Eine Handvoll Serien – 4/21

Herzlich Willkommen zu vierten Ausgabe der serientastischen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit einem frischen Witwer, einer alkoholisierten Flugbegleiterin, Außerirdischen auf der Erde, einem tapferen Mädchen im Abenteuer Großstadt und ausgebrochenen Androiden.

The Unicorn – Staffel 1

Die Handlung: Wade hat vor einem Jahr seine Frau verloren. Nach der Trauerphase müssen er und seine beiden Töchter Natalie und Grace wieder nach vorne schauen. Immer mit dabei sind die befreundeten Pärchen Forrest und Delia und Ben und Michelle. Die sind es auch, die Wade ermutigen wieder zu daten. Denn als Witwer sei er ein „Unicorn“ und daher sehr begehrt bei den Frauen.

Meine Meinung: The Unicorn ist eine Comedy-Serie, die im Gegensatz zu Sitcoms nicht auf Massengags setzt, sondern die Charaktere aufbaut und durch die Interaktion dann für eine Menge guter Stimmung sorgt. Dabei hat jede Familie so ihre Eigenheiten, die aber einfach nur liebenswert sind. Die Freundschaft nimmt man ihnen ab, auch wenn bzw. gerade weil sie so verschieden sind. Der Fokus liegt grundsätzlich auf Wade und seine Geschichte, doch man erfährt auch eine Menge über die anderen. Die Folgen sind in sich abgeschlossen, auch wenn Wades Dates und die Überwindung der Trauerphase in allen Folgen eine Rolle spielt. Darüber hinaus geht es um Freundschaft, Familie und Beziehungen. Selten wird von diesen Themen abgewichen. Dadurch hat die Serie aber auch die Möglichkeit alle Aspekte zu durchleuchten. So schafft sie die richtige Balance aus Handlung, Charaktere und Witz.

The Unicorn ist bei Sky Ticket enthalten

The Flight Attendant – Staffel 1

Die Handlung: Cassie Bowden ist Flugbegleiterin für die Business und First Class. Auf einem Flug nach Bangkok trifft sie auf den charmanten Geschäftsmann Alex Sokolov, mit dem sie die Nacht verbringt. Nach einer alkoholreichen Nacht wacht sie neben Alex auf, dem die Kehle durchschnittnen wurde. Nach einem Anruf bei ihrer Anwaltsfreundin Ani, beschließt Cassie einfach zu fliehen, doch schon bald ist das FBI auf sie aufmerksam geworden – und nicht nur die.

Meine Meinung: Nachdem ich ein paar lobenswerte Kritiken über die Serie las, in denen vor allem Kaley Cuocos Schauspiel gelobt wurde, war ich neugierig. Da HBO Max noch nicht in Deutschland angekommen ist, landete die Serie auf Prime. Leider hatte ich die Kritiken wohl nicht genau genug gelesen, so war mir entgangen, dass es sich bei The Flight Attendant um einen Psychothriller handelt. Leider so gar nicht mein Genre. So kam es auch, dass ich mich mit der Serie sehr schwer getan habe. Denn womit ich grundsätzlich in Serien und Filmen nicht klar komme ist, wenn einem nicht geglaubt wird. Wenn alles danach aussieht, als ob die Person lügen würde und sich Familie und Freunde immer mehr abwenden, obwohl man als Zuschauer weiß, dass Cassie nicht verrückt ist oder sich das alles nur einbildet. Wenn ich von meiner subjektiven Abneigung mal absehe, ist die Serie dennoch spannend aufgebaut, auch wenn 1-2 Folgen weniger ihr durchaus gut getan hätten. Denn so rennt Cassie einmal zu oft von a nach b um das gleiche zu tun. Dabei sind es gerade die ersten und die letzten Folgen, die einen von der Qualität überzeugen und ordentlich in Atem halten. Über Kaley Cuocos Leistung kann man sagen, dass sie einfach nur dauerbetrunken spielt und dabei ihren üblichen Gesichtsausdruck aufsetzt. Man kann aber auch anerkennen, dass er gut zur Rolle passt.

The Flight Attendant ist bei Prime Video enthalten

Solar Opposites – Staffel 1

Die Handlung: Die Aliens Korvo, Jesse, Terry und Yumyulack mussten von ihrem Heimatplanten fliehen und landeten auf der Erde. Nun versuchen sie sich anzupassen und gleichzeitig einen Weg zu finden, um zurückzukehren.

Meine Meinung: Justin Roiland hat zusammen mit Dan Harmon an Rick & Morty als Showrunner gearbeitet. Nun landete seine neue Serie auf Star (Disney+). Der Vergleich mit Rick & Morty liegt allein durch den Zeichenstil nahe. Doch auch Erzählstil und vor allem der Humor ähneln sich. Dennoch ist Solar Opposites noch einmal von allem eine Schippe mehr. Derber, ruppiger, blutiger und vor allem gewalttätiger. Wer schon mit Rick & Morty seine Probleme hatte, wird hier ebenfalls nicht glücklich. Wer damit kein Problem hatte, dürfte hier fündig werden. Die ersten Folgen braucht die Serie auch noch, um sich zu finden. Dann sind Charaktere soweit gefestigt, dass man sich auf die einzelnen Folgen konzentrieren kann. Dabei sind es eher die Nebenhandlungen, die überzeugen können, wie z.B. die Badlandadaption mit geschrumpften Menschen. Leider bin ich bis zum Ende nur mit der Hälfte der Familie warm geworden, so dass es mir stellenweise schwer fiel, weiter zu schauen. Dennoch ist mein Interesse geweckt, so dass ich der zweiten Staffel wohl auch noch eine Chance geben werde.

Solar Opposites ist bei Disney+ enthalten

Hilda – Staffel 1

Die Handlung: Hilda lebt mit ihrer Mutter und ihrem Hirschfuchs Hörnchen mitten in der Wildnis. Bis sie dort ein Problem mit den Elflingen und ein paar Riesen hat. Ihre Mutter beschließt daher nach Trolberg zu ziehen, damit Hilda in einer sichereren Umgebung aufwächst. Diese ist davon nicht begeistert, zumal es ihr schwer fällt sich einzuleben. Doch in David und Frida findet sie Freunde.

Meine Meinung: Hilda mag vom Zeichenstil und auch von der Coloration eher einfach gehalten sein, aber dafür ist es wunderbar niedlich. Die Fantasiewesen entsprechen zwar auch den gängigen Klischees, dennoch passen sie wunderbar in die Welt und bekommen dort eine ganz eigene Richtung und werden mit so viel Liebe ausgebaut, dass sie schnell zu etwas besonderem werden. Wirklich besonders sind aber die Charaktere und die um sie gebaute Handlung. Irgendwo scheint es eine Serie über die Findungsphase eines Mädchens zu sein, die lange allein in der Wildnis lebte und sich jetzt in der Stadt einfinden muss, aber die Serie bietet so viel mehr. Die ganzen kleinen magischen Einfälle und Hildas sehr besondere Art an die Dinge heranzugehen, sind so liebenswürdig, dass ich mich in jeder Folge neu in die Serie verliebt habe. Ich freu mich schon auf die zweite Staffel.

Hilda ist bei Netflix enthalten

Westworld – Staffel 3

Die Handlung: Dolores hat es aus dem Park geschafft. Im Jahr 2058 in Neo-Los Angeles trifft sie auf Caleb, der ihr hilft und auf einmal mitten in den Ereignissen ist. Denn Dolores will die K.I., die das Leben der Menschen bestimmt vernichten. Dessen Erfinder Engerraund Serac versucht dies zu verhindern. Dafür holt er Maeve ins Boot.

