Belfast

Ein Vorwort

Nachdem Kenneth Branagh im Februar endlich mit Tod auf dem Nil im Kino war, lief auch noch ein zweiter Film von ihm an. Diesmal geht es mit autobiografischen Einschlägen ins Belfast seiner Kindheit. Warum der Film gleichzeitig leicht und doch schwer ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Der neunjährige Buddy (Jude Hill) lebt Ende der 1960er Jahre mit seiner Familie in Belfast. Während er mit Freunden auf der Straße spielt, kommt es zu Ausschreitungen von Protestanten gegen die in der Straße lebenden Katholiken. Aus den Trümmern wird eine Mauer gebaut. Buddy versucht trotzdem sein Leben normal weiterzuleben.

Meine Meinung

Dass es zwischen dem katholisch geprägten Süden und dem evangelisch geprägten Norden Irlands immer mal wieder Spannungen gab und diese auch in blutigen Auseinandersetzungen endeten, ist einem irgendwie am Rande noch bewusst. Inwiefern dies den Alltag der dort lebenden Menschen beeinflusste eher wenig. Kenneth Branagh nimmt uns mit nach Belfast in Nordirland. Eine ganz normale Straße voller spielender Kinder. Beide Religionen sind vertreten, leben zumindest in dieser Straße in Frieden miteinander. Dann kommt es zu gewaltsamen Ausschreitungen, bei der die Häuser der Katholiken angegriffen werden. Auf einmal wird aus den Trümmern eine Barrikade gebaut, bewacht von den Anwohnern, ein trügerischer Frieden.
Dies ist die Ausgangssituation des Films, die wir in den ersten Minuten erleben. Ein beklemmendes Gefühl entwickelt sich. Mittendrin treffen wir auf Buddy, der nicht versteht, was vor sich geht. Mit der typischen Unschuld eines Kindes fragt er seine Mutter, was passiert ist und warum die anderen Familien angegriffen wurden. Mühsam versucht die Mutter Worte zu finden, ist aber gleichzeitig noch geschockt. Der Vater arbeitet in England, weil er in Nordirland nicht genügend verdient.
Der Film verfolgt im weiteren den Alltag der Familie mit ihren ganz eigenen Problemen und die gleichzeitg beklemmende Atmosphäre durch die Trümmerbarrikade. Die verschiedenen Parteien, die alle versuchen Einfluss auf Buddy zu nehmen. So ist Belfast über viele Strecken gar nicht großartig aufregend, zieht einen dennoch in den Bann, durch die mitfühlende Familiengeschichte. Erst gegen Ende wird es noch einmal tragischer, wobei der Film es auch hier schafft einen zwischendurch ein kleines Lachen zu entlocken und damit die Situation aufzulockern, da man ansonsten lieber die Augen vor den Geschehnissen verschließen will.
Der Film funktioniert vor allem durch die leichte und doch ernste Spielweise der Akteur*innen. Mit Jude Hill wurde ein sehr guter Jungdarsteller gefunden, der die innere Zerissenheit Buddys wunderbar rüberbringt. Caitriona Balfe als seine Mutter kann ebenso überzeugen, wie Jamie Dornan als Buddys Vater, der sich hier von seinem Shades of Grey Image wegspielt.
Mit 99 Minuten Lauflänge hat Belfast genau die richtige Länge, um Handlung und Charaktere Zeit zum entwickeln zu geben und sich gleichzeitig an keiner Stelle zu ziehen. Die Endaussage ist gleichzeitig niederschmetternd und hoffnungsvoll und das fasst den Film sehr gut zusammen.

Das Fazit

Belfast ist ein sehr ruhig erzähler Film über tragische Ereignisse, wunderbar duchleuchtet durch die Augen eines Kindes. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Belfast läuft seit dem 24.02.2022 in den deutschen Kinos

His Dark Materials

Ein Vorwort

Sowohl Buch als auch die Verfilmung von Der Goldene Kompass sind irgendwie an mir vorbei gegangen. Nachdem viele Buchfans über die Verfilmung aber auch sehr enttäuscht waren, habe ich da wohl wenig verpasst. Dennoch stolperte ich vor ein paar Wochen über die Serienverfilmung His Dark Materials. Nachdem ich der Pilotfolge eine Chance gegeben hatte, zog mich die Serie unweigerlich in ihren Bann und entließ mich erst am Ende der zweiten Staffel wieder mit einem dringenden Bedürfnis den Produzierenden zu schreiben, dass ich die dritte Staffel zeitnah brauche. Warum das so war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Staffel 1

Die Handlung

Lyra Belaqua wächst zusammen mit ihrem Dæmon Pan im Jordan College in Oxford auf. Durch ihren Onkel Lord Asrael erfährt sie von Staub und seinen Forschungen dazu. Da er sie jedoch nicht mitnehmen will, nimmt sie kurzentschlossen das Angebot von Mrs. Coulter an, dieser zu assistieren. Dabei erfährt sie jedoch, dass diese für das Magisterium arbeitet und Kinder entführt werden. Zusammen mit einem mystischen Gegenstand entflieht sie und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise.

Meine Meinung

Filme oder Serien mit jungen Protagonist*innen sind immer ein Glücksspiel, da sie sehr schnell nervig wirken können. Und Lyra mit ihrem sehr eigensinnigen Charakter ist eigentlich prädestiniert um genau so eine nervige Protagonistin zu werden. Doch ein intelligent geschriebenes Drehbuch und das starke Spiel von Dafne Keen verhindert genau das. Am Anfang nimmt sich die Serie die nötige Zeit, um die wichtigsten Charaktere vorzustellen und einzuführen, bevor es los geht ins Abenteuer. Ab hier hält einen die Serie in Atem. Bis auf wenige Verschnaufpausen geht es immer weiter vorwärts. Dennoch bekommen die Charaktere Zeit, um sich anständig zu entfalten.
Besonders beeindruckend ist der Weltenbau der Serie (bzw. dann wohl des Buches). Nicht nur sind die einzelnen Elemente mit liebevollen Details umgesetzt, so dass die Bilder in jeder Szene beeindruckend sind, sondern auch die Welt an sich bietet hinter jeder Ecke etwas neues zum entdecken. So wird man durchgehend in Atem gehalten und kommt zeitgleich aus dem staunen kaum heraus. Darüber hinaus bietet die Serie eines der eindrucksvollsten Infos, das ich in letzter Zeit gesehen habe.

Staffel 2

Die Handlung

Achtung enthält Spoiler zu Staffel 1! Lyra ist Lord Asrael durch den Spalt in der Welt in eine andere gefolgt. Dort findet sie eine ausgestorben scheinende Stadt vor. Nur Will, der aus einer dritten Welt kommt, scheint dort zu sein. Sie schließen sich zusammen, um die Geheimnisse ihrer Welten und Staub zu erkunden.

Meine Meinung

Die zweite Staffel schließt fast nahtlos an die erste an. Es empfiehlt sich grundsätzlich nicht zu viel Zeit zwischen beiden Staffeln verstreichen zu lassen, da die Charaktere nicht neu erklärt werden. Trotzdem fällt der Übergang sehr leicht. Die zweite Staffel nimmt sich am Anfang wieder Zeit die neuen Gegebenheiten wirken zu lassen und das neue Setting vorzustellen, ehe es an die neuen Erkundungen und Abenteuer geht. Hier funktioniert vor allem Will gespielt von Amir Wilson als Gegenpart zu Lyra sehr gut, da er ihr als Ruhepol entgegensteht und dennoch durch seine eigene Geschichte überzeugen kann. 
Auch wenn hier die Geschichte um zwei Welten erweitert wird, bekommen auch die anderen Charaktere wieder genügend Raum. So wird zwischen den Charakteren hin und her gesprungen und somit auch zwischen den Welten. Dadurch bekommt die Geschichte weiterhin genügend Abwechslung. Auch kommen neue spannende Aspekte hinzu und einige Aspekte werden aufgeklärt oder erweitert.
Nun bleibt es spannend, wie die Geschichte in einer (voraussichtlich) finalen dritten Staffel ihren Höhepunkt findet. Genügend offene Fragen sind noch vorhanden.

Assassins Wood – Bürokratie kann möglich sein

Ein Vorwort

Wenn Herzensprojekte von Autor*innen zu Herzensbüchern der Lesenden werden, dann passiert wohl so etwas wie bei Assassins Wood. Nachdem Autorin Ann-Kathrin Karschnick schon lange dieses Projekt in der Schublade hatte, weihte sie vor einiger Zeit ihre Twitch-Community ein und was soll ich sagen: Wir waren Feuer und Flamme. So entstand die Idee und die Chance das Projekt über StartNext zu finanzieren, was tatsächlich auch geklappt hat. Und so kann ich euch heute erzählen, warum dieses Buch den Hype absolut wert ist. Mehr dazu in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Penta ist ein Todesreiter, also der Bürokrat in der Verwaltung der Assassinen-Gilde. Durch einen Unfall ist er jedoch gezwungen ein paar Regeln zu dehnen. Dadurch kreuzt sein Weg den der Feuerlackfabrik-Erbin Tonia Fill, die sich sicher ist, dass Assassinen existieren. Aus der Not heraus schließen sie eine Allianz. Immer mit dabei ist Pentas Dunkelnetzschnüffler Wurzel, der Bonsai.

Meine Meinung

Wenn man auf ein Buch sehr lange wartet, ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Dennoch habe ich versucht sie zurückzuhalten und mich ganz unvoreingenommen auf das Buch einzulassen. Doch das war absolut nicht nötig. Allein das erste Kapitel, das uns in die nicht enden wollende Bürokratie der Assassinen-Gilde einführt, hat mich mehrfach herzlich zum lachen gebracht. Dabei war das i-Tüpfelchen jeweils Wurzel, der durch seine Sprüche einfach einen Spaßfaktor sondergleichen kreiiert hat.
Doch natürlich gibt es auch darüber hinaus einiges zu entdecken. So war der Weltenbau in Assassins Wood sehr liebevoll gestaltet und bot immer wieder neue Ecken zum erkunden. Dies erleben wir an der Seite von Penta und Tonia, die unterschiedlicher nicht sein könnten und gerade deswegen absolut gut als Protagonist*innen miteinander harmonieren. Penta, der Bürokrat durch und durch ist und sich mit einer Situation konfrontiert sieht, die ihn absolut überfordert. Und dann Tonia, die leidenschaftlich und tatkräftig ans Werk geht und zu ihren Überzeugungen steht.
Das Hauptgenre ist Funtasy und hier ist der Name Programm. Denn wir bekommen zum einen gut durchdachte Phantastik in einer ganz eigenen Welt, die aber auch immer wieder den Humor widerspiegelt, den der Fun steht hier auch groß im Vordergrund. So verschlingt man Seite um Seite, weil die Handlung nach der kurzen Charakter- und Welteneinführung sehr schnell sehr spannend wird und liegt gleichzeitig Tränen lachend auf dem Boden. Ich wiederhole: Wurzel und seine Sprüche sind einfach absolut gut gelungen und immer passend.
Gepaart wird das ganze mit dem wunderbar locker leichten Schreibstil von Ann-Kathrin Karschnick. In jeder Zeile merkt man ihr das Herzensprojekt an.
Beim Crowdfunding auf Startnext war auch die zweite Finanzierungsstufe erfolgreich, so dass hier bereits ein Hörbuch mit den wunderbaren Stimmen von Fanny Bechert und Sven Matthias in der Mache ist. Ich freue mich sehr darauf dieses Abenteuer auch als Hörbuch noch einmal zu erleben!

Das Fazit

Assassins Wood – Bürokratie kann tödlich sein ist spannend und dabei zum totlachen, voller Spannung mit einem tollen Weltenbau. Wer also auf gute Funtasy steht, ist hier genau richtig!

King Richard

Ein Vorwort

Biopics über berühmte Menschen gibt es immer wieder. Die beiden berühmten Persönlichkeiten aber fast in den Hintergrund zu stellen und die Hintergrundperson in den Vordergrund zu stellen, ist durchaus mutig. Wie das bei King Richard funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Richard Williams (Will Smith) ist sich sicher: Er hat die nächsten beiden Tennisstars unter seinen Töchtern. Venus (Saniyya Sidney) und Serena (Demi Singleton) wachsen unter dem strengen Traningsplan auf und werden stetig voran getrieben. Dabei trifft ihr Vater einige unkonventionelle Entscheidungen.

Meine Meinung

Biopics gibt es immer wieder. Manche funktionieren gut, manche eher nicht. Tatsächlich ist King Richard einer der Vertreter, bei denen die Antwort sowohl als auch ist. Er funktioniert als Film, funktioniert aber nur bedingt als Biopic. Dies hängt aber vielleicht auch mit meiner Erwartungshaltung zusammen. Der Film und die Trailer machen von Anfang an keinen Hehl aus der Tatsache, dass es zwar irgendwo um Venus und Serena Williams geht, aber eben auch in großen Teilen um ihren Vater. Tatsächlich funktioniert der Film jedoch immer dann am besten, wenn Richard Williams nicht im Mittelpunkt steht. Wenn wir sehen, wie die beiden Schwestern kämpfen, wie ihre drei weiteren Schwestern und ihre Mutter mit der Situation umgehen oder wenn es um wichtige Tennismatches geht.
Das hängt wohl vor allem damit zusammen, dass Richard Williams ein sehr umstrittener Vater sein dürfte, der eine teilweise gute und nachvollziehbare Moral verfolgt, dieser aber durch seine Taten immer wieder selbst widerspricht. Er prangert gleichzeitig den Druck der Branche an und wie andere Tenniseltern mit ihren Kindern umgehen und ist zeitgleich herrisch, riskiert die Karrieren seiner Töchter für ein Machtspiel und setzt sie mehr unter Druck als jede*r andere. So entfaltet sich eine Aussage aus dem Film, die nicht richtig greifbar wird, weil die folgenden Szenen ihr schon wieder widersprechen können.
Das nächste Problem des Films ist seine zeitliche Gewichtung. Während gerade der Anfang noch stark inszeniert wurde und der Weg der Schwestern aus dem ärmeren Teil Comptons und die nötige Finanzierung ihrer Karrieren nachvollziehbar bleibt, wird der zweite Abschnitt, nachdem sie ihren ersten Vertrag haben bis zu den ersten wirklich wichtigen spielen im Schnelldurchlauf durchgehetzt. Zeit wird sich zwar immer wieder für Tennismatches genommen, die auch mit einer sehr guten Atmosphäre und Spannung ausgespielt werden, doch ansonsten gibt es Zeitsprünge, die nur bedingt nachvollziehbar sind.
Zumindest das Ende stimmt einen mit dem Film dann wieder versöhnlich, da hier wieder eine stärkere Fokussierung auf den Schwestern liegt. Trotz allem ist der Film auch gut spannend inszeniert, es kommt keine Langeweile auf und auch der Ausgang bleibt teilweise offen, auch wenn man natürlich weiß, dass es beide Schwestern geschafft haben.
Schauspielerisch ist der Film gut ausgestattet, wobei es nicht Will Smith als Richard Williams ist, der hier heraussticht. Eher wirkt sein Spiel stellenweise etwas überzogen, vor allem in seiner „Oscarszene“. Da ist das wesentlich dezentere Spiel von Aunjanue Ellis als Mutter wesentlich angebrachter.

Das Fazit

King Richard funktioniert an vielen Stellen sehr gut und scheitert an der Fokussierung auf Richard Williams statt seiner Töchter oder der Familie als Ganzes. Dennoch spannend und gut inszeniert. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

King Richard läuft seit dem 24.02.2022 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Februar 2022

Der kürzeste Monat des Jahres ist vorbei und ging wieder einmal im Flug vorbei. Dafür war es ein kinoreicher Monat, zumal im März auch wieder die Oscarverleihung ansteht und dafür die ersten Sichtungen dabei waren. Ansonsten hier der Rückblick über meinen medialen Konsum aus dem Februar.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Wunderschön: Sonja ist nach der Geburt ihres zweiten Kindes unzufrieden mit ihrem Leben und ihrem Körper. Ihr Mann Milan versucht sie zu unterstützen, hat aber selbst gerade eine Beförderung angenommen und ist damit im Stress. Ihre beste Freundin Vicky hingegen glaubt nicht die große Liebe und Beziehungen, doch der neue Sportlehrer hat es ihr angetan. Julie will unbedingt an den Laufsteg, doch ihre Agentin ist der Ansicht, dass sie dafür zu dick und zu konventionell sei. Frauke hat sich auf die Rente ihres Mannes gefreut. Doch eigentlich ist sie nur gefrustet, weil er sie und ihre Wünsche zu ignorieren scheint. Ein Tangokurs soll Abhilfe schaffen. Dann ist da noch Leyla, die durch ihr Gewicht in der Schule gemobbt wird. Ausgleich findet sie im Baseball. – Ein Film, bei dem der Name Programm ist. Rührende Geschichten, Frauenpower von allen Seiten und doch die Erlaubnis auch mal schwach sein zu dürfen.

Sing 2 – Die Show deines Lebens: Die Show „Alice im Wunderland“ im Moon-Theater ist fast jeden Abend ausgebucht. Nun erhofft sich Buster Moon von der Casterin Suki ausgesucht zu werden, um in Redshore City im Crystal Tower Theater aufzutreten. Doch diese erteilt dem Ensemble eine Absage. Als sich die Truppe dennoch in das Casting schleicht, sind es die abgedrehten Ideen von Gunther, die Musikmogul Jimmy Crystal überzeugen. Doch dafür muss Buster Moon die Rocklegende Clay Calloway auftreiben, der seit dem Tod seiner Frau komplett zurückgezogen lebt. Für das und für die komplett neue Show „Nicht von dieser Welt“ haben sie nur drei Wochen Zeit. Und einen Jimmy Crystal enttäuscht man besser nicht. – Ganz nette Fortsetzung, die aber nicht richtig überzeugen kann.

Marry me: Die Popikone Kat Valdez und ihr Freund Bastian wollen bei einem Liveevent heiraten. Passend dafür haben sie das Duett Marry Me herausgebracht. Doch als sie kurz vor ihrem Auftritt erfährt, dass Bastian sie mir ihrer Assistentin betrogen hat, beschließt sie kurzerhand den Mathelehrer Charlie Gilbert aus dem Publikum zu heiraten. Dieser ist eigentlich gar kein Fan, sondern wollte seine Tochter beeindrucken, die sich seit der Scheidung immer weiter von ihm entfernte. Dennoch sagt er ja. Beide sind geschockt von ihrer spontanen Hochzeit und beschließen erst einmal herauszufinden, ob die Beziehung funktionieren kann. – Eine supersüße RomCom, die bewusst Klischees einsetzt, diese aber auf schöne und berührende Art umsetzt.

Tod auf dem Nil: Frisch verheiratet verbringen Linnet Ridgeway-Doyle und Simon Doyle ihre Flitterwochen in Ägypten. Mit dabei sind Familie, Freunde und Bekannte, die das reiche Paar eingeladen hat. Durch Zufall ist auch Hercule Poirot mit dabei. Da die eifersüchtige Ex-Freundin Simons Jacqueline de Bellefort sie auf Schritt und Tritt verfolgt, flüchten sie schließlich an Bord eines Nilschiffes. Doch nach einigen merkwürdigen Begebenheiten kommt es zu einem Mord. Ein neuer Fall für Hercule Poirot. – Gelungene Agatha Christie Verfilmung, die bis zum Ende spannend bleibt.

Moonfall: Jahre nachdem Astronaut Brian Harper durch ein mysteriöses Erlebnis im All aus der NASA ausstieg, löst etwas den Mond aus seiner Umlaufbahn. Während der Verschwörungstheoretiker K.C. Houseman dies zuerst entdeckt und sich Harper anvertraut, bekommt auch die NASA rund um Harpers ehemaliger Kollegin Jocinda Fowler davon Wind. Nun versuchen sie in einer verzweifelten Mission den Grund herauszufinden, da der Mond so innerhalb von drei Wochen auf die Erde zu fallen droht. Diese scheitert und so sucht Fowler Hilfe bei Harper. Eine finale Mission beginnt. – Ein filmischer Reinfall. Hier funktioniert weder Drehbuch, noch Schauspiel, noch Effekte.

King Richard: Richard Williams ist sich sicher: Er hat die nächsten beiden Tennisstars unter seinen Töchtern. Venus und Serena wachsen unter dem strengen Traningsplan auf und werden stetig voran getrieben. Dabei trifft ihr Vater einige unkonventionelle Entscheidungen. – Biopic über die Williams Schwestern, aber leider mit sehr starkem Fokus auf ihrem Vater. Funktioniert dennoch relativ gut.

Belfast: Der zehnjährige Buddy lebt Ende der 1960er Jahre mit seiner Familie in Belfast. Während er mit Freunden auf der Straße spielt, kommt es zu Ausschreitungen von Protestanten gegen die in der Straße lebenden Katholiken. Aus den Trümmern wird eine Mauer gebaut. Buddy versucht trotzdem sein Leben normal weiterzuleben. – Schwerer und doch sehr leichter Film über die Situation in Belfast, wunderbar erzählt aus Kindersicht.

Licorice Pizza: Gary Valentine trifft auf die zehn Jahre ältere Alana Kane und ist sich sicher, dass er sie einmal heiraten wird. Davor liegen einige teilweise auch geschäftliche Erfahrungen, die die beiden zusammen durchleben. Epsiodenartig erzählt der Film aus ihrer Freundschaft. – Verwirrender Episodenfilm, dessen roter Faden und Kernaussage sich mir einfach nicht erschlossen hat.

Respect: 1952 singt Aretha Franklin noch auf den Samstagabendpartys ihres Vaters dem Baptistenprediger C. L. Franklin. 1960 erschien ihre erste Popschallplatte. Der Film verfolgt ihren Aufstieg und ihre Dämonen bis ins Jahr 1972.- Der Film verschenkt leider viel Potential und hat eine sehr große Distanz zum Publikum, obwohl die Geschichte eigentlich mitreißend ist. Cinemathek

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Im Februar habe ich nur Filme gesehen, die ich bereits kannte, in Vorbereitung auf den Was bisher geschah Beitrag zum MCU: Avengers – Infinity War, Captain Marvel, Ant-Man and the WASP, Avengers: Endgame

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Uncharted: Eine weitere Videospielverfilmung stand an. Und auch, wenn ich die Spiele nie gespielt habe und der Trailer schon ein wenig trashig aussah, habe ich trotzdem irgendwie Lust auf den Film bekommen.

Serien – ein etwas ausführlicherer Monat

Murdoch Mysteries – Staffel 2 – Rezensionsexemplar (Auch die zweite Staffel bietet wieder spannende Fälle und eine gute Charakterentwicklung)

Aggretsuko – Staffel 3 (Die dritte Staffel funktioniert nicht mehr ganz so gut, allerdings ist die Handlung zumindest für die Staffel abgeschlossen)

Getting curios with Jonathan van Ness – Staffel 1 (Ganz alltägliche Themen werden nochmal völlig neu beleuchtet und das auf die übliche quirlige Art von Jonathan van Ness. Es funktioniert einfach sehr gut)

Attack on Titan – Staffel 2 (Ich bin dieser Serie verfallen! Gerade die zweite Staffel war auch noch einmal super spannend. Freue mich jetzt sehr auf die dritte)

Queer Eye – Staffel 5 (Ich habe diese Staffel so sehr gebraucht und sie hat mir genau die guten Vibes geliefert, die ich mir erhofft hatte)

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 3 (Durch die Geschichte rund um die Tour funktioniert die dritte Staffel relativ gut, auch wenn die einzelnen Folgen jeweils wieder ein bisschen zu lang sind)

W – Two worlds apart – K-Drama (Die Geschichte rund um den Comic W und die Verschmelzung der realen und der Comicwelt hat mit sehr gut gefallen. Ich mochte die Geschichte und die Charaktere einfach so gern)

And just like that – Miniserie (Das Reboot/Sequel/was auch immer funktioniert stellenweise recht gut, vor allem wenn sich die Serie auf Carries Leben konzentriert. Ansonsten war es mir einfach ein bisschen zu viel Drama)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 6
Seiten gesamt: 2.221
Seiten pro Tag: 79 im Durchschnitt
gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 3
E-Book: 1
Comic/Manga/Graphic Novel: 1

Berührt. Bis du mich liebst: Jane ist neu im Bereich der Escortdamen. Zusammen mit einer Kollegin wird sie auf eine Geburtstagsfeier der Chevaliers eingeladen. Dort trifft sie auf Dorian Chevalier, der sie in einer künsterlerischen Downphase als neue Muse erkennt. – Das Beste D.C. Odesza Buch, das ich je gelesen habe. Ich liebe Dorian einfach und konnte mich hier auch mit Jane als Protagonistin anfreunden. Freue mich sehr auf den zweiten Band.

VergissmeinNicht 1 – Was man bei Licht nicht sehen kann: Quinn wird bei der Flucht vor einem magischen Wesen schwer verletzt. Während er sich davon erholt, nähert er sich Matilda an, die ihn als einzige zu verstehen scheint. Dabei gehört sie zu den verhassten Nachbarn. – Spannender Auftakt einer vielversprechenden Reihe.

Erntedank in Vertikow: Peer sitzt seit neustem im Rollstuhl und kommt damit nicht wirklich zurecht. Als in Vertikow, einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommer, ein Unfall geschieht, ist sich Peer sicher: Es war Mord. Da ihm niemand glauben will, fängt er selbstständig an zu ermitteln. – Tolles Dorf, tolle Charaktere, spannende Krimigeschichte mit unkonventionellem Ermittler.

Death Note 8: Nach dem Tod von L sind zwei neue Gegenstreiter Kiras aufgetaucht. Während Near mit dem SPK zusammenarbeitet, entführt Mello Lights Schwester und zwingt sie zur Herausgabe des Death Notes. – Ich habe nach langer Zeit endlich mal Death Note weitergelesen. Nachdem ich wieder in die Handlung reingefunden hatte, wurde es wieder richtig spannend.

Die Götter müssen sterben: Im Schatten des Trojanischen Krieges prophezeit die Göttin Artemis den Fall Trojas und dem Tod der Götter. Dafür reist sie zu den Amazonen und segnet dort aber ausgerechnet Areto, die keine Kriegerin ist. Dennoch machen sich die Amazonen auf die lange Reise, um Troja im Krieg zu unterstützen. – Ich mochte sehr viele Aspekte an dem Buch. Es wurden viele Themen sehr gut verarbeitet. Leider hat mich die Grundgeschichte nicht richtig mitreißen können und ich konnte mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden.

Assassins Wood: Penta ist ein Todesreiter, als der Bürokrat in der Verwaltung der Assassinen-Gilde. Durch einen Unfall ist er jedoch gezwungen ein paar Regeln zu dehnen. Dadurch kreuzt sein Weg den der Feuerlackfabrik-Erbin Tonia Fill, die sich sicher ist, dass Assassinen existieren. Aus der Not heraus schließen sie eine Allianz. Immer mit dabei ist Pentas Dunkelnetzschnüffler Wurzel, der Bonsai. – Funtasy vom Feinsten! Tolle Charaktere, tolles Setting, witzige Ideen, tolle Handlung. Lest dieses Buch!

Wie war euer Februar? Was waren eure Highlights?

Cinemathek: Respect

Ein Vorwort

Es gibt schon einige Verfilmungen über Musiker*innen und Bands. Dabei sind die Damen bisher eher vernachlässigt worden. Nun zieht Liesl Tommy nach und gibt niemandem geringeren als Aretha Franklin eine Bühne. Wir mir die Verfilmung des Lebens der „First Lady/Queen of Soul“ gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

1952 singt Aretha Franklin (Jennifer Hudson) noch auf den Samstagabendpartys ihres Vaters dem Baptistenprediger C. L. Franklin (Forest Whitaker). 1960 erschien ihre erste Popschallplatte. Der Film verfolgt ihren Aufstieg und ihre Dämonen bis ins Jahr 1972.

Meine Meinung

Filmische Biographien über Musiker*innen und Bands hat es in den letzten Jahren wieder vermehrt gegeben. Beflügelt von Erfolgen, wie Bohemian Rhapsody oder auch Rocketman wurden gleich mehrere zusätzliche angekündigt. Dabei haben die beiden Filme schon einen sehr unterschiedlichen Weg eingeschlagen und beide auf ihre Art und Weise gut funktioniert. Liesl Thommy schlägt hier den eher konservativen Weg ein und erzählt chronologisch die wichtigsten Ereignisse in Franklins Karriere.
Dabei beginnt sie in der Kindheit, die prägend für Franklins weiteren Weg ist. Der Familienzusammenhalt, der herrscht, aber auch gleichzeitig ihr herrischer Vater, der alles für sie bestimmt. Anstatt hier die prägenden Ereignisse in Rückblenden zu packen, wenn sie später als Erwachsene von ihren „Dämonen“ heimgesucht wird, um sie im Kontext zu zeigen, bleibt es hier bei der chronologischen Aufzählung. So bekommt man zwar ein Gefühl, warum Franklin in bestimmten Situationen reagiert, wie sie reagiert, aber es entsteht keine richtige Dynamik im Film. Gleichzeitig entsteht so auch eine gewisse Distanz zum Film und den Charakteren. Irgendwo kann ich Arethas Handlungen und Verhaltensweisen nachvollziehen, weil ich gezeigt bekomme, was sie alles durchmachen musste, andererseits aber auch nicht, weil keine Sympathie oder Berührungspunkte entstehen. Das ist sehr schade, denn diese Frau hat einiges durchgemacht.
Durch gelegentliche Jahreszahleneinblendungen kann man sich grob orientieren, wie weit die Geschichte fortgeschritten ist, dennoch gibt es zwischenzeitlich immer wieder Zeitsprünge, die man eher aus dem Kontext begreift, als aus dem Gezeigten. Das ist ein wenig verwirrend und erhöht nur die Distanz zu dem Film.
Trotz der schwierigen Erzählstruktur und einer Lauflänge von 145 Minuten, die durch die mangelnde Nähe eben auch an Spannung einbüßt, funktioniert Respect im Ganzen gesehen dennoch relativ gut. Das liegt vor allem an Jennifer Hudson und ihrer guten Porträtierung Arethas. Die Liebe zur Musik ist in allen Poren spürbar. Teilweise werden ganze Szenen genutzt, um die Entstehung eines Songs zu zeigen. Also keine Montageszene, sondern wirklich der Prozess. Auch die anderen Darsteller*innen machen ihren Job gut. Leider reicht das nicht, um die Distanz zu überbrücken.

Das Fazit

Respect ist ein interessanter Film über das Leben einer beeindruckenden Frau. Trotz gutem Schauspiel und der beeindruckenden Stimme von Jennifer Hudson schafft der Film es nicht die Distanz zu den Zuschauenden zu überbrücken. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Moonfall

Ein Vorwort

Regisseur Roland Emmerich dürfte einigen ein Begriff sein, hat er zeitlose Klassiker, wie Independence Day auf die Kinoleinwand gebracht und sich einen Namen als Katastrophen-Regisseur gemacht – also dem Genre. Doch für seine neue Idee wollte ihm kein großes Studio Geld geben, weswegen er sich von einigen Leuten eine Menge Geld lieh, um Moonfall dennoch zu realisieren. Warum das leider gar nicht funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Jahre nachdem Astronaut Brian Harper (Patrick Wilson) durch ein mysteriöses Erlebnis im All aus der NASA ausstieg, löst etwas den Mond aus seiner Umlaufbahn. Während der Verschwörungstheoretiker K.C. Houseman (John Bradley-West) dies zuerst entdeckt und sich Harper anvertraut, bekommt auch die NASA rund um Harpers ehemaliger Kollegin Jocinda Fowler (Halle Berry) davon Wind. Nun versuchen sie in einer verzweifelten Mission den Grund herauszufinden, da der Mond so innerhalb von drei Wochen auf die Erde zu fallen droht. Diese scheitert und so sucht Fowler Hilfe bei Harper. Eine finale Mission beginnt.

Meine Meinung

Es gibt Namen für Regisseur*innen, bei denen weiß man, dass die Filme nichts werden. Dann gibt es die, deren Filme stets irgendwie okay sind oder bei denen man mal einen großartigen Film und mal einen Reinfall bekommt. Und dann gibt es die Regisseure, die immer abliefern. Bei denen man weiß, was man bekommt und wenn man sich mit der Handschrift anfreunden kann, so bekommt man viele schöne Filmstunden. Bisher war Roland Emmerich eher in der letzten Kategorie zu finden. Doch mit Moonfall zeigt er, dass sein Schema nicht grundsätzlich funktioniert, sondern, dass er es bisher gut umgesetzt hatte.
Denn in Moonfall will einfach nichts wirklich funktionieren. Das beginnt bereits am Anfang als ein Szenario im Weltraum geschaffen wurde, nur um aus den Geschehnissen die tragische Hintergrundgeschichte des Protagonisten zu machen. Jahre später ist er der übliche gescheiterte Held. Geschieden, sein Sohn spricht nicht mehr mit ihm, ständig Pleite und hält trotzdem an seinen glorreichen Zeiten fest. Patrick Wilson spielt den Charakter genauso langweilig, wie sich die Charakterisierung anhört. Jede Szene wird stoisch abgespielt, ohne eine Möglichkeit Nähe oder ihn an Bezugsperson aufzubauen. Seine Kollegin Jocinda Fowler hat es natürlich auch nicht unbedingt besser getroffen. Im Schatten ihres inkompetenten Vorgesetzten, ist sie ebenfalls geschieden und unglücklich mit ihrer Situation.
Dann bricht der Mond auch schon aus seiner Umlaufbahn. Fowler wird natürlich mit der Situation betraut, da ihr Vorgesetzter einfach abhaut und sie mit der Verantwortung zurücklässt. Im Schnelldurchlauf muss sie hinter eine große Verschwörung der NASA kommen, für circa drei Sätze wurde ein Donald Sutherland engagiert, der aber auch nichts zu tun bekommt. Stattdessen haben wir K.C. Houseman, ein Verschwörungstheoretiker, der aus irgendeinem Grund als erstes von der Abweichung des Mondes wusste. Dennoch darf er die ganze Zeit rumlaufen und seine Theorien verkünden, wird von Harper zwar müde belächelt, aber darf immer weiter mitkommen, bis er sogar mit zur finalen Rettungsmission aufbricht.
Wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Films geschafft und haben eigentlich schon alles drin gehabt. Die Verschwörung, das Katastrophenszenario, die tragische Hintergrundgeschichte unseres Protagonisten, der jetzt natürlich wieder zurückgeholt wird. Kurzum Moonfall haut einem einfach alles um die Ohren was geht, vergisst dabei aber, auch nur ansatzweise ein Stück Logik in die Handlung zu bringen, stattdessen vollgepackt mit vermeintlichem Heldentum. Und falls irgendjemand im Zuschauerraum zu diesem Zeitpunkt noch nicht völlig auf Durchzug geschaltet hat, so bietet die zweite Hälfte jede Menge Grund dazu – aus Spoilergründen gehe ich hierauf nicht näher ein.
Hatte man bei der Grundidee darauf gehofft ein gut durchdachtes und strukturiertes Gedankenexperiment zu bekommen, was passiert, wenn der Mond nicht mehr an seiner Stelle wäre, mit dem Einfluss auf die Gezeiten und ähnlichem, so wird man auf voller Linie enttäuscht. Gleichzeitig sind die Charaktere absolut platt und austauschbar, was wohl auch die Schauspieler*innen gemerkt haben, die so platt spielen, wie ihre Charaktere. Spannung kommt absolut nicht auf, da einem die Handlung und die Charaktere komplett egal sind. Die Effekte wirken allesamt wie aus anderen Filmen zusammengeklaut und bieten keinerlei Mehrwert.

Das Fazit

Moonfall ist ein Film, bei dem einfach nichts passt. Unlogische vor schlechten Klischees tropfende Handlung trifft auf platte Charaktere, unmotivierte Schauspieler*innen und schlechte Effekte. Es hatte schon Gründe, warum kein großes Studio den Film finanzieren wollte. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Moonfall läuft seit dem 10.02.2022 in den deutschen Kinos

Tod auf dem Nil

Ein Vorwort

2017 wagte sich Kenneth Branagh an den berühmten Stoff auf der Feder von Agatha Christie und brachte uns eine wunderbare Neuverfilmung von Mord im Orient-Express. Im Gepäck hatte er die Creme de la Creme aus Hollywood. Bereits 2018 gab es dann Dreharbeiten zur Fortsetzung „Tod auf dem Nil“. Mehrere Faktoren unter anderem natürlich die Pandemie, sorgten dafür, dass der Film immer wieder verschoben wurde. Nun durfte er endlich auf der großen Leinwand einziehen. Konnte Branagh als Regisseur und Hauptdarsteller ein weiteres Mal überzeugen? Das erzählte ich euch in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Frisch verheiratet verbringen Linnet Ridgeway-Doyle (Gal Gadot) und Simon Doyle (Armie Hammer) ihre Flitterwochen in Ägypten. Mit dabei sind Familie, Freunde und Bekannte, die das reiche Paar eingeladen hat. Durch Zufall ist auch Hercule Poirot (Kenneth Branagh) mit dabei. Da die eifersüchtige Ex-Freundin Simons Jacqueline de Bellefort (Emma Mackey) sie auf Schritt und Tritt verfolgt, flüchten sie schließlich an Bord eines Nilschiffes. Doch nach einigen merkwürdigen Begebenheiten kommt es zu einem Mord. Ein neuer Fall für Hercule Poirot.

Meine Meinung

Ich bin ein großer Fan von der Poirot-Reihe Agatha Christies, habe es aber noch nicht geschafft die beiden wohl bekanntesten Fälle Mord im Orient Express und Tod auf dem Nil zu lesen. So wa ich jeweils auf die Verfilmungen gespannt und wusste vorher tatsächlich auch noch nicht, wer der*die Mörder*in war. Bereits der Trailer von Tod auf dem Nil konnte mich wieder vollständig mitreißen, wollte ich meine Erwartungen dennoch nicht zu hoch schrauben, da mir diese bei Mord im Orient-Express zum Verhängnis wurden.
Als der Film mitten im ersten Weltkrieg begann, dachte ich mir kurzzeitig im falschen Film, passte die Einordnung doch zeitlich nicht. Schnell wurde ich aufgeklärt, dass es sich um die Vorgeschichte Poirots handelt, um einige Äußerungen und Entscheidungen später besser nachvollziehen zu können. Ein Zeitsprung später lernen wir die ersten Charaktere kennen und bekommen praktisch noch einmal eine Art Vorgeschichte. Einen weiteren – wenn auch wesentlich kleineren – Zeitsprung später sind wir dann in Ägypten angekommen. Bis wir das Schiff erreichen, dauert es zwar immer noch etwas, aber hier erfolgt dann die Charaktervorstellung.
Diesmal bleibt auch erstaunlich lange offen, wer denn überhaupt ermordet wird. Das whodunnit setzt sehr spät ein und geht auch nicht über ein paar Gespräche hinaus. Das macht in diesem Fall aber auch gar nicht, weil allein die Charakterentwicklung vorab interessant ist und die Spannung hoch hält. Ständig hat man jemand Neues im Verdacht, um doch wieder auf eine neue Spur gebracht zu werden. Zwar hat sich letztlich mein Verdacht bestätigt – eventuell bin ich da ein bisschen stolz drauf, ich bin sonst echt schlecht im Mörder*innen erraten – aber das Wie war für mich wieder einmal absolut überraschend.
Schauspielerisch waren auch diesmal wieder einige bekannte Namen aus Hollywood dabei. Und dabei werden alle ihrem Ruf gerecht und liefern ab. Im großen und ganzen also wieder ein Film, der hält, was der Trailer verspricht und dabei besonders mit tollen Bildern verzaubert. Und auch wenn es hier um einen Mordfall ging, hat mir der Film einmal mehr Lust auf eine Nilkreuzfahrt gemacht.

Das Fazit

Tod auf dem Nil überzeugt trotz oder gerade wegem dem spätem whodunnit, mit gutem Schauspiel und eindrucksvollen Bildern. Branagh überzeugt einmal mehr als Poirot. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Tod auf dem Nil läuft seit dem 10.02.2022 in den deutschen Kinos

Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick

Ein Vorwort

Fast pünktlich zum Valentinstag wurde es wieder Zeit für eine Romanze auf der großen Kinoleinwand. Das hat sich wohl auch Universal und haute mit Marry Me genau den richtigen Film dafür raus. Nachdem der Trailer bereits sehr vielversprechend aussah, zog es mich auch außerhalb des Tages für alle Pärchen ins Kino. Wie mir der Film gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Popikone Kat Valdez (Jennifer Lopez) und ihr Freund Bastian (Maluma) wollen bei einem Liveevent heiraten. Passend dafür haben sie das Duett Marry Me herausgebracht. Doch als sie kurz vor ihrem Auftritt erfährt, dass Bastian sie mir ihrer Assistentin betrogen hat, beschließt sie kurzerhand den Mathelehrer Charlie Gilbert (Owen Wilson) aus dem Publikum zu heiraten. Dieser ist eigentlich gar kein Fan, sondern wollte seine Tochter (Chloe Coleman) beeindrucken, die sich seit der Scheidung immer weiter von ihm entfernte. Dennoch sagt er ja. Beide sind geschockt von ihrer spontanen Hochzeit und beschließen erst einmal herauszufinden, ob die Beziehung funktionieren kann.

Meine Meinung

Romantische Komödien können mich eigentlich nur abholen, wenn sie sich wirklich Mühe geben. Natürlich werden viele Klischees reproduziert, aber wenn sie darüber hinaus eine eigene Idee haben, gebe ich ihnen ja gerne eine Chance. Und die Idee hinter Marry Me hat mich überzeugt. Zwar waren die typischen zwei Welten treffen aufeinander Klischees absehbar, aber die Hochzeit an den Anfang zu setzen, hat gut funktioniert.
Denn so lernen wir im Schnelldurchgang die beiden Protagonist*innen kennen, dann kommt es schon zum Liveevent, auf dem Charlie nur durch Zufall ist und auf dem Kat beschließt Bastian nicht zu heiraten. Erst im folgenden lernen wir beide genauer kennen, während sie selbst versuchen herauszufinden, ob die Ehe funktionieren kann. Dabei stellt sich heraus, dass der Film es schafft ganz nebenbei absolut herzliche Figuren, vor allem auch bei den Nebencharakteren zu schaffen. So sind gerade Charlies beste Freundin Parker und Kats Manager Collin diese Herzensmenschen, die einfach immer da sind, wenn man sie braucht und doch die Grenzen kennen.
Das Motiv zieht sich auch durch den gesamten Film. Immer ein wenig Klischeehandlung gepaart mit den tollen Charakteren, die den ganzen Film einfach sehr herzlich machen. Vielleicht hätte man das ein oder andere Klischee auslassen können, aber im großen und ganzen ist die Handlung sehr rund. Vor allem auch, weil Charlie Gilbert ein sehr geerdeter Charakter ist und doch genug eigene Persönlichkeit besitzt, um nicht in dem neuen Medienrummel komplett unterzugehen. Weil es eben nicht darum geht Charlie in Kats Welt zu pressen, sondern eben auch sie wieder zurückzuholen.
Unterstützt wird der Film von einem tollen Soundtrack. Mit den beiden absoluten Ohrwurmliedern Marry Me und On my way bietet der Film gleichzeitig Klischee-Pop, doch auch hier mit einer herzlichen und persönlichen Note, dass sie sich perfekt in den übrigen Film einschmiegt. Auch schauspielerisch hat Marry Me einiges zu bieten. Während Jennifer Lopez und Owen Wilson gleichzeitig absolut unterschiedlich wirken und doch eine wunderbare Chemie aufbauen, braucht sich der übrige Cast keinesfalls zu verstecken. Während Maluma in seiner Rolle eher blass bleibt, sind es auch hier Sarah Silverman, Chloe Coleman und John Bradley-West, die ihren Rollen das gewisse Etwas geben und mit ihrer Herzlichkeit überzeugen.

Das Fazit

Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick schafft es gleichzeitig die meisten Klischees des Genres zu bedienen und doch mit einer Herzlichkeit herauszustechen, dass er ein positives Beispiel des Genres ist. Musik, Charaktere, Handkung und Schauspiel passen hier einfach perfekt zusammen. Dafür gibtes 08 von 10 möglichen Punkten.

Marry Me läuft seit dem 10.02.2022 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll Serien 1/22

Willkommen zur ersten serientastischen Handvoll in diesem Jahr! Heute mit: realfiktiven Verschwörungstheorien, einer abenteuerlichen Reise, einer Hexenakademie, Menschen auf dem Mond und Wunderarbeitenden auf Reisen.

Inside Job – Staffel 1

Die Handlung: Reagan Ridley arbeitet als Wissenschaftlerin bei Cognito Inc., eine Firma, die sich mit Verschwörungstheorien befasst bzw. für deren Geheimhaltung zuständig ist. Zusammen mit ihrem Team hat sie dabei alle Hände voll zu tun.

Meine Meinung: Auch wenn man eigentlich nichts mehr von Verschwörungstherien hören will, hat mich die Serie sofort angesprochen. Denn was hilft gegen die ganzen abstrusen Theorien? Genau eine Serie, die genau das aufs Korn nimmt. In Inside Job sind sie alle wahr. Hohlerde, Echsenmenschen, alles. Und dann gibt es die Firma, die versucht genau das zu vertuschen. Das ganze wird vermischt mit der „Rick&Morty-Geheimformel“ (also überzeichnete Charaktere mit sehr expliziter Sprache) und in Einzelabenteuer verpackt. Dabei sind die Charaktere wirklich sehr übertrieben mitunter dargestellt und auch sehr auf wenige Wesenszüge reduziert. Tatsächlich brauchte ich ein paar Folgen, um mich an das Team zu gewöhnen. Da war es wirklich eher die Handlung und die vielen Kleinigkeiten, die es zu entdecken galt, die mich bei der Stange hielten. Und eben Reagean, die Protagonistin der Serie, die zwar regelmäßig kurz vorm verzweifeln ist, aber dafür noch am nahbarsten wirkt. So ist die Serie immer wieder für einen Schmunzler zu haben, die großen Lacher schafft sie jedoch nicht. Doch für die Unterhaltung zwischendurch birgt sie auf jeden Fall Potential.

In 80 Tagen um die Welt – Miniserie

Die Handlung: Phileas Fogg (David Tennant) wettet mit seinem Freund Bellamy (Peter Sullivan), dass er es in 80 Tagen um die Welt schafft. Da Fogg es bisher nicht einmal aus London herausgeschafft hat, sieht der finanziell angeschlagene Bellamy seine Chance die Schulden bei der Bank zurückzuzahlen. Doch Fogg bricht wirklich zur Reise auf. An seiner Seite Jean Passepartout (Ibrahim Koma) und die Journalistin Abigail „Fix“ Fortescue (Leonie Benesch).

Meine Meinung: Die Geschichte von Jules Verne ist inzwischen so oft verfilmt worden, dass wohl jeder schon irgendeine Variante gesehen hat. So war ich zunächst skeptisch als es hieß, dass es das ganze noch einmal in Serienform geben sollte. Da allerdings David Tennant die Hauptrolle übernehmen sollte, wurde ich doch neugierig. Und dann verbrachte ich die Weihnachtsfeiertage in der ZDF Mediathek. Dabei schafft es die Serie die bekannte Geschichte noch einmal ein bisschen aufzupeppen, vor allem durch den weiblichen Input, da diesmal keine Prinzessin irgendwo gerettet wird, sondern eine Journalistin von Anfang an dabei ist. Dadurch werden auch die Charaktere etwas greifbarer, Passepartout bekommt eine nachvollziehbare Hintergrundgeschichte und alles wirkt einfach etwas runder und moderner, obwohl es noch immer zur gleichen Zeit spielt, wie der ursprüngliche Roman. Trotz der Länge von 8 Folgen á ca. 50 Minuten, zieht sich die Serien an keiner Stelle, im Gegenteil, obwohl die Geschichte bekannt ist und auch der Ausgang, bleibt es durchgehend spannend. So habe ich die Serie innerhalb weniger Tage weggebinged.

Motherland: Fort Salem – Staffel 1

Die Handlung: Die Hexen Raelle Collar (Taylor Hickson), Abigail Bellweather (Ashley Nicole Williams) und Tally Craven (Jessica Sutton) kommen neu an die Hexenakademie, wo sie militärisch ausgebildet werden, um die Welt zu beschützen. Denn die Plage, eine radikale Hexengruppierung, inszeniert immer wieder Anschläge auf die Bevölkerung. Dabei müssen sie einiges durchmachen.

Meine Meinung: Ich hatte die Serie bereits in meiner Watchlist, als sie mir immer wieder ans Herz gelegt wurde. Also beschloss ich sie zu befreien und endlich zu sehen. Der Einstieg fiel mir vergleichsweise schwer, da es zwar in den USA spielt, aber eben in einer Welt, in der es Hexen gibt und diese das Militär unterstützen. Man bekommt immer wieder Brocken aus dem Weltenbau zugeworfen, aber nicht genug, um das große Ganze zu fassen. Dann wird sich viel auf die Charaktere an der Akademie konzentriert, bis diese immer mal aus der vertrauten Umgebung gerissen werden, damit wieder ein paar Brocken Weltenbau betrieben wird. Dabei sind die Charaktere an sich greifbar und passen gut zusammen, doch dann haben sie sich immer wieder in den Haaren und man weiß nicht, wieso. So sind sie in einer Szene gute Freundinnen und halten zusammen, nur um sich eine Szene später wieder aus dem Weg zu gehen. Insgesamt ist die Handlung und damit auch der Charakterbau etwas chaotisch erzählt. Damit bin ich bis zum Schluss nicht richtig zurecht gekommen. Was die Serie aber hat, ist ein spannender Ansatz, wie Hexen in unsere Gesellschaft passen können und trotz der vielen Zickereien sind spannende und interessante Charaktere dabei, deren Geschichte einen bei der Stange hält. So war jede Folge eine Überwindung zu gucken und gleichzeitig wollte ich wissen, wie es weitergeht. Gerade nach dem Cliffhanger am Ende der ersten Staffel wird die zweite wohl doch irgendwann geschaut werden.

Space Force – Staffel 1

Die Handlung: Die neugegründete Space Force soll wieder Menschen auf den Mond bringen und dort wissenschaftliche Untersuchungen anordnen. Mark R. Naird (Steve Carell) bekommt die Führung zugeteilt. Zusammen mit dem wissenschaftlichen Leiter Dr. Adrian Mallory (John Malkovich) hat er alle Hände voll zu tun, zumal sich Militär und Wissenschaft gerne gegenseitig im Weg stehen.

Meine Meinung: Es begab sich vor einigen Wochen, als ich auf der Suche nach einer neuen Comedyserie war, dass Netflix mir sehr penetrant Space Force vorschlug. Ich las mir die Beschreibung durch und sah die erste Folge. So richtig überzeugt war ich nicht, aber das passiert mir oft nach einer Pilotfolge. Also schaute ich mir die nächste an. Ich kam weder an die Charaktere heran, noch an den Humor. Er funktionierte für mich einfach nicht. So waren in der ganzen Staffel lediglich vereinzelte Szenen oder zwischendurch mal eine Folge wirklich interessant. Vor allem das Mond-Trainingscamp hat mich sehr erheitert. Letztlich war mir die ganze Serie einfach zu sehr konstruiert. Man merkte, wo bewusst welche Gags eingebaut wurden, die aber bei mir nicht zündeten. Das Ganze Militär gegen Wissenschaft, aber arbeitet mal zusammen, hätte funktionieren können und hätte mich eigentlich auch abholen können. Hat es aber einfach nicht geschafft. Ob ich der zweiten Staffel noch einmal eine Chance gebe, kann ich noch nicht sagen.

Miracle Workers – Staffel 3

Die Handlung: Nach einigen sehr harten Jahren beschließt ein Dorf sich auf den Weg nach Oregon zu machen. Reverend Ezekiel Brown (Daniel Radcliffe) ist zwiegespalten, ob sie die Reise wirklich schaffen können, doch der Revolverheld Benny the Teen (Steve Buscemi) verspricht ihnen den Weg zu weisen – allerdings versucht er damit eher der Hand des Gesetzes zu entgehen. So ist es an Prudence Aberdeen (Geraldine Viswanathan) und dem Reverend halbwegs für Ordnung zu suchen. Denn der Weg ist lang und beschwerlich.

Meine Meinung: Die erste Staffel der Wunderarbeitenden fand ich super, ich habe mich sehr unterhalten gefühlt und lag mehr als einmal vor Lachen auf dem Boden. Die zweite kam für mich da nicht mehr ganz ran, auch wenn sie versucht haben durch die Anthologie noch einmal etwas neues herauszukitzeln. Dennoch habe ich mich sehr auf die dritte Staffel gefreut, die nach dem Himmel und dem Mittelalter, diesmal amerikanische Siedler auf dem Oregon Trail begleitete. Der Hauptcast war wieder versammelt und es war schon ein Fest sie alle in ihren neuen Rollen zu entdecken. Auch wenn das Setting mehr der zweiten denn der ersten Staffel ähnelt, so funktioniert sie wieder deutlich besser. Auch hier sind die Charaktere wieder herrlich überzeichnet und die Gags sitzen einfach. Alles wirkt ein bisschen überdreht und doch in einem Maß, dass es einfach nur mega witzig ist. Ich konnte einfach teilweise nicht anders, als laut über alles zu lachen. Die Serie macht gute Laune und bestimmt auch ein paar Bauchmuskeln vom vielen Lachen (bitte nehmt mir nicht diesen Glauben).

Habt ihr eine davon gesehen? Wie fandet ihr sie?