Die 94. Academy Awards – Die Nominierten

Etwas später als gewöhnlich, aber dennoch früher als im letzten Jahr, ist es wieder soweit: Die Academy Awards – besser bekannt als die Oscars – werden verliehen. Diesmal geht es um die Filme, die 2021, also im zweiten Pandemiejahr, in den amerikanischen Kinos anliefen. Einige davon habe ich gesehen, wie jedes Jahr aber auch wieder einige verpasst. Heute möchte ich euch die Kandidaten mit mehreren Nominierungen vorstellen und verlinke entweder zu meiner bestehenden Kritik, gebe meine Kurzmeinung oder verweise auf den noch ausstehenden Starttermin oder andere Gründe, warum ich nicht gesehen habe. Sollte ich nach Erscheinen des Beitrags, aber vor der Verleihung, noch einen nachholen, würde ich diesen hier nachträglich einfügen.

The Power of the Dog

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptierte Drehbuch, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller (2x), Beste Nebendarstellerin, Bester Schnitt, Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bester Ton, Bestes Szenenbild

Die Handlung: Phil (Benedict Cumberbatch) und George Burbank (Jesse Plemons) leben 1925 in Montana auf einer Farm. Während Phil eher menschenscheu ist und sein Männlichkeitsbild gerne lauthals verkündet, heiratet George die verwitwete Rose (Kirsten Dunst). Dies führt zu Spannungen mit Phil. Rose Sohn Peter (Kodi Smit-McPhee) kommt sie im Sommer besuchen und wird von Phil unter die Fittiche genommen, was seiner Mutter gar nicht gefällt.

Meine Meinung: Ich mag keine Western. Dementsprechend lange habe ich mich gegen The Power of the Dog gewährt. Durch die Oscarnominierung habe ich ihn mir jetzt doch angesehen und muss sagen: Ich habe mich einfach nur durchgequält. Die Charaktere sind sehr intensiv gezeichnet, so dass gerade der Anfang durch Protagonist Phil Burbank schwer zu ertragen war. Dies bessert sich im Laufe des Films und nach circa der Hälfte erzeugt der Film zumindest kein Unbehagen mehr. Aufgeteilt in mehrere Akte sucht man einige Zeit den roten Faden vergebens. Erst gegen Ende setzen sich einzelne Handlungen zu einer logischen zusammen. Schauspielerisch  wurden viele Darsteller*innen ebenfalls nominiert. Leider hat mich keine einzige Darstellung überzeugt, so dass ich nicht weiß, woher die vielen Nominierungen kamen. Jesse Plemonts hat keinerlei Tiefgang vom Charakter und Kirsten Dunst spielt gleichzeitig zu dick aufgetragen und doch blass bleibend. Lediglich Benedict Cumberbatch sieht man die darstellerische Leistung an, auch wenn der Charakter eher negativ im Gedächtnis bleibt.

Das Fazit: The Power of the Dog ist langatmig und zu lange ohne roten Faden erzählt, mit vielen blassen und einem hervorstechenden, aber sehr negativ in Erinnerung bleibendem Charakter. Konnte leider gar nicht überzeugen.

Dune

Nominiert für: Bester Film, Bestes adaptierte Drehbuch, Beste Filmmusik, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton, Beste visuelle Effekte, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up und Frisuren

Die Handlung: Haus Atreides wird vom Imperator dazu aufgefordert den Planeten Arrakis von Baron Harkonnen (Stellan Skarsgard) zu übernehmen und die Produktion des allseits beliebten Gewürzes Spice sicherzustellen. Der Planet ist jedoch eine einzige Wüste und spärlich besiedelt, abgesehen von den einheimischen Fremen. Paul Atreides (Timothee Chalamet), Sohn des Herzogs (Oscar Isaac), hat vor der Abreise seltsame Träume und fürchtet sich um die Zukunft. Sind es nur Träume oder ist seine Familie in Gefahr?

Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier

Das Fazit: Dune beeindruckt auf allen Ebenen. Die Handlung nimmt sich Zeit ist aber gleichzeitig an jeder Stelle spannend, Score und Besetzung ist einfach nur herausragend. Aber gerade optisch ist es wohl einer der besten Filme der letzten Jahre, wenn nicht sogar aller Zeiten.

Belfast

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Nebendarstellerin, Bester Nebendarsteller, Bester Song, Bester Ton

Die Handlung: Der neunjährige Buddy (Jude Hill) lebt Ende der 1960er Jahre mit seiner Familie in Belfast. Während er mit Freunden auf der Straße spielt, kommt es zu Ausschreitungen von Protestanten gegen die in der Straße lebenden Katholiken. Aus den Trümmern wird eine Mauer gebaut. Buddy versucht trotzdem sein Leben normal weiterzuleben.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier

Das Fazit: Belfast ist ein sehr ruhig erzähler Film über tragische Ereignisse, wunderbar duchleuchtet durch die Augen eines Kindes.

West Side Story

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin, Beste Kamera, Bester Ton, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign,

Die Handlung: Die Upper West Side ist eine einzige große Baustelle. Dennoch rivalisieren hier die Jets und die Sharks um die Vorherrschaft. Während einer Tanzveranstaltung trifft der zu den Jets gehörende Toni (Ansel Elgort) auf Maria (Rachel Zegler), die Schwester des Sharksanführers Bernardo (David Alvarez). Während sich die beiden ineinander verlieben, droht ein alles entscheidender Kampf zwischen den beiden Gruppen.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier

Das Fazit: West Side Story ist Spielbergs Variante des Klassikers. Viel Potential verschenkt, leider mit sehr schwachem Hauptdarsteller, kann der Film gerade durch Setdesign und Inszenierung punkten.

King Richard

Nominiert für: Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bester Schnitt, Bester Song

Die Handlung: Richard Williams (Will Smith) ist sich sicher: Er hat die nächsten beiden Tennisstars unter seinen Töchtern. Venus (Saniyya Sidney) und Serena (Demi Singleton) wachsen unter dem strengen Traningsplan auf und werden stetig voran getrieben. Dabei trifft ihr Vater einige unkonventionelle Entscheidungen.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier

Das Fazit: King Richard funktioniert an vielen Stellen sehr gut und scheitert an der Fokussierung auf Richard Williams statt seiner Töchter oder der Familie als Ganzes. Dennoch spannend und gut inszeniert.

Don’t look up

Nominiert für: Bester Film, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bestes Originaldrehbuch

Die Handlung: Eine Gruppe Wissenschaftler*innen erkennt einen riesigen Meteoriten, der direkt auf die Erde zusteuert und das Leben auf dieser auszulöschen droht. Doch statt Vorkehrungen zu treffen, werden sie von der Präsidentin ausgelacht und von der Öffentlichkeit denunziert. 

Meine Meinung: Das Problem mit Don’t look up ist, dass er zu nah an der Realität ist. Und dabei leider an der, die man im Kino/beim Filmabend eher ausblenden möchte. Vor ein paar Jahren hätte man den Film noch als Satire nehmen können und hätte herzlich darüber gelacht. Doch inzwischen blieb einem eher das Lachen im Hals stecken, weil es zeitgleich genauso passierte. Die Wissenschaftler*innen, die warnen, und sich dafür rechtfertigen müssen. Der Präsident, der das Volk bewusst mit Fake News füttert. Dadurch hinterlässt der Film eher eine Schweregefühl, anstatt einen nebenbei noch zu unterhalten, wie andere Adam McKay Filme. Dabei funktioniert der Aufbau und das Schauspiel sehr gut, auch wenn einiges sehr überzeichnet gespielt wird.

Das Fazit: Don’t look up ist in sich rund erzählt, schießt aber über das Ziel die Realität satirisch darzustellen über das Ziel hinaus, und ist in der aktuellen schweren Zeit einfach zu beklemmend realistisch.

Drive my car

Nominiert für: Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Internationaler Film

Die Handlung: Zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau will Regisseur Yusuke Kafuku (Hidetoshi Nishijima) wieder für ein Filmfestival arbeiten. Dabei wird ihm die junge Fahrerin Misaki Watari (Toko Miura) zugeteilt, zu der er nach einer Eingewöhnungsphase eine tiefe Verbindung aufbaut.

Drive my Car habe ich im Vorfeld nicht geschafft zu sehen.

Nightmare Alley

Nominiert für: Bester Film, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Stan Carlisle (Bradley Cooper) heuert bei einem Wanderjahrmarkt an und lernt dort auch den Illusionisten Pete (David Strathairn) kennen, von dem er einiges lernt. Übermütig brennt er mit der jungen Molly (Rooney Mara) durch und sie bauen eine eigene Show auf. Als sich zwei Jahre später eine Chance auf einen großen Durchbruch bietet, wirft Stan alle Vorsicht und Regeln über Bord.

Meine Meinung: Nightmare Alley schafft es innerhalb weniger Szenen eine wahnsinnig tiefgehende Atmosphäre zu erzeugen. Protagonist Sam hat zu dem Zeitpunkt noch kein einziges Wort gesagt und doch ist man bereits mitten im Film dabei. Gerade zu Anfang scheint sich eine typische Jahrmarktgeschichte aufzubauen, die nach dem ersten Dritten jedoch aufgebrochen wird. Im Folgenden ist die Handlung deutlich vorhersehbar, vor allem auch weil Cate Blanchett zwar für ihre Rolle perfekt gecastet ist, durch den Cast die Absichten aber sehr durchschaubar werden. Während der Film gerade in Atmosphäre, Setting und Schauspiel sehr stark bleibt, nimmt zu zunehmend in der Handlung ab. Die Überraschungsmomente bleiben aus, es wird sich sturr an Klischees abgearbeitet. Schade, denn gerade nach dem ersten Drittel hatte ich mir mehr erhofft. Wie schon in Pans Labyrinth schafft es Guillermo del Toro den Film irgendwo Richtung Horror und Psychothriller tänzeln zu lassen, ohne zu abschreckend für die durchschnittlichen Zuschauenden zu sein.

Das Fazit: Nightmare Alley brilliert im Schauspiel, Setting und Atmosphäre und hat ein gutes erstes Drittel, verliert sich darauf aber im Vorhersehbarem, wodurch er einiges an Qualität einbüßt.

Being the Ricardos

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller

Die Handlung: Das Ehepaar Lucille Ball (Nicole Kidman) und Desi Arnaz (Javier Bardem) sind in Los Angeles im Jahr 1952 mitten in den Dreharbeiten zu I love Lucy. Doch der Verdacht, dass Lucille eine Kommunistin sei, und Desis Beziehung zu einer anderen Frau belasten die beiden, ihre Ehe und damit den Dreh.

Being the Ricardos habe ich im Vorfeld nicht geschafft zu sehen.

Coda

Nominiert für: Bester Film, Bestes adaptierte Drehbuch, Bester Nebendarsteller

Die Handlung: Ruby Rossi (Emilia Jones) ist die einzige Hörende in einer gehörlosen Familie. Ihre größte Leidenschaft ist die Musik und das Singen, was ihre Familie nicht nachvollziehen kann. Während ihr Musiklehrer (Eugenio Derbez) ihr Talent fördern will, braucht ihre Familie sie als Dolmetscherin an Bord ihres Fischkutters.

Coda habe ich im Vorfeld nicht geschafft zu sehen.

Encanto

Nominiert für: Beste Filmmusik, Bester Filmsong, BesterAnimationsfilm

Die Handlung: Familie Madrigal hat nachdem Abuela viele Verluste hinnehmen musste, ein Encanto bekommen. Dadurch leben sie in einem geschützten Dorf und bekommen alle zu einer gewissen Zeit magische Kräfte. Nur Mirabel ist ohne geblieben. Das macht ihr zu schaffen. Als die Magie schwindet, setzt sie daher alles daran sich zu beweisen, und das Wunder zu retten.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier

Das Fazit: Encanto ist ein zugleich herzerwärmender, wie auch herzzerreisender Film über den Platz in der Familie finden. Typische Disneymuster sorgen dafür, dass er an vielen Stellen vorhersehbar ist, wodurch die Qualität dennoch nicht geschmälert wird. 

Frau im Dunkeln

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Bestes adaptierte Drehbuch

Die Handlung: Leda (Olivia Coleman) ist für eine Auszeit ans Meer gereist. Dort wird sie jedoch von einer Mutter (Dakota Johnson) und deren Tochter in ihrer Ruhe gestört. Dabei kommen verdrängte Erinnerungen an die Zeit mit ihrer Tochter zurück, die sie aus der Bahn werfen

Frau im Dunkeln habe ich im Vorfeld nicht geschafft zu sehen.

Keine Zeit zu sterben

Nominiert für: Beste visuelle Effekte, Bester Ton, Bester Filmsong

Die Handlung: Fünf Jahre nach Spectre wird die Biowaffe „Herakles“ aus einem Labor in London gestohlen. Da der MI6 und M ihre Finger mit im Spiel haben, wird eine Agentin (Lashana Lynch) auf den flüchtigen Forscher Obruchev (David Dencik) angesetzt. Gleichzeitig bittet Felix Leiter (Jeffrey Wright) von der CIA James Bond (Daniel Craig) ebenfalls um Hilfe bezüglich Herakles. Obwohl eigentlich im Ruhestand, muss Bond von Kuba zurück nach London und sich einigen Personen aus der Vergangenheit stellen.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier

Das Fazit: No time to die vereint die gelungenen Elemente aus den bisherigen Craig-Bonds zu einem fulminanten Finale. Kleinere Stolpersteine in der Handlung und eine große Emotionalität dürften die Fans spalten, aber gerade das lockerere Drehbuch belohnt in vielen Kleinigkeiten. 

Licorice Pizza

Nominiert für: Bester Film Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch

Die Handlung: Gary Valentine (Cooper Hoffman) trifft auf die zehn Jahre ältere Alana Kane (Alana Haim) und ist sich sicher, dass er sie einmal heiraten wird. Davor liegen einige teilweise auch geschäftliche Erfahrungen, die die beiden zusammen durchleben. Epsiodenartig erzählt der Film aus ihrer Freundschaft.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier

Das Fazit: Licorice Pizza ist ein Film, der einen entweder durch die Schlichtheit der einzelnen Episoden überzeugt, oder einen eher abschreckt. So leider bei mir, da mir nie klar wurde, was der Regisseur mir damit sagen wollte. Wirre Handlung, nicht überzeugendes Schauspiel und wenig Atmosphäre.

Cruella

Nominiert für: Bestes Make-up und Frisuren, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Estella (Emma Stone) landet nach dem Tod ihrer Mutter in London, wo sie auf die beiden Gauner Jasper (Joel Fry) und Horace (Paul Walter Hauser) trifft. Nach vielen Jahren des lockeren Lebens findet sie eine Anstellung in einem Warenhaus und schafft es durch ihre Designkünste bei der Baroness Von Hellman (Emma Thompson) angestellt zu werden. Doch dort erfährt sie Sachen über ihre Vergangenheit, den ihre dunkle Seite Cruella heraufbeschwört.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier

Das Fazit: Cruella ist der Realfilm, den wir nach Maleficent verdienen haben. Cool, dramatisch, spaßig mit einer guten Dosis Wahnsinn haut er einen einfach nur vom Hocker. Cast, Handlung und Soundtrack bilden eine einmalige Symbiose. 

Tick, Tick … Boom!

Nominiert für: Bester Hauptdarsteller, Bester Schnitt

Die Handlung: Jonathan Larson (Andrew Garfield) steht kurz vor seinem 30. Geburtstag. Während er seinen Unterhalt in einem Diner verdient, versucht er mit seinem Musical den großen Durchbruch zu schaffen. Dafür gibt es Einblicke in seinen Alltag, aber auch in die Konflikte, die durch den Termindruck auf ihm lastet.

Meine Meinung: Lin-Manuel Miranda als Regisseur für ein Musical? Da konnte ich nicht widerstehen, konnte mich In the Heights doch begeistern, während ich Hamilton als Meisterwerk ansehe. So richtig ist der Funke bei Tick, Tick … Boom! jedoch nicht übergesprungen. Das liegt wohl vor allem an dem sehr zähen Einstieg, bei dem man nicht so richtig versteht, worauf der Film hinausläuft. Nach und nach kristallisiert sich jedoch die Handlung heraus und vor allem die Lieder ziehen einen gut in den Bann. Und auch, wenn ich bis zum Ende mit dem Protagonisten nicht richtig warm geworden bin, schafft es der Film einen in eine emotionale Achterbahn zu ziehen und erst wieder loszulassen, wenn man alle Tränen verweint hat. Am herausragendsten bleiben allerdings die Lieder, die denen des ursprünglichen Musicals des Protagonisten Jonathan Larson entsprechen. Sie sind mitreißend, emotional und gehen leicht ins Ohr.

Das Fazit: Tick, Tick … Boom! ist ein Musical mit tollen Liedern, aber etwas schwerfälliger Handlung, die zwischen Geschichte und einer Aufführung, die die Geschichte erzählt hin und her springt, was nur teilweise funktioniert, dafür aber emotional umso mitreißender ist.

The Batman

Ein Vorwort

Einer der meistverfilmten Superhelden dürfte wohl Batman sein. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder verschiedene Einschläge und Genremischungen. Während Christopher Nolans Dark Knight Reihe bis heute als die ikonischste Verfilmung angesehen wird, ist sie wohl auch die mit der guten düsteren Grundstimmung und gleichzeitig einem hohen Actionanteil. Nun stand wieder eine Neuverfilmung an. Nach dem ersten Aufschrei beim Casting von Robert Pattinson als dunklen Rächer, vor allem aus der Reihe derjenigen, die ihn noch immer mit seiner Rolle in Twilight verbinden, gab es immer wieder Gerüchte über die neue Richtung, die der Film einschlagen sollte. Wie er letztendlich funktioniert und ob der neue Stil etwas taugt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Bruce Wayne (Robert Pattinson) zieht seit zwei Jahren als Batman durch Gotham und verbreitet Angst bei den Kriminellen. Die Polizei bittet ihn regelmäßig um Hilfe. Als der Bürgermeister (Rupert Penry-Jones) ermordet wird, schaltet Lietenant Gordon (Jeffrey Wright) Batman ein, der einer Spur voller Rätsel folgt, die auch in seine Vergangenheit führt.

Meine Meinung

Wenn der Name Batman fällt, tauchen meist gleich Bilder im Kopf auf von Kämpfen in dunklen Gassen, turbulenten Autofahrten und vor allem ikonischen Sätzen („Ich bin Batman“). Dabei findet sich Batman regelmäßig klassisch im Action- und Superheldenbereich. Nach Ben Afflecks Interpretation in den Flops Dawn of Justice und Justice League, waren viele wohl fertig mit DC und ihrem DCEU. Was keiner wollte, war noch ein Batman-Film. Was wir bekamen ist jedoch ein Batman-Film, der anders ist, der sich mehr auf die Comics besinnt und sich weniger an immer größer werdender Action orientiert, als vielmehr an Charakteren und an einer spannenden Kriminalgeschichte.
So fällt der Einstieg in The Batman durchaus schwer, da zwar dankenswerterweise auf eine Entstehungsgeschichte verzichtet wurde und lieber immer mal wieder ein paar Informationen eingestreut wurde, für die wenigen Zuschauenden, die Batmans Origingeschichte noch nicht kennen, sich gleichzeitig aber am Anfang eher auf eine düstere Grundstimmung konzentriert wurde, statt gleich in die Handlung einzusteigen. Sobald man sich jedoch an die Dynamik des Films gewöhnt hat, kommt die Handlung langsam ins Rollen. Der erste Mord passiert und wir erleben gleichzeitig die Ermittlungen rund um Comissioner Gordon und die parallelen Ermittlungen seitens Batman. Von hier aus entspinnt sich nach und nach der Kriminalfall immer mit bekannten Charakteren aus dem Batmanuniversum. So treffen wir auf den Pinguin, Catwoman und auch auf den Riddler. Dabei sind diese Charaktere auch eher unauffällig in die Gesamthandlung eingewebt und es wird nicht immer wieder groß mit ihren Namen herumjongliert. Selbst Batman wirkt hier eher kleiner.
So ist der Film wesentlich handlungsorientierter als Charakterbezogen. Natürlich darf zumindest eine action- und bildgewaltige Verfolgungsjagd nicht fehlen, aber ansonsten geht es eher darum Brotkrumen zu sammeln und das Puzzle zusammenzusetzen. Genau das ist auch der Grund warum der Film selbst nach den vielen Batmanvarianten, die es bereits gab, immer noch gut funktioniert. Er bringt eine ganz neue Dynamik hervor und birgt sowohl Potential für die Superhelden- als auch für die Krimifans. Die 177 Minuten Lauflänge fliegen nur so dahin, da es immer wieder eine neue Wendung gibt oder ein neues Rätsel auftaucht. Lediglich der Anfang ist wie oben erwähnt ein bisschen zäher.
Dennoch ist der Film nicht ganz rund. Zum einen gibt es gerade im großen Finale das ein oder andere Logikloch bzw. sind einzelne Handlungen da nicht mehr so richtig nachvollziehbar. Hier wurde lieber noch einmal auf den großen Wumms gesetzt, als darauf, dass die gut durchdachte Handlung bis zum Ende durchgesetzt wird. Dies ist aber in der Gänze des Films durchaus verzeihbar. Zum anderen wirkt die Rolle der Catwoman etwas lieblos eingebunden. Zwar taucht sie immer wieder auf, meist aber nur als kurze Stichwortgeberin, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden, bis sie wieder gebraucht wird. Hier ist es fraglich, ob es dafür einen bekannten Charakter, wie Catwoman wirklich gebraucht hätte, da man sich für sie mehr Spielraum gewünscht hätte. Gleichzeitig spielt Zoe Kravitz die Catwoman sehr minimalistisch, so dass auch der Zugang zum Charakter komplett fehlt. Abgesehen davon funktioniert der Film als Ganzes sehr gut.
Auch Robert Pattinson beweist hier einmal mehr, dass er sich von seinem Vampirdasein schon lange verabschiedet hat, auch wenn er nur selten ohne Maske zu sehen war. An das graue und verregnete Gotham muss man sich auch erst gewöhnen, funktioniert aber für die Atmosphäre wunderbar. So sind die Bilder trotz der vielen Nachtszenen gut erkennbar, auch wenn vieles über die Schatten erzählt wird.
The Batman ist anders als die Vorgängerfilme, setzt sich aber auch weit genug von der Dark Knight Reihe ab, um nicht im Schatten dieser Verfilmungen zu stehen. Hier dürfen wir durchaus gespannt sein, was eine Fortsetzung bringen könnte.

Das Fazit

The Batman trifft vom Genre her bestimmt nicht den Geschmack von jedem Batman-Fan, aber wenn man sich damit anfreunden kann, funktioniert der Film größtenteils gut. Vor allem die Atmosphäre lässt einen über die kleinen Mankos hinwegblicken. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

The Batman läuft seit dem 03.03.2022 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Bücher – 2/22

Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: Liebe für einen Stripper, einer Welt im Schatten, Mord in Mecklenburg-Vorpommern, der lange Weg zum trojanischen Krieg und einer Weltausstellung in der Zukunft.

Strip this heart

Die Handlung: Brooke lernt auf dem Junggesellinnenabschied ihrer besten Freundin den Stripper Nate kennen. Doch trotz dieser Umstände kommen sich beide näher. Doch beide kämpfen mit zerbrochenen Träumen. Können sie die Scherben aufsammeln und nach vorne sehen?

Meine Meinung: Als Justine Pusts Debüt herauskam, war ich durchaus neugierig. Doch so richtig konnte ich mich für die Geschichte rund um den Stripper Nate nicht erwärmen. Hatte ich doch Angst, dass zu viel Gewicht darauf gelegt wird und alle Klischees durchgekaut werden. Doch genau das schafft die Autorin geschickt zu umgehen, so dass natürlich mit den Vorurteilen gespielt wird, diese aber nicht die Grundlage für das Drama bilden. Stattdessen geht es vielmehr um die zerbrochenen Träume der beiden und wie sie damit umgehen. Zwischenzeitlich fand ich die Gewichtung der Themen etwas merkwürdig, da gerade gegen Ende es viel mehr um die Hochzeit ihrer besten Freundin geht, als darum, dass die beiden an sich und ihrer Beziehung arbeiten. Es wirkte für mich wie ein Abschweifen von der Geschichte, was aber dennoch funktioniert hat. Der Schreibstil war flüssig und der Dramaanteil auf einem guten Niveau. Die Botschaft des Buches ist sehr herzerwärmend, zumal sie klar in die New Adult Kerbe schlägt, aber doch wesentlich geerdeter als bei anderen Vertretern des Genres wirkt.

Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann

Die Handlung: Quinn wird bei der Flucht vor einem magischen Wesen schwer verletzt. Während er sich davon erholt, nähert er sich Matilda an, die ihn als einzige zu verstehen scheint. Dabei gehört sie zu den verhassten Nachbarn. 

Meine Meinung: Kerstin Gier hat eine große Fangemeinschaft, so dass sich ihre Bücher gefühlt immer von alleine verkaufen. Bisher hatte ich von ihr nur die Silberreihe gelesen und fand diese durchaus okay, aber auch nicht unbedingt herausragend. Dennoch war ich beim Auftakt der Vergissmeinnicht Reihe wieder neugierig. Und mir hat das Buch durchaus gut gefallen. Auch hier ist der Fokus auch wieder auf jüngeren Lesenden, so dass auch die Protagonist*innen wieder jünger sind. Doch mit Quinn und Mathilda bin ich nach einer kurzen Aufwärmphase gut warm geworden. Auch hat es mich gefreut, dass mit Quinn mal ein Protagonist im Rollstuhl im Fokus ist. Für mich als Außenstehende hat dies im Lesefluss auch gut funktioniert, allerdings habe ich inzwischen mehrere Berichte von Rollstuhlfahrer*innen gelesen, die die Darstellung sehr problematisch sehen. Und die Argumente sind durchaus nachvollziehbar und so haftet der spannenden Unterhaltung ein schlechter Nachgeschmack an. Schade, dass hier das Sensitivity Reading anscheinend übersprungen wurde, denn die Geschichte ist spannend, bietet eine tolle Welt und eigentlich auch sympathische Charaktere, vor allem Mathilda mochte ich sehr.

Erntedank in Vertikow

Die Handlung: Peer sitzt seit neustem im Rollstuhl und kommt damit nicht wirklich zurecht. Als in Vertikow, einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommer, ein Unfall geschieht, ist sich Peer sicher: Es war Mord. Da ihm niemand glauben will, fängt er selbstständig an zu ermitteln.

Meine Meinung: Eigentlich lese ich kaum noch Krimis, weil mich die vielen Klischees nur noch nerven. Lediglich bei Cozy Crime werde ich noch schwach. Und so schlich ich schon länger um die Vertikow Reihe herum. Nachdem Band 1 auf der Buch Berlin vergriffen war, habe ich es als Schicksal abgestempelt, bis ich es zum Geburtstag bekam. Nun stand meinem Eintauchen in das kleine Dorf in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr im Weg. Und das war ein Glücksfall, denn auch wenn mir Peer als Protagonist an einigen Stellen nicht unbedingt sympathisch war, so war es mir das Dorf und die verschiedenen Charaktere umso mehr. Auch mochte ich, dass Peer als Ermittler im Rollstuhl sitzt und so auf viele Probleme und Schwierigkeiten aufmerksam macht – übrigens ohne in problematische Formulierungen zu verfallen. Der Fall selbst war da eher nebensächlich, auch wenn die Aufklärung natürlich im Vordergrund stand. Aber eigentlich hat man eher das Dorf kennen und lieben gelernt. Ich freu mich schon auf ein Wiedersehen in Vertikow, wenn ich es irgendwann mal schaffe den zweiten Band zu lesen.

Die Götter müssen sterben

Die Handlung: Im Schatten des Trojanischen Krieges prophezeit die Göttin Artemis den Fall Trojas und dem Tod der Götter. Dafür reist sie zu den Amazonen und segnet dort aber ausgerechnet Areto, die keine Kriegerin ist. Dennoch machen sich die Amazonen auf die lange Reise, um Troja im Krieg zu unterstützen.

Meine Meinung: Historische Fantasy ist nicht mein Genre. Gleichzeitig wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, denn die Verarbeitung einer Vielzahl von Themen in diesem Kontext hatte mich sehr interessiert. Tatsächlich beschreibt das mein Dilemma mit diesem Buch sehr gut. Denn dadurch, dass mich die Geschichte sehr wenig interessiert hat und der für das Genre sehr gute Schreibstil für mich absolut nichts war, habe ich mich eher durch das Buch gequält und konnte nur eine sehr begrenzte Zahl an Seiten pro Tag lesen. Gleichzeitig habe ich aber immer wieder Sachen gefunden, die ich sehr gut umgesetzt fand, weswegen ich das Buch auch einfach immer weiter lesen wollte. So lebt das Buch von einer faszinierenden Vielfalt, die zeigt, wie einfach es ist diese wie nebensächlich einzubauen. So gibt es Charaktere verschiedener Ethnien und Hautfarben, LGBTQIAP+ Themen sind vorhanden und selbst psychische Erkrankungen wie Depressionen haben Platz gefunden, ohne das dominierende Thema zu sein. Das alles zeigt, wie gut dieses Buch von der Themenkonzipierung einfach ist. Dennoch hatte ich auch Probleme mit der Handlung, in dem Sinne, dass sie sich gefühlt für alles sehr viel Zeit genommen hat, nur um den Krieg selbst sehr kurz abzuarbeiten. Hier fehlte mir der ausbalancierte Spannungsbogen.

Yelena Gans und die Weltausstellung

Die Handlung: Im Jahr 2115 ist die pensionierte Privatdetektivin Yelena Gans mit ihrem Enkel auf der Weltausstellung unterwegs. Dieser freut sich darauf seinen Lieblingsstreamer Katerstrophisch zu sehen. Doch dieser schwebt in Gefahr und Yelena versucht dies zu verhindern. Doch eine mysteriöse Maschine durchkreuzt mehr als nur einen Plan.

Meine Meinung: So sehr ich auch lange Romane mag, so sehr freue ich mich über die ein oder andere Novelle für zwischendurch. Hier ist mir wichtig, dass die Geschichten selbst in der Kürze ausgefaltet ist und die Charaktere genug Platz bekommen. Aber mir ist es manchmal lieber eine Novelle zu lesen, als dass ein Buch künstlich gestreckt wird. Bei Yelena Gans und die Weltausstellung bin ich mir nicht ganz sicher, in welche Richtung ich tendieren würde. Grundsätzlich glaube ich, dass die Geschichte durchaus noch Potential hatte, um auch im größeren Stil erzählt zu werden. Vor allem die Weltaustellung kommt mir ein bisschen zu kurz. Gleichzeitig hätte eine Streckung doch wenig an der grundsätzlichen Handlung geändert – auch wenn mir gerade die Auflösung ein bisschen zu schnell kam. Dennoch ist dies alles ein Jammern auf hohem „Was wäre, wenn“-Niveau. Denn die Geschichte ist rund und erzählt sich ganz ungehetzt. Vielleicht hätten hier nur so 20-30 Seiten mehr geholfen den Mittelteil ein bisschen auszubauen und so auch die Verwirrung des durch die Maschine ausgelösten Effekts ein bisschen zu schmälern. Wer Lust auf ein bisschen kurzweilige Sci-Fi mit Krimianteil hat, sollte hier aber auf jeden Fall einen Blick drauf werfen.

Habt ihr eins davon gelesen? Wie fandet ihr es?

 

Licorice Pizza

Ein Vorwort

Regisseur Paul Thomas Anderson hat seit 2017 (Der seidene Faden) wohl eine Schaffenspause eingelegt. Nun meldet er sich mit Licorice Pizza zurück und konnte gleich drei Oscarnominierungen einheimsen, unter anderem als bester Film. Ob der Film Chancen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Gary Valentine (Cooper Hoffman) trifft auf die zehn Jahre ältere Alana Kane (Alana Haim) und ist sich sicher, dass er sie einmal heiraten wird. Davor liegen einige teilweise auch geschäftliche Erfahrungen, die die beiden zusammen durchleben. Epsiodenartig erzählt der Film aus ihrer Freundschaft.

Meine Meinung

Schon mit Der seidene Faden bin ich nicht richtig warm geworden. Der Stil von Regisseur Paul Thomas Anderson war einfach nichts meins und mir fehlte einfach eine Handlung, die über die Laufzeit überzeugen konnte. Mit einem ähnlichen Problem schlägt sich jetzt auch Licorice Pizza rum.
Denn die Handlung des Films ist selbst am Ende nicht wirklich benennbar. Man kann es jetzt herausreden durch den episodenartigen Aufbau des Films, aber selbst die einzelnen Episoden wirken eher wirr erzählt und kommen einfach nicht auf den Punkt. Auch ist der Übergang sehr willkürlich gewählt und einen wirklichen zeitlichen Kontext gibt es auch nicht. Letztlich saß ich gefühlt nur mit einer Frage im Kopf im ganzen Film: Was will uns der Regisseur damit sagen?
Und selbst, wenn man sich damit abfindet, dass es irgendwo nur kleine Ausschnitte aus dem Leben der beiden Protagonist*innen sind, die irgendwie immer wieder umeinander schleichen und sich dann wieder entfernen, wirken die Episoden irgendwie befremdlich. Vor allem aber, wenn man sich vor Augen führt, dass Gary Valentine zu Beginn des Films 15 Jahre ist und in die Schule geht, aber gleichzeitig Schauspieler ist, in der Firma seiner Mutter arbeitet und ein neues Projekt nach dem nächsten beginnt, was die meisten Erwachsenen überfordern würde. Mir fehlte dadurch immer mehr der Bezug und ich bin immer weiter vom Film weggedriftet. Dadurch, dass nie genau gesagt wird ob und wenn ja, wie viel Zeit immer vergangen ist, bleibt auch die Endauflösung des Films fraglich, durch den großen Altersunterschied der beiden Protagonist*innen. 
Auch schauspielerisch konnte der Film wenig überzeugen. Es wirkt zwar wie zwei Charaktere aus dem Leben mit der größtenteils unbeholfenen Art, es wurde nichts weichgespült oder durch große Dialoge überzeichnet. Aber dadurch fehlt auch der Filmcharakter. Stellenweise wirkt es so, als wäre die Kamera irgendwie aufgestellt worden und hätte zufällig ein paar Gespräche eingefangen. Dazu stehen im großen Kontrast dann wieder die Szenen, die so überdreht und großspurig geschrieben sind, dass der Unterschied so extrem ist, dass beides völlig fehl am Platz wirkt.
Letztlich ist Licorice Pizza ein Film, der irgendwo vor sich hin plätschert und zwischenzeitlich ein bisschen unterhält. Wer sich vom Trailer angesprochen fühlt, bekommt hier genau das geboten und ist dann wahrscheinlich im richtigen Film. Ich konnte leider mit ihm überhaupt nichts anfangen und war eher gelangweilt oder abgestoßen. Im Gegensatz zu anderen Filmen schaffte er es auch überhaupt nicht mich von der Atmosphäre her einzunehmen, so dass die anderen Schwierigkeiten mit dem Film leider präsent bleiben.

Das Fazit

Licorice Pizza ist ein Film, der einen entweder durch die Schlichtheit der einzelnen Episoden überzeugt, oder einen eher abschreckt. So leider bei mir, da mir nie klar wurde, was der Regisseur mir damit sagen wollte. Wirre Handlung, nicht überzeugendes Schauspiel und wenig Atmosphäre. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Licorice Pizza läuft seit dem 27.01.2022 in den deutschen Kinos

Belfast

Ein Vorwort

Nachdem Kenneth Branagh im Februar endlich mit Tod auf dem Nil im Kino war, lief auch noch ein zweiter Film von ihm an. Diesmal geht es mit autobiografischen Einschlägen ins Belfast seiner Kindheit. Warum der Film gleichzeitig leicht und doch schwer ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Der neunjährige Buddy (Jude Hill) lebt Ende der 1960er Jahre mit seiner Familie in Belfast. Während er mit Freunden auf der Straße spielt, kommt es zu Ausschreitungen von Protestanten gegen die in der Straße lebenden Katholiken. Aus den Trümmern wird eine Mauer gebaut. Buddy versucht trotzdem sein Leben normal weiterzuleben.

Meine Meinung

Dass es zwischen dem katholisch geprägten Süden und dem evangelisch geprägten Norden Irlands immer mal wieder Spannungen gab und diese auch in blutigen Auseinandersetzungen endeten, ist einem irgendwie am Rande noch bewusst. Inwiefern dies den Alltag der dort lebenden Menschen beeinflusste eher wenig. Kenneth Branagh nimmt uns mit nach Belfast in Nordirland. Eine ganz normale Straße voller spielender Kinder. Beide Religionen sind vertreten, leben zumindest in dieser Straße in Frieden miteinander. Dann kommt es zu gewaltsamen Ausschreitungen, bei der die Häuser der Katholiken angegriffen werden. Auf einmal wird aus den Trümmern eine Barrikade gebaut, bewacht von den Anwohnern, ein trügerischer Frieden.
Dies ist die Ausgangssituation des Films, die wir in den ersten Minuten erleben. Ein beklemmendes Gefühl entwickelt sich. Mittendrin treffen wir auf Buddy, der nicht versteht, was vor sich geht. Mit der typischen Unschuld eines Kindes fragt er seine Mutter, was passiert ist und warum die anderen Familien angegriffen wurden. Mühsam versucht die Mutter Worte zu finden, ist aber gleichzeitig noch geschockt. Der Vater arbeitet in England, weil er in Nordirland nicht genügend verdient.
Der Film verfolgt im weiteren den Alltag der Familie mit ihren ganz eigenen Problemen und die gleichzeitg beklemmende Atmosphäre durch die Trümmerbarrikade. Die verschiedenen Parteien, die alle versuchen Einfluss auf Buddy zu nehmen. So ist Belfast über viele Strecken gar nicht großartig aufregend, zieht einen dennoch in den Bann, durch die mitfühlende Familiengeschichte. Erst gegen Ende wird es noch einmal tragischer, wobei der Film es auch hier schafft einen zwischendurch ein kleines Lachen zu entlocken und damit die Situation aufzulockern, da man ansonsten lieber die Augen vor den Geschehnissen verschließen will.
Der Film funktioniert vor allem durch die leichte und doch ernste Spielweise der Akteur*innen. Mit Jude Hill wurde ein sehr guter Jungdarsteller gefunden, der die innere Zerissenheit Buddys wunderbar rüberbringt. Caitriona Balfe als seine Mutter kann ebenso überzeugen, wie Jamie Dornan als Buddys Vater, der sich hier von seinem Shades of Grey Image wegspielt.
Mit 99 Minuten Lauflänge hat Belfast genau die richtige Länge, um Handlung und Charaktere Zeit zum entwickeln zu geben und sich gleichzeitig an keiner Stelle zu ziehen. Die Endaussage ist gleichzeitig niederschmetternd und hoffnungsvoll und das fasst den Film sehr gut zusammen.

Das Fazit

Belfast ist ein sehr ruhig erzähler Film über tragische Ereignisse, wunderbar duchleuchtet durch die Augen eines Kindes. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Belfast läuft seit dem 24.02.2022 in den deutschen Kinos

His Dark Materials

Ein Vorwort

Sowohl Buch als auch die Verfilmung von Der Goldene Kompass sind irgendwie an mir vorbei gegangen. Nachdem viele Buchfans über die Verfilmung aber auch sehr enttäuscht waren, habe ich da wohl wenig verpasst. Dennoch stolperte ich vor ein paar Wochen über die Serienverfilmung His Dark Materials. Nachdem ich der Pilotfolge eine Chance gegeben hatte, zog mich die Serie unweigerlich in ihren Bann und entließ mich erst am Ende der zweiten Staffel wieder mit einem dringenden Bedürfnis den Produzierenden zu schreiben, dass ich die dritte Staffel zeitnah brauche. Warum das so war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Staffel 1

Die Handlung

Lyra Belaqua wächst zusammen mit ihrem Dæmon Pan im Jordan College in Oxford auf. Durch ihren Onkel Lord Asrael erfährt sie von Staub und seinen Forschungen dazu. Da er sie jedoch nicht mitnehmen will, nimmt sie kurzentschlossen das Angebot von Mrs. Coulter an, dieser zu assistieren. Dabei erfährt sie jedoch, dass diese für das Magisterium arbeitet und Kinder entführt werden. Zusammen mit einem mystischen Gegenstand entflieht sie und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise.

Meine Meinung

Filme oder Serien mit jungen Protagonist*innen sind immer ein Glücksspiel, da sie sehr schnell nervig wirken können. Und Lyra mit ihrem sehr eigensinnigen Charakter ist eigentlich prädestiniert um genau so eine nervige Protagonistin zu werden. Doch ein intelligent geschriebenes Drehbuch und das starke Spiel von Dafne Keen verhindert genau das. Am Anfang nimmt sich die Serie die nötige Zeit, um die wichtigsten Charaktere vorzustellen und einzuführen, bevor es los geht ins Abenteuer. Ab hier hält einen die Serie in Atem. Bis auf wenige Verschnaufpausen geht es immer weiter vorwärts. Dennoch bekommen die Charaktere Zeit, um sich anständig zu entfalten.
Besonders beeindruckend ist der Weltenbau der Serie (bzw. dann wohl des Buches). Nicht nur sind die einzelnen Elemente mit liebevollen Details umgesetzt, so dass die Bilder in jeder Szene beeindruckend sind, sondern auch die Welt an sich bietet hinter jeder Ecke etwas neues zum entdecken. So wird man durchgehend in Atem gehalten und kommt zeitgleich aus dem staunen kaum heraus. Darüber hinaus bietet die Serie eines der eindrucksvollsten Infos, das ich in letzter Zeit gesehen habe.

Staffel 2

Die Handlung

Achtung enthält Spoiler zu Staffel 1! Lyra ist Lord Asrael durch den Spalt in der Welt in eine andere gefolgt. Dort findet sie eine ausgestorben scheinende Stadt vor. Nur Will, der aus einer dritten Welt kommt, scheint dort zu sein. Sie schließen sich zusammen, um die Geheimnisse ihrer Welten und Staub zu erkunden.

Meine Meinung

Die zweite Staffel schließt fast nahtlos an die erste an. Es empfiehlt sich grundsätzlich nicht zu viel Zeit zwischen beiden Staffeln verstreichen zu lassen, da die Charaktere nicht neu erklärt werden. Trotzdem fällt der Übergang sehr leicht. Die zweite Staffel nimmt sich am Anfang wieder Zeit die neuen Gegebenheiten wirken zu lassen und das neue Setting vorzustellen, ehe es an die neuen Erkundungen und Abenteuer geht. Hier funktioniert vor allem Will gespielt von Amir Wilson als Gegenpart zu Lyra sehr gut, da er ihr als Ruhepol entgegensteht und dennoch durch seine eigene Geschichte überzeugen kann. 
Auch wenn hier die Geschichte um zwei Welten erweitert wird, bekommen auch die anderen Charaktere wieder genügend Raum. So wird zwischen den Charakteren hin und her gesprungen und somit auch zwischen den Welten. Dadurch bekommt die Geschichte weiterhin genügend Abwechslung. Auch kommen neue spannende Aspekte hinzu und einige Aspekte werden aufgeklärt oder erweitert.
Nun bleibt es spannend, wie die Geschichte in einer (voraussichtlich) finalen dritten Staffel ihren Höhepunkt findet. Genügend offene Fragen sind noch vorhanden.

Assassins Wood – Bürokratie kann möglich sein

Ein Vorwort

Wenn Herzensprojekte von Autor*innen zu Herzensbüchern der Lesenden werden, dann passiert wohl so etwas wie bei Assassins Wood. Nachdem Autorin Ann-Kathrin Karschnick schon lange dieses Projekt in der Schublade hatte, weihte sie vor einiger Zeit ihre Twitch-Community ein und was soll ich sagen: Wir waren Feuer und Flamme. So entstand die Idee und die Chance das Projekt über StartNext zu finanzieren, was tatsächlich auch geklappt hat. Und so kann ich euch heute erzählen, warum dieses Buch den Hype absolut wert ist. Mehr dazu in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Penta ist ein Todesreiter, also der Bürokrat in der Verwaltung der Assassinen-Gilde. Durch einen Unfall ist er jedoch gezwungen ein paar Regeln zu dehnen. Dadurch kreuzt sein Weg den der Feuerlackfabrik-Erbin Tonia Fill, die sich sicher ist, dass Assassinen existieren. Aus der Not heraus schließen sie eine Allianz. Immer mit dabei ist Pentas Dunkelnetzschnüffler Wurzel, der Bonsai.

Meine Meinung

Wenn man auf ein Buch sehr lange wartet, ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Dennoch habe ich versucht sie zurückzuhalten und mich ganz unvoreingenommen auf das Buch einzulassen. Doch das war absolut nicht nötig. Allein das erste Kapitel, das uns in die nicht enden wollende Bürokratie der Assassinen-Gilde einführt, hat mich mehrfach herzlich zum lachen gebracht. Dabei war das i-Tüpfelchen jeweils Wurzel, der durch seine Sprüche einfach einen Spaßfaktor sondergleichen kreiiert hat.
Doch natürlich gibt es auch darüber hinaus einiges zu entdecken. So war der Weltenbau in Assassins Wood sehr liebevoll gestaltet und bot immer wieder neue Ecken zum erkunden. Dies erleben wir an der Seite von Penta und Tonia, die unterschiedlicher nicht sein könnten und gerade deswegen absolut gut als Protagonist*innen miteinander harmonieren. Penta, der Bürokrat durch und durch ist und sich mit einer Situation konfrontiert sieht, die ihn absolut überfordert. Und dann Tonia, die leidenschaftlich und tatkräftig ans Werk geht und zu ihren Überzeugungen steht.
Das Hauptgenre ist Funtasy und hier ist der Name Programm. Denn wir bekommen zum einen gut durchdachte Phantastik in einer ganz eigenen Welt, die aber auch immer wieder den Humor widerspiegelt, den der Fun steht hier auch groß im Vordergrund. So verschlingt man Seite um Seite, weil die Handlung nach der kurzen Charakter- und Welteneinführung sehr schnell sehr spannend wird und liegt gleichzeitig Tränen lachend auf dem Boden. Ich wiederhole: Wurzel und seine Sprüche sind einfach absolut gut gelungen und immer passend.
Gepaart wird das ganze mit dem wunderbar locker leichten Schreibstil von Ann-Kathrin Karschnick. In jeder Zeile merkt man ihr das Herzensprojekt an.
Beim Crowdfunding auf Startnext war auch die zweite Finanzierungsstufe erfolgreich, so dass hier bereits ein Hörbuch mit den wunderbaren Stimmen von Fanny Bechert und Sven Matthias in der Mache ist. Ich freue mich sehr darauf dieses Abenteuer auch als Hörbuch noch einmal zu erleben!

Das Fazit

Assassins Wood – Bürokratie kann tödlich sein ist spannend und dabei zum totlachen, voller Spannung mit einem tollen Weltenbau. Wer also auf gute Funtasy steht, ist hier genau richtig!

King Richard

Ein Vorwort

Biopics über berühmte Menschen gibt es immer wieder. Die beiden berühmten Persönlichkeiten aber fast in den Hintergrund zu stellen und die Hintergrundperson in den Vordergrund zu stellen, ist durchaus mutig. Wie das bei King Richard funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Richard Williams (Will Smith) ist sich sicher: Er hat die nächsten beiden Tennisstars unter seinen Töchtern. Venus (Saniyya Sidney) und Serena (Demi Singleton) wachsen unter dem strengen Traningsplan auf und werden stetig voran getrieben. Dabei trifft ihr Vater einige unkonventionelle Entscheidungen.

Meine Meinung

Biopics gibt es immer wieder. Manche funktionieren gut, manche eher nicht. Tatsächlich ist King Richard einer der Vertreter, bei denen die Antwort sowohl als auch ist. Er funktioniert als Film, funktioniert aber nur bedingt als Biopic. Dies hängt aber vielleicht auch mit meiner Erwartungshaltung zusammen. Der Film und die Trailer machen von Anfang an keinen Hehl aus der Tatsache, dass es zwar irgendwo um Venus und Serena Williams geht, aber eben auch in großen Teilen um ihren Vater. Tatsächlich funktioniert der Film jedoch immer dann am besten, wenn Richard Williams nicht im Mittelpunkt steht. Wenn wir sehen, wie die beiden Schwestern kämpfen, wie ihre drei weiteren Schwestern und ihre Mutter mit der Situation umgehen oder wenn es um wichtige Tennismatches geht.
Das hängt wohl vor allem damit zusammen, dass Richard Williams ein sehr umstrittener Vater sein dürfte, der eine teilweise gute und nachvollziehbare Moral verfolgt, dieser aber durch seine Taten immer wieder selbst widerspricht. Er prangert gleichzeitig den Druck der Branche an und wie andere Tenniseltern mit ihren Kindern umgehen und ist zeitgleich herrisch, riskiert die Karrieren seiner Töchter für ein Machtspiel und setzt sie mehr unter Druck als jede*r andere. So entfaltet sich eine Aussage aus dem Film, die nicht richtig greifbar wird, weil die folgenden Szenen ihr schon wieder widersprechen können.
Das nächste Problem des Films ist seine zeitliche Gewichtung. Während gerade der Anfang noch stark inszeniert wurde und der Weg der Schwestern aus dem ärmeren Teil Comptons und die nötige Finanzierung ihrer Karrieren nachvollziehbar bleibt, wird der zweite Abschnitt, nachdem sie ihren ersten Vertrag haben bis zu den ersten wirklich wichtigen spielen im Schnelldurchlauf durchgehetzt. Zeit wird sich zwar immer wieder für Tennismatches genommen, die auch mit einer sehr guten Atmosphäre und Spannung ausgespielt werden, doch ansonsten gibt es Zeitsprünge, die nur bedingt nachvollziehbar sind.
Zumindest das Ende stimmt einen mit dem Film dann wieder versöhnlich, da hier wieder eine stärkere Fokussierung auf den Schwestern liegt. Trotz allem ist der Film auch gut spannend inszeniert, es kommt keine Langeweile auf und auch der Ausgang bleibt teilweise offen, auch wenn man natürlich weiß, dass es beide Schwestern geschafft haben.
Schauspielerisch ist der Film gut ausgestattet, wobei es nicht Will Smith als Richard Williams ist, der hier heraussticht. Eher wirkt sein Spiel stellenweise etwas überzogen, vor allem in seiner „Oscarszene“. Da ist das wesentlich dezentere Spiel von Aunjanue Ellis als Mutter wesentlich angebrachter.

Das Fazit

King Richard funktioniert an vielen Stellen sehr gut und scheitert an der Fokussierung auf Richard Williams statt seiner Töchter oder der Familie als Ganzes. Dennoch spannend und gut inszeniert. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

King Richard läuft seit dem 24.02.2022 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Februar 2022

Der kürzeste Monat des Jahres ist vorbei und ging wieder einmal im Flug vorbei. Dafür war es ein kinoreicher Monat, zumal im März auch wieder die Oscarverleihung ansteht und dafür die ersten Sichtungen dabei waren. Ansonsten hier der Rückblick über meinen medialen Konsum aus dem Februar.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Wunderschön: Sonja ist nach der Geburt ihres zweiten Kindes unzufrieden mit ihrem Leben und ihrem Körper. Ihr Mann Milan versucht sie zu unterstützen, hat aber selbst gerade eine Beförderung angenommen und ist damit im Stress. Ihre beste Freundin Vicky hingegen glaubt nicht die große Liebe und Beziehungen, doch der neue Sportlehrer hat es ihr angetan. Julie will unbedingt an den Laufsteg, doch ihre Agentin ist der Ansicht, dass sie dafür zu dick und zu konventionell sei. Frauke hat sich auf die Rente ihres Mannes gefreut. Doch eigentlich ist sie nur gefrustet, weil er sie und ihre Wünsche zu ignorieren scheint. Ein Tangokurs soll Abhilfe schaffen. Dann ist da noch Leyla, die durch ihr Gewicht in der Schule gemobbt wird. Ausgleich findet sie im Baseball. – Ein Film, bei dem der Name Programm ist. Rührende Geschichten, Frauenpower von allen Seiten und doch die Erlaubnis auch mal schwach sein zu dürfen.

Sing 2 – Die Show deines Lebens: Die Show „Alice im Wunderland“ im Moon-Theater ist fast jeden Abend ausgebucht. Nun erhofft sich Buster Moon von der Casterin Suki ausgesucht zu werden, um in Redshore City im Crystal Tower Theater aufzutreten. Doch diese erteilt dem Ensemble eine Absage. Als sich die Truppe dennoch in das Casting schleicht, sind es die abgedrehten Ideen von Gunther, die Musikmogul Jimmy Crystal überzeugen. Doch dafür muss Buster Moon die Rocklegende Clay Calloway auftreiben, der seit dem Tod seiner Frau komplett zurückgezogen lebt. Für das und für die komplett neue Show „Nicht von dieser Welt“ haben sie nur drei Wochen Zeit. Und einen Jimmy Crystal enttäuscht man besser nicht. – Ganz nette Fortsetzung, die aber nicht richtig überzeugen kann.

Marry me: Die Popikone Kat Valdez und ihr Freund Bastian wollen bei einem Liveevent heiraten. Passend dafür haben sie das Duett Marry Me herausgebracht. Doch als sie kurz vor ihrem Auftritt erfährt, dass Bastian sie mir ihrer Assistentin betrogen hat, beschließt sie kurzerhand den Mathelehrer Charlie Gilbert aus dem Publikum zu heiraten. Dieser ist eigentlich gar kein Fan, sondern wollte seine Tochter beeindrucken, die sich seit der Scheidung immer weiter von ihm entfernte. Dennoch sagt er ja. Beide sind geschockt von ihrer spontanen Hochzeit und beschließen erst einmal herauszufinden, ob die Beziehung funktionieren kann. – Eine supersüße RomCom, die bewusst Klischees einsetzt, diese aber auf schöne und berührende Art umsetzt.

Tod auf dem Nil: Frisch verheiratet verbringen Linnet Ridgeway-Doyle und Simon Doyle ihre Flitterwochen in Ägypten. Mit dabei sind Familie, Freunde und Bekannte, die das reiche Paar eingeladen hat. Durch Zufall ist auch Hercule Poirot mit dabei. Da die eifersüchtige Ex-Freundin Simons Jacqueline de Bellefort sie auf Schritt und Tritt verfolgt, flüchten sie schließlich an Bord eines Nilschiffes. Doch nach einigen merkwürdigen Begebenheiten kommt es zu einem Mord. Ein neuer Fall für Hercule Poirot. – Gelungene Agatha Christie Verfilmung, die bis zum Ende spannend bleibt.

Moonfall: Jahre nachdem Astronaut Brian Harper durch ein mysteriöses Erlebnis im All aus der NASA ausstieg, löst etwas den Mond aus seiner Umlaufbahn. Während der Verschwörungstheoretiker K.C. Houseman dies zuerst entdeckt und sich Harper anvertraut, bekommt auch die NASA rund um Harpers ehemaliger Kollegin Jocinda Fowler davon Wind. Nun versuchen sie in einer verzweifelten Mission den Grund herauszufinden, da der Mond so innerhalb von drei Wochen auf die Erde zu fallen droht. Diese scheitert und so sucht Fowler Hilfe bei Harper. Eine finale Mission beginnt. – Ein filmischer Reinfall. Hier funktioniert weder Drehbuch, noch Schauspiel, noch Effekte.

King Richard: Richard Williams ist sich sicher: Er hat die nächsten beiden Tennisstars unter seinen Töchtern. Venus und Serena wachsen unter dem strengen Traningsplan auf und werden stetig voran getrieben. Dabei trifft ihr Vater einige unkonventionelle Entscheidungen. – Biopic über die Williams Schwestern, aber leider mit sehr starkem Fokus auf ihrem Vater. Funktioniert dennoch relativ gut.

Belfast: Der zehnjährige Buddy lebt Ende der 1960er Jahre mit seiner Familie in Belfast. Während er mit Freunden auf der Straße spielt, kommt es zu Ausschreitungen von Protestanten gegen die in der Straße lebenden Katholiken. Aus den Trümmern wird eine Mauer gebaut. Buddy versucht trotzdem sein Leben normal weiterzuleben. – Schwerer und doch sehr leichter Film über die Situation in Belfast, wunderbar erzählt aus Kindersicht.

Licorice Pizza: Gary Valentine trifft auf die zehn Jahre ältere Alana Kane und ist sich sicher, dass er sie einmal heiraten wird. Davor liegen einige teilweise auch geschäftliche Erfahrungen, die die beiden zusammen durchleben. Epsiodenartig erzählt der Film aus ihrer Freundschaft. – Verwirrender Episodenfilm, dessen roter Faden und Kernaussage sich mir einfach nicht erschlossen hat.

Respect: 1952 singt Aretha Franklin noch auf den Samstagabendpartys ihres Vaters dem Baptistenprediger C. L. Franklin. 1960 erschien ihre erste Popschallplatte. Der Film verfolgt ihren Aufstieg und ihre Dämonen bis ins Jahr 1972.- Der Film verschenkt leider viel Potential und hat eine sehr große Distanz zum Publikum, obwohl die Geschichte eigentlich mitreißend ist. Cinemathek

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Im Februar habe ich nur Filme gesehen, die ich bereits kannte, in Vorbereitung auf den Was bisher geschah Beitrag zum MCU: Avengers – Infinity War, Captain Marvel, Ant-Man and the WASP, Avengers: Endgame

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Uncharted: Eine weitere Videospielverfilmung stand an. Und auch, wenn ich die Spiele nie gespielt habe und der Trailer schon ein wenig trashig aussah, habe ich trotzdem irgendwie Lust auf den Film bekommen.

Serien – ein etwas ausführlicherer Monat

Murdoch Mysteries – Staffel 2 – Rezensionsexemplar (Auch die zweite Staffel bietet wieder spannende Fälle und eine gute Charakterentwicklung)

Aggretsuko – Staffel 3 (Die dritte Staffel funktioniert nicht mehr ganz so gut, allerdings ist die Handlung zumindest für die Staffel abgeschlossen)

Getting curios with Jonathan van Ness – Staffel 1 (Ganz alltägliche Themen werden nochmal völlig neu beleuchtet und das auf die übliche quirlige Art von Jonathan van Ness. Es funktioniert einfach sehr gut)

Attack on Titan – Staffel 2 (Ich bin dieser Serie verfallen! Gerade die zweite Staffel war auch noch einmal super spannend. Freue mich jetzt sehr auf die dritte)

Queer Eye – Staffel 5 (Ich habe diese Staffel so sehr gebraucht und sie hat mir genau die guten Vibes geliefert, die ich mir erhofft hatte)

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 3 (Durch die Geschichte rund um die Tour funktioniert die dritte Staffel relativ gut, auch wenn die einzelnen Folgen jeweils wieder ein bisschen zu lang sind)

W – Two worlds apart – K-Drama (Die Geschichte rund um den Comic W und die Verschmelzung der realen und der Comicwelt hat mit sehr gut gefallen. Ich mochte die Geschichte und die Charaktere einfach so gern)

And just like that – Miniserie (Das Reboot/Sequel/was auch immer funktioniert stellenweise recht gut, vor allem wenn sich die Serie auf Carries Leben konzentriert. Ansonsten war es mir einfach ein bisschen zu viel Drama)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 6
Seiten gesamt: 2.221
Seiten pro Tag: 79 im Durchschnitt
gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 3
E-Book: 1
Comic/Manga/Graphic Novel: 1

Berührt. Bis du mich liebst: Jane ist neu im Bereich der Escortdamen. Zusammen mit einer Kollegin wird sie auf eine Geburtstagsfeier der Chevaliers eingeladen. Dort trifft sie auf Dorian Chevalier, der sie in einer künsterlerischen Downphase als neue Muse erkennt. – Das Beste D.C. Odesza Buch, das ich je gelesen habe. Ich liebe Dorian einfach und konnte mich hier auch mit Jane als Protagonistin anfreunden. Freue mich sehr auf den zweiten Band.

VergissmeinNicht 1 – Was man bei Licht nicht sehen kann: Quinn wird bei der Flucht vor einem magischen Wesen schwer verletzt. Während er sich davon erholt, nähert er sich Matilda an, die ihn als einzige zu verstehen scheint. Dabei gehört sie zu den verhassten Nachbarn. – Spannender Auftakt einer vielversprechenden Reihe.

Erntedank in Vertikow: Peer sitzt seit neustem im Rollstuhl und kommt damit nicht wirklich zurecht. Als in Vertikow, einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommer, ein Unfall geschieht, ist sich Peer sicher: Es war Mord. Da ihm niemand glauben will, fängt er selbstständig an zu ermitteln. – Tolles Dorf, tolle Charaktere, spannende Krimigeschichte mit unkonventionellem Ermittler.

Death Note 8: Nach dem Tod von L sind zwei neue Gegenstreiter Kiras aufgetaucht. Während Near mit dem SPK zusammenarbeitet, entführt Mello Lights Schwester und zwingt sie zur Herausgabe des Death Notes. – Ich habe nach langer Zeit endlich mal Death Note weitergelesen. Nachdem ich wieder in die Handlung reingefunden hatte, wurde es wieder richtig spannend.

Die Götter müssen sterben: Im Schatten des Trojanischen Krieges prophezeit die Göttin Artemis den Fall Trojas und dem Tod der Götter. Dafür reist sie zu den Amazonen und segnet dort aber ausgerechnet Areto, die keine Kriegerin ist. Dennoch machen sich die Amazonen auf die lange Reise, um Troja im Krieg zu unterstützen. – Ich mochte sehr viele Aspekte an dem Buch. Es wurden viele Themen sehr gut verarbeitet. Leider hat mich die Grundgeschichte nicht richtig mitreißen können und ich konnte mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden.

Assassins Wood: Penta ist ein Todesreiter, als der Bürokrat in der Verwaltung der Assassinen-Gilde. Durch einen Unfall ist er jedoch gezwungen ein paar Regeln zu dehnen. Dadurch kreuzt sein Weg den der Feuerlackfabrik-Erbin Tonia Fill, die sich sicher ist, dass Assassinen existieren. Aus der Not heraus schließen sie eine Allianz. Immer mit dabei ist Pentas Dunkelnetzschnüffler Wurzel, der Bonsai. – Funtasy vom Feinsten! Tolle Charaktere, tolles Setting, witzige Ideen, tolle Handlung. Lest dieses Buch!

Wie war euer Februar? Was waren eure Highlights?

Cinemathek: Respect

Ein Vorwort

Es gibt schon einige Verfilmungen über Musiker*innen und Bands. Dabei sind die Damen bisher eher vernachlässigt worden. Nun zieht Liesl Tommy nach und gibt niemandem geringeren als Aretha Franklin eine Bühne. Wir mir die Verfilmung des Lebens der „First Lady/Queen of Soul“ gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

1952 singt Aretha Franklin (Jennifer Hudson) noch auf den Samstagabendpartys ihres Vaters dem Baptistenprediger C. L. Franklin (Forest Whitaker). 1960 erschien ihre erste Popschallplatte. Der Film verfolgt ihren Aufstieg und ihre Dämonen bis ins Jahr 1972.

Meine Meinung

Filmische Biographien über Musiker*innen und Bands hat es in den letzten Jahren wieder vermehrt gegeben. Beflügelt von Erfolgen, wie Bohemian Rhapsody oder auch Rocketman wurden gleich mehrere zusätzliche angekündigt. Dabei haben die beiden Filme schon einen sehr unterschiedlichen Weg eingeschlagen und beide auf ihre Art und Weise gut funktioniert. Liesl Thommy schlägt hier den eher konservativen Weg ein und erzählt chronologisch die wichtigsten Ereignisse in Franklins Karriere.
Dabei beginnt sie in der Kindheit, die prägend für Franklins weiteren Weg ist. Der Familienzusammenhalt, der herrscht, aber auch gleichzeitig ihr herrischer Vater, der alles für sie bestimmt. Anstatt hier die prägenden Ereignisse in Rückblenden zu packen, wenn sie später als Erwachsene von ihren „Dämonen“ heimgesucht wird, um sie im Kontext zu zeigen, bleibt es hier bei der chronologischen Aufzählung. So bekommt man zwar ein Gefühl, warum Franklin in bestimmten Situationen reagiert, wie sie reagiert, aber es entsteht keine richtige Dynamik im Film. Gleichzeitig entsteht so auch eine gewisse Distanz zum Film und den Charakteren. Irgendwo kann ich Arethas Handlungen und Verhaltensweisen nachvollziehen, weil ich gezeigt bekomme, was sie alles durchmachen musste, andererseits aber auch nicht, weil keine Sympathie oder Berührungspunkte entstehen. Das ist sehr schade, denn diese Frau hat einiges durchgemacht.
Durch gelegentliche Jahreszahleneinblendungen kann man sich grob orientieren, wie weit die Geschichte fortgeschritten ist, dennoch gibt es zwischenzeitlich immer wieder Zeitsprünge, die man eher aus dem Kontext begreift, als aus dem Gezeigten. Das ist ein wenig verwirrend und erhöht nur die Distanz zu dem Film.
Trotz der schwierigen Erzählstruktur und einer Lauflänge von 145 Minuten, die durch die mangelnde Nähe eben auch an Spannung einbüßt, funktioniert Respect im Ganzen gesehen dennoch relativ gut. Das liegt vor allem an Jennifer Hudson und ihrer guten Porträtierung Arethas. Die Liebe zur Musik ist in allen Poren spürbar. Teilweise werden ganze Szenen genutzt, um die Entstehung eines Songs zu zeigen. Also keine Montageszene, sondern wirklich der Prozess. Auch die anderen Darsteller*innen machen ihren Job gut. Leider reicht das nicht, um die Distanz zu überbrücken.

Das Fazit

Respect ist ein interessanter Film über das Leben einer beeindruckenden Frau. Trotz gutem Schauspiel und der beeindruckenden Stimme von Jennifer Hudson schafft der Film es nicht die Distanz zu den Zuschauenden zu überbrücken. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.