Meine Meinung: Nachdem sich Staffel 2 ziemlich gezogen hat und durch gefühlt 100 verschiedene Zeitlinien kaum noch zu durchblicken war, bessert Staffel 3 hier deutlich nach. Wir haben es aus dem Park geschafft und erfahren, wie es den Menschen dort geht. Gerade mit Caleb haben wir auch die Bezugsperson zur unteren Schicht, die sich keinesfalls den Parkeintritt hätten leisten können. Auch hier ist es wieder schwierig den vielen Charakteren zu folgen, man muss bei jeder Folge am Ball bleiben. Doch im großen und ganzen ist alles ein bisschen leichter aufgebaut und die Entdeckung durch die reale Welt macht großen Spaß. Vielleicht gab es hier und da eine Intrige zu viel oder auch einen Charakter, der zu übermächtig erscheint, aber das sind alles verzeihbare Dinge, da das Gesamtkonzept der Staffel gut passt. Man hätte hier guten Gewissens Schluss machen können. Leider ist eine vierte Staffel geplant, die sich auf ziemlichen Trümmern aufbauen muss, was mich skeptisch auf die blicken lässt. Vielleicht wäre hier einfach gut gewesen. Eine Chance bekommt Staffel 4 dennoch.

Westworld ist aktuell bei Sky Ticket enthalten

Habt ihr eine davon gesehen? Wie hat sie euch gefallen?

Nomadland

Ein Vorwort

Womit verbindet ihr den Begriff „Nomaden“? Für mich ist das ein sehr alter Begriff und ich denke sofort an den Geschichtsunterricht. Das es auch in der heutigen Zeit noch Nomaden gibt, wusste ich nicht. Doch der diesjährige Oscargewinner zeigt einen genau dies und stellt eine fast vergessene Gruppe vor. Wie das in Filmform funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Nomadin Fern (Frances McDormand) reist durch die USA, nachdem in ihrer Heimat kein Job mehr zu finden war. Dabei nimmt sie überall Gelegenheitsjobs an und wohnt in ihrem Van. Dabei lernt sie allerhand Leute kennen.

Meine Meinung

Nomadland startet ganz unaufgeregt mit Fern, die ein paar Habseligkeiten in ihren alten Van hievt. Zu diesem Zeitpunkt weiß man noch nicht so richtig, wohin die Reise führt. Spoiler: Das weiß man auch am Ende noch nicht. Denn Nomadland erzählt eine halbfiktive Geschichte und orientiert sich dabei an Erfahrungen, die in der Buchvorlage, durch die Regisseurin Chloe Zhao und andere Nomaden gemacht wurden.
Genretechnisch ist der Film ebenfalls schwer einzuordnen. Zum einen ist es ein Roadtrip, da Fern durchs Land reist und dort auf allerhand Menschen trifft. Andererseits hat der Film durch die Stimmung und die gezeigten Bilder beinah etwas mediatives. Andererseits könnte man ihn auch als Dokumentation ohne übergeordneten Erzähler sehen. Also eine Dokumentation rein aus Ferns Sicht. Letztlich ist das Genre wohl irgendwo dazwischen zu suchen.
Die Grundstimmung des Films ist sehr ruhig und unaufgeregt. Man verfolgt Fern auf ihrer Reise, bei ihren Jobs, lernt mit ihr neue Leute kennen und lernt bei den Tricks für den Van dazu. So plätschert der Film über die halbe Spielzeit einfach nur dahin. Danach wird es noch einmal ein wenig persönlicher bzw. lernt man dann noch einmal deutlich mehr über Fern. Über die Familie und über ihre innere Zweifel und ihren Zwiespalt.
Denn genau diesen Zwiespalt beschreibt Nomadland praktisch in jeder Szene. Irgendwo treibt viele das Sozialsystem der USA – oder eher dessen Abwesenheit – ins Nomadenleben. Wenn die Rente nicht zum überleben reicht oder nicht einmal reicht, um eine Wohnung zu bezahlen. Andererseits ist es auch eine Chance auf eine Gemeinschaft, um sich aus der Einsamkeit zu ziehen. Gerade die jährlichen Treffen, wo sich alle austauschen können, bringt Leute zusammen. Sie können sich zeigen, wie sie ihre Vans aufgebessert haben und welche Jobs sie in der letzten Zeit hatten. So ist die grundsätzliche Gesellschaftskritik zwar da, aber es gibt auch immer die positiven Momente.
In sich ist der Film rund und geschlossen, auch wenn es wahrscheinlich noch viel zu erzählen gäbe. Gerade das Ende bleiben einen noch einmal nachträglich in Erinnerung, weil da noch einmal so viel Gefühl drin liegt und so viele Emotionen hochkommen.
Final bleibt die Frage, ob der Film ein würdiger Oscargewinner ist. Grundsätzlich kann ich sagen ja, weil der Film in sich rund ist und von Schauspiel – gerade von Frances McDormand –  über Kamera, gezeigte Bilder, Handlung, Musik und angesprochenen Themen alles bietet, was ein Oscarfilm braucht. Im Vergleich zu der ebenfalls nominiert gewesenen Konkurrenz, möchte ich noch kein Urteil fällen, weil mir immer noch ein paar fehlen und gerade von Promising Young Woman verspreche ich mir noch sehr viel.

Das Fazit

Nomadland ist ein fast meditativer Film, der sich vor allem in seine tolle Bilder versteht und die Handlung in einer Ruhe dahinplätschern lässt. Dennoch funktioniert das Konzept sehr gut. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Nomadland läuft seit dem 01.07.2021 in den deutschen Kinos

 

Der Rausch

Ein Vorwort

Zum ersten Mal gehört habe ich von dem Film bei der diesjährigen Oscarverleihung. Seitdem bin ich sehr gespannt, vor allem weil einem die ganze Hintergrundgeschichte so nahe ging – die Tochter des Regisseurs ist während der Dreharbeiten verstorben. Zeitgleich interessierte mich auch die Thematik. Nun war es endlich soweit. Wie ich den Film fand, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Lehrer Martin (Mads Mikkelsen), Tommy (Thomas Bo Larsen), Nikolaj (Magnus Millang) und Peter (Lars Ranthe) fühlen sich ein wenig ausgebrannt und gefangen. An einem Geburtstag diskutieren sie die Theorie von Finn Skaderud, dass der Mensch 5 Promille zu wenig Alkohol im Blut hat. Sie beschließen ein Experiment zu starten.

Meine Meinung

Als ich das erste Mal vom Der Rausch hörte, war ich skeptisch. Ein Film über ein Experiment, bei dem bewusst viel Alkohol konsumiert wird? Das konnte doch nur eine Verherrlichung der legalen Drogen werden. Doch dann kamen die ersten Kritiken, die ihn eher als Ode an das Leben beschrieben. Meine Neugier wurde größer. Und tatsächlich nimmt sich der Film diesem Spagat an und meistert ihn.
Aber von Anfang an. Zunächst werden die einzelnen Charaktere vorgestellt. In kurzen Einstellungen sieht man sie bei der Arbeit und mit welcher Motivation sie dabei sind. Dann haben wir auch schon den schicksalsgebenden Geburtstag, bei dem Skaderuds Theorie diskutiert wird. Dann geht es auch direkt los. Interessant ist hier, dass nicht einfach nur losgetrunken wird, sondern es als wissenschaftliches Selbstexperiment aufgezogen wird. Mit Theorie, Ausgangssituation und Zielen. Dadurch hat der Film ein gutes Konzept, das er bis zum Ende durchzieht.
Natürlich kommt es, wie es kommen muss. Eine Zeit lang geht alles gut, bis irgendwann die Ausreißer kommen und das Konstrukt in sich zusammen fällt. Beziehungen leiden, der Job leidet und auch die Freundschaft der vier Herren wird auf die Probe gestellt. Dennoch verliert der Film hier nie den Fokus. Anstatt in einer reinen Sauforgie zu enden, wird genau gezeigt, was kontrollierter und unkontrollierter Konsum ausrichten kann. Letztlich wird aber auch gezeigt, wie Eingefahrenheit im Job und in der Beziehung einen ebenso aus dem Konzept bringen können. Es ist also eine Ode an das Leben und nicht an den Alkohol.
Dieser feine Unterschied wird gerade am Ende deutlich. Hier kommt es wohl zu der ikonischten Szene des ganzen Films. So schafft der Film gerade am Ende noch einmal den Bogen und zeigt welche Gefahren im Alkoholismus lauern und wie man sich ein Stück Lebensqualität behält.
Schauspielerisch ist der Film fein besetzt. Aushängeschild ist hier der auch international bekanntere Mads Mikkelsen, doch auch seine Kollegen müssen sich keinesfalls verstecken. Gerade die kleinen Nuancen übermitteln alle sehr gut. Hier fühlt man sich in alle ein, auch wenn man von Martin (Mikkelsen) noch am meisten erfährt.

