Gerade einmal ein halbes Jahr nachdem Pixar ‚Soul‘ herausbrachte, gibt es den zweiten Film. Während Soul noch als Kinofilm angelegt war, wirkt Luca wie für den Streamingdienst gemacht. Und erscheint auf den ersten Blick wie gemacht für laue Sommernächte. Was der Film ansonsten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
An der italienischen Riviera lebt der Wasserjunge Luca. Sein Leben unter der Wasseroberfläche ödet ihn an. Bis er auf Alberto trifft, ebenfalls Wasserjunge, der Luca zeigt, dass er auch an Land überleben kann. Nach einem Streit mit seiner Familie flüchten die beiden Jungs an Land. Dort treffen sie auf Giulia, die unbedingt einen Triathlon gewonnen will.
Meine Meinung
Sommerurlaub in Italien klang selten so verführerisch wie nach diesem Film. Ein kleines Dorf am Meer, Mittags eine Portion Pasta, danach ein leckeres Gelato und das Ganze mit der italienischen Gemütlichkeit. Laue Sommernächste, heiße Tage, wo man sich nur im Wasser abkühlen will, all dies bietet Luca. Gepaart mit einer Unterwasserwelt? Klang ganz nach einem Film, den ich sehen musste. Zunächst beginnt der Film ziemlich unspektakulär. Wir lernen Luca kennen, ein Wasserjunge – im Film auch gerne als Seemonster bezeichnet – der sich in seinem Alltag langweilt. Seine Familie lebt in großer Angst vor der Oberfläche und projiziert diese Angst auch auf Luca. Doch seine Neugier siegt und so folgt er der Spur von diversen Gegenständen, die auf dem Meeresgrund landen. Hier könnte der Film schnell in eine kritisierende Richtung driften zum Thema Meerverschmutzung. Diesen Teil überspringt er aber komplett. Stattdessen treffen wir auf Alberto, der zwischen Oberfläche und Unterwasser hin und herpendelt und den großen Traum einer eigenen Vespa hat. Die beiden verbringen einige Tage auf Alberto Insel. Bis zu diesem Punkt ist der Film schon zu einem Drittel fortgeschritten und man weiß noch nicht so wirklich worauf er hinauswill. Erst mit dem darauffolgenden Streit von Luca und seiner Familie und seiner Flucht an Land, wo er zusammen mit Alberto versucht nicht aufzufallen, bekommt der Film eine Richtung. Hier ist es dann eine gute Mischung aus italienischem Lebensgefühl, Freundschaft und Selbstfindung. Die Angst der Dorfbewohner vor Seeungeheuern wirkt dann schon fast wie eine Metapher für Fremdenfeindlichkeit, doch dies wirklich herauszuarbeiten, so weit geht Luca dann doch nicht. Letztlich verpasst der Film an mehreren Stellen wirkliche Aussagen zu treffen, sondern beruf sich auf die lockere Erzählweise. Lediglich das Thema Freundschaft wird konkreter beleuchtet. So hat Luca nicht wirklich viel Anspruch an die Handlung. Nach einer relativ langen Findungsphase versteht er sich darauf das Sommergefühl zu vermitteln. Schade bleibt es, dass das Unterwasserthema hier mehr oder weniger verschenkt wirkt. Lediglich für ein paar Witze und um die Angst der Dorfbewohner vor dem Unbekannten zu unterstreichen reicht es. Dabei hätte ich davon gerne mehr gesehen. Aber dann wäre es wohl ein anderer Film geworden. Letztlich ist es ein netter Film für einen Sommerabend.
Das Fazit
Luca hält, was er verspricht, und entführt den Zuschauer an einen Sommertag in Italien. Dabei bleibt die Handlung sehr oberflächlich, was aber die Figuren wieder wett machen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.
Luca ist seit dem 18.06.2021 auf Disney+ verfügbar
Der Juni ist rum und was hab ich in meiner Dachgeschosswohnung geschwitzt! Aber es gibt auch gute Nachrichten: Der erste Kinofilm des Jahres ist gesehen! Zwar erst einmal im Autokino, aber auch Juli dürfte die Kinosparte wieder gut wiederbelebt werden! Es bleibt spannend, ob hier wieder ein Stück Normalität eintritt. Übrigens ist dies mein 1.000 Blogbeitrag! Aber erst einmal gibt es hier meinen medialen Rückblick:
Filme – auf großer Leinwand gesehen
Kings of Hollywood: Das Produktionsstudio von Max Barber und seinem Neffen Walter Creason läuft nicht sonderlich gut. Zumal Max Schulden bei Kredithai Reggie Fontaine hat. Doch nach einem Unfall an einem anderen Filmset kommt ihm eine Idee. Er will einen Film drehen, bei dem der Hauptdarsteller am ersten Drehtag bei einem Stunt stirbt und dann die Versicherungssumme abzukassieren. Doch Duke Montana ist widerstandsfähiger als gedacht. – Grundsolide Krimikomödie mit gutem Cast.
Filme – auf großem Fernseher gesehen
Friends – the Reunion: 17 Jahre nach dem Serienende treffen die sechs Schauspieler erneut aufeinander. Besehen sich die alten Seriensets, beantworten Fanfragen und vieles mehr. James Corden führt ein Interview am berühmten Introbrunnen und allerlei Stargäste sind dabei. – Keine neue Friendsstaffel, wie erhofft, dafür ein Abend voller Nostalgie.
The Departed: Billy Costigan soll als Undercover-Polizist in die irische Mafia rund um Frank Costello eingeschleust werden. Dieser hat einen Spitzel bei der State Police. Ein Katz und Maus-Spiel steht bevor. – Ein typischer Scorsesefilm, der mich leider nicht vollständig überzeugen konnte. Könnte daran liegen, dass mir Mafiafilme nicht liegen.
Raya und der letzte Drache: Das Land Kumadra – einst Heimat der Drachen – ist in fünf Clans zerbrochen, die alle nach der Macht des Drachenkristalls streben. Durch einen Unfall zerbricht dieser jedoch und die Druun – Wesen, die alle Lebewesen, die sie berühren, in Stein verwandeln – werden freigelassen. Jahre später ist Raya auf der Suche nach Sisu, der letzten Drachin, um mit ihrer Hilfe die Druun zu besiegen. – Bildschöner Animationsfilm aus dem Hause Disney. Vielleicht ein bisschen zu vorhersehbar, aber mit tollen Themen und Charakteren.
