Es

Am 28.09.2017 erschien eine neue Verfilmung des Stephen King Bestsellers Es in den deutschen Kinos.

Bill, Ben, Beverly, Richie, Eddie, Mike und Stan bezeichnen sich selbst als den Club der Looser. Sie werden von den Schlägern der Stadt regelmäßig verfolgt und gehänselt. Auch haben sie alle vor ganz bestimmten Sachen Angst. In einem schicksalhaften Sommer treffen sie alle auf ihre Ängste und dem alle 27 Jahre auftauchenden Horrorclown Pennywise.

1986 erschien Stephen Kings Werk „Es“ in deutscher Sprache. Schnell entwickelte es sich zu einem großen Erfolg. Zudem ist es Kings zweitlängstes Werk mit 1.536 Seiten in der deutschen Übersetzung. 1990 wurde es bereits in zwei Teilen verfilmt und brachte die Geschichte so auch einem lesefaulen Publikum näher. Doch Es taucht alle 27 Jahre wieder auf. So eroberte nun 2017 – 27 Jahre nach der ersten Verfilmung – ein Remake wieder die Kinoleinwände.
Auch das Remake wird wieder in zwei Teilen abgearbeitet und bearbeitet zunächst die Kindheit des Clubs der Looser und im zweiten Teil wird der Club dann erwachsen sein. Hier orientiert sich das Remake eher am Original, als am Buch, denn dort werden die beiden Zeitachsen immer wieder gewechselt. Sinnvoll scheint es jedoch, da so der Zuschauer die Kinder erst einmal ganz in Ruhe kennen lernen kann. Die Charakterisierung erfolgt nach ziemlichen Stereotypen, aber genau das ist wohl auch von King gewollt. So haben wir den Dicken, den Schwarzen, den Anführer, den Hypochonder, den Sprücheklopfer, den Juden und das Quotenmädchen. Zumindest wenn man Charaktere auf Eigenschaften wie Dick oder die Farbe der Haut oder die Religionszugehörigkeit reduzieren möchte. Auszeichnender sind jedoch die einzelnen Ängste und die Geschichten, die hinter den Kinder stehen. So zeichnet sich Bills Verhalten sehr durch die Wut und Trauer über den Verlust seines kleinen Bruders aus, der in jener schicksalhaften ersten Szene spurlos verschwindet. Erst nach und nach setzt sich das Bild zusammen, warum die Kinder vor bestimmten Dingen Angst haben. Leider ist es genau diese Angst, die Es anzieht und wiederholt in Form des Clowns Pennywise auftritt.
Mit gerade einmal 27 Jahren verkörpert Bill Skarsgård die Rolle des Pennywise. Dies ist entweder ein interessanter Zufall oder ein geschickter Schachzug im Bezug auf die alle 27 Jahre wiederkehrende Erscheinung von Es. Im Vergleich Tim Curry war 44 Jahre als er in der ersten Version den Clown Pennywise gab. Skarsgård spielt die Rolle unglaublich authentisch, so dass bei seinen Auftritten immer wieder ein Raunen durch den Kinosaal ging. Der plötzliche Wechsel zwischen den verschiedensten Emotionen gelingt ihm spielerisch. Die Darsteller des Clubs der Looser müssen sich jedoch nicht verstecken, auch sie spielen ihre Rollen allesamt gut, auch wenn ein paar das Minenspiel bereits besser spielen als andere.
Mit 135 Minuten hatte Es genug Zeit, um die wichtigsten Teile der literarischen Vorlage umzusetzen. Der Spannungsbogen wird konsequent gehalten. Kritikpunkt am Film ist jedoch, dass er sich im Horrorsegment ein wenig zu sehr auf sogenannte „Jump Scares“ stützt, also plötzliche Schockmomente, die zudem meist von der Musikuntermalung angekündigt wurden, dennoch immer wieder zu einem allgemeinem Zusammenzucken im Kino führte. Der „Coming-of-Age“-Part des Films ist dafür wesentlicher subtiler ausgearbeitet und bildet so einen schönen Kontrast zu den Horrorelementen. Grundsätzlich ist die Musikuntermaltung stets präsent und sehr passend gestaltet. Dennoch „spoilert“ sie praktisch Teile der Handlung.

Alles in allem bringt Es reales Grauen auf die Leinwand und lässt den Zuschauer nicht so schnell los. Bis auf die Umsetzung des Horrorelements macht der Film viel richtig und bekommt dafür 08 von 10 möglichen Punkten.

Barry Seal – Only in America

Am 07.09.2017 erschien ein neuer Film mit Tom Cruise in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Als Pilot gelangweilt von seinem Job bekommt Barry Seal aus heiterem Himmel ein Angebot von der CIA. Er soll Waffen und ähnliches transportieren. Aber das Leben kann so viel aufregender sein, wenn man sich gleichzeitig einen Nebenverdienst im Drogenkartell von Pablo Escobar sucht.