Das Fazit

Der Rausch ist einer dieser kleinen Perlen, die bis zu einem bestimmten Grad zwar vorhersehbar sind, aber es durch ihre Umsetzung wett machen. Und letztlich ist es einfach die besagte Ode ans Leben. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Der Rausch läuft seit dem 22.07.2021 in den deutschen Kinos

Ein Herz voll Leben

Ein Vorwort

Meine Sommerlektüren habe ich euch ganz frisch vorgestellt, als eine Anfrage bei mir eintrudelte. Dadurch, dass ich bei Ann-Kathrin Karschnick im Bloggerteam bin, durfte ich ihr neustes Werk unter dem Pseudonym Violet Thomas vorab für euch testen und kann euch jetzt einen Einblick ins Buch geben.

Die Handlung

Isabella Kramer ist stolz auf ihren Cupcake-Laden an der Ostsee, den sie von ihrer Großmutter übernommen hat. Bis ihre beste Freundin stirbt und sie auf einmal das Sorgerecht für die kleine Leni bekommt. Sie versucht ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und braucht jemanden, der ihr im Laden hilft. Da kommt Max wie gerufen. Doch seine Beweggründe sind nicht die, die Isabella erwartet.

Meine Meinung

Cupcake-Laden an der Ostsee? Ich war sofort beim Buch! Gleichzeitig wurde mir noch eine Liebesgeschichte versprochen, was will man mehr. Dann kam die Info, dass es auch um Trauerverarbeitung geht. Da wurde ich vorsichtig, ist es doch ein heikles Thema.
Aber mein Zögern war absolut ungebgründet. Autorin Violet Thomas schafft es das Thema mit nötigem Respekt anzureißen und die Verarbeitung auf eine herzenswarme Art zu meistern, so dass es trotz des schweren Themas eher ein Wohlfühlbuch geworden ist. Dabei geht sie das Thema überweiegend aus Isabellas Sicht an, die neben ihrer Selbstständigkeit und der Überforderung durch das Sorgenrecht auch noch mit dem Verlust der besten Freundin klar kommen muss. Nebenbei wird auch gezeigt, wie Leni versucht klar zu kommen, auch wenn es sich hier eher um einzelne Szenen handelt.
Das klappt sehr gut, weil Isabella jemand ist, den ich schnell ins Herz schließen konnte und deren Geschichte mir wichtig geworden ist. Zudem sind ihre Schwankungen auch nachvollziehbar. Sie trauert auf ihre eigene Weise und dabei möchte man sie stützen.
Die Kapitel werden abwechselnd aus ihrer und Max‘ Sicht erzählt. Dadurch hat man die Möglichkeit auch seine Beweggründe nachzuvollziehen – was einem nicht daran hindert, ihn ab und an mal durchschütteln zu wollen. Seine Geschichte braucht ein wenig länger, um einen abzuholen, auch danach ist der Charakter für mich weniger greifbar als Isabella. Nichtsdestotrotz bekommt er seinen Charakterbogen, wenn auch sehr spät.
Dass am Ende einges zusammenbricht, ist zwar absehbar, aber dennoch auf eine tolle Art gelöst. Kurzzeitig hätte ich nicht gedacht, dass die Autorin sich aus der Ecke wieder herausmanövrieren könnte, dabei schafft sie es fast spielerisch. Das Buch endet an einem guten Punkt, auch wenn man gerne noch ein bisschen Ostseeluft geschnuppert hätte.
Wenn ich noch einen Kritikpunkt äußern müsste, dann war es mir für das Setting ein bisschen wenig Ostseefeeling. Aber da der Fokus des Buches deutlich anders lag, gilt der Punkt eigentlich nicht.

Das Fazit

Ein Herz voll Leben versteht sich darauf eine locker leichte Geschichte zu erzählen, obwohl ein großes Thema die Trauerverarbeitung ist. Mit einer starken Protagonistin und einem tollen Schreibstil verzaubert Violet Thomas ihre Leserschaft.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Autorin, dass ich Teil des Bloggerteam sein darf und beim Verlag für das Vorabexemplar. Ich kennzeichne diesen Beitrag daher als Werbung.

 

Rückblick auf den Juli 2021

War das ein durchwachsender Monat. Mal warm, mal kalt, mal drückend heiß, mal komplett verregnet. Aber viel wichtiger: Die Kinos sind wieder geöffnet! Hoffen wir mal, dass es noch eine Weile so bleibt, aber die Chance habe ich mir nicht entgehen lassen!
Was ansonsten so los war im Juli erfahrt ihr jetzt in meinem medialen Rückblick.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

A Quiet Place II: Nach den Ereignissen in Teil 2 gibt Familie Abbott die Farm auf und sucht abseits der bekannten Pfade nach Hilfe. In einem alten Stahlwerk treffen sie auf Emmett, der ihnen hilft, aber als gebrochener Mann sie am liebsten sofort wieder loswerden will. Regan Abbott empfängt schließlich ein Signal und glaubt, dass es einen sicheren Hafen gibt. – Gelungene und spannende Fortsetzung des stillen Horros.

Cruella: Estella landet nach dem Tod ihrer Mutter in London, wo sie auf die beiden Gauner Jasper und Horace trifft. Nach vielen Jahren des lockeren Lebens findet sie eine Anstellung in einem Warenhaus und schafft es durch ihre Designkünste bei der Baroness Von Hellman angestellt zu werden. Doch dort erfährt sie Sachen über ihre Vergangenheit, den ihre dunkle Seite Cruella heraufbeschwört. – Stilsicher und doch einfach nur cool. Cruella haut einem als Gesamtkunstwerk einfach vom Hocker.

Black Widow: Natasha Romanoff alias Black Widow ist nach den Geschehnissen in Civil War auf der Flucht. In einer sicheren Unterkunft bringt ein Freund ihr ihre Post aus einem Haus in Budapest. Dort ist auch ein Koffer, den ihre Schwester Yelena geschickt hat. Als sie von einem maskierten Kämpfer angegriffen wird, schafft sie es nach Budapest zu fliehen, wo sie auf Yelena trifft. Diese ist frisch auf der Flucht vorm roten Raum – dem Programm, das beide in der Kindheit zu Profikillerinnen ausgebildet hat. Um diesen endgültig zu besiegen, müssen sie sich mit alten Bekannten zusammentun. – Gelungener Auftakt von Phase 4 und würdevoller Abschied der schwarzen Witwe.

Godzilla vs. Kong: Nachdem Godzilla in Florida eine Stadt angegreift, wird er nicht mehr von allen Seiten als Beschützer der Erde gesehen. Gleichzeitig wird der Forscher Dr. Nathan Lind  vom Milliardär Walter Simmons angeworben, um die Hohlerden-Theorie zu untersuchen. Dafür benötigen sie Kong, der inzwischen in einem künstlich geschaffenen Habitat lebt. – Viel Wumms, wenig Handlung, dafür viele Logiklöcher. Optisch auf jeden Fall sehenswert.

Nomadland: Die Nomadin Fern reist durch die USA, nachdem in ihrer Heimat kein Job mehr zu finden war. Dabei nimmt sie überall Gelegenheitsjobs an und wohnt in ihrem Van. Dabei lernt sie allerhand Leute kennen. – Beinahe mediativer Film über eine Frau, die alles verloren hat und sich nun irgendwie durchschlägt.

Der Rausch: Vier Lehrer fühlen sich ein wenig ausgebrannt und gefangen. An einem Geburtstag diskutieren sie die Theorie von Finn Skaderud, dass der Mensch 5 Promille zu wenig Alkohol im Blut hat. Sie beschließen ein Experiment zu starten. – Interessantes Experiment, eine Ode ans Leben.

Nobody: Hutch Mansell ist ein Vorstadtvater, der kein Problem damit hat, gedemütigt zu werrden. Doch nach einem Einbruch in sein Haus kommt seine dunkle Seite zum Vorschein und er startet einen brutalen Rachefeldzug. – Durchchoreographiert wie ein John Wick, aber streckenweise sehr platt, da nur die bekannten Klischees abgearbeitet werden. Stellenweise aber auch sehr unterhaltsam.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Der Spion: Mitten im kalten Krieg wird ein Geschäftsmann aus Großbritannien nach Russland geschickt, da er wenig Aufmerksamkeit auf sich zieht und so den Kontaktmann im Auge behalten kann. – Interessanter Cast und für eine gut erzählte Geschichtsstunde bin ich auch zu haben.

Minari – Wo wir Wurzeln schlagen: Jacob und seine Familie ziehen nach Arkansas, um dort eine kleine Farm aufzubauen. Dabei geht einiges schief. Dann reist die Großmutter aus Korea nach und Sohn David muss mit ihrer Art umgehen lernen. – Diesjähriger Oscarkandidat und es verspricht eine schöne Familiengeschichte zu werden.

In the Heights: In den Washington Heights treffen wir auf eine Gemeinschaft voller Träume rund um den Bodega-Besitzer Usnavi. – Ein Film über ein Musical von Lin-Manuel Miranda. Ja, derjenige, der Hamilton geschrieben hat. Muss ich mehr sagen?

Cash Truck: H nimmt einen Job bei einer Geldtransporter-Firma an, die kurz darauf überfallen wird. Dabei setzt er die Gangster außer Gefecht. Woher kommt seine Treffsicherheit und was sind seine Motive? – Actionfilm mit Jason Statham, wobei die Action gut dosiert aussieht.

Jungle Cruise: Lily Houghton sucht nach einem Baum mit Heilkräften. Dafür braucht sie die Hilfe von Bootsbesitzer Frank, der sie über den Amazonas bringen soll. Eine halsbrecherische Reise steht bevor. – Dem nächsten Film über eine Disneylandattraktion, der erstmal nach viel CGI aussieht.

Filme – auf großem Ferseher gesehen

The Tommorow War: 2022 bekommt die Menschheit Besuch aus der Zukunft. Denn 2051 steckt die Menschheit im Krieg mit Aliens und es sieht schlecht aus. Deswegen werde. Soldaten aus der Vergangenheit benötigt um für 7 Tage in der Zukunft zu kämpfen. Einer davon ist Dan Forester. – Nicht wirklich logisch, nicht wirklich gut, aber ein bisschen Action für Zwischendurch.

Die Vögel: Mitch Brenner spielt Melanie Daniels einen Streich. Sie will sich rächen und fährt dafür zu seinem Haus in Bodega Bay. Dort bleibt sie unerwartet länger und kommt Mitch näher. Doch die Vögel in Bodega Bay fangen an sich sehr merkwürdig zu verhalten. – Klassiker von Hitchcock mit sehr unbefriedigendem Ende.

Kill your friends: In den 1990er Jahren versucht der Musikproduzen Stelfox als A&R-Manager den Durchbruch zu schaffen. Doch die Musikszene ist ein Haifischbecken. Es wird blutig. – Irgendwie nicht spannend, eindimensionale Charaktere und alles viel zu übertrieben.

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Dad stop embarassing me – Staffel 1 (Nicht witzig, platte Charaktere, konnte mich nicht überzeugen)

Lucifer – Staffel 5 (Zwischendurch gab es wirklich gute Folgen, aber im großen und ganzen nur noch Beziehungsdrama. Die Luft ist leider seit längerem raus)

Loki – Staffel 1 (Diese Mischung aus Bürokratie, Loki und Zeitreise macht einfach nur Spaß. Spannend, tolle Charaktere und erwähnte ich diese Bürokratie?)

Fresh Fried & Crispy – Staffel 1 (Daym Drops präsentiert allerlei Leckereien aus den USA. Manchmal vielleicht ein wenig zu fettig, aber oftmals Leckereien dabei)

Never have I ever – Staffel 1 (Stellenweise gute Einfälle, im großen und ganzen eher typische Teenagerprobleme, dafür aber ein toller Erzählstil)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8+3 (=nicht in der Wortwertung)
Seiten gesamt: 2.615
Seiten pro Tag:  84 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 4
E-Book: 2
Manga: 1
Hörspiel: 3

Palast aus Gold und Tränen: Die Dämonenjägerinnen Schneeweißchen und Rosenrot sind auf der Spur der Hexe aus Band 1. Dafür müssen sie ins Zarenreich und damit ins Reich der Baba Yaga. Doch ihre Liebe könnte ihnen dort den Kopf kosten. – Spannende und märchenhaftige Fortsetzung. Jetzt heißt es Warten auf Band 3.

Wild like a river: Jackson ist mit einem Freund im Jasper Nationalpark unterwegs. Als dieser sich verletzt lernt er Haven kennen, die mit ihrem Vater, einem Ranger, im Park lebt. Beide kommen sich näher. Wenn Jackson zurück zum Studium reist, folgt Haven ihm. Jetzt muss sie versuchen in der Stadt zurecht zu kommen. – Typische New Adult Geschichte, aber mit der Natur Kanadas. Habe den Charakteren die Liebesgeschichte nicht ganz abgenommen, aber die Coming-of-age Geschichte war toll.

Die Chroniken von Alice 2 – Die schwarze Königin: Alice und Hatcher sind den Fängen der alten Stadt entkommen. Doch statt in Freiheit finden sie sich in einer verbrannten Ebene wieder. Auf der Suche nach Hatchers Tochter Jenny müssen sie neue Abenteuer bestreiten. – Am Anfang brauchte ich ein bisschen um reinzukommen, aber ab einem gewissen Punkt, ist der Sog des Buches unaufhaltbar.

Fight for forever: Im dritten Band der Reihe muss Gabriel Legend sich seiner Vergangenheit stellen, um sich und alle, die er liebt zu schützen. Er muss wortwörtlich für sein Happy-end kämpfen. – Nach dem Cliffhanger am Ende von Band 2 waren meine Erwartungen hoch, doch das Buch zieht sich wieder, um die Auflösung ans Ende innerhalb weniger Seiten zu quetschen.

Eisige Wellen: Alina und Mal sind dem Dunklen entkommen, doch ihr Glück wärt nicht lange. Auf der Flucht landen sie ausgerechnet dort, wo sie nie wieder hin wollten. Jetzt muss Alina zeigen, was sie kann. Dabei trifft sie auf neue Verbündete und muss um alte Freunde kämpfen. – Zweiter Teil, der die Figuren für Band drei vorbereitet, aber dennoch einiges zu erzählen hat. Es wird nicht langweilig! PS: Ich wäre dann jetzt bereit für Staffel 2 von Shadow & Bone.

My roomate is a cat 4: Subaru hat sich seiner Angst gestellt und eine Signierstunde für seine Bücher abgehalten. Außerdem kommt Leben in seine Wohnung. Haku ist derweil damit beschäftigt, mit den Veränderungen ebenfalls zurechtzukommen. – Auch der vierte Band ist einfach wieder zuckersüß. Vor allem die Veränderungen bei Subaru sind toll zu sehen.

Ein Herz voll Leben: Isabella Kramer ist stolz auf ihren Cupcake-Laden an der Ostsee. Bis ihre beste Freundin stirbt und sie auf einmal das Sorgerecht für die kleine Leni bekommt. Sie versucht ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und braucht jemanden, der ihr im Laden hilft. Da kommt Max wie gerufen. Doch seine Beweggründe sind nicht die, die Isabella erwartet. – Herzzerreißend und voller Mitgefühl. Zwischenzeitlich will man einzelne Charaktere einfach nur schütteln, aber letztlich siegt die Wohlfühlseite.

Malady Wayward: Malady reist aus Nashville nach Madeira, um einen Au-Pair Job anzunehmen. Doch das Anwesen ist wesentlich heruntergekommen als auf den Fotos und über den beiden dort lebenden Brüdern hängt ein Schatten. Was ist passiert? Schneller als ihr lieb ist wird Malady in einen Strudel aus Gewalt, Dominanz und Geheimnissen. – D. C. Odesza steht für Erotik mit Thrillelementen und vor allem Darkanteil. Man sollte hier nicht alles hinterfragen, kann die Geschichte aber so durchaus genießen.

Rufus T. Feuerflieg – Folge 6-8: Anwalt Rufus T. Feuerflieg hat auch in den nächsten Folgen allerhand zu tun. Zeitreisen, ein Poltergeist und eine etwas andere Dungeons and Dragons Version wartet auf seinen brillianten Verstand. – Tommy Krappweis versteht es wieder einmal in kurzen Episoden das größtmögliche Lachpotential zu entfalten. Einfach nur empfehlenswert. 

