Vielleicht

Ein Vorwort

Carolin Wahl ist mir seit „Zwei Leben in einer Nacht“ sehr positiv im Gedächtnis. Als sie im noch jungen Loewe Intense Verlag eine New Adult Reihe, die auch noch in Deutschland spielen sollte, ankündigte, zählte ich die Tage bis zur Erscheinung. Inzwischen sind alle drei Bände von der Autorin signiert bei mir eingezogen und sofort verschlungen. Warum mir die Reihe so gut gefällt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Vielleicht Jetzt

Die Handlung: Gabriella reist von Brasilien nach Deutschland, weil sie erfahren hat, dass ihr leiblicher Vater eine Catering Firma in München hat. Unterwegs lernt sie Anton kennen, mit dem es direkt funkt. Als sie ihn jedoch in der Caterin Firma wiedertrifft, wo sie sich Undercover eingeschleust hat, fällt es ihr zunehmen schwerer sich an die Regeln am Arbeitsplatz zu halten.

Meine Meinung: Brie und Anton machen den Anfang von drei ganz einzigartigen Paaren in der New Adult Reihe von Carolin Wahl. Allein schon der Auftakt im Flugzeug war eine schöne Mischung aus Romantik und Komik und ließ mich kaum aus dem Schmunzeln herauskommen. Die WG hat dann auch ganz schnell einen Platz in meinem Herzen gefunden. Ich hatte sehr viel Spaß damit mit Brie München zu erkunden – möglicherweise steht die Stadt jetzt doch auf meiner Liste unbesichtigter Städte. Die Geschichte baut sich langsam auf, was aber hier angemessen ist, da wir so Zeit haben die Charaktere genauer kennenzulernen. Anton wollte ich zwar das ein oder andere Mal schütteln, damit er wieder zur Besinnung kommt, aber die Entwicklung war nachvollziehbar. Auch die zweite Geschichte mit Brie und ihrem Vater war spannend umgesetzt. Die Geschichte ging mir einfach unter die Haut und direkt ins Herz und ist auch meine Lieblingsgeschichte der Reihe (auch wenn Band 3 das fast streitig gemacht hätte, es war am Ende ein sehr knappes Rennen).

Vielleicht Nie

Die Handlung: Joana hat eigentlich ein perfektes Leben. Netter Freund, Studium, gute WG. Nur leider verbirgt sie ihr wahres Ich hinter einer Maske, hinter die nicht einmal ihre besten Freundinnen blicken können. Bis Killian, der Bruder ihrer Mitbewohnerin Karla anfängt ihre Mauern einzureißen.

Meine Meinung: Mit Joana bin ich in Band 1 nicht richtig warm geworden, aber das war wohl gewollt. Denn hier erfahren wir, warum sie mitunter so kalt rüberkommt. Nach und nach erfahren wir die Geschichte aus ihrer Vergangenheit und holen zusammen mit Killian Schritt für Schritt ihr wahres Ich hervor. Killian war dann wohl auch das Highlight der Reihe. Einfach ein Bookboyfriend der Extraklasse. Und auch, wenn ich sage, dass der Band für mich der schwächste der Reihe ist, heißt das bei weitem nicht, dass es ein schwaches Buch ist! Es hat nur einfach verdammt starke Konkurrenz. Auch hier ist der Schreibstil wunderbar flüssig, so dass ich nur durch die Zeilen geglitten bin und das Buch (wie auch die anderen Bände) innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Auch wenn ich kleinere Dinge im Buch nicht mochte (das Verhalten des ersten Freundes, wenn sie Schluss macht, passte irgendwie so gar nicht), konnte es mich im Ganzen doch überzeugen. So wurde Joana zugänglicher und hatte eine tolle Entwicklung.

Vielleicht Irgendwann

Die Handlung: Karla hat einige finanzielle Schwierigkeiten, wie sie viele Studierende kennen. Doch als die Werkstatt ihres Vaters in Schieflage gerät, versucht sie schnell Geld aufzutreiben. Da kommt ihr das Angebot von Formel-2 Star Henning Kiefer gerade recht, zumal sie mit dem Geruch von Motoröl und dem Geräusch quietschender Reifen aufgewachsen ist. Doch aus der Fake-Beziehung wird schnell etwas wesentlich komplizierteres.

Meine Meinung: Mit Formel-2 und allem ähnlichen kann ich so gar nichts anfangen. Anhand der Beschreibung befürchtete ich, dass es einen ziemlich großen Teil der Geschichte einnehmen würde. Doch Carolin Wahl schafft es hier das Thema so subtil einzuarbeiten, dass Fans wahrscheinlich voll auf ihre Kosten kommen, Laien wie ich aber nicht mit zu vielen Details überschwemmt werden. Wir erleben Karla hier noch einmal von einer ganz anderen Seite, was spannend zu erkunden war. Henning hatte sofort einen Platz in meinem Herzen (kommt aber leider nicht gegen Killian an). Die Geschichte mit dem Fake-Freund mochte ich auf Anhieb und war gleichzeitig sehr froh, dass die meisten Stolpersteine dieses Tropes umschifft wurden. Der ein oder andere Dramaanteil wäre vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen, aber in die Geschichte hat es gepasst. So war diese rund erzählt, spannend und bot tolle Charaktere. Ein schöner Abschluss einer starken Reihe, die einen Platz in meinem Herzen hat. Ich freue mich auf mehr Werke der Autorin.

