Shining

Ein Vorwort

Wenn das Wort Shining fällt, haben wohl viele Jack Nicholsons Gesicht, eine Axt und den Ausruf „Hier kommt Polly“ im Kopf. Meine erste Begegnung mit Shining war tatsächlich „Ready Player One“, wo in der Verfilmung die Charaktere bei einer Aufgabe in eben jenem Hotel landen und einzelne Szenen nacherleben. Den Film selbst habe ich nie gesehen. Damit sich das dann doch bald mal ändern kann, hatte ich mir vorgenommen das Buch von Horrormeister Stephen King zuvor zu lesen.

Die Handlung

Jack Torrance bekommt einen Job als Hausmeister des Overlook-Hotels. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny sollen sie alleine im Hotel überwintern, das voraussichtlich bereits ab Oktober komplett eingeschneit sein würde. Jack, der sein Alkoholproblem überwunden glaubte, wünschte sich einen Neuanfang und sah ihn in diesem Hotel. Sein Sohn Danny, der Träume hat, die manchmal Wirklichkeit werden, wird im Traum vor dem Hotel gewarnt. Und schon kurz nachdem die drei eingezogen sind, geschehen die ersten merkwürdigen Dinge. Vor allem Danny sieht Dinge, die nicht real sein können. Doch auch Jack zweifelt immer mehr an sich und seiner Wahrnehmung.

Meine Meinung

Stephen King sagte zur Verfilmung von Shining sinngemäß, dass er den Film überhaupt nicht leiden kann, weil man Jack Nicholson den Wahnsinn von Anfang an ansehe. Seine Intention sei aber eine andere gewesen. Eben deswegen war es mir wichtig das Buch zu lesen bevor ich den Film sehe. Also wurde es dieses Jahr meine erwählte Strandlektüre.
Stephen King ist meiner Ansicht nach weniger der Horrorautor, als der er immer groß angekündigt wird, sondern vielmehr ein ausschweifender Geschichtenerzähler. So auch diesmal wieder. Shining ist mein inzwischen fünftes Buch von King. Demnach war ich mir durchaus bewusst, dass King zunächst eine lange Einführungsphase braucht. Allein bis die Familie im Overlook-Hotel ankommt, wurden einige Seiten geschrieben. So erfährt man die Vorgeschichte der Familie inklusive der Probleme die Jack bei seinem alten Job hatte und seinem Alkoholproblem, Wendys schwierige Geschichte mit ihrer Mutter und Danny und sein „zweites Gesicht“. King schafft es auch hier wieder die Geschichten interessant zu erzählen, so dass man am Buch dran bleibt, ohne dass allzu viel geschehen ist. So bleibt allerdings auch der Rest des Buches. Nach und nach gibt es verschiedene übernatürliche Phänomene, die sich langsam aber sicher steigern und die Familie tyrannisieren. Dem ganzen spielt noch in die Karten, dass die Familie eingeschneit ist, also selbst wenn sie wollte nicht aus dem Hotel fliehen kann.
Neben den Hintergrundgeschichten der Familienmitglieder, bekommt auch das Hotel eine ganz eigene Hintergrundgeschichte. So erfährt man nach und nach, wer schon alles im Hotel gelebt hat und wer dort gestorben ist und – vermutlich – dadurch auch Einfluss auf die Erscheinungen hat. So sind es gar nicht so viele Phänomene, aber durch Kings ausschweifenden Erzählstil, wirkt es viel mehr.
Der einzige Haken am Buch ist das Ende. Denn nachdem es zum großen Finale kam, gibt es einen großen Sprung in die Zukunft und auch dieser Part wird sehr schnell abgearbeitet. Das passt nicht so richtig zum Rest des Buches und lässt den Leser auf den letzten Seiten ein wenig unbefriedigt zurück.

Ein paar Worte zum Film

Nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte, habe ich mich nun doch einmal an Stanley Kubriks Verfilmung gewagt. Leider bin ich eher auf der Seite des Autors. Denn die Verfilmung erfasst nicht die richtige Grundstimmung, um sich dann langsam zu steigern. Stattdessen wirkt Jack Torrance (Jack Nicholson) von Anfang an ein wenig wahnsinnig, was wohl seinem Gesicht geschuldet ist (das sich sehr gut für wahnsinnige Rollen eignet). Auch die beschriebenen Phänomene werden sehr schnell abgearbeitet bzw. weggelassen. So kommt keine richtige Entwicklung zustande. Auch gibt es absolut keine Hintergrundgeschichten, um das Verhalten der Charaktere zu erklären, was ja gerade der wichtige Teil von Kings Erzählung war. So wirkt der ganze Film ein bisschen seelenlos. Auch die ganze gruselige Grundstimmung entsteht nur durch die (für die heutige Zeit stark übertriebene) Musik.

Das Fazit

Ein Klassiker von Mr. King, der seine Charaktere gründlich untersucht, um die Entwicklung zu erklären, die unweigerlich zum spannenden Finale führt.

Captain Marvel

Ein Vorwort

Marvel hat offiziell wieder die Superheldensaison für 2019 eröffnet. Als inzwischen 21. Film des MCU – Marvel Cinematic Universe – hat Captain Marvel nun ihren Soloauftritt. Marketingstechnisch ist der Filmstart kurz vorm großen Avengers – Endgame im April nur insofern logisch, als dass Captain Marvel in Endgame wohl eine zentrale Rolle spielen wird. Wer also auch den nächsten Avengersteil komplett verstehen will, sollte sich Captain Marvel wohl vorher ansehen. Ob es ansonsten noch gute Gründe gibt, verrate ich in meiner Kritik.