Fall of Legend

Ein Vorwort

Zur Zeit bin ich ganz gut dadrin Reihen abzuschließen, weswegen es hier relativ viele Reihenvorstellungen gibt. So nun auch die Legend-Reihe von Meghan March. Nachdem mich 2019 ihre Sinful-Reihen begeistern konnten und prompt Jahreshighlight wurden, habe ich mir bewusst Zeit gelassen mit der nächsten Reihe. Warum mich die Legend-Reihe nicht ganz überzeugen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die übergreifende Handlung

Scarlett Priest ist It-Girl, kommt aus gutem Haus und hat ihren Traum mit ihrem eigenen Store wahr gemacht. Damit hat sie alles, was sich Gabriel Legend nur wünschen kann. Nach etlichen illegalen Boxkämpfen hatte er genug Geld zusammen, um einen legalen Club zu eröffnen. Doch am Eröffnungswochenende kommt es zu einer Schießerei, die seinen Ruf zerstört. Können sie trotz der unterschiedlichen Welten, aus denen sie kommen, zusammenfinden?

Fall of Legend

Die Handlung: Scarlett Priest erwacht in einem Teppich. Sie wurde entführt und findet sich kurz darauf Gabriel Legend gegenüber. Das es sich bei der Entführung um ein Missverständnis handelt, ist für Legend zweitrangig, kann sie ihn doch aus seiner Notlage helfen. Durch ihre Bekanntheit als It-Girl kann sie allein durch ihre Anwesenheit seinen Club vielleicht retten. So schließen sie einen Deal, der jedoch durch ihre aufkommenden Gefühle bedroht wird.

Meine Meinung: Fall of Legend beginnt zunächst spannend und stellt wie Protagonisten kurz vor. Man könnte dann also so richtig in die Handlung starten, nur passiert erst einmal eine ganze Weile gar nichts. Scarlett trifft sich mit ihren Freundinnen, Legend versucht sie auf Abstand zu halten und sorgt sich um seinen Club. Scarlett taucht im Club auf und feiert mit ihren Freundinnen. Legend wird von seinem besten Freund ermahnt vorsichtig zu sein. Und so weiter. Das ganze Buch lang. Dank eines sehr flüssigen Schreibstils habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen, weil ich verzweifelt darauf hoffte, dass irgendwann noch etwas passieren würde. Die erste richtige Annäherung gibt es kurz vor Ende und dann ist das Buch auch schon wieder vorbei. Die knisternden Szenen, die man von der Autorin gewohnt ist, fehlen beinahe vollständig, was die mangelnde Handlung ja noch irgendwie entschuldigt hätte. So weiß man am Ende eine Menge über die Protagonisten, aber hat keine Ahnung, in welche Richtung die Reihe gehen soll.

House of Scarlett

Die Handlung: Scarlett und Legend gehen getrennte Wege, weil Legend Angst hat, sie zu sehr an sich heranzulassen. Beide vermissen einander, schaffen es aber nicht über ihren Schatten zu springen. Erst als Scarlett ins Krankenhaus muss, nähern sie sich wieder an.

Meine Meinung: Zweite Bände haben meist das Problem, das sie reine Füllerbände sind, um das große Finale vorzubereiten. Das beste Beispiel dafür ist House of Scarlett. Im Prinzip ist der Band nur dafür da, um die beiden Protagonisten dazu zu bringen, wieder miteinander zu reden, sich ein bisschen näher zu kommen und die wichtigsten Nebencharaktere für Band 3 zu etablieren. So wirklich Handlung sucht man auch hier vergebens. Dabei sind es gerade die Charaktere, die man liebgewinnt und von denen man mehr erfahren will. Doch dann dreht sich die Handlung wieder und wieder im Kreis und kommt nicht vorwärts. Letztlich ist hier die Frage, ob es besser geworden wäre, wenn man alles kompakter und nicht auf Zwang auf eine Trilogie gestreckt hätte. Wenn man sich auf die Kernhandlung konzentriert hätte, anstatt überall nochmal ausschweifende Nebenhandlungen zu haben, die nichts voran bringen. Genug tolle Nebencharaktere, um die es in Folgebänden hätte gehen können, gibt es auf jeden Fall. Und dann kommt das Ende, mit einem riesigen Cliffhanger, so dass man doch wieder zum dritten Band greift.

Fight for forever

Die Handlung: Gabriel Legends größte Angst ist wahr geworden. Seine Vergangenheit hat ihn eingeholt und bedroht nun Scarlett und seine Liebsten. Nur ein Boxkampf kann sie nun retten. Doch schafft er es innerhalb von einem Monat in Form zu kommen?

Meine Meinung: Nach dem Cliffhanger am Ende von Band 2 erwartet man, dass es in Band 3 nun endlich spannend wird und endlich mal etwas passiert. Doch nach ein paar Seiten, die man atemlos verschlungen hat, wird man erstmal wieder vertröstet. Es gibt wieder genügend nebensächtliche Dinge, die ausschweifend erzählt werden müssen. Das Buch nähert sich irgendwann bereits dem Ende und man wartet immer noch auf den Boxkampf. Dieser ist dann irgendwann da, nur um dann alle noch offenen Probleme – und davon gibt es einige – innerhalb von ein paar kurzen spannenden Szenen abgearbeitet zu haben. Schwupps hier ist die Lösung, auf die der Leser drei Bände hingearbeitet hat. Ein bisschen verarscht fühlt man sich dann doch. Für alles war Zeit, außer für die Aufklärungen und Problemlösungen. Warum ich die Reihe trotz all meines Gemeckers nicht als wirklich schlechte Reihe ansehe, liegt vor allem an den tollen Charakteren und dem wunderbar flüssigen Schreibstil der Autorin. Ein bisschen enttäuscht über den Erotikanteil war ich dann doch, weil ich von der Autorin einfach anderes gewohnt bin.

Das Fazit

Die Fall of Legend Reihe von Meghan March ist wie üblich gut geschrieben und hat tolle Charaktere. Leider ist die Handlung für eine Trilogie viel zu dünn, so dass sich jeder Band überflüssig gestreckt anfühlt und einfach nicht in Fahrt kommt. Hier wäre beinahe ein Band ausreichend und man hätte genauso viel erzählen können.

Loki

Ein Vorwort

Der Marvel-Serienmarathon auf Disney+ geht weiter. Nachdem wir uns filmisch wahrscheinlich von Loki verabschieden können, bleibt er uns zumindest vorerst in der Serienlandschaft erhalten. Nachdem nun auch eine zweite Staffel kurzfristig bestätigt wurde, wollen wir doch mal einen Blick auf die erste Staffel werfen.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme man vorab aus dem MCU gesehen haben sollte: Thor, Thor 2 – The Dark Kingdom, The Avengers
Welche Filme aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: Thor 3 – Ragnarök, Avengers – Infinity War, Avengers – Endgame – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (für die Links einfach die Titel anklicken).

