A Quiet Place – Tag Eins

Ein Vorwort

Es wurde still im Kinosaal. 2018 und 2020 brachte John Krasinski die Horrorthriller A Quiet Place in die Kinos. Die Prämisse: Die Monster reagieren auf Geräusche. Also psssst! Und wenn Hollywood die Ideen ausgehen, dann werden halt funktionierende Franchises ausgeschlachtet. So bekommen wir nun das Prequel zum Tag als die Aliens auf der Erde ankamen. Warum das dennoch größtenteils funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Sam (Lupita Nyong’o) ist an Krebs erkrankt und unternimmt einen Ausflug mit anderen Bewohnendes des Hospizes. Immer an ihrer Seite ihre Therapiekatze Frodo. Doch in Manhatten kommt es zu einer Alieninvasion. Sie kann mit anderen in ein Marionettentheater fliehen, von wo aus sie die Informationen bekommen, dass die Aliens auf Geräusche reagieren. Doch während alle sich zu Evakuierungspunkten begeben, will Sam eine letzte Pizza genießen und versucht nach Harlem zu gelangen. Dabei trifft sie auf Eric (Joseph Quinn), der völlig unter Schock ihr folgt.

Meine Meinung

Grundsätzlich klang die Idee die Vorgeschichte zu A Quiet Place zu erzählen gar nicht mal so verkehrt. Dabei gab es aber schon von Anfang an einen Haken: Der zweite Teil beginnt mit einer Rückblende auf eben jenen Tag. Wir haben also schonmal gesehen, wie unsere Hauptfamilie mit der neuen Situation konfrontiert wurde und damit umgehen musste. Was konnte Tag Eins also noch großartig erzählen, was wir noch nicht wussten?
Eine weitere Änderung sorgte bei mir auch vorab für Stirnrunzeln. John Krasinski zog sich vom Regiestuhl zurück und übergab das Zepter an Michael Sarnoski, der zuvor den als Geheimtipp verschrienen Pig gedreht hatte. So wurde die Uhr also nicht nur zurückgedreht, sondern wir bekamen gleich ganz andere Charaktere, mit Manhatten ein anderes Setting und einen neuen Regisseur. Der Erfahrung nach also eher schlechte Voraussetzungen.
Doch dafür funktioniert A Quiet Place: Tag Eins erstaunlich gut. Zunächst lernen wir Sam kennen, die mit ihrer Erkrankung kämpft, dabei aber weniger die bedauernswerte Patientin gibt, sondern eine, die sich mit Sarkasmus und klaren Worten versucht oben zu halten. Der Film hält zielstrebig auf das ausschlaggende Event zu und dann haben wir den direkten Überlebenskampf.
Dieser ist auch sehr spannend inszeniert. Denn auch, wenn schnell geklärt wird, dass die Aliens auf Geräusche reagieren – wie auch immer das so schnell herausgefunden werden konnte – so ist es gar nicht so leicht in einer zerstörten Stadt keine Geräusche von sich zu geben. Informationen werden oft per Hubschrauber und Lautsprecher weitergegeben, die natürlich kurz darauf angegriffen werden und so haben wir gleich wieder mehr Zerstörung. Dadurch wird aber auch die Spannung hoch gehalten.
Und auch, wenn die Absicht Sams mit der Pizza zunächst aus der Luft gegriffen schien, rundet sich das Bild ihres Charakters immer stärker ab und spätestens, wenn sie auf Eric trifft, kommt eine gute Dynamik auf. Die Szene im Pub ist dann auch noch etwas fürs Herz – Nein, wir haben hier keine Liebesgeschichte mit drin – und wertet den Film ordentlich auf.
So ist der Film größtenteils rund erzählt und kann auf jeden Fall Spannung aufbauen. Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die schlechter funktionieren, weswegen das Prequel doch nicht an die guten Vorgänger anschließen kann. Zum einen ist ein Kritikpunkt, dass die Stille nicht genutzt wird. Während in den vorherigen Filmen es gerade beängstigend wurde, wenn die Musik und die Sounds auf stumm gedreht wurden. Wenn überall etwas lauern könnte und man bloß kein Geräusch machen darf. In Tag Eins wird leider lieber mit viel Sound und den Genretypischen Jumpscares gearbeitet. Dadurch geht leider viel vom Charme und der Spannung verloren, weil man lediglich damit beschäftigt ist auf den nächsten Jumpscare zu warten, statt wirklich Atmosphäre aufzubauen.
Zum anderen gibt es ganze Szenen, die irgendwie die Geschichte der Aliens weiter ausbauen sollen, aber einfach absolut nichtssagend sind. Ebenso muss über das ein oder andere Logikloch hinweggesehen werden. Hätte es das Prequel gebraucht? Vermutlich nicht, aber unter den Umständen macht es eine ziemlich gute Figur, auch wenn es bei weitem nicht an die Vorgänger herankommt.

Das Fazit

A Quiet Place: Tag Eins schafft es zwar eine spannende Geschichte zu erzählen und die Charaktere gut in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen, verpasst aber auch einige Chancen, gerade weil zu sehr auf Jumpscares gesetzt wird. Charme und Atmosphäre der Vorgänger kann daher nicht gehalten werden, ist aber ein grundsolider Film. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

A Quiet Place: Tag 1 läuft seit dem 27.06.2024 in den deutschen Kinos

A Killer Romance

Ein Vorwort

Zwischen all den Remakes, Reboots, Sequels und Prequels im Kino gibt es dann doch noch die Filme, die keinem Franchise entspringen. Im Juli war A Killer Romance einer dieser Filme. Glen Powell durfte sich dabei rollentechnisch voll austoben, doch hat der Film einige Stolpersteine. Welche das sind, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Gary Johnson ist Philosophieprofessor und die Definition von Durchschnittsbürger. Nebenbei arbeitet er bei der Polizei als Techniker für Undercover-Einsätze, bei denen die Anheuerung eines Auftragskillers aufgedeckt werden soll. Durch einen unglücklichen Zufall wird Gary jedoch auf einmal selbst Undercover-Cop und findet zusehens Gefallen an den Rollen. Bis er auf Madison trifft, die ihren tyrannischen Ehemann loswerden möchte. Er hilft ihr ihn legal loszuwerden, beginnt aber kurz darauf mit seinem Alter Ego Ron eine Affäre mit ihr.