Das Fazit

Die Vielleicht-Reihe von Carolin Wahl bietet drei völlig unterschiedliche Geschichten, die auf die ein oder andere Weise überzeugen können. Drei starke Frauen, drei tolle Männer, drei tolle Geschichten. Für New Adult Fans auf jeden Fall eine große Empfehlung!

S(e)oul Duett

Ein Vorwort

Ich greif ja gern mal zu einem guten New Adult Buch. Als ich hörte, dass dieses auch noch in Korea spielt und keinen K-Pop Bezug hat, wusste ich, ich musste es haben. Warum ich die Reihe bedingungslos weiterempfehlen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Blue S(e)oul Nights

Die Handlung: Nach dem Tod ihres Vater sucht Jade nach einem Neuanfang. Sie bekommt ein Jobangebot als Englischlehrerin in Korea und lässt ihr altes Leben hinter sich. In Seoul findet sie nicht nur neue Freunde, sondern lernt auch Hyun-Joon kennen. Und auch, wenn beide nur wenig Zeit haben, kommen sie sich langsam näher.

Meine Meinung: Sehnsuchtsziel Korea aus der Perspektive der Protagonistin Jade kennenzulernen, die sich dort langsam aber sicher einlebt, war eine schöne Abwechslung zum Setting in den USA und auch war es mal keine Universität, sondern verschiedene Stellen. Die Liebe zur Kunst und zur Fotografie werden hier vereint und zusammen mit den wunderbaren Protagonist*innen Jade und Hyun-Joon erleben wir eine zauberhafte Geschichte. Allerdings auch eine Geschichte mit ernsten Themen, die Triggerwarnung ist ernstzunehmen. Denn Autorin Kara Atkin schafft es die Balance zwischen ernsten Themen und leichter Liebesgeschichte zu schaffen und holt einen von der ersten Seite an ab. Die Geschichte baut sich relativ langsam auf, so dass wir viel Zeit haben die beiden kennenzulernen. Auch wenn es im Bereich New Adult angesiedelt ist, wirken die Protagonist*innen wesentlich reifer, da sie einige schmerzliche Erfahrungen schon machen mussten, die sie prägten. Der leichte Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Das Ende ließ mich dann doch sehr unzufrieden zurück, weswegen ich den zweiten Band kaum erwarten konnte.

Achtung, die Inhaltsangabe von Band 2 spoilert das Ende von Band 1!

Golden S(e)oul Days

Die Handlung: Nach drei Jahren in Singapur reist Jade zurück nach Korea. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen trifft sie wieder auf Hyun-Joon und ihre Gefühle kehren heftiger zurück als zuvor. Doch nach seiner Zeit beim Militär hat er sich geändert. Gibt es für beide eine gemeinsame Zukunft?

Meine Meinung: Das Ende von Band 1 hat mich ziemlich unbefriedigt zurückgelassen, wusste man doch nicht, wie die finale Entscheidung der beiden ausfiel. In Band 2 werden wir dann direkt in die Zeit drei Jahre später katapultiert und erfahren nach und nach, was zwischen den Bänden passiert ist. Der zweite Band ist wesentlich schwerer, da auch hier die ernsten Themen (auch hier unbedingt auf die Triggerwarnung achten!) nochmal deutlich zunehmen. Und auch, wenn die Lockerheit der Liebesgeschichte aus dem ersten Band fehlt, habe ich jede Seite aufgezogen, habe mitgefiebert und war mir doch uneinig, was ich von den Veränderungen gerade bei Hyun-Joon halten sollte. Doch nach und nach klärt sich alles auf und sein Verhalten wird immer nachvollziehbarer. Auch hier trägt der leichte Schreibstil durch die Geschichte und die Hoffnung auf ein Happy-End hält einen am Ball. Die Geschichte findet einen runden Abschluss, doch auch danach bleibt die Sehnsucht nach dem Land und eine kleine Traurigkeit, da ich mich von den Charakteren verabschieden musste.

Das Fazit

Das S(e)oul Duett überzeugt durch einen leichten Schreibstil, das Sehnsuchtsziel Korea und tolle Charaktere. Eine schöne Liebesgeschichte vor allem in Band eins geht in eine Auseinandersetzung mit wichtigen Themen in Band 2 über. Eine schöne New Adult Reihe, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

When we Dream – Fall – Hope

Ein Vorwort

Als ich den ersten Band auf meine 21 für 2021 Liste packte, ahnte ich nicht, dass ich etwas über ein Jahr später durch diverse K-Dramen wesentlich intensiver in der koreanischen Kultur und auch das Phänomen K-Pop wesentlich besser verstehen konnte. So konnte ich die beiden Folgebände in diesem Jahr noch wesentlich mehr genießen. Wie mir die Reihe darüber hinaus gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

When we Dream

Die Handlung: Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern mit ihren beiden Schwestern zusammen in Chicago. Sie liest viel und zieht sich aus der Außenwelt zurück. Dann lernt sie Jae-Yong kennen. Beide haben sofort einen Draht zueinander. Doch Jae-Yong ist ein weltweit berühmer K-Pop-Star. Und sein Vertrag verbietet ihm eine Freundin zu haben.

