist, tötet er Vision und hat nun alle Infinity Steine zusammen. Thor stößt dazu und kann mit seiner neuen Axt einen Treffer landen. Allerdings schafft es Thanos noch mit dem Handschuh und den vereinten Steinen zu schnipsen, woraufhin sich die halbe Bevölkerung des Universums in Luft auflöst. Darunter auch die Hälfte der Avengers. Thanos zieht sich nach dem Kampf auf Titan zurück, da er seine Lebensaufgabe beendet hat.
In Avengers – Endgame sind Rocket und Nebula die einzigen der Guardians, die Thanos überlebt haben. Sie haben sich den Avengers angeschlossen und nachdem Iron Man und Ant Man die Möglichkeit der Zeitreise gefunden haben, schließen sie sich den Teams an. Rocket  reist mit Thor nach Asgard im Jahr 2013, wo er den Äther aus Jane Foster extrahiert. Rhodey und Nebula reisen nach Morag ebenfalls im Jahr 2014, um den Orb vor Star-Lord zu holen. Dabei gerät Nebulas Gedankenspeicher jedoch durcheinander, da ihr damaliges Ich ebenfalls auf der Suche nach dem Orb ist. Dadurch erfährt der Thanos von 2014 von ihrem Plan und das er schon einmal erfolgreich war. Es gelingt ihm Nebula auszuknocken und gegen die 2014er Nebula auszutauschen, so dass diese ihm die Reise ins Jahr 2024 zu ermöglichen. Gamora, die damals noch bei Thanos war, erfährt, dass Nebula und sie Freundinnen werden, weswegen sie ihr hilft. Die Avengers kehren mit allen Steinen zurück und Bruce schnipsst mit den vereinten Steinen, um die Auslöschung des halben Universums rückgängig zu machen. Während Clint mit seiner zurückgekehrten Frau telefoniert und sie dadurch erfahren, dass es funktioniert hat, greift Thanos an und zerstört das Hauptquartier komplett. Es kommt zum Endgame, dem letzten Kampf. Die Guardians überleben den Kampf. Am Ende schließt sich die Vergangenheits Gamora ihnen nicht an.

Die Handlung

Während Star-Lord (Chris Pratt) noch damit beschäftigt ist, Gamora (Zoe Saldana) hinterher zu trauern, haben die übrigen Guardians alle Hände voll damit zu tun Nowhere weiter aufzubauen. Dabei taucht Adam (Will Poulter) auf, der es auf Rocket (Bradley Cooper) abgesehen hat. Dieser wird dabei schwer verletzt. Die Guardians brechen auf, um ein Heilmittel zu finden und stoßen dabei weit in Rockets verborgener Vergangenheit vor.

Meine Meinung

In ihren zwei Solofilmen haben die Guardians bereits viel erlebt. Nun kam Vol. 2 aber auch bereits 2017 in die deutschen Kinos. 2018 und 2019 hatten sie Auftritte in Infinity War und Endgame, die starke Einschnitte in ihre Dynamik hatten. So verloren sie mit Gamora eine wichtige Bezugsperson und die „Vergangenheits-Gamora“ ist nun erstmal in einer Findungsphase. Chris Pratts Star-Lord funktioniert auch mehr oder weniger nur noch als Stichwortgeber, ist sein Charakter doch längst ausgespielt. So hat der Film keinen guten Einstieg, da alte Muster durchbrochen sind und sich erst wieder neue bilden müssen.
Da ist es auch nicht hilfreich, dass Rocket, der zuvor für einige der witzigsten Szenen gesorgt hat, fast den ganzen Film ausgeknockt ist. So wirken die Actionszenen nach all den Jahren MCU einfach nicht mehr so richtig beeindrucken. Sie sind spannend und sehen gut aus und haben allerlei witzige Einfälle, keine Frage, aber sie erzeugen bei mir keine Emotionen mehr.
Umso mehr Emotionen hatte ich bei den Szenen, die Rockets Vergangenheit genauer durchleuchteten. Das Thema Tierversuche wird hier aus einer ganz eigenen Perspektive beleuchtet, die zum Setting passt, und gleichzeitig schockiert. Natürlich wird hier bewusst mit sehr süßen Tieren gespielt, aber der Effekt ist trotzdem da. So sehr hat mich kaum ein Marvelfilm berührt. Hier flossen ganze Sturzbäche an Tränen. So ist Vol. 3 erstaunlich ernst und doch so locker wie die früheren Filme. Die ernsten Szenen werden schnell wieder durch eine witzige oder actionlastige Szene aufgelockert, so dass man trotzdem beschwingt aus dem Kino geht.
Das Ende ist dann auch ein logisches Ende zum einen für die Figuren, als auch für den endgültigen Abschied von James Gunn aus dem MCU. So ist die Guardians Reihe mit ihren drei Filmen vollständig erzählt und es gibt trotzdem noch die Möglichkeit sie zusammen oder einzeln in anderen Filmen auftauchen zu lassen.
Alles in allem habe ich auch hier wieder gemerkt, dass bei mir und dem MCU eine ziemliche Müdigkeit eingetreten ist. Wäre der Film ein paar Jahre eher erschienen, hätte er mich vielleicht noch stärker überzeugen können, aber so habe ich es gerade bei den Actionszenen gemerkt, dass ich nicht mehr so richtig mitgefiebert habe. Was das für mich und das MCU bedeutet, kann ich noch nicht sagen.

Das Fazit

Guardians of the Galaxy Vol. 3 kombiniert den altbekannten Spaß,mit viel Action und auch erstaunlich ernsten Tönen. Dabei holt gerade letzteres viele Emotionen aus den Zuschauenden, während bei ersterem die altbekannte Dynamik am Wackeln ist. Letztlich ist es doch ein runder Film, der aber an der allgemeinen MCU Müdigkeit krankt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Guardians of the Galaxy – Vol. 3 läuft seit dem 03.05.2023 in den deutschen Kinos

 

Eine Handvoll (oder mehr) Bücher – 02/23 – Pride Month Special

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Der Kater unterm Korallenbaum

Die Handlung: Yuki geht nach dem Tod ihres Vaters bis auf den Familienkater fast leer aus. Während ihr Bruder das Haus und ihre Schwester den Blumenladen erbten, steht sie vor einigen Problemen. Doch der Kater Sazuke kann sprechen und bietet Hilfe an. Doch Wünschen will gelernt sein. 

Warum das Buch so wichtig ist: Wir haben hier eine moderne Märchenadaption mit einer eingeflochtenen Liebesgeschichte, die halt einfach nicht hetero ist. Yuki verliebt sich in eine andere Frau. Es gibt keine große Debatte, warum. Stattdessen ist sie sich ihrer Sexualität bewusst, verschleiert diese zwar in ihrem Job, um keinen Vorurteilen ausgesetzt zu sein (und das sagt leider viel über die Gesellschaft), aber geht ansonsten offen damit um. Genau diese Repräsentation möchte ich viel öfter lesen. Sie ist nicht der Auslöser des Buches, aber die Probleme werden auch nicht verschwiegen.

Das Lied der Krähen

Die Handlung: Kaz Brekker, Kopf der Krähen-Bande in Ketterdam, bekommt das lukrative Angebot einen Shu-Wissenschaftler aus dem Eistribunal der Fjerdan zu entführen. Für diesen unmöglich wirkenden Auftrag, braucht er ein Team. Sechs Krähen brechen schließlich auf. 

Warum das Buch so wichtig ist: Eine große Gruppe aus Protagonist*innen, da ist es doch schön, dass nicht alle hetero sind. Manche offen geoutet, andere nicht und doch wird die Geschichte absolut gleichberechtigt mit den hetero Geschichten erzählt – zumal diese hier auch nicht unbedingt im Vordergrund stehen.

Mona 3 – Zwischen Himmel und Hölle

Die Handlung: Noch immer sind die Nosdroff-Brüder auf freiem Fuß und versuchen Mona und ihren Pakt zu Erzdämon Balthasar in die Finger zu kriegen. Dieser versucht alles, um seine Familie zu beschützen, stößt dabei aber immer mehr an seine Grenzen. Und dann steht noch ein ganz anderes Großereignis bevor: Mona und Balthasar wollen heiraten. Also nochmal, so mit Zeremonie und so. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Warum das Buch so wichtig ist: Hier habe ich ein bisschen überlegt, ob ich das Buch mit reinnehme, da die Hauptgeschichte doch zwischen einem weiblich und einer männlich gelesenen Charakter stattfindet. Doch Autorin I.B. Zimmermann webt hier so viele Nebengeschichten mit rein, die eine schöne Repräsentation abbilden, von einem (oder mehreren?) homosexuellem Paar und sogar einer polyamorösen Beziehung. Und das wollte ich dann doch würdigen, weil es über das „ach ich schreib mal nen queeren Nebencharakter mit rein“ ging (versteht mich nicht falsch, auch queere Nebencharaktere sind toll! Außer wenn sie nur genutzt werden, um eine Quote zu erfüllen.)