Luca: An der italienischen Riviera lebt der Wasserjunge Luca. Sein Leben unter der Wasseroberfläche ödet ihn an. Bis er auf Alberto trifft, ebenfalls Wasserjunge, der Luca zeigt, dass er auch an Land überleben kann. Nach einem Streit mit seiner Familie flüchten die beiden Jungs an Land. Dort treffen sie auf Giulia, die unbedingt einen Triathlon gewonnen will. – Kurzweiliger Sommerfilm, der einen nach Italien entführt.
If Beale Street could talk: 1970er, Harlem in New York. Alfonso Hunt wird festgenommen, mit dem Vorwurf der Vergewaltigung. Seine Freundin Tish und sein bester Freund Daniel können ihm ein Alibi geben, doch das Opfer identifiziert ihn bei einer Gegenüberstellung. Nun sitzt er im Gefängnis und Trish und ihre Familie versuchen alles, um ihn rauszuholen und seine Unschuld zu beweisen. – Ruhig erzählt und doch beklemmender Film über eine leider realitätsnahe Geschichte.
Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick
Schitt’s Creek – Staffel 2* (Steigerung zur ersten Staffel, dennoch noch nicht so witzig, wie man der Serie nachsagt)
The Flight Attendant – Staffel 1 (Psychothriller, der erst gegen Ende wirklich funktioniert)
Solar Opposites – Staffel 1 (Animationsserie in Rick&Morty Manier, nur mit etwas schwächeren Witzen. Steigert sich über die Staffel aber)
Doctor Who – Staffel 2 (Rewatch: Noch immer meine liebste Staffel, noch immer eines der emotionalsten Staffelfinale)
Hilda – Staffel 1 (Süße Animationsserie mit großem Fantasyanteil und einem unerschrockenem Mädchen)
Westworld – Staffel 3 (Deutlich strukturierter als die zweite Staffel und so spannend wie noch nie. Leider wurde wieder kein Ende gefunden)
I am Elektra: Elektra Hamiltons Körper ist tot, doch ihr Vater konnte ihre Bewusstsein retten. Im Sommerhaus der Hamiltons hat er es in den Körper des vermeintlich toten Klons Kelsie eingesetzt. Nun muss Elektra damit zurecht kommen, ihren Körper verloren zu haben, aber auch ihr Leben an den anderen Klon Isabell. – Zweiter Teil, der zunächst eine eigene Geschichte kreiert und dann den Bogen zum ersten Band schafft. Tolle Geschichte!
Ophelia Scale: Die Welt wird brennen | Der Himmel wird beben | Die Sterne werden fallen: 100 Jahre in der Zukunft hat König Leopold de Marais von Europa die Abkehr ausgerufen. Dadurch wird der Großteil der Technik verboten. Ophelia Scale sieht dadurch ihre Zukunft bedrohnt und schließt sich der Widerstandsgruppe von ReVerse an. Als der König neue Leute für seine Garde anwirbt, sieht Ophelia eine Chance auf ein Attentat. Nicht gerechnet hat sie mit Lucien, der ihren Plan ordentlich durcheinander wirbelt. Immerhin ist er der Bruder des Königs. – Eine der besten Fantasytrilogien, die ich seit langem gelesen habe! Alle Teile sind rumdum rund und gelungen. So spannend, dass ich sie nicht aus der Hand legen konnte, so mitreißend, dass mich jede Entscheidung der Charaktere mitfiebern ließ. Große Leseempfehlung!
Periode ist politisch: Obwohl ein Großteil der Weltbevölkerung menstruiert, ist es ein Tabuthema. Trotz der modernen aufgeklärten Welt, in der wir leben, werden Frauen* kosequent benachteiligt. Ein Grund dafür ist die Menstruation. Autorin Franka Frei will dieses Tabu brechen und engagiert sich weltweit für Aufklärung. – Gute Denkanstöße ohne polemisch zu werden.
Die Götter von Asgard: Ray hielt sich für ein ganz normales Mädchen. Doch dann trifft sie auf die Walküre Kara. Sie erfährt, dass sie Teil einer Vorhersage der Nornen ist und sie Odin tot sehen will. Doch dann mischen sich auch noch Tyr und Loki ein. – Etwas gewöhnungsbedürftiger Erzählstil, doch spannende Geschichte in der nordischen Mythologie.
My roommate is a cat – Band 3: Subaru taut immer mehr auf und traut sich mehr in die Welt außerhalb seiner Wohnung. Haru trifft auf alte Bekannte. – Auch der dritte Band ist megasüß gezeichnet und die Geschichte für alle Misantropen und Katzenliebhaber gut nachvollziehbar.
Heute Abend in der Eisdiele am Meer*: Gina lebt in London als Projektmanagerin. Doch als sich ihr Großvater den Fuß bricht, lässt sie alles stehen und liegen und reist nach Cornwall in den verschlafenen Ort Polwhipple, um in der Eisdiele ihrer Großeltern mitzuhelfen. Als sie den heruntergekommenen Zustand des örtlichen Kinos sieht, kann sie gar nicht anders, als es als Projekt anzugehen. Hilfe bekommt sie von ihrem Jugendfreund Ben, sehr zum Missfallen ihres Freundes Max, der in London geblieben ist. – Sommerlektüre bei der man Heißhunger auf Eis bekommt.
Bernsteinsommer: Christina hat sich ihren Traum vom eigenen Café erfüllt. Bis ein Wasserrohrbruch ihre Pläne über den Haufen wirft. Da ihr Vater mit Alzheimer in einem Pflegeheim ist, findet sie in seinen Sachen eine Reihe von Gemälden. Die Spurensuche führt sie nach Rügen und Hiddensee. – Leichte Sommerlektüre, die sich am Anfang ein bisschen verrennt, aber nach hinten raus gut funktioniert.
Sehnsucht in Aquamarin: Polly und Jette wurden als Kinder von ihrer Mutter verlassen. Während Jette seitdem ruhelos um die ganze Welt jettet, zieht sich Polly in ihre Dachgeschosswohnung in Stuttgart zurück. Bis Jette ihre Mutter findet. In Maine. Die Schwestern reisen nach Bar Harbor, treffen dort aber auf mehr als nur ihre Mutter. – Als Sommerlektüre gekauft, nur bedingt bekommen, aber dafür eine etwas andere Familien-/Liebesgeschichte.
Save me now: Im dritten Band treffen Amanda und Dante wieder aufeinander. Zusammen am College könnten sie endlich zusammen sein, doch Amanda hat Angst und will daher, dass Dante sich vorab noch mit anderen Frauen verabredet. Doch die Suche nach den Menschenhändlern und ihrer besten Freundin Jenny lässt sie immer wieder aufeinander treffen. – Mit Abstand der schwächste Teil der Reihe bisher. Die Handlung driftete immer weiter vom spannenden Part ab und wird zu einer Liebesgeschichte, die sich immer und immer wieder im Kreis dreht.
Ich war im Kino! Zwar erst einmal nur im Autokino, aber wir nähern uns damit schrittweise wieder einer gewissen Normalität. Neben allerlei altbekannten Filmen, zeigte das Autokino in meiner Umgebung auch einen neuen Film. Als Krimi-Komödie angekündigt und mit Namen, wie Robert de Niro, Zach Braff, Morgan Freeman und Tommy Lee Jones war ich sofort angefixt. Wie ich den Film fand, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Das Produktionsstudio von Max Barber (Robert de Niro) und seinem Neffen Walter Creason (Zach Braff) läuft nicht sonderlich gut. Zumal Max Schulden bei Kredithai Reggie Fontaine (Morgan Freeman) hat. Doch nach einem Unfall an einem anderen Filmset kommt ihm eine Idee. Er will einen Film drehen, bei dem der Hauptdarsteller am ersten Drehtag bei einem Stunt stirbt und dann die Versicherungssumme abzukassieren. Doch Duke Montana (Tommy Lee Jones) ist widerstandsfähiger als gedacht.
Meine Meinung
The Comeback Trail wurde bereits 1982 gedreht. Im vergangenen Jahr inszenierte Geroge Gallo ein Remake. Im Zuge der geschlossenen Kinos durch Corona, startet er jetzt auch bei uns unter dem Namen Kings of Hollywood. Zunächst braucht der Film eine ganze Weile ehe er in Fahrt kommt. Zwar sind die Dialoge zwischen Max und Walter ziemlich auf den Punkt und bergen eine ganze Menge Komik, doch so richtig weiß man nicht, worauf die Handlung hinaus will. Der Film ist schon zu einem Drittel vorbei, als das erste Mal die Idee auftaucht, einen Film zu produzieren, bei dem der Hauptdarsteller drauf geht. Als Einleitung vielleicht etwas zu lang, auch wenn alles gegeben wird, das zu überspielen. Sobald man den Punkt überwunden hat, macht der Film einfach nur noch Spaß. Die Unfallversuche Max Barbers sind schon wunderbar lustig, aber wie sie dann immer wieder schief gehen, ist so pointiert, dass man aus dem Lachen kaum noch rauskommt. Die Auflösung am Ende ist dann fast ein wenig vorhersehbar, funktioniert aber im großen und ganzen gut und führt den Film zu einem runden Ende. Dass der Film in seiner Kürze, mit einer Laufzeit von 105 Minuten, so gut funktioniert, liegt vor allem daran, dass die Dialoge unglaublich gut auf den Punkt gebracht sind. Hier ist kein Wort zu viel, auch wenn man in der Argumentationsgeschwindigkeit von de Niro und Braff erst mal mitkommen muss. Schauspielerisch wurde hier auf altbekannte Darsteller zurückgegriffen, die in der Kombination wunderbar funktionieren. Dabei sind alle Schauspielleistungen sehr souverän, gehen darüber aber auch nicht hinaus. Leider ist es gerade Zach Braff der hier am unscheinbarsten spielt, was aber auch mit an der Anlegung seiner Rolle liegt. Letztlich ist Kings of Hollywood ein schöner Film für einen Sonntag Nachmittag. Er verbreitet Spaß und gute Laune, aber für mehr als die nette Unterhaltung reicht es eben nicht.
Das Fazit
Kings of Hollywood ist eine wunderbar kurzweilige Unterhaltung, die trotz einer etwas langen Einleitung gut funktioniert und mit gut pointierten Dialogen den Lachnerv trifft. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
Kings of Hollywood läuft seit dem 24.06.2021 in den (geöffneten) deutschen Kinos.
Ich habe hin- und her überlegt, ob ich den Titel so lassen soll, liegt doch die Befürchtung nahe, dass es mit dem gleichnamigen Film verwechselt wird. Aber es fasst die Dilogie von Christian Handel am besten zusammen. Denn um genau die geht es heute, nachdem schon Band 1 sich zu einem potentiellen Jahreshighlight gemausert hat und ich Band 2 jetzt ebenso verschlungen habe.
Becoming Elektra
Die Handlung: Isabell und ihre Schwester Kelsi leben in einem Internat abgeschottet von der Welt. Denn sie sind die Klone von Elektra Hamilton, Tochter des Begründers des Klonprogramms, und nur dafür da als Organspenderinnen zu dienen, sollte Elektra etwas benötigen. Als Isabell zur Direktorin gerufen wird, rechnet sie nicht damit, Elektras Leben komplett übernehmen zu sollen. Doch Elektra ist tot und ihre Familie braucht ihren Klon, damit sie Philip von Halmen heiratet, der ein wichtiges Bündnis mit seiner Familie mit sich bringt.
Meine Meinung: Zunächst war ich bei der Geschichte noch etwas skeptisch, hab mir das Buch aber zugelegt, da mir Rowan & Ash im letzten Jahr so gut gefallen hat. Christian Handels Schreibstil zog mich schnell in seinen Bann und mit Isabell wurde eine gute Protagonistin gefunden. Man leidet von Anfang an mit ihr mit. Innerhalb kürzester Zeit erfährt man, wie die Zukunft mit dem Klonprogramm gestaltet ist und findet sich gut in der Welt wieder. Sobald Isabell Elektras Platz einnimmt, scheint die Geschichte ein bisschen zu stocken, doch gibt es immer wieder neue Wendungen und Aspekte, dass die Handlung konsequent voran getrieben wird und auf das Finale hinsteuert. Die Auflösung des ganzen überrascht einen völlig, hat man doch viele Verdächtige zwischendurch gehabt. Doch damit habe ich zumindest nicht gerechnet. Das sich Becoming Elektra ziemlich schnell zu einem potentiellen Jahreshighlight gemausert hat, liegt neben dem tollen Schreibstil, vorallem auch an den Charakteren. Hier sind es neben Isabelle auch einige Nebencharaktere, die einem schnell ans Herz wachsen und die Geschichte zu etwas ganz besonderem machen.
Der zweite Band basiert auf Epilog II des ersten Bandes. Man könnte ihn also als Spoiler zu Band 1 bezeichnen. Weiterlesen auf eigene Verantwortung.
I am Elektra
Die Handlung: Elektra Hamiltons Körper ist tot, doch ihr Vater konnte ihre Bewusstsein retten. Im Sommerhaus der Hamiltons hat er es in den Körper des vermeintlich toten Klons Kelsie eingesetzt. Nun muss Elektra damit zurecht kommen, ihren Körper verloren zu haben, aber auch ihr Leben an den anderen Klon Isabell.
Meine Meinung: Eigentlich war Becoming Elektra ein Einzelband. Autor Christian Handel hat das auch immer wieder betont, auch wenn er sich mit Epilog zwei in Band 1 ein deutliches Hintertürchen offen gelassen hat. Auf genau das greift er nun in Band zwei zurück. Ich habe lange überlegt, ob ich den zweiten Band auch lesen sollte, oder ob er mir den ersten Teil kaputt machen könnte. Schließlich habe ich ihn doch gelesen und kann alle beruhigen: Christian Handel schafft es geschickt zunächst ein völlig neues Szenario zu schaffen, um dann den Bogen zurück zu Band eins zu schlagen. Gerade der Anfang könnte von der Handlung her etwas schleppend sein und sich ziehen, aber Herr Handel schafft es dies durch seinen wunderbaren Schreibstil auszugleichen und unglaublich gefühlvoll Elektra Hamiltons Zwiespalt darzustellen. Nach ca ein Drittel des Buches wird es auch schon wieder unglaublich spannend, was bis zum großen Finale nicht nachlässt. Hier fällt es schwer, dass Buch überhaupt noch zur Seite zu legen, da man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Nicht nur ein würdiger Nachfolger von Band 1, sondern ein ebenbürdiger Band, so dass die Reihe ingesamt gute Chancen auf ein Jahreshighlight hat.
Das Fazit
Becoming Elektra und die Fortsetzung I am Elektra sind zwei spannende und unglaublich gut geschriebene Bücher mit einem Setting in der nicht allzu entfernten Zukunft. Große Leseempfehlung an dieser Stelle!
Durch geschlossene Kinos hat Disney einige Filme direkt auf Disney+ veröffentlicht, wenn auch zunächst mit VIP Funktion. Und während man bei Black Widow und Cruella noch auf einen parallelen Kinorelease hoffen kann, ist bei Raya und der letzte Drache nun die VIP Option entfallen und der Film ist im Grundabo bei Disney+ jetzt verfügbar. Ob sich die Sichtung lohnt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Das Land Kumadra – einst Heimat der Drachen – ist in fünf Clans zerbrochen, die alle nach der Macht des Drachenkristalls streben. Durch einen Unfall zerbricht dieser jedoch und die Druun – Wesen, die alle Lebewesen, die sie berühren, in Stein verwandeln – werden freigelassen. Jahre später ist Raya auf der Suche nach Sisu, der letzten Drachin, um mit ihrer Hilfe die Druun zu besiegen.
Meine Meinung
Seit Disney mehr Energie in Realverfilmungsremakes steckt, als in ihre Animationsfilme, mussten wir auf neuen Stoff warten – die Pixar Produktionen mal außen vor gelassen. Stattdessen kamen mit Chaos im Netz und Die Eiskönigin II gleich zwei Sequels raus. So haben wir mit Raya und der letzte Drache seit 2016 (Zoomania & Vaiana) erstmals wieder eine komplette neue Welt und neue Charaktere. Zunächst sieht man dem Film an, dass er wohl eigentlich mal für eine Kinoveröffentlichung geplant war. Die ganzen farbenfrohen Bilder schreien geradezu danach auf einer großen Leinwand gesehen zu werden – also bitte schaut ihn zumindest auf einem Fernseher und nicht auf dem Smartphone. Optisch ist der Film auf jeden Fall ein Hingucker. Auch bei der Animation der Drachen und der Druun erkennt man wieder viel Liebe zum Detail. Die Handlung beginnt und man glaubt zu wissen, in welche Richtung der Film gehen wird. Nur um den Twist dann völlig überrascht hinnehmen zu müssen. Ein Zeitsprung später lernen wir die Welt noch einmal neu kennen. Auch hier ist relativ schnell wieder erkennbar in welche Richtung die Handlung sich entwickelt und bis auf wenige Überraschungen bleibt es auch so. Aber das schmälert das Seherlebnis keinesfalls, weil die Geschichte herzerwärmend ist, sich mit Vorurteilen befasst und die Freundschaft feiert.Hier ist es einfach das Zusammenspiel aus den verschiedenen Charakteren, das eine ziemlich gute Mischung abgibt. Auch wenn hier zunächst viel in Schwarz-Weiß-Denkmuster erzählt wird, bricht das nach und nach auf und macht Platz für eine differenziertere Herangehensweise, die aber auch für Kinder gut verständlich ist. Was dem treuen Disneyfan hier ein wenig fehlt, sind die Lieder. Das ist wirklich so der einzige Wermutstropfen, der wirklich störend ist. Zumal es genug passende Gelegenheiten gab, wo die Stimmung und das Setting gut gepasst hätten. Allerdings ist das wohl auch wieder Jammern auf hohem Niveau, weil der Film auch so gut funktioniert.
Das Fazit
Raya und der letzte Drache ist ein bildschöner Animationsfilm aus dem Hause Disney. Vielleicht ein bisschen zu vorhersehbar, aber mit tollen Themen und Charakteren. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
Raya und der letzte Drache ist bei Disney+ im Abo enthalten
Es ist Sommer. Anhand der Temperaturen und des täglichen strahlenden Sonnenscheins – zumindest hier – ist es nicht mehr zu leugnen. Mit durchschnittlich 28° im Arbeitszimmer ist es einfach nur warm. Also war es Zeit für zwei meiner liebsten Dinge im Sommer: Eis und Sommerlektüren. Es wird auch in diesem Jahr wieder einen Beitrag zu den Sommerlektüren geben, aber das hier wollte ich euch schon vorab einmal vorstellen.
Die Handlung
Gina lebt in London als Projektmanagerin. Doch als sich ihr Großvater den Fuß bricht, lässt sie alles stehen und liegen und reist nach Cornwall in den verschlafenen Ort Polwhipple, um in der Eisdiele ihrer Großeltern mitzuhelfen. Als sie den heruntergekommenen Zustand des örtlichen Kinos sieht, kann sie gar nicht anders, als es als Projekt anzugehen. Hilfe bekommt sie von ihrem Jugendfreund Ben, sehr zum Missfallen ihres Freundes Max, der in London geblieben ist.
Meine Meinung
Als ich das Buch bestellt habe, habe ich nicht auf die Seitenzahl geschaut. Als es dann bei mir ankam, war ich ziemlich überrascht. 540 Seiten für eine leichte lockere Sommerlektüre? Ich befürchtete das schlimmste, nämlich, dass sich die Geschichte ziemlich ziehen würde und einfach nicht auf den Punkt käme. Aber ein Großteil meiner Befürchtung war völlig unnötig. Denn das Buch gliedert sich in vier Unterabschnitte, jede einer anderen Eissorte gewidmet. In jedem Abschnitt steht ein anderes Event im Mittelpunkt, was aber immer im Zusammenhang mit Eisdiele und Kino steht und so auch die Gesamthandlung vorantreibt. Aber dadurch, dass man sich an diesen Zwischenschritten abarbeitet, bleibt es spannend und die Handlung fühlt sich eben nicht künstlich gestreckt an. Stattdessen fliegt man nur so durch die Seiten, zumindest nachdem man sich an Protagonistin Gina gewöhnt hat. Denn gerade am Anfang wirkt sie etwas unnahbar und auch ein wenig zu sehr von sich überzeugt. Doch das legt sich schnell und dann fühlt man mit ihr mit. Dabei sind es gerade die Nebencharaktere, die man wahnsinnig schnell ins Herz schließt. Die Großeltern, die einem zeigen, wie Liebe auch nach vielen Jahren aussehen kann, die Boutiquebesitzerin mit den passenden Sprüchen und so viele mehr. Dabei ist die Handlung selbst erst einmal nichts außergewöhnliches. Kleinstadt mit liebevollen Charakteren, die obligatorische Zicke darf nicht fehlen und natürlich taucht der Jugendfreund wieder auf und entfacht alte Gefühle. Aber die Verpackung des ganzen passt einfach. Man fühlt sich sofort in den Sommer versetzt, spürt beinahe die salzige Gischt des Meeres im Gesicht und wünscht sich nach Cornwall. Etwas problematischer für die Hüften wird die Sehnsucht nach Eis, denn die Liebe dazu wird hier großgeschrieben. Auch wenn man an manchen Stellen merkt, wie die Handlung bewusst in eine Richtung gedrängt wird, damit das Ende passt, stimmt dennoch das Gesamtbild. Lediglich das Ende hinterlässt einen Wermutstropfen. Auch wenn es genau das ist, was ich erhofft hatte, war es mir zu schnell abgearbeitet. Die Probleme, die noch offen waren, waren auf wenigen Seiten abgearbeitet. Dafür, dass man echt lange mit der Geschichte mitgefiebert hat, wirkt es so unbefriedigend. Hier hätten ein paar mehr Seiten nicht geschadet.
Das Fazit
Die kleine Eisdiele am Meer ist eine wunderbare Sommerlektüre und verbindet Lust auf Eis und Meer mit Fernweh. Lediglich kleinere Schönheitsfehler sind vorhanden, die den Lesefluss jedoch nicht stören. Wer sich also an die Küste Cornwalls träumen will, sollte in dieses Buch mal reinschauen.
Heute Abend in der Eisdiele am Meer wurde mir vom Penguin Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.
Neulich stellte ich euch schon die erste Staffel von Schitt’s Creek vor (Mehr Infos hier). Während sie mich nicht gänzlich überzeugen konnte, wollte ich dennoch der zweiten eine Chance geben, in der Hoffnung, dass sich die Charaktere eingespielt haben. Wie das funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die Handlung
Nachdem Familie Rose die Stadt doch nicht verkaufen konnte, sitzen sie weiterhin mittellos in einem schäbigen Motel in Schitt’s Creek fest. Also versuchen sie sich das Leben ein bisschen angenehmer zu machen und sich mehr am Leben in der Kleinstadt zu gewöhnen.
Meine Meinung
Die zweite Staffel beginnt genau dort, wo die erste Staffel geendet hat. Damit ist der Einstieg sehr leicht, zumal die erste Folge der zweiten Staffel mit Abstand die bis dahin witzigste Folge ist. Danach geht es in der üblichen Manier weiter. Die Themen wechseln nur wenig, auch wenn sich die Serie merklich weiterentwickelt hat. Es geht nicht mehr in jeder Folge um einen möglichen Verkauf der Stadt, sondern eher um ehrliche Versuche von Familie Rose sich in das Stadtleben einzubringen. So versuchen die Kinder David und Alexis sich an den ersten Jobs in ihrem Leben und die Eltern überlegen für den Stadtrat zu kandidieren. Durch diese Weiterentwicklung sind die Folgen wesentlich spannender. Grundsätzlich hat die Serie jedoch noch immer die gleichen Probleme. Die Folgen enden gerne an einer Stelle, wo man glaubt, dass sie gerade in Fahrt gekommen wären und man mehr sehen möchte. Dafür gibt es an anderer Stelle viel zu oft Wiederholungen. Hinzu kommen die weiterhin übertriebenen Darstellungen einzelner Charaktere. Dabei sind es leider hauptsächlich die weiblichen Figuren, die so überzeichnet sind, dass sie fast nervig sind. Vor allem Tochter Alexis, die einfach ein Ticken zu doof ist und Mutter Moira, die ein bisschen zu exzentrisch ist. Die anderen Darstellungen sind dafür zurückgenommener und funktionieren dadurch wesentlich besser. Vor allem Sohn David wird langsam sympathisch, weil man ihn langsam besser versteht. Vater Johnny ist so ein Charakter, der mal besser funktioniert und mal übertrieben wirkt. Aber im großen und ganzen kommen einem die Charaktere näher und man fühlt mehr mit ihnen mit. Interessanterweise ist es gerade die Auftaktfolge und die Finalfolge, die wirklich großartiges versprechen. Wenn sich die Serie an diesem Niveau orientiert hätte, wäre auch das Gesamtbild runder. Allerdings lässt gerade das Finale auch auf eine positivere dritte Staffel hoffen. Es bleibt also spannend in Schitt’s Creek.
Das Fazit
Die zweite Staffel von Schitt’s Creek hat sich noch nicht gänzlich von ihrem Anfangskrankheiten befreit, funktioniert aber schon besser als Staffel eins und lässt für die kommenden Staffeln mehr erhoffen.
Schitt’s Creek Staffel 2 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.
Nur Frauen lesen Liebesromane? Wer das glaubt, dem wird mit dieser Reihe das Gegenteil bewiesen! Nachdem ich die Reihe in den sozialen Medien immer wieder empfohlen bekommen habe, musste ich doch mal schauen, was dahinter steckt und kann nur sagen: Sie hat sich schnell zu einer Highlightreihe entwickelt. Warum, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.
Die übergeordnete Handlung
Der „Secret Book Club“ gegründet von Brandon Mack ist eine Gruppe von Männern, die alle Probleme mit Beziehungen hatten. Bis sie sich mit Liebesromanen auseinander gesetzt haben, um ihre Frauen besser zu verstehen, aber auch um bessere Ehemänner und Partner zu werden. Dies sind ihre Geschichten.
Band 1: Ein fast perfekter Liebesroman
Die Handlung: Profisportler Gavin Scott hat ein Problem. Seine Frau Thea will die Scheidung, was er unbedingt verhindern will, zumal er der Ansicht ist, dass sie sich eigentlich bei ihm entschuldigen müsste. In seiner Verzweiflung wendet er sich an einen Freund, der ihn kurzerhand dem Secret Book Club vorstellt. Gavin ist skeptisch, doch für jeden Versuch dankbar.
Meine Meinung: Der Auftakt zur Reihe war auch gleichzeitig mein Highlight. Zum einen war es schon einmal ein ganz anderer Ansatz als bei anderen New Adult Romanen. Denn hier geht es nicht darum, dass sich zwei Fremde kennenlernen und dann die Liebe ins Spiel kommt und sie sich am Ende (hoffentlich) kriegen. Wir beginnen hier praktisch am Ende der Beziehung. An dem Punkt, wo sich Thea scheiden lassen will, weil sie die Beziehung nicht mehr erträgt und Gavin am Boden zerstört ist. Diesmal geht es also nicht darum, zusammenzukommen, sondern die Beziehung zu retten. Und das bedeutet aufzuräumen mit allem, was in den Jahren zuvor schief lief. Was einen gestört hat, aber auch sich selbst reflektieren. Das funktioniert hier wunderbar, weil beide lernen müssen und an sich arbeiten müssen. Als Zusatz hat man hier den Buchclub und Auszüge aus der vom Club empfohlenen Lektüre. Vor allem die Selbstgespräche zwischen Gavin und den Protagonisten des Buches sind sehr witzig und lockern die Atmosphäre gut auf. Im Prinzip ist das Buch ein Lobgesang auf die Liebe und den Kampf für den Erhalt, auch wenn man mal in einer Krise steckt. Dabei sind es aber auch keine kleinen Alltagskrisen, sondern schon große, die das Zusammenleben belasten können. Hinzu kommt, dass Gavin und Thea beide sehr sympathische Charaktere sind und man beide Seiten versteht und doch hofft, dass es einen Weg gibt.
Teil 2: Die Liebesroman-Mission
Die Handlung: Braden Mack ist erfolgreicher Geschäftsmann und Gründer des Secret Book Club. Während er schon einige Ehen seiner Freunde gerettet hat, ist er weiter Single. Bis Liv in sein Leben tritt, die Schwester von Thea Scott (bekannt aus Band 1). Diese hat soeben ihren Job verloren, weil sie ihren Chef dabei erwischt hat, wie er eine Kollegin sexuell belästigt hat. Mack will ihr helfen, dabei müssen sich beide ihren Dämonen der Vergangenheit stellen.
Meine Meinung: Braden Mack war für mich bereits im ersten Band ein spannender Nebencharakter, auf den ich neugierig war und mehr erfahren wollte. Liv war leider eher ein unsympathischer Nebencharakter. Dennoch hat die Autorin es hier gut geschafft die Wendung zu schaffen und Liv greifbarer zu machen mit ihrer ruppigen Art. Auch hier wechseln die Sichtweisen wieder, so dass wir den Leidensweg beider Charaktere verstehen und mit ihnen wachsen. Diesmal kommt als übergeordnetes Thema sexuelle Belästigung hinzu, womit sich die Autorin auf gefährliches Terrain gibt. Doch sie schafft es den schmalen Grad zwischen „Es darf kein Tabuthema sein“ und Respekt vor Betroffenen zu halten. Auch weil sie mehrere Sichtweisen einbaut und auch mehrere Wege damit umzugehen, stellt sie nicht einen Weg als den richtigen hin, sondern geht auf die Thematik ein. Natürlich gibt es auch hier wieder die Anspielungen auf die Liebesromane, aber diesmal wird aus keinem zitiert, was ein bisschen schade ist. So ist es immer noch ein tolles Buch und sehr stark geschrieben, hat aber nicht so ein Alleinstellungsmerkmal wie Band 1.
Teil 3: Liebesromane zum Frühstück
Die Handlung: Noah und Alexis sind beste Freundin. Aus Respekt vor ihrer Vergangenheit ist er da für sie. Dennoch hat er sich in sie verliebt, hat aber Angst die Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Doch dann gibt es einen Kuss, der alles ändern könnte.
Meine Meinung: Der Abschluss der Reihe kommt wieder mit zwei Charakteren daher, die wir vor allem im zweiten Teil schon kennengelernt haben. Waren sie dort noch eher Randfiguren, bekommen wir jetzt Hintergründe und sie dürfen ihre Geschichte erzählen. Dabei ist es der Autorin auch im dritten Teil wieder gelungen eine völlig neue Konstellation zu schaffen. Nach der Rettung der Ehe, dem „Enemy to lover“-Prinzip, kommt jetzt die Freundschaft, die nicht aufs Spiel gesetzt werden soll. So ähneln sich zwar alle Teile der Reihe im Grundgedanken und unterscheiden sich doch von der Herangehensweise. Wie bereits im zweiten Band nimmt auch hier das zur Hilfe herangezogene Buch für Noah relativ wenig Platz. Es gibt zwar wieder einzelne Ausschnitte, aber es wird nur am Rande drauf eingegangen. Hinzu kommt diesmal vorrangig das Thema Familie und Verantwortung, gerade mit Vaterfiguren und wie uns die Erfahrung in der Beziehung beeinflussen kann. Dabei gab es wieder verschiedene Beispiele, wie es sein kann, aber auch genug Freiraum für „Wenn du es anders erlebt hast, dann ist das in Ordnung. Wenn du anders reagiert hättest, dann ist das in Ordnung“. Grundsätzlich also ein schöner Abschluss einer tollen Reihe, auch wenn er nicht an den ersten Teil herankommt.
Das Fazit
The Secret Book Club ist eine tolle Reihe mit verschiedenen Charakteren und verschiedenen Problemen, die von einer Richtung beleuchtet werden, die aber immer Spielraum lassen, dass man es selbst anders empfindet oder anders an die Sache rangegangen wäre. Für die ganze Reihe und für den ersten Band besonderns gibt es von mir eine große Leseempfehlung!
Im Gegensatz zu meinen Quartalsrückblicken bleibt bei den Halbjahresrückblicken das Schema Dezember-Mai. Hier soll es, wie bereits im letzten Jahr, nur um eine kurze Bilanz gehen, in den Quartalsrückblicken gehe ich auf alles etwas ausführlicher ein und die großen Rückblicke gibt es wieder zu Ende des Jahres. Da die Kinos immer noch geschlossen sind – die Zeichen stehen für die zweite Jahreshälfte wieder auf Besserung! – entfällt die Sparte vollständig.
I. Filme – auf großem Fernseher gesehen
48 Filme liefen im ersten Halbjahr bei mir im Heimkino (16 weniger als letztes Jahr). Davon 7 Wiederholungstäter, 7 Originals (aller Plattformen) und 8 Reportagen/Dokumentationen. Von meiner 21 für 2021 Liste sind 7 Filme gesehen. Meine Highlights (ohne Ranking):
1 Der wunderbare Mr. Rogers 2 To all the boys I loved before (komplette Trilogie) 3 Clue 4 Expedition Atlantis 5 Manche mögens heiß 6 Mank 7 The Farewell 8 Flora & Ulysses 9 Aristocats 10 Tea with the Dames
II Serien – ein kurzer Überblick
40 verschiedene Serien mit 43 Staffeln (-6 im Vergleich zum Vorjahr) sind gesehen. Meine Highlights (ohne Ranking):
1 The Unicorn (Staffel 1) 2 Miracle Workers (Staffel 2) 3 The Mandalorian (Staffel 2) 4 The Crown (Staffel 4) 5 Das beste vom Rest (Staffel 1) 6 Bonding (Staffel 1-2) 7 WandaVision (Staffel 1) 8 Zoeys Extraordinary Playlist (Staffel 1) 9 Shadow & Bone (Staffel 1) 10 Miss Fishers neue mysteriöse Mordfälle (Staffel 1)
III Bücher – Das Beste aus den Lesemonaten
45 Bücher sind ausgelesen, 5 Hörspiele sind gehört (+10 Bücher und +5 Hörspiele im Vergleich zum letzten Jahr). Davon sind 13 von meiner 21 für 2021 Liste gelesen. Meine Highlights (ohne Ranking):
1 Ich bin Linus – Linus Giese 2 Becoming Elektra – Christian Handel 3 Eine Leiche zum Tee – Alexandra 4 Goldene Flammen – Leigh Bardugo 5 Die Schönheit der Begegnung – Frank Berzbach 6 Rottkäppchen und der Hipster-Wolf – Nina Mackkay 7 Und ich leuchte mit den Wolken – Sophie Bichon 8 My roommate is a cat – 9 The Secret Book Club 2 – Die Liebesroman-Mission – Lyssa Kay Adams 10 Die Windsängerin – Sven Matthias (Hörspiel)
Wie sah euer erstes Halbjahr aus? Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste? Ich bin immer offen für Empfehlungen!
Na bei wem regnet es auch durchgehend? Der Mai hat zumindest wettertechnisch wenig Spaß gemacht, aber dafür lief es lesetechnisch recht gut. Was da so alles mit dabei war, jetzt in meinem neuen medialen Rückblick auf den Mai.
Filme – auf großem Fernseher gesehen
The Farewell: Billi Wang lebt in New York nachdem sie mit ihrer Familie aus China ausgewandert ist. Als sie erfährt, dass ihr Großmutter Lungenkrebs hat, ist sie am Boden zerstört. Doch die Familie beschließt der Oma nichts zu sagen, sondern eine Hochzeit zu arrangieren, damit alle sie nochmal sehen. Billi ist hin- und hergerissen zwischen Loyalität zur Familie und dem Wunsch sich richtig von ihrer Großmutter zu verabschieden. – Ein Film zwischen einer anderen Kultur, Trauer, aber auch irgendwo eine lebensbejaende Botschaft.
Flora & Ulysses: Flora, 10 Jahre alt, ist Tochter einer Autorin und eines Comiczeichners leidet unter der Trennung dieser. Bis Ulysses bei ihr auftaucht, ein aufgewecktes Eichhörnchen, von dem Flora glaubt, dass es Superkräfte hat. Allerdings ist vor allem Chaos angesagt. – Ein süßer Kinderfilm, der besser ist, als der Trailer glauben lässt.
Yes Day: Allison und Carlos Torres sind eigentlich sehr lebensbejaende Eltern. Doch seit ihre Kinder da sind, erwischen sie sich selbst dabei, wie sie nur noch „Nein“ sagen. Bis der Vertrauenslehrer der Schule sie zu einem „Yes Day“ ermuntert. Ein Tag, an dem sie zu allem, was die Kinder wollen „Ja“ sagen müssen, zumindest innerhalb gewisser Regeln. – Eine schöne Komödie, auch wenn die anfangs sehr positive Geschichte, schnell wieder ins Extreme abtriftet, was dem Ende einen überdrehten Nachgeschmack gibt. Aber gerade die ersten 2/3 sind sehr stark.
Scooby: Als Scooby ein Gyrosspies am Strand klaut, trifft er auf den einsamen und freundlosen Jungen Shaggy. Beide werden sofort die besten Freunden. Als sie an Halloween auf Fred, Velma und Daphne treffen und einen Geist enttarnen, gründen sie die Mystery Inc. Viele Jahre später werden sie getrennt, kurz bevor es jemand auf Scooby abgesehen hat. – Ein süßer „Wie alles begann“ Film, der aber über die nette Nachmittagsunterhaltung nicht hinaus kommt.
Rocky IV: Rocky und Apollo Creed sind inzwischen Freunde geworden. Als der sowjetische Boxer Ivan Drago in die USA kommt und Rocky zum Kampf auffordert, bittet Apollo um den Kampf, da er als alternder Kämpfer seinen Stern erlischen sieht. Doch alles kommt ganz anders. – Vorgeplänkel, Musikvideo, Kampf, Musikvideo, Musikvideo mit Trainingsmontage, Musikvideo mit Trainingsmontage, Kampf, Ende. Für Fans der Reihe wahrscheinlich durchaus ein guter Film, mir hat er nur bedingt zugesagt.
Prinzessin Mononoke: Ashitaka verteidigt sein Dorf und wird dabei von einem Fluch befallen. Auf der Suche nach Heilung trifft er auf das bei Wölfen lebende Mädchen San und kurz darauf auf eine Eisenhütte, die gleichzeitig Frauen und Erkrankten Arbeit ermöglichen und den Wald abholzen, weswegen sie im Kampf mit den Tiergöttern und Tieren des Waldes sind. – Ich bin immer noch kein Anime-Fan, versuche mich aber ein wenig an den Klassikern. So interessant viele Ansätze in diesem Film auch waren, mir war er einfach zu lang.
Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick:
Big Time Rush – Staffel 1 (Ich präsentiere eines meiner absoluten guilty pleasures. Es wurde nun auch Zeit sie meiner besten Freundin zu zeigen)
Schitt’s Creek – Staffel 1* (Ganz netter arm/reich Klamauk, aber die Witze und gerade die Überspitzung der ländlichen Bevölkerung war nicht so richtig meins)
Gargoyles – Staffel 3 (Eine weitere Kindheitsserie konnte beendet werden. Auch wenn die letzte Staffel etwas anstrengend war)
Miss Fishers neue moderne Mordfälle – Staffel 1 (Spin-off mit Phrynes Nichte im Australien der 1960er Jahre. Ich habe etwas gebraucht, um reinzukommen und mich an die Doppelfolgen zu gewöhnen, aber jetzt liebe ich sie und kann die zweite Staffel kaum noch erwarten)
The Unicorn – Staffel 1 (Witzige Serie über einen Freundeskreis mit einem frischen Witwer. Die Charaktere sind einfach herrlich und beleben die Serie ungemein)
Amerikas National Parks – Staffel 1 (Dokumentation über ein paar amerikanische National-parks. Ganz interessant, wie unterschiedlich die verschiedenen Ecken der USA doch sind)
Mein Lesemonat
Bücher insgesamt: 9 Seiten gesamt: 2.965 Seiten pro Tag: 96 im Durchschnitt Gebundenes Buch: 1 Taschenbuch: 7 Hörbuch: 1
Pubertät ist voll nice*: Pubertät beschreibt Silke Neumayer als die Phase, in der sie süßen Kinder von Aliens entführt werden und innerhalb von 24 Stunden zurückgebracht werden, nur um dann Teenager zu sein. Herzschmerz, Pickel, die Wichtigkeit des Smartphones und die Peinlichkeit der Eltern nehmen in dieser Phase unfassbar zu. Dies ist das Werk für alle leidgeprüften Eltern. – Kurzweiliges und witzes Werk über die Pubertät. Nicht nur für Eltern.
Star Wars: Tarkin: Großmoff Wilhuff Tarkin soll den Bau einer mobilen Kampfstation überwachen, als diese angegriffen wird. Seinen Bericht soll er direkt vorm Imperator ablegen und wird daraufhin zusammen mit Darth Vader auf eine Mission geschickt, die schon bald in einer galaktischen Verfolgungsjagd endet. – An sich ein gut geschriebener Sci-Fi Roman mit interessamten Star Wars Charakter. Nur leider lese ich sehr ungern Sci-Fi, weswegen es sich für mich etwas gezogen hat.
Rotkäppchen und der Hipster-Wolf: Die vier Prinzen von Reds (Rotkäppchen) besten Freundinnen Schneewittchen, Dornröschen, Aschenputtel und Rapunzel wurden entführt. Auf ihrer Suche trifft sie ausgerechnet auf einen Hipster-Wolf und das bei ihrer Wolf-Phobie. Dieser sieht in der Suche aber eine tolle Schlagzeile und schließt sich Red an. Die Reise führt die beiden über die Grenzen des Märchenwaldes heraus. – Ein Buch zum totlachen, auch wenn manche Charaktere (*hust Snow hust*) sehr nervig waren. Aber die ganzen Ideen Märchen in unsere Zeit zu holen und die Prinzessinen mit Smartphone und Selfiestick auszustatten ist schon zum totlachen! Bin sehr gespannt, wie es weiter geht.
Deeply: Zoey zieht nach Seattle in die WG ihres großen Bruders Cooper, bereit sich nicht mehr von einem Erlebnis ihrer Vergangenheit vom Leben abhalten zu lassen. Dort trifft sie auf ihren neuen Mitbewohner Dylan. Zwischen beiden besteht sofort eine Anziehung, doch Zoey ist zögerlich und auch Dylan hat ein Geheimnis. – Ein schöner Abschluss der Reihe mit wenig Drama, dafür aber wieder sehr wichtigen Themen, die respektvoll behandelt wurden.
Und ich leuchte mit den Wolken: Lilou reist nach Paris, um ihre französischen Wurzeln zu erforschen. Dabei trifft sie auf Mignon. Zwischen beiden ist sofort eine Anziehung, doch gerade Mignon möchte sich das nicht eingestehen. – Ich mochte Paris und diese ganzen französischen Attitüten bisher nicht, aber in diesem Buch habe ich alle meine Vorurteile gleichzeitig bestätigt und widerlegt gesehen. Und in die Geschichte von Lilou und Mignon habe ich mich schockverliebt! Schon jetzt ein Jahreshighlight!
House of Scarlett: Nachdem Gabriel Legend und Scarlett Priest im ersten Band unschön auseinander gingen, treffen sie doch wieder aufeinander. Und auch wenn sie weiterhin aus verschiedenen Welten kommen, bleibt die Anziehung bestehen. Können sie alle Hindernisse überwinden? – Auch der zweite Band wirkt sehr lang gestreckt und kommt nicht richtig auf den Punkt. Das dürfte sich nach dem Cliffhanger in Band drei ändern, aber der Weg dahin ist ziemlich lang.
Land in Sicht: Jana ist vaterlos aufgewachsen, doch irgendwann fragt sie sich, wie ihr Vater so ist. Als sie herausfindet, dass er Kapitän für eine Flusskreuzfahrt-Reederei ist, bucht sie kurzerhand die Reise. Doch die Reise verläuft anders, als gedacht. – Während mich die Geschichte grundsätzlich angesprochen hat, war die Umsetzung gerade gegen Ende dann doch etwas zu wirr und kam nicht auf den Punkt.
Hummeldumm: Matze wird von seiner Freundin Sina auf eine Gruppenreise nach Namibia geschickt. Nicht nur ist er von der Gruppe alles andere als begeistert, auch hat er vorher vergessen eine Reservierungssumme für die neue Wohnung zu überweisen, weswegen er verzweifelt versucht Handy- und Internetempfang zu bekommen. – Eigentliche eine witzige Geschichte, die sehr mit Stereotypen spielt. Leider überschreitet der Autor in einigen Aussagen die Grenze zu Beleidigungen und teilweise auch zum Rassismus, was dem ganzen einen schlechten Nachgeschmack anhängt. – Hörbuch
James Bond 007 – Moonraker: Nachdem Bond Sir Hugo Drax beim Kartenspiel des Betrugs überführt, wird er als Spion zum Moonraker-Projekt gerufen. Dessen Kopf ist ausgerechnet Sir Hugo Drax. Doch was geht bei dem Projekt wirklich vor sich? – Der dritte James Bond Roman braucht sehr lange um richtig in Fahrt zu kommen und wird erst gegen Ende wirklich spannend.