Die Handlung

Vers (Brie Larson) ist eine Soldatin der Kree in Ausbildung. Ihre Fähigkeit ist Photonenstrahlen aus ihren Fäusten zu entfesseln. Ihr Ausbilder Yon-Rogg (Jude Law) bereitet sie auf ihre erste Mission gegen die Skrulls vor. Dies entpuppt sich jedoch als Falle und Vers landet zunächst in Gefangenschaft und schließlich auf dem Planeten Erde. Dort trifft sie auf den SHIELD-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson). Nach und nach kommen jedoch Erinnerungen zurück. Sie merkt, dass sie auf der Erde groß geworden ist. Nun setzt sie alles daran ihr eigenes Geheimnis zu lüften.

Meine Meinung

Außerirdischer kommt auf die Erde und muss sich an die Gepflogenheiten gewöhnen? Diese Grundthematik kommt dem einen oder anderen Filmliebhaber, vor allem aber den Anhängern des MCUs, wohl bekannt vor. Denn diese Grundgeschichte hatten wir bereits mit dem vierten MCU Film „Thor“. Allerdings war dies 2011. Inzwischen haben wir 2019 und sind am Ende der dritten Phase des MCU. Man sollte meinen, dass sich die Filme inzwischen weiterentwickelt hätten. Und eigentlich haben sie das auch. Nur eben nicht Captain Marvel.
Die grundsätzliche Ausgangslage ist zwar neu, aber auch irgendwo bekannt. Denn die Kree um Ronan sind dem breiten Publikum aus Guardians of the Galaxy – Volume 1 bekannt. Dennoch lernen wir sie hier noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Dementsprechend holprig ist der Anfang. Die ganze Geschichte rund um Vers und ihre Ausbildung bei den Kree inklusive erstem Kampf gegen die Skrulls ist abgehackt erzählt. Hier wurde mehr Wert auf die Optik als auf einen guten Auftakt gelegt. So versteht man weder Brie Larsons Rolle, noch die von Jude Law. Wirklich in Fahrt kommt der Film erst mit dem Eintreffen Captain Marvels auf der Erde. Hier wurden Samuel L. Jackson als Nick Fury und Clark Gregg als Agent Coulson digital verjüngt, um ihre 90er Jahre Version von sich selbst zu geben. Ein Nick Fury als Level 3 Agent (sehr niedriges Level) und einen Agent Coulson in der Ausbildung zu sehen, dürfte dann erst einmal die Nostalgieschiene bedient haben, so dass dann auch der letzte Fan im Film angekommen ist. Der weitere Handlungsverlauf ist dann das typische Erforschen von Geheimnissen mit der ständigen Gefahr im Rücken. Am Ende gibt es dann den großen Plottwist, den der eingefleischte Fan wohl schon ab der ersten Szene vorausgeahnt haben dürfte und die obligatorische Endschlacht.
Wir haben hier also die typische „Wer bin ich“- Handlung eingeordnet im MCU. Am Ende entpuppt sich Captain Marvel als eine Art „Superman des Marvel-Universums“, zumindest was die Überkräfte angeht, und rettet den Tag. Als nicht Marvel Fan dürfte der Film damit ziemlich ungeeignet sein. Denn die Elemente die den Film doch sehenswert machen, sind eher die Kleinigkeiten, die Marvel Fans eben lieben – unter anderem eines der letzten Cameos von Stan Lee – und der ausgeprägte Humor. Wobei selbst der MCU-Humor hier seltsam deplatziert wirkt und teilweise zu gewollt hineingezwungen wurde.
Der heimliche Held des Films ist leider nicht Captain Marvel, sondern Agent Fury zusammen mit dem kleinen Vierbeiner Goose. Denn aus der Kombination ergeben sich einige Situationen, die wirklich sehr lustig sind.
Brie Larson als Captain Marvel macht eine solide Figur. Ihre gute Vorbereitung gerade auf die Kampfszenen sind dem Film deutlich anzumerken und auch den Spaß, den sie beim Dreh hatte. Nur die witzigen Dialoge wollen ihr nicht so leicht von den Lippen, wohingegen sie bei den dramatischen wieder mehr glänzen kann.

Letztendlich bleibt zu sagen, dass Captain Marvel kein grundsätzlich schlechter Film ist. Er erinnert in vielen Teilen an den ersten Thor-Film. Allerdings muss man sagen, dass er damit einfach nicht mehr in die aktuelle Zeit passt. Nach einem oscarnominierten Black Panther und dem zusammentreffen der bisherigen Charaktere in Infinity War, sind wir einfach schon über einen Captain Marvel hinaus. Was schade ist, denn als erste Heldin mit einem Solofilm im MCU wäre ein höheres Niveau angebracht gewesen.

Das Fazit

Captain Marvel ist ein grundsolider Film aus dem Hause Marvel. Leider bleibt er deutlich hinter seinen Möglichkeiten und beschränkt sich auf eine sehr einfach gehaltene Handlung, die einzig vom Nostalgiefaktor lebt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

The Umbrella Academy

Ein Vorwort

Nachdem Netflix fast alle ihre Superheldenserien – zumindest die Marvel Serien rund um die Defenders – abgesetzt hat – was wohl auch mit den Plänen Disneys einen eigenen Streaming Dienst zu gründen zusammen hängt – hat Netflix sich mit The Umbrella Academy nun eine neue Comicreihe ausgesucht. Die Serie basiert auf der gleichnamigen Comicreihe von Dark Horse Comics.

Die Handlung

43 Kinder werden am gleichen Tag unter merkwürdigen Umständen geboren. Der exzentrische Milliardär Reginald Hargreeves „erwirbt“ sieben von ihnen. Sie bekommen alle nur eine Nummer als Namen und werden von Kindesbeinen an darauf trainiert Verbrechen zu bekämpfen. Dabei helfen Ihnen verschiedene spezielle Fähigkeiten. Nach jahrelangem getrennt sein, bringt sie erst der Tod ihres Ziehvaters wieder zusammen.