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall

Die Handlung: Colin soll den Sommer bei seiner Mutter verbringen, die die Familie verlassen hat, als er noch ein Kind war. Dort lernt er den verschlossenen Theodore kennen. Kurze Zeit später stirbt Colin unerwartet und findet sich in einer Geisterwelt wieder. Ihm bleiben drei Tage, um das verborgene Zimmer von Thornhill Hall zu finden, um ins Leben zurückzufinden.

Warum das Buch so wichtig ist: Ein Pride Month ohne eine Empfehlung zu einem Buch von Christian Handel? Dafür sind seine Bücher zu gut und sehr oft queer. Und hier haben wir einen historischen Mysteryroman mit einer queeren Liebesgeschichte, also noch einmal in einem komplett anderem Genre! Das ist es eben auch, was ich mir wünsche: Queere Repräsentation in allen Genres!

Und wir tanzen über den Brücken – Love is love 3

Die Handlung: June kehrt nach London zurück und trifft prompt auf Kian, ihrem Ex. Schnell schleichen sie die alten Gefühle bei beiden wieder ein. Doch dann ist da noch Ash, Kians bester Freund, mit dem sie sich nur fetzt, auch wenn sie das prickeln in seiner Nähe nicht ignorieren kann.

Warum das Buch so wichtig ist: Sophie Bichon hat mit ihrer Love is love Reihe eine wunderbare queere Reihe rausgehauen, die ich nicht nur geliebt habe, sondern die auch größtenteils own voice ist und sich mit allerlei Repräsentation beschäftigt. Diesmal geht es um die Polyamorie. Hier werden wunderbar Vorurteile abgebaut und das mit einer tollen Geschichte.

Flüster mir ein Liebeslied

Die Handlung: Auf einem Schulkonzert verliebt sich Himari auf den ersten Blick in die Sängerin Yori. Als Fan der ersten Stunde freut sie sich, dass sie ihrem Schwarm immer näher kommt. Und auch Yori hat sich auf den ersten Blick verliebt. 

Warum das Buch so wichtig ist: Hier habe ich zwar bisher nur den ersten Band gelesen, aber  hier gibt es bereits den Konflikt zwischen Liebe zu einem Idol (egal welchen Geschlechts) und der direkten Liebe zu einer bestimmten Person. Und wie diese falsch verstanden werden kann bzw. warum man sie aus Angst dann lieber für dich behält. Hier bin ich gespannt, wie sich die Geschichte noch weiter entwickelt, aber erstmal eine gute Repräsentation.

Soulmate

Die Handlung: Yu Qi erwacht zehn Jahre in der Vergangenheit. Sie erkennt ihre Chance ihre Freundin früher kennenzulernen und vielleicht ihre Erkrankung zu verhindern. Allerdings ist ihr zehn Jahre jüngeres Ich in ihrem Körper aufgewacht und sehr verwirrt.

Warum das Buch so wichtig ist: Mit Soulmate haben wir ein Manhua (chinesischer Manga) mit einem lesbischen Pärchen als Protagonistin. Das aus einem Land, in dem Homosexualität zwar nicht mehr strafbar ist, aber (laut Auswärtigem Amt) noch keine große Akzeptanz hat. Auch hier habe ich bisher nur den ersten Band gelesen, aber durch die ersten Reaktionen der Protagonistinnen wird klar, dass es nicht ganz einfach ist in dem Land als lesbisches Pärchen zu leben. Gepaart mit der Zeitreisegeschichte freue ich mich hier auf die nächsten Bände.

Was sind eure liebsten Bücher zum Thema Pride? Gerne her mit dem Empfehlungen!

Rückblick auf das halbe Jahr 2023

Die Periode Dezember-Mai ist vorbei und damit wird es Zeit für meinen Halbjahresrückblick. Wie jedes Jahr geht es hier eher um ein kurzes Zwischenfazit als um ausführliche Besprechungen, gespickt mit Top 10 Listen. Dann starten wir auch direkt ohne weiteres Vorgeplänkel.

I. Filme – auf großer Leinwand gesehen

16 Filme habe ich im ersten Halbjahr im Kino gesehen (-10 im Vergleich zum Vorjahr). Ein Film davon war im Anime-Special. Es war allgemein ein schwieriges Kinojahr bisher. Entweder haben die Filme mich nicht interessiert, oder sie liefen nicht bei mir im Kino oder ich hatte einfach keine Zeit für die ganzen Filme mit Überlänge (z. B. John Wick 4). – Meine Highlights ohne Ranking und nur acht Plätze, wegen geringer Auswahl.

1 Renfield
2 Super Mario Bros.
3 Dungeons & Dragons
4 Suzume
5 Operation Fortune
6 Maurice, der Kater
7 Ein Mann namens Otto
8 Shazam 2

II. Filme – auf großem Fernseher gesehen

22 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino (21 weniger als letztes Jahr). Davon 3 Wiederholungstäter, 9 Originals (aller Plattformen) und 1 Reportagen/Dokumentationen. Von meiner 23 für 2023 Liste sind 8 Filme gesehen. Meine Highlights (ohne Ranking) und wegen der geringen Auswahl auf 8 begrenzt.

1 Glass Onion
2 Guillermo del Toros Pinocchio
3 See how they run
4 Das Fenster zum Hof
5 Suga: Road to D-Day
6 Asterix erobert Rom
7 Die Braut, die sich nicht traut
8 Weihnachtsball im Wunderland

III. Serien – ein kurzer Überblick

31 verschiedene Serien mit 41 Staffeln (-14 im Vergleich zum Vorjahr) sind gesehen. Meine Highlights (ohne Ranking):

1 Wednesday – Staffel 1
2 Haikyuu – Staffel 1-4
3 Haus der Eulen – Staffel 2
4 Spy x Family – Staffel 1
5 Pinocchio – K-Drama
6 Free – Staffel 1-3
7 Business Proposal – K-Drama
8 Rennervations – Staffel 1
9 Queen Charlotte – Staffel 1
10 Queer Eye – Staffel 7 & Queer Eye Brazil – Staffel 1

IV. Bücher – das beste aus den Lesemonaten

86 Bücher sind ausgelesen (+22 Bücher im Vergleich zum letzten Jahr). Davon sind 19 von meiner 23 für 2023 Liste gelesen. Meine Highlights (ohne Ranking):

1 Fragile Heart
2 Lore Olympus Band 1-2
3 Lock Down Under
4 Die theoretische Unwahrscheinlichkeit der Liebe & Das irrationale Vorkommnis von Liebe
5 Gewitterleuchten
6 Vergiss uns. Nicht.
7 Chaoskuss 1
8 Sweeter than fame
9 XOXO
10 Spielmannsbraut

Wie sah euer erstes Halbjahr aus?
Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste?

Rückblick auf den Mai 2023

Ich melde mich wie versprochen aus der Blogpause mit dem Monatsrückblick auf den Mai zurück. Ich hatte einen wunderbaren Urlaub in Wales mit erstaunlich gutem Wetter und vielen tollen Eindrücken. So richtig zur Ruhe bin ich nicht gekommen, da wir sehr aktiv unterwegs waren, trotzdem hat mir die Pause gut getan und ich starte wieder hochmotiviert in diesen Blog. Daher nun auch ohne viele Vorworte geht es direkt in meinen medialen Rückblick.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Super Mario Bros.: Mario und Luigi haben sich als Klempner selbstständig gemacht, doch so richtig kommt das Geschäft nicht in Fahrt. Als in der Stadt eine Überschwemmung herrscht, sehen sie ihre Möglichkeit gekommen. Dabei werden sie jedoch von einer Röhre in eine andere Welt gezogen. Während Mario im Pilzkönigreich bei Prinzessin Peach landet, hat Luigi weniger Glück. Er landet bei Bowser, der kurz davor ist, das Pilzkönigreich anzugreifen. Ein Abenteuer für die beiden Brüder steht bevor. – Ein schöner kurzweiliger Film aus dem Super Mario Franchise, der es schafft die Brücke zwischen unabhängiger Geschichte für Einsteiger und Easter Eggs für die Kenner zu schlagen.

Guardians of the Galaxy 3: Während Star-Lord (Chris Pratt) noch damit beschäftigt ist, Gamora (Zoe Saldana) hinterher zu trauern, haben die übrigen Guardians alle Hände voll damit zu tun Nowhere weiter aufzubauen. Dabei taucht Adam (Will Poulter) auf, der es auf Rocket (Bradley Cooper) abgesehen hat. Dieser wird dabei schwer verletzt. Die Guardians brechen auf, um ein Heilmittel zu finden und stoßen dabei weit in Rockets verborgener Vergangenheit vor. – Erstaunlich emotionaler Film, vor allem wenn es um Rockets Vergangenheit geht. Die Dynamik der Gruppe selbst wirkt eher unstrukturiert und kann nicht an die Vorgänger anknüpfen.