Meine Meinung: Den ersten Band habe ich Ende letzten Jahres gelesen und hatte ihn mir nur wegen der ganzen positiven Rezensionen zugelegt. Mit K-Pop konnte ich wenig anfangen, aber das ist bei dem Werk  auch gar nicht schlimm, denn im Prinzip könnte es auch ein Rockmusiker oder ähnliches sein, es geht primär um die verschiedenen Welten, Paparazzi und die Vorteile und Bürden des berühmten Lebens. Aber dennoch eben anders und neu und mit einer schönen Portion koreanischer Kultur (auch wenn die in den Folgebänden noch stärker wird). Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig zu lesen und so bin ich schnell in dem Buch versunken und konnte es fast nicht mehr aus den Händen legen. Da es diesmal in allen drei Bänden um das gleiche Paar geht, war mir klar, dass es mir etwas dramatischem enden musste, aber hier hat es mich nicht gestört. Normalerweise mag es nicht, wenn Liebesgeschichten sich zu lange ziehen und zu viele Wendepunkte haben, aber hier war es gut ausgearbeitet und das Kennenlernen ist langsam von statten gegangen und auch die Gefühle haben sich langsam aufgebaut, was mir gut gefallen hat. Die Charaktere waren sehr sympathisch, auch wenn man bei der ein oder anderen Sache ein Auge zudrücken musste (Ihre kleine Schwester ist ein riesen NXT Fan und Ella kennt nicht einen der Mitglieder?).
Da die Folgebände auf diesem aufbauen sind kleine Spoiler gerade in der Inhaltsangabe nicht zu vermeiden. Wer also gar nicht mehr wissen möchte, sollte hier aufhören zu lesen.

When we Fall

Die Handlung: Ella und Jae-Yong sind nach dem Skandal in New York getrennt. Doch beide kommen damit nicht gut klar. Zaghaft bauen sie ihren Kontakt wieder auf, doch die Probleme bleiben die gleichen. Schaffen sie es diese zu überwinden? 

Meine Meinung: When we fall ist zwar im großen und ganzen ein typischer Mittelband, der den Bogen zwischen Aufbau in Band eins und Finale in Band 3 schließen muss, aber trotzdem hat es sich nicht wie ein reiner Füllband angefühlt. Er hatte genug eigene Handlung, um eine Daseinsberechtigung zu haben und baut die Beziehung zwischen Ella und Jae-Yomg langsam und realistisch wieder auf. Den zweiten Band habe ich im Mai diesen Jahres gesehen, als ich bereits mitten im K-Drama Fieber war und daher auch vermehrt K-Pop gehört habe. War es für mich vorher in Band 1 nicht störend, war die Thematik jetzt ein großer Pluspunkt für mich. Man merkt, dass sich die Autorin mit der Branche befasst hat und neben den positiven Seiten, eben auch die Schattenseiten aufzeigt. Die Geschichte konnte mich noch immer mitreißen und so flog ich nur die Seiten.

When we Hope

Die Handlung: Ella und Jae-Yong sind sich in den letzten Wochen wieder näher gekommen. Doch noch immer trennen sie tausende von Kilometern und auch sein Management ist noch strikt gegen die Beziehung. Können sie alle Hindernisse überwinden und ihr gemeinsames Glück finden?

Meine Meinung: Auch im dritten Teil wurde es noch einmal spannend. Wir lernen endlich Jae-Yongs Leben in Korea kennen, es wird noch einmal dramatisch mit dem Management und einige andere Hindernisse gilt es zu überwinden. Als Abschluss der Reihe funktioniert der Band sehr gut und auch wenn die Geschichte schon zwei Bände dauert, sind keine Längen vorhanden, es gibt genug Handlung und die Geschichte ist einfach nur toll. Vor allem merkt man auch die Entwicklungen nicht nur in der Beziehung, sondern auch der Charaktere allgemein. Ich mochte die Schwesterndynamik, die Dynamiken innerhalb von NXT und konnte auch Band 3 nicht mehr aus der Hand legen. Ein schöner Abschluss einer unvergesslichen Reihe, die einen großen Platz in meinen Herzen bekommt.

Das Fazit

Ob K-Pop Fan oder nicht, die Geschichte ist einfach nur zuckersüß, tolle Charaktere, der Aufbau hat gut über drei Bände funktioniert und der Schreibstil war super flüssig. Ich habe die Bände nur inhaliert.

 

Rückblick auf den Juli 2022

Ein sehr warmer Monat ist vorbei. Ob die Hitzewelle wirklich überstanden ist, darüber will ich hier gar nicht spekulieren. Auf jeden Fall war es in den Kinos gut klimatisiert, allerdings merkt man hier das Sommerloch. Und irgendwie war der Juli ein seltsamer Monat. Meine Listen ruhten in den meisten Fällen sehr lange, obwohl ich nicht das Gefühl hatte, weniger zu konsumieren. Nun gut, schieben wir es einfach alles auf die Temperaturen. Auf jeden Fall folgt hier mein medialer Rückblick auf den Juli.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Cinemathek: Everything, everywhere, all at once: Evelyn Wang ist komplett überfordert. Eine Steuerprüfung steht an, ihr Vater ist vor kurzem aus China zu ihnen in die USA gezogen, ihr Mann Waymond will sich scheiden lassen und ihre Tochter versucht ihre Freundin der Familie vorzustellen. Doch bei der Steuerprüfung übernimmt plötzlich ein Waymond aus einer anderen Realität den Körper ihres Mannes und erzählt ihr, dass sie in einer anderen Realität eine Technologie entwickelt hat, um die Realitäten zu verknüpfen. Doch dabei hat sie etwas geschaffen, was sie jetzt aufhalten müssen: Jobu Tupaki. – Lange Zeit ein etwas anderer Film über Multiversen, dann zieht er sich leider und driftet zu sehr ab. Hinten raus eher enttäuschend.