Wie wird man sehr schnell verdammt reich? Damit haben sich in den letzten Jahren bereits die Filme Wolf of Wall Street und War Dogs, beide basierten auf wahren Ereignissen. So auch Barry Seal und versetzt uns gleichzeitig zurück in die 1970er und 1980er Jahre.
Barry Seal – Only in America wird komplett stringent erzählt und orientiert sich an Jahreszahlen und Orten die in den Jahren eine wichtige Rolle spielten. So baut er sich langsam auf. Leider baut er sich zu langsam auf, um wirklich Spannung zu erzeugen. Auch im Mittelteil erzählt Seal ganz nüchtern seine Geschichte und seine vielen Kurierflüge. Auch dem „großen Finale“ mangelt es an Spannung.
Die Handlung hatte an sich aber einiges zu bieten. Den großen Spagat zwischen FBI, CIA und Pablo Escobar gelingt Seal und somit dem Film gut. Damit ist die Handlung interessant und bietet eigentlich genug Wendungen, um Spannung aufzubauen. Doch Seal bleibt hinter den oben genannten Vorgängerfilmen zurück. Er hat weder die durchgedrehten Ideen, wie in Wolf of Wall Street oder sie selbstironische Erzählweise, wie War Dogs. Trotzdem kann man nicht sagen, dass es sich um einen schlechten Film handelt. Tom Cruise spielt seine Rolle durchaus souverän. Aber ihm fehlt der nötige Pepp, um etwas besonderes aus der Erzählung zu machen.

Alles in allem bleibt der Film weit hinter den Erwartungen zurück und bleibt so in der Mittelmäßigkeit stecken, dass es weder große Kritikpunkte, noch herausragende Leistungen gibt, weswegen diese Kritik sehr kurz ausfällt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Kingsman – The Golden Circle

Am 21.09.2017 erschien die Fortsetzung des Überraschungserfolgs aus dem Jahr 2015 in den deutschen Kinos.

Zeitgleich werden systematisch in ganz Großbritannien die geheimen Verstecke der Kingsman systematisch zerstört. Nur Eggsy und Merlin überleben durch Zufälle. Ihre einzige Hoffnung die durchtriebene Poppy aufzuhalten und wieder einmal die Menschheit zu retten, sind ihr amerikanisches Pendant: Die Statesman.

2015 erschien der erste Teil der Kingsman-Reihe in den deutschen Kinos. Während er zunächst lediglich durch die im Kino kursierenden Trailer bekannt wurde, verbreitete er sich später wie ein Lauffeuer über Mundpropaganda und wurde damit in kürzester Zeit ein großer Erfolg. Elegant und britisch wie James Bond, knallharte und gut durchchoreografierte Action, wie bei John Wick und einen absolut durchgeknallten Superschurken. All dies machte das Erfolgsrezept aus.
Vor ein paar Wochen kündigte dann der nächste Trailer die Fortsetzung an. Während der erste Trailer noch wie ein billiger Abklatsch des ersten Teils wirkte und berechtigte Zweifel an der Notwendigkeit einer Fortsetzung schürte, konnte der zweite Trailer dann bereits wieder hohe Erwartungen schüren. Denn die Zerstörung der Kingsman und die Verlagerung der Handlung in die USA zu den Statesman bot ein großes Potential und gerade der Unterschied zwischen den steifen Kingsman und den lässigen Statesman machte ein Großteil des Witzes aus.
Und genau so wird der Film dann auch präsentiert. Er beginnt sogleich mit einer actionreichen Verfolgungsjagd, die dem Zuschauer gleich wieder die Dynamik von Kingsman vor Augen führt. Als nächstes lernen wir den neuen Superschurken kennen. Julianne Moore beerbt hier Samuel L. Jackson. Schon in einer ihrer ersten Szenen lässt sie sich darüber aus, dass sie nicht ernst genommen wird, weil sie im Drogengeschäft ist und dazu noch eine Frau. Dennoch ist sie nicht weniger verrückt als Jacksons Valentine. Trotzdem ist ihre Rolle kein einfacher Abklatsch, sondern hat Witz, eine ganz andere Idee, um die „Weltherrschaft zu übernehmen“ und ihren ganz eigenen Stil. Die erste Hälfte des Films bleibt größtenteils der Vorstellung aller neuen Charaktere überlassen. Im zweiten Teil hieß es dann „Country roads, take me home, to the place I belong“ und ist der Stratschuss für die eigentliche Mission und den ganz großen Spaß. Doch trotz einer Länge von 142 Minuten ist Kingsman durchgehend spannend. Es gibt keinerlei Längen oder überschlüssige Szenen. Dabei sprüht Kingsman nur so vor Witzen und komischen Szenen, bleibt dabei trotzdem knallhart und stets elegant. Genau diese Mischung macht Kingsman so einzigartig. Der bissige Konkurrenzkampf zwischen Kingsman und Statesman bleibt stets auf einem guten Level und drängt sich nie zu sehr in den Vordergrund.
Schauspielerisch hat der Film einige große Namen auf die Leinwand gebracht. Wie schon im ersten Teil schlüpfen Taron Egerton, Mark Strong und Colin Firth wieder in die Rolle der Kingsman. Neu ist hier Michael Gambon, der vielen als Dumbledore aus den Harry Potter Filmen bekannt sein dürfte. Auf amerikanischer Seite wurden Jeff Bridges, Halle Berry, Channing Tatum und Pedro Pascal gecastet, wobei nur letzterer genug Screentime bekam, um seine Rolle richtig entfalten zu können. Mit Julianne Moore wurde der Cast rund.