Renfiel: Robert Mantague Renfield (Nicholas Hoult) sucht sich eine Selbsthilfegruppe für toxische Beziehungen. Dort fühlt er mit den anderen mit, verschließt sich aber selbst. Denn seine Abhängigkeit ist anders. Er ist der Diener von niemand geringerem als Graf Dracula (Nicolas Cage). Doch als er bei der Beschaffung von Blut für seinen Meister auf die Polizistin Rebecca (Awkwafina) trifft, nimmt er sich wirklich vor sein Leben zu ändern. Doch das ist gar nicht so einfach. – Wie viel Splatter darf es sein? Ja! Dazu eine wunderbare Analogie zu toxischen Beziehungen, wobei diese vollkommen ernst genommen werden. Ein Highlight.

Arielle: Tief unten im Meer lebt Arielle (Halle Bailey) als Tochter des Meereskönigs Triton (Javier Bardem). Unglücklich mit ihrem Leben, träumt sie davon an die Oberfläche zu schwimmen, doch dass hat ihr Vater streng verboten. Bei einem Sturm kommt es jedoch zu einem Schiffsunglück, bei dem Arielle trotz des Verbotes eingreift und Prinz Eric vorm Ertrinken rettet. Um ihm näher zu sein, geht sie auf einen Handel mit der Meerhexe Ursula (Melissa McCarthy) ein. Doch diese verfolgt ganz eigene Pläne. – Leider wenig neues, auch wenn es gute Ansätze gab, wirkt die Handlung doch sehr künstlich gestreckt. Konnte nicht wirklich überzeugen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich: Shrek 2,  Asterix bei den Briten und Asterix erobert Rom

School for Good and Evil: Die besten Freundinnen Sophie (Sophia Anne Caruso) und Agatha (Sofia Wylie) werden auserwählt, um an der School for Good and Evil aufgebildet zu werden. Doch während sich Sophie als eine gute Prinzessin sieht und Agatha sich eher auf der ruppigen bösen Seite, werden sie doch genau anders herum eingeteilt. Ein herber Schlag für beide Freundinnen, die nicht müde werden, sich über diesen „Fehler“ zu beschweren. – Sehr vorhersehbare Entwicklungen, gute Optik, die aber nicht über das schwache Drehbuch hinwegtäuschen konnte.

Die Braut, die sich nicht traut: Ike Graham (Richard Gere) ist Kollumnist und zieht da gern über Frauen her. Damit macht er sich nicht unbedingt beliebt. Als er von einer Frau hört, die regelmäßig von ihren Hochzeiten wegläuft, wittert er eine gute Story. Maggie Carpenter (Julia Roberts) liest diesen Artikel und stellt in einer Beschwerde viele übertriebene Sachverhalte richtig, da Graham nicht richtig recherchierte. Daraufhin verliert dieser seinen Job und reist zu Maggie, um vor Ort diesmal richtig zu recherchieren. Denn Maggie steht kurz vor Hochzeit Nummer 4. – Schöner Klassiker, auch wenn sehr vorhersehbar.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Von denen, die ich unbedingt sehen wollte, habe ich alle gesehen. Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Beau is afraid, Spoiler-Alarm und Living.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Hillarious – Staffel 1 (Maria Hills neue Serie schafft leider nicht an ihre Knallerfrauen heran zu kommen und kann nur noch leicht erheitern)

Haikyuu – Staffel 4 (Haikyuu schließt nach einer kurzen Aufwärmphase schnell an die Spannungskurve der vorherigen Staffeln an und hält einem bis zum Schluss in Atem)

Queen Charlotte – Staffel 1 (Der Brigerton Ableger schafft es schnell sich aus dem Schatten hervorzuarbeiten und eine noch schönere, und auch traurigere Geschichte zu erzählen, die davon lebt diesmal deutlich weniger Charaktere zu haben)

Queer Eye – Staffel 7 (Die Fab5 sind zurück und machen diesmal New Orleans unsicher. Dabei versprühen sie wie immer ihren Charme und können nicht anders als gute Laune zu verbreiten)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 13
Seiten insgesamt: 4.173
Seiten pro Tag: 135 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 6
Comic/Manga/Graphic Novel: 4
Hörbuch: 2

Der Sommer, in dem Hikaru starb 1: Yoshiki ist sich sicher, dass sein bester Freund Hikaru gestorben ist. Doch dieser spaziert putzmunter herum. Doch etwas scheint anders an ihm zu sein, als wäre ein anderes Wesen in ihn gefahren. Doch Yoshiki bleibt an Hikarus Seite, doch die mysteriösen Vorfälle scheinen sich zu häufen. – Etwas langsamer Auftakt einer Mystery-Geschichte, die ich noch nicht ganz greifen kann. Freu mich aber auf Band 2.

Vergiss uns. Nicht.: Vor fünf Jahren waren April und Gavin noch gut befreundet, obwohl er älter und der beste Freund ihres Bruders war. Doch dann hat er ihr von einem auf den anderen Tag die Freundschaft gekündigt. Doch während sie sich eigentlich auf die Uni und ihr Projekt zur Unterstützung Studierender mit wenig Einkommen konzentrieren will, trifft sie immer auf Gavin, dem es nicht gut zu gehen scheint. Die Vergangenheit scheint beide einzuholen und April muss ihr Herz in Sicherheit bringen. – Wie fies war bitte dieser Cliffhanger? Davor braucht die Geschichte einige Zeit, um in Fahrt zu kommen und entwickelt sich dann zu einem typischen Laura Kneidl mit viel Gefühl. Brauche jetzt bitte Band 2!

Red Riding Huntress: Diaz ist ein Gestaltwandler. Als sein Rudel mehrfach von einer Hexe angegriffen wird, beschließt er Hilfe von außerhalb zu holen. Dabei findet er Zinnja, eine bekannte Monsterjägerin, die ihm ihre Hilfe zusichert. Dass es beide auf ein großes Abenteuer schickt, war wohl beiden vorher nicht bewusst. – Rotkäppchen mal anders. Spannende Geschichte, für mich hat leider der letzte Funken gefehlt.

Bleib bei mir, Sam: Julie und Sam haben klare Pläne, was sie nach ihrem Abschluss machen wollen. Zusammen an die Uni und der Kleinstadt entfliehen. Doch dann stirbt Sam und lässt Julie zurück. Diese kann sich auf nichts mehr konzentrieren und versucht ihre Trauer zu verarbeiten. Dabei wählt sie Sams alte Handynummer, um seine Stimme nochmal zu hören. Doch statt der Mailbox geht Sam ran. – Sehr starker Anfang, guter Mittelteil, gegen Ende wurde es etwas langatmiger. Vielleicht waren meine Vorstellungen vom Buch auch nur etwas anders. Dennoch starker Umgang mit dem Thema Trauerbewältigung.

Gallant: Olivia Prior ist in einem Waisenhaus aufgewachsen. Da sie nicht sprechen kann, wurde ihr gern das Leben schwer gemacht. Nur die Worte ihrer Mutter in einem alten Tagebuch konnten ihr Trost spenden. Dort wird sie vor einem Ort namens Gallant gewarnt. Doch als ein Brief von ihrem Onkel eintrifft, lädt er sie genau dorthin ein. Olivia folgt dem Ruf, in der Hoffnung ihre Familie wiederzufinden, doch vor Ort ist alles ganz anders. Ein Geheimnis liegt auf Gallant, das Olivia lösen will. – Mysteriös, düster, mit einer tollen Protagonistin. Mochte diesen Ausflug in ein mir eher unbekanntes Genre sehr.

Sweeter than fame: Ani Bennett hat sich bewusst in die beschauliche Kleinstadt Wildwood zurückgezogen. Doch dann zieht der Rockstar Garrett Hayes ins Haus nebenan ein und mit der Ruhe scheint es vorbei zu sein. Dabei scheint auch er genau diese nach dem Tod seiner Frau zu suchen. Garretts bester Freund scheint jedoch der Ansicht zu sein, dass er wieder daten sollte und überredet Ani zu einem Nicht-Date mit dem Rockstar. Doch welche Chancen hat sie mit ihrer Angststörung bei einem berühmten Rockstar? – Wieder ein toller Rockstar-Roman von Kylie Scott, nur das Ende war mir etwas zu übereilt. Da wurde zu viel in zu kurzer Zeit gewollt. Zumal die Angststörung am Ende keine Rolle mehr spielte.

Chaoskuss 1: May ist eine ägyptische Hexe in Ausbildung, die sich zusätzlich mit einer normalen amerikanischen Highschool rumschlagen muss. Dabei will sie nur ein bisschen Normalität und mit dem Menschen Noah auf einer Party knutschen. Doch dann geraten nicht nur ihre Kräfte außer Kontrolle, es gibt auch einen Toten. May verspricht das Verbrechen aufzuklären, was gar nicht so einfach ist. – Sehr witziger und spannender Auftakt mit tollen Referenzen zur ägyptischen Mythologie. Bin sehr gespannt auf Band 2, den ich direkt vorbestellen musste!