Meine Meinung

Regisseur Richard Linklater hat durchaus eine durchwachsene Filmographie vorzuweisen. Bekanntheit dürfte er auch erlangt haben, durch sein Großprojekt Boyhood, welches über 12 Jahre gedreht wurde, um die Darstellenden realistisch altern zu lassen. Für sein neustes Projekt hat er sich Artikel aus dem Texas Monthly herausgesucht und die Hintergrundgeschichte zu Gary Johnson hatte auch durchaus Potential für die Verfilmung.
Mit Glen Powell wurde ein Hauptdarsteller gefunden, der hier endlich einmal mehr von seinem schauspielerischen Können zeigen konnte, wurde er doch vorher oft nur als der coole Strahlemann mit den fetzigen Sprüchen gecastet, wie in Maverick oder Wo die Lüge hinfällt. Und gerade das Schlüpfen in die verschiedenen Rollen für die Undercover-Aufträge machen ihm sichtbar Spaß und er geht voll in diesen auf. Auch Schauspielkollegin Adria Arjona geht sichtlich in ihrer Rolle auf und zusammen bilden sie eine zerstörerische Kraft auf der Leinwand.
Da beginnen dann allerdings auch schon die Probleme. Denn A Killer Romance kann sich nicht so ganz entscheiden, welches Genre es jetzt bedienen will und schafft es daher keins richtig zu erreichen. Zunächst wird versucht in die Comedy Schiene zu rutschen und Powells Verkleidungskünste trugen auch durchaus zur Erheiterung bei. Bis wir auf Madison treffen, die in einer toxischen Beziehung steckt und keinen anderen Ausweg sieht. Ab hier nimmt sich der Film ein sehr ernstes Thema vor und schafft es auch zunächst gut damit umzugehen. Madison baut sich ein neues Leben auf und alles scheint seinen gewohnten Weg zu gehen.
Doch dann treffen Gary und Madison wieder aufeinander und beginnen eine Beziehung. Ab hier wechselt der Tonus dann in Richtung Erotik, da die beiden sehr viele intime Szenen haben, die dann auch einiges an Platz einnehmen. Einerseits ist verständlich, was dadurch gezeigt werden soll, denn die Beziehung zwischen den Beiden ist für Gary insofern ein Problem, als dass er weiterhin sein Alter Ego nutzt.
So kommen wir gegen Ende dann auch zum großen Problem des Films. Während man vorher über die Genrewechsel hinwegsehen konnte oder es gar als charmant bezeichnen konnte, so geht es hier in die Abstrusität über. Madisons Ex bekommt wieder einen Platz im Film und ab da werden die Charaktere etwas undurchsichtig und agieren teilweise so, dass man die vorherige Handlung – und gerade den guten Umgang mit der toxischen Beziehung – leider hinterfragen muss.
Gleichzeitig könnte das natürlich spannend wirken und dem Film noch einmal eine besondere Note geben, ich fand den Wechsel leider eher problematisch. Wenn man Madison eine andere Hintergrundgeschichte gegeben hätte, wäre es vielleicht etwas stimmiger gewesen, aber so eben nicht.
Final ist zu sagen, dass A Killer Romance schon zu einem der besseren Filme gehört, eigentlich auch eine unterhaltsame Geschichte erzählt, aber auch keins der erwähnten Genres richtig bedient. So habe ich wenig gelacht, wenig mitgefiebert und hatte auch mit einigen Plotteilen meine Probleme. So bleibt es leider eher bei Netter Versuch, statt wirklich gut zu sein.

Das Fazit

A Killer Romance hat eine gute Grundidee, verhaspelt sich aber in einem wilden Genremix, der nur bedingt funktioniert und leider am Ende auch problematisch wird, was die Themen angeht. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

A Killer Romance läuft seit dem 04.07.2024 in den deutschen Kinos

 

To the Moon

Ein Vorwort

Ich bin überhaupt kein Fan von Verschwörungstheorien. Dennoch ist auch mir die ewige Frage, ob die Amis damals wirklich auf dem Mond gelandet sind, nicht an mir vorbei gegangen. Die Ankündigung eines Films, der bei der NASA angesiedelt ist und dennoch die Verschwörungstheorie mit einbaut, war mir zunächst suspekt, aber dann siegte meine Neugier. Und warum To the Moon ein voller Seherfolg war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Im Zuge des Vietnamkriegs droht die NASA wertvolle Geldressourcen zu verlieren und so den Flug zum Mond nicht zu schaffen. Dafür wird Kelly Jones verpflichtet, die durch gut durchdachte Marketingtricksereien das Image ordentlich aufpolieren kann. Zeitgleich fühlt sie sich immer mehr zum ernsten Leiter des Projekts Cole Davis hingezogen. Doch die Regierung hält nichts von der Idee die Mondlandung live zu senden, falls es scheitert. Und so soll Kelly im Studio diese inszenieren. Nur, dass Cole davon absolut nichts erfahren darf.

Meine Meinung

Wie Eingangs erwähnt, war ich etwas skeptisch, was die Prämisse angeht. Als ich nach Hause kam, war ich so geflasht, dass ich meine wichtigsten Gedanken sofort notieren musste, damit ich beim Schreiben dieses Beitrags auch nichts vergessen würde. Nun steh ich vor der Herausforderung meine sehr wirren Notizen in einen sinnvollen Beitrag zu wandeln.
To the Moon stand vor der Herausforderung eine bekannte Geschichte, die bereits mehrfach auf alle möglichen Weisen verfilmt wurde, neu und innovativ zu erzählen. Und durch den Ansatz die zwei sehr verschiedenen Charaktere von Kelly als impulsive Marketingsexpertin und Cole als zurückhaltender Projektleiter aufeinander prallen zu lassen, funktioniert schon einmal sehr gut. Wir haben hier das typische Sunshine x Grumpy Trope, das ich persönlich aber sehr gern mag und hier auch voll auf geht.
Denn die Anziehung zwischen den beiden wird ab dem ersten Aufeinandertreffen klar kommuniziert und dann durch die unterschiedlichen Ansätze bei der Arbeit verkompliziert. Dennoch entwickelt sich die Geschichte der beiden nach und nach und auch, wenn der Fokus hier nicht unbedingt auf der Liebesgeschichte liegt, ist es doch eine der schönsten, die die Kinoleinwand in letzter Zeit zu bieten hatte.
Gleichzeitig wird die bekannte Geschichte auch noch einmal spannend erzählt. Denn hier geht es zwar auch um die technische Herausforderung, aber eben auch darum, wie das Projekt fertig finanziert werden konnte. So fiebert man mit, auch, wenn man genau weiß, worauf es hinausläuft. Ein großer Vorteil hierbei ist auch, dass es alles mit einem gewissen Augenzwinkern erzählt wird. So ist der Film unglaublich witzig, ohne es direkt darauf anzulegen. Keine lahmen Oneliner, die in Sitcoms Dosengelächter herausbeschworen hätte, keine groß angelegten Witze, die erst Minuten später zünden. Sondern einfach die Charaktere so gestaltet, dass es von ganz alleine witzig wird und dies auch über die gesamte Laufzeit gehalten werden kann.
Für Geeks gab es dann auch kleinere Schmunzler mit den Captain Kirk Gedächtnisshirts von Channing Tatum. Es mag der Mode von damals geschuldet sein, aber immer wieder, wenn ich ihn in diesen engen Shirts gesehen habe, musste ich an William Shatner denken. Zum Glück war das rote Shirt im großen Finale dann doch keine Prophezeiung. Aber dafür ist Tatum immer aus der Masse herausgestochen, was wohl der Hauptgrund der Kostümwahl war.
Man kann von Channing Tatum als Schauspieler halten, was man möchte. In To the Moon gibt er wirklich alles, was sein Repertoire herzugeben hat. Leider kommt er gegen eine Scarlet Johannsen damit nicht an, die hier wieder einmal beweist, wie sie spielerisch eine Bandbreite der Emotionen hergibt.
Zu guter Letzt noch ein paar Worte zur Eingangs erwähnten Verschwörungstheorie. Der Film spielt natürlich damit, dass es irgendwie die Studioaufnahmen doch gab, gleichzeitig wurde aber an der realen Mondlandung gearbeitet. Während ich anfangs schon skeptisch war, die Prämisse allein miteinzubauen, schafft der Film es jedoch so zu drehen, dass es wieder eine logische und schlüssige Handlung ergibt. Also für die Zweifler unter euch: Entwarnung!

Das Fazit

To the Moon ist ein rundum gelungener Film, der Historiendrama mit einer wirklich schönen Liebesgeschichte untermalt und von gut platziertem Humor getragen wird. Ein Film, bei dem ich mich schon auf einen Rewatch freue. dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

To the Moon läuft seit dem 11.07.2024 in den deutschen Kinos

Deadpool & Wolverine

Ein Vorwort

Nach einer sehr zähen vierten Phase, kam das MCU (=Marvel Cinematic Universe) langsam wieder in Schwung, aber auch eher, weil die Notbremse gezogen wurde und wir nun nicht mehr mit Veröffentlichungen überschüttet werden. Nach noch drei Filmen in 2023 gibt es für 2024 nur einen angekündigten Start und das ist der dritte Deadpool-Teil. Das besondere hieran ist auch, dass es der erste MCU Film ab 16 ist, Deadpool und damit auch die X-Men zum ersten Mal im MCU auftauchen und dass Wolverine, der eigentlich in Logan sein verdientes Ende fand, auch wieder mit am Start ist. Warum der Film vielleicht nicht die Rettung des MCU, aber durchaus ein sehenswerter Streifen ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Eigentlich würde ich hier die wichtigsten Informationen zusammenfassen, die man für den Film wissen muss. Die vorherigen Filme, die nur teilweise wichtig sind, zumindest erwähnen. Aber das ist bei diesem Film voller Anspielungen nicht möglich. Wenn ihr wirklich alles verstehen wollt, dann schaut das komplette MCU, alle X-Men, Fantastic Four Teile und jeder Film, der auch nur ansatzweise mit Marvel zu tun hat, schaut auch die Filmography von Ryan Reynold und Hugh Jackman, seit über deren Privatleben informiert und kennt die Gerüchteküche über Marvels zukünftige Filmpläne. Oh und schaut auch die Across the Spider-Verse Filme.
Oder(!) ihr lasst euch einfach auf den Film ein, ohne jede Referenz verstehen zu wollen. Viel Spaß!