Meine Meinung

The Umbrella Academy hat das typische Superheldengrundthema. Kinder mit speziellen Fähigkeiten sind erwachsen geworden und versuchen teilweise aus dem ihnen vorgeschriebenen Leben auszubrechen. So weit so bekannt. Doch The Umbrella Academy hat durchaus mehr zu bieten. So geht es um ihre Vergangenheit, um ihre Gefühle und natürlich auch darum die nahende Apokalypse zu verhindern. Dabei wird jedes Thema ernst genommen und aus erzählt. Dennoch ist immer eine gewisse Spannung vorhanden. Es wird sich episodenweise für jeden Charakter ein bisschen mehr Zeit genommen, dennoch ist die Geschichte stringent erzählt.

Nummer 1/Luther (Tom Hopper – Game of Thrones) hat die letzten vier Jahre auf dem Mond gelebt, um dort Forschungen anzustellen. Er ist ungewöhnlich groß und kräftig und dies ist auch seine „Kraft“.
Nummer 2/Diego (David Castaneda – Sicario 2) ist sehr geschickt mit Wurfmessern. Zumal er sie auch um Ecken werfen kann. Nach der Auflösung der Umbrella Academy hörte er weiterhin den Polizeifunk ab, um weiterhin gegen Verbrecher zu kämpfen.
Nummer 3/Allison (Emmy Raver-Lampman) kann Menschen manipulieren, indem sie nur die Worte „Ich habe das Gerücht gehört…“ voranstellt. Dadurch hat sie es geschafft eine berühmte Schauspielerin zu werden.
Nummer 4/Klaus (Robert Sheehan – Mortal Engines) kann mit den Toten kommunizieren. Um ein wenig seine Ruhe vor Ihnen zu haben, dröhnt er sich die meiste Zeit mit Drogen zu.
Nummer 5 (Aidan Gallagher – Nicky, Ricky, Dicky & Dawn) verschwand als Teenager, da er seine Fähigkeiten von Ort zu Ort zu springen auch innerhalb der Zeit testen wollte, dann aber feststeckte. Nach über 45 Jahren (seine Zeitrechnung) schafft er den Sprung zurück, um seine Geschwister vor der drohenden Apokalypse zu warnen.
Nummer 6/Ben (Justin H. Hin) starb vor Beginn der Serie. Er konnte Tentakeln aus seinem Bauch sprießen lassen, die alle Feinde überwältigten. Inzwischen kann nur noch Klaus mit ihm kommunizieren.
Nummer 7/Vanya (Ellen Page – Inception) ist die einzige der Geschwister ohne Fähigkeiten. Von ihrem Ziehvater wurde sie deswegen immer ausgeschlossen, was auch ihre Geschwister irgendwann annahmen. Inzwischen ist sie erfolgreiche Geigerin und schrieb ein Buch über ihre Kindheit, weswegen sie bei ihren Geschwistern sehr unbeliebt ist.

The Umbrella Academy vereint die verschiedensten Charaktere, die irgendwie versuchen miteinander klar zu kommen, während sie versuchen die Apokalypse zu verhindern. Dabei ist die Serie durchgehend spannend, aber vor allem auch witzig. Das ist vor allem den gut gezeichneten und gespielten Charakteren zu verdanken. Gerade Klaus schafft es immer wieder in absurde Situationen zu geraten. Damit das ganze aber nicht zu langweilig wird, gibt es dann noch die beiden Profikiller Hazel (Cameron Britton – S.W.A.T.) und Cha-Cha (Mary J. Blige – Rock of Ages), die Jagd auf Nummer 5 machen. Sie bilden ein gutes Gegenteam, das immer wieder geniale Dialoge führt. So gibt es in der Welt der Umbrella Academy immer wieder was neues zu entdecken. Der einzige Haken an der Serie ist, dass sie mit einem Cliffhanger endet…

Das Fazit

The Umbrella Academy ist eine gute Serie für alle, die entweder bereits auf Superheldenserien stehen oder die mit dem bisherigen Material noch nichts anfangen konnten. Der gute Misch aus Spannung und Witz mit den verschiedensten Charakteren bietet Platz für viele Geschmäcker.

Neulich in der Sneak: Hard Powder

Ein Vorwort

2014 drehte der norwegische Regisseur Hans Petter Moland den Film „Einer nach dem anderen“, mit Stellan Skargard in der Hauptrolle. Dieser bekam sehr gute Kritiken. Davon beflügelt beschloss Moland den Film einfach noch einmal zu drehen. Das Drehbuch wurde von Frank Baldwin ein wenig abgeändert und das Setting in die Rocky Mountains verlegt. So wurde, diesmal mit Liam Neeson in der Hauptrolle, der gleiche Film noch einmal in einer Hollywoodvariante gedreht. Und dabei wollte Liam Neeson doch keine Actionfilme mehr machen…

Die Handlung

Der Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) muss erfahren, dass sein Sohn an einer Überdosis Drogen starb. Während seine Frau (Laura Dern) daran zerbricht und ihn letztendlich verlässt, glaubt Nels daran, dass seinem Sohn unrecht getan wurde und er ermordet wurde. Auf der Suche nach dem Schuldigen färbt sich der Schnee des kleinen Dorfes Kehoe schnell rot.