The girl in the love song: Violet und Miller sind seit Jahren beste Freund*innen. Sie relativ wohlhabend, er in bitterer Armut aufgewachsen. Um aus dieser zu entfliehen, beginnt Miller an seiner Musikerkarriere zu arbeiten, wobei Violet ihn tatkräftigt unterstützt, nicht ahnen, dass sie das Mädchen in jedem seiner Songs ist. Doch sie will ihr Herz nicht an ihn verlieren, um die Freundschaft nicht zu zerstören. – Sehr ruhig erzählt über mehrere Zeitebenen, hat mir ein bisschen zu lang gedauert, um in Schwung zu kommen.

Momo – the blood taker 3: Eine Sondereinheit der Polizei taucht auf und macht den Vampiren das Unleben schwer. Momo kann sie aufhalten, ist dadurch aber stark geschwächt. Und wieso sieht der Chef der Einheit dem zweiköpfigen Vampir so ähnlich? – Noch spannender als die ersten beiden Bände geht es hier rasant weiter.

Talus 3 – Die Runen der Macht: Während Jessica nach einem Weg sucht, um die Höhlen der Hexendengemeinschaft zu vergrößern, taucht eine neue Gruppierung auf und bieten ihr an, was unmöglich scheint: Die letzte Rune, die Talus vollendet und die Negativwirkung nimmt. Sie könnte ihre verlorene Liebe zurückholen, doch etwas lässt sie zögern. Warum wurde der Tarotleger Maxwell, den ihre Mitbewohnerin Emily beschatten sollte, ebenfalls entführt? – Tolle Fortführung der Reihe, obwohl diese eigentlich abgeschlossen war. Neue Geheimnisse und Intrigen. Eine schöne Rückkehr in die Welt von Talus.

Mein Untergang an der Schule Gottes: In einer Welt, in der es „Himiko“, magiebegabte Menschen, gibt, die sogar zu Götter werden können, ist sich Nagi sicher, dass sie keinerlei Kräfte hat, vor allem, da ihr Bruder bereits begabt ist. Doch nach einem Vorfall erhält sie ihre Zusage an der Schule Gottes. Dort scheint jedoch keiner rausfinden zu können, was ihre besondere Gabe ist. – Interessanter Auftakt der Reihe, bin mir noch nicht sicher, wo sie sich hinentwickeln will.

XOXO: Jenny ist angehende Cellistin und legt all ihre Anstrengungen darauf, an einer guten Musikschule angenommen zu werden. Eines Abends trifft sie auf den geheimnisvollen Jaewoo, der ihr Herz berührt. Doch dann zieht ihre Mutter für ein halbes Jahr nach Korea, um ihre Großmutter zu unterstützen. Jenny beschließt mitzukommen und besucht dort eine gute Musikschule. Nicht ahnen, dass Jaewoo ebenfalls diese Schule besucht. Doch es gibt ein Problem: Er ist ein K-Pop Idol und eine Freundin ist daher streng untersagt. – Endlich in deutscher Übersetzung, habe ich dieses Buch direkt verschlungen! Ich mochte die Charaktere, die Geschichte, das gut dosierte Drama und der Schreibstil war einfach nur super. Monatshighlight.

My home hero 2: Tetsuo und seine Frau sind sich eigentlich sicher, alle Spuren verwischt zu haben, doch die Yakuza suchen noch immer nach ihrem verschwundenen Mitglied. Dabei entführen sie auch das Ehepaar und versuchen ein Geständnis zu erzwingen. Doch Tetsuo war auch darauf vorbereitet. – Knüpft gut an Band 1 an, nimmt eine interessante Wendung und ist einmal eine völlig andere Geschichte.

Urlaubsankündigung und Blogpause

Ich bin dann mal wieder weg…

Bei mir steht wieder Urlaub an und ich kombiniere es gleich mit einer etwas längeren Blogpause, um einfach die kreativen Zellen zur Ruhe kommen zu lassen und neue Energie zu tanken.
Das bedeutet, dass es im Mai hier ruhig wird. Wir lesen uns dann voraussichtlich Anfang Juni mit dem Monatsrückblick wieder.
Bis dahin haltet die Ohren steif. Auf meinem Instagram  Kanal gibt es zwischendurch bestimmt die ein oder andere Urlaubsimpression aus Wales.

Rückblick auf den April 2023

Mit Ostern und dem 1. Mai im Rücken, Himmelfahrt und Pfingsten vor uns, sind wir mitten in der Feiertagsphase des Jahres. Und bevor ich mich im Mai in die urlaubsbedingte Blogpause verabschiede, wollen wir noch einmal auf den April zurückblicken, der zumindest wettertechnisch seinem Ruf alle Ehre gemacht hat. Medial schwächeln vor allem wieder die Filme, aber auch die Serien hatten vergleichsweise einen Hänger. Bookbeat sei Dank, können zumindest  die Bücher ihre Statistik halten, wobei ich mir deswegen aber auch einfach keinen Stress mache. So das waren wieder einmal viele Wörter, für die übliche Einleitung. Hier also mein medialer Rückblick auf den April.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Dungeons & Dragons: Frisch aus dem Gefängnis entkommen, müssen sich der Barde Edgin und die Kriegerin Holga der Wahrheit stellen, dass sie von ihrem früheren Freund Forge verraten wurden. Um Edgins Tochter aus dessen Fängen zu befreien, müssen sie sich nicht nur mit einer mächtigen und gefährlichen Magierin  anlegen, sondern auch einige Abenteuer bestehen. Mit dabei sind der Nachwuchs-Magier Simon und die Druidin Doric. – Ein gut gemachter Fantasy-Film mit witziger Handlung, auch für nicht Pen and Paper Fans.

Anime Special: Suzume: Die 17-jährige Suzume trifft auf ihrem Schulweg auf einen gutaussehenden jungen Mann namens Sota, der auf der Suche nach einer Tür ist. Neugierig folgt sie ihm in eine verlassene Stadt, wo sie aus Versehen eine Tür öffnet und den Wächter zum Leben erweckt. Zusammen mit Sota versucht sie den Wächter wieder einzufangen, doch der verwandelt Sota kurzerhand in einen Stuhl. Suzume muss durch Japan reisen, um Türen zu schließen und Erdbeben zu verhindern. – Besser als Weathering with you, schwächer als Your Name, ein schöner Coming of Age Anime mit übernatürlicher Komponente.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Enola Holmes 2: Enola Holmes hat nach dem Erfolg ihres ersten Fall eine eigene Detektei eröffnet. Doch die Fälle bleiben aus, wird doch eher ihr berühmter älterer Bruder Sherlock beauftragt. Bis eines Abends doch noch ein Fall an die Tür klopft. Dieser führt sie in eine Streichholzfabrik. Und was mit einem verschwundenen Mädchen begann, wächst schnell zu einer großen Verschwörung. – Deutlich schwächer als der erste Film, funktioniert noch als leichte Unterhaltung für zwischendurch, aber leider nicht mehr.

Suga – Road to D-Day: Min Yoongi, besser bekannt als Suga von BTS hat kürzlich unter seinem Rapperpseudonym Agust D sein drittes Album herausgebracht: D-Day. In dieser Dokumentation begleiten wir ihn bei der Entstehung von seinen neuen Hits, wie Haegum, Amygdalla oder People pt. 2 und seinem Treffen und Zusammenarbeiten mit einigen Musiker*innen. – Interessante Doku über einen Musiker, der eigentlich alles erreicht hat, aber trotzdem viel hinterfragt. Gerade im Abschnitt um das Lied Amygdalla sehr niederschmettern, da hier viel aufgearbeitet wurde. Für alle Musikbegeisterte, nicht nur für BTS Fans.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Super Mario Bros.: Videospielverfilmung im Animationsbereich und dann sah die Geschichte noch so herrlich witzig und kunterbunt aus, dass ich interessiert war, obwohl ich mit dem Franchise vergleichsweise wenig anfangen kann.

Empire of Light: Ein kleines Kino in Südengland, eine Frau mit bipolarer Störung und ein Mann, der aufgrund seiner Hautfarbe Rassismus ausgesetzt ist. Dies sind die Grundbausteine für Empire of Light. Ich bin sehr gespannt auf Sam Mendes neuen Film.

The Whale: Brendan Fraser gewann für diese Rolle als übergewichtiger Lehrer den Oscar. Allein die Thematik interessierte mich schon, Frasers Rückkehr auf die Leinwand ebenfalls, also ein Film, den ich gern noch sehen möchte.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es: Air

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Business Proposal – K-Drama (Fing etwas cringe an, aber mausert sich schnell zu einer tollen Geschichte mit viel Witz und viel Gefühl. Highlight K-Drama!)

Free – Staffel 3 (Guter Übergang von Oberschule zu Uni, aber dann tauchen viel zu viele neue Charaktere auf, dass man komplett den Überblick verliert. Daher leider schwächer als die vorherigen Staffeln, aber dennoch gefühlvolles Finale)

Last one Laughing – Staffel 4 (Auch in der vierten Staffeln funktioniert das Konzept wunderbar und das Studio ist wieder deutlich stärker als Staffel drei)

Rennervations – Staffel 1 (Wegen Jeremy Renner mit der Serie angefangen, wegen seines Teams habe ich die Staffel durchgebinged. So herzlich und sympathisch, mit tollen Geschichten und viel Herz für die Charity Projekte)

Taiwan Crime Stories – Staffel 1 (Vierteilige Anthologie-Serie, leider sind die einzelnen Folgen sehr langatmig und die eigentlich spannenden Fälle werden dadurch sehr zäh.)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 12
Seiten insgesamt: 4.706
Seiten pro Tag: 157 im Durchschnitt
Taschenbuch: 1
Comic/Manga/Graphic Novel: 2
Hörbuch: 9

Der Gesang der Flusskrebse: Kya Clark lebt allein in der Marsh, einer Sumpflandschaft in North Carolina. Von der Familie zurückgelassen, muss sie irgendwie überleben. Dabei findet sie in wenigen helfenden Hände Freundschaften und vielleicht auch Liebe. Doch Ende der 1960er Jahre wird sie eines Mordes beschuldigt. – Nachdem mir der Film so gut gefiel, habe ich noch das Buch gelesen. Bietet wenig  Neues, aber ist sehr schön geschrieben und fängt die Stimmung der Marsh wunderbar ein.

Horimiya 2: Hori und Miyamura festigen weiter ihre Freundschaft. Während die beiden von anderen bereits als Paar angesehen werden, meistern sie Schülerkomittees und Backherausforderungen. – Die Geschichte geht nett weiter, kein Highlight, aber eine schöne Geschichte für zwischendurch.

Lady of the Wicked – Das Herz der Hexe & Die Seele des Biestes: Darcia Bonnet wurde aus der Schattenstadt Babylon verbannt. Um ihre Rache zu bekommen versucht sie in New Orleans zur Lady of the Wicked aufzusteigen. Doch dafür muss sie 13 Hexen töten. Und dann taucht der fluchgeplagte Valens auf und wirft ihren Plan ordentlich durcheinander. – Spannende Geschichte, toller Schreibstil, wunderbarer Weltenbau. Zwischendurch hatte ich ein paar Probleme mir die ganzen Charaktere zu merken.

Spin this heart: Carmen hat große Pläne und arbeitet an ihrer Karriere, obwohl ihr eigener Vater ihr Steine in den Weg legt. Für Liebe hat sie keine Zeit. Daran ändert auch ihr Poledance Lehrer Tian nichts, egal wie sehr die Funken zwischen beiden fliegen. – Etwas schwächer als Band 1, was aber auch an der Hörbuch-Stimme von Carmen liegen könnte, da sie ihren Charakter zickiger als nötig rübergebracht hat. Bin mit ihr dadurch nicht ganz warm geworden, was das Buch aber generell nicht schlecht macht.

Your Name: Mitsuha lebt in einem kleinen Dorf in Japan und träumt davon irgendwann ihrer Situation entfliehen zu können. Taki lebt in Tokio und ist auch nicht allzu zufrieden mit seinem Leben. Beide haben merkwürdige Träume. Bis sie feststellen, dass sie tatsächlich an manchen Tagen die Körper tauschen. Also beschließen sie das beste aus der Situation zu machen und versuchen irgendwie zu planen, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie im Körper des jeweils anderen sind. – Kommt nicht an den Charme des Films ran, trotzdem war es schön die Geschichte noch einmal zu lesen. Tolle Bilder und in der Edition sehr schön aufgearbeitet.

Runaway: Vor einigen Wochen hat Miriam im Podcast ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Kira über ihre Abtreibung gesprochen. Bewusst hatte sie dies vor ihrer Familie geheim gehalten, da sie ihre Meinung kannte. Doch ihre Schwester hat den Podcast gefunden. Elyas liebt die Arbeit im Boxcentrum. Doch mit seiner Bachelor-Arbeit und den Aufgaben in der Firma seiner Familie, stößt er an seine Grenzen. – Wieder starke Themen, die angesprochen wurden, kamen mir zwischendurch etwas zu kurz. Dennoch der stärkste Teil der Reihe und ein toller Abschluss.

Der Klang des Feuers: Die Gruppe rund um den Wanderer  und der Bardin haben sich getrennt, um in Gruppen die drei Türme des Lichts wieder zu entzünden. Doch der Weg ist lange und beschwerlich, das Nichts rückt näher und die Furcht ist ihre steter Begleiterin. – Starke Geschichte, toller Weltenbau ein einzigartiger faszinierender poetischer Schreibstil und doch war das Buch einfach nicht meins. Objektiv richtig gut, mir persönlich hat es durch die Brutalität der Welt gar nicht zugesagt.

Gewitterleuchten: Als ihr Ziehvater nach einem Unfall im künstlichen Koma landet, bricht für Leo eine Welt zusammen. Zu viele Erinnerungen an den frühen Tod ihres Vaters strömen auf sie ein. Ihr rettender Anker ist Aaron, auch wenn sie das nie für möglich gehalten hätte, hat er ihr doch das Leben stets zur Hölle gemacht. Doch wo kommen dann die Gefühle auf einmal her? – Auch hier ein starker Abschluss der Reihe. Wichtige Themen, die mir bei der Auflösung am Ende etwas lasch auserzählt wurden, aber das schmälert das Leseerlebnis nicht. (Trotzdem bleibt Band 2 mein Lieblingsteil der Reihe)

Bambi: Das Rehkitz Bambi erblickt im Wald das Licht der Welt. Umsorgt von der Mutter, erlebt es schöne Sommertage und bitterkalte Winter. Dabei hat er als Junges eines mächtigen Vaters ein großes Erbe vor sich, und muss doch mit den Widrigkeiten der Natur kämpfen. – Ein sehr zäher und langatmiger Klassiker. Wesentlich realitätsnäher als die Disneyverfilmung. (Funfact: Bambi ist im Buch wirklich ein Rehkitz, bei Disney dann ein Hirsch, wird aber auch bei Disney als Rehkitz bezeichnet, was für viel Verwirrung sorgte).

Thron der Macht: David wird von dem Zauberer Gremlord in die Welt Fargos geholt, wo er als Sohn der Königin den Fluch, der auf ihm und allen in Fargos liegt, besiegen soll. Doch die Aufgabe scheint unlösbar und ist ein Wettlauf mit der Zeit. Sollte David scheitern, würden dunkle Mächte übernehmen. – Für mich leider eher enttäuschend. Bin mit dem Protagonisten nicht warm geworden und konnte mich nicht in die Geschichte reinfühlen. Schade.

Der Donnerstagsmordclub: In der Seniorenresidenz in Coopers Chase treffen sich Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim jeden Donnerstag, um über alte Mordfälle zu sinnieren. Bis einer direkt vor ihrer Haustür geschieht. Trotz ihres fortgeschrittenene Alters mangelt es den Vier an Scharfsinn nicht und so sind sie der Polizei stets ein Schritt voraus. – Kurzweilige Kriminalgeschichte. Mir waren es etwas zu viele Charaktere und Verstrickungen, so dass ich bei der Auflösung am Ende nicht mehr mitgekommen bin, aber der Witz kam gut durch.

Was waren eure Highlights im April?

 

Anime Special: Suzume

Ein Vorwort

Seit Your Name ist Regisseur Makoto Shinkai ein Name, den ich (und viele andere Animefans) aus dem Schirm habe, hat er sich doch mit dem Film in viele Herzen geschlichen. Sein zuvor erschienener Film The Garden of Words ist zwar schön, kam aber ebenso wie der Nachfolger  Weatherin with You nicht an Your Name heran. Nun bietet er mit Suzume ein neues Abenteuer mit Coming of Age Geschichte. Wie das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die 17-jährige Suzume trifft auf ihrem Schulweg auf einen gutaussehenden jungen Mann namens Sota, der auf der Suche nach einer Tür ist. Neugierig folgt sie ihm in eine verlassene Stadt, wo sie aus Versehen eine Tür öffnet und den Wächter zum Leben erweckt. Zusammen mit Sota versucht sie den Wächter wieder einzufangen, doch der verwandelt Sota kurzerhand in einen Stuhl. Suzume muss durch Japan reisen, um Türen zu schließen und Erdbeben zu verhindern

Meine Meinung

Wenn ein Regisseur eines der Highlights der letzten Jahre geschaffen hat, vergleicht man ganz unterbewusst die neuen Werke damit. Dabei ist es im Falle von Makoto Shinkai eigentlich wichtig, dies nicht zu tun, um die Geschichten unabhängig voneinander bewerten zu können und keine zu hochgesteckten Erwartungen mit in den Film zu nehmen.
Das war insofern bei Suzume bereits schwierig, weil die Optik eben stark von Shinkais Handschrift geprägt ist und die Vergleiche sofort ungewollt aufkamen. Ähnlich wie bei Weatherin with you, braucht Suzume zunächst ein bisschen, um in Schwung zu kommen, auch wenn die Geschichte schnell sehr spannend und actionlastig wird. Die Welt der Türen nimmt einen gefangen und lässt einen bis zum Ende des Films nicht mehr los.
Doch sobald einmal die Charaktere des Films gesetzt sind und der Roadtrip durch Japan startet, ist Suzume nicht mehr aufzuhalten. Die Geschichte überrollt einen mit Spannung und Abenteuer, tollen Ideen, aber vor allem so vielen verschiedenen Charakteren und Bekanntschaften, das die Coming of Age Elemente omnipräsent sind, dabei aber so fein eingearbeitet, dass sie sich harmonisch in die Handlung fügen.
Dabei besticht hier auch wieder die Optik, die die Geschichte wunderbar einbettet und zu einem wahren Augenschmaus macht. Auch die Metaebene des Films geht wieder sehr tief. Auch diesmal gibt es wieder die Geschichte einer Katastrophe als Basis für die Geschichte. Statt diese aber genauer zu beleuchten, geht es um die Menschen und wie diese danach damit umgehen. Wie schlechte Erinnerungen immer wieder aufploppen können, wie Familien zerbrechen können und was für Auswirkungen das haben kann.
Alles in allem macht Suzume eine gute Figur und kann vor allem die Spannung halten, dabei aber auch ruhige Momente zum innehalten einbauen. Lediglich der letzt Funken fehlte. Der Funke, der Your Name nicht nur gut, sondern besonders machte. Aber da sind wir wieder bei dem Problem mit den Vergleichen.

Das Fazit

Suzume erzählt eine runde Coming of Age Geschichte mit übernatürlichen Elementen auf einem schönen Roadtrip durch Japan. Dabei ist eine gute Portion Witz und Charme vorhanden. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Suzume lief an ausgewählten Tagen seit dem 13.04.2023 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Bücher – 01/23

Herzlich Willkommen zur (tatsächlich erst) ersten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: König Drosselbart, sichtbaren Lügen, Rumpelstilzchen, einem Anwesen in Schottland und dem Gestiefelten Kater.

Spielmannsbraut – Anne Danck

Die Handlung: Prinzessin Mirelle ist wenig begeistert von den Heiratsplänen ihres Vaters für sie. Also beschließt sie jeden potentiellen Anwärter mit ihrem spitzen Mundwerk abzuschrecken. Aus Wut verkündet ihr Vater, dass er sie einfach an den ersten Bettler verheiraten wird. Und kurz darauf taucht tatsächlich ein Spielmann auf, um sie in die Armut zu heiraten. Doch warum fühlt sie sich von seinem Lächeln so angezogen?

Meine Meinung: König Drosselbart war tatsächlich eines der Märchen, die mir nicht ganz so präsent waren, auch wenn ich die Geschichte irgendwann bestimmt schon einmal gelesen hatte. Dennoch war es eine Kaufentscheidung, weil es eben mal nicht die allseits beliebten Märchen umsetzte (mir muss keiner mehr mit Aschenputtel oder Die Schöne und das Biest kommen). Und auch, wenn es nach kurzer Recherche sich sehr nah ans Märchen hält, demnach relativ vorhersehbar war, so war es doch einfach eine wunderschöne Adaption. Die Charaktere sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihnen gelitten, mich gefreut, bin mit ihnen gewachsen und warum war das Ende viel zu früh und doch gleichzeitig so perfekt? Ich mochte die feministischen Ansätzen, die fein in die Geschichte untergewoben wurden, ohne mit dem Vorschlaghammer zu drohen. Und auch, wenn das Buch verhältnismäßig dünn war, so war die Geschichte doch vollständig auserzählt, ohne, dass es etwas fehlte. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Die Waage der Welt – Marie Weißdorn

Die Handlung: In Yacantha wird jede Lüge, jede Ungerechtigkeit und einfach alles schlechte, was eine schwarze Iona hervorrufen könnte, bestraft. Dafür sorgen die Wächter. Doch Rieka zieht die schwarzen Ionas ungewollt an und kann sie aufnehmen. Das muss sie jedoch dringend verbergen, denn diese Fähigkeit hatten die inzwischen ausgelöschten Schattenwächter. Dabei begegnet sie Kae, einem Wissenschafts-Wächter, der ihr helfen möchte. Doch kann sie ihm trauen? 

Meine Meinung: Als der Gedankenreich-Verlag dieses Buch ankündigte, war ich sofort Feuer und Flamme und musste es mir auf der Buch Berlin direkt kaufen. Doch wie ich es oft bei Büchern, auf die ich mich sehr freue habe, fällt mir der Anfang sehr schwer. Vielleicht weil sich  Erwartungen und Realität erst annähern müssen. Aber sobald ich einmal drin war und die Welt ein bisschen besser kennengelernt hatte und mit den Protagonist*innen warm wurde, gab es kein Halten mehr. Der Gedankenreich-Verlag beweist einmal mehr sein Gespür für einzigartige Geschichten, die zu verzaubern wissen (weswegen sie Jahr für Jahr den größten Anteil meiner Buch Berlin Ausbeute ausmachen). Ich mochte die Idee mit dem Gleichgewicht und der Sichtbarkeit der Lügen. Die Grundidee hatte ich zwar in ähnlicher Weise schonmal gelesen, aber bei weiten nicht in einer so gut eingebundenen Geschichte. Vor allem zeigt sich hier aber, dass die Geschichte noch viel Potential für Folgebände hat, auf die ich nun sehnsüchtig warte. Ich wäre dann bereit für Band 2!

Schattengold – Christian Handel

Die Handlung: Rede nicht mit Feenwesen, iss nichts von Feenwesen, mache keine Deal mit Feenwesen. Farah muss für ihr Überleben und das ihrer Familie alle Regeln brechen. Eingesperrt in einem Turm soll sie Stroh zu Gold spinnen. Dabei ahnt sie nicht, welche Mächte sie weckt.

Meine Meinung: Christian Handel schaffte es mit seinen Märchen- und Jugendbüchern sich zu meinem absoluten Lieblingsautor zu schreiben. Nach seinen Hexenwald-Chroniken durfte er nun mit seiner Rumpelstilzchen-Adaption wieder einmal in die Welt der Märchen eintauchen. Wer Rosen und Knochen (Band 1 der Hexenwald-Chroniken) gelesen hat, kennt vielleicht bereits seine Kurzgeschichte, in der er bereits Motive aus Rumpelstilzchen adaptierte. Von dieser angefixt, musste natürlich auch Schattengold bei mir einziehen. Tatsächlich empfand ich dies als sein bisher schwächstes Buch. Was noch lange nicht bedeutet, dass es schlecht war. Aber im Vergleich mit seinen bisherigen Büchern war ich hier eher ernüchtert. Ich mochte den Ansatz der Geschichte, aber es war mir einfach zu langatmig. So richtig in Fahrt kommt die Handlung nicht und gefühlt hätte alles wesentlich schneller erzählt werden können. Das ist besonders schade, weil Rumpelstilzchen mit einem dunklen Feenvolk zu kombinieren, in der Grundidee sehr gut klang. Doch auch im letzten Drittel, wenn das eigentliche Abenteuer startet, hatte mich das Buch schon verloren, so dass ich nicht einmal richtig mitfiebern konnte. Wie gesagt, das Buch ist an sich  nicht schlecht, alles ein bisschen knackiger und zackiger und ich wäre hier vermutlich wieder in Jubelrufe ausgebrochen. Aber Langatmigkeit ist leider etwas, was mich sehr stört.

Houston Hall – Mary Cronos

Die Handlung: Anthony Houston hat sich nach den Morden an seiner Familie komplett in das Anwesen zurückgezogen. Bis das neue Dienstmädchen Mary an die Tür klopft und ihn aus seiner Einsamkeit reißt. Doch sie scheint ein Geheimnis zu umgeben, dass enger mit der Geschichte seiner Familie verwoben ist, als er wahr haben will. 

Meine Meinung: Mit Houston Hall reisen wir ins Schottland der 1960er Jahre und auf ein waschechtes Anwesen. Gepaart mit der schottischen Mythologie präsentiert Mary Cronos eine Geschichte, voller Spannung, Intrigen, Liebe und das ganze mit dem ohnehin mystischen Setting des Anwesens im tiefsten Schottland. Das wir hier auf Wesen treffen, die mir vorher nichts sagten, mochte ich sehr. Nichts nervt mich mehr, als immer die gleichen Mythen präsentiert zu bekommen. Der Anfang war auch etwas schwieriger zum reinkommen, da sich die Geschichte langsam aufbaut. Das hat allerdings den Vorteil, dass wir ab der Hälfte, wenn nicht nur der spannende Teil losgeht, sondern wir auch einen Perspektivwechsel bekommen, bereits so mit den Charakteren vertraut sind, dass wir ihnen ohne Rücksicht auf Verluste (also potentiellem Schlafentzug, weil das Buch nicht mehr weggelegt werden kann) auf ihr Abenteuer folgen. Die Auflösung am Ende war mir zwar etwas zu sehr deus ex machina, aber dennoch war die Geschichte rund erzählt und hat alle Höhen und Tiefen der Geschichte voll ausgekostet.

Der Kater unterm Korallenbaum – Christina Löw

Die Handlung: Yuki geht nach dem Tod ihres Vaters bis auf den Familienkater fast leer aus. Während ihr Bruder das Haus und ihre Schwester den Blumenladen erbten, steht sie vor einigen Problemen. Doch der Kater Sazuke kann sprechen und bietet Hilfe an. Doch Wünschen will gelernt sein. 

Meine Meinung: Und zum Abschluss gibt es noch eine Märchenadaption. Diesmal eine moderne Version von Der gestiefelte Kater. Moderne Adaptionen habe ich bisher eher weniger gelesen, weswegen ich umso begeisterter war. Das Grimmsche Märchen traf dann noch auf einen japanischen kulturellen Hintergrund, was in der Kombination wunderbar funktioniert hat. Beim Lesen des Klappentextes hatte ich spontan ein Problem mit dem Mobbing der Kolleg*innen (potentieller Trigger bei mir), doch es war gut oberflächlich eingebunden und die Handlung legte den Schwerpunkt nicht darauf, sodass ich das Buch doch ohne Zwischenfälle lesen konnte. Sazuke ist dann wohl der heimliche Star des Buchs, auch wenn ich Isabell als meine Favoritin kennzeichnen würde. Generell beschreibt der Untertitel „Wünschen will gelernt sein“ die Handlung sehr gut. Wir leiden sehr nah mit der Protagonistin mit. Zwischendurch erwischt man sich, wie man sich ebenfalls so eine vermeintlich leichte Lösung für die eigenen Probleme wünscht. Doch natürlich hat alles eine Schattenseite und das hat Autorin Christina Löw hier ganz gekonnt dargestellt. Dabei ist die Handlung wunderbar rund erzählt, behandelt schwere Themen mit einer gewissen Leichtigkeit und dennoch dem nötigen Respekt. Auf jeden Fall eine Empfehlung.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie fandet ihr es?

Dungeons & Dragons

Ein Vorwort

Trotz einer größeren Sammlung an Brettspielen und dem begeisterten Durchspielen von Adventure Games, so konnte ich mich bisher dem klassischen Pen & Paper Rollenspiel nicht erwärmen. Woran das liegt, kann ich nicht einmal genau sagen. So ließ mich die Ankündigung eines Dungeons and Dragons Film ziemlich kalt. Doch dann kam der erste Trailer und holte mich auf so vielen Ebenen ab, sah er doch wie ein gut gemachter und gleichzeitig witziger Fantasy-Film aus. Und so ging ich sehr gehypted ins Kino. Warum mich der Film völlig überzeugen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Frisch aus dem Gefängnis entkommen, müssen sich der Barde Edgin (Chris Pine) und die Kriegerin Holga (Michelle Rodriguez) der Wahrheit stellen, dass sie von ihrem früheren Freund Forge (Hugh Grant) verraten wurden. Um Edgins Tochter (Chloe Coleman) aus dessen Fängen zu befreien, müssen sie sich nicht nur mit einer mächtigen und gefährlichen Magierin (Daisy Head) anlegen, sondern auch einige Abenteuer bestehen. Mit dabei sind der Nachwuchs-Magier Simon (Justice Smith) und die Druidin Doric (Sophia Lillis).

Meine Meinung

Wann hatten wir das letzte Mal einen richtig guten High-Fantasy Film? Die Frage ging mir beim Schreiben dieses Beitrags immer wieder durch den Kopf, doch eine wirkliche Antwort fand ich nicht. Dabei scheinen hier die Möglichkeiten so vielfältig, aber die Phantastik hat ja allgemein einen schwierigen Stand, auch im Buchbereich. Diesmal mussten jedoch nicht nur die Fantasy-Film-Fans überzeugt werden, sondern auch noch die Gruppe der Rollenspieler. In wie weit das erfolgte, kann ich hier nicht beurteilen.
Wir lernen zunächst einige Charaktere kennen, die sich durch eine einfache Charakterisierung gut merken ließen. Klassische tragische Hintergrundgeschichte, die aber bereits mit so viel Witz rübergebracht wurden, dass die Lachmuskeln bereits ordentlich in Anspruch genommen wurden. Dabei schafft der Film es wunderbar eine ausgereifte Geschichte zu erzählen, sich dabei aber nicht so ganz ernst zu nehmen und doch Spannung aufzubauen. Die Witze sind hoch dosiert und doch nur in angemessenen Situationen eingebracht. So hatte ich beim Sehen vor allem eins: Spaß. Und doch leidet darunter keinesfall die Qualität der Geschichte oder die Ernsthaftigkeit der Charaktere. Diese dürfen nämlich wachsen, scheitern, wieder aufstehen und über sich hinaus wachsen.
Natürlich wirken hier einzelne Elemente nur mit reingenommen, weil sie eben die Anspielungen auf das Rollenspiel gerecht werden wollen. Quests, Drachen, Dungeons. Dennoch passen sie zur Geschichte und fügen sich harmonisch ein. Und möglicherweise war die Szene mit dem übergewichtigen Drachen eine meiner liebsten aus dem ganzen Film.
Hugh Grants Rolle reiht sich zwar leider ein wenig in sein neues Schema wie zuletzt bei Operation Fortune ein und wirkt wie eine Copy and Paste Rolle, doch noch hat es ganz gut funktioniert. Sollte es noch öfter so übernommen werden, könnte es den Charme jedoch schnell verlieren. Der übrige Cast ist gut besetzt und sorgt für gute Abwechslung. Zwischendurch hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe bei den jüngeren Darstellenden gewünscht, was aber eher am Drehbuch als am Schauspiel lag. Hier wäre gerade bei der Hintergrundgeschichte der Druidin Doric noch Luft nach oben gewesen.
Bleibt noch ein paar Worte über die Optik zu verlieren. Das Setdesign ist gut gestaltet und man merkt, dass die Macher viel auf praktische Effekte gesetzt haben, statt alles dumpf vorm Greenscreen zu drehen. Zwar sticht es jetzt nicht absolut heraus, wie zuletzt die Ringe der Macht, aber dafür hat es eine bessere Handlung aus das Spin-off.
Schlussendlich bleibt nur zu sagen, dass hier das Gesamtpaket einfach stimmt. Ja, die ein oder andere Wendung war vielleicht ein wenig zu vorhersehbar und ich hätte nichts dagegen gehabt Regé-Jean Page noch ein wenig länger zu sehen, aber das ist hier tatsächlich jammern auf hohem Niveau. Ein Filmspaß nicht nur für Pen&Paper Fans.

Das Fazit

Dungeons & Dragons kombiniert geschickt eine tolle Welt, vielseitige Charaktere, eine spannende Geschichte mit einer Menge Witz, so dass die 134 Minuten nur so davonrennen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Dungeons & Dragons läuft seit dem 30.03.2023 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Serien – 2/23 – K-Drama Special

Herzlich Willkommen zur zweiten Handvoll Serien in diesem Jahr. Und dem ersten K-Drama Special in diesem Jahr! Heute mit: einer engagierten Anwältin, einer modernen Märchen-Adaption, einer Ärztin und einem Soldaten, Agenten aus dem Jenseits und dem Problem des Nicht-Lügen-Könnens.

Extraordinary Attorney Who

Die Handlung: Woo Young-woo (Park Eun-bin) hat ihre Anwaltsprüfung mit Auszeichnung bestanden, bekommt aber nirgends einen Job, da ihre autistische Spektrums-Störung alle Kanzleien abschreckt. Doch dann nimmt eine sie doch noch nachträglich auf und sie darf fortan das Team von Jung Myeong-seok (Kang Ki-young) unterstützen. Dabei fällt sie durch ihre kreative Herangehensweise auf, allerdings auch durch ihre Probleme im sozialen Kontakt. Dabei sind ihr nicht alle wohlgesonnen.

Meine Meinung: Abgesehen davon, dass Autismus ein breites Spektrum ist und unmöglich ganzflächig abzubilden, wird in diversen Serien wenn überhaupt autistische Charaktere auftauchen immer das Klischee der superintelligenten, aber sozial inkompetenten verwendet. Diese Befürchtung hatte ich zunächst auch bei diesem K-Drama, doch nach einigen positiven Stimmen, habe ich mich doch herangewagt. Selten habe ich eine so gut umgesetzte Darstellung des Spektrums bekommen. Natürlich brilliert Young-Woo hier durch ihr fotografisches Gedächtnis, doch es wird nur als eine Ausprägung dargestellt und sie wird nicht darauf reduziert. Sie darf mit Freund*innen, aber auch mit Fremden interagieren. Dabei erklärt sie ihre Schwierigkeiten damit. Es wird aber auch immer wieder betont, dass es bei ihr so ausgeprägt ist, dass sie aber nicht die Vorlage für alle Autist*innen sein kann. Dass es auch ganz andere Ausprägungen geben kann, wird in einer Folge dargestellt, wo ein anderer Autist auftritt, dessen Spektrum ein ganz anderes ist. Generell können die Folgen mehr oder weniger in „Der Fall der Woche“ eingeteilt werden. Manchmal gibt es Doppelfolgen, und es gibt übergreifende Handlungen, aber die einzelnen Fälle sind in 1-2 Folgen gelöst. Das mag ich ja sehr gern an Serien und dadurch konnte man die Serie noch besser wegbingen, weil es immer wieder neues zu entdecken gab, ohne, dass ein Fall eine ganze Staffel einnimmt. Insgesamt ein zuckersüßes Drama, dass ich sehr gern gesehen habe.

Cinderella and the four knights

Die Handlung: Eun Ha-won (Park So-dam) arbeitet neben der Schule in unzähligen Nebenjobs, um sich das Geld für ihr Studium zu finanzieren. Nach dem Tod ihrer Mutter ist der Vater oft abwesend und ihre Stiefmutter und –schwester machen ihr das Leben schwer. Durch Zufall trifft sie den reichen Erben Kang Hyeon-min (Ahn Jae-hyun), der sie als Date mit auf die Hochzeit seines Großvaters nimmt. Dieser ist CEO einer einflussreichen Firma und versucht verzweifelt nach dem Tod seiner drei Söhne seine Enkel zu einer Familie zu machen. Doch diese wehren sich dagegen, da sie in sehr unterschiedlichen Welten leben. Daher bringt CEO Kang Ha-won dazu, im Haus der drei Enkel zu leben und diese dazu zu bringen, Zeit miteinander zu verbringen. Dabei gibt es eine wichtige Bedingung: Sie darf sich in keinen seiner Enkel verlieben.

Meine Meinung: Als mir meine beste Freundin dieses Drama vorschlug war ich skeptisch. Das Cinderella Thema war mir zu ausgelutscht, gleich drei hübsche Erben, die die Protagonistin umschwärmen, war mir zu platt und auch ansonsten reizte es mich nicht wirklich. Nach der ersten Folge, die wirklich absoluter cringe war, hätte ich wohl von alleine nicht weitergeguckt. Doch ich vertraute meiner beste Freundin und bekam eine Geschichte, die sich nach wenigen Folgen zu einer wirklich süßen und vor allem sehr witzigen Romanze entwickelte. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei den Fernseher abzumaulen, weil die Charaktere wieder nicht so reagiert haben, wie ich es gerne hätte, aber das gehört dazu. Aus dem Cinderella-Thema wurde schnell ein „Aufwachsen in zwei verschiedenen Welten“, was hier gut umgesetzt war. Ich hatte viel Spaß beim Sehen und habe viel gelacht. Die ein oder andere Wendung war dann vielleicht doch etwas viel, aber da K-Dramen oft auf ihre 16 Folgen kommen, habe ich das schon häufiger beobachtet und irgendwie macht es auch das Genre aus. Es gab auf jeden Fall viel Herzschmerz, aber trotzdem in einer guten Dosis. Ein lockeres Drama, das sich gut wegbingen lässt.

Descendants of the sun

Die Handlung: Captain Yoo Si-Jin (Song Joong-Ki) und Master Sergeant Seo Dae-Yeong (Jin Goo) gehören bei der koreanischen Armee zu einer speziell ausgebildeten Sondereinheit für besonders schwierige Einsätze. Alles ist gut, bis Si-Jin durch einen Zufall auf die Ärztin Dr. Kang Mo-Yeon (Song Hye-Kyo) trifft und sich verliebt. Doch durch seinen Job scheitert eine Beziehung. Ein paar Monate später treffen sie sich unfreiwillig in Uruk wieder, wo die koreanische Armee zur Stabilisierung beitragen soll. Und das Kribbeln zwischen ihnen beiden kehrt zurück.

Meine Meinung: Kriegsdramen sind ja grundsätzlich etwas schwieriger, aber ich beschloss mich davon nicht abschrecken zu lassen und gab dem mehrfach empfohlenen Drama eine Chance. Und zunächst kam ich auch gut rein. Ich war gespannt, wie sie es aufbauen wollten und tatsächlich brauchte die Geschichte ein wenig, um in Gang zu kommen. Doch sobald alle in Uruk versammelt sind, überschlagen sich die Ereignisse. Und genau das ist das Problem, dass ich mit der Serie hatte. Denn Drama wurde hier sehr ernst genommen. So reichte es nicht in ein instabiles Land zu reisen und dort eine Hintergrundgeschichte mit illegalem Waffenhandel zu starten, es gab innerhalb weniger Folgen noch ein großes Erdbeben, Epidemie, Menschenhandel, die Charaktere strandeten im Minenfeld, unsere Protagonistin stürzte nicht nur einmal mit dem Auto von einer Klippe und noch so vieles mehr. Es war einfach zu viel. Es war irgendwann nicht mehr dramatisch, dass etwas passierte, sondern es gab nur noch ein genervtes Augenrollen, wenn dem ganzen noch eine Schippe draufgesetzt werden musste. Dabei bietet das Drama unter der Prämisse der Soldatengeschichte eine süße Romanze und auch die Nebencharaktere bekommen gut Platz eingeräumt. Das Finale musste dann dem ganzen noch einmal eine Schippe drauf setzen und war dann der Teil, wo ich komplett ausstieg.

Tomorrow

Die Handlung: Choi Jun-woong (Kim Rowoon)hat einen Unfall, während er versucht einen Suizid zu verhindern, und fällt ins Koma. Dabei wurde er von zwei Sensenmenschen beobachtet. Er bekommt ein verlockendes Angebot. Er muss sechs Monate ebenfalls als Sensenmann arbeiten und darf dann in sein Leben zurückkehren. Dabei kommt er in die Abteilung zur Verhinderung von Suiziden. Und dabei kommt das kleine Team immer wieder an ihre Grenzen.

Meine Meinung: Absolute Triggerwarnung hier gleich vorweg. In jeder Folge wird sich mit dem Thema Suizid, Beweggründe, Versuche, etc. auseinander gesetzt. Dazu zählen auch vorbereitende Themen, wie Mobbing, Totgeburt, etc. Die Serie ist also definitiv nichts für schwache Nerven. Was sie aber ohne Zweifel hinbekommt ist ein respektvoller Umgang mit dem Thema und erzählt die Geschichten, ohne zu verurteilen. Und sie versucht Auswege zu finden, ohne die Probleme der Betroffenen klein zu reden. Die einzelnen Episoden sind ein wenig nach dem Fall der Woche aufgebaut, haben aber eine übergeordenete Handlung im Hintergrund, die gerade gegen Ende an Bedeutung zu nimmt. Dadurch fiel es aber auch wesentlich leichter nach den einzelnen Episoden eine Pause zu machen und die brauchte ich danach auch. Denn so gut die Serie gemacht ist, mit tollen Charakteren, an passenden Stellen wird durch ein paar Witze die Stimmung aufgelockert, so schwer ist doch die Thematik. Dabei ist es wichtig, dass wir uns dem Thema nähern und dieses so gut aufgearbeitet bekommen.

Pinocchio

Die Handlung: Choi Dal-po (Lee Jong-Suk) hat eine große Abneigung gegen Journalisten seit eine seine Familie zerstörte. Seine Adoptivschwester Choi In-ha (Park Shin-Hye) hingegen versucht trotz ihres Pinocchio-Syndroms, durch das sie nicht lügen kann, Journalistin zu werden. Da er sie nicht davon abhalten kann, versucht er ihr zu helfen und wird dadurch in dem Job angenommen, den er nie wollte. 

Meine Meinung: Ein absolutes Highlight K-Drama! Die erste Folge ist zwar etwas wirr, weil wir mehrfach Zeitsprünge machen, aber damit werden dann auch die Weichen gestellt und die wichtigsten Informationen für den Kontext gedroppt. Danach wird die Geschichte wesentlich geordneter erzählt und nur mit erklärenden Rückblenden ergänzt. Obwohl das Drama ungewöhnliche 20 Folgen hat, so hat doch jede ihre Daseins Berechtigung. Die Handlung bietet genug Ansatzpunkte, um von vorne bis hinten spannend zu bleiben. Teilweise fiel es mir sehr schwer auszuschalten und es wurde fortlaufend immer schwieriger verantwortungsvoll zu sein und schlafen zu gehen, statt weiterzubingen. Die Charaktere sind unglaublich toll aufgearbeitet und bekommen alle ihre verschiedenen Facetten und auch wenn es zwischendurch doch ganz schön viele Figuren und Namen waren, wird die Übersicht gewahrt. Mit Journalismus-Ethik und dem Pinocchio-Syndrom werden gleich zwei schwierige Themen behandelt, doch die Serie schafft es die Balance zu finden und beide Themen gut aufzuarbeiten. Dabei kommen verschiedene Positionen zu Wort und Meinungen können sich dabei auch ändern. Auch für die Herzschmerz-Front wurde gut gesorgt, aber in einem guten Maß zu den anderen Themen. Lee Jong-Suk kannte ich bereits aus W und Romance is a bonus book, hier gefiel er mir in seiner Rolle noch einmal besser, da er den Zwiespalt seiner Rolle sehr überzeugend rübergebracht hat. Auf jeden Fall eine große Sehempfehlung!

Habt ihr ein Drama davon gesehen? Wie hat es euch gefallen? Und was sind eure Dramen-Empfehlungen?