Rückblick auf den Oktober 2021

Und da ist auch der Gruselmonat auch wieder vorbei. Wir haben einen Sturm überlebt, der Herbst war eher verregnet als golden, was mich eher vor den heimischen Fernseher als ins Kino gezogen hat. Daher hier auch ohne weitere Vorrede, mein medialer Rückblick auf den Oktober 2021.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

James Bond 007 – No time to die: Fünf Jahre nach Spectre wird die Biowaffe „Herakles“ aus einem Labor in London gestohlen. Da der MI6 und M ihre Finger mit im Spiel haben, wird eine Agentin auf den flüchtigen Forscher Obruchev angesetzt. Gleichzeitig bittet Felix Leiter von der CIA James Bond ebenfalls um Hilfe bezüglich Herakles. Obwohl eigentlich im Ruhestand, muss Bond von Kuba zurück nach London und sich einigen Personen aus der Vergangenheit stellen. – Würdiger Abschluss der Craig-Ära.

Es ist nur eine Phase, Hase: Paul und Emilia sind verheiratet, haben drei Kinder und werden von ihrem Freundeskreis gerne als das perfekte Paar bezeichnet. Doch beide sind festgefahren und vor allem Emilia ist zunehmend unglücklich. Daher beschließen sie eine Pause einzulegen. Begleitet von ihren Freund*innen diskutieren sie die Alterspubertät und versuchen herauszufinden, was sie vom Leben wollen. – Seit langem nicht mehr so viele Fremdschämmomente gehabt. Sehr problematische Umsetzung.

Venom – let there be carnage: Nach den Ereignissen im ersten Teil ist Venom immer noch im Körper von Eddie Brock. Beide kommen mehr oder weniger miteinander aus. Für seine journalisitsche Karriere wird Eddie immer wieder zu Vernehmungen mit dem Serienmörder Cletus Kasady gerufen. Als dieser in Berührung mit Eddies Blut kommt, macht er eine folgenschwere Verwandlung durch. – Nicht so schlimm, wie der Trailer vermuten ließ, kommt aber auch nicht aus den gängigen Schemata heraus.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

James Bond 007: Casino Royale: James Bond reist nach Montenegro um Le Chiffre im Poker zu schlagen, da dieser viel Geld verloren hat und das versucht wieder zu bekommen. Unterstützt wird er vor Ort von Vesper Lynd und Rene Mathis. Auch der CIA-Agent Felix Leiter klinkt sich ein und unterstützt Bond finanziell. – Guter Einstieg in die Craig-Ära, aber noch mit Potential nach oben.

James Bond 007: Ein Quantum Trost: Nach den Ereignissen in Casino Royale ist James Bond auf der Jagd nach Mr. White. Dabei trifft er auf Mr. Greene, der Anführer einer Geheimorganisation, die sich als Umweltschutzorganisation tarnt, aber das genaue Gegenteil umsetzt. – Ein sehr kurzer und eher schwacher Bond, da es hier rein um die Rache aus Film 1 geht.

James Bond 007: Spectre: Nach einem eigenständigen Auftrag in Mexiko-Stadt, den er von der in Skyfall verstorbenen M erhielt, wird James Bond vom neuen M suspendiert. Denn dieser hat gerade mit dem Chef des Joint Intelligence Service C zu kämpfen, der verschiedene Auslandsgeheimdienste zusammenführen will. Doch Bond lässt sich nicht aufhalten und ist kurz darauf einer Organisation namens Spectre auf den Fersen. – Nach Skyfall ein eher schwacher Bond, der sich zu sehr ins große verrennt.

Tom & Jerry: Nach vielen Jahren der Rivalität gehen Tom & Jerry getrennte Wege. Dabei kommt Jerry in einem Hotel unter. Die neu eingestellte Quereinsteigerin Kayla wird abgestellt, um das Mäuseproblem in Griff zu bekommen, da eine wichtige Hochzeit bevorsteht. Dabei heuert sie ausgerechnet Tom an. – Hat wenige Witze Momente, eine nette Grundhandlung, aber mehr halt nicht.

Palm Springs: Auf einer Hochzeit lernt Sarah Nyles kennen. Beide verziehen sich in die Wüste, doch als Nyles von einem Pfeil getroffen wird, folgt sie ihm in eine Höhle. Kurz darauf muss sie feststellen, dass beide den gleichen Tag nun immer und immer wieder erleben. Das sorgt vor allem bei Sarah für Panikattacken. – Solider Täglich grüßt das Murmeltier Film, für einen verregneten Sonntagnachmittag.

Nightbooks: Alex stürmt nach einem desaströsen Geburtstag traurig und wütend aus der Wohnung seiner Eltern. Dabei findet er ein Appartement, das ihn magisch anzuziehen schien. Kurz darauf ist er in eben diesen gefangen, denn es gehört einer Hexe. Damit sie ihn nicht frisst, muss er ihr jeden Abend eine Gruselgeschichte erzählen. Dabei hat sich Alex geschworen keine Gruselgeschichten mehr zu erzählen.- Nette Handlung, tolle Atmosphäre, schwaches Schauspiel bei den Jungdarsteller*innen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Fly: Bex soll an einem Resozialisierungsprogramm im Gefängnis teilnehmen. Mit Hilfe des Tanzes soll sie aus ihrer Einzelkämpfereinstellung herausfinden. Dabei trifft sie auf Jay. – Tanzfilm aus Deutschland sah im Trailer noch ganz spannend aus.

The last duel: Nachdem ein Knappe gewaltsam in sein Haus eindringt, weigert sich seine Frau zu schweigen und bringt den Fall der Übergriffigkeit vor Gericht. Dadurch provoziert sie das letzte Duell in der Geschichte Frankreichs. – Nach dem Trailer war ich mir unsicher, was der Film aussagen will, aber interessiert bin ich dennoch.

Contra: Der Jura-Professor Richard Pohl äußert mehrere rassistische Bemerkungen gegenüber der Erstsemesterin Naimi Hamid. Das sorgt für viel Unmut. Damit Pohl seinen Job nicht verliert, soll er Hamid für einen Rethorikwettbewerb fit machen. Davon sind beide nur wenig begeistert. – Handlung klingt interessant, ich bin gespannt auf die Umsetzung.

Dear Evan Hansen: Evan soll im Auftrag seiner Therapeutin Briefe an sich selbst schreiben. Sein Mitschüler Connor klaut ihm den Brief. Doch kurz darauf begeht Connor Suizid und seine Eltern finden Evans Brief an sich selbst und glauben, dass es Connors letzte Worte waren. Kurz darauf befindet sich Evan in einem Strudel, aus dem er nicht mehr herauskommt. – Allein der Trailer hat mich zu Tränen gerührt. Wenn ich den Film noch sehe, werde ich viele Taschentücher brauchen.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es The Boss Baby 2 & The Ice Road

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich Queer Eye – Staffel 1-2 – noch immer eine meiner absoluten Lieblingsserien mit gute Laune Garantie.

Instand Hotel – Staffel 1 (Hätte ich die erste Staffel zuerst gesehen, hätte ich nicht weitergeschaut. Es wurde immer schlimmer, was die Zickereien und Hinterhältigkeiten angeht)

Brain Games – Staffel 4 (Erneut eine Staffel voller Mindfuck-Momente und interessanter Studien)

Superstore – Staffel 1-2 (Witzige Sitcom über die Belegschaft in einem sogenannten Superstore)

What if … – Staffel 1 (Eine Was wäre wenn Anthologie aus dem Marvel-Universum, leider meist nur nett in der Ausgangsidee, nicht in der Umsetzung)

Murdoch Mysteries – Staffel 1 (Spannende History-Crime Serie im Toronto der 1890er Jahre)

American Gods – Staffel 3 (Die Geschichte rund um den Kampf zwischen den alten und den neuen Göttern geht weiter, weiterhin sehr ruhig erzählt. Großer Cliffhanger am Ende und dann wurde die finale vierte Staffel abgesagt…)

Locke & Key – Staffel 1 (Spannende Mysterieserie, die sich ein bisschen zu sehr streckt)

Modern Family – Staffel 11 (Die finale Staffel zieht noch einmal alle emotionalen Register und findet ein wunderbares Ende)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 9
Seiten gesamt: 3.402
Seiten pro Tag: 110 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 2
Taschenbuch: 4
E-Book: 3

Fade away: Kyra fängt frisch ihr Studium an und versucht dabei ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch in der ersten Vorlesung äußert ihr Dozent einige sexistische Bemerkungen. Da niemand außer sie sich daran zu stören scheint, beschließt sie einen Podcast zu starten, um auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Dabei lernt sie Milan kennen. – Etwas langatmiger Einstieg, aber danach spannend, mitreißend und behandelt vor allem viele ernste Themen.

Halloween in Nebelwald: Nebelwald ist ein kleiner Ort mitten in Thüringen. Während Michelle auf eine Party in einer alten Fabrik geschleppt wird, versucht Stephan seine Familie vor dem finanziellen Ruin zu bewahren und nimmt ein unmoralisches Angebot an. Doch etwas lauert in dem Wald und möchte keine ungebetenen Gäste. – Kurzweilige, aber spannende Geschichte passend zu Halloween.

When we dream: Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern mit ihren beiden Schwestern zusammen in Chicago. Sie liest viel und zieht sich aus der Außenwelt zurück. Dann lernt sie Jae-Yong kennen. Beide haben sofort einen Draht zueinander. Doch Jae-Yong ist ein weltweit berühmer K-Pop-Star. Und sein Vertrag verbietet ihm eine Freundin zu haben. – Emotionsgeladener Auftakt einer vielversprechenden Geschichte auch für Leser*innen, die nichts mit K-Pop anfangen können.

Malady Wild Emotions | Malady Intense Moments | Malady True Feelings: Die Geschichte rund um Malady, die Almeida Brüder und Narciso geht weiter. Malady ist in die USA zurückgekehrt, um nach ihrem krebskranken Bruder zu sehen. Dabe bemerkt sie nicht, dass der Schatten ihr dicht auf den Fersen ist. Es wird brenzliger, spannender und heißer. – Der Strudel aus Gewalt, Intrigen und Erotik wird immer größer. Nachdem der vierte Band ein ziemlicher Durchhänger war, wurden die anderen umso spannender.

Der Orden des geheimen Baumes 2 – Die Königin: Ead ist in ihre Heimat zurückgekehrt, doch die Angst um Königin Sabran ist ihr ständiger Begleiter. Tané trauert weiter um den Verlust ihrer Drachin und Niklas Roos ist noch immer in den Griffen der Piraten. Doch die Lage ist brenzliger als je zuvor. – Wie der erste Band sehr langsam und leider auch angatmig erzählt. Gegen Ende dafür viel zu gehetzt. Ich bin mit dem Erzählstil einfach nicht warm geworden.

Talus 2: Talus, der geheime Würfel der magischen Welt, der den Herzenswunsch, aber auch die größte Angst erfüllt, wurde gewürfelt. Die ersten Folgen sind zu merken. Erin und Kaito sitzen im magischen Gefängnis, bis ihr Mitwirken geklärt ist. Noah versucht das Verschwinden seines Vaters zu klären. Und dann ist da noch Jessica, eine Runenhexe, die mit dem Tod eines geliebten Menschen nicht zurecht kommt. Können sie die Pläne der gefährlichen Caradain aufhalten? – Spannende und magische Fortsetzung, die mir mehr als einmal das Herz gebrochen hat.

Knights 1: Charlotte will seit einem Vorfall in ihrer Kindheit nichts mehr mit der Geheimgesellschaft der Erben der Tafelrunde, kurz KORT, zu tun haben. Doch als eine abtrünnige Gruppe sie aufsucht, rennt sie in eine Gruppe KORTs und muss bei ihnen Unterschlupf suchen. Dabei erfahren diese von ihren sehr seltenen Fähigkeiten. Nun muss sie ihr Erbe begreifen und zusammen mitder Gruppe gegen eine uralte böse Macht antreten. Gleichzeitig muss sie mit ihren Gefühlen für den Lancelot-Erben Noel zurecht kommen. – Ich liebe die Bücher von Lena Kiefer und hier hat sie wieder den Auftakt zu etwas ganz besonderem geschaffen.

Talus 2 – Die Magie des Würfels

Ein Vorwort

Im letzten Jahr hab ich euch bereits den ersten Teil „Die Hexen von Edinburgh“ vorgestellt. Mit einem der miesesten Cliffhanger, den ich in den letzten Jahren gelesen habe – vielleicht abgesehen von Ophelia Scale – ließ uns Autorin Liza Grimm ein ganzes Jahr warten. Doch nun ist es endlich da. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Talus, der geheime Würfel der magischen Welt, der den Herzenswunsch, aber auch die größte Angst erfüllt, wurde gewürfelt. Die ersten Folgen sind zu merken. Erin und Kaito sitzen im magischen Gefängnis, bis ihr Mitwirken geklärt ist. Noah versucht das Verschwinden seines Vaters zu klären. Und dann ist da noch Jessica, eine Runenhexe, die mit dem Tod eines geliebten Menschen nicht zurecht kommt. Können sie die Pläne der gefährlichen Caradain aufhalten?

Meine Meinung

Wenn zwischem dem Lesen von zwei Bänden eine zu große Spanne liegt, wird das bei mir oft zum Problem, wenn keine kleinen Wiederholungen eingebaut werden. Diese kleinen Erinnerungsstützen, die nicht stören, wenn man die ganze Reihe in einem wegliest, aber denjenigen hilft, die eine gewisse Spanne dazwischen hatten. Glücklicherweise baut Liza Grimm diese in ausreichendem Maße ein, so bin ich schnell wieder die in die magische Welt unter Edinburgh eingetaucht.
Der zweite Band setzt dort an, wo der erste aufgehört hat. Wir erleben die Protagonist*innen dabei, wie sie die Ereignisse versuchen zu verarbeiten. Doch dafür ist keine Zeit, geschehen sofort wieder allerhand Dinge, die alle in Atem halten. Dabei kommt es zu neuen Bündnissen und vielen Entwicklungen, die ich sehr mochte. Liza Grimm baut ihre Welt weiter aus und schafft damit einen Sog, da man unbedingt immer noch mehr wissen will.
Dennoch war es gerade das erste Drittel, was sich bei mir beim Lesen etwas gezogen hat. Ich bin zwar schnell wieder in die Welt eingetaucht, aber nach der ersten Orientierung gibt es die Momente, wo alle auf der Stelle zu laufen scheinen. Sobald dieser Punkt überwunden war, wurde es wieder so spannend, dass ich, gerade gegen Ende, das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Dabei hat mir die Autorin an mindestens zwei Stellen – wieder einmal – das Herz gebrochen und mit einigen Entwicklungen war ich nicht einverstanden, aber das ändert nichts daran, dass sie logisch ausgearbeitet waren und es halt einfach nicht danach geht, was ich für die Figuren wollte. Und auch wenn es ein bittersüßes Ende war, konnte ich mich gut damit anfreunden, da die wichtigste Entwicklung für mich Bestand hatte.
Die Entscheidung die Geschichte in einer Dilogie zu erzählen, war definitiv die Richtige. Auch wenn ich mir mehr Geschichten aus dieser Welt wünsche und mit den Charakteren gerne mehr Zeit verbracht hätte, so ist die Geschichte doch auserzählt. Hier auf Biegen und Brechen einen dritten Band aus dem Hut zu zaubern, hätte der Spannung nicht gut getan. Und vielleicht gibt es ja irgendwann ein Spin-off und ein erneutes Eintauchen in dieser faszinierende Welt.

Das Fazit

Talus 2 – Die Magie des Würfels ist ein gelungener Abschluss der Dilogie. Alle Fragen werden beantworten und bis auf einen kleinen Hänger im ersten Drittel hält das Buch einen in Atem. Dennoch sollte man Taschentücher bereit stellen.

Dreierlei Grusel zu Halloween – Special

Es kommt mir wie gestern vor, dass ich die Halloween-Shirts Anfang Oktober ausgepackt habe. Jetzt ist der Herbst endgültig eingezogen, die Blätter verfärbt und von den Bäumen gefallen, die Heizung wurde leicht hochgedreht, beim Aufwachen ist es dunkel und ja, ich kommt zum Punkt: Es ist Ende Oktober und damit erreicht der Gruselmonat seinen Höhepunkt: Halloween.
Während viele zum Horroroctober die Chance nutzen, um 13 Horrorfilme zu schauen, habe ich wieder meine Monsterwochen wöchentlich herausgebracht. Zum Abschluss soll es aber nochmal um einen Gruselfaktor gehen. Dafür habe ich einen Film und eine Serie gesehen und ein Buch gelesen, die thematisch in den Gruselmonat passen.

Horror im Film: Nightbooks

Die Handlung: Alex (Winslow Fegley) stürmt nach einem desaströsen Geburtstag traurig und wütend aus der Wohnung seiner Eltern. Dabei findet er ein Appartement, das ihn magisch anzuziehen schien. Kurz darauf ist er in eben diesen gefangen, denn es gehört einer Hexe. Damit sie ihn nicht frisst, muss er ihr jeden Abend eine Gruselgeschichte erzählen. Dabei hat sich Alex geschworen keine Gruselgeschichten mehr zu erzählen.

Meine Meinung: Nightbooks ist einer dieser Filme, der eine tolle Grundidee hat, eine schöne Atmosphäre versprüht, die Idee an vielen Stellen gut ausarbeitet, aber letztlich doch nicht wirklich rund ist und in seiner Gänze nicht völlig funktioniert. Inspiration kam wahrscheinlich von Scary Stories to tell in the dark, denn Nightbooks hat ebenfalls eine Hauptstory und erzählt zwischendrin durch die nächtlichen Gruselgeschichten, die der Hexe vorgelesen werden müssen, kleinere Geschichten. Diese sind sehr minimalistisch gezeichnet, sehen dabei aber wunderbar aus. Das Hauptproblem des Films ist, dass er sich in kleinen Nebenhandlungen verliert und die Haupthandlung zu wenig ausgearbeitet hat. Dadurch wirkt es halt nur als ganz nett bzw ist man wenig interessiert am Schicksal der Charaktere. Hinzu kommt, dass gerade die Jungdarsteller*innen mitunter sehr unmotiviert wirken, gerade Winslow Fegley. Hier kann allerdings auch viel durch die Synchronisation verloren gegangen sein, denn die Stimme ist sehr nuschelig und schleppend und hat absolut keine Betonung. Krysten Ritter als Hexe scheint hier hingegen vollkommen in ihrer Rolle aufzugehen. Tatsächlich geht von ihr der meisten Charme aus, auch wenn ihr Charakter den bösen Part übernimmt. Letztlich hat mir der Film Spaß gemacht, ich fand die Kurzgeschichten gut und auch die Märchenadaption, die sich im Film verbirgt. Aber man muss über zu viele Schwächen in Handlung und Schauspiel hinwegsehen, was den Sehfluss stört.

Gruselfaktor 3/5 Kürbissen

Horror in Serie: Locke & Key

Die Handlung: Nach der Ermordung ihres Vaters ziehen die Geschwister Tyler, Kinsey und Bode Locke zusammen mit ihrer Mutter Nina in das Familienanwesend des Vaters. Dort finden sie allerlei seltsame Schlüssel, die unterschiedliche Fähigkeiten haben. Doch das Haus birgt ein Geheimnis. Worin war ihr Vater verwickelt und was hat es mit der Brunnenfrau auf sich?

Meine Meinung: Die erste Staffel Locke & Key umfasst zehn Episoden mit einer Lauflänge von durchschnittlich 50 Minuten. Dadurch ist ganz schön viel Zeit für Handlung, die an vielen Stellen durch das Finden neuer Schlüssel gestopft werden konnte, sich an manchen Stellen aber doch in Wiederholungen verliert. Dies merkt man gerade in der Mitte der Staffel, wenn die Charaktere eingeführt sind, aber das große Finale noch nicht vorbereitet wird. Das könnte aber auch nur mein Empfinden sein, da ich generell nicht der größte Fan von aufeinander aufbauenden Folgen bin, sondern in sich geschlossene bevorzuge. Die Handlung selbst ist an sich spannend und interessant. Der Gruselfaktor ist vorhanden, hält sich aber für Schisser wie mich durchaus im Rahmen. Es wird eher auf die mysteriöse Grundstimmung gesetzt als auf großartige Schockeffekte, was mir gut gefallen hat. Das Ende hingegen lässt mich etwas unbefriedigt zurück, deutet sich doch schon die Handlung für die zweite Staffel an. Ob ich mich der nochmal stelle oder die Serie für mich als Miniserie abspeichere, weiß ich noch nicht.

Gruselfaktor 3/5 Kürbissen

Horror im Buch: Halloween in Nebelwald

Die Handlung: Nebelwald ist ein kleiner Ort mitten in Thüringen. Während Michelle auf eine Party in einer alten Fabrik geschleppt wird, versucht Stephan seine Familie vor dem finanziellen Ruin zu bewahren und nimmt ein unmoralisches Angebot an. Doch etwas lauert in dem Wald und möchte keine ungebetenen Gäste.

Meine Meinung: Mit 119 Seiten ist Halloween in Nebelwald eine wunderbar kurzweilige Geschichte, die sich auch gut an einem Abend weglesen lässt. Dabei sind drei Handlungstränge vorhanden, die sich in der Erzählung abwechseln. Trotz der Kürze werden die Protagonist*innen gut charakterisiert, so dass man mit ihnen mitfühlt. Das Setting ist schnell erklärt, so dass der spannende Teil nicht lange auf sich warten lässt. Durch die drei verschiedenen Sichtweisen wird man immer wieder an spannenden Punkten zurückgelassen und kann so das Buch kaum aus der Hand legen. Neben den klassischen Horrorelementen ist es vor allem die Atmosphäre, die geschaffen wurde, die ordentlich für Gänsehaut sorgt. Auch hier ist das Buch selbst für Schisser wie mich gut zu lesen, da viel Mystery und Spannend zum Horror mit reinspielt. Zwischendurch hätte ich mir einzelne Passagen ein bisschen ausführlicher gewünscht, aber das hätte wahrscheinlich den Rahmen gesprengt. Für nächstes Jahr merke ich mir auf jeden Fall den Vorgängerband von Autorin Maria Winter vor.

Gruselfaktor 4/5 Kürbissen

Casino Royale – Kritik zu Buch und Film

Ein Vorwort

Nachdem mit No time to die Daniel Craigs Zeit als Doppelnullagent beendet wurde, hatte ich Lust mir nochmal seine Anfänge anzusehen. Casino Royale hatte ich zwar mal gesehen, konnte mich aber nur noch ganz blass dran erinnern. Da ich vor einiger Zeit begonnen habe, die James Bond Bücher nach und nach zu lesen und Casino Royale das erste ist, wurde es mal wieder Zeit für einen Beitrag aus dem Bereich „Buch und Film“. 

Die Handlung

James Bond reist nach Royale-les-Eaux (im Film Montenegro) um Le Chiffre im Baccara (im Film Poker) zu schlagen, da dieser viel Geld verloren hat und das versucht wieder zu bekommen. Unterstützt wird er vor Ort von Vesper Lynd und Rene Mathis. Auch der CIA-Agent Felix Leiter klinkt sich ein und unterstützt Bond finanziell.

Das Buch

1953 erschien James Bonds erstes Abenteuer aus der Feder von Ian Fleming. Im Vergleich zu den folgenden Werken ist Casino Royale ein sehr ruhig erzählter Agententhriller. Im ersten Drittel erzählt Fleming hauptsächlich Bonds Ankunft in Royale-les-Eaux, wie er seinen Alltag bei so einer Mission bestreitet, mit Sicherheitsbestimmungen, er trifft die Kontaktpersonen Leiter, Mathis und Lynd. Danach geht es hauptsächlich um das Baccara-Spiel – wobei ich trotz der Erklärungen nicht verstanden habe, wie das funktioniert – und erst danach kommt es zu einer kurzen Verfolgungsjagd, wo das Buch das erste Mal spannend wird.
Bond ist hier weniger der Frauenaufreißer und knallharte Agent, wie es vor allem die Filme vermitteln, sondern eher ruhiger und in sich gekehrt. Er hinterfragte die Einteilung in Gut und Böse und kritisiert sein eigenes Verhalten im Job, auch wenn es im durchaus Spaß macht.
Mit 240 Seiten gehört Casino Royale zu den kürzeren Büchern der Reihe. Als Einstieg eignet es sich insofern, dass der Charakter James Bond aufgebaut und gefestigt wird. Spannung kommt leider kaum auf, weswegen es ein wenig mühselig zu lesen war.

Der Film

Casino Royale beginnt von der Handlung wesentlich früher als das Buch. So lernt man zunächst Le Chiffre kennen, dann ist Bond bereits auf seiner Spur, handelt sich ordentlich Ärger mit M ein und stoppt Le Chriffres Plan. Erst dann geht es nach Montenegro zum Poker. Da ist aber auch schon über eine Stunde Film vergangen. Im Folgenden tauchen einige Elemente aus dem Buch auf. Felix Leiter tritt auf, Mathis und Lynd, wenn auch in teilweise abgewandelter Form. Statt des Baccara-Spiels wird Poker gespielt. Auch hier wird sich nur grob am Buch orientiert, was dem Film aber gut tut, weil sich so Poker und spannende Szenen abwechseln. Auch das Ende ist in abgewandelter Form, dennoch im großen und ganzen dem des Buches entsprechend. Vesper Lynd ist auch hier die Frau, die Bonds Herz erwärmen kann. Allerdings werden seine Beweggründe und ihre Liebesgeschichte hier weniger deutlich, weswegen der Schritt seiner Kündigung sehr übertrieben wirkt. Vor allem weil Lynd ihn auch in den folgenden Filmen noch prägt. Grundsätzlich ist Casino Royale eine modernere und ausführlicherere Version des Films. Dadurch gehen ein paar kritische Stimmen verloren, die das Buch ansprach, die das Gesamtbild des Films jedoch nicht stört.

Das Fazit

Sowohl Buch als auch Film sind gute Einstiege. Bei ersterem in die Gesamtheit von James Bond, beim zweiteren in die Ära Craig. Beide haben ihre Schwächen, auch wenn der Film die des Buches gut zu drehen weiß.

Rückblick auf das 3. Quartal 2021

Auch das dritte Quartal des Jahres ist geschafft, daher gibt es hier mal wieder einen Rückblick. Hier also im Kurzüberblick meine Highlights von Juli bis September. Jeweils zu Kino, Film, Serien und Büchern werde ich euch meine Top 5 vorstellen, die sind aber nicht nochmal gerankt.

Meine fünf Kino Highlights

1. Cruella

Estella landet nach dem Tod ihrer Mutter in London, wo sie auf die beiden Gauner Jasper und Horace trifft. Nach vielen Jahren des lockeren Lebens findet sie eine Anstellung in einem Warenhaus und schafft es durch ihre Designkünste bei der Baroness Von Hellman angestellt zu werden. Doch dort erfährt sie Sachen über ihre Vergangenheit, den ihre dunkle Seite Cruella heraufbeschwört. – Stilsicher und doch einfach nur cool. Cruella haut einem als Gesamtkunstwerk einfach vom Hocker.

2. Dune

Haus Atreides wird vom Imperator dazu aufgefordert den Planeten Arrakis von Baron Harkonnen zu übernehmen und die Produktion des allseits beliebten Gewürzes Spice sicherzustellen. Der Planet ist jedoch eine einzige Wüste und spärlich besiedelt, abgesehen von den einheimischen Fremen. Paul Atreides, Sohn des Herzogs, hat vor der Abreise seltsame Träume und fürchtet sich um die Zukunft. Sind es nur Träume oder ist seine Familie in Gefahr? – Ein optischer grandioser, spannender, gut besetzter, also einfach perfekter Film.

3. Promising Young Woman

Cassie Thomas hat ihr Medizinstudium nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin abgebrochen. Jetzt arbeitet sie in einem Café und verbringt ihre Abende in Clubs, wo sie so tut, als wäre sie sturzbetrunken und dann mit Männern mitgeht, die sie als leichte Beute ansehen. Nach und nach sucht sie Leute aus der Vergangenheit auf, um die Geschehnisse auf unkonventionelle Art aufzuarbeiten. – Locker erzählt, dabei ein schwieriges, aber wichtiges Thema sehr gut aufgearbeitet.

4. The Father

Anthony ist 80 Jahre alt und dement. Dennoch will er seine Wohnung nicht verlassen und beteuert, dass er gut allein zurecht kommt. Seine Tochter Anne versucht so gut es geht für ihn da zu sein, doch stößt allmählich an ihre Grenzen. – Brilliant gespielt, die Handlung ergibt sich erst gegen Ende vollständig. Überzeugt vor allem durch den unkonventionellen Erzählstil.

5. Free Guy

Guy lebt in Free City. Was er nicht weiß ist, dass er ein Charakter in einem Videospiel ist. Als er auf Molotov Girl trifft, fällt er aus seiner Endlosschleife heraus und versucht sie zu beeindrucken. Diese wiederum ist eine Spielerin, die einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels führt. – Eine wunderbare Videospieladaptionparodie, die viel Spaß macht.

Meine fünf filmischen Highlights

1 Die Vögel

Mitch Brenner spielt Melanie Daniels einen Streich. Sie will sich rächen und fährt dafür zu seinem Haus in Bodega Bay. Dort bleibt sie unerwartet länger und kommt Mitch näher. Doch die Vögel in Bodega Bay fangen an sich sehr merkwürdig zu verhalten. – Klassiker von Hitchcock mit sehr unbefriedigendem Ende.

2. Schindlers Liste

Oskar Schindler ein Mitglied der NSDAP will eine Emaillefabrik bei Krakau zu neume Leben erwecken und benötigt dafür Arbeiter. Aus Kostengründen entscheidet er sich für Juden aus dem neugeschaffenem Ghetto. Über die Jahre setzt er sich immer wieder für seine Arbeiter*innen ein und rettet damit ca. 1200 Juden*Jüdinnen das Leben. – 195 Minuten bedrückende Geschichte und jede Szene ist notwendig und wichtig.

3. Das Phantom der Oper (Musical)

Als die neuen Operndirektoren Andre und Firmin die Oper übernehmen, wollen sie nichts von dem Phantom der Oper wissen. Doch die mysteriösen Vorfälle häufen sich, so dass die Primadonna Carlotta ausfällt. An ihre Stelle tritt Christine Daae, die dadurch ihre Jugendliebe Raoul wiedertrifft. Dies ruft das Phantom, ihren geheimnisvollen Lehrer, der sich in sie verliebt hat. – Atemraubende Verfilmung des Musicals von Andrew Lloys Webber.

4. The guy who didn’t like musicals

Paul mag keine Musicals. Doch nach einem Kometenabsturz fangen alle um ihn rum an zu singen und tanzen. Was hat es damit auf sich? – Leicht abgedrehte Musicalnummer, die total viel Spaß macht.

5. Das wandelnde Schloss

Eine junge Hutmacherin wird von einer Hexe verflucht und wacht als alte Frau auf. Auf ihrer Suche nach Erlösung, trifft sie auf einen Zauberer in einem wandelnden Schloss. Sie heuert als seine Putzfrau an und merkt, dass auch er errettet werden muss. – Bisher eines meiner liebsten Studio Ghibli-Filme.

Meine fünf serienlastigen Highlights

1 Loki – Staffel 1

Loki Laufeyson konnte durch die Zeitreise der Avengers in Endgame mit dem Tesseract fliehen. Doch seine Freude wehrt nur kurz, denn die TVA fässt ihn kurz darauf, weil er gegen den wahren Zeitstrahl verstoßen hat. Er landet vor Gericht und steht kurz vor der Stutzung – also der endgültigen Auslöschung. Doch Agent Mobius setzt sich für ihn ein, da er seine Hilfe braucht, um eine Variante zu finden, die einige Zeitagenten ausgelöscht hat. – in paar Logiklöchern im Zeitreisesegment, funktioniert aber gerade durch die Charaktere und die kleinen Feinheiten. 

2. We bare bears – Staffel 1

Die Bären Eisbär, Panda und Grizz leben in einer Höhle im Wald. In ihrem Alltag oder ihren Besuchen in der Stadt erleben sie allerhand Abenteuer. – Lustige und herzerwärmende Kinderserie

3. The Unicorn – Staffel 2

Wade hat vor einem Jahr seine Frau verloren. Nach der Trauerphase müssen er und seine beiden Töchter Natalie und Grace wieder nach vorne schauen. Immer mit dabei sind die befreundeten Pärchen Forrest und Delia und Ben und Michelle. Die sind es auch, die Wade ermutigen wieder zu daten. Denn als Witwer sei er ein „Unicorn“ und daher sehr begehrt bei den Frauen. – Auch die zweite Staffel war wieder sehr witzig, hat die Charaktere gut weitergeführt und sorgte für gute Laune.

4. Motel Makeover – Staffel 1

April und Sarah wollen in Kanada ein in die Jahre gekommenes Motel mit geringem Budget wieder aufpolieren und mit ihrem eigenen Stil versehen. Dabei kommt es zu allerhand unvorhergesehenem, wobei das gravierendste wohl die Corona-Pandemie sein dürfte. – Ich hatte erst Bedenken, dass eine Staffel für ein Motel zu lang wäre, aber die Folgen sind spannend und interessant gestaltet, das Duo sehr sympathisch und ihr Stil außergewöhnlich.

5. Traumhaus Makeover – Staffel 1-2

Shea McGee hat zusammen mit ihrem Mann eine Renovierungsfirma gegründet. Egal, ob das ganze Haus oder nur einzelne Zimmer, egal ob großes oder kleines Budget, die McGees kümmern sich um alle Wünsche. Mit ihrem unvergleichlichen Einrichtungsstil treffen sie dabei immer ins Schwarze. – Super sympathisches Paar und tolle Serie für Einrichtungsfans.

Meine fünf buchige Highlights

1 Ein Herz voll Leben – Violet Thomas

Isabella Kramer ist stolz auf ihren Cupcake-Laden an der Ostsee. Bis ihre beste Freundin stirbt und sie auf einmal das Sorgerecht für die kleine Leni bekommt. Sie versucht ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und braucht jemanden, der ihr im Laden hilft. Da kommt Max wie gerufen. Doch seine Beweggründe sind nicht die, die Isabella erwartet. – Herzzerreißend und voller Mitgefühl. Zwischenzeitlich will man einzelne Charaktere einfach nur schütteln, aber letztlich siegt die Wohlfühlseite.

2. Das Meer der Legenden – Babsi Schwarz

Die Halbnixe Mavi landet durch Zufall auf dem Schiff des berüchtigen Piraten Tairon wieder. Da sie auf der Flucht vor einem anderen Mann ist, schließt sie sich der Gruppe an und segelt Abenteuern entgegen. – Spannende Abenteuergeschichte mit tollen Charakteren.

3. Vielleicht Jetzt – Carolin Wahl

Gabriella reist von Brasilien nach Deutschland, um dort ein Praktikum in der Firma ihres Vaters anzutreten, von dem sie zuvor nichts wusste. Im Flugzeug trifft sie auf Anton. Nach einem schlechten Start, funkt es zwischen ihnen. Kurz darauf stellt Gabriella fest, dass Anton ebenfalls in der Firma arbeitet. Nur sind Romanzen am Arbeitsplatz nicht gern gesehen. – Eine tolle Liebesgeschichte mit tollen Charakteren, auch wenn ich Anton das ein oder andere Mal einfach nur schütteln wollte.

4. Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte – T.J. Klune

Linus Baker ist Sachbearbeiter beim BBMM (Behörde für die Betreuung magischer Minderjähriger). Auch wenn ihn sein Job nicht gerade glücklich macht, glaubt er doch damit etwas Gutes zu tun. Dann bekommt er vom Allerhöchsten Management den Auftrag das Heim von Mr. Parnassus genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch was Linus dort erlebt, darauf konnte ihn kein Bericht vorbereiten. – Erfindet das Rad vielleicht nicht neu, aber bietet eine herzerwärmende Geschichte.

5. Love with Pride – Lea Kaib

Stella hat keine guten Erfahrungen an ihrer Highschool gemacht. Nun soll es am College ganz anders laufen. In Haydensburgh will sie einen Neustart wagen und mutig sein. Trotz ihrer sozialen Ängste bewirbt sie sich Zeta Kappa Sigmas. Dort trifft sie auf Ellie, die ihr ruhiges Leben ganz schön auf den Kopf stellt. – Lea Kaibs Debüt ist vielleicht sprachlich nicht zu 100% ausgefeilt und braucht ein bisschen, um in Schwung zu kommen, doch die Geschichte ist toll und nimmt schwierige Themen auf, die gut umgesetzt sind.

Mythnoir

Ein Vorwort

Ich habe den größten Respekt vor allen Selfpublisher*innen. Wenn neben dem selbstverlegten Manuskript auch noch Cover und Buchsatz selbst gestaltet wurden, dann klingt das nach einem ziemlichen Allround-Talent. Genau dies ist Juna Elwood. Bekannt als Künstlerin SunayaART hat sie nun ihr Debüt veröffentlicht. Ob es einen in den Bann ziehen kann, wie der Untertitel anteasert, verrat ich euch in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Shary versucht auf dem Pferdehof ihrer Großeltern die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Da taucht der geheimnisvolle Nevan auf. Durch einen Unfall landet sie in seiner Welt, in Mythnoir. An einer Akademie muss sie sich ihrem neuen Leben stellen, voller Magie und Insignien. Dabei soll sie eine große Rolle in der Rettung der Welt spielen. Shary ist das alles sehr egal, sie will nur zurück.

Meine Meinung

Mythnoir ist eines dieser Bücher, die einem vom Pitch her, wohl an einen sehr bekannten Zaubererjungen erinnern. Akademie, Magiesystem, alles wird aus der Sicht der Protagonist*in erkundet. Doch das wäre viel zu kurz gedacht, denn Mythnoir hat viel mehr zu bieten.
Zunächst lernen wir Protagonistin Shary kennen. Durch einen Unfall kann sie ein Bein nur leicht belasten. Juna Elwood nimmt sich die Zeit Shary vorzustellen, dass man sie im folgenden gut versteht. Denn ihre Impulsivität kann sonst leicht missverstanden werden. So haben wir eine Protagonistin mit Ecken und Kanten, die aber doch greifbar ist. Dann lernen wir auch schon Nevan kennen. Die Wortgefechte zwischen den beiden sind einfach nur göttlich. In Mythnoir angekommen, nehmen die leider ein wenig ab, weil er nur noch Grummeln kann. Dafür lernen wir noch einige weitere tolle Charaktere kennen.
Die Handlung schreitet zügig voran und es gibt viel zu entdecken in Mythnoir. Für mich war es zwischendurch ein bisschen schwierig durch die Geschichte der Welt und die Hintergründe durchzusteigen. Ich bin allerdings auch ein Fan von zu vielen statt zu wenigen Erklärungen. Aber mir haben sich teilweise Zusammenhänge nicht erschlossen, auch wenn ich glaube das sich im zweiten Band einiges noch einmal erklären wird.
Darüber hinaus ist der Schreib- und Erzählstil sehr angenehm. Spannung kommt an vielen Stellen auf, es finden sich aber auch die Szenen zum durchatmen. Es werden einige Hinweise auf das kommende gestreut, so dass das warten auf Band 2 sehr schwierig wird.
Toll ausgearbeitet ist vor allem das Magiesystem basierend auf den Insignien. Es gibt hier verschieden Arten, die teilweise mit Haken daher kommen. Dadurch ist jede neue Insignien spannend und kann auch tiefgründig verwendet werden.
Das Juna nicht umsonst die Queen des Tod und Verderbens ist, zeigt sie mit ihrem packenden Finale, das der Geschichte noch einmal einen ganz neuen Dreh gibt. Hier zeigen sich die Dialogstärken erneut zwischen Shary und Nevan. Eine Szene hat mir zwar ziemlich das Herz gebrochen, aber da weiß man, was eine Stimmung einem erwartet.

Das Fazit

Mythnoir – im Bann der Insignien ist ein guter Einstiegsband mit einer spanenden Welt und gut durchdachtem Insigniensystem. Ein paar mehr Erklärungen hätten dem Buch gut getan, aber die Wartezeit auf Band 2 ist nach dem Ende echt hart.

Monsterwochen #1 – Die Grundlage

Herzlich Willkommen zur ersten Ausgabe der Monsterwochen in diesem Jahr. Nach Dracula und Frankenstein im letzten Jahr, wollen wir uns in diesem Jahr mit dem Phantom der Oper auseinander setzen. Heute geht es um die literarische Vorlage.

Monsterwochen? Was?

Kurz gesagt, geht es hier in vier Beiträgen um Das Phantom der Oper in verschiedenen Interpretationen.

Okay… Und Warum?

Hey, es ist Oktober, der Horrormonat, und das Phantom der Oper ist ein prominenter Vertreter des Genres! 

Die Handlung

Zwei neue Direktoren übernehmen die Pariser Oper. Kurz darauf häufen sich seltsame Ereignisse, da sie sich weigern die Geldzahlen an den Operngeist fortzuführen. Gleichzeitig entdeckt der Vicomte de Chagny seine Liebe aus Kindheitstagen wieder: Christine Daae. Diese nimmt Gesangsunterricht bei einem geheimen Lehrer, der sie einschüchtert. Ist es das Phantom der Oper?

Meine Meinung

Ich bin schon lange ein großer Fan des Musicals, auch wenn ich „nur“ die Filmversion kenne. Dabei steht das Buch auch schon seit über 10 Jahren ungelesen in meinem Regal, immer auf den passenden Moment wartend. Bei den Überlegungen für das diesjährige Thema der Monsterwochen fiel mein Blick auf den ungelesenen Klassiker in meinem Regal. Eine kurze Recherche zu Verfilmungen später, stand es fest. Das Phantom der Oper würde das diesjährige Monster werden.
Das Buch ist in Berichtform verfasst. Gaston Leroux stellt sich hier als Dokumentar dar. Dass heißt er schreibt selbst die einleitenden Worte über seine Recherche und beruft sich im folgenden auf Berichte verschiedener Akteure, nutzt Teilweise sogar Aufzeichnungen dieser. Daran orientiert er sich, um die Handlung aufzubauen. Dabei wird regelmäßig aus der Sicht von Raoul, Vicomte de Chagny, erzählt und aus der Sicht der beiden neuen Operndirektoren. Das große Finale wird hauptsächlich durch die Aufzeichnungen des Persers – ja die Figur bekommt keinen anderen Namen – erzählt.
Dabei muss man die Geschichte im Rahmen der Zeit sehen. So ist der Schreibstil für unser heutiges Empfinden anstrengend und gerade die Charaktere sind sehr speziell. Abgesehen davon, dass so ziemlich alle Frauenfiguren schlecht wegkommen und nervig, hysterisch oder arrogant dargestellt werden, ist Raoul ein einziger liebestrunkener Verzweifelter. Das Phantom selbst wird lange Zeit als mystisches Überwesen etabliert, nur um dann einen liebestrunkenen Verrückten draus zu machen. Die Hintergrundgeschichte ist seltsam löchrig und irgendwie keine Erklärung für das Verhalten.
Das große Finale hat durchaus Potential, durch die Charaktere wird die Spannung aber regelmäßig wieder herausgenommen. Dennoch legt die Geschichte den Grundstein für einen Mythos, der zu vielen Interpretationen verleitete.

Das Fazit

Das Phantom der Oper von Gaston Leroux ist leider nicht gut gealtert und ist schwer zu lesen, da die Charaktere überwiegend schwer zu ertragen sind. Ein Klassiker, dessen Mythos spannender ist als die Geschichte selbst.

Love with Pride

Ein Vorwort

Autorin Lea Kaib ist einigen vielleicht ein Begriff als Booktuberin Liberiarium. Mit ihren Videos und Instagramposts verzaubert sie einen regelmäßig mit buchigen Themen. Nun hat sie sich an ihr erstes eigenes Buch gewagt. Da war ich schon neugierig. Doch LBTBQIAP+ Roman mit Own Voice Hintergrund? Ich musste das Buch haben. Wie mir das Debüt gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Stella hat keine guten Erfahrungen an ihrer Highschool gemacht. Nun soll es am College ganz anders laufen. In Haydensburgh will sie einen Neustart wagen und mutig sein. Trotz ihrer sozialen Ängste bewirbt sie sich bei den Zeta Kappa Sigmas. Dort trifft sie auf Ellie, die ihr ruhiges Leben ganz schön auf den Kopf stellt.

Meine Meinung

Neuautor*innen oder Menschen, die mit dem Schreiben beginnen wollen, wird oft geraten, viel zu lesen, um dabei zu lernen. Wenn jemand diesen Tipp wirklich gut umgesetzt hat, dann wohl Liberiarium. Aber reicht das, um einen guten Roman abzuliefern?
Vielleicht nicht bei jedem, aber Lea Kaib schafft es eine tolle Geschichte zu zaubern. Das es sich um ein Debüt handelt, merkt man eher an kleineren sprachlichen Dingen, die einen aber wohl auch eher auffallen, wenn man sich selbst mal mit dem Schreiben und Überarbeiten befasst hat – Ich sag nur mein Erzfeind „Als-Konstruktionen“.
Dafür hat die Geschichte so viel mehr zu bieten. Am Anfang habe ich ein bisschen gebraucht, um reinzukommen, vielleicht habe ich auch einfach einen Roman, der an einem amerikanischen College spielt zu viel gelesen. Dafür kreiert Lea mit Stella eine Protagonistin, die durch ihre Mobbingerfahrung geprägt ist und nun versucht daran zu wachsen. Die sozialen Ängste, die sich dadurch entwickelt haben, kann ich persönlich gut nachvollziehen, weswegen ich ganz und gar mit ihr mitgefiebert habe. Die Fortschritte, die sie macht, ebenso wie ihre Rückschläge habe ich bis in jedes Nervenende gespürt.
Ellie ist dabei ihr genauer Gegenpart. Das war wunderbar erfrischend und hat die Atmosphäre an mehreren Stellen deutlich aufgelockert. Man könnte anmerken, dass sie vergleichsweise wenig Ecken und Kanten hatte, aber da der Fokus auf Stella liegt, ist das vollkommen in Ordnung, da Ellie so mehr auf Stella eingehen kann und die Lesenden mit ihr wachsen.
Das es neben den Thematiken Outing, soziale Ängste, Mobbing und Labels auch um das Thema Studierendenverbindungen geht, hatte mich beim Klappentext etwas gestört. Aber ich finde die Aufarbeitung der Thematik sehr gelungen, da sie nicht so hochglorifiziert werden und das Für und Wider gerade durch Stellas Mitbewohnerin thematisiert wird. Schattenseite wie teilweise erniedrigende Aufnahmerituale werden angesprochen, aber in der Handlung selbst ausgespart.
Letztlich war es eine tolle Geschichte und gerade die Aufarbeitung von sozialen Ängsten hat mir gut gefallen. Ebenso, dass es eine LGTBQIAP+ Geschichte war, die sich mit Labels und Outing zwar beschäftigt, wo die Liebesgeschichte aber im Vordergrund steht. Gerade die Aufteilung in ein Davor und Danach hilft dabei, der Geschichte eine weitere Ebene zu schenken, ohne am Ende noch unbedingt ein paar Szenen anhängen zu müssen.

Das Fazit

Love with Pride ist eine Geschichte mit vielen Themen, die gut ausgearbeitet sind, und mit tollen Charakteren. Die Thematik soziale Ängste habe ich selten so gut aufgearbeitet gelesen und die Liebesgeschichte ist einfach Zucker. Ein Debüt, dem man auf jeden Fall eine Chance geben sollte.

Rückblick auf den September 2021

Der Herbst hat Einzug erhalten in Deutschland. Vorallem Wettertechnisch ist es immer verregneter geworden, auch wenn gerade Anfang des Monats noch so einige Sommerstunde lachte. Medientechnisch stand der Monat zum einem im Sinne von Dune, dem Kinoereignis des Jahres und zum anderen stand die Vorbereitung für die Monsterwochen im Oktober an. Was es darüber hinaus spannendes zu entdecken gab, erfahrt ihr meinem medialen Rückblick.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Shang-Chi and the legend of the ten rings: Shang-Chi lebt zusammen mit seiner besten Freundin Katy in den USA. Sie arbeiten zusammen für einen Parkservice. Doch Shang-Chi hat ein düsteres Familiengeheimnis, das ihn nun einholt. Denn sein Vater ist der Anführer der zehn Ringe. – Solides Marvelabenteuer mit hohem Fantasyanteil, das nicht ganz überzeugen konnte.

Beckenrand Sheriff: Für Bade… pardon Schwimmeister Karl Kruse gibt es nichts anderes außer seinem Freibad. Mit seiner grantigen und überkorrekten Art hat er sich im Ort leider eher Feinde als Freunde gemacht. Als das Freibad wegen Mängeln am Bau und in der Kasse geschlossen werden soll, muss er sich mit dem örtlichen Wasserballteam zusammentun. – Für eine deutsche Komödie erstaunlich gut, auch wenn es am Ende wieder over the top ist.

Dune: Haus Atreides wird vom Imperator dazu aufgefordert den Planeten Arrakis von Baron Harkonnen zu übernehmen und die Produktion des allseits beliebten Gewürzes Spice sicherzustellen. Der Planet ist jedoch eine einzige Wüste und spärlich besiedelt, abgesehen von den einheimischen Fremen. Paul Atreides, Sohn des Herzogs, hat vor der Abreise seltsame Träume und fürchtet sich um die Zukunft. Sind es nur Träume oder ist seine Familie in Gefahr? – Ein optischer grandioser, spannender, gut besetzter, also einfach perfekter Film.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

In Vorbereitung auf die Monsterwochen habe ich folgende Filme gesehen: Das Phantom der Oper (Stummfilm 1925), Das Phantom der Oper (Horror 1983), Das Phantom der Oper (Musical 2004) und Love never dies (Musical 2011).

Wenn die Gondeln Trauer tragen: Laura und John Baxter reisen nach Venedig, um dort eine Kirche zu restaurieren. Beide trauern noch um den Verlust ihrer Tochter. In einem Restaurant begegnet Laura zwei älteren Schwestern. Eine von beiden ist blind, erzählt Laura aber, dass sie ihre Tochter bei ihnen gesehen hat. Während John das abtut, ist Laura angefixt. Doch dann prophezeit die Schwester den baldigen Tod Johns. – Wieder ein Klassiker, den ich von meiner Liste streichen konnte, auch wenn es nicht mein Film war.

Die Taschendiebin: In den 1930er Jahren ist Korea von Japan besetzt. Taschendiebin Sookee wird als Hausmädchen bei einer Japanerin eingeschleust. Sie soll die Erbin manipulieren, damit sie den Hochstapler Fujiwara heiratet. Dabei ist mehr als nur eine Intrige aktiv. – War mir zu vollgepackt mit Klischees und Übersexualisierung. Ich mochte ihn nicht.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Der Rosengarten von Madame Vernet: Französische Komödie und Kapitalismuskritik rund um einen Rosengarten. Sah wenig spannend aus, aber ein paar positive Stimmen haben mich doch neugierig gemacht.

Helden der Wahrscheinlichkeit: Dänischer Thriller über einen Unfall, der wohl keiner war und einer Gruppe, die Rache nehmen wollen. Der neue Film von Anders Thomas Jensen. Sieht ganz interessant aus.

Die Schachnovelle: Verfilmung des Klassikers von Stefan Zweig mit Oliver Masucci. Sieht spannend aus.

James Bond 007: Keine Zeit zum sterben: Das neuste Abenteuer von Doppelnullagenten darf nach vielen Verschiebungen endlich auf die Kinoleinwand. Kinokarten sind schon gekauft.

Serien – ein etwas ausführlicherer Rückblick

Traumhaus Makeover – Staffel 1-2 (Eine sehr herzliche Renovierungssendung mit tollen Impulsen)

Love Victor – Staffel 1 (Die Serienfortsetzung zu Love Simon. Konnte mich nicht richtig mitreißen, aber die Aufbereitung der Thematik ist sehr stark und ein guter zweiter Blickpunkt zu Simon)

Glück und Freude mit Marie Kondo – Staffel 1 (Nach ihrer Aufräumsendung bekommt Marie Kondo ein zweites Format auf Netflix. Auch hier geht es vordergründig ums aufräumen, doch gleichzeitig hilft es den Kandidat*innen auch andere Bereiche in ihrem Leben zu überdenken)

True Detective – Staffel 3 (Die dritte Staffel hat sich leider viel zu lange gezogen und die Aufklärung am Ende war irgendwie nicht überzeugend)

Instant Hotel – Staffel 2 (Warum Staffel 2 und nicht 1? Weil Netflix der Ansicht war mir erst 2 zeigen zu wollen. Grundsätzlich interessantes Format, die Kandidat*innen waren jedoch durchwachsen)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten gesamt: 3.250
Seiten pro Tag: 108 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 4
E-Book: 2
Manga: 1

Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte: Linus Baker ist Sachbearbeiter beim BBMM (Behörde für die Betreuung magischer Minderjähriger). Auch wenn ihn sein Job nicht gerade glücklich macht, glaubt er doch damit etwas Gutes zu tun. Dann bekommt er vom Allerhöchsten Management den Auftrag das Heim von Mr. Parnassus genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch was Linus dort erlebt, darauf konnte ihn kein Bericht vorbereiten. – Erfindet das Rad vielleicht nicht neu, aber bietet  eine herzerwärmende Geschichte.

Dune: Herzog Leto Atreides bekommt vom Imperator den Auftrag den Wüstenplaneten Arrakis von Baron Harkonnen zu übernehmen. Arrakis ist ein Planet, der nur spärlich besiedelt ist, da ein Überleben auf ihm sehr schwer ist, vor allem durch die ständig präsente Wasserknappheit. Doch er besitzt etwas, was das ganze Universum will: Das Gewürz. Mit dabei ist auch sein Sohn Paul, der sich einer ganz besonderen Ausbildung ausgesetzt sah und noch eine große Rolle im Kampf um das Schicksal des Planeten spielen soll. – Der Auftaktband zur großen Saga kommt mit einem beeindruckenden Weltenbau daher, auch wenn man sich ein wenig an den Erzählstil gewöhnen muss.

Vielleicht Jetzt: Gabrielle reist von Brasilien nach Deutschland, um dort ein Praktikum in der Firma ihres Vaters anzutreten, von dem sie zuvor nichts wusste. Im Flugzeug trifft sie auf Anton. Nach einem schlechten Start, funkt es zwischen ihnen. Kurz darauf stellt Gabriella fest, dass Anton ebenfalls in der Firma arbeitet. Nur sind Romanzen am Arbeitsplatz nicht gern gesehen. – Eine tolle Liebesgeschichte mit tollen Charakteren, auch wenn ich Anton das ein oder andere Mal einfach nur schütteln wollte.

Love with Pride: Stella hat keine guten Erfahrungen an ihrer Highschool gemacht. Nun soll es am College ganz anders laufen. In Haydensburgh will sie einen Neustart wagen und mutig sein. Trotz ihrer sozialen Ängste bewirbt sie sich Zeta Kappa Sigmas. Dort trifft sie auf Ellie, die ihr ruhiges Leben ganz schön auf den Kopf stellt. – Lea Kaibs Debüt ist vielleicht sprachlich nicht zu 100% ausgefeilt und braucht ein bisschen, um in Schwung zu kommen, doch die Geschichte ist toll und nimmt schwierige Themen auf, die gut umgesetzt sind.

Malady Deeply Moved: Der Schatten ist weiter hinter Malady her, um an die Liste der Almeidas zu kommen. Diese hält dich und genießt ihren Geburtstag. Doch die Bedrohnung kommt näher, ebenso wie sie Jupiter näher kommt. Doch da sind noch die Gefühle für Narcisco. – Dritter Band der Malady-Reihe, der sich am Niveau der Vorbände orientiert.

Mythnoir: Shary versucht auf dem Pferdehof ihrer Großeltern die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Da taucht der geheimnisvolle Nevan auf. Durch einen Unfall landet sie in seiner Welt, in Mythnoir. An einer Akademie muss sie sich ihrem neuen Leben stellen, voller Magie und Insignien. Dabei soll sie eine große Rolle in der Rettung der Welt spielen. Shary ist das alles sehr egal, sie will nur zurück. – Ein magisches Debüt mit einer spannenden Welt, tollen Charakteren, nur ein bisschen wenig Erklärungen.

My roomate is a cat 5: Harus Vergangenheit wird genauer betrachtet und Subaru resümiert, wie sich sein Leben seit der Begegnung mit Haru verändert hat. – Es wird traurig, aber auch hoffnungsvoll. Weiterhin eine Geschichte zum Dahinschmelzen, aber auch mit Fokus auf Soziale Ängste.

Love me forever: Der Abschluss der Reihe um die Zetas. Dante und Amanda haben endlich zusammengefunden und eine heiße Spur zu den Menschenhändlern. Können sie Jenny finden und Andrews Tod rächen? – Schwacher Finalband. Viel zu langes Beziehungshin und her, um dann das Finale in wenige Seiten zu quetschen. Sehr schade!

Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte

Ein Vorwort

Würde ich regelmäßig in einen Buchladen nur zum stöbern gehen, wäre dies wohl ein Titel und Coverkauf geworden. Da der Buchladen meines Vertrauens leider zu klein zum ausgiebigen Stöbern ist, lasse ich meist nur meine Bestellliste da und hol die einen Tag später ab. So hat mir Bookstagram geholfen, in dem das Buch regelmäßig in meine Timeline gespült wurde und meist mit dem dezenten Hinweis, dass es LGTBQIAP+-Charaktere gibt. Da war ich gleich dabei. Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Linus Baker ist Sachbearbeiter beim BBMM (Behörde für die Betreuung magischer Minderjähriger). Auch wenn ihn sein Job nicht gerade glücklich macht, glaubt er doch damit etwas Gutes zu tun. Dann bekommt er vom Allerhöchsten Management den Auftrag das Heim von Mr. Parnassus genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch was Linus dort erlebt, darauf konnte ihn kein Bericht vorbereiten.

Meine Meinung

Bei dem Namen Parnassus muss ich unwillkürlich an den Film „Das Kabinet des Dr. Parnassus“ denken. Ich fand ihn eher so semi, auch wenn sich mir eine Szene sehr nachhaltig ins Gedächtnis gebrannt hat. Dennoch ist es ein so außergewöhnlicher Name, dass ich bei den Beiträgen dazu auf Bookstagram aufmerksam wurde. Hinzu kam das Cover, auch wenn es eigentlich überhaupt nicht meine Farbe ist. Der Klappentext klang auch vielversprechend, weswegen ich dem Buch unbedingt eine Chance geben wollte. Als sich dann noch die Gelegenheit zu einem Buddyread bot, konnte mich nichts mehr halten.
Der Anfang der Geschichte war auch komplett nach meinem Geschmack. Ein sympathischer Protagonist, der trotz des ständigen Regens regelmäßig seinen Schirm vergisst. Und die BBMM war eine sehr gekonnte Überspitzung von Behörden und Großraumbüros. Jeder, der so etwas schonmal mitmachen musste, wird sich hier wiederfinden und herzhaft über die ganze Idee dahinter lachen können. Weiter geht es zur Insel, auf der das Heim liegt. Hier finden sich viele Parallelen zu „Die Insel der besonderen Kinder“, auch wenn die Grundstimmung und auch das Setting sich doch stark unterscheiden. Das erste Zusammentreffen der magischen Kinder und Linus habe ich als schwierig empfunden, auch wenn sich um eine betont lockere Atmosphäre bemüht wird.
Das ändert sich glücklicherweise im Laufe des Buches. Die Geschichte wird lockerer, auch wenn sie sich immer wieder schwierigen Themen widmet. Hier geht es vordergründig, um Außenseiter, einfach weil sie „anders“ sind. Um Kinder, die ihren Platz in der Welt suchen, auch wenn ihnen von allen Seiten gesagt wird, dass sie keinen Platz verdienen. Um Vorurteile und wie sie von mächtigen Institutionen nur geschürt werden. Aber auch um den schrittweisen Abbau dieser, um Freundschaft, um einfach Kindsein. Dabei verliert das Buch nie seinen oberflächlich lockeren Ton, auch wenn darunter eine dicke Schicht an Botschaften liegt.
Grundsätzlich waren viele Handlungsschritte vorhersehbar. Dennoch ist nie das absolut offensichtliche eingetreten, was oftmals meine Befürchtung war. Zwar ging es immer in die bekannte Richtung, hat aber nochmal eine neue Nuance reingebracht, so dass man doch auch überrascht wurde. So erfindet Mr Parnassus Heim für magisch Begabte das Rad nicht neu, aber verleiht ihm mehr Farbe und Persönlichkeit. Und hat mit Linus Baker wohl den für Introvertierte nachvollziehbarsten Charakter seit langem.

Das Fazit

Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte orientiert sich an bekannten Plotstrukturen, verleiht dem ganzen aber etwas neues frisches. Trotz betont lockerer Atmosphäre, geht das Buch auf viele wichtige Themen ein und schafft es mit Witz und Herz zu überzeugen.