Die Handlung

Wade Wilson aka Deadpool hat sich in ein paralleles Universum zurückgezogen, wo Vanessa noch am Leben ist. Dennoch läuft sein Alltag eher schleppend. Bis die TVA an seine Tür klopft und ihm gesteht, dass sie seine Welt auslöschen wollen, da durch den Tod Wolverines in Logan der Ankerpunkt fehle. Doch Deadpool sieht gar nicht ein, sich damit zufrieden zu geben und begibt sich auf die Suche nach einem neuen Wolverine. Nur, dass die Lösung damit noch nicht gefunden ist.

Meine Meinung

Als die ersten Gerüchte über einen neuen Deadpool Teil aufkamen, war ich nicht so sehr interessiert. Mochte ich den ersten Teil noch sehr gern, weil er erfrischend anders war, ging die Formel schon im zweiten Teil nur bedingt auf. Dann wurde gemunkelt, dass Hugh Jackman als Wolverine zurückkehren sollte. Meine Zweifel wuchsen, schließlich hatte dieser in Logan ein sehr berührendes und finales Ende gefunden. Warum daran wieder ruckeln? Doch dann drehten Ryan Reynolds und Hugh Jackman zwei kurze Sketche, wo sie die meiste Zeit auf einer Couch saßen und grob über die Ideen sprachen und ich war begeistert! Ich hatte richtig Lust auf den Film!
Die Begeisterung hielt nur kurz, denn der erste Trailer sah wieder sehr generisch aus. So ging ich schließlich ins Kino und hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Und ich kann euch sagen, es war eine Achterbahnfahrt! Aber fangen wir am Anfang an.
Im Vorfeld hieß es, dass an dem Tod Wolverines in Logan nicht gerüttelt werden sollte, nur, um uns in der ersten Szene genau an dieses Grab zu führen. Aber sie haben es tatsächlich geschafft eine gute Lösung zu finden und uns zeitgleich zu NSYNCs ByeByeBye das Tanzbattle zu liefern, dass uns seit dem ersten Guardians of the Galaxy Film versprochen wurde. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße, denn Deadpools Humor war zwar schon immer fragwürdig und häufig unter der Gürtellinie, aber hier wurden noch einmal alle Register gezogen.
So geht es dann auch den restlichen Film über. Wir haben immer wieder Szenen, wo ich dachte: Ja, hier funktioniert die Formel. Und vielleicht war ich auch ein bisschen stolz, weil ich echt viele Anspielungen und Wortwitze verstanden habe, aber dann kam immer wieder irgendetwas, das weniger funktioniert hat. Das ist insgesamt allerdings doch Jammern auf hohem Niveau, denn wir bekamen halt einen Film, wo Deadpool drauf steht und dann eben auch Deadpool drin ist.
Das größere Problem des Films ist dann eher eins, dass Marvel seit Phase Eins mit sich herumschleppt: Die schwachen Bösewichte. Zwar haben wir einen Morally Grey Charakter mit Jon Hamm und auch Emma Corrin spielt mit einer absoluten Leidenschaft und gibt ihrem Charakter einiges. Nur kommt sie nicht über das an dieser Stelle eher schwache Drehbuch hinweg. Sie hat eine eher fragwürdige Hintergrundgeschichte, die nicht genutzt wurde, hat überhaupt keine Motivation und ändert ihre Pläne dann auch einfach mal, weil passt gut zum großen Finale. Leider daher wieder zwei Bösewichte, die wir schon in kürzester Zeit wieder vergessen haben.
Wie eingangs erwähnt, strotzt der Film auch wieder nur so vor Referenzen und Anspielungen. Und brauchte man spätestens ab Phase Drei schon meist einiges an Hintergrundwissen, wird es hier noch einmal absolut auf die Spitze getrieben. Und während einiges gut funktioniert, wirkt anderes dann auch wieder sehr gewollt reingeschrieben. Ich gehe hier bewusst auf keine Details ein, denn das Entdecken dieser, macht doch einen großen Teil des Erlebnisses aus.
Insgesamt gesehen hatte ich eine gute Zeit im Kino. Ich wurde gut unterhalten, habe viel gelacht und hatte Freude am Erkunden der Settings. Aber irgendwo hat dieser gewisse Funke einfach gefehlt, den ich gerade beim ersten Teil hatte. Man merkt, wie sehr Ryan Reynolds diese Rolle lebt und wie gut er mit Hugh Jackman harmoniert, die auch im echten Leben gute Freunde sind. Aber so ganz kann er den Karren namens MCU nicht aus dem Mist ziehen. Aber immerhin sind wir wieder auf einem guten Weg.

Das Fazit

Deadpool & Wolverine funktioniert vor allem durch die große Liebe zu ihren Charakteren, den ganz eigenen Humor – auch wenn er hier ab und an doch etwas zu weit getrieben wird – und der durchdachten Handlung. Bösewichte bleiben gewohnt blass und mit den Andeutungen wurde es dann doch etwas übertrieben. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Deadpool & Wolverine läuft seit dem 24.07.2024 in den deutschen Kinos

Divine Rivals

Ein Vorwort

Eine Buchreihe, die beinah an mir vorbei gegangen wäre, hätte ich nicht in einer lieben Discordgruppe eine sehr penetrante Liebhaberin der Bücher gehabt, die es bereits vorab auf englisch gelesen hatte und seitdem nicht müde wurde, es immer wieder anzupreisen. Und auch, wenn mich zunächst der Hardcoverpreis abschreckte, war ich spätestens an der Kasse überzeugt, als die Buchhändlerin auch beim abkassieren direkt ins Schwärmen kam. Warum mich die Reihe auch überzeugen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Divine Rivals

Die Handlung: Nachdem Iris Bruder Forest an die Front in einem göttlichen Krieg gezogen ist, nimmt sie die Stelle bei einer Zeitung an, um sich als Kollumnistin zu beweisen. Doch ihr Konkurrent Roman hackt gern auf ihrem Aussehen herum. Zu Hause schreibt Iris auf ihrer Schreibmaschine Briefe, die aber nie ihren Bruder an der Front erreichen, sondern auf magische Weise bei Roman auftauchen.

Meine Meinung: Ich habe das Buch im Buddyread gelesen und meine Partnerin hat während des Lesens unzählige Sprachnachrichten bekommen, in der ich ihr immer wieder vorschwärmte, wie toll ich es fand. Aber es nun hier in Worte zu fassen, fällt mir unglaublich schwer. Aber ich versuche es mal. Zunächst war ich etwas überrascht, dass es ein fantastisches Setting hatte, ich war fälschlicherweise von einem historischen ausgegangen, auch wenn die Schreibmaschinen vielleicht ein Hinweis hätten sein können. Aber irgendwie ist die Magie präsent in Geräten und Häusern, aber darüber hinaus auch nicht, also es gibt keine Tränke oder Zaubersprüche in dem Sinne. Das war teilweise ein bisschen schade, hat aber mit dem Worldbuiliding gut zusammengepasst.
Wir bekommen hier ein sehr realistisches Setting mit einem Krieg, der zwar von Göttern geführt, aber doch durch Menschen ausgeführt wird. Zunächst befinden wir uns davon noch weit weg und kriegen es nur durch Iris Kummer um ihren Bruder mit. Hier wird auch schon sehr stark deutlich, in wie weit die Politik mit den Geschehnissen überfordert ist und lieber alles unter den Teppich kehren will. Doch zusammen mit Iris kommen wir der Front im Laufe des Buches immer näher und die Grausamkeit des Krieges wird noch mal in aller Ausführlichkeit beschrieben. Es ist also kein Buch für Lesende, die eine ruhige romantische Geschichte suchen.
Denn die Liebe passiert hier zwar nicht als Nebenhandlung, aber eben im Angesicht des Krieges. Und auch, wenn man sagen kann, dass es vielleicht zu schnell mit den beiden geht, so muss man doch sagen, dass sie zuvor das schlimmste der Menschheit gesehen haben und im Angesicht des Todes standen. Das ist alles wunderbar durchdacht und fühlt sich trotz der fantastischen Welt in der aktuellen Zeit doch alles sehr beklemmend an.
Und doch werden wir auf jeder Seite aufgefangen von einem tollen Schreibstil, der uns durch dieses unangenehme Setting führt und uns doch immer wieder Träumen lässt. Bis wir zu einem ziemlich bösen Cliffhanger kommen. Zum Glück dauerte es nicht allzu lange bis Band 2 rauskam.

Ruthless Vows

Die Handlung: Iris ist seit zwei Wochen von der Front zurück und versucht trotz des Verlustes ihres Mannes irgendwie weiter zu machen. Doch Roman ist nicht tot, sondern wurde von Dacre, dem Gott der Gegenseite, geheilt. Doch damit ist er an den Gott gebunden und dieser hat ebenfalls sein Gedächtnis genommen. Können die beiden wieder zueinander finden? Und wie wird der Krieg ausgehen?

Meine Meinung: Kaum hatte ich Band 2 in der Hand, stand fest, dass ich ihn gleich lesen musste. Zunächst kam ich auch noch gut rein, denn ich wollte wissen, wie es nach dem Cliffhanger weiter ging. Und die Autorin hat auch das gut gelöst und die langsame Annäherung von Iris und Roman unter den neuen Umständen hat gut funktioniert und der Geschichte noch einmal eine neue Richtung gegeben.
Mein Problem war nur, dass ich danach beinahe Angst entwickelt habe, dass Buch weiter zu lesen. Gut, Angst ist vielleicht ein zu großes Wort. Es war so ein Unbehagen. Ich habe einfach bei jeder Entwicklung befürchtet, dass jetzt der Punkt gekommen ist, wo etwas wirklich schreckliches passiert. Wo die Lesenden gebrochen werden. Also habe ich einfach ein Buch dazwischen geschoben – meine Buddyread-Partnerin war zu dem Zeitpunkt auch unerreichbar im Urlaub – um mich zu beruhigen. Und habe doch jedes Mal wieder gezögert, wenn ich das Buch weiterlesen wollte. Dabei war es meistens ungerechtfertigt und sobald ich wieder im Fluss war, konnte ich das Buch auch kaum aus den Händen legen. Aber die Überwindung jedes Mal wieder danach zu greifen, war unfassbar hoch.
Die Geschichte geht logisch weiter, wir verfolgen das Kriegsgeschehen wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Diesmal treten die Götter etwas stärker in den Fokus, wenn auch seltsam menschlich. Die eigentliche Kritik habe ich dann doch eher am großen Finale. Denn im Endeffekt war es, für das, was vorher aufgebaut wurde, zu einfach. Ein Plan, der zum scheitern verurteilt war, gelingt auf wenigen Seiten. Um dann doch noch den Part, vor dem ich mich stets gefürchtet habe, mit einzubringen. Dann, wenn es unnötig wurde und keinerlei Emotion mehr dahinter steckt. Das ist schade, denn vorher wurde die Geschichte wesentlich besser aufgebaut.

Das Fazit

Divine Rivals und Ruthless Vows waren eine Achterbahn der Gefühle. Rebecca Ross schafft es ein realistisches Kriegsgeschehen zu beschreiben und gleichzeitig eine tolle Liebesgeschichte aufzubauen. Kleinere Schönheitsfehler und ein nicht ganz rund erzähltes Ende sind verschmerzliche Details bei einer insgesamt sehr guten Reihe.

Habt ihr die Reihe gelesen? Wie fandet ihr sie?

Eine Handvoll Bücher – 6/24

Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Monstern aus Mangas, Hexen am Strand, Zeitlöcher durch Musik, Hexen in Nowhere und Romantik im Gefängnis.

Unfollow Me

Die Handlung: Toni ist Bloggerin und hält sich seit einer traumatischen Stalkererfahrung eher bedeckt. Hikaru ist erfolgreicher Mangaka, der jedoch eine besondere Gabe hat. Seine Monster verlassen gern mal die Zeichnungen und suchen die Stadt heim. Als Toni bei einem der Ausbrüche angegriffen wird, beschließt sie Hikaru zu helfen. Doch beide behalten ihre Geheimnisse für sich. 

Meine Meinung: Liza Grimm ist zurück und bringt uns direkt noch einmal eine ganz neue Geschichte. Wir hatten nordische Götter, Hexen ind Edinburgh und eine düstere Schneekönigin-Adaption. Jetzt also zum Leben erwachende Mangazeichnungen. Und ich muss sagen, dass ich sehr interessiert war. Zumal die Autorin keine Mühen und Kosten gescheut hat und eine Künstlerin engagiert hat, die unzählige Zeichnungen für das Buch angefertigt hat. Teilweise sind ganze Kapitel mehr über die Zeichnungen erzählt als durch Worte, was gut funktioniert. Was leider weniger funktioniert ist die Handlung an sich. Denn statt sich auf den spannenden Teil mit den Monstern zu konzentrieren, verkommen die teilweise zu Randerscheinungen. Stattdessen wird versucht eine Liebesgeschichte zu kreieren, die aber daran scheitert, dass beide zu große Angst haben, etwas von sich preiszugeben. Und dadurch zieht sich die Geschichte endlos hin, ohne, dass etwas relevantes passiert ist. Die Charaktere treffen sich, gehen dann aber doch wieder auseinander, weil sie ja „nicht die Wahrheit“ sagen können, bereuen das und treffen sich wieder. Erst ganz am Ende kommt noch einmal Schwung rein, durch – ihr ahnt es bereits – die Monster. Das wäre alles vielleicht noch ein bisschen zu verkraften, wenn Liza Grimm ihre Protagonistin nicht pausenlos darüber reden ließe, wie Geschichten funktionieren und warum gewisse Schemen eben nicht funktionieren. Wenn das also alles bekannt ist, wieso wurde es dann nicht im eigenen Roman umgesetzt?

Starlight Witch

Die Handlung: Juna ist eine Sternenhexe, hat aber nur geringes magisches Potential. Auf ihrer Heimatinsel hat sie daher ein Café eröffnet und ist in ihrem Alltag glücklich. Nur leider ist das alljährliche Hexentreffen wieder auf der Insel. Inklusive eines Wettkampfes der Jugend, zu der sie natürlich nicht eingeladen wurde. Bis sie irgendwie in den Wettkampf gezogen wird. Nun muss sie beweisen, was wirklich in ihr steckt. Denn ihr Leben könnte davon abhängen.

Meine Meinung: Ein Roman, der am Strand spielt, ein Café beinhaltet und doch aus dem Bereich Fantasy ist? Wie konnte ich hier nicht zuschlagen? Schnell war ich auch schockverliebt in das Ambiente, die gemütliche kleine Familie, die dort lebt und alles war sehr cozy. Bis eben die anderen Hexenden kamen und auf dem Wohlfühlfaktor herumgetrampelt haben. Das ist allerdings keinerlei Kritik, sondern war spannend und aufregend mit Juna in ein Abenteuer gezogen zu werden. Ein wenig schade war es, dass der eigentliche Wettkampf sehr kurz gehalten war. Da danach noch einiges an Handlung passiert ist, hätte man das Buch dann auf zwei Bände strecken können. Andererseits war ich froh, dass die Handlung eben mal nicht künstlich gestreckt wurde, sondern einfach rund auserzählt. Und einen Handlungsabschnitt hätte man sogar komplett weglassen können, da die Geschichte danach genauso weitergeht wie vorher. Aber davon mal abgesehen ist es eine Geschichte, die es schafft durchgehend spannend zu bleiben, tolle oder zumindest nachvollziehbare Charaktere einzubinden und das Thema Hexen zwar nicht neu erfindet, ihnen aber dennoch einen neuen und interessanten Touch gibt.

Could it be Love?

Die Handlung: Bonnie hat für jeden ihrer Crushes eine eigene Playlist. Doch ihren aktuellen Crush Dee anzusprechen, traut sie sich nicht. Lieber erstellt sie eine weitere Playlist. Doch als sie im Plattenladen ihres Vertrauens eine alte Playlist hört, wird sie in eine alternative Realität geschleudert und steht auf einmal ihrem ersten Crush gegenüber. Und bei dem einen Mal soll es nicht bleiben. Und Bonnie lernt, was hätte sein können, wenn sie mutig gewesen wäre

Meine Meinung: Was wäre wenn Szenarien faszinieren mich immer wieder und spätestens seit Matt Haigs Mitternachtsbibliothek hatte ich auch wieder Lust sie mehr im literarischen Bereich zu erkunden. Umso begeisterter war ich als Lea Kaib uns genau dies für ihr neustes Buch ankündigte. Schon beim ersten Aufschlagen fielen mir gleich die Playlisten ins Auge und ich war sehr fasziniert von der tollen Auswahl, die mich zum ersten Mal seit langem direkt überzeugten und ich hatte unglaubliche Lust auf das Buch. Es startet auch unglaublich gut und ich habe mich Bonnie sehr nah gefühlt. Ihre Unsicherheiten waren super nachvollziehbar und ich hab direkt mitgefiebert. Leider kann diese Spannung nicht über die ganze Geschichte gehalten werden. Auch, wenn die Was wäre wenn Szenarien gut abwechslungsreich sind, ist schon beim zweiten schnell die Luft raus. Gerade im dritten Szenario gab es dann auch eine Szene, die ich sehr schwierig fand. Insgesamt war die Geschichte auch wirklich schön und ich mochte das Buch, aber es hat sich dann doch zwischenzeitlich gezogen, was sehr schade ist.

Miss Moons höchst geheimer Club ungewöhnlicher Hexen

Die Handlung: Mika Moon bekommt eine seltsame E-Mail und wird nach Nowhere House gerufen, wo sie feststellen muss, dass dort gleich drei ungelernte Junghexen Zuflucht gefunden haben. Nur, dass das komplett gegen die Regeln ist. Doch Mika nimmt sich der Aufgabe an und scheint zum ersten Mal ein Zuhause zu haben. Nur, dass Geheimnisse und der bevorstehende Besuch eines Anwalts das Glück schnell zerstören könnten.

Meine Meinung: Wer ‚Mr Parnassus Heim für magisch Begabte‘ mochte wird Miss Moons höchst geheimer Club ungewöhnlicher Hexen lieben! Sie teilen sich nicht nur im deutschen sehr lange Titel, die aber dennoch eine wunderbare Faszination auslösen, sondern auch eine ähnliche Grundprämisse. Das ist aber keinesfalls negativ, weil beide Bücher daraus ganz wunderbare Geschichten zaubern und auch Miss Moon konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut begeistern. Es war cozy, es war eine interessante Welt, tolle Charakter, die aber sehr vielschichtig waren. Die Geschichte baut sich langsam auf und bringt genug Verrücktheiten mit, die einem zum schmunzeln bringen, aber hört auf, bevor es albern werden kann. Die Liebesgeschichte ist dezent, aber auf den Punkt gebracht. Lediglich das Finale ging dann schneller über die Bühne als gedacht. Hier gab es vielleicht den ein oder anderen Zufall zu viel, der die ein oder andere Person etwas zu schnell umgestimmt hat, um logisch zu sein, aber so passt es weiter in die cozy Grundstimmung des Buches.

Dangerously Close

Die Handlung: Liv ist Journalismusstudentin und steht kurz vor ihrer Masterarbeit. Diese würde sie nur zu gern über den Fall der ermordeten Sarah Mills schreiben, zumal sie an dem Abend auf der gleichen Party war. Doch dafür braucht sie ein Interview mit Weston Vermont, dem Mörder Sarahs. Doch der hat seit seiner Verurteilung nichts mehr dazu gesagt. Durch ihre Hartnäckigkeit bekommt sie ihr Interview, doch beide konnten die Folgen ihres Treffens nicht vorhersehen.

Meine Meinung: Ein Buch, dass ich wohl nicht gekauft hätte, wenn ich nicht schon vorher etwas von der Autorin gelesen hätte. Denn auch die ganze Werbung, die Lana Rotaru vorab für ihr neustes Werk gemacht hat, ließ mich eher skeptisch zurück, da mir die Grundprämisse nicht zusagte. Aber – und das ist ein großes Aber – ich hätte es bereut, wenn ich im Buchladen nicht nachgegeben hätte. Denn es ist wohl das bisher beste Buch der Autorin. Von den Schwächen früherer Reihen ist nichts mehr zu merken. Stattdessen nimmt sie uns mit auf einer Achterbahn der Gefühle, eine Geschichte voller Spannung und Emotionen. Während der Anfang noch relativ gewöhnlich anfängt, war ich bereits nach dem ersten Zusammentreffen von Westin und Liv restlos überzeugt. Geschickt schafft Rotaru es Westin gleichzeitig seine Rolle spielen zu lassen und doch die richtigen Signale auszusenden, so dass es verständlich ist, wieso sich Liv weiter darauf einlässt. An keiner Stelle gibt es irgendwelche toxischen Manipulationsspielchen, sondern nur ehrliche Gefühle. Beide Charaktere treffen sich auf Augenhöhe und jede Reaktion ist absolut nachvollziehbar. Das sehr spannende Ende kam mir fast ein bisschen zu kurz, aber ich konnte es auf den letzten 150 Seiten nicht mehr zur Seite legen und war super geflasht von den ganzen durch dachten Lösungen, so dass die Geschichte auch in allen Aspekten logisch bleibt. Man muss sich auf die Prämisse einlassen, aber man bekommt definitiv etwas geboten und ich weiß wieder, warum ich die Laufbahn der Autorin so gespannt verfolge. Denn mit dem richtigen Verlag ist bei ihr so viel möglich!

Habt ihr eins davon gelesen? Wie hat es euch gefallen?

My genderless Boyfriend

Ein Vorwort

Nachdem ich sehr lange auf den Abschlussband warten musste, endet meine liebste Mangareihe nach nur fünf Bänden. Dabei war jeder Band wundervoll und sehr intensiv und daher will ich nun gesammelt darüber berichten.

Die Handlung

Meguru ist ein Influencer mit einem genderlosen Stil, bekannt für seine Mode und Make-up Tipps. Doch seine Freundin Wako hält er lieber aus der Öffentlichkeit heraus oder versucht es zumindest. Denn was würde seine Fans sagen, würden sie von der Beziehung wüssten?

Meine Meinung

Hallo, ich bin eine Bloggerin und mir fehlen die Worte dafür, euch meine liebste Mangareihe angemessen zu präsentieren. Also lest sie einfach, okay?
Ja, gut, hätte ja funktionieren können. Also versuch ich mal ein bisschen mehr zu formulieren. Zu Anfang lernen wir direkt Meguru und Wako kennen und erhalten Einblick in ihr privates, aber auch in ihr berufliches Leben. Während Wako als Magaredakteurin gerade kurz vor Deadlines sehr müde nach Hause kommt, lebt Meguru etwas entspannter und arbeitet in einer Boutique und nebenbei baut er seine Influencerkarriere aus.
Nach und nach wird die Handlung immer weiter ausgebaut. Meguru bekommt größere Projekte und damit auch mehr Aufmerksamkeit, während Wako immer mehr Verantwortung bekommt und zwischenzeitlich sogar einen Magaka betreut, der ein riesen Fan von Meguru ist. Doch die beiden respektieren die Privatsspähre des jeweils anderen, weswegen sie berufliches und privates strikt trennen, auch wenn Wako Megurus größer Fan ist.
Dabei wird das Ganze stets als feel good Geschichte erzählt. Auch, wenn mitunter Themen angesprochen werden, wie die Arbeitskultur in Japan, die kaum Freizeit zulässt, oder eben auch die Geschlechterklischees, die aufgebrochen werden. Dennoch liegt der Fokus auf der cosy Beziehung der beiden. Und dieses Gefühl ist es auch, was sich beim Lesen überträgt. So habe ich mich nach jedem Band wesentlich entspannter und besser gelaunt gefühlt. Die Mangas waren wie eine kleine Auszeit von allem.
Und das obwohl der Aufbruch der Geschlechterklischees auch einiges an Problemen beherbergen könnte. Das diese nicht genauer beleuchtet wurden, kann man kritisch sehen, aber im Endeffekt wurden hier Zweifler und Vorurteile benannt, aber eher mit dem sonnigen Gemüt Megurus fort gewischt. Gerade in späteren Bänden gibt es auch einen weiteren wichtigen Charakter, der sich mit seinem Image als geschlechtsloses Modell schwer tut, da er lieber seinem Idol einem „männlichen Mann“ nacheifern will. Aber auch mit diesen Ängsten wird sich auseinander gesetzt, aber halt eine cosy Lösung gefunden.
Ich habe mich beim Lesen einfach geborgen gefühlt und habe es geliebt, dass auf so eine cosy Art versucht wurde Klischees abzubauen. Leider ist die Geschichte nun zu Ende, auch wenn es ein sehr rundes und berührendes Finale gab und die Geschichte wirklich auserzählt zu sein scheint. Es wird wohl bald mal Zeit für einen Re-Read …

Das Fazit

My genderless Boyfriend sagt Geschlechterklischees den Kampf an, strahlt dabei aber voller Glücksgefühle und ist eine cosy Geschichte zum wegträumen. Einfach eine Herzensreihe, die ich geliebt habe und daher sehr empfehle.

My genderless Boyfriend Band 1-5 ist bei Hayabusa erschienen

Die Dark Knight Trilogie – Batman Nachgeholt #1

Ein Vorwort

Was wäre das Leben ohne Projekte? Nach einer ausufernden Diskussion mit meiner besten Freundin über Superheldenfilme, kamen wir immer wieder auf die sehr ikonischen Bösewichte aus den Batman-Filmen zu sprechen. Nur, dass ich dort kaum mitsprechen konnte, weil ich bisher erst sehr wenig Batman Filme gesehen habe. Tatsächlich war es wohl gerade Ben Affleck als Batman, den ich am meisten gesehen hatte (ja Schande über mich). Also holen wir die zurzeit nach. Den Auftakt macht die Dark Knight Reihe von Christopher Nolan, die von vielen als Meisterwerk betitelt wird.

Batman begins

Die Handlung: Bruce Wayne, verbittert nach der Begnadigung des Mörders seiner Eltern, reist um die Welt, um seine Ängste zu überwinden. Dabei trifft er auf die Geheimorganisation Ra’s al Ghul, die ihn aufnehmen. Nach seiner Rückkehr in Gotham beschließt er dem organisiertem Verbrechen den Kampf anzusagen und legt sich seine Deckidentität als Batman zu.

Meine Meinung: Batman begins war der einzige Teil der Reihe, den ich schonmal gesehen hatte. Aber dann bin ich irgendwie davon abgekommen, die Reihe weiterzuschauen. An ein paar Sachen konnte ich mich noch erinnern, an andere gar nicht mehr. Auf jeden Fall haben wir hier eine typische Origin-Story, allerdings in gut. Sprich es wird nachvollziehbar erklärt, wieso sich Batman für den Weg entschieden hat, wie er an seine Höhle und sein Arsenal an Ausrüstung kam. Wie diese entwickelt wurden und wie er nach und nach Stärken und Schwächen festgestellt hat. Das Ganze wird von Christopher Nolan mit einem einzigartigen Soundtrack, geschrieben von Hans Zimmer und James Newton Howard, untermalt und bringt das düstere und rohe der Batman Comics auf die Leinwand. Damit unterscheidet sich die Reihe deutlich von den vorherigen Verfilmungen. Wir bekommen einiges von Gotham und die Entwicklung der Stadt zu spüren. Lediglich mit den Bösewichten wurde sich ein wenig überkalkuliert und mit Scarecrow und Ra’s al Ghul gleich zwei Feine geschaffen, die irgendwie miteinander verwoben sind, aber dafür für viel Furore sorgen. Aber insgesamt ist es ein guter Auftaktfilm, der vieles zur Figur Batman erklärt, was auch hilfreich ist um die folgenden besser nachvollziehen zu können.

The Dark Knight

Die Handlung: Der Joker ist nach Gotham gekommen und fordert Batman heraus. Er spielt den Untergrund gegeneinander aus und fordert, dass Batman die Maske abnimmt, sonst würde er weiter töten. Im Zwiespalt tut er sich mit dem Anwalt, und neuen Liebhaber seiner Ex Rachel, Harvey Dent zusammen, um gegen den Joker anzutreten. Doch dabei sind Verluste vorprogrammiert.

Meine Meinung: Wohl der meistgenannte Film, wenn es um die gelungensten Batman Filme geht. Gerade Heath Ledger als Joker ist so ikonisch, dass ich einige Szenen kannte, ohne überhaupt den Film je gesehen zu haben. So starten wir hier gleich dynmaisch und spannend in den Film. Der Joker wird ziemlich schnell nicht nur zum Antagonisten und Stichwortgeber gemacht, sondern er dominiert und führt den Film. An ihm wird die Handlung entlanggehangelt und Batman ist mehr oder weniger dazu verdammt, zu reagieren, anstatt proaktiv zu sein. Damit unterscheidet sich der Film aber auch von so ziemlich jedem anderen Superheldenfilm, was eine schöne Abwechslung ist und gut funktioniert. So muss sich Batman weiterentwickeln und anpassen, was ebenfalls spannend zu sehen war. Lediglich gegen Ende verliert sich der Film leicht, wenn das Drama um Harvey Dent zunimmt und wir auf einmal einen weiteren Bösewicht mit im Spiel haben. Hier wird es leicht wirr und der gute Fokus mit dem Joker verschwimmt. Dadurch bekommt der Film noch einmal eine neue Ebene und die große Zerstörungskraft des zuvor aufgebauten Konstrukts kommt eindrucksvoll zum Vorschein.

The Dark Knight Rises

Die Handlung: Nach den Ereignissen im vorherigen Film hat Bruce Wayne die Rolle des Rächers an den Nagel gehängt. Doch dann taucht Bane auf und fordert eine Revolution in Gotham. Während sich Batman mit Catwoman einlässt, merkt er jedoch schnell, dass er gegen Bane nicht ankommt. Auch Comissioner Gordon kommt an seine Grenzen. Und während Batman von Bane weggesperrt wurde, nimmt er die Stadt Stück für Stück ein. Wird der dunkle Ritter aufsteigen? 

Meine Meinung: Nach The Dark Knight konnte es ja nur bergab gehen, oder? Nun ganz so einfach macht es uns The Dark Knight Rises nicht. Aber eins ist sicher: Christopher Nolan hat sich hier mit der Geschichte und der Menge an zu erzählendem Material ordentlich verhoben. Nachdem Harvey Dent im vorherigen Teil als Held dargestellt wurde, gibt es hier nun das Problem, dass Batman eigentlich nicht mehr exisitiert. Wir brauchen also einen ordentlichen Grund, um ihn zurückzukriegen. Zeitgleich wird uns Anne Hathaways Catwoman präsentiert. Soweit funktioniert der Film auch noch, bietet neues und ist spannend. Dann kommt Bane ins Spiel und mir gefiel auch der Teil, wo Batman eben nicht direkt eine Chance hatte, sondern erst einmal gehörige Probleme bekam. Und dann kommt das Problem. Die Geschichte verliert sich so sehr in seiner kompletten Anarchie und Gotham wird komplett von der Außenwelt abgeschottet. Die Handlung geht über Monate hinweg weiter und die Stadt verkommt noch deutlich mehr. Das war der Part, wo ich mehr oder weniger mental ausgestiegen bin. Hier kommt dann die Stelle, wo Joseph Gordon-Lewitt eigentlich der Alleinunterhalter des Films wird. Ein neuer Charakter, man erfährt erst später, wie relevant er ist, und dann soll er gleich einen Großteil des Films tragen? Funktioniert nur bedingt, zumal ich erst zum Finale hin mich überhaupt wieder erinnerte, dass es ja ein Batman Film ist. Der Charakter wird über so lange Zeit komplett vergessen und ungenutzt gelassen, dass man ihn zwischenzeitlich gut vergessen konnte. So wird das Finale noch einmal spannend, aber insgesamt ist der Film mit einer Lauflänge von 164 Minuten viel zu lang und treibt die Handlung zu weit. Daher leider der schwächste Teil der Reihe.

Was ist eure liebste Batman Verfilmung?

Eine Handvoll Serien/Bücher – Disability Pride Month Special 2024

Juli ist der Disability Pride Month.
Nachdem im Juni die Sichtbarkeit der queeren Gemeinschaft gefeiert wurde, geht es im Juli darum, auf Behinderungen aufmerksam zu machen, Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen und Klischees und Vorurteile abzubauen.
Wie schon im letzten Jahr, will ich euch auch diesmal eine Auswahl an diversen Repräsentationen in Serien und Büchern geben – Filme habe ich leider keine im vergangenen Jahr gesehen.

Der Weihnachtosaurus und die Winterhexe

Die Handlung: Weihnachten steht im Hause Trudel bevor. Dieses Jahr sind auch Pamela und Brenda Pein mit dabei, die inzwischen bei den Trudels wohnen. Zu Beginn der Weihnachtsferien holt niemand geringeres als der Weihnachtsmann zusammen mit dem Weihnachtosaurus die Vier ab und zeigt ihnen den Nordpol. Dabei macht William eine verhängnisvolle Begegnung mit der Winterhexe.

Warum das Buch so wichtig ist: Bereits im Kindesalter werden wir durch Klischees und Vorurteile geprägt. Umso wichtiger ist es bereits in Kinderbüchern Diversität zu repräsentieren. Und damit sind eben auch Behinderungen und Menschen mit Behinderungen gemeint. Der Weihnachtosaurus bietet uns auch im zweiten Band mit William Trudel nicht nur eine Jungen, dessen Traum eines echten Dinos ins Erfüllung geht und eine bunte Abenteuergeschichte erlebt. Sondern eben auch die Realität eines Kindes im Rollstuhl. Dabei geht es um alltägliche Schwierigkeiten, Mobbing in der Schule und der Verzweiflung, weil William doch nichts für seine Behinderung kann. Dabei werden diese Schattenseiten zwar angesprochen, dominieren aber nicht die Handlung. Soll heißen, sie sind da, sie werden nicht ignoriert und doch zeigt das Buch, dass trotz – oder gerade wegen – des Rollstuhls William ein wunderbares Abenteuer erleben kann. 

Waldsterben in Vertikow

Die Handlung: Peer Wesendonks zweiter Fall, diesmal geht es um einen Waldraub. Der ortsansässigen Firma wurden viele Bäume abgeholzt und geklaut. Nun steht diese vor dem finanziellen Ruin. Die Baronin höchst selbst beauftragt Peer mit den Ermittlungen, denn die Polizei soll nicht eingeschalten werden. 

Warum das Buch so wichtig ist: Was macht ein Organist, der seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann, weil er nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt und nicht mehr die Treppen zur Orgel hochkommt? Genau Detektiv spielen und einen Mord aufklären. Dabei haben wir diesmal wirklich eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Thematik. Unser Protagonist sitzt jetzt schon ein bisschen länger im Rollstuhl als noch in Band Eins, kommt aber mit einigen Einschränkungen noch nicht so gut zurecht. Sein kleines Dorf ist nicht wirklich barrierefrei, auch wenn hier versucht wurde ein bisschen Abhilfe zu schaffen und auch wenn ihm die Bewohnenden viel versuchen zu helfen, so kämpft er doch mit der Frustration, hadert mit sich und seinem Körper und hinterfragt selbst seine Beziehung. Wir bekommen hier also eine schonungslose Erfahrung hautnah und bekommen als Bonus noch eine spannende Cozy Crime Geschichte. 

A sign of Affection – Staffel 1

Die Handlung: Yuki Itose ist gehörlos. Ihre Schulzeit hat sie auf dafür spezialisierten Schulen verbracht, nun stellt sie sich dem Unileben. Über Textnachrichten kann sie gut mit ihren Komilitoninnen kommunizieren und diese schreiben auch fleißig für sie mit. Durch Zufall lernt sie Itsuomi Nagi kennen, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt. Auch Itsuomi ist fasziniert von ihr und beginnt Gebärden zu lernen. Nach und nach kommen sich die beiden immer näher.

Warum die Serie so wichtig ist: Liebesgeschichten haben wir unzählige, aber wie ist es für gehörlose Menschen? Nur die wenigsten, die nicht unmittelbar mit einer betroffenen Person zu tun hat, spricht Gebärden. Genau das wird hier angesprochen und wir bekommen gleichzeitig einen guten Einblick in Yukis Alltag. Was sind Probleme, die wir hörenden Menschen gar nicht wahrnehmen. Allein, dass sie in der Uni auf die Hilfe der anderen angewiesen ist, dass diese für sie mitschreiben. Oder eben wie viel Kommunikation über das Smartphone geschieht. Hier werden die Barrieren im Alltag gut angesprochen, aber wir erleben Yuki trotzdem als starke Frau, die ihren Weg geht und versucht diese Barrieren zu umgehen oder gar abzubauen. Das Ganze verpackt als süße Liebesgeschichte, die sich mehr auf Gemeinsamenkeiten, denn auf Unterschiede besinnt. Mit Itsuomi haben wir auch einen sehr einfühlsamen Charakter, der Yuki verstehen will, um richtig reagieren zu können.

Echo – Staffel 1

Die Handlung: Maya Lopez hat Kingpin erschossen. Nun versucht sie seine Institution, der sie selbst einmal anhörte, zu destabilisieren. Dabei macht sie sich jedoch eine Menge Feinde. Für Unterstützung muss sie in ihre Heimatstadt zurückkehren. Doch nicht alle dort, nehmen sie mit offenen Armen wieder auf.

Warum die Serie so wichtig ist: Auch wenn die Serie an sich, nicht die gelungenste ist, so haben wir hier eine gehörlose Protagonistin, die zeitgleich mit einer Beinprothese zu kämpfen hat – in dem Sinne, dass diese nicht richtig angepasst ist und ihr daher immer mal wieder Probleme macht. Das Problem wird dadurch gelöst, dass sie eine Super-Prothese kriegt, die gefühlt alles kann. Das ist dann vielleicht nicht ganz im Sinne der Repräsentation, aber allein, dass wir sie als Antagonistin in Hawkeye und nun als Protagonistin in Echo haben und somit das MCU es auch endlich mal geschafft hat, ein wenig Repräsentation in das Superheldengenre zu bringen, ohne ihr gleich eine Wunderheilung zu verschaffen, ist schon hervorzuheben. Und auch, dass hier versucht wurde ihre Behinderung mit Technik anzugehen und hier aber deutlich dagegen gesprochen wurde, ist nur ein weitere Punkt, warum die Serie trotz der miesen Handlung hier einen Platz gefunden hat.

Queer Eye – Staffel 8 Folge 4

Die Handlung: Die Fab 5 sind Antoni, Tan, Karamo, Bobby und Jonathan. Sie sind alle schwul und haben jede Woche die gleiche Aufgabe. Sie reisen zu unterschiedlichen Menschen in Georgia, verbringen eine Woche mit ihnen und helfen ihnen wieder in Form zu kommen. Dazu gehört zum einen den Kleiderschrank auszumisten und die Körperpflege voranzutreiben, aber auch die Wohnung neu zu gestalten, das Kochverhalten zu überprüfen und die kulturellen und sozialen Kontakte zu überprüfen. In der vierten Folge der achten Staffel treffen sie auf Denton Mallas. Er ist gehörlos und arbeitet an einer Highschool, die spezialisiert auf gehörlose Kinder ist als Footballtrainer. Gleichzeitig setzt er sich für den Erhalt der Schule ein, obwohl immer weniger Kinder dort angemeldet werden.

Warum die Folge so wichtig ist: Man kann natürlich krisitieren, dass es acht Staffeln für diese Folge gebraucht hat, aber wir wollen mal nicht so sein und sie lieber positiv hervorheben. Da es sich in jeder Folge um andere Kandidat*innen handelt, geht es hier tatsächlich mal nicht um eine Serie oder eine ganze Staffel, sondern nur um diese Folge. Aber diese geht einfühlsam mit dem Thema um und zeigt eben auch die Realität der Kids an der Schule von Denton. Dabei steht auch mehr Dentons Engagement im Fokus und der Hilfe seinen Alltag etwas zu strukturieren, damit er dafür mehr eintreten kann, als dass die ganze Zeit auf seiner Behinderung herumgeritten wird, ohne diese aber herunter zu spielen. Gern mehr von diesen Folgen in der nächsten Staffel!

Habt ihr Empfehlungen für eine gute Repräsentation von Behinderungen in Film/Serien/Büchern? Dann immer her damit!

 

Natürlich Blond

Ein Vorwort

Nachdem ich mit meiner besten Freundin regelmäßig Film- und Serienquizze mache, ist uns aufgefallen, dass man Natürlich Blond meist relativ gut erkennt. Allerdings hatte ich den Film noch nie gesehen. Als Prime mir dann anzeigte, dass sie dabei waren die Filme aus dem Programm zu nehmen, habe ich das als Anlass genommen und mir gleich die ersten beiden Teile an einem Filmabend reingezogen. Wie ich sie fand, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Natürlich Blond

Die Handlung: Elle Woods studiert Mode und lebt auch für diese. Als ihr Freund ihr nicht den erwarteten Antrag macht, sondern sie abserviert, um in Harvard Jura zu studieren, schreibt sie sich ebenfalls ein und wird trotz eines unkonventionellem Bewerbungsvideo genommen. Doch ihr Freund ist inzwischen verlobt und glaubt auch nicht, dass sie ihr Studium schaffen könnte. Sie beschließt es allen zu zeigen, auch wenn ihr Weg, manchmal merkwürdig ist. 

Meine Meinung: Wir haben Anfang der 2000 Jahre und seichte Komödien sind voll im Trend. Neben einem Plötzlich Prinzessin und wie die ganzen Vertreter heißen, erblickt auch die Natürlich Blond Reihe das Licht der Kinos. Und für das angesprochene Genre macht der Film eigentlich eine ganz gute Figur. Zumindest, wenn man über eine ganze Reihe von fragwürdigen Handlungsentscheidungen hinwegsieht.
Das fängt schon am Anfang an, wo Elles einzige Motivation für das Jura-Studium in Harvard ist, dass sie ihren Ex-Freund zurückgewinnen will. Also ist – wie leider sehr oft – die Motivation der Frau die Liebe eines Mannes. Haben wir diesen Fakt einmal verdaut, macht der Film eine ganze Weile auch Spaß. Denn Elles ungewöhnliche Herangehensweise ist irgendwie gleichzeitig charmant und doch sehr lustig. Auch hier muss man wieder damit klar kommen, dass einer der begehrten Plätze in Harvard an jemandem mit sehr experimentellem Bewerbungsvideo vergeben wurde. bei dem sie größtenteils im Bikini und im Pool zu sehen war. Hat auch wieder eine fragwürdige Aussage, aber gut, sehen wir auch hier nochmal drüber hinweg. Dann haben wir natürlich noch den obligatorischen Zickenkrieg, weil natürlich die Verlobte von Elles Ex keineswegs begeistert über die Konkurrenz ist.
Aber genau hier schafft der Film dann seine Stärken zu zeigen. Denn die beiden freunden sich an und beweisen, dass Frauen mehr sind als nur das Drama um einen Mann. Die eigentliche Liebesgeschichte baut sich auch wunderbar dezent im Hintergrund auf und ist sehr süß geworden. Denn hier werden die eigentlichen Stärken von Elle auch erkannt. Auch die sexuelle Nötigung, die zwischendurch versucht wird, wird stark ausgespielt und auch hier ist die Message, dass Frauen alles schaffen können und nicht auf die Machtspiele der Männer angewiesen sind. So zeigt der Film gerade gegen Ende seine eigentliche Stärke, man darf halt vorher nicht abgeschalten haben.

Natürlich Blond 2 – Red, White & Blonde

Die Handlung: Im zweiten Teil plant Elle Woods, inzwischen als Anwältin praktizierend, ihre Hochzeit. Dafür will sie auch die leibliche Mutter ihres Hundes einladen. Dieser ist jedoch eingesperrt für Tierversuche. Ihre einzige Chance ist es, ein Gesetz gegen Tierversuche auf den Weg zu bringen. Also beschließt Elle kurzerhand ihre Kontakte in Washington aufzusuchen und dort eben dies zu versuchen. Dabei rennt ihr allerdings die Zeit weg, denn ihre Hochzeit steht bereits kurz bevor.

Meine Meinung: Nach dem ersten Film war ich irgendwie motiviert genug, um zu sehen, was der zweite Teil so kann. Und zunächst war ich positiv überrascht. Denn wir haben hier zwar auch den typischen Zeitsprung, aber es ist eben nicht alles wieder bei Null. Wir kriegen nicht wieder eine neue Liebesgeschichte präsentiert, weil die große Liebe plötzlich und unerwartet diese eben doch nicht war, sondern die Beziehung der beiden hat gehalten und sie stehen sogar kurz davor zu heiraten. Dann wurde ein Anlass gesucht, um Elle aus Uni und Anwaltskanzlei gleich ganz groß nach Washington zu kriegen. Das Thema Tierversuche wird dabei leider sehr einseitig behandelt und nicht größer diskutiert, sondern nur als Anlass genommen, um Elle das politische System ordentlich durchwirbeln zu lassen.
Und hier muss man auch einfach wieder über eine ganze Menge Logiklöcher hinwegsehen, denn so einfach, wie es dargestellt ist, ist das System natürlich nicht. Und auch Elle kommt nur durch eine ganze Menge Zufälle ans Ziel, weil gefühlt jede zweite Person bei ihrer Studentinnenverbindung dabei war oder ebenfalls Tiere besitzt. Aber wenn man darüber hinwegsehen kann, macht der Film wieder gute Laune. Reese Witherspoon lebt auch einfach ihre Rolle als Elle Woods.
Leider wurde das ein wenig zu sehr ausgereizt und irgendwann ist ihr sonniges Gemüt durchaus ein wenig angestrengend. Hat der Zusammenhalt der Frauen im ersten Teil am Ende noch gut funktioniert, wirkt hier alles ein wenig zuviel. Es musste einfach überall noch eine Schippe drauf gelegt werden und das bekommt dem Film nicht. Damit kann der zweite Teil zwar durchaus noch unterhalten, wenn man über die sehr konstruierte und unlogische Handlung hinwegsieht, aber kommt nicht mehr mit einer starken Botschaft am Ende daher. Lediglich die Liebesgeschichte, die sich weiter durch den Film zieht, ist mal ein schönes Beispiel.

Das Fazit

Die Natürlich Blond Reihe reiht sich in die typischen 2000er seichten Komödien ein, macht dabei keine allzu schlechte Figur für die Verhältnisse, kann in seiner Gesamtheit aber nicht wirklich überzeugen. Für ein paar kleine Lacher an einem verregneten Sonntag kann man sich aber gerade den ersten Teil doch einmal geben.