Meine Meinung

Meine erste Reaktion als ich hörte, dass mal wieder ein Actionfilm mit Liam Neeson in der Hauptrolle gedreht wurde, war ein genervtes Seufzen. War doch zuletzt The Commuter schon nicht gelungen und Run all Night konnte ich nicht einmal zu Ende sehen, weil mich alles genervt hatte. Die gleiche Reaktion hatte ich dann auch, als sich herausstellte, dass Hard Powder der aktuelle Sneakfilm war. Und gerade am Anfang hat sich meine Befürchtung bewahrheitet. Denn Hard Powder braucht eine ganze Weile, ehe er in Fahrt kommt. Doch spätestens nachdem der zweite Tote explizit auf der Leinwand markiert wurde, merkte man schnell, dass Hard Powder kein gewöhnlicher Actionfilm ist. Zwar bewegt er sich im Bereich des Rachethrillers, aber schafft mit der verschneiten Landschaft der Rocky Mountains schon ein eigenartiges Setting, denn ohne Schneepflug ist es schon schwierig vorwärts zu kommen.
Am bemerkenswertesten ist jedoch der absolut schwarze Humor des Films. Im Prinzip ist es nur ein großes Abschlachten, aber das mit genug Handlung um auch noch spannend zu sein. Nach jedem Tod wird der Name und Geburts- und Todesjahr kurz noch einmal eingeblendet. Was am Anfang noch merkwürdig wirkte, entwickelt sich schnell zum Running Gag. So „freut“ man sich fast auf den nächsten Toten. Denn während Coxman den Mörder seines Sohnes sucht, ist der Drogenboss Trevor Calcote auf der Suche nach dem Mörder seiner Dealer, was er wiederum den Indianern in die Schuhe schiebt.
Nachdem Hard Powder fast ein Drittel des Films einfach nur vor sich hin plätscherte und man wieder mit einem Fiasko rechnete, macht der Film nach und nach eine vollständige Wendung und wird spannend, aber vor allem witzig – vorausgesetzt man mag schwarzen Humor. So bleibt der Film sehr positiv in Erinnerung. Mit einer Lauflänge von 118 Minuten ist der Film ein wenig zu lang für seine Handlung. Gerade am Anfang hätte man doch noch einmal einiges einsparen können.

Das Fazit

Hard Powder ist eines der Filme, bei dem man über den lahmen Anfang hinwegsehen muss, um doch noch eine kleine Filmperle zu entdecken, die viele wohl nicht auf dem Schirm hatten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Hard Powder läuft seit dem 28.02.2019 in den deutschen Kinos

The Lego Movie 2 & Alita – Battle Angel – 2 Kurzkritiken

Durch meinen Urlaub bin ich für zwei Filme mal wieder ein bisschen spät dran mit den Kritiken. Da es mir auch für beide schwer fällt die richtigen Worte zu finden, versuche ich mich kurz zu fassen und euch doch meine Gedanken zu den Filmen mitzuteilen.

The Lego Movie 2

Die Handlung: Nach dem Einmarsch der Duplo Figuren, hat sich die Lego Welt in eine postapokalyptische verwandelt, ganz im Stile der Mad Max Filme. Doch eine neue Invasion steht bevor, bei der Emmetts Freunde gekidnapped werden. Nun ist es an ihm seine Freunde zu retten.
Meine Meinung: 2014 erschien der erste Lego Movie im Kino. Die Idee die beliebten Steine zu animieren und daraus ein Abenteuer zu machen, war da noch innovativ und so wurde der Film zum Erfolg. Inzwischen hat das Studio aber mit The Lego Batman Movie und The Lego Ninjago Movie nachgesetzt. Erste Ermüdigkeitserscheinungen bleiben da nicht aus, da es nun doch nichts neues mehr ist. Umso wichtiger wurde es, dass der zweite Lego Movie nun mit einer interessanten und durchdachten Geschichte daherkommt. Leider ist es genau das, was dem Film fehlt. Denn zum einen wird zwar die Geschichte aus dem ersten Teil logisch weitergestrickt, andererseits verliert sie sich an eine sehr frühen Punkt schon, so dass die zuvor liebgewonnenen Figuren auf einmal belanglos wirken und ihren Witz und Charme stark eingebüßt haben. Ein wenig scheint man sich hier auf dem gewonnenen Erfolg auszuruhen. So ist die Geschichte rund um Königin Wasimma Si-Willi sehr unausgegoren und wirr erzählt. Lediglich die Auflösung am Ende und kleinere Gags zwischendurch können den Film noch ein wenig retten. Doch so richtig witzig ist er nicht mehr. Dafür gibt es wieder einen schönen Ohrwurm…
Das Fazit: The Lego Movie 2 versucht auf der selbstgeschaffenen Welle weiterzureiten, säuft aber größtenteils ab. Trotz kleinerer schöner Ideen und Gags kann die Haupthandlung nicht überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Alita – Battle Angel

Die Handlung: Der Cyborg-Arzt Ido (Christoph Waltz) findet auf dem Schrottplatz der letzten Himmelsstadt Zalem die noch lebenden Reste eines Cyborgs. Er nimmt sie mit, gibt ihr einen neuen Körper und einen Namen: Alita (Rosa Salazar). Sie kann sich jedoch an nichts erinnern, lernt nach und nach das Leben in Iron City kennen und trifft auf den Jungen Hugo, der ihr die Sportart Motorball zeigt. Ausgelöst durch eine Gefahrensituation, entdeckt Alita, dass sie eine veraltete Art der Kampfkunst intuitiv beherrscht. Nun versucht sie noch intensiver ihre Vergangenheit zu verstehen.
Meine Meinung: Alita – Battle Angel ist ein Film, der auf einer 9-bändigen Mangareihe basiert. Dadurch hat er sehr viel Stoff zu erzählen, die gefühlt locker in eine ganze Serie gepasst hätte. Stattdessen wird sehr viel Handlung in gerade einmal 122 Minuten gepresst. Dadurch kommt gerade die Erklärung der Welt ziemlich zu kurz. So weiß man am Ende immer noch nicht, was es mit Zalem und dem großen Krieg auf sich hat. Dafür spielt Rosa Salazar ihre Alita mit einer Hingabe, die viel Sympathie entwickelt. Begleitet wird sie von Christoph Waltz, der seit Jahren mal wieder eine neue Seite in seinem Spiel zeigen kann. Ebenfalls mit dabei sind mir sehr sympathische Schauspieler, wie Mahershala Ali, Ed Skrein und Jennifer Connelly, auch wenn sie nicht unbedingt sympathische Rollen spielen. Die Handlung springt zwischendurch leider ein wenig, was wohl dem vielen Stoff geschuldet ist. Gerade das Ende wirkt dann doch etwas übereilt und abrupt. Hier kann man sich nur freuen, wenn der zweite Teil dann irgendwann angekündigt wird.
Das Fazit: Alita – Battle Angel ist ein grundsolider Film, der sich ein bisschen zu viel vorgenommen hat und dadurch kleinere Schönheitsfehler hat. Doch ein guter Cast und eine interessante Geschichte kann das meiste ausbügeln. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Ralph breaks the Internet