Liebesdings: Marvin Bosch ist ein gefeierter Schauspieler. Doch nach einem desaströsen Interview findet er sich im kurz vor dem Bankrott stehenden Theater von Frieda und ihren Freund*innen wieder. Da er untertauchen muss und Frieda Geld braucht, schließen sie sich zusammen. – Wenig Liebe, wenig Komödie, schlecht für eine Liebeskomödie, aber grundsätzlich gute Themen angesprochen, nur zu viel und zu oberflächlich.

Thor 4 – Love & Thunder: Thor hat sich den Guardians of the Galaxy nach Endgame angeschlossen. Doch so richtig scheint es nicht seine Bestimmung zu sein. Er folgt einem Notruf von Lady Sif und erfährt, dass Gorr über das Nekro-Schwert verfügt und geschworen hat: Alle Götter müssen sterben. Als er versucht New Asgard zu retten, trifft er auf eine altet Bekannte. – Er hat seine (optischen) Momente, aber meist driftet er ins Oberflächliche ab. Thor hatte sich eigentlich wesentlich weiter entwickelt.

Elvis: Colonel Tom Parker ist eigentlich ein Rummelplatz-Manager, doch als er den jungen Elvis Presley entdeckt, beginnt eine ganz andere Karriere. Zusammen erobern sie die Musikcharts. Doch im Laufe der Zusammenarbeit tauchen immer mehr Differenzen auf.- Tolles Biopic, etwas wenig Musik, aber interessanter Erzählstil.

Anime Special: Sing a bit of harmony: Satomi lebt in einer Modellstadt, wo künstliche Intelligenz getestet wird. Roboter sind in ihrem Alltag fest integriert. Ihre Mutter steht kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Projekts und hat daher wenig Zeit. Als mit Shion eine neue Mitschülerin auftaucht, die auf Satomis Glück aus ist, steht die Welt Kopf. Doch dann findet Satomi mit ihrem Freundeskreis heraus, dass Shion das neue Projekt der Mutter ist. – Thema künstliche Intelligenz mal ganz anders aufgezogen, sehr süßer und lebensfroher Film.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Motherless Brooklyn: In den 1950er Jahren arbeitet Lionel Essrog für das Detektiv-Büro von Frank Minna. Durch sein fotografisches Gedächtnis ist er ein unverzichtbares Teammitglied. Als Minna bei einem Auftrag getötet wird, nimmt sich Lionel dem Auftrag an, merkt aber schnell, dass da mehr dran ist, als auf dem ersten Blick schien. – Spannender Krimi trotz ruhiger Erzählweise.

Die Erfindung der Wahrheit: Elizabeth Sloane ist Lobbyistin und hat einige erfolgreiche Kampagnen für Cole Kravitz & Waterman geleitet. Doch beim Thema Waffenkäufe wechselt sie unerwartet das Lager und steigt bei einem kleinen Konkurrenten ein. Damit tritt sie einen Wettlauf los, bei dem einige schmutzige Mittel eingesetzt werden. – So ganz bin ich wohl nicht mit allen Wendungen hinterhergekommen, aber sehr spannender Politthriller.

Chip & Chap: Die Ritter des Rechts: Nach dem Ende ihrer Fernsehserie geht die Rettungstruppe getrennte Wege. Doch als Samson in Gefahr gerät, müssen sich Chip & Chap wieder zusammen tun, da die Polizei nur eingeschränkt ermittelt. – Ganz nett für zwischendurch, aber so wirklich kommen die Kindheitserinnerungen nicht durch.

Train to Busan: Seok-Woo ist Fondmanager und hat daher wenig Zeit für seine Tochter Su-An. Diese ist so traurig, dass sie mit dem Zug zurück zu ihrer Mutter nach Busan fahren will. Seok-Woo will sie nicht allein fahren lassen und steigt mit ein. Doch auf der Fahrt häufen sich die Meldungen, um merkwürdige Tumulte in ganz Korea. – Ich hasse Zombies. Ich hasse Horrorfilme. Aber dafür ist der Film echt gut.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Meine Stunden mit Leo: Emma Thompson als sexuell unbefriedigte Witwe, die sich einen jungen Mann gegen Bezahlung holt und dann ein philosophischer Film über das Leben. Das verspricht der Trailer und genau das reizt mich noch an dem Film.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Monsieur Claude und sein großes Fest, Men, DC League of Super-Pets

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Her private life – K-Drama (Super süßes Drama mit viel Witz und Charme. Hintenraus 1-2 Folgen zu lang)

How I met your father – Staffel 1 (Ganz nettes Reboot, kann aber nicht die alten Vibes hervorholen. Mal schauen, was folgende Staffeln bringen)

Hospital Playlist – Staffel 1 – K-Drama (Ein bisschen Krankenhaus, ein bisschen Drama, aber größtenteils einfach tolle Charaktere. Gut für zwischendurch, da wenig zusammenhängende Handlung)

How to build a s*x room – Staffel 1 (Als Fan von Einrichtungssendungen konnte ich bei diesem Konzept nicht widerstehen. Sehr sympathische Host)

Ducktales – Staffel 2 (Die Kindheitserinnerungen wurden herausgeholt und nicht enttäuscht. Noch immer mitreißende Folgen)

Lovestruck in the City – K-Drama (Die Geschichte war ein auf und ab, konnte mich aber im Gesamtkonzept nicht überzeugen, auch wenn sie hinten raus nochmal deutlich an Stärke zugelegt hat)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten insgesamt: 2.855
Seiten pro Tag: 92 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 1
Taschenbuch: 3
E-Book: 1
Comic/Manga/Graphic Novel: 3

Nevernight 1 – die Prüfung: Mia hat Rache an den Mördern ihrer Familie geschworen. Dazu versucht sie dem geheimen Assassinenorden beizutreten. Doch die Aufnahmeprüfung verlangt ihr alles ab. – Etwas zäher Roman, auch wenn stellenweise ziemlich spannend. War grundsätzlich aber einfach nicht meine Geschichte.