Alles in allem ist Kingsman ein Leinwandschmaus vom feinsten. Guter Cast, guter Soundtrack, durchdachte Handlung, gelungener Humor und Action vom allerfeinsten, bleibt trotzdem ein Punkt hinter dem Vorgänger zurück. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Mother!

Am 14.09.2017 erschien ein neuer Film von Darren Aronofsky in den deutschen Kinos

Ein Dichter und seine Frau leben in einem abgeschiedenen Haus, das bereits durch einen großen Brand komplett zerstört wurde und welches von ihr wieder komplett aufgebaut wird, während er an einer Schreibblockade leidet. Eines Abends taucht ein Fremder vor ihrer Tür auf.

 Was wie der Beginn eines klassischen Horrorfilms klingt, birgt doch so viel mehr in sich. Doch sollte man Mother! in jedem Fall komplett sehen, ohne sich groß über die Handlung zu informieren. Das machte bereits der erste Trailer deutlich, der eine komplett schwarze Leinwand zeigte und nur Stimmen zu hören waren. Allein dieser ganz neue Ansatz schürte große Erwartungen an den Film. Denn wie oft zeigen Trailer bereits die besten Szenen oder vermitteln ein völlig falsches Bild vom Film? Das wurde im ersten Ansatz komplett übergangen. Der zweite Trailer zeigte dann eine Jennifer Lawrence, die durch ein Haus schreitet und scheinbar etwas sucht, während die gleichen Stimmen mit den gleichen Sätzen, wie im ersten Trailer, erneut zu hören sind. Erst der dritte Trailer bot wild zusammengeschnittene Szenen aus dem Film, so dass man sich jedoch noch immer kein genaues Bild der Handlung machen konnte.
Und genau das hat Regisseur und Drehbuchautor Darren Aronofsky wohl auch beabsichtigt. Schöpfer der Werke „Requiem for a Dream“ und „Black Swan“ zeigt erneut, wie er einfache Szenen so skurril darstellen kann, dass er die Zuschauer lange im Ungewissen lässt, was sie davon halten sollen. Erst im letzten Jahr bewies er mit „Jackie“, dass er auch ganz andere Töne erklingen lassen kann. Doch mit Mother! übertrifft er sich selbst. Denn selten hat es ein einzelner Film geschafft auf so vielfache Weise interpretiert werden zu können. Der Film ist überflutet mit Symbolik und Andeutungen. Es kann aus weltgeschichtliche Weise interpretiert werden, aus künstlerischer Sicht und besonders deutlich werden die religiösen Andeutungen und Erzählungen. Dabei entsteht ein so abstruses Werk, das der durchschnittliche Kinobesucher hier nicht sein Glück finden wird. Denn der Unterhaltungsfaktor entstand eher durch unbeabsichtigte Komik und der Abstrusität. Der gesamten Handlung. Hier finden viele Kunstkritiker wahrscheinlich ihr Glück, denn Mother! ist eindeutig ein reiner Kunstfilm. Dem sollte man sich bewusst sein, ehe man den Kinosaal betritt. So kann man dem Film nicht einmal nachsagen, dass er schlecht sei, doch den Großteil des Kinosaals konnte er nicht abholen.
Ganz nebenbei verschwimmt die Zeitepoche. Das Haus des Paares wirkt zeitlich komplett entrückt. So besitzt es zwar ein Telefon, wirkt aber ansonsten sehr altbackend. Auch die Kleidung der Protagonistin wirkt wie aus einem bereits beendeten Jahrhundert. Eine der Gäste jedoch besitzt ein Handy.
Ebenso schwer wie die Zeit sind auch die Charaktere selbst einzuordnen. Ihre Beweggründe und Taten werden erst durch die verschiedenen Interpretationen deutlich. Zumal der Film eindeutig die Rolle der Frau des Dichters in den Mittelgrund stellt. So bleibt die Kamera beinahe durchgehend an Jennifer Lawrence kleben und begutachtet das Geschehen immer aus ihrem Blickwinkel. Ähnlich wie bereits bei „Jackie“ legt Aronofsky hier viel Wert auf ihre Mimik. Dem Anspruch ist Lawrence aber durchaus gewachsen. Auch ihre Mitspieler, wie Javier Bardem, Ed Harris und Michelle Pfeiffer spielen auf gewohnt hohem Niveau und bringen so ein wenig Farbe in den Film. Denn der Spielzeit von 121 Minuten ist der Film nicht völlig gewachsen. So tun sich immer wieder Längen auf, die dem Film nicht guttun. Zwischenzeitlich zieht sich eine fast schläfrige Stimmung über den Kinosaal, bis es letztendlich an das große Finale geht.

Alles in allem ist Mother! ein Film, der die Gemüter spaltet und die Bewertung richtet sich wohl sehr nach den Interpretationen der Zuschauer. Für interpretationsfreudige Zuschauer wäre er wohl 08 Punkte wert. Da die hier genannten Bewertungen jedoch immer subjektiv bleiben erhält er lediglich 05 von 10 möglichen Punkten.

Atomic Blonde

Am 24.08.2017 erschien ein Actionfilm, der kurz vor dem Mauerfall in Ostberlin spielt, in den deutschen Kinos.