Ein Vorwort

2012 erschien mit Ralph reicht’s der erste Teil der Reihe. Hier hätte wohl zunächst kaum einer mit dem Erfolg des Films gerechnet. Aber hier wurden unter anderem auch die Gamer angesprochen, da der Film voll ist mit Anspielungen auf die alten Arcadespiele. Und so war es nicht weiter verwunderlich, dass eine Fortsetzung kommen würde. Diesmal dürfen Ralph und Vanellope das Internet unsicher machen. Ob der Film so viel Spaß macht, wie der Trailer es ankündigte, erfahrt ihr hier.

Die Handlung

Ralph und Vanellope haben ihren allabendlichen Rhythmus gefunden. Doch wünscht sich Vanellope mehr und mehr einen Ausweg aus dem Alltag. Als dann ihr Spiel kaputt geht und gleichzeitig die Konsolen mit dem W-Lan verbunden werden, nutzen die beiden die Chance um die Weiten des Internets zu erkunden und ein Ersatzteil für Vanellopes Spiel zu besorgen.

Meine Meinung

Zweite Teile sind bei Disney ein bisschen tricky. Wie viele grandiose erste Teile wurden mit einem zweiten Teil absolut verhunzt? Man denke nur an Desaster, wie Mulan 2. Andererseits gab es auch gute zweite Teile, wie beispielsweise Der König der Löwen 2 – hier wurde erst mit dem dritten Teil alles absolut übertrieben. Nun stand die Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahr 2012 auf dem Plan.
Grundsätzlich wurde hier eine Fortsetzung geschaffen, bei der man nur wenig über den ersten Teil wissen muss. Wichtig ist nur, dass Ralph und Vanellope Spielfiguren aus alten Arcadespielen sind und inzwischen befreundet. Die Handlung selbst treibt die beiden schnell in die Weiten des Internets. Hier zeigt sich wieder einmal, dass Disney der Ideenreichtum noch nicht ganz ausgegangen ist, auch wenn die unzähligen Live-Action-Remakes daraufhin deuten. Denn die Welt aus Google, Ebay und vielen anderen ist uns im täglichen Leben durchaus bekannt, dennoch wird sie mit einer Liebe für Kinder dargestellt, dass man selbst ständig gefühlt Neues entdeckt. Dabei werden zwei große Haupthandlungen gesponnen, nämlich die Suche nach dem Ersatzteil und der Freundschaft zwischen unseren beiden Protagonisten. Desweiteren gibt es kleinere Nebenhandlungen, die episodenartig abgearbeitet werden. So gibt es eigentlich für jeden etwas zu entdecken. Ob man sich nun über ein Wiedersehen mit seinen liebsten Disneyprinzessinen freut oder schon immer mal wissen wollte, wie es bei Ebay wirklich abgeht.
Doch neben dem ganzen Spaß, schafft es der Film auch wieder Tiefgang zu entwickeln. So wird zum einen auch für die kleinen auf gewisse Gefahren im Netz hingewiesen. Beispielsweise produziert Ralph mehrere Buzzfeed-Clips. Das ganze ist für ihn ein großer Spaß, bis er auf die Kommentare trifft. Die Aussage „Man liest niemals die Kommentare“, weißt auf die vielen bösen Kommentare hin, die leider immer wieder im Netz auftauchen. Die größte Lektion wird jedoch wieder über das Thema Freundschaft erteilt. Leider wird das ganze dann im großen Finale etwas sehr übertrieben. Entstanden aus einer coolen Idee, wusste wohl wieder jemand nicht, wann genug ist. Dennoch wird das ganze am Ende gekonnt gelöst und ein schönes rundes Ende geschaffen.

Das Fazit

Ralph breaks the Internet ist eine Fortsetzung, die sehr viel Spaß macht und dennoch eine schöne Geschichte über Freundschaft aufbaut. Lediglich das Finale ist etwas zu übertrieben geraten. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Ralph breaks the Internet läuft seit dem 24.01.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: White Boy Rick

Ein Vorwort

White Boy Rick ist ein biographischer Film über Richard Wershe Jr. Euch sagt der Name nichts? Gut, mir sagte er auch nichts. In der deutschen Wikipedia hat er überhaupt keinen Eintrag. Selbst in der englischen Wikipedia gibt es nur einen ganz kurzen Artikel. Dennoch könnte die Geschichte genügend Material für einen Film bieten, dachten sich wohl die Produzenten. Was dabei herauskam, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Richard Wershe Jr. (Richie Merritt) wird von allen nur White Boy Rick genannt. Er wächst mit seiner Schwester Dawn (Bel Powley) bei seinem Vater (Matthew McConaughey) im südlichen Detroit auf. Mit 14 wird er vom FBI als Informant in der Drogenszene eingeschleust.

Meine Meinung

Am Anfang sieht White Boy Rick sehr nach einer Milieustudie aus. Der weiße Rick, hat größtenteils schwarze Freunde und hängt oft im drogennahen Bekanntenkreis ab. Sein Vater handelt – teilweise schwarz – mit Waffen, wobei ihm Rick gerne hilft. Daher ist seine Familie bereits unter Beobachtung des FBI. Sein Vater träumt eigentlich von der Veröffentlichung einer Videothek, seine Schwester ist selbst drogenabhängig.
Doch der Ton ändert sich schnell, wenn das FBI den noch jungen Rick als Informanten rekrutieren. Ab hier ist es eine dieser typischen Drogengeschichten, die man bereits zu Haufe gesehen hat. Der Oberboss hat natürlich in der Politik seine Finger drin, damit er seinen Geschäften nachgehen kann. Und Rick gerät als Spielball zwischen seinen Freunden, Bekannten, seiner Familie und dem FBI. Im letzten Drittel ändert sich der Ton noch einmal, wenn man eigentlich denkt, dass die Geschichte nun zu Ende sein könnte. Doch nachdem das FBI Rick als Informanten fallen gelassen hat, beschließt er die Lücke zu füllen, die durch die aus seinen Informationen veranlassten Verhaftungen entstanden ist.
White Boy Rick ist mit einer Spiellänge von 111 Minuten kein besonders langer Film. Aber ein Film, der verhältnismäßig ereignislos verläuft und sich dadurch unglaublich zieht. Das liegt zum einen daran, dass die Geschichte sehr lieblos erzählt wird. Wenn man Wikipedia vertraut, war Richard Wershe Jr. mit 17 Jahren einer der mächtigsten Drogenbosse der USA. Diese Entwicklung ist bis zum Ende des Films nicht zu sehen. Es scheint oberflächlich betrachtet nie über ein kleines Viertel von Detroit hinauszugehen. Auch Ausflüge nach Las Vegas können dieses Gefühl nicht ändern. Das könnte unter anderem daran liegen, dass der Film kaum etwas wirklich über Dialoge erzählt. Und die gezeigten Bilder sind wenig aussagekräftig.
Ein viel größeres Problem von White Boy Rick ist aber der sehr schwache Hauptdarsteller. Richie Merritt gibt hier sein Schauspieldebut und versagt dabei gleich auf ganzer Linie. Er wechselt von einem ausdruckslosem Gesichtsausdruck zum nächsten und wieder zurück. Mehr Bandbreite ist leider nicht erkennbar. Auch die übrigen Schauspielleistungen lassen zu wünschen übrig. Lediglich Matthew McConaughey spielt seine Rolle mit dem nötigen Ernst für die Rolle, kann in seiner Screentime aber auch nichts mehr retten. Selbst eine Jennifer Jason Leigh spielt hier sehr reduziert. Allerdings gibt auch ihre Rolle als FBI Agentin nicht viel her.

Das Fazit

Aus der Geschichte hätte man eine interessante Biographie machen können, wenn man sich nur ein bisschen Mühe gegeben hätte eine Geschichte auch wirklich zu erzählen. So sind hier Szenen hintereinander gereiht, die in ihrer Aussagelosigkeit nur vom Hauptdarsteller übertroffen werden. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

White Boy Rick läuft ab dem 07.03.2019 in den deutschen Kinos.

Glass

Ein Vorwort

2000 schuf M. Night Shyamalan seines Version eines Comichelden und eines Comicschurken. Lange Zeit blieb es ruhig um den Film, zudem Shyamalan mit mehren Flops zu kämpfen hatte. Doch 2017 lief Split in den Kinos an. Zunächst schien es sich um einen alleinstehenden Film zu handeln, bis ganz am Ende Bruce Willis als David Dunn einen Cameo hat und der Zusammenhang zu Unbreakable erkenntlich wird. Nun will Shyamalan die Trilogie abrunden und lässt in Glass nun Willis auf Samuel L. Jackson und James McAvoy treffen.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Unbreakable überlebt David Dunn ein schweres Zugunglück als einziger. Kurz darauf wird er von Elijah Price aufgesucht, der ihm erzählt, dass er ein Held wie aus einem Comic ist. Price selbst sieht sich als sein Gegenbild, da er an einer Glasknochenkrankheit leidet, wodurch seine Knochen sehr leicht brechen. Dunn findet daraufhin heraus, dass er noch nie krank war, unheimlich stark ist und durch Berühren von Menschen kurze Visionen bekommt, wodurch er zwei Kinder vor einem Hausbesetzer retten kann. Letztendlich stellt sich jedoch heraus, dass Price für einige große Unfälle, unter anderem dem Zugunglück vom Anfang des Films verantwortlich ist. Price sieht sich als Gegenstück zum Helden, also als der Schurke.
In Split sehen wir, wie drei Mädchen, unter anderem Casey Cooke, von einem Mann entführt und eingesperrt werden. In Kevin Wendell Crumb leben 23 verschiedene Persönlichkeiten. Er bereitet sich auf das Erscheinen einer 24. Persönlichkeit, der übermenschlichen Bestie vor. Die Mädchen sollen dieser geopfert werden. Casey hat durch ihren Onkel jedoch gelernt, ständig auf der Hut zu sein und kann sich mit einer von Kevins Persönlichkeiten, dem 9 jährigen Hedwig, anfreunden. Letztlich wird sie von der Bestie verschont und kann fliehen.

Die Handlung

Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) und seine 24 Persönlichkeiten haben erneut Mädchen entführt, um sie der Bestie zu opfern. David Dunn (Bruce Willis), der zusammen mit seinem Sohn einen Laden für Sicherheitssysteme führt, geht regelmäßig auf Streifzüge, um die Mädchen zu finden. Doch gerade als er Kevin stellt und die Mädchen befreit, taucht die Psychiaterin Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) auf und lässt beide einweisen. Dort treffen sie auf Elijah Price, der als Mr. Glass (Samuel L. Jackson) ebenfalls einsitzt. Dr. Staple will nun alle drei davon überzeugen, dass sie keine Comicfiguren sind.