Beastseller 1 – Monomythos: Marc wacht in einer Fantasywelt auf und hat nur noch eine Nummer in seinem Smartphone gespeichert. Ciri eine Fee in Handyform erklärt ihm, dass er eine Heldenreise durchleben muss, um wieder zurück zu kommen. – Roman in Chatform, der mit einigen Klischees aufräumt bzw. diese bewusst ausspielt. Sehr witzig und gut umgesetzt.

Vielleicht Irgendwann: Karla hat sich vorgenommen keine Beziehung einzugehen. Als sie auf Henning Kiefer, ihrem Idol aus der Formel 2, trifft, könnte sie jedoch schwach werden. Dann bekommt sie ein zweifelhaftes Angebot: Sie soll Hennings Freundin spielen. Da sie dringend Geld braucht, geht sie drauf ein, nichts ahnend, was seine Nähe in ihr auslöst. – Die Grundidee mochte ich, die Umsetzung hat mich überrascht, aber die Geschichte hab ich geliebt. Sehr schöner Abschluss der Reihe.

Spy x Family – Band 2-4: Anja hat die Aufnahme an die Eden-Akademie geschafft. Doch Schule und lernen liegt ihr so gar nicht. Yuri, Yors Schwester, kommt zu Besuch und ist gar nicht begeistert von Loid. Und Anja bekommt einen Hund, mit dem sie prompt ein Bombenattentat verhindern muss. – Spannend und witzig mit tollen Charakteren, eine tolle Manga-Reihe.

Und wir tanzen über den Flüssen: June kehrt nach London zurück und trifft prompt auf Kian, ihrem Ex. Schnell schleichen sie die alten Gefühle bei beiden wieder ein. Doch dann ist da noch Ash, Kians bester Freund, mit dem sie sich nur fetzt, auch wenn sie das prickeln in seiner Nähe nicht ignorieren kann. – Das Finale der Love is love Reihe befasst sich mit Polyamorie und das auf eine sehr herzliche Art. Es hat leider ein bisschen lange gebraucht, um sich aufzubauen, wodurch kleine Längen vorhanden waren, aber die tollen Charaktere und die starke Geschichte macht vieles wett.

Wood High Love: Lova ist nur genervt vom Frauenaufreißer Novid. Als dieser sich dann auch noch bei dem Campingausflug ihres Freundeskreises einschleicht, wär sie am liebsten an die Decke gegangen. Doch bei dem Camping passieren einige merkwürdige Dinge. Wer ist dieser O., der ihr ständig Nachrichten schreibt? – Leider wieder eines der schlechteren Werke von D. C. Odesza. Beide Protagonist*innen sind sehr nervig und ihr Gezicke wenig nachvollziehbar. Schade.

Eine Handvoll Filme/Serien/Bücher – Disability Pride Month

Juli ist der Disability Pride Month.
Nachdem im Juni die Sichtbarkeit der queeren Gemeinschaft gefeiert wurde, geht es im Juli darum auf Behinderungen aufmerksam zu machen, Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen und Klischees und Vorurteile abzubauen.
Im Vorfeld hatte ich auf Twitter nach Filmempfehlungen gefragt, in denen Menschen mit Behinderungen gezeigt werden und die eben nicht die gängigen Klischees und Vorurteile widerspiegeln. Es mag auch an meiner geringen Reichweite liegen, oder es gibt einfach keine Empfehlungen, auf jeden Fall lief die Anfrage leider ins Leere.
Dennoch will ich versuchen euch heute eine kleine Auswahl zusammenzustellen. Da ich nicht auf eine Handvoll in einem Medium gekommen bin, habe ich diesmal alle zusammengefasst. Gerade bei den Büchern ist die Art der Disability teilweise ein Spoiler, also Spoilerwarnung!

Motherless Brooklyn

Die Handlung: In den 1950er Jahren arbeitet Lionel Essrog für das Detektiv-Büro von Frank Minna. Durch sein fotografisches Gedächtnis ist er ein unverzichtbares Teammitglied. Als Minna bei einem Auftrag getötet wird, nimmt sich Lionel dem Auftrag an, merkt aber schnell, dass da mehr dran ist, als auf dem ersten Blick schien.

Warum der Film so wichtig ist: Protagonist Lionel hat das Tourette-Syndrom. Dies äußert sich bei ihm u.a. , dass er Worte immer wieder verdreht, bestimmte Gestiken wiederholt und Dinge und Menschen mehrfach berührt. Auch wenn ihn das zum Außenseiter macht, hat er doch seinen Freundeskreis, der ihn so nimmt, wie er ist. Gerade sein Mentor Frank Minna unterstützt  ihn. Auch trifft er im späteren Verlauf immer wieder auf Charaktere, die sich daran wenig stören und ihn ermutigen seinen Weg weiter zu gehen. Grundsätzlich gibt es keinen Charakter, der ihn direkt diskriminiert, eher welche, die sich mehr an seinem Tourette stören. Verpackt in das Setting der 1950er Jahre erzeugt der Film eine gute Stimmung und erzählt eine spannende Kriminalgeschichte. Natürlich ist die Disability allgegenwärtig und wird auch nicht klein geredet, sie wird aber als gegeben akzeptiert und zeigt, dass Protagonisten auch so gezeichnet sein dürfen, ohne schwach zu wirken, auch wenn die Gesellschaft sie gerne schwach machen möchte.

