Eine Handvoll Bücher – 2/21

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: befreiter Atmung, einem Starbucksbecher, einer Adaption vom Schwanensee, Berlin in den 1920er Jahren und einer Märchenanthologie im Wasser.

Wie die Luft zum atmen

Die Handlung: Liz kehrt nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer Tochter in ihr Haus zurück. Doch der Verlust ist noch immer sehr präsent. Dann taucht auch noch Tristan Cole als ihr neuer Nachbar auf, vor dem sie alle warnen. Doch Liz schafft es hinter seine Fassade zu blicken und erkennt, dass er den gleichen Schmerz erleidet, wie sie. Und auf einmal kann sie in seiner Nähe endlich wieder atmen.

Meine Meinung: Zuvor hatte ich schon vieles von Brittany C. Cherry gehört, aber noch nichts von ihr gelesen. Um diese Reihe bin ich schon länger herumgeschlichen, vor allem, weil mir die Titel gut gefallen haben, aber bisher hatte ich mich noch nicht überwunden. Nach dem Lesen weiß ich ehrlich gesagt auch noch nicht so recht, was ich vom Buch halten soll. Aber fangen wir mal ganz vorne an. Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, er ist flüssig zu lesen und sie beschreibt die Gefühle der Protagonisten sehr gefühlvoll. Der Verlust geliebter Menschen ist mir bisher – zum Glück! – erspart geblieben und doch konnte ich mich durch die Beschreibungen sofort in die Trauerarbeit einfühlen. Die Liebesgeschichte konnte mich dann auch mitreißen und ich habe  das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Was mich dann aber doch ein wenig gestört hat, ist diese Stadt mit ihren kleinkarierten Bewohnern. Da wäre ich schon lange weggezogen. Aber was mich wirklich gestört hat, war die Auflösung des ganzen am Ende. Das war einfach viel zu überzogen und ging beinahe in den Psychothriller über. Das passte gar nicht mehr zu der sehr ruhigen und bedachten Geschichte über Trauer und eine neue Liebe. Das hätte man sich echt sparen können und ein schönes rundes Ende finden können. Aber nun gut. Ich werde wohl definitiv noch mehr von der Autorin lesen und hoffen, dass die nächsten Bände ein besseres Ende haben.

Ich bin Linus

Die Handlung: Linus Giese ist trans. Das dies in der aktuellen Gesellschaft noch immer nicht leicht ist, aber sein sollte, nimmt Linus uns hier mit auf seine ganz eigene Reise, um Vorteile abzubauen und den Weg ein Stück weit zu ebnen, für eine Gesellschaft in der trans sein, ganz normal ist.

Meine Meinung: Lest dieses Buch! Muss ich noch mehr sagen? Na gut: Als dieses Buch angekündigt wurde, stand für mich fest, dass ich es lesen wollte. Denn auch wenn ich mich sehr weltoffen fühle und mich aktiv für Rechte der LGTBQIA+ Community einsetze, merke ich auch bei mir noch gewisse Denkmuster. Um diese weiter abzubauen, bzw. umzudenken, hilft das Buch wahnsinnig, weil es einfach zum überdenken anregt. Zum Beispiel, dass wir bei Babys automatisch anhand der äußeren Geschlechtsmerkmale auf das Geschlecht tippen. Wichtig zu sagen, was er auch mehrfach erwähnt, ist, dass es sich nur um seine Meinung handelt und seine Erfahrungen und das diese nicht allgemeintauglich auf alle trans Menschen anwendbar sind. Aber immerhin ein Anfang, um einfach Barrieren abzubauen, die gar nicht da sein müssten. Dabei ist das Buch in sinnvolle Abschnitte gegliedert. Erfahrungen und Denkanstöße wechseln sich hier ab. Kurzum: Es lohnt sich das Buch zu lesen!

Schwanenfeuer

Die Handlung: Der junge Jäger Ayden wird vom König geschickt, ihm einen Vogel zu schießen. Doch das ist um diese Jahreszeit gar nicht so einfach. Umso erleichterter ist Ayden als er an einem See einen wunderschönen Schwan findet. Dieser ist jedoch kurz darauf verschwunden und er findet die verwundete Estelle. Schnell kommt er hinter ihr Geheimnis. Sie ist verflucht worden und am Tag ein Schwan und nur in der Nacht in ihrer menschlichen Gestalt. Lediglich ein Stück Papier mit einem Rätsel drauf, kann ihr helfen, den Fluch zu lösen. Ayden bietet seine Hilfe an und kurz darauf sind beide mitten im Abenteuer.

Meine Meinung: Auf Autorin Regina Meißner bin ich tatsächlich über Instragram gestoßen. Ihr Account fiel mir durch ihren süßen Grogu („Baby-Yoda“) auf. Mit Schwanenfeuer habe ich zum ersten Mal etwas von der Autorin gelesen, zumal mich die Idee, das Schwanensee Märchen zu adaptieren, sofort angesprochen hat. Gestrauchelt bin ich dann allerdings über ihren Erzählstil und auch ein wenig über ihren Schreibstil. Ich würde ihn jetzt nicht sofort als schlecht bezeichnen, aber er ist sehr gewöhnungsbedürftig. Woran das genau liegt, ist schwer festzumachen, mir war die Geschichte grundsätzlich ein wenig „zu einfach“ aufgebaut. Ayden findet Estelle und will ihr natürlich sofort helfen, egal, wie abweisend sie ist, und natürlich hat er sofort einen Ansatz auf ihr Rätsel. Die Abenteuer, die danach folgen sind dann teilweise wieder spannend, aber es war auch viel Füllmaterial dazwischen. Dennoch ist es Frau Meißner gelungen mich so sehr in die Geschichte hineinzuziehen, dass ich auf das Schicksal ihrer Schwestern – ebenfalls verflucht – gespannt bin und wohl noch mindestens ein weiteres Buch der Reihe lesen werde.

Der Tod ist ein Tänzer*

Die Handlung: Berlin 1926. Tristan Nowak erhält den Auftrag die Sängerin Josephine Baker bei ihren Auftritten in Berlin zu schützen, da es aufgrund ihrer Hautfarbe viele Anfeindungen gibt. Tristan ist davon wenig begeistert, versucht er doch noch immer die Nachwirkungen des Kriegs zu verdauen. Zeitgleich wird eine neue Gruppierung in Berlin laut, die mit einem Anschlag auf Josephine und ihre Revue das Land auf neuen Kurs bringen will. Schon bald ist Tristan mitten in einer Verschwörung und versucht diese zu verhindern.

Meine Meinung: Der Tod ist ein Tänzer ist der erste Teil der Schwarzen Venus Reihe rund um Josephine Baker. Mit knapp 500 Seiten ist es aber eindeutig zu lang, für die Geschichte, die erzählt wird. So kommt es permanent zu Wiederholungen, die Figuren drehen sich im Kreis und immer wenn man denkt, schlimmer geht es nicht mehr, holt Autorin Veronica Rusch von irgendwo noch einen Hammer her. Hier zeigt sich, dass manchmal eben weniger doch mehr ist. So fühlt sich die Geschichte völlig überladen an und zieht sich doch nur, weil die Spannung nicht richtig aufgebaut wird, weil halt permanent irgendwas passiert. Grundsätzlich bin ich auch einfach nicht die Zielgruppe des Buches. Die aufkommenden Nazibewegungen waren für mich schwer zu greifen. Hier kann man der Autorin allerdings keinen Vorwurf machen. Ihre Recherchearbeit hat sich ausführlich erledigt und schafft es die Stimmung der Zeit gut einzufangen und wiederzugeben. Ein paar weniger Charaktere, ein paar weniger überflüssige Handlungselemente und nach dem ersten großen Knall das Buch vielleicht einfach ausklingen lassen, hätte dem Ganzen durchaus gut getan. So wirkt es einfach nicht rund.

Von Flusshexen und Meerjungfrauen

Die Handlung: Eine Märchenanthologie rund um das Thema Wasser. Von Adaptionen der kleinen Meerjungfrau, über japanische Kappas, bis zu gewaltigen Wasserdrachen. Hier ist einfach alles vertreten.

Meine Meinung: Dies war meine erste Märchenanthologie aus dem Drachenmond-Verlag, aber bestimmt nicht meine letzte. Herausgeber Christian Handel versammelt einige mir bekannte Autoren, aber auch mir (noch) völlig unbekannte. Dabei hatte jeder seine ganz eigene Herangehensweise an das Thema Wasser. Wenn es hier etwas gab, dann Abwechslung. Und auch, wenn mir nicht jede Geschichte zugesagt hat, so waren es eben doch Kurzgeschichten, so dass man nie lange in einer Geschichte „festhing“. Auf jeden Fall ein guter Weg, um neue Autoren zu entdecken, und einfach Abwechslungsreich in verschiedene Märchen abzudriften. Die bisher erschienen Märchenanthologien dürfen bestimmt auch bald bei mir einziehen.

Habt ihr eins oder mehrere der Bücher gelesen? Wie fandet ihr sie?

*Der Tod ist ein Tänzer wurde mir von Jellybook im Zusammenarbeit mit dem Verlag im Rahmen einer Testleseaktion kostenfrei zu Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag daher als Werbung!

Hello Spring

Ein Vorwort

Frühling ist meine liebste Jahreszeit. Wenn die Tage endlich wieder länger werden, die Sonne öfter scheint, die ersten Blumen aus der Erde kriechen und einfach alles langsam wieder besser wird. Doch während ich im Sommer meine Sommerlektüren brauche, im Winter eher mal zu einem Krimi oder Thriller greife und im Herbst für den Oktober meine Monsterwochen vorbereite, habe ich für den Frühling keine festen Vorlieben. Doch manchmal kommt es vor, dass ich einen Film/eine Serie schaue oder zu einem Buch greife und mir denke: Das passt wunderbar zu meiner Frühlingsfreude. Und genau darum soll es heute gehen! Tatsächlich ist der gemeinsame Nenner dieses Jahr wohl der Tee, aber lasst euch überraschen!

Filmfabelhafte Frühlingsgefühle: Tea with the Dames

Quelle

Die Handlung: Eileen Atkins, Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith sind alle Schauspielerinnen, die schon ein paar Jährchen in der Branche sind. Doch sie eint noch eine weitere Sache: Sie alle haben den Ritterschlag der Queen erhalten und haben nun den Titel ‚Dame‘. Einmal im Jahr treffen sich die Dames zum Tee, um über alles Mögliche zu quatschen. Diesmal ist ein Kamerateam dabei.

Meine Meinung: Wer so viele Jahre in der Filmbranche dabei ist, wie diese Damen, hat durchaus Geschichten zu erzählen. Dabei kommt so einiges informatives, aber auch unterhaltsames bei raus. Die Gespräche werden ein bisschen gelenkt, in dem immer mal wieder Fragen vom Kamerateam eingeworfen werden. Größtenteils reden die Damen aber sehr frei. Es gibt Geschichten über ihre Anfänge, Höhepunkte, Tiefpunkte, Arbeiten mit dem eigenen Mann und bei Maggie Smith und Judi Dench durften natürlich auch die Fragen zu den „Filmgroßprojekten“ Harry Potter und James Bond nicht fehlen. Das alles geschieht bei einer (oder vielleicht doch ein paar mehr) entspannter Tasse Tee. Dabei sind die Damen einfach grundsympathisch. Man muss sich allerdings auf die Atmosphäre und die Geschichten einlassen, sonst kann der Film schnell langweilig werden. Aber so fühlt es sich einfach nach einer netten Teestunde an. Daran kann auch der zwischendurch einsetzende Platzregen nichts ändern.

Serientastische Frühlingsgefühle: Nadiyas Backwelt

Die Handlung: Nadiya Hussain verzaubert wieder. Diesmal backt sie in jeder Größenordnung und hat dabei auch wieder allerlei nützliche Tipps. In jeder Folge wird zudem ein*e Bäcker*in aus Großbritannien vorgestellt, der/die herausragende Dinge kreiert.

Meine Meinung: Aufmerksam geworden bin ich auf Nadiya durch ihre erste Netflixserie „Foodhacks mit Nadiya Hussain“, in der es darum ging, mit möglichst wenig Aufwand tolle Gerichte zu zaubern. Dabei war vor allem ihr sonniges Gemüt und ihre ehrliche Art unglaublich erfrischend. In Nadiyas Backwelt gehen wir nun weg vom Kochen und hin zum Backen. Aber auch hier verzaubert sie wieder mit ihrer sympathischen Art. Im Vergleich zu anderen Koch- und Backsendungen geht es hier nicht darum, dass geübte Bäcker auch die schwierigsten Sachen ganz leicht aussehen lassen, sondern wirklich Tipps zu geben, damit auch dem Laien die gezeigten Sachen gelingen. Mir zaubern beide Serien immer ein Lächeln ins Gesicht und die angedeuteten Gartenpartys oder Picknicke, bei denen man dann die Kreationen präsentieren kann, macht mir viel Vorfreude auf den Frühling, wenn endlich alles blüht, oder direkt auf den Sommer.

Buchzauberhafte Frühlingsgefühle: Eine Leiche zum Tee

Die Handlung: Ashford-on-Sea ist ein beschauliches Küstenstädtchen in England. Doch beim alljährlichen Dorffest wird eine Leiche gefunden. Es ist ausgerechnet Amys verhasste Klavierlehrerin. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Amys Tante Clarissa ist sich sicher, dass es Mord ist. So beruft sie ihren Buchclub ein, die stets für einen guten Krimi zu haben sind. Amy behagt das jedoch nicht, hat doch ihr heimlicher Schwarm Finn ein Motiv.

Meine Meinung: Krimis sind bei mir ähnlich heikel wie Thriller. Ich mag einfach keine Krimis mehr über einen gescheiterten Ermittler lesen. Keinen mehr mit Alkoholproblemen, der in irgendeiner Abwärtsspirale gefangen ist. Dafür doch lieber eine schöne Agatha Christie Geschichte mit einem etwas schrulligen Poirot. Alexandra Fischer-Hunold schafft es hier genau diesen Tonfall zu treffen. Und die Protagonistin Amy oder auch ihre Tante Clarissa sind zum Glück alles andere, als typische Krimiermittler. So hat die Geschichte einen wunderbar locker leichten Erzählstil, sympathische Charaktere und durch das Setting und dem Café von Tante Clarissa bei mir instant Fernweh ausgelöst. Es war irgendwo ein Buch zum dahinträumen, aber eben auch ein spannender Krimi. Grundsätzlich sollte man mit Amy als sehr junge Protagonistin warm werden, denn sie hat eben einen sehr anderen Blickwinkel auf vieles und so kommt halt auch immer wieder ihre Schwärmerei für Finn durch. Ich mochte diesen Aspekt sehr, aber wer junge Protagonisten nicht mag, findet hier wahrscheinlich nicht die gesuchte Erfüllung. Vielleicht schaffe ich es ja die Fortsetzung in einem Großbritannienurlaub zu lesen – je nach Situation da draußen. Oder ich nutze sie, um mich weiter in die Ferne zu träumen.

Was sind eure Frühlingshighlights? Machen euch bestimmte Dinge im Frühling glücklich?

Klima – Deine Zeit läuft ab

Ein Vorwort

Thriller und ich haben eine sehr lange Geschichte. Ich habe sie sehr lange geliebt, dann bin ich sehr lange überhaupt nicht mehr an sie herangekommen und inzwischen wage ich mich ab und an mal wieder an einen, bin aber stets auf eine Enttäuschung gefasst. Neulich trudelte eine E-Mail vom Goldmann Verlag ein, in der ihr neuer Thriller angepriesen wurde. Und weil mich das Thema angesprochen habe, durfte es auch direkt bei mir einziehen.

Die Handlung

Fünf Anschläge wurden in den USA verübt. Alle Ziele haben eins gemeinsam: Sie schaden im großen Stil der Umwelt. „Green Man“, wie er genannt wird, will anscheinend auf Umweltverschmutzung und den Klimawandel aufmerksam machen, aber seine Anschläge haben auch zivile Opfer. Tom Smith ist neu beim FBI und in der Green Man-Taskforce eingeteilt. Während er Hinweise findet, die andere übersehen haben, kämpft er aber auch mit seinem Gewissen. Will er den Mann aufhalten, der vielleicht die Welt retten könnte?

Meine Meinung

Auch wenn es gerne ignoriert oder gar verleugnet wird, aber unser Klima ist im Wandel. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die Literatur abseits des Sachbuchs damit befasst. Und tatsächlich war es gerade die Prämisse, die mich zu diesem Buch greifen ließ. Denn die durchgehende Frage des Buches ist: Heiligt der Zweck die Mittel? Green Man hat das Ziel auf die Bedrohung hinzuweisen und sorgt dafür, dass ein Umdenken statt findet. Wenn er ein Ziel ausgewählt hat, wird hinterher wesentlich mehr darüber diskutiert, ob man es wieder so aufbauen und weiterführen sollte, oder ob es neue Regulierungen gibt. So weit, so positiv. Aber rechtfertigt das die Toten? Arbeiter, die einfach nur einen Arbeitsplatz brauchen oder sogar Außenstehende, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
Klima wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Während hier am Anfang bei manchen noch nicht ganz klar ist, wie sie in die Handlung passen, sind es vor allem zwei, die sehr spannend sind. Zum einen Tom Smith beim FBI, der direkt an der Suche beteiligt ist, und zum anderen Green Man selbst. Man erfährt also praktisch immer, was Green Man macht und dann wie das FBI die Brotkrumen auseinander nimmt und welche Hinweise sie daraus ziehen. Hier ist es gerade die Abwechslung und die Brotkrumenjagd, die das Buch wunderbar spannend macht.
Der Schreibstil von David Klaas ist sehr unaufgeregt und flüssig zu lesen. Durch vergleichsweise kurze Kapitel mit Perspektivenwechsel, bleibt man immer dran und es fällt schwer, dass Buch aus der Hand zu legen.
Im Prinzip habe ich nur zwei kleinere Kritikpukte an diesem Buch. Zum einen fehlt mir ein wenig die Diskussion. Zwar wird ab und an und auch aus mehreren Blickwinkeln erwähnt, ob der Charakter mit Green Mans Vorgehen konform geht bzw. inwieweit. Aber es wird sich nie genauer damit auseinander gesetzt. Die Geschichte funktioniert auch so, aber es hat mir halt gefehlt. Zum anderen geht es in dem Buch stets um die großen Gesten. Aber die kleinen werden vergessen. Wir reden von Umweltverschmutzung und Klimawandel und dennoch trinkt Green Man aus einem Einmalbecher? Im Prinzip wird hier die gesamte Schuld lediglich bei den großen Unternehmen gesucht und verschwiegen, was jeder Einzelne machen kann. Grundsätzlich finde ich auch, dass die großen Umweltsünder am schnellsten etwas bessern können, aber das es in einem Buch, das sich explizit mit der Thematik auseinader setzt, über diese Kleinigkeiten einfach hinwegsieht, ist schade.
Aber wie gesagt, dies sind nur Kleinigkeiten, die dem hohen Spannungsgrad keinen Abbruch tun. Mit knapp über 400 Seiten hat Klima eine gute Länge und lässt sich innerhalb weniger Tage weglesen. Ab einem gewissen Punkt fiel es mir zunehmend schwer, dass Buch überhaupt noch aus der Hand zu legen.

Das Fazit

Klima ist ein spannender und packender Thriller mit spannender Ausgangsprämisse. Durch wechselnde Erzählperspektiven ist man bei allen Seiten direkt dabei und kann sich so seine ganz eigene Meinung bilden. Große Leseempfehlung für Thrillerfans oder wer einen Einstieg ins Thrillergenre sucht.

Klima – Deine Zeit läuft ab ist ab heute in allen Buchhandlungen erhältlich

Klima wurde mir von Goldmann als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

PS: Ich habe vom Goldmann-Verlag noch ein zweites Exemplar erhalten. Dies werde ich auf meiner Instragramseite verlosen. Schaut doch gerne mal vorbei! Einfach auf Instragram nach  shalima_dreams_on suchen oder den folgenden QR-Code nutzen.

Rückblick auf den Februar 2021

Hat man schon sonst immer das Gefühl, dass die Monate nur so dahinfliegen, ist es beim Februar noch einmal besonders schlimm. Kaum habe ich einen Monatsrückblick getippt, steht gefühl schon wieder der neue an. Und dennoch habe ich einige Sachen gesehen/gelesen. Welche das waren, werde ich euch heute im bekannten Format vorstellen.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Wiederholungstäter waren diesmal: Hamilton (ist wirklich noch jemand überrascht?) und To all the boys I loved before (in Vorbereitung auf die Folgeteile)

Das Dilemma mit den sozialen Medien: Wir sind doch alle täglich auf den sozialen Medien unterwegs. Doch wie kontrollieren uns diese? Warum kommen wir nicht davon los? Und was für Daten werden gesammelt? – Diese Netflix-Dokumentation spricht mit einigen Fachleuten, die teilweise hohe Posten bei den social media Firmen hatten. Mitunter ganz schön erschreckend, was da so alles bei raus kam.

Cast away: Der erste Film meiner 21 für 2021 Filmliste! Chuck Noland arbeitet für UPS. Bei einem Flug, stürzt die Maschine ab. Als einziger Überlebender landet er auf einer einsamen Insel und muss nun ums Überleben kämpfen. – Survivalfilm mit einem sehr starken Tom Hanks. Besonders schön ist, dass der Film bis zum Ende ausgespielt wird.

To all the boys: PS: I still love you: Der zweite Teil der Reihe befasst sich mit Lara Jeans letztem noch offenen Brief an John Ambrose, dem sie zufällig beim Praktikum begegnet. Gleichzeitig hadert sie mit der Beliebtheit ihres Freundes Peter. – Ein toller zweiter Teil, der sich dem sympathischen ersten Teil anschließt. Lediglich die Handlung wirkt stellenweise etwas zu konstruiert, aber trotzdem hat er mir gut gefallen.

To all the boys: Always and Forever: Der letzte Teil der Reihe befasst sich mit dem Abschlussjahr von Lara-Jean. Es folgen Highlights, wie der Abschlussball und die Hochzeit ihres Dads, aber es stehen auch schwierige Entscheidungen bevor. – Ein runder letzter Teil, der zwar sehr etappenlastig die Handlungsabschnitte abarbeitet, aber die Reihe zu einem guten Ende bringt.

Clue: Der Film basieren auf dem Brettspiel Cluedo. In einer stürmischen Nacht wurden mehrere Personen in ein alten Herrenhaus eingeladen. Alle vereint etwas: Das Mordmotiv. Und tatsächlich gibt es kurz darauf die erste Leiche. – Man sollte den Film nicht zu ernst nehmen, dann macht er nämlich eine Menge Spaß. Ein bisschen cringe und trashig, aber dennoch gut für Fans von Murdermysteries geeignet.

Die Scheinhochzeit: Heiraten ist nicht nur ganz schön teuer, sondern bringt auch ganz schön viel Geld ein. Als Jennifer und Vince bei einer Hochzeit aufeinander treffen, können sie sich absolut nicht ausstehen. Aber eins eint beide: Sie brauchen Geld und das schnell. Also planen sie eine Schein-Hochzeit, um Geschenke und Geld abzugreifen. – Witzige Rom-Com für zwischendurch. Handlung war sehr vorhersehbar, Charaktere größtenteils sympathisch, so ein typischer Film zum abschalten.

Mindscape: John Washington ist ein Detektiv, der sich in die Gedanken von Zeugen einklinken kann. Sein aktueller Auftrag führt ihn ins Haus Green, wo er nachforschen soll, was der Tochter Anna passiert ist. Doch hier ist nichts so, wie es scheint. – Ein spannender Thriller mit ganz neuem Ansatz. Sehr gut gespielt von Mark Strong und Taissa Farmiga.

Tea with the Dames: Einmal im Jahr treffen sich die Dames Judy Dench, Maggie Smith, Eileen Atkins und Joan Plowright zum Plaudern und Teetrinken. Diesmal war ein Kamerateam mit dabei. – Der Film ist genau das. Die vier Dames trinken Tee und plaudern. Hinter der Kamera gibt es noch einen Stichwortgeber, wenn das Gespräch mal ins Stocken gerät. Wer mehr erwartet, wird enttäuscht, wer sich auf die Stimmung einlässt, erlebt eine gemütliche Teerunde.

Expedition Atlantis: Regisseur James Cameron und Archäologe Simcha Jacobovici begeben sich auf Spurensuche, um das Geheimnis von Platons Atlantis zu lösen. – Eine spannende Dokumentation über eine Spurensuche mit vielen tollen Ansätzen. Wer sich für das Thema interessiert, sollte hier auf jeden Fall mal reingucken.

Die Flut – Okavango unter Wasser: Eine Dokumentation über das Okavango-Delta in Botswana und wie die alljährliche Flut das Leben dort beeinflusst. – Eine sehr schöne Dokumentation. Ist bei Disney+ nur mit englischer Tonspur verfügbar, aber die Erzählstimme ist sehr schön und gefiel mir sehr gut.

Wettkampf der Raubkatzen: In dieser Dokumentation treten Löwen, Tiger und Geparden in vier Disziplinen gegeneinander an. Natürlich alles ganz harmlos und unter Zoobedingungen. – Für mich als Katzen und vorallem als Raubkatzenfan ganz nett zu sehen, wirklich viel neues und lehrreiches erfährt man hier allerdings nicht.

Die verschollenen Inseln: Wir verfolgen ein Forscherteam zu den abgelegenen Pitcairn Inseln und erleben eine nahezu unberührte Unterwasserwelt. – Spannende Dokumentation über nahe unberührte Inseln und deren Unterwasserwelt. Schön zu sehen, dass es sowas wohl doch noch gibt.

Wonder Woman 1984: Knapp 60 Jahre nach dem ersten Film, treffen wir Diana Prince, die noch immer zwischen ihren Leben als Anthropologin und ihrem Dasein als Wonder Woman hin- und herspringt. Doch ein neues Artefakt wirbelt einiges durcheinander. – Unpopular Opinion: Der erste Wonder Woman Film war nicht gut. Umso mehr hat mir jetzt der zweite gefallen.

Serien – ein etwas ausführlicherer Rückblick

Ashley Garcia – Staffel 2 & Weihnachtsspecial (Meinetwegen auch Ausgabe 2, weil es an sich nur eine Staffel gibt. Leider endet sie mit Cliffhanger, aber bis dahin hat sie mir wieder gut gefallen)

Gargoyles – Staffel 2 (Ich habe eine weitere Staffel einer Kindheitsserie von mir geschafft! Ich mochte die ewig lange Geschichte um Avalon nicht, aber danach ging es wieder)

The Chef Show – Staffel 1 Ausgabe 2 (Können wir bitte wieder anfangen, dass einfach Staffel zu nennen und nicht eine Staffel in mehrere Ausgaben unterteilen? Ansonsten hatte ich wieder viel Spaß Jon Favreau und Ron Choi haben wieder lecker aussehende Sachen gekocht, aber leider so aufwendig, dass ich sie wohl nie nachkochen werde)

Bonding – Staffel 1-2 (Eine Serie über Bondage und eine junge Studentin, die nebenbei als Domina arbeitet. Grundsätzlich als Komödie verpackt, greift sie jedoch wichtige Themen auf und schafft es sehr Vorurteils- und Klischeebefreit an das Thema ranzugehen.

Dark – Staffel 3 (Ich habe endlich Dark beendet und nach ein paar vielen Fragezeichen zwischendurch, bin ich doch sehr zufrieden mit dem Ende)

Austin & Ally – Staffel 4 (Serienfinale bei Austin & Ally. Handlung war am Anfang ein bisschen erzwungen und das Ende hat mir nicht gefallen, aber immerhin wurde noch der Cliffhanger von Staffel 3 aufgelöst.)

Mysterious Mermaids – Staffel 1 (Auch wenn der deutsche Titel etwas anderes vermuten lässt, ist „Sirens“ eine spannende Geschichte, die Sirenen und den Klimawandel in den USA ankommen lässt.)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 6+2 (=nicht in der Wortwertung)
Seiten gesamt: 1.906
Seiten pro Tag: 68 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 2
Taschenbuch: 4
Hörspiel: 2

Ich bin Linus: Linus Giese ist Trans. Seine Geschichte und viele Vorschläge zum Abbau von Vorurteilen präsentiert er in diesem Buch. – Lest dieses Buch. Respektiert andere Menschen. #TransMännersindMänner

Schwanenfeuer – Der Fluch der sechs Prinzessinen 1: Der Jäger Ayden hat nur einen Auftrag: Er soll einen Vogel für den König schießen. Er kann sein Glück kaum fassen, als er einen Schwan findet, bis sich dieser in Estelle verwandelt, die nach einem Fluch tagsüber ein Schwan ist. – Eine schöne Interpretation des Schwansees, mit sehr holprigen und konstruiertem Anfang. Nach den Startschwierigkeiten wird aber noch eine solide Geschichte draus.

Becoming Elektra: In einer nicht allzufernen Zukunft gibt es die Möglichkeit Klone von sich anfertigen zu lassen. So ist Isabel ein Klon für Elektra Hamilton, die allerdings bei einem Unfall verstarb. Elektras Familie macht ihr ein folgenschweres Angebot: Sie soll zu Elektra werden und die arrangierte Ehe mit Phillip von Halmen eingehen. – Ein sehr spannendes  und sehr fesselndes Buch mit einer spannenden Zukunftsaussicht. Absolute Leseempfehlung!

Eine Leiche zum Tee: Ashford-on-Sea ist eigentlich ein verträumtes kleines Küstenstädtchen. Bis sich ein Mord ereignet. Amy und ihre Tante sind sich sicher, dass es kein Selbstmord war und fangen selbstständig an zu ermitteln. – Ein weiteres Highlight! Eine süße Geschichte, tolle Charaktere und das Setting hat absolutes Fernweh in mir ausgelöst!

Das Haus an der Düne: Hercule Poirot und Captain Hastings machen eigentlich gerade Urlaub an der englischen Riviera, als sie auf Nick Buckley treffen, die bereits dreimal knapp dem Tod entkam. Poirot ist sofort Feuer und Flamme und will den Fall lösen, ehe es zum ersten Mord kommt. – Ein weiterer Poirotroman ist gelesen. Er gefiel mir ein bisschen weniger gut, als Der Blaue Express, hatte aber trotzdem eine spannende Geschichte und ein verblüffendes Ende.

Goldene Flammen – Grishaverse 1: Alina ist eine Kartografin in der ersten Armee des Zaren von Ravka. Bei der Durchquerung der Ödsee, kommt es zu einem Angriff. Als Alina ihren besten Freund beschützt, setzt sie ungeahnte Kräfte frei und findet sich kurz darauf in der Ausbildung zur Grisha wieder. – Ich habe so viel gutes über die Buchreihe gehört, dass ich sie auch mal ausprobieren musste. Da Netflix nun bereits an einer Serie dazu bastelt, wurde es höchste Zeit, um sie noch unvoreingenommen zu lesen. Und ich muss sagen, sie hat mir gut gefallen. Lediglich der etwas vorhersehbare Plotttwist war mir persönlich zu platt. Aber hey, es gibt ja noch zwei Bände.

Rufus T. Feuerflieg – Folge 1-5: Die Anwaltskanzlei von Rufus T. Feuerflieg ist keine gewöhnliche. Denn hier werden allerlei magische und übernatürliche Wesen vertreten. Da wächst schonmal ein Urwald im Büro, ein Poltergeist taucht auf oder ein Werwolf steht vor der Tür. Aber Herr Feuerflieg hat natürlich immer alles unter Kontrolle, wenn auch auf eine sehr chaotische Art. – Eine absolut spaßige Hörspielreihe, die einfach absolut meinen Humor trifft.

Die Windsängerin – Folge 1-2: Ryan Kenrick ist Schriftsteller und reist 1921 nach dem Tod seiner Frau zur Inspirationssuche nach Haddington Island. mit dabei sind sein langjähriger Freund Dan Gusbird und sein Hausmädchen Olivia. Doch die Einwohner der Insel benehmen sich merkwürdig abweisend. Als dann auch noch eine seltsame Muschelverkäuferin und eine geheimnisvolle Windsängerin auftauchen, sind die drei schon mitten drin in einem rätselhaften Abenteuer. – Wer Lust auf ein spannendes Mysteryhörspiel hat, mit tollen Charakteren, tollen Stimmen und einer Geschichte, die einen komplett zu fesseln weiß, der sollte unbedingt mal in Die Windsängerin reinhören.

Was waren eure Highlights im Februar?

 

 

Die fantastischen Fälle des Rufus T. Feuerflieg

Ein Vowort

Tommy Krappweis ist eines dieser Allroundtalente, die viel mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten. Vielen dürfte er ein Begriff sein mit seinen Fernsehformaten wie RTL Samstag Nacht und Bernd das Brot. Hier habe ich euch bereits seine Buchreihen Ghostsitter und Mara und der Feuerbringer, sowie die Verfilmung dazu, vorgestellt. Zu der Ghostsitter-Reihe gibt es inzwischen auch eine Hörspielreihe. Um die habe ich aber bisher noch einen Bogen gemacht, weil ich erst die Reihe zu Ende lesen möchte. Aber zur Ghostsitter Hörpsielreihe gibt es inzwischen schon ein Spin-off. Und in der geht es um den etwas quiligen Anwalt Rufus T. Feuerflieg. Warum es sich auf jeden Fall lohnt in die einmal reinzuhören, verrate ich euch heute.

Die Handlung

Die Anwaltskanzlei von Rufus T. Feuerflieg ist keine gewöhnliche. Denn hier werden allerlei magische und übernatürliche Wesen vertreten. Da wächst schonmal ein Urwald im Büro, ein Poltergeist taucht auf oder ein Werwolf steht vor der Tür. Aber Herr Feuerflieg hat natürlich immer alles unter Kontrolle, wenn auch auf eine sehr chaotische Art.

Folge 1 – Kreszenzia kommt

Weil eine Inkagöttin das Vorzimmer in einen Urwald verflucht hat, ist der Assistent von Anwalt Rufus T. Feuerflieg so erzürnt, dass er kurzerhand kündigt. Nun muss Feuerflieg jemand neues einstellen. Aber gibt es überhaupt jemand, der alle Anforderungen erfüllt?

Folge 2 – Der Gartengnom

Der Werwolf Welf – bekannt aus der Ghostsitter Reihe – bringt einen neuen Klienten zu Rufus T. Feuerflieg, den Gartengnom Bibo. Dieser ist bei seiner Arbeit betrogen worden. Schnell nimmt sich Feuerflieg des Falls an und sucht Bibos Arbeitgeber zusammen mit Welf auf.

Folge 3 – Alles für die Katz

Ein seltenes Artefakt ist aus dem Museum entwendet worden. Feuerflieg wird verzweifelt angerufen und eilt sofort zum Schauplatz des Diebstahls. Helfen soll ihn ausgerechnet Dada, die Katzenfrau und Assistentin von Zoracz, dem Gegenspieler der Ghostsitterteile.

Folge 4 – Der Fall Merle

Ein ganz normaler Tag in der Anwaltskanzlei Rufus T. Feuerflieg. Bis ein Poltergeist im Büro auftaucht. Merle ist ein schicksalgebundener Poltergeist und kommt mit einer Nachricht aus dem Gefängnis. Feuerflieg steht diesmal vor einer großen moralischen Zwickmühle.

Folge 5 – Die neue alte Wohnung

Rufus T. Feuerflieg wohnt seit einiger Zeit in seinem Büro, aber warum eigentlich? Zusammen mit seiner Assistentin Kreszenzia versucht er herauszufinden, wo seine Wohnung eigentlich ist und was dort passierte.

Meine Meinung

Man könnte meinen, dass ich einige Hörspiele höre, nachdem ich euch neulich schon Johnny Sinclair und die Windsängerin vorgestellt habe. Dabei sind es gar nicht so viele. Aber bei Rufus T. Feuerflieg warte ich tatsächlich sehr sehnsüchtig auf neue Folgen.
Das liegt zum einen daran, dass sie sich gut nebenbei weghören lassen. Die Folgen sind relativ kurz, manche noch etwas länger als die anderen, aber die fünf bisher erschienen Folgen konnte ich in unter zwei Stunden weghören. Das ist manchmal schade, weil zum Beispiel in Folge vier fehlte mir ein bisschen die Auflösung am Ende, aber dafür sind sie stets gut auf den Punkt.
Das ist auch das bemerkenswerteste an der Reihe. Nicht nur die Folgen sind sehr gut auf den Punkt gebracht, sondern eben auch die Witze. Rufus T. Feuerflieg ist von der Art her sehr quirlig, was schnell nervig werden kann, aber ihm wird immer rechtzeitig Einhalt geboten, bevor das passieren kann. So kommen auch die anderen Charaktere mal zu Wort, und doch können die Witze ausgespielt werden.
Aber auch hier ist es wohl der Cast, der einfach unglaublich gut passt. Allein Wigald Boning als Rufus T. Feuerflieg ist einfach nur ein Genuss zu hören. Aber auch die anderen HörspielsprecherInnen passen unglaublich gut zu ihren Rollen und hauchen diesen viel Leben ein.
Wer sich unsicher ist, ob die Reihe etwas für einen ist, dem empfehle ich einfach mal in die erste Folge reinzuhören. Diese ist mit vier Teilen sehr kurz, aber auch sehr prägnant und gehört zu meinen Lieblingsfolgen. Wer da mit der Art von Feuerflieg oder dem Humor nicht zurecht kommt, dem gefallen auch die anderen Folgen nicht. Wer hier seinen Spaß hatte, wird auch die nächsten Folgen mögen.

Das Fazit

Rufus T. Feuerflieg ist einfach nur ein ganz besonderer Charakter, der es verdient hatte ein Spin-off zu bekommen. Mit seiner quirligen Art ist er ein Lachgarant, so dass die Folgen beim Hören einfach nur Spaß machen, wozu auch der gute Cast beiträgt. Wer auch nur im Ansatz etwas mit Hörspielen anfangen kann, sollte einmal einen Blick wagen.

Die phantastischen Fälle des Rufus T. Feuerflieg ist ein Amazon Original und kann auf Amazon Music gehört oder erworben werden.

Die Windsängerin

Ein Vorwort

Ich bin seit ein paar Monaten vermehrt auf Twitch unterwegs. Allerdings weniger – wie es das Twitch Klischee wohl vermuten lässt – im Gaming-Bereich, sondern vielmehr im künstlerischen Bereich. AutorInnen, FotografInnen, KünstlerInnen und auch HörspielregisseurInnen und HörspielsprecherInnen. Ich habe dadurch nicht nur viele neue Leute kennengelernt, sondern auch von vielen tollen Projekten erfahren. Und so kam es, dass ich mich am Samstag auf dem Twitch Kanal vom Hörspielsprecher Sven Matthias einfand. Er wollte sein neustes Projekt „Die Windsängerin“ mit uns gemeinsam hören. Und was soll ich sagen? Ich bin so geflashed von dem tollen Hörspiel, dass ich euch gleich davon erzählen muss.

Die Handlung

Ryan Kenrick ist Schriftsteller und reist 1921 nach dem Tod seiner Frau zur Inspirationssuche nach Haddington Island. mit dabei sind sein langjähriger Freund Dan Gusbird und sein Hausmädchen Olivia. Doch die Einwohner der Insel benehmen sich merkwürdig abweisend. Als dann auch noch eine seltsame Muschelverkäuferin und eine geheimnisvolle Windsängerin auftauchen, sind die drei schon mitten drin in einem rätselhaften Abenteuer.

Meine Meinung

Die Windsängerin besteht aus zwei Teilen, die beide über YouTube, Spotify oder Hörspielprojekte abrufbar sind. Der erste Teil geht ca. 70 Minuten der zweite ca. 60 Minuten. Eine Mischung aus Thriller und Mystery wurde versprochen und genau das wurde auch abgeliefert. Zunächst treffen wir auf die beiden Protagonisten, die sich auf Haddington Island treffen. Nach und nach merkt man jedoch immer mehr, dass auf der Insel etwas vorgeht. Es werden Rätsel geöffnet und im folgenden wird der Zuhörer immer wieder mit Brotkrumen in Form von Hinweisen und Andeutungen versorgt. Dabei bleiben wir stets an Ryan und Dan dran und erfahren alle neuen Hinweise mit ihnen zusammen. 
Und genau dadurch ist die Geschichte auch sehr spannend. Ich mochte vor allem die übernatürliche Komponente, die aber immer nur so leicht durchkommt. Es ist keine direkte Horrorgeschichte, hat aber auch hiervon leichte Elemente mit drin. Aber auf jeden Fall die gesamte Atmosphäre lässt einen schaudern. Für kleine Angsthasen wie mich war es sehr gut, dass das Hörspiel am hellichten Tag gehört wurde. Aber im Dunkeln wirkt es bestimmt noch viel schauriger.
Für die absolut gelungene Atmosphäre kommen mehrere Elemente zusammen. Neben der Geschichte, die immer wieder Wendungen hat, bei der man sich gerne unter der Bettdecke verkriechen möchte, liegt es wohl auch an den sehr passenden Stimmen, sowie an der Geräuschkulisse und vor allem wohl an der unglaublich passenden musikalischen Untermalung.
Zu den SprecherInnen kann ich nur sagen, dass der Cast hier wunderbar gepasst hat. Einfach jede Stimme hat dem verkörperten Charakter entsprochen und gezielt zur Atmosphäre beigetragen.
Mit dem Ende vom zweiten Teil ist die Geschichte um die Windsängerin zu einem guten Schluss gebracht wurden. Im Stream am Samstag gab es auch ein paar entfernte Szenen zu hören, die zeigten, wie die Geschichte ursprünglich ausgehen sollte. Zwar war das auch ein interessantes Ende, das schließlich gewählte gefällt mir aber deutlich besser. So ist es rund und schließt die Handlung in sich ab. Gleichzeitig macht es neugierig auf die geplanten nächsten Teile. Hier werden die beiden Protagonisten wieder auftauchen und weiteren Rätseln nachgehen. Ich freu mich auf jeden Fall schon drauf.

Das Fazit

Wer Lust auf ein spannendes Mysteryhörspiel hat, mit tollen Charakteren, tollen Stimmen und einer Geschichte, die einen komplett zu fesseln weiß, der sollte unbedingt mal in Die Windsängerin reinhören.

Frühling, Sommer, Herbst und Tod

Ein Vorwort

Ich bin ganz schön spät unter die Stephen King Leser gegangen. Dennoch versuche ich jedes Jahr mindestens ein Werk nachzuholen. Und der Winter eignet sich meiner Meinung nach dafür immer besonders gut. Dieses Mal fiel es mir schwer mich für eins zu entscheiden, also entschied ich mich diesmal für eine Kurzromansammlung. In Frühling, Sommer, Herbst und Tod findet man die Novellen „Pin up“ – besser bekannt unter dem Namen der Verfilmung „Die Verurteilten“ -, „Der Musterschüler“, „Die Leiche“ – besser bekannt unter dem Namen der Verfilmung „Stand by me“ – und „Atemübungen“.  Wie mir die einzelnen Geschichten gefallen haben, erzähle ich euch im heutigen Beitrag.

Pin up

Die Handlung: Andy Dufresne landet im Shawshank-Gefängnis, da er seine Frau ermordet haben soll. Obwohl er all die Zeit die Tat leugnet, muss er sich an den Alltag im Gefängnis gewöhnen.

Meine Meinung: Ich habe die Verurteilten bisher zwar nur einmal gesehen, aber dennoch hatte ich während der ganzen Geschichte die Stimme von Norman Freeman im Ohr. Das liegt daran, dass die Verfilmung sehr nah an der Geschichte ist und sie nur minimal ein bisschen ausbaut. Wem der Film gefallen hat, dem wird auch die Geschichte gefallen, wobei das Buch hier auch keinen Mehrwert – im Sinne von mehr/zusätzliche Informationen – bietet. Stephen King schafft es hier tatsächlich die Geschichte sehr auf den Punkt zu erzählen. Keine Szene ist unnötig, alles hat eine gute Länge, um spannend zu bleiben. Dabei ist es zugleich auch ein sehr spannender Einblick in ein Gefängnisleben. Denn King hat diesmal keine übernatürlichen Elemente eingebaut, aber dafür ist das Grauen im Gefängnisalltag selbst. Den Launen von Wärtern und Leitern ausgesetzt, aber vor allem auch den anderen Mitinsassen, da möchte man nicht tauschen.

Der Musterschüler

Die Handlung: Todd Bowden, 13 Jahre alt, ist wohl das, was man einen Musterschüler nennt. Bis er eines Tages an der Haustür von Mr. Denker klopft, einem ruhigen älteren Herr, und ihn als Kurt Dussander, einem Naziverbrecher, der sich absetzten konnte, identifiziert. Doch Todd ist gar nicht daran gelesen, Herrn Dussander auffliegen zu lassen, vielmehr möchte er die Informationen über die Konzentrationslager aus erster Hand erfahren.

Meine Meinung: Das ist wohl die Geschichte von Stephen King, mit der ich bisher am meisten Probleme hatte. Nicht nur widmet er sich hier einem sehr schwierigen Thema, auch die Umsetzung ist es, die mich stellenweise störte. Dabei beginnt die Geschichte ganz interessant, in dem King geschickt mit dem Opfer/Täter-Schema spielt. Stellenweise erwischt man sich, wie man mit einem Naziverbrecher Mitleid empfindet. Doch das dreht sich sehr schnell und das nachfolgende ist sehr heftig. Ich möchte hier nicht ins Detail gehen, aber bei einigen Sachen fragt man sich schon, ob es nötig war, so etwas aufzuschreiben. Aber auch abgesehen davon wird halt das spannende Ausgangsdilemma nicht wirklich weiter verfolgt, was sehr schade ist. Letztendlich möchte man zwar immer noch wissen, wie die Geschichte ausgeht, doch das Ende lässt einen dann auch etwas unbefriedigt zurück, was irgendwie nicht für die Geschichte spricht. Auf jeden Fall ließ mich die Geschichte voller Diskussionsbedarf zurück, weswegen es umso toller war, dass mein bester Freund daraufhin auch mal eben schnell die Novelle gelesen hat und wir dann darüber reden konnten.

Die Leiche

Die Handlung: Eine Gruppe von Jungen beschließen zu einer Leiche eines vom Zug überfahrenden Jungen zu wandern. Da sie zu Fuß unterwegs sind, brauchen sie zwei Tage. Unterwegs haben sie einige Erlebnisse. Vor allem geht es aber auch um ihr Umfeld und wie das geprägt hat.

Meine Meinung: Nach der Musterschüler bot die Leiche wieder ein bisschen Entspannung. Klar ist das Grundziel, nämlich zu einer Leiche zu wandern, nicht gerade leichte Kost, und auch die Gespräche der Jungen haben es zwischenzeitlich in sich, aber dennoch ist die Grundatmosphäre sehr entspannt. Es geht um Freundschaft, aber vor allem auch um die Einflüsse der Eltern. So plätschert die Geschichte eine ganze Weile vor sich hin. Es ist halt eine Geschichte, bei der man sich eher auf die Atmosphäre einlassen muss. Ein heißer Sommertag und eine Gruppe von Freunden, die losziehen, um ein Abenteuer zu erleben. Wobei hier ganz klar der Weg das Ziel ist. Man kann es am ehesten ein bisschen mit Es vergleichen, zumal es auch hier eine jüngere Freundesgruppe gibt und eine rivalisierende Ältere. Aber gleichzeitig hinkt der Vergleich auch  wieder, ist auch dies eine Geschichte ohne übernatürliche Komponente. Ich habe die Verfilmung bisher noch nicht gesehen, bin aber schon etwas gespannt, wie man die Handlung zu einem ganzen Film strecken kann. Vielleicht hol ich den einfach demnächst mal nach.

Atemtechnik

Die Handlung: David Atley wird von seinem Chef eingeladen, ihn in einen Herrenclub zu begleiten. Ihm kommt der Club zwar etwas seltsam vor, er wagt es aber nicht etwas zu hinterfragen. Kurz vor Weihnachten erzählt einer der Anwesenden eine Geschichte. In der geht es um eine schwangere Frau, die von ihrem Arzt Atemübungen gelehrt bekommt.

Meine Meinung: In der kürzesten Novelle des Buches steckt King gleich nochmal zwei Geschichten rein. Als Rahmenhandlung dient „Der Klub“, der von David Atley und dem Herrenclub erzählt. Unterbrochen wird dies von der erzählten Geschichte „Atemtechnik“, also einer Geschichte in einer Geschichte. Beides sind irgendwo auch ganz nette Geschichten und die Novelle lässt sich gut weglesen. Den größeren Sinn dahinter erschließt sich mir nicht, aber grundsätzlich muss so eine Geschichte für mich auch nicht immer eine Aussage haben. An sich waren beide auch spannend, man wollte bei beiden wissen, wie es weitergeht. Atemtechnik ist für mich auch abgeschlossen. Bei Der Klub habe ich noch offene Fragen. Er soll wohl in einer weiteren Kurzgeschichte (Im Morgengrauen heißt der Sammelband) erwähnt werden, ich bezweifel aber, ob man da wirklich mehr erfährt. Etwas schade, allerdings auch nicht weiter tragisch.

Das Fazit

Frühling, Sommer, Herbst und Tod ist ein Buch von Stephen King, dass wenig übernatürliches zu bieten hat. Auch die Horrorelemente sind kleiner aus gewöhnlich und eher menschlicher Natur. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich, aber überwiegend gut. Lediglich der Musterschüler hat mich ziemlich abgeschreckt. Mit insgesamt 700 Seiten ist das Buch zwar immer noch dick, aber für kingsche Verhältnisse doch noch sehr dünn. Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick, nicht nur für King Fans.

 

Rückblick auf den Januar 2021

„Neues Jahr, neues Glück“ hat 2021 bisher eher nicht funktioniert, wenn man sich so die Nachrichten ansieht. Aber darüber wollen wir auch gar nicht lange sprechen, konzentrieren wir uns lieber auf positivere Dinge. Mein medialer Monatsrückblick gehört da aber nur teilweise zu, weil die Kinos weiterhin geschlossen sind und ich auch ansonsten irgendwie zu kaum etwas gekommen bin.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich – und ihr wusstet doch alle, dass das kommt – Hamilton und zwar ganze dreimal.

Death to 2020: Einen etwas anderen Jahresrückblick präsentieren uns die Macher von „Black Mirror“. Mit Darstellern, wie Samuel L. Jackson, Lisa Kudrow oder auch Hugh Grant wird das Jahr 2020 zwar mit allen schrecklichen Facetten Revue passieren gelassen, aber immer mit einem zwinkernden Auge. Bedenken sollte man jedoch, dass es eine amerikanische Produktion ist und daher auch gerade die US-Wahl viel Platz bekommt. Aber ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Akira: 30 Jahre nach einer atomaren Explosion und dem dritten Weltkrieg wurde Tokio wieder aufgebaut. Wir begleiten eine Motorradgang voller Jugendlicher, die bei einem Zusammenstoß mit einem Jungen, der aber alt aussieht, ein Mitglied ans Militär verlieren. Sie versuchen ihn zurückzuholen, wobei ihr Anführer Shōtarō Kaneda zu einer Rebellengruppe stößt. – Ich werde wohl nie ein Animefan, aber mein Partner hat sich gewünscht, dass wir ihn zusammen ansehen. Um es kurz zu sagen: Ich habe den Film nicht verstanden.

The Philosophers: Eine Gruppe aus Philosophiestudenten soll in einem Gedankenexperiment ein Endzeitszenario durchspielen. Jeder bekommt einen Beruf und Fähigkeiten zugeteilt. Nun sollen sie entscheiden, wen sie aus der Gruppe in einen Survivalbunker stecken würden. Für 20 Studenten gibt es nur 10 Plätze, wie werden sie sich entscheiden? – Interessanter Film, der das Gedankenexperiment gut illustriert. Leider verkommt es ab einem gewissen Punkt zu ziemlich viel Beziehungsdrama. Dennoch lohnt sich auch hier mal ein Blick.

Serien – ein etwas ausführlicherer Rückblick

Austin & Ally – Staffel 2&3 (Es geht weiter mit Musiker Austin Moon und seinen Freunden, es ist wieder spaßig, manchmal etwas übertrieben, und vor allem voller Musik. Zwischendurch vielleicht etwas zu viel hin und her in Liebessachen)

Ashley Garcia – Staffel 1 (Sitcom über ein Wunderkind, das zu ihrem Onkel zieht, und dort versucht endlich auch mal Teenager zu sein. Voller Witz, cooler Charaktere und natürlich viel Situationskomik. Die Witze bauen sich eher langsam auf, was aber trotzdem gut funktioniert)

The Crown – Staffel 4 (Es ist wieder viel los im Hause Windsor, u. a. heiratet Charles Diana. Aber auch politisch wird es eisern, immerhin ist Margaret Thatcher Premierministerin. Die Serie bleibt sich treu und schafft es wieder Drama und Politik gut zu mischen und spannend zu bleiben)

Das Beste vom Rest – Staffel 1 (sehr kreative Kochshow, bei der neue Gerichte aus Resten gezaubert werden sollen )

The Mentaliste – Staffel 4 (Irgendwie fiel mir die vierte Staffel etwas schwerer zu schauen. Nach dem Staffelfinale von Staffel 3 war irgendwie die Luft raus und es hat ganz schön gedauert, bis die Serie wieder Fahrt aufgenommen hat. Weiß auch noch nicht, was ich vom neuen Staffelfinale halten soll)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 3.160
Seiten pro Tag: 102 im Durchschnitt
Taschenbuch: 5
E-Books: 2
Manga: 1

Outback: Rivers End liegt mitten im australischen Outback. Vor einem Jahr erschoss der Pfarrer hier fünf Menschen. Noch immer kennt keiner die Gründe. Der Journalist Martin Scarsden wird in die Stadt geschickt um eine Reportage über das Trauma der Stadt zu schreiben. Doch schnell merkt er, dass es mehr als eine Wahrheit gibt. Und schon bald ist er selbst mittendrin. – Es war mal wieder Zeit für einen Thriller. Grundsätzlich war er auch spannend und hatte eine überraschende Aufklärung. Aber leider braucht er viel zu lange, um in Fahrt zu kommen, Martins Aktionen drehen sich immer wieder im Kreis, kurz: Das Buch ist einfach zu dick. Da hätten einige Wiederholungen einfach gestrichen werden können.

Bad at love: Azalée reist nach dem Tod ihrer Mutter wieder in ihre Heimat, um das Haus zu verkaufen. Doch sie hatte ihrer Heimat eigentlich aus gutem Grund den Rücken gekehrt, hatte sie doch zu viele schlechte Erinnerungen hinter sich gelassen. Und kaum ist sie zurück, prasselt alles wieder auf sie ein. Da hilft ihr auch Eden, der attraktive neue Nachbar, nicht. – Ein Buch mit einem sehr heftigen Thema – nehmt hier also die Triggerwarnungen auf jeden Fall ernst!. Grundsätzlich eine tolle Geschichte, mit starken Protagonisten und tollen Nebencharakteren. Nur über das Ende lässt sich streiten.

My roommate is a cat – Band 1: Subaru Mikazuki ist Mysteryautor und lebt allein und zurückgezogen. Eines Tages findet er auf dem Grab seiner Eltern eine Katze, die er mit nach Hause nimmt. Am Anfang haben die beiden so ihre Schwierigkeiten, gewöhnen sich dann aber nach und nach aneinander. – Ich bin eigentlich auch kein Mangafan, aber das hat meinen Partner nicht davon abgehalten mir die ersten Bände dieser Reihe zu schenken. Und was soll ich sagen: Ich mag die Reihe jetzt nach dem ersten Band schon sehr gerne. Sie ist sehr süß gezeichnet und auch die Geschichte ist herzallerliebst.

Rosen & Knochen: Rosalie und Muireann sind Dämenjägerinnen. Unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ziehen sie umher und nehmen Aufträge an. Diesmal zieht es sie in den Wald zu einem Hexenhaus. Die Hexe soll getötet worden sein, doch noch immer spukt etwas in diesem Wald umher. Doch Rose und Muireann merken schnell, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. – eine tolle Märchenadaption von Schneeweißchen und Rosenrot und Hänsel & Gretel. Also Novelle kurz wegzulesen und mit spannender Handlung.

Wiederholungstäter: Rockstars küsst man nicht: Der vierte und letzte Teil der Rockstarreihe durfte jetzt auch noch gelesen werden. Die Geschichte war toll, aber das Thema habe ich wohl einfach einmal zu oft gelesen.

Origin: Der vierte Teil der Obisidian-Reihe. Katy wird von Daedelus festgehalten, doch Daemon versucht sie zu befreien. Dabei erfahren die beiden einige neue Sachen und treffen auf die Origins. – Nachdem Band 3 sich wie eine Wiederholung von Band 2 anfühlte, ist Band 4 irgendwie nur die Vorbereitung auf Band 5. Irgendwo war es ja noch spannend, aber man merkte, dass vieles Füllmaterial war, bzw. auch viel kürzer hätte geschrieben werden können.

Wie die Luft zum atmen: Liz kehrt nach dem Tod ihres Mannes und einer Auszeit bei ihrer Mutter zusammen mit ihrer Tochter zurück. Inzwischen lebt im Nachbarhaus Tristan Cole, vor dem Liz mehrfach gewarnt wird. Doch keiner weiß, dass Tristan wie kein anderer versteht, was Liz durchmacht. – Eine Geschichte über Verlust und Trauer, aber dennoch irgendwo eine schöne Geschichte. Eine Geschichte, die zu berühren weiß. Über das Ende lässt sich streiten, ob es passend ist oder nicht.

Frühling, Sommer, Herbst & Tod: Vier Novellen aus der Feder von Stephen King tummeln sich in diesem Band: Pin up, Der Musterschüler, Stand by me und Atemübungen. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich, mein Favorit ist glaub ich Pin up – den meisten wohl eher bekannt unter dem Namen der Verfilmung „Die Verurteilten“.

Was waren eure Highlights im Januar?

Stage Dive

Ein Vorwort

Wenn man mich fragt, ob ich Bücher auch mehrfach lese, würde ich die Frage immer bejahen. Aber weil es einfach so viele spannende Bücher gibt, komme ich meistens einfach nicht dazu. So hatte ich die Stage-Dive Reihe von Kylie Scott bereits 2019 gelesen und dort befand sie sich unter meinen Jahreshighlights. Und obwohl mein Stapel ungelesener Bücher eigentlich überquillt, habe ich mir doch die Zeit genommen die Reihe noch einmal zu lesen. Einfach weil ich Lust drauf hatte. Und weil ich euch noch gar nicht ausführlich erzählt habe, warum mich diese Reihe so begeistert hat, nutze ich gleich die Chance und hole das nach.  

Die übergeordnete Handlung

Die Band Stage Dive besteht aus den Brüdern Jimmy (Sänger) und David Ferris (Gitarre und Songschreiber), Malcolm Ericson (Schlagzeug) und Ben Nicholson (Bass). Sie haben den Durchbruch geschafft und zählen zu den erfolgreichsten Musikern. Konzerte, Groupies und jede Menge Fans gehören zu ihrem Alltag. Doch Jimmy ist kurz davor zu zerbrechen und David möchte einmal etwas echtes erleben. In jedem Buch wird die Geschichte eines Bandmitglieds erzählt.

Kein Rockstar für eine Nacht

Die Handlung: Nach einer durchzechten Nacht in Las Vegas wacht Eve mit Blackout in einem Hotelzimmer auf. Ihr gegenüber ein ihr fremder Mann, der aber teuflisch gut aussehend ist. Er erzählt ihr, dass sie in der Nacht zuvor spontan geheiratet haben. Eve ist entsetzt. Eine Hochzeit mit einem Fremden passt so gar nicht in ihren sorgsam gehüteten Lebensplan. Wütend stürmt der Mann davon. Doch Eve muss kurz darauf feststellen, dass sie nicht einfach irgendwen geheiratet hat, sondern David Ferris, Gitarrist bei der erfolgreichen Band Stage Dive. Beim Wiedersehen der beiden, um die Scheidungspapiere zu unterschreiben, beschließen beide dieser Ehe eine Chance zu geben. Doch eine Menge Steine liegen den beiden im Weg.

Meine Meinung: Der erste Band ist auch gleichzeitig mein liebster. Ich mochte Eve als Charakter. Sie ist durchsetzungsfähig und doch ruhig. Sie hat ihren großen Lebensplan, aber eben auch ihre Träume. Auch David mochte ich, auch wenn ich ihn bei einigen Äußerungen und Entscheidungen einfach nur schütteln wollte. Die Geschichte hat die typischen Höhen und Tiefen eines Liebesromans, hinzu kommt noch der Rockstarglamour und eine Menge Sexappeal. Der Schreibstil war wunderbar flüssig, die Geschichte hatte Witz an den richtigen Stellen und Drama an den anderen. Man erfährt hier zwar schon ein bisschen über die anderen Bandmitglieder, aber lediglich genug, um gespannt auf deren Geschichten zu sein.

Wer will schon einen Rockstar

Die Handlung: Anne Rollins wird von ihrer ehemaligen Mitbewohnerin übers Ohr gehauen. Jetzt steht sie nicht nur vor einer halb leeren Wohnung, sondern weiß auch nicht, wie sie die nächste Miete bezahlen soll. Ihre Nachbarin Lauren nimmt sie kurzerhand zum Aufmuntern mit auf eine Party. Gastgeber sind Eve und David Ferris. Anne ist ganz aufgeregt, ist Stage Dive doch schon seit langem ihre Lieblingsband. Vor allem der Schlagzeuger Malcolm Ericson hat es ihr angetan. Als sie ihm kurz darauf gegenübersteht, ist er jedoch ganz anders als gedacht. Sonst immer quilig und überdreht, ist er in sich gekehrt und verschlossen. Als er ihr kurz darauf das Angebot macht, dass sie seine Freundin spielen könne, weiß sie nicht, was sie davon halten soll. Dennoch stimmt sie zu.

Meine Meinung: Malcolm ist der Spaßvogel der Band. Während seine Art manchmal anstrengend sein kann, trägt er doch das Herz am richtigen Fleck. Hier ist vor allem die Frage, was ihn so sehr belastet, dass er zwischen grüblerisch und völlig überdreht, hin und her springt. Anne ist ein guter Gegenpart zu ihm, sehr ruhig, sehr bedacht. Die Geschichte ist an sich genau das, was man sich als Kreischeteenie immer gewünscht hat. Man trifft seinen Lieblingsstar und schwupp ist er bei einem eingezogen. Die Geschichte jongliert gekonnt mit dem Klischee und einer herzergreifenden Geschichte. Hier und da gab es vielleicht ein bisschen zu konstruiertes Drama, aber im großen und ganzen ist es eine runde Sache.

Rockstars bleiben nicht für immer

Die Handlung: Jimmy Ferris war lange Zeit das Sorgekind der Band. Dem Alkohol und den Drogen  ein bisschen zu sehr zugetan, ist er nach mehreren Zusammenbrüchen frisch aus der Entzugsklinik zurück. Seine bisherigen Entzugsbegleiter hat er alle vergrault. Da trifft er auf Lena, die soeben vom Bandmanager Adrian gefeuert wurde. Seine Bandkollegen sind sofort von ihrer Art begeistert und ermutigen Jimmy sie einzustellen. Beide sind von der Situation eher wenig begeistert, stimmen aber zu. Doch auch wenn Jimmy sich wie der größte Arsch auf Erden aufführt, entwickelt Lena Gefühle für ihn, sobald sie hinter seine Fassade blickt. Als sie das merkt, will sie sich zurückziehen, doch Jimmy lässt sie nicht. Stattdessen versucht er sie dazuzubringen ihre Gefühle für ihn zu überwinden.

Meine Meinung: Auf die Geschichte von Jimmy hatte ich mich beim ersten Lesen sehr gefreut, weil er zwar gerade im ersten Buch ein sehr großes Arschloch ist, aber auch eine sehr interessante Entwicklung durchmacht. Hieraus hätte man einiges machen können. Grundsätzlich mochte ich auch die Geschichte von ihm und Lena – ihr hört sicher schon das aber – aber es gibt halt auch ein paar Aspekte, die mir nicht gefallen haben. Zum Beispiel die Anziehung am Anfang, die Lena für Jimmy empfindet wirkt sehr konstruiert, einfach weil sie etwas empfinden musste, um die Geschichte in Schwung zu bringen. Das sind aber kleinere Aspekte, über die man gut hinwegsehen kann. Mein größeres Problem ist, dass fast die ganze erste Hälfte einfach langweilig ist. Die Handlung kommt nicht in Schwung, weil sich an einzelnen kleinen Szenen entlanggehangelt wird, viele Zeitsprünge sind nötig, um überhaupt vorwärts zu kommen und gefühlt dreht sich jede Szene im Kreis. Ab einem gewissen Punkt überwindet die Geschichte dann die Anfangshürden und dann kommt es wieder an die vorherigen zwei Bände heran. Ich habe überlegt, ob es an meiner Erwartungshaltung lag, aber da es mir beim zweiten Mal auch noch so ging, lag es wohl wirklich an der Geschichte.

Rockstars küsst man nicht

Die Handlung: Nach einer verhängnisvollen Nacht in Las Vegas, stellt Liz – Annes jüngere Schwester – entsetzt fest, dass sie schwanger ist. Der einzige, der als Vater in Frage kommt, ist Ben Nicholson, der Bassist der Band Stage Dive. Doch der hat ihr deutlich zu verstehen gegeben, dass er an keiner Beziehung interessiert ist. Zumal ihre Schwester und deren frisch gebackener Ehemann beide gewarnt hat, sie sollen ihre Finger voneinander lassen. Doch für Liz ist klar, dass sie das Baby behalten will.

Meine Meinung: Schon allein bei der Zusammenfassung habe ich ziemlich die Augen verdreht. Vielleicht habe ich in meiner Teeniezeit einfach zu viele Rockstar-Fanfictions gelesen und gefühlt in jeder dritten wurde jemand schwanger. Auf jeden Fall bin ich leicht genervt an die Sache rangegangen und das hat sich auch beim zweiten Mal nicht gebessert. Dabei ist die Geschichte eigentlich auch sehr schön, auch wenn mir zwischendurch einfach diese besonderen Momente fehlten, wie in den ersten beiden Bänden. Zudem gab es hier manchmal auf einfach nur Drama, weil Drama erwartet wurde, nicht weil es besonders passend war. Als vierten Band hatte es die Geschichte allerdings auch schwer. Die Clique war irgendwo schon da, Ben war als letztes Bandmitglied noch übrig und Liz war als Annes Schwester auch schon vorgestellt. Dafür funktioniert die Geschichte noch sehr gut und kann durchaus auch noch überraschen. Außerdem geht es hier endlich auf die lange angeteaserte Tour. So ist der vierte Band vielleicht nicht der Abschluss, der er hätte sein können, aber dennoch ein würdiges Ende einer wirklich tollen Reihe.

Das Fazit

Die Stage Dive Reihe von Kylie Scott ist nicht nur sehr schön und flüssig geschrieben, sie jongliert auch gekonnt zwischen Klischee, Erwartungen und Überraschungen. Sie hat viele tolle Charaktere und die Geschichten werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Eine Handvoll Bücher – 1/21

Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe eine Handvoll in der Buchedition. Da ich dieses Format sehr lieb gewonnen habe und es wahrscheinlich weiterhin nutzen werde, habe ich beschlossen das Format jetzt durchzuzählen, damit es einfach ein bisschen übersichtlicher wird. Wir sind also jetzt in Ausgabe 1 in 2021. Diesmal mit viel Ungesagtem, einem Bibliothekskater, Mord im Outback, zwei märchenhafte Dämonenjägerinnen und einer komplizierten Liebe

All das ungesagte zwischen uns – Colleen Hoover

Die Handlung: Morgan hat sich ihr Leben wohl anders vorgestellt, als mit 17 schwanger zu werden. Doch auch jetzt mit Anfang 30 ist Clara das beste, was ihr passieren konnte. Natürlich ist Erziehung nicht immer leicht. Bis ein Unfall ihr Leben komplett auf den Kopf stellt.

Meine Meinung: Ein neuer Colleen Hoover und natürlich habe ich ihn auch direkt nach Erscheinen gelesen – nur um jetzt festzustellen, dass ich gar nicht drüber geschrieben habe. Wenn man Mrs Hoovers Bücher von Anfang an verfolgt hat, merkt man, dass sie immer erwachsener werden. Auch wenn die Themen immer ernst waren, so sind sie es nun noch einmal auf einer ganz anderen Ebene. Da die Geschichte Mutter und Tochter verfolgt, hat man beide Blickwinkel auf die Geschiche und merkt schnell, was es mit dem Titel auf sich hat. Denn eine Menge hätte schnell geklärt werden können, wenn die beiden einfach miteinander gesprochen hätten. Dennoch sind die Beweggründe der Protagonisten, warum sie etwas nicht sagen, immer nachvollziehbar. Und auch, wenn sich die Geschichte mehr um die Folgen des Unfalls dreht, so ist doch auch wieder eine tolle Liebesgeschichte dabei. Einziger Kritikpunkt für mich ist, dass ich Clara zwischendurch sehr nervig fand. Wie sie mit ihrer Mutter umgeht, ist nicht allein mit „Teenager in Trauerphase“ erklärbar. Ansonsten wieder ein stark geschriebenes Buch, spannend, dramatisch, tolle Charaktere und immer wieder unvorhersehbare Wendungen. Es wird wohl nicht mein liebtes Buch von Colleen Hoover, aber es dürfte sich im oberen Mittelfeld einordnen.

Dewey & Ich – Vicki Myron

Die Handlung: Vicky Baron ist Bibliothekarin in Spencer, Iowa. Nach einer besonders kalten Nacht finden sie und ihre KollegInnen in der Klappe der Bücherrückgabe einen Kater. Halb erfroren, fast verhungert, klammert er sich gerade noch so ans Leben. Die Bibliothek und allen voran Vicky nehmen sich dem Kater an. Dewey kommt wieder auf die Beine und lebt fortan in der Bibliothek. Durch seine einmalige Art wird er weit über Iowa hinaus bekannt.

Meine Meinung: Ich habe Katzen und bin auch ansonsten ein Katzenfreund. Das ist auch meinen KollegInnen bekannt. Ende letzten Jahres bekam ich einen Anruf von einer Kollegin. Sie hätte da ein Buch über eine berühmte Katze gelesen und ob sie es mir mal in mein Fach legen sollte. Schulterzuckend stimmte ich zu, es könnte ja nicht schaden. Und so fand ich die Geschichte von Dewey und las mich in die Geschichte ein. Leider ist es eine Geschichte, die nur bedingt als ganzes Buch funktioniert. So sind die Abschnitte über Dewey selbst herzerwärmend, er war wirklich ein einmaliger Kater. Aber das Buch hat eben noch mehr Themen. Zum einen ist es Vicky Barons Leben, das von viel Leid geprägt ist. Die meiste Zeit war der Teil auch spannend, aber so richtig passte er eben nicht zur Leichtigkeit der Dewey-Geschichten. Weitaus unpassender fand ich jedoch die komplette Entwicklungsgeschichte der Stadt. Sie mal mit zu erwähnen, da sie ja auch Auswirkungen auf die Bibliothek hatte, ist ja vollkommen okay. Aber stellenweise artet es in eine lokale Geschichtsstunde aus, das war mir zu viel. Dadurch zieht sich das Buch aber leider auch zwischenzeitlich. Das Buch funktioniert, wenn man weiß, worauf man sich einlässt, aber eben nicht, wenn man glaubt, dass es rein um süße Katzengeschichten geht.

Outback – Chris Hammer

Die Handlung: Rivers End liegt mitten im australischen Outback. Vor einem Jahr erschoss der Pfarrer hier fünf Menschen. Noch immer kennt keiner die Gründe. Der Journalist Martin Scarsden wird in die Stadt geschickt um eine Reportage über das Trauma der Stadt zu schreiben. Doch schnell merkt er, dass es mehr als eine Wahrheit gibt. Und schon bald ist er selbst mittendrin.

Meine Meinung: Ich hab das Buch empfohlen bekommen von Caro von Inkunabel. Während sie gleich betonte, dass man das Buch am besten im Hochsommer lesen sollte, um die klirrende Hitze des Outbacks nachempfinden zu können, hab ich mich für das komplette Gegenteil entschieden. Draußen klirrende Kälte, eventuell sogar ein bisschen Schnee, dass ist für mich die beste Thrillerzeit. Dennoch denke ich, dass Caro im Endeffekt recht hatte. Outback trägt als Untertitel „Fünf tödliche Schüsse, eine unfassbare Tat, mehr als eine Wahrheit“, was das Buch ziemlich gut zusammenfasst. Grundsätzlich ist es auch eine spannende Geschichte und auf jeden Fall eine unerwartete Auflösung. Zwischendurch rennt man so vielen potentiellen Lösungen hinterher, dass es stets eine Menge Spekulationsmöglichkeiten gibt. Das Problem ist, dass für mich der Anfang einfach viel zu lange war. Irgendwo war es zwar notwendig, um alle Charaktere und Handlungsfäden aufzubauen, aber wirklich reingekommen bin ich erst auf Seite 400 von knapp 500. Atmosphärisch waren die Seiten davor absolut gut, aber es gab einfach zu viele Wiederholungen. Martin Scarsden läuft die immer gleiche Route ab, holt sich hier nen Kaffee, kauft da eine Flasche Wasser und all sowas. Ohne diese ganzen Füllungen, wäre das Buch halt schon wesentlich schlanker und angenehmer zu lesen.

Bat at love – Morgane Moncomble

Die Handlung: Azalée reist nach dem Tod ihrer Mutter wieder in ihre Heimat, um das Haus zu verkaufen. Doch sie hatte ihrer Heimat eigentlich aus gutem Grund den Rücken gekehrt, hatte sie doch zu viele schlechte Erinnerungen hinter sich gelassen. Und kaum ist sie zurück, prasselt alles wieder auf sie ein. Da hilft ihr auch Eden, der attraktive neue Nachbar, nicht.

Meine Meinung: Ein Buch, dass mit einer Triggerwarnung beginnt, die über eine ganze Seite geht, kann nur heftig werden. Und genau so ist es auch bei Bad at love. Denn die Triggerwarnung sollte man definitiv ernst nehmen. Das Buch nimmt kein Blatt vor den Mund. Man merkt schnell, wie stark die Protagonistin sein muss, wenn sie alles halbwegs gut wegsteckt. Doch genauso versteht man es, wenn sie strauchelt, wenn sie sich verschließt und warum sie schließlich fällt. Die Geschichte wird abwechselnd aus Azalées und Edens Sicht erzählt. Das ist sehr hilfreich, um auch seine Gedanken nachvollziehen zu können. Denn auch Eden hat sein Päckchen zu tragen und kämpft. Der Schreibstil ist sehr flüssig und das Buch lässt sich trotzt der harten Stellen gut lesen. Dennoch fehlt dem Buch das gewisse Etwas. Bis zum Ende bleibt eine Distanz zu den Figuren, man fühlt zwar mit ihnen, aber nicht so, wie bei vergleichbaren Büchern. Auch die Nebencharaktere sind zwar total cool, aber verkommen immer mehr zu reinen Stichwortgebern, was ich auch sehr schade fand. Am meisten gestört hat mich aber das Ende – Achtung, ab hier spoiler ich ein wenig! Es war einfach ein absolutes Bilderbuchende. Das passte nicht nur zu der zuvor erzählten Geschichte, es war auch zu einfach. Aufgemachte Konflikte wurden einfach mit wenigen Zeilen umgemodelt. Alles, was zuvor verflucht realistisch war – was nicht immer einfach war – wurde auf einmal viel zu vereinfach dargestellt. Ich habe nichts gegen Happy Ends, im Gegenteil, ich mag sie. Aber so wie es hier erzwungen wurde, passte es einfach nicht.

Rosen & Knochen – Christian Handel

Die Handlung: Rosalie und Muireann sind Dämenjägerinnen. Unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ziehen sie umher und nehmen Aufträge an. Diesmal zieht es sie in den Wald zu einem Hexenhaus. Die Hexe soll getötet worden sein, doch noch immer spukt etwas in diesem Wald umher. Doch Rose und Muireann merken schnell, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Meine Meinung: Schneeweißen und Rosenrot als Dämenjägerinnen? Ich war interessiert. Die beiden nicht als Schwestern, sondern als Liebespaar? Ich musste es lesen! Auf Christian Handel bin ich im letzten Jahr aufmerksam geworden, durch sein Buch Rowan&Ash und wusste, dass ich mehr von ihm lesen wollte. Rosen & Knochen ist nicht einfach nur eine Märchenadaption – neben Schneeweißchen und Rosenrot sind wir hier auf den Spuren von Hänsel und Gretel – sondern auch queere Fantasy! Und genau davon, gibt es einfach viel zu wenig. So verschlang ich diese Novelle – mit 157 Seiten ist das Buch sehr schlank – innerhalb kürzester Zeit. Denn sie hat einfach alles. Fantasy, tolle Charaktere – auch wenn ich mit Rose noch nicht so richtig warm geworden bin, dafür mochte ich Muireann umso mehr – Spannung, queere Liebe, Märchen und tolle Ideen. Hinzu kommt der wunderschöne Buchschnitt, hier hat sich der Drachenmond Verlag wieder was tolles ausgedacht. So ist jede Seite wunderschön und gleichzeitig spiegelt sich die düstere Grundstimmung darin wieder. Rosen & Knochen ist der Auftakt zur Hexenwaldchronik. Ich bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt, der ebenfalls  bereits erschienen ist. Und für alle, die von Märchenadaptionen nicht genug kriegen, ist auch noch eine Kurzgeschichte enthalten.