Meine Meinung

M. Night Shyamalan ist ein Regisseur, der mit seinen Werken mitunter etwas umstritten ist. Doch nachdem 17 Jahre vergehen mussten, bis Unbreakable seine Fortsetzung bekam, war die Hoffnung groß, dass wir nicht noch einmal 17 Jahre warten müssten auf das Ende der Trilogie. Zumal dann vielleicht Bruce Willis und Samuel L. Jackson nicht mehr mit an Bord sein könnten. Aber so hieß es noch einmal Wiedersehen mit David Dunn und Mr. Glass. Neu dabei ist Split Star James McAvoy.
Die erste Hürde war erst einmal die vergangene Zeit zwischen beiden Filmen. Willis und Jackson sind sichtbar gealtert, sodass ein Zeitsprung unumgänglich war. Sehr sichtbar ist dieser in Form von Spencer Treat Clark der auch hier wieder – wie bereits in Unbreakable –  Joseph Dunn, also den Sohn von David Dunn (Willis) verkörpert. Dennoch wird praktisch im Schnelldurchlauf die Sicherheitsfirma und die eigentliche Arbeit der Dunns gezeigt, die durch Davids Fähigkeiten noch immer versuchen Menschen das Leben zu retten. Hier war die Verbindung zu Kevin W. Crumb (McAvoy) natürlich schnell hergestellt. Und mit dem Eintreffen in der Klinik ist dann auch Mr. Glass (Jackson) mit von der Partie.
Doch so schön das Wiedersehen und Zusammentreffen auch ist, so zäh wird die Handlung im nächsten Abschnitt. Denn kaum fängt Ellie Staple (Paulson) an die drei zu analysieren, fängt die Handlung ziemlich an durchzuhängen – zumal Jackson die meiste Zeit nur betäubt in seinem Stuhl sitzt. Einziger Lichtblick hier ist McAvoy mit seinem unglaublichen Talent innerhalb von Sekunden unzählige verschiedene Charaktere zum leben zu erwecken. Teilweise wird dieses Talent aber auch sehr inflationär benutzt, da gerade dies eine Sache war, die an Split sehr hoch gelobt wurde. Allerdings verliert es auch hier mit der Zeit seinen Wow-Effekt, auch wenn McAvoy weiterhin brilliert.
Wirklich fangen kann sich der Film erst am Ende wieder. Hier erwacht nun auch Jackson zum Leben und baut so nach und nach das große Finale auf. Dies kann sich dann wieder sehen lassen. Doch den Mittelteil hätte man gut um einige Minuten kürzen können, ohne auch nur etwas vom Gesagten auslassen zu müssen.
Schauspielerisch ist Glass durch seinen hervoragenden Cast wirklich gelungen. Lediglich Paulson bleibt etwas hinter den drei Herren zurück, was aber auch etwas ihrer Rolle geschuldet ist, die sich nicht so richtig bestimmen lässt. Und genauso unbestimmt spielt Paulson auch.

Das Fazit

Mit Ausnahme des schwachen Mittelteils, der kurzaus kürzer hätte ausfallen können, schafft es Shyamalan mit Glass einen Abschluss seiner Comicreihe zu kreieren, der vor allem von den brillianten Schauspielleistungen seiner Hauptcharaktere lebt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Glass läuft seit dem 17.01.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Holmes & Watson

Ein Vorwort

Verfilmungen der Werke von Sir Arthur Conan Doyle über einen der berühmtesten Detektive der Welt, kommen wohl nie aus der Mode. Sherlock Holmes überwältigte uns nicht zuletzt in der erfolgreichen BBC Serie mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle. Nun versuchte Etan Cohen sich auf dem Regisseurstuhl an einer Komödieninterpretation des Films. Wieso das Ganze der große Reinfall ist, den die schlechten Kritiken vermuten ließen, erfahrt ihr hier.

Die Handlung

Sherlock Holmes (Will Ferrell) ist mal wieder auf der Jagd nach seinem Erzfeind Moriarty (Ralph Fiennes). Dieser droht damit die Königin zu ermorden. Mit Hilfe seines treuen Assistenten Dr. Watson (John C. Reilly) versucht Holmes dies zu verhindern.

Meine Meinung

Die Handlung klingt wie so ziemlich jeder Holmes Film? Und so ziemlich wie jede zweite Serienfolge oder jede zweite Geschichte über den Detektiv? Ja, genau, denn nicht einmal hier war Regisseur und Drehbuchautor Etan Cohen wirklich kreativ. Seine Idee hinter dem neuen Werk war es, die Geschichte wie eine Parodie auf alle anderen Verfilmungen wirken zu lassen. Leider ist ihm das gründlich misslungen.
Denn anstatt wirklich Satire mäßig einzelne Ebenen der Geschichten aufzugreifen und so überspitzt darzustellen, dass sie lustig werden, wird lieber ein Drehbuch voller abstruser Dialoge, viel Fäkalhumor und einiger einfach nur noch abstoßender Szenen – das Waschen einer Leiche als sexuelle Anspielung, um nur ein Beispiel zu nennen – erstellt. Hier ist es fraglich, ob es auch nur eine Person gibt, die diesen Humor wirklich lustig findet – in meiner Kinovorstellung war es sehr leise, weil niemand lachte, aber alle regelmäßig auf die Uhr sahen, ob es endlich zu Ende ist.
Mal ganz ab gesehen von dem absolut unterirdischen Drehbuch, ist der Film ganz nebenbei auch noch ziemlich sexistisch. Die Frau ist natürlich nur dazu da, um vom Helden gerettet zu werden, um mit diversen Männern zu schlafen und kann natürlich auf keinen Fall einen akademischen Titel besitzen. Eigentlich sollte man meinen, dass wir inzwischen so weit gekommen sind, dass solche Filme keine Daseinsberechtigung haben.
Gibt es irgendetwas positives über den Film zu sagen? Nicht wirklich. Schauspielerisch wird er mit einer Lieblosigkeit gespielt. Wer sich schon bei der Handlung fragte, wie Ralph Fiennes es geschafft hat, in dem Film mitzuwirken, so wusste er selbst das wohl am wenigsten. Stattdessen steht er gefühlt durchgehend genervt, irgendwo herum und fragte sich anscheinend, wieso er noch einmal so dringend Geld brauchte, dass er sich darauf eingelassen hatte. Will Ferrell und John C. Reilly schienen zwar ab und an noch etwas Spaß an der Sache zu haben, aber wirklich ernst nahmen sie ihr Spiel auch nicht. Auch Rebecca Hall schien sehr stark unterfordert und konnte ihr genervtes Augenrollen über so manchen sexistischen Spruch kaum verbergen.
Im Endeffekt gab es tatsächlich ein bis zwei gelungene Anspielungen, die dann auch ein leichtes Schmunzeln beim Zuschauer entlockten. Tatsächlich gut parodiert war nur eine einzige Szenen, in der Holmes und Watson über ihren Gefühle sangen.

Das Fazit

Wie es ein so schlechter Film überhaupt ins Kino geschafft hat, bleibt schleierhaft. Wieso er es dann auch noch trotz seiner vielen sexistischen Äußerungen schaffen konnte, ist noch umstrittener. Es bleibt mir nur eins zu sagen: Spart euer Geld! Der Film ist von vorne bis hinten großer Mist! Dafür gibt es 01 von 10 Punkten für ein einziges Lied im ganzen Film.

Holmes und Watson läuft ab dem 07.02.2019 in den deutschen Kinos.

Comedians der Welt

Ein Vorwort

Bereits seit längerem bringt Netflix in regelmäßigen Abständen Special zu verschiedenen Comedians auf der ganzen Welt heraus. Im deutschen Netflix sind da die deutschen Varianten, wie beispielsweise von Dieter Nuhr oder Enissa Amani zu sehen. Desweiteren die amerikanischen Varianten, von denen mich zuletzt Ellen DeGeneres und Ali Wong begeistern konnten. Doch nun geht Netflix noch einen Schritt weiter. Denn anstatt jedem Künstler ein eigenes Event zu widmen und dann mit einer Stunde Laufzeit an den Mann zu bringen, bekommen nun Künstler in den verschiedensten Ländern der Welt die Möglichkeit in Länderevents in kurzen Episoden sogenannte Comedy-„Snacks“ zu produzieren.

Die Handlung

12 Länder, 13 Events, 50 Künstler, 30 Minuten Zeit pro Künstler. So sieht Netflix neustes Comedyprojekt aus.

Meine Meinung

Über Stand-up Comedy kann man sich bekanntlich streiten. Manchmal findet man einen Komiker unfassbar lustig, einen anderen wieder gar nicht, den aber wieder ein anderes Publikum unglaublich erheiternd findet. Aber wer hat Zeit und Geld, um sich alle Programme live anzusehen, nur um dann wieder festzustellen, dass man jemanden vielleicht in kurzen Sketchen lustig findet, aber nicht in einem ganzen Programm. Und wie sieht es in den anderen Ländern aus?
Genau dafür hat Netflix nun die Lösung gefunden. Eher zufällig bin ich auf die neue Netflix Serie Comedians der Welt gestoßen. Und gleich in der ersten Folge der deutschen Ausgabe – mit Enissa Amani, Ilka Bessin und Kaya Yanar – erklärt Enissa Amani den Sinn hinter der Serie. Netflix hat sich überlegt, kleine Comedy-„Snacks“ zu produzieren, die weltweit gedreht und weltweit verfügbar sein sollen, damit die Menschen im Bus auf dem Weg zur Arbeit oder in ihrer Mittagspause eine kurze Folge der Serie sehen können und erheitert und mit guter Laune in den Tag starten können.
Dafür hat Netflix in 12 Ländern 13 Events organisiert – Kanada ist mit zwei Events vertreten, einmal in englischer und einmal in französischer Sprache – und die verschiedensten Comedians angefragt. Dabei kommt ein bunter Mix aus allen Themen heraus.
Netflix hat hier auch ganze Arbeit geleistet und überwiegend Comedians herausgesucht, die das breite Publikum durchaus lustig finden könnte. Und wenn dann doch einmal zwischendurch einer dabei ist, den man gar nicht mag, kann man entweder die Folge gleich überspringen oder 30 Minuten durchhalten. Gerade die dreißig Minuten sind ein guter Indikator, weil die Comedians ihre Geschichten nicht ewig strecken können, sondern ab einem gewissen Teil auf den Punkt kommen müssen. Und so erfährt man von so manchen Problemen mit Vorurteilen, Schwierigkeiten beim Reisen oder auch sexuellen Vorlieben. Auch wenn sich das ein oder andere Thema wiederholt, ist es doch immer wieder neu verarbeitet.
Wer Probleme mit den anderen Sprachen hat, dem ist mit Untertitel auch gut geholfen. Diese sind so übersetzt, dass man die Pointe gut mitkriegt und so auch alle Specials sehen kann.

Das Fazit

Wer sich für Comedy interessiert, gerne auch mal in einer anderen Sprache oder aus einem anderen Land, der hat hier die Möglichkeit die kurzen „Snacks“ zu genießen.