The Peanut Butter Falcon

Die Handlung: Zak hat Down-Syndrom und wurde von seiner Familie verstoßen, weswegen er in einem Altenheim untergebracht wurde. Die Pflegerin Eleanor versucht ihm das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Zak hat jedoch nur einen Traum. Er will in die Wrestlingschule in Ayden von „Salt Water Redneck“, deren Werbung er auf einer alten Videokassette immer und immer wieder angesehen hat. Als ihm eines Nachts die Flucht gelingt, trifft er auf Tyler. Der ehemalige Krabbenfischer und inzwischen Kleinkriminelle ist auf der Flucht vor den Konsequenzen seines Handelns und irgendwo auch vor der Vergangenheit. Zunächst ist er wenig begeistert, als Zak sich an seine Fersen heftet, doch schon bald entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft.

Warum der Film so wichtig ist: Dieser Film behandelt nicht nur das Down-Syndrom, sondern hat in der Hauptrolle auch Zack Gottsagen, der eben dieses hat. So beginnt der Film mit dem klassischen Drama, dass Zak trotz seiner 22 Jahre bereits in ein Altenheim von seinen Eltern abgeschoben wurde. Doch ihm gelingt die Flucht und mit dem Zusammentreffen auf Tyler entsteht ein absolut warmherziger Film, der Zak nimmt, wie er ist, und sich eher auf den Roadtrip bzw. um Tylers schwierige Vergangenheit konzentriert. Es gibt hier keine übertriebenen Kitschszenen, in denen Zak „über sich und seine Behinderung hinauswächst“, sondern tolle Naturszenen und das Leben mal aus einem ganz anderen Blickwinkel. Besonders schön ist aber, dass es sich um eine Tragikkomödie handelt, der Film also durchaus witzige Szenen hat, Zak aber nicht als die Witzfigur dastehen lässt, sondern den Humor aus der Situation als solches zieht.

Superstore – Staffel 1-7

Die Handlung: Cloud 9 ist ein sogenannter Superstore. Gefühlt so groß wie eine Kleinstadt gibt es hier absolut alles zu kaufen. Dabei haben die Mitarbeiter*innen alle Hände voll zu tun, um das Chaos einzudämmen. Dabei ist jedoch stets Zeit für allerlei Drama. 

Warum die Serie so wichtig ist: Das Cloud 9 Team ist grundsätzlich schon sehr divers und hat die verschiedensten Charaktere. Mit dabei ist auch Garrett McNeill, der im Rollstuhl sitzt. Das schöne hierbei ist, dass es kaum zum Hauptthema gemacht wird. Er sorgt im Team ebenfalls wie die anderen für die Situationskomik, aber nicht weil er der Rollstuhlfahrer ist, sondern wegen seines trockenen Humors. Dennoch schafft die Serie es immer wieder Thematiken wie nebenbei einzuschieben, z. B. wenn Garrett eben an etwas nicht dran kommt, weil er nicht einfach aufstehen kann. Dann ist auch eine Folge dabei, die mit den typischen Klischee des „Wieso sitzt er im Rollstuhl“ aufräumt, in dem die Aussage der Folge ist, dass es egal ist, warum er darin sitzt und ob es seine Schuld ist oder nicht, er muss damit leben und will, dass die anderen ihn auch ganz „normal“ behandeln und nicht mit Samthandschuhen anfassen.

Deeply – Ava Reed

Die Handlung: Zoey zieht nach Seattle in die WG ihres großen Bruders Cooper, bereit sich nicht mehr von einem Erlebnis ihrer Vergangenheit vom Leben abhalten zu lassen. Dort trifft sie auf ihren neuen Mitbewohner Dylan. Zwischen beiden besteht sofort eine Anziehung, doch Zoey ist zögerlich und auch Dylan hat ein Geheimnis.

Warum das Buch so wichtig ist: Wie Eingangs bereits erwähnt, kann ich über dieses Buch im Zuge des Disability Pride Month nicht reden, ohne einen großen Spoiler. Denn tatsächlich ist Dylans Geheimnis seine Behinderung. Er hat nach einem Unfall ein Teil seines Beines verloren und trägt daher eine Protese. Da er selbst keinen Wind um das Thema machen wollte, hat er seinen WG-Freunden dies beim Einzug nicht erzählt und dann irgendwie den Zeitpunkt verpasst. Hierbei schafft Ava Reed es nicht nur erneut eine unfassbar schöne Liebesgeschichte zu erzählen, sondern auch auf Zoey und ihre Vergangenheit einzugehen, dabei aber  Dylan nicht außer Acht zu lassen. So geht es um seine Art des Umgangs mit seiner Behinderung, man lernt aber auch viel über Protesen, wie sie einen einschränken oder eben dies nicht tun.

Maybe Someday – Colleen Hoover

Die Handlung: Nach der Trennung von ihrem Freund steht Sydney wortwörtlich im Regen. Ridge nimmt sie auf. Der Ridge, dem sie immer beim Gitarre spielen zugesehen hat, den sie von Anfang an faszinierend fand. Doch sie will sich nicht erneut verlieben und er ist in einer glücklichen Beziehung.