In Thor (2011) lernen wir Loki kennen, der als Baby von Odin als Kriegsbeute von den Eisriesen mitgenommen wurde und als Bruder Thors aufwuchs. Als dieser den Thron Asgards besteigen soll, tauchen Eisriesen auf und stören die Zeremonie. Getrieben von Loki reist Thor mit seinen Freunden nach Jotunheim, um dort Vergeltung zu verüben. Odin kann dies noch verhindern, verbannt Thor aber auf die Erde. Während dieser versucht auf der Erde klarzukommen, fällt Odin in einen tiefen Schlaf. Loki nutzt die Chance und besteigt den Thron. Zusätzlich schickt er den Destroyer auf die Erde, um seinen Bruder endgültig auszuschalten. Dies misslingt jedoch. Auf dem Bifröst kommt es zum Kampf zwischen den beiden Brüdern. Thor wird von Odin gerettet, Loki stürzt sich freiwillig hinab.
In The Avengers (2012) taucht Loki wieder auf und schnappt sich den Thesserakt, einen der Infinity-Steine. Dabei kontrolliert er den Wissenschaftler Erik Selvig und Clint Barton alias Hawkeye. Daraufhin werden die Avengers zum ersten Mal zusammengerufen. Loki kann nach einem Auftritt in Stuttgart zunächst festgenommen werden, entfesselt aber kurz darauf den Hulk und kann so entkommen. Das Team muss sich wieder zusammenraufen, da Loki ein Portal in New York eröffnet hat und die Streitmacht der Chitauri die Erde angreift. Am Ende können die Avengers siegen und Loki wird gefangen genommen.
In Thor – The Dark Kingdom wird Loki verurteilt und sitzt in Asgard im Gefängnis. Beim Angriff der Dunkelelfen stirbt Frigga, seine Mutter, Odin will daraufhin Thors große Liebe Jane Foster, die den Äther durch einen Unfall in sich trägt und daher Angriffziel der Dunkelelfen war, als Köder einsetzen. Thor will das aber unter seinen Bedinungen klären, wofür er Lokis Hilfe braucht. Loki stirbt beim Kampf vermeintlich. Thor und Jane schaffen es mit Hilfe von Freunden die Dunkelelfen zu besiegen. In der After-Credit-Scene sieht man, wie sich Loki als Odin ausgibt, um Thor auf die Erde zu locken, damit er dort mit Jane glücklich wird.
Weitere wichtige Fakten: In Thor 3 – Ragnarök stellt sich Loki schlussendlich auf Thors Seite und hilft dabei die Asen vor der Zerstörung Asgards zu retten. In Infinity War wird Loki von Thanos in der Anfangsszene getötet. In Endgame reisen die Avengers in der Zeit zurück. Unter anderem ins Jahr 2012 und zur Handlung von The Avengers, wo der gefangen genommene Loki mit dem Tesseract antkommen kann.

Die Handlung

Loki Laufeyson (Tom Hiddleston) konnte durch die Zeitreise der Avengers in Endgame mit dem Tesseract fliehen. Doch seine Freude wehrt nur kurz, denn die TVA fässt ihn kurz darauf, weil er gegen den wahren Zeitstrahl verstoßen hat. Er landet vor Gericht und steht kurz vor der Stutzung – also der endgültigen Auslöschung. Doch Agent Mobius (Owen Wilson) setzt sich für ihn ein, da er seine Hilfe braucht, um eine Variante zu finden, die einige Zeitagenten ausgelöscht hat.

Meine Meinung

Loki ist wohl einer der coolsten Bösewichte, die das MCU (Marvel Cinematic Universe) zu bieten hat. Doch nach den drei Thorfilmen und seinem Auftritt in The Avengers, merkte man schon, dass der Figur langsam die Luft ausging. Gerade in Thor 3 – Ragnarök war er kaum mehr als eine Parodie auf sich selbst. Als die Serie zu Loki angekündigt wurde, war ich dementsprechend skeptisch. Bewusst habe ich mir keinen Trailer angesehen, sondern mich ganz unvoreingenommen auf die Serie eingelassen.
Mit der Idee der Zeitreise und das es sich beim gezeigten Loki nicht um den toten aus dem Filmbereich, sondern eine Variante handelt, funktioniert die Serie erstaunlich gut. Die Serie braucht ca. zwei Folgen um in Fahrt zu kommen. Man lernt die TVA kennen, die so wunderbar voller Bürokratie ist. Man möchte sagen, wie aus den 1970er Jahren – oder eben aus den deutschen Behörden in der heutigen Zeit. Dann hat die Serie ihren Rhythmus gefunden und funktioniert gerade wegen der guten Chemie zwischen Loki und Mobius. Loki darf sich hier noch einmal ganz neu entwickeln und wir kriegen auch ganz neue Facetten von ihm zu sehen. 
Der Zeitreisenaspekt funktioniert bis zu einem gewissen Grad, dann treten die üblichen Logiklöcher auf. Wenn man diese einfach akzeptiert, statt zu hinterfragen, hat man mit der Serie eine Menge Spaß. Gerade das Ende lässt einen dann aber wieder hinterfragen, inwiefern die Serie doch noch Auswirkungen auf die Filme – gerade Doctor Strange 2 – haben könnte. Material für die zweite Staffel ist auf jeden Fall noch da. Dennoch wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, die Serie einfach mit ein paar mehr Folgen zu konzipieren, statt gleich eine weitere Staffel draus zu machen.
Grundsätzlich funktioniert die Staffel aber wirklich gut. Es gibt immer wieder neue Handlung, nichts wirkt erzwungen oder gestreckt, es gibt genügend kleine (oder größere) Anspielungen für die Comicfans, tolle Charaktere und genügend zu entdecken. Auch Loki und sein Humor funktioniert wieder deutlich besser, auch wenn er mit der Zeit immer ernster wird. So ist die Vorfreude auf Staffel 2 auf jeden Fall da.

Das Fazit

Loki funktioniert als Serie erstaunlich gut, hadert mit ein paar Logiklöchern im Zeitreisesegment, funktioniert aber gerade durch die Charaktere und die kleinen Feinheiten. Für Loki-Fans auf jeden Fall einen Blick wert.

Ophelia Scale

Ein Vorwort

Manchmal kommen Jahreshighlights einfach zu einem. Das erste Ophelia Scale Buch habe ich mir eigentlich eher zufällig zugelegt, weil ich noch eins für meine 21 für 2021 Reihe gebraucht habe. Dann lag es ein halbes Jahr auf meinem SuB und ich hatte nicht so recht die Motivation es zu lesen. Eher durch Zufall habe ich es schließlich im Rahmen eines Buddyreads angefangen und konnte es ab da nicht mehr aus der Hand legen. Alle drei Bände habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Was die Reihe so besonders macht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die übergreifende Handlung

Ophelia Scale lebt in der Zukunft. Doch ein paar Jahre zuvor hat König Leopold de Marais von Europa die Abkehr ausgerufen. Das bedeutet der Verzicht auf Technik. Für Ophelia ist dies gleichbedeutend mit einer verbauten Zukunft. Sie schließt sich der Rebellengruppe ReVerse an, die ein Attentat auf den König planen.

Band 1: Die Welt wird brennen

Die Handlung: König Leopold de Marais sucht neue Anwärter*innen für seine Leibgarde. Dies ist die Chance für die Rebellengruppe ReVerse Leute einzuschleusen. Darunter auch Ophelia Scale, die die Vorauswahl übersteht und in die Hauptstadt Maraisville zieht. Dort trifft sie auf Lucien, den sie sofort sympathisch findet. Doch es gibt ein Problem: Lucien ist der jüngere Bruder des Königs.

Meine Meinung: Das Buch hatte mich ab Seite 1. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und der Erzählstil wunderbar spannend und doch mit einem leicht ironischen Unterton. Man wird sofort in eine spannende Szene geworfen und entdeckt die Welt nach und nach. Dabei werden immer nur die notwendigen Informationen rausgegeben, um die Szene nachvollziehen zu können, ohne einen Welterklärungsvortrag zu halten. Von Anfang an wird man in Atem gehalten, dennoch gibt es die ruhigeren Momente, in denen man durchatmen kann. Hinzu kommt, dass die Charaktere einfach nur liebenswert sind. Seien es die beiden Protagonist*innen Ophelia und Lucien, aber mir haben es auch gerade die Nebencharktere angetan, wie Caspar Dufort oder auch Leopold de Marais. Gegen Ende gab es dann ein paar Entwicklungen, die mich sehr mitgenommen haben und der Cliffhanger am Ende – ich hatte Band 2 natürlich noch nicht griffbereit – hätte mich fast in den Wahnsinn getrieben. Also seid schlauer als ich und kauft die Trilogie zusammen!

Band 2: Der Himmel wird beben

Die Handlung: Nach dem gescheiterten Attentat bekommt Ophelia ein Angebot, das ihr eine mildere Strafe zusichert. Dafür wird sie als Spionin bei ReVerse eingeschleust. Dort trifft sie auf alte Bekannte. Doch die Widerstandsgruppe ist nicht mehr die, die sie kannte. – Gekürzt um Spoiler zu den Vorbänden zu vermeiden

Meine Meinung: Kennt ihr diese Fantasy-Trilogien, bei der der zweite Band nur so ein Füller ist, der irgendwie Band 1 und 3 verbindet oder ein paar Weichen stellt, um die große Endschlacht vorzubereiten? Nun dies ist in Der Himmel wird beben nicht der Fall. Der zweite Band knüpft direkt an die Geschehnisse und vor allem an den großen Cliffhanger aus dem ersten Band an, schafft es diese in eine neue Richtung zu kanalisieren und daraus eine ebenso spannende Geschichte zu spinnen. Mitunter dachte man, dass sich die Autorin in eine Ecke verrannt hat, aus der sie nicht mehr rauskommt. Doch das schafft sie immer und auf so nachvollziehbare Art, das man es einfach nicht kommen sieht. So überrascht sie einen mehrfach und dadurch bleibt die Handlung weiterhin spannend. Dennoch bleibt genügend Stoff für Band 3. Auch hier gibt es am Ende wieder einen ziemlichen Cliffhanger, weswegen man auch den finalen Band direkt griffbereit haben sollte.

Band 3: Die Sterne werden fallen

Die Handlung: Ophelia Scale und Lucien de Marais stehen vor neuen Herausforderungen. Sie müssen Verluste verarbeiten und sich gleichzeitig für den letzten großen Kampf rüsten. – Gekürzt um Spoiler zu den Vorbänden zu vermeiden

Meine Meinung: Nachdem ich am Ende von Band 2 sehr verschnupft und in tiefer Trauer war, brauchte ich am Anfang von Band 3 ein wenig um wieder in die Handlung zu kommen. Das lag zum einen daran, dass sich die Handlung mit den neuen Begebenheiten selbst wieder finden musste, aber vor allem weil ich Angst hatte. Angst vor dem Ende des Buches. Angst, dass die Geschichte bald zu Ende gehen könnte und ich mich von all den Charakteren verabschieden müsste. Angst, weil ich die Reihe nie wieder so unvoreingenommen lesen könnte. Denn das erstaunlichste an der Reihe ist, wie sehr sie mich mitgenommen hat. Wenn etwas passierte, was mir nicht passte, hatte ich beinahe körperliche Schmerzen, wenn ich um einen Charakter gebangt habe, hat die Welt um mich herum aufgehört zu existieren. Ich habe selten eine so gut durchdachte Fantasy-Reihe gelesen! Bis zum Ende sind alle Wendungen durchdacht. Ich hätte mir das Ende vielleicht etwas ausführlicher gewünscht, aber grundsätzlich war es rund und die Geschichte ist in sich abgeschlossen – und das ist auch so ziemlich mein einziger Kritikpunkt an der gesamten Reihe.

Das Fazit

Ophelia Scale ist eine dieser Reihen, die spielerisch eine Welt kreieren, sie im genau richtigen Ausmaß beschreibt, tolle Charaktere hat, eine spannende Handlung und einen einfach von vorne bis hinten in Atem hält. Aus jeder potentiellen Ecke windet sich die Autorin spielerisch wieder raus und schafft so eine Reihe, die einfach von vorne bis hinten rund und logisch ist. Großen Respekt und große Leseempfehlung!

Sommerlektüren – Ausgabe 2021

Es ist Sommer! Damit wurde es für mich wieder Zeit für Sommerlektüren. Diesmal habe ich mir drei ausgesucht – bin also weniger eskaliert als letztes Jahr – die ich euch heute vorstellen möchte – natürlich mit Sommerlektürenfaktor!

Heute Abend in der Eisdiele am Meer – Holly Hepburn*

Die Handlung: Gina lebt in London als Projektmanagerin. Doch als sich ihr Großvater den Fuß bricht, lässt sie alles stehen und liegen und reist nach Cornwall in den verschlafenen Ort Polwhipple, um in der Eisdiele ihrer Großeltern mitzuhelfen. Als sie den heruntergekommenen Zustand des örtlichen Kinos sieht, kann sie gar nicht anders, als es als Projekt anzugehen. Hilfe bekommt sie von ihrem Jugendfreund Ben, sehr zum Missfallen ihres Freundes Max, der in London geblieben ist.

Meine Meinung: Da es sich bei diesem Buch um ein Rezensionsexemplar handelt, habe ich es auch schon in einem separaten Beitrag vorgestellt. Die kleine Eisdiele am Meer ist eine wunderbare Sommerlektüre und verbindet Lust auf Eis und Meer mit Fernweh. Lediglich kleinere Schönheitsfehler sind vorhanden, die den Lesefluss jedoch nicht stören. Wer sich also an die Küste Cornwalls träumen will, sollte in dieses Buch mal reinschauen.

*[Werbung|Rezensionsexemplar]

Sommerlektürenfaktor: ****

Bernsteinsommer – Anne Barns

Die Handlung: Christina hat sich ihren Traum vom eigenen Café erfüllt. Bis ein Wasserrohrbruch ihre Pläne über den Haufen wirft. Da ihr Vater mit Alzheimer in einem Pflegeheim ist, findet sie in seinen Sachen eine Reihe von Gemälden. Die Spurensuche führt sie nach Rügen und Hiddensee. 

Meine Meinung: Mit Anne Barns bin ich die letzten beiden Jahre im Sommer stets zufrieden gewesen. Daher musste sie auch dieses Jahr wieder in meine Sommerlektürenliste auftauchen. Meine Erwartungen waren wie bisher, dass die Protagonisten irgendwann an der deutschen Küste landen und dort ein paar schöne Tage verbringen, gerne mit einem Familiengeheimnis. Diesmal jedoch braucht die Handlung eine ganze Weile um so weit in Schwung zu kommen, dass wir es bis nach Rügen geschafft haben. Dabei ist diese umfassende Handlung nicht uninteressant, aber eben nicht die, die ich von einer Sommerlektüre erwarte. Der Abschnitt auf Rügen und Hiddensee hingegen war genau das, was ich erwartet habe. Hier kommt Urlaubsehnsucht auf und man träumt sich zum Meeresrauschen an die Küste. Christina ist auch wieder eine sehr sympathische Protagnistin, die diverse Rückschläge zu bewältigen hat. So ist es ein rundes Buch, nur eben schade, dass der Küstenanteil diesmal so gering ist.

Sommerlektürenfaktor: ****

Sehnsucht in Aquamarin – Miriam Covi

Die Handlung: Polly und Jette wurden als Kinder von ihrer Mutter verlassen. Während Jette seitdem ruhelos um die ganze Welt jettet, zieht sich Polly in ihre Dachgeschosswohnung in Stuttgart zurück. Bis Jette ihre Mutter findet. In Maine. Die Schwestern reisen nach Bar Harbor, treffen dort aber auf mehr als nur ihre Mutter. 

Meine Meinung: Nach Cornwall und Rügen hielt ich es nicht für verkehrt auch der USA eine Chance zu geben. Und die Küste Maines klang da nicht verkehrt. Bekommen habe ich eine Familien- und Liebesgeschichte mit Outdoorfeeling. Nicht so ganz, was ich mir erhofft hatte, aber grundsätzlich doch eine spannende Geschichte. Wir haben die beiden sehr unterschiedlichen Schwestern, die beide irgendwo auf ihre Art sympathisch sind – auch wenn man Jette gerne ab und an schütteln würde. Dann haben wir den Sommer in Maine und den Acadia National Park, der das Outdoorherz höher schlagen lässt. Soweit wäre es passend zur Sommerlektüre. Nur leider liegt der Fokus nur ab und an auf den örtlichen Begebenheiten und wesentlich mehr auf das familiäre Drama, das sich auf den 496 Seiten zwischenzeitlich ganz schön zieht. Leider dreht sich die Handlung dann auch mehrmals im Kreis, was dem Buch im Großen und Ganzen nicht wehtut, aber man hätte die Geschichte auch kürzer erzählen können.

Sommerlektürenfaktor: ***

Godzilla vs. Kong

Ein Vorwort

Warner Brothers versucht nicht nur verzweifelt das DC Extended Universe am Laufen zu halten, sondern auch ihr MonsterVerse. Der vierte Film der Reihe sollte nun ihr beiden Giganten aufeinander treffen lassen, wurde aber erst einmal immer weiter nach hinten geschoben. Irgendwie ist der Trailer auch völlig an mir vorbeigegangen, weswegen ich sehr unvoreingenommen und ohne Erwartungen an den Film herangegangen bin. Was der Film letztlich kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

In Godzilla (2014) untersuchen Ford Brody und sein Vater Joe die Ruinen eines 1999 eingestürzten Atomkraftwerks in Japan. Joe glaubt, dass es sich damals nicht um ein Erdbeben handelte, sondern mehr dahinter steckte. Sie treffen auf eine ausgebaute Forschungsstation der Privatorganisation Monarch und auf Dr. Serizawa, der den beiden von dem Monster „Muto“ genannt berichtet, dass sich dort eingehüllt von der Radioakitvität ernährt. Als es ausbricht, bricht gleichzeitig in Nevada ein Weibchen aus. Dadurch wird jedoch ein mächtiger Gegner aktiviert: Godzilla. Nach einem ersten Kampf verfolgt Godzilla das Männchen und auch das US-Militär hat Pläne, die jedoch dazuführen, dass San Francisco von einer Atombombe bedroht wird. Im finalen Kampf kann die Bombe entschärft werden und Godzilla besiegt die beiden Mutos, bevor er wieder in die Tiefen des Ozeans verschwindet.
In Godzilla II: King of the Monsters (2019) erkunden die Forscherin Emma Russel und ihre Tochter Madisson trotz politischen Widerstands gegen die Organisation Monarch sogenannte Titanen. Bei einem Überfall durch den Söldner Alan Jonah werden Emma und Madison entführt. Monarch wendet sich daher an Emmas Exmann Mark, der eigentlich von der Organisation nichts mehr wissen will. Kurz darauf werden alle beobachteten Titanen gleichzeitig erweckt und auf die Menschheit losgelassen. Nun erhebt sich Godzilla wieder aus der Tiefe, um die natürliche Ordnung wieder herzustellen. Beim Eingriff des Militärs wird jedoch Godzilla ernsthaft verletzt, während sein Widersacher sich beinah unbeschadet erhebt. Das Forschungsteam findet heraus, dass an der sogenannten Hohlerde-Theorie was dran ist und finden Godzilla in einer unterirdischen Höhle, wo sie ihn mit Radioaktivität defibrillieren. Im Endkampf beweist sich Godzilla als König der Monster. Im Abspann wird die Handlung von Godzilla vs Kong angeteasert, da ein Kopf von Godzilla Widersacher Ghidora überlebt hat.
In Kong: Skull Island (2017) leitet die Regierungsorganisation Monarch 1973 einen Einsatz auf die mysteriöse Skull Island, da dort urzeitliches Leben vermutet wird. Bei Bombenabwurd, um die geologische Struktur zu erforschen, wecken sie jedoch Kong, einen Riesenaffen. Dadurch wird das Team auf der Insel verstreut. Ein Teil der Gruppe trifft auf Eingeborene und einen im zweiten Weltkrieg abgestürzten Piloten. Kong wird von denen als Beschützer angesehen und sie halten ihn für eine friedliche Kreatur. Gleichzeitig erfährt das Team von den sogenannten Schädelkriechern, die immer wieder an die Oberfläche klettern. Mit den kleinen kommt Kong klar, aber sollte er sterben, würden die großen an die Oberfläche klettern, die bereits Kongs ganze Familie ausgelöscht hat. Der andere Teil der Gruppe hat es aber weiterhin aus Kong abgesehen und schafft es ihn zu verletzten, wodurch der große Schädelkriecher an die Oberfläche klettert. Im finalen Kampf kann Kong ihn zusammen mit dem anderen Team, die die Geschichten der Eingeborenen gelauscht hatten, den Schädelkriecher zu töten.

Die Handlung

Nachdem Godzilla in Florida eine Stadt angegreift, wird er nicht mehr von allen Seiten als Beschützer der Erde gesehen. Gleichzeitig wird der Forscher Dr. Nathan Lind (Alexander Skarsgard) vom Milliardär Walter Simmons (Demian Bichir) angeworben, um die Hohlerden-Theorie zu untersuchen. Dafür benötigen sie Kong, der inzwischen in einem künstlich geschaffenen Habitat lebt und von Dr. Ilene Andrews (Rebecca Hall) und ihre Ziehtochter Jia (Kaylee Hottle) betreut wird. Dieser soll ihnen den Weg zur Hohlerde zeigen, doch sobald er das Habitat verlässt, könnte ihn Godzilla als Bedrohung ansehen und angreifen. Madison Russell (Millie Bobby Brown) versucht gleichzeitig mit dem Verschwörungstheoretiker Bernie Hayes (Brian Tyree Henry) zu untersuchen, warum Godzilla Florida angegriffen hat.

Meine Meinung

Die Handlung von Godzilla vs. Kong zusammenzufassen ist gar nicht so einfach, da sie an mehreren Stellen und mit verschiedenen Charakteren spielt. Dabei sind einige bekannte Gesichter wieder dabei, aber auch viele neue, die man erst einmal wieder einordnen muss. Dabei ist die Handlung eigentlich nur eine Farce, um die beiden Giganten irgendwie aufeinander treffen zu lassen. Wobei das dem Film fast besser steht, als die erzwungene Mythologie in Godzilla II.
Aber von Anfang an. Godzilla vs Kong zeigt von Anfang an, dass sie keine Kosten gespart haben und zeigt im Angriff Godzillas wieder einmal was das CGI heutzutage alles kann. Und so durfte bereits die erste Stadt zerstört werden. Es folgt eine kurze Unterbrechung, um die wichtigsten Charaktere vorzustellen. Dabei ist vor allem bemerkenswert, wie schon wieder fast der vollständige Cast getauscht wurde. Gerade die angeteaserte Handlung am Ende von Godzilla II scheint mit dem Wegfall von Charles Dance Rolle irgendwie unlogisch. Damit das alles aber nicht ganz so auffällig ist, darf Millie Bobby Brown eine ganze Weile sinnlos durchs Bild rennen, bis sie am Ende wirklich nochmal eine wichtige Aufgabe übernimmt. Für Kong wird dann auch eben schnell mal eine Zwischenlösung hingeschustert, aus der er dann aber direkt wieder abtransportiert wird. Was folgt ist eine Abwechslung aus beeindruckenden Kämpfen, eine Menge Zerstörungswut, menschlicher Gier und ab und an auch ein bisschen vorgeschobene Handlung.
Dabei wird der größte Wert eindeutig auf die Optik des Films gelegt. Hier braucht er sich nicht zu verstecken, auch wenn einige Szenen vielleicht etwas zu gewollt realitisch dargestellt wurden. Man bekommt den namensgebenden Kampf auch gleich zweimal geboten, wodurch man sich nicht beschweren kann, unter falschem Vorwand ins Kino gelockt worden zu sein. Auch wenn Godzilla im Vergleich zu Kong wenig Screentime hat.
Das Ende ist dann allerdings ungefär so enttäuschend wie in Batman vs. Superman. Nach einer gewissen Kampfzeit, mischen sich einfach die Menschen wieder ein und schwupps sind alle Feindschaften vergessen. (Deine Mutter heißt Martha? Meine Mutter heißt auch Martha? Na dann sollten wir Freunde werden).
So richtig ausgereift ist der Film nicht. Man erkennt die Absicht des ganzen, doch statt sich darauf zu konzentrieren, gibt es zu viel Belangloses drum herum. Auch die Darsteller wirken wieder mehr verschenkt als alles andere. Charakterentwicklungen sucht man hier vergeblich. Das große Finale des MonsterVerse ist es wohl nicht, aber das war bei den bisherigen Filmen auch nicht zu erwarten. Wer die vorherigen Filme mochte und sich auch da nicht über die mangelnde Handlung beklagt hat, der wird auch hier wieder seinen Spaß haben. Für alle, die mehr als ein bisschen bildgewaltige Monsterkloppe wollen, werden hier nicht glücklich.

Das Fazit

Godzilla vs. Kong setzt wie bereits die Vorgänger mehr auf Bilder als auf durchdachte Handlung. Charakterentwicklung sucht man hier ebenfalls vergebens. Die Kämpfe sind zwar eindrucksvoll, doch gerade das Ende lässt einen nur die Augen verdrehen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Godzilla vs. Kong läuft seit dem 01.07.2021 in den (geöffneten) deutschen Kinos