Lorraine Broughton eine Agentin des MI6 wird nach Ostberlin geschickt, um wichtige Informationen sicher zu stellen. Die CIA, der KGB und auch die Franzosene haben ebenfalls Agenten geschickt. Denn Deutschland steht kurz vor dem Mauerfall und die Informationen könnten dies ändern.

2015 erschien der erste Teil von John Wick in den deutschen Kinos. Sein Kennzeichen waren die sehr gut choreographierten Kampfszenen, das realistische Nachfüllen und die Anzeichen menschlicher Schwäche nach einem schweren Kampf. Nun haben sich die beiden Macher John Wicks David Leitch und Chad Stahelski ein neues Werk ausgedacht. Aber gleich Vorweg: Atomic Blonde ist in keinster Weise ein John Wick in weiblich.
1989 stehen in Ostberlin und der gesamten DDR die Zeichen auf Umbruch. Immer mehr Menschen sind bei Demonstrationen gegen die Regierung auf der Straße und wollen endlich den Mauerfall und die Widervereinigung mit dem Westen. Aufregende Wochen folgen, in der deutsche Geschichte geschrieben wurde. Genau in diesen Wochen setzt Atomic Blonde an. Der Mi6 schickt eine seiner besten Agentinnen Lorraine Broughton in die DDR. Denn hier sind wertvolle Informationen aufgetaucht, die in den falschen Händen die Widervereinigung verhindern könnte. Dementsprechend sind die großen Geheimdienste MI6, CIA und KGB an diesen Informationen interessiert.
Atmic Blonde wird jedoch nicht stringent erzählt, sondern von hinten aufgerollt. So sehen wir Lorraine praktisch nach getaner Arbeit, während sie ihren Vorgesetzten Rechenschaft ablegen muss. Erst nach und nach durch ihre Erzählungen, ergibt sich das Bild der Handlung in Berlin. Trotzdem beschränkt sich der Film nicht auf die Szenen aus ihrer Erzählung, sondern zeigt auch die anderen Charaktere, verschweigt aber immer wieder ein paar Informationen. So kann sich der Zuschauer zwar größtenteils ein eigenes Bild zum Geschehen machen und muss sich nicht rein auf Lorraines Darstellung verlassen, andererseits fehlt dem Zuschauer so aber auch immer ein Puzzleteil, so dass die Handlung an keiner Stelle vorhersehbar wird und die große Auflösung am Ende doch eine Überraschung bleibt.
Der große Pluspunkt des Films bleibt, wie schon in John Wick gezeigt, die realitätstreue Darstellung von Kämpfen. Diese sind sehr gut choreographiert, zeigen die Stärken und Schwächen der beiden Kämpfenden und sind nicht immer zum Vorteil der Heldin des Films gestaltet. So zeigen sich auch Erschöpfungszeichen bei den Kämpfenden und man sieht sogar die Versuchung des Aufgebens in den Augen glitzern, wenn sie sich erneut antreiben müssen, um wieder aufzustehen. Hierzu tragen auch die Schauspieler einen großen Teil bei, da einige der Erschöpfungskampfszenen schnell lächerlich hätten wirken können. Doch durch große Namen, wie Charlize Theron als Lorraine und James McAvoy als ihr Verbündeter wurde diese Gefahr gut umgangen. Ebenfalls mit von der Partie sind John Goodman und Sofia Boutella, die jedoch eher kleinere Rollen spielen und daher nicht ihr gesamtes Können zeigen können. Was genau ein Till Schweiger in diesem Film zu suchen hat, kann wohl keiner so genau sagen. Immerhin ist auch seine Rolle klein genug, dass er nicht viel falsch machen kann.
Der zweite große Pluspunkt des Films ist der coole Soundtrack, der auch einiges an Mut beweist. Welcher Hollywood-Streifen hat vorher Actionszenen mit Major Toms „Völlig losgelöst“ und Nenas „99 Luftballons“ unterlegt. Hier wird auch mit dem Soundtrack die Stimmung und die Zeit gekonnt eingefangen und gibt dem Zuschauer ein gutes Gefühl, so dass Atomic Blonde in der Darstellung zwar ein eiskalter Actionstreifen ist, aber trotzdem die Laune eines Feel-Good-Movies einfangen kann. Hinzu kommt die visuelle Gestaltung des Films. Denn neben dem trüben und grauen Ostberlin, setzt der Film immer wieder auf fast neonfarbene Effekte und setzt so einen Gegenpol zu der eigentlichen Stimmung, was sich auch wieder mit dem Soundtrack deckt.

Alles in allem ist Atomic Blonde ein knallharter Actionstreifen, der aber trotzdem großen Spaß macht und das ohne großen Witz und Humor. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Cinemathek: Zu guter Letzt

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Zu guter Letzt. Der Film lief ursprünglich ab dem 13.04.2017 in den deutschen Kinos.

Harriet Lauler hat ihr ganzes Leben immer nach ihren eigenen Vorstellungen und Plänen gelebt. Einst eine erfolgreiche Geschäftsfrau, lebt sie inzwischen in Rente und dabei total einsam. Denn Lauler hat alle, die sie je kennengelernt hat, inzwischen vergrault. Beim Lesen der Zeitung macht sie sich nun zunehmend Sorgen über ihren Nachruf. Und beschließt das Schreiben eben diesem zu überwachen und die junge Journalistin Anne zu engagieren.

Der Tod ist immer etwas endgültiges. Niemand weiß, was danach kommt. Doch „Der Mensch ist erst tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“ sagte schon Brecht. So liest man gerade wenn ein bekannterer Mensch stirbt, viele unterschiedlich geschriebene Nachrufe. Doch wäre es nicht schön, wenn man schon vor seinem Tod wüsste, was die Freunde und Familie über einen zu sagen hat? Wenn man wüsste, wie man in Erinnerung bleiben wird?
Genau hiermit befasst sich der Film „Zu guter Letzt“. Protagonistin Harriet Lauler – gespielt von Shirley McLane – hat ihre ganz eigene Lebensweise. Darin haben alle nach ihren Plänen zu handeln und nach ihrer Art zu leben. Und wenn das nicht passt, dann macht Lauler es eben passend. Warum also am Lebensende aufhören und den eigenen Nachruf dem Zufall überlassen? So sucht sie die junge Journalistin Anne auf. Annes Spezialität sind Nachrufe auf exzentrische Menschen, bei denen es schwer ist jemanden zu finden, der etwas gutes über den Verstorbenen zu sagen hat. Doch Harriet Lauler soll Annes größter Härtefall werden. Eine Liste von 100 Leuten durchgehend, kann keiner auch nur ein gutes Wort über sie verlieren. Doch so schnell gibt eine Harriet Lauler nicht auf. Wenn es in ihrer Vergangenheit nichts gibt, was sich positiv vermerken lässt, so will sie die verbleibende Zeit bis zu ihrem Tod nutzen, um noch ein paar Sachen zu ändern.
Zu guter Letzt ist ein Film, der von vielen Klischees lebt und nach einem altbekannten Muster verläuft. Aber dabei baut er so viel eigenen Charme auf, entwickelt Charaktere, in die man sich hineinversetzen kann, mit denen man fühlt und die man einfach nur in sein Herz schließt. Dazu bringt er einige sehr gute eigene Ideen ein. So macht der Film einfach nur Spaß beim Anschauen, was bei dem Genre – und auch bei dem Thema – ein wichtiger Faktor ist. Gleichezeitig schafft der Film es die Spannung an jeder Stelle hoch zu halten, auch wenn viele Geschehnisse irgendwo vorhersehbar waren.
Ein weiterer großer Pluspunkt des Films ist der gut ausgewählte Soundtrack. Hier wird großen Wert darauf gelegt, sich abseits von der Massenware zu bewegen und die Liebe zur Musik zu erwecken oder bei manchen Zuschauern auch neu zu erwecken. Da man diese Liebe und die große Gewichtung der Musik in der Handlung so nicht erwartet, bringt sie gleichzeitig frischen Wind mit hinein.
Amanda Seyfried schien nach ihren Erfolgen mit Mamma Mia, Briefe an Julia und Das Leuchten der Stille ihren schauspielerischen Weg gefunden zu haben. Doch in Zu guter Letzt zeigt sie doch noch einmal mehr Facetten und bringt daher die zwischen deprimierten und sorgenfreien Stimmungen hin und her springende Anne sehr feinfühlig rüber und damit dem Zuschauer sehr nah. Auch Shirley McLane gelingt es genau den richtigen Ton zu treffen und Harriet Lauler auf eine Art zum Leben zu erwecken, die einerseits abschreckt, auf der anderen Seite aber doch anziehend wirkt. Durchgehend ist McLane mit einer Hingabe am Werk die perfekte zu ihrer Rolle passt.

Alles in allem hat Zu guter Letzt zwar nicht die originellste Handlung, macht dies aber mit einer Menge Charme und guter Musik wieder wett. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Der dunkle Turm

Am 10.08.2017 erschien eine neue Buchverfilmung des Meisters des Horrors Mr Stephen King in den deutschen Kinos.

In der Mitte der Welten steht der dunkle Turm. Bewacht wird er vom letzten Revolvermann Roland. Der Mann in Schwarz versucht den Turm zu stürzen. Von all diesem träumt Jake Chambers, der nach dem Tod seines Vaters mit einem Trauma lebt. Bis er eines Tages entdeckt, dass es sich nicht um einen Traum handelt.

Die dunkle Turm Reihe von Stephen King umfasst acht Bände mit unterschiedlichem Umfang. Durch diese Größe galt sie bisher für unverfilmbar. King selbst beschrieb den Dunklen Turm Zyklus für sein wichtigstes Werk, weswegen er vorab viele Angebote für eine Verfilmung ablehnte. Nun genehmigte King doch die Verfilmung. Doch schon nach den ersten Daten des Films erschienen viele Fragezeichen im Gesicht der Kino- und Kingfans. Denn der dunkle Turm in der Verfilmung sollte gerade einmal ca. 90 Minuten umfassen. Wie sollte in dieser Zeit auch nur ansatzweise der gesamte Stoff hineinpassen? Nach den ersten Kritiken und Sichtungen des Films kam es zum nächsten seltsamen Fakt: Keinem der Kritiker gefiel der Film und er wurde auf das übelste zerrissen. Nur einer fand den Film wirklich gut. Mr Stephen King höchstpersönlich. Wie kann das sein?
Zunächst sollte man sich bewusst machen, dass der dunke Turm natürlich mit 90 Minuten nicht den gesamten Zyklus widerspiegelt. Er soll mittendrin ansetzen. Demnach standen sich die beiden Erzfeinde Roland, der Revolvermann, und der Mann in Schwarz bereits mehrfach gegenüber. Dann wurde bewusst Jake Chambers als Protagonist gewählt. Er kennt die Welt um den dunklen Turm bisher nur aus seinen Träumen und dient damit als perfekter Identifizierungspunt für den Zuschauer, der die Bücher nicht gelesen hat und die neue Welt durch die Augen eines Kindes entdecken möchte. So erfährt der Zuschauer zunächst nur einige Eckpunkte, da sich der Film zunächst mit der Vorstellung und Charakterisierung Jakes beschäftigt. Erst nach und nach treten die fantastischen Elemente auf und der Zuschauer wird damit behutsam in die Welt heran geführt.
Mit einer Lauflänge von 90 Minuten kann der dunkle Turm gar nicht all das Aussagen, was er hätte aussagen können. Die Vorlagen waren da. Aber trotzdem scheinen die vielen schlechten Kritiken etwas ungerecht dem Film gegenüber. Vergleichbare Werke, die in letzter Zeit erschienen, hatten zumeist den Kritikpunkt, dass die Welt dahinter nicht ganz ausgereift sei oder das zu viel Stoff in einen Film gepresst wurde – man erinnere sich nur an Jupiter Ascending. Dies umgeht der dunkle Turm, in dem er sich auf die wichtigsten Elemente konzentriert, einen konsequenten Handlungsbogen aufbaut und die Welt beinahe spielerisch aufbaut und durch Jake erkunden lässt. Trotzdem merkt man es unter der Oberfläche brodeln. So viel könnte gesagt werden, so viel könnte noch gezeigt werden und so viel könnte noch erzählt werden.
Der Mann in Schwarz – im Film gespielt von Matthew McConaughey – ist laut Autor Stephen King die Verkörperung von allem Bösen. Ein Zusammenschluss all der Bösewichte, die King jemals erfand. So fungiert er auch im Film eindeutig als das Böse, ohne jede Reue, ohne jedes Mitleid. McConaughey schafft es auch genau die richtige Nuance im Spiel zu finden, die diese Charakterisierung hervorhebt. Ein einzelner Blick reicht, um den Zuschauer verstummen zu lassen und gespannt auf das Kommende warten zu lassen. Trotzdem fehlt hier der letzte Schliff an der Rolle. Ein paar Worte mehr über seine Taten und seine Absichten.
Roland ist der letzte der Revolvermänner. Idris Elba nahm sich der Rolle an und spielt gekonnt zwischen dem angehärtetem Mann und der melancholischen Seite Rolands. Doch leider bleibt seine Rolle sehr blass. Man erfährt nichts über die Revolvermänner und Roland, nur das er gut schießen kann und es seine Aufgabe ist den dunklen Turm zu bewachen. Hier wäre mehr erzählen doch besser gewesen.
Die Handlung folgt stringent einem bereits früh erahnbarem Weg, schafft es aber dennoch Spannung aufzubauen. Hinten hinaus hätten es gerne ein paar Minuten mehr sein können, denn der alles entscheidende Entkampf scheint dann doch wieder zu einfach und zu konstruiert zu sein.

Im Endeffekt kann man sagen, dass der dunkle Turm doch vieles richtig macht und als unabhängiges Werk sehr gut funktioniert, auch wenn er ein paar Schwächen zeigt. Vorraussetzung ist, dass man weder die dunkle Turm Reihe gelesen hat, noch etwas anderes von Stephen King und des Film daher nicht mit Kings einzigartiger Erzählweise vergleichen kann.

Alles in allem hadert der dunkle Turm nur an ein paar Stellen mit sich, ergibt aber doch einen runden Fantasy-Film. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im August & Mein Lesemonat August

Hallo ihr Lieben,
ja ist denn schon wieder Weihnachten? Das vielleicht nicht, aber die ersten Lebkuchenherzen stehen schon wieder im Supermarkt-Regal. Mich erinnert das immer wieder daran, dass die Tage jetzt wieder kürzer werden und es draußen immer kälter wird – wenn wir nicht noch glücklicherweise einen schönen Altweiber-Sommer kriegen, die Hoffnung stirbt zuletzt. Hier nun wieder meine monatlichen Übersichten, ihr kennt das 😉

Verpasst im August

1) Alibi.com: Ein ähnliches Prinzip, wie die Trauzeugen AG, aber aus französischer Sicht. Ich hätte den Film gerne als Vergleich gesehen.

2) Das Gesetz der Familie: Michael Fassbender ist ja meist ein guter Garant für einen guten Film. Auch habe ich einige gute Kritiken gelesen.

3) Table 19: Anna Kendrick in einem Drama mit komödiantischen Andeutungen. Leider lief der Film nicht in meiner Nähe, denn der stand mit ganz oben auf meiner Sehliste.

4) Hampstead Park: Ich kann mich ja meistens für die etwas schrulligeren Charaktere begeistern (Monsieur Henri, Eddie The Eagle…) und hätte vielleicht auch hier meinen Spaß mit gehabt.

5) The Limehouse Golem: Noch ein Film mit Bill Nighy und ich konnte ihn wieder nicht sehen. Das frustriert mich immer.

Und hier wieder die Filme, die es ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben:

Der Stern von Indien, Tulpenfieber

Mein Lesemonat August

Bücher insgesamt: 4 Bücher
Seiten insgesamt: 1515 Seiten
Seiten pro Tag: 49 Seiten im Durchschnitt
Taschenbücher: 2
Hardcover: 1
E-Books: 1

Zusammenfassend ist zu sagen, dass ich im August viel unterwegs war und mich ansonsten wieder stärker den Serien zugewandt habe. Daher fällt mein Lesemonat diesmal deutlich kleiner aus.

Platz 4: Dein für… 3 Dates

Nachdem mir die Autorin immer wieder ans Herz gelegt wurde, habe ich mich doch einmal an ihr neustes Werk herangewagt, auch wenn ich eigentlich überhaupt kein Fan des Erotikgenres bin. Und auch hier wurde meine Abneigung wieder bestätigt. Sie möchte ja eigentlich eine starke emanzipierte Frau sein und lässt sich doch von dem ersten Millionär kaufen, der ihr über den Weg läuft. Ich fand die Charaktere sehr unsympathisch und die Handlung unglaublich konstruiert. Mein Flop des Monats.

Platz 3: Silber – das dritte Buch der Träume

Der dritte Teil von Kerstin Giers Silber Reihe konnte mich mit dem zweiten Teil wieder aussöhnen, weil er weniger Schuldrama behandelte, und sich wieder mehr auf die Traumwelt und die damit einhergehenden Möglichkeiten und Gefahren befasste. Aber so richtig rund war mir das Ende wieder nicht, da einfach zu viele Handlungsstränge noch offen waren. Irgendwie werde ich zur Zeit mit dritten Teilen einfach nicht glücklich.

Platz 2: Looking for hope

Mrs Hoover, ich dachte wirklich eine Zeit lang, ich würde Ihr Werk Hope Forever nicht mögen. Aber dieser zweite Teil, der aus der Sicht des männlichen Protagonisten Dean Holder erzählt wurde, zeigte mir, dass ich auch ihren ersten Teil mochte, ihn aber einfach zu einem ungünstigen Zeitpunkt gelesen habe. Aber trotzdem mag ich andere Werke von ihnen immer noch lieber.

Platz 1: Weil ich Layken liebe

Mrs Hoover, diesen Monat müssen sie aber auch zugeben, dass sie absolut keine Konkurrenz hatten. Aber ich mochte Ihr Erstlingswerk auch wirklich. Auch wenn man ihm anmerkt, dass Sie ihn zuerst geschrieben haben, denn gerade das erste Date der beiden fand ich doch etwas holprog. Da konnten mich andere erste Dates viel mehr begeistern, die sie geschrieben haben. Aber trotzdem wieder einmal eine rührende Geschichte von zwei Menschen, die sich im unpassensten Moment ineinander verlieben.

Killers Bodyguard

Am 31.07.2017 erschien eine Actionkomödie mit Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds in den deutschen Kinos.

Michael Bryce war einst ein gut bezahlter und hoch geachteter Bodyguard. Doch nachdem er einen Auftrag in den Sand setzte, verlor er fast alles und gibt sich nun mit unterklassigen Jobs zufrieden. Bis er einen Anruf von seiner Ex-Freundin bekommt, die den Auftragskiller Kincaid dringend zum internationalen Gerichtshof in Den Haag bringen muss, doch befürchtet, dass es in ihrer Organisation einen Maulwurf gibt. Doch Bryce und Kincaid können sich eigentlich überhaupt nicht riechen, da Kincaid öfter Aufträge hatte Bryce Klienten zu töten.

Man nehme einen Ryan Reynolds. Dann schreibe man ihm eine Rolle, die sehr pingelig gegenüber seinem Auftreten, seinem Aussehen, seinen Plänen und seinen Regeln ist. Für den eine Welt zusammen bricht, wenn auch nur ein Glied nicht in seine gut durchdachten Pläne passt oder etwas nicht wie gewünscht aufgeht. Also praktisch einen sehr steifen Charakter, den Reynolds aber mit seinem typischen Charme spielen kann, so dass man trotzdem mit ihm mitfühlt und ihn als Identifikationsfaktor nutzen kann. Als nächste nehme man einen Samuel L. Jackson mit seiner absolut unbeschreiblichen Lache. Dann schreibe man ihm die bekannte Rolle aus Pulp Fiction ein klein wenig um, lässt ihn aber unverhätnismäßig oft „Motherfucker“ sagen. Man hat nun also einen unkontrollierbaren, besserwisserischen, aber trotzdem saucoolen Gegenspieler zu Reynolds Rolle. Ungefähr so werden die Produzenten des Films Killer’s Bodyguard geplant haben. Als Krönchen auf dem bereits sehr gut ausgestatteten Cast, konnte man dann auch noch Gary Oldman für den Film gewinnen.
Während sich im Jahr 2016 bereits Russel Crowe und Ryan Gosling in „The Nice Guys“ an einer Actionkomödie mit zwei sehr unterschiedlichen Protagonisten versuchten und scheiterten, geben sich nun Jackson und Reynolds die Ehre. Und schaffen es tatsächlich trotz ihrer Unterschiede und Differenzen miteinander zu harmonieren, so dass allein die Wortgefechte der beiden viel Spaß machen. Es entwickelt sich eine einzigartige Hassliebe, die durch die großen Talente der beiden Schauspieler sehr gut hervorgehoben werden.
Die Handlung an sich ist sehr einfach konzipiert und bleibt an vielen Stellen sehr eindimensional. Teilweise war es wieder das typische Klischee, dass man schon so oft gesehen hat. Doch dadurch, dass die Actionszenen sehr schön choreographiert wurden und auf der großen Leinwand immer gut wirken und mit einem ganz eigenen Humor gekrönt werden, macht der Film unheimlich viel Spaß beim Anschauen, auch ohne tiefgründige Handlung. Durch kleinere Nebenstränge mit sehr guten Einfällen, um die Stimmung bewusst zu heben und zu senken, wirkt die Handlung abwechslungsreich, bleibt aber trotzdem schlüssig und geradlinig.
Der Humor des Films ist trotz der inflationären Benutzung von Motherfucker stets auf einem guten Niveau und nimmt sich auch ganz gerne an einigen Stellen selbst aufs Korn. So sorgt er für ein befreiendes Lachen und dass die Zuschauer den Kinosaal mit einem guten Gefühl verlassen.
Während Reynolds und Jackson ihr Talent in vielen Szenen unter Beweis stellen können, bleibt Gary Oldman in seiner Rolle sehr blass und hat einfach viel zu wenig Screentime, um wirklich etwas aus seiner Rolle zu machen. Die wenigen Szenen spielt er jedoch auf gewohnt sehr hohem Niveau.
Die musikalische Untermalung ist auch für jede Szene gut gewählt, auch wenn sehr oft auf Klassiker zurück gegriffen wurde. Trotzdem passen die Lieder, sind teilweise etwas ironisch für die Szene und passen damit nur noch besser.

Alles in allem macht Killer’s Bodyguard einfach Spaß beim Anschauen und kann auch ansonsten auf vielen Ebenen punkten. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Die Bullyparade – der Film

Am 17.08.2017 erschien die Bullyparade in Spielfilmlänge in den deutschen Kinos.

In fünf kurzen Episodenfilmen erweckt Michael „Bully“ Herbig seine bekanntesten Figuren wieder zum Leben. Seien es Winnetou und Old Shatterhand aus „Der Schuh des Manitu“ oder die Besatzung aus „(T)Raumschiff Surprise“.

Michael Herbig dürfte den meisten ein Begriff sein, immerhin schuf er mit seinem Film „Der Schuh des Manitu“ einen der erfolgreichsten deutschen Filme. Nun besinnt er sich auf seine Anfänge mit der Episodenschow „Bullyparade“. So trommelte er sein Team mit Rick Kavanian und Christian Tramitz erneut zusammen, holte weitere alte Gesichter aus den bereits erschienenen Kinofilmen, wie Sky du Mont, dazu und lud einige bekannte deutschen Schauspieler dazu, wie Elyas M’Barek. Der Plan: fünf kurze Episodenfilme zu drehen und auf die große Leinwand zu bringen.
Diese könnten unterschiedlicher nicht sein. Und genau das ist gut so, denn selbst wenn man von einer Episode weniger überzeugt ist, so trifft eine andere wieder eher den eigenen Humor. Prämisse dafür ist allerdings, dass man grundsätzlich mit Herbigs Humor zu recht kommt. Wer noch nie etwas mit ihm, seinen Filmen oder seinen Shows anfangen konnte, wird auch hier wieder nicht auf seine Kosten kommen. Für alle anderen sind einige wirklich schöne Witze dabei, so dass der Boden gerne mal vor Lachen aufgesucht wird. Andere Gags hingegen scheinen einfach zu konstruiert und zu gewollt, dass sie einfach nicht zünden können. Aber das schöne am Episodenfilm bleibt, wenn einem die Handlung nicht gefällt, ist es ja schnell wieder vorbei. Leider sind die beiden stärksten Episoden auch die beiden kürzesten. Und gerade die bekanntesten Rollen des Trios scheinen irgendwie nach ihrem Solofilm fertig erzählt.
Trotzdem macht „Bullyparade – der Film“ einfach Spaß. Die bekannten Rollen wieder finden, die neuen Rollen entdecken und nebenbei nach bekannten Gastauftritten suchen. Für 100 Minuten einfach abschalten und sich auf die Witze einlassen.
Vor allem mit einem kann der Film überzeugen: Seiner Liebe fürs Detail. Gerade im Bühnenbild überzeugt Herbig wieder einmal, warum der Film auf der großen Leinwand gezeigt wird. Ob man sich wirklich in den Wilden Westen zurückversetzt fühlt, oder eine ganz neue Welt erkundet.

Alles in allem schafft Bully Herbig einen Film mit seinem typischen Humor, der abwechselnd Stärken und Schwächen zeigt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.