Warum das Buch so wichtig ist: Auch hier hat mich die Art der Behinderung sehr überrascht, bin ich doch über meine eigenen Vorurteile gestolpert. Denn wir lernen Ridge als den Gitarrenspieler vom Balkon gegenüber kennen. Erst als Sydney das erste Mal bei ihm ist, stellen wir fest, dass er gehörlos ist. Da Sydney keine Gebärden kann, wird hier viel über Chats kommuniziert. Dabei geht es um die Liebe zur Musik und die Liebesgeschichte, die sich langsam aufbaut. Das ganze mit für Colleen Hoover typische liebevolle Charaktere, Witz und auch einiges an Herzschmerz, wird Ridge doch nicht durch seine Behinderung definiert, sondern die Handlung wird mit ihr aufgezogen. Barrieren werden abgebaut und auch einige Vorurteile.

Welche Bücher/Serien/Filme fallen euch zum Thema Disability Pride ein? Gerne her mit euren Empfehlungen!

 

Eine Handvoll Bücher – 3/22

Herzlich Willkommen zur dritten Ausgabe der buchigen Handvoll in diesem Jahr. Heute mit: einem musikalischem Camp, einem beschworenen Erzdämon, einem verlorenen Gedächtnis, einem gestohlenen Ring und flammender Fantasy.

All the Broken Strings

Die Handlung: Vor sechs Jahren wurde Vincent Kennedy zum Weltstar nach seinem Final Jam Sieg im Camp Melody. Mit dem Song, den er mit MacKenzie geschrieben hatte. Sechs Jahre später ist sie zur Rettung des Camps auf seine Hilfe angewiesen. Doch obwohl sich beide schworen den*die andere*n zu hassen, sind da wieder diese Gefühle.

Meine Meinung: Von Autorin Lana Rotaru habe ich schon einige Bücher gelesen. Während ich ihre Romantasy Reihen (Seven Sins & Black) geliebt habe (bzw. immer noch liebe, ich hänge bei Seven Sins etwas hinterher), konnte mich ihre Romance Reihe Crushed Trust nur sehr bedingt abholen. Doch mit All the broken strings beweist sie, dass sie auch das Genre beherrscht. Die Geschichte rund um MacKenzie und Vincent beginnt zwar mit einem typischen Klischee, baut sich danach aber zu einer absoluten Überraschung auf. Die Charaktere waren einfach super gearbeitet und haben eine tolle Entwicklung durchgemacht. Das Drama war in guten Portionen unterteilt, so dass es nie langweilig wurde, die Charaktere aber trotzdem Zeit hatten sich zu entwickeln und aus ihren „Fehlern“ zu lernen. Ich war verzaubert vom Camp Melody und auch die Nebencharaktere haben genügend Platz bekommen. Bisher wohl Rotarus bestes Buch und wir dürfen gespannt sein, auf alles, was da noch kommt.

Mona 2 – Verliebt Verlobt Beschworen

Die Handlung: Nach den Ereignissen in Band 1 sieht sich Mona einem Hexenprozess gegenüber. Boris, der Vampir, hat eine neue Prüfung und auch weiterhin stehen den Freund*innen wieder einiges bevor. Vor allem müssen Mona und ihr Erzdämon Ba’al rausfinden, was es zwischen ihnen nun ist.

Meine Meinung: Bereits mit dem ersten Band hat I. B. Zimmermann bewiesen, dass sie es spielerisch beherrscht absolut tolle und dabei einzigartige Charaktere zu erschaffen. Mit Mona schafft sie es dann auch endlich allen unsicheren Menschen ein Vorbild zu geben. Denn sie lässt ihre Protagonistin mit ganz normalen Alltagssituationen hadern und zeigt auf, warum genau das aber vollkommen in Ordnung ist. Und trotz verboten gut aussehendem Erzdämon, geht sie ihre Schritte aus eigener Kraft. Und genau das erleben wir auch im zweiten Band. Neue Abenteuer stehen bevor und ganz nebenbei müssen sie und Ba’al noch feststellen, was das genau zwischen ihnen beiden ist. Das diesmal auch der Erzdämon zu Wort kommt und seine eigene Perspektive bekommt, ist absolut Gold wert. Denn dadurch bekommt das Buch noch viel mehr Tiefe – und nicht nur, weil wir noch mehr Einblicke in die Hölle bekommen. Ich bin auf jeden Fall absolut verliebt in das Buch und freue mich schon wahnsinnig auf einen dritten Band.

Between your Words

Die Handlung: Jim kommt als Hilfspfleger ins Blue Ridge. Dort trifft er auf Thea, mit der er sofort auf einer Wellenlänge ist. Doch Thea hat eine besonders schwere Form der Amnesie und kann sich immer nur für fünf Minuten erinnern, bevor ihr Gedächtnis wieder gelöscht wird.

Meine Meinung: Emma Scott ist eine dieser Autor*innen, die mich bisher immer begeistern konnten. Dementsprechend hoch war meine Erwartung an dieses Werk. Wohl zu hoch, denn auch, wenn es im großen und ganzen gut war, so konnte es mich nicht so umhauen, wie die Werke, die ich bisher von ihr gelesen habe. Dabei mochte ich die Grundidee, auch wenn mir von Anfang an klar war, dass es schwierig werden würde, dies umzusetzen. Dabei gelingt Scott dies am Anfang beinahe spielerisch und auf dem gewohnt zauberhaften Niveau. Der Mittelteil war so ungefär zu erwarten, aber dennoch fing es für mich hier an sich etwas zu ziehen. Vielleicht, weil es mir ab hier mit der Liebesgeschichte etwas zu schnell ging. Da fehlten mir die feinen Nuancen, die ihre Bücher sonst zu etwas besonderem machen. Aber eigentlich ist dies Jammern auf hohem Niveau, denn die Geschichte ist trotzdem größtenteils rund – ein paar Entscheidungen der Protagonist*innen mal außen vor gelassen. Dafür wurde das Ende wieder deutlich stärker, denn es wurde auch wieder realistischer. Dennoch freue ich mich auf weitere Bücher der Autorin.

Stolen 1 – Verwoben in Liebe

Die Handlung: Abby Woods kommt auf die Darkenhall, ein Internat für schwer erziehbare Kinder. Dort wird ihnen geholfen, vor allem durch Bastian Tremblay beim Antiagressionstraining. Zusammen mit seinem Bruder Tristan ziehen sie Abby in ihren Bann, doch die merkt schnell, dass mit den beiden etwas nicht stimmt. Nachdem sie Bastians Ring stiehlt, kommt sie hinter ihr Geheimnis und muss einsehen, dass sie einen schrecklichen Fehler gemacht hat.

Meine Meinung: Eine SuB-Leiche, die ich im Rahmen der 22 für 2022 endlich von ihrem Dasein befreien konnte. Da das Buch eher durch Zufall bei mir landete, hatte ich eher wenig Erwartungen, auch wenn ich bisher eher mittelmäßige Rezensionen dazu auf Instagram gelesen hatte. Und genau da landet das Buch auch für mich. Vielleicht hatte ich einfach schon genug Urban Fantasy Geschichten an einer Schule/Internat mit zwei beliebten und gut aussehenden Brüdern, wo sie sich zwischen beiden entscheiden muss, obwohl sie ja eigentlich nicht so eine ist und die Brüder sie ja gar nicht interessieren. Dafür habe ich leider nur noch ein müdes Augenrollen übrig. Die restliche Geschichte rund um Weben, Schattensprünge und einen Ring, konnte mich da schon eher locken. So lies sich das Buch wunderbar hintereinander weglesen und zwischendurch fiel es mir sogar schwer es aus der Hand zu halten. Ein bisschen mehr Energie in Charaktere und Setting und es hätte ein wirklich gutes Buch werden können. Auf die Fortsetzungen bin ich trotzdem gespannt.

Fire & Frost

Die Handlung: In einer Welt, in der es Menschen gibt, die das Feuer oder Eis beherrschen, sind genau diese im Krieg miteinander. Ruby lebt im vom Eiskönig beherrschten Gebiet, ist aber eine Fireblood. Als das entdeckt wird, muss sie sich in einem Kloster verstecken. Dort trifft sie auf Arcus, einem Frostblood, der sie unterrichtet ihr Talent zu kontrollieren. 

Meine Meinung: Auf Empfehlung im Sale gekauft und dann festgestellt, dass es Fantasy in einer mittelalterlich angehauchten Umgebung ist, was eigentlich so gar nicht meins ist. Dennoch habe ich dem Buch eine Chance gegeben und muss sagen, dass mir die Geschichte grundsätzlich ganz gut gefällt, auch wenn sie zwischenzeitlich deutlich gestreckt wurde, damit der Stoff wieder für eine ganze Trilogie reicht. Wirklich an Fahrt gewinnt das Buch erst gegen Ende und dann wird es doch nochmal gut und spannend. Der Weg dahin wird durch den flüssigen Schreibstil auch gut geebnet, aber die Geschichte lässt sich grundsätzlich zu viel Zeit. Die wird nur bedingt zur Charakterentwicklung genutzt, die auch eher gegen Ende einsetzt. Dabei hat mich das mittelalterlich angehauchte Setting hier eher weniger gestört, was mich überrascht hat. Ob ich die nächsten Bücher der Reihe noch lesen werde, weiß ich noch nicht, ich breche selten Reihen ab, außer sie gefallen mir gar nicht, aber es wird auf jeden Fall eine Weile dauern.

Habt ihr eins der Bücher gelesen? Verratet mir gern eure Meinung!

Rückblick auf das zweite Quartal 2022

Wenn es im Büro immer heißer wird, bedeutet das meistens, dass wir Sommer haben. Damit ist in der Regel auch das zweite Quartal bereits geschafft. Während in manchen Bereichen meine Statistik gut aussieht (Buchbereich), hänge ich in anderen etwas hinter den vergangenen Jahren zurück (Filmbereich). Also gibt es heute meine jeweiligen Top 5 aus Kino, Film, Serie und Buch aus der Zeit April-Juni 2022.

Meine fünf Kino Highlights

The Lost City: Die Bestsellerautorin Loretta Sage kommt seit dem Tod ihres Mannes nicht mehr wirklich aus dem Haus raus. Doch ihre Managerin hat eine Tour zu ihrem neuen Buch arrangiert. Beim ersten Termin wird Loretta jedoch vom exzentrischen Milliardär Abigail Fairfax entführt, da sie im Buch eine sehr exakte Übersetzung einer alten Sprache verwendet hat. Ihr Covermodel Alan will ihr zur Hilfe eilen, scheint aber nicht gerade der geeignetste Kandidat zu sein. – Auch wenn viele gute Szenen im Trailer schon vorweg genommen wurden, funktioniert der Film für das, was er aussagen will, sehr gut und sorgt für einige erheiternde Momente.

Top Gun Maverick: Maverick ist noch immer bei der Navy, fliegt Testflüge und wurde trotz vieler Auszeichnungen nie befördert. Der Fund eines geheimen Nuklearlagers führt dazu, dass er zurück zu Top Gun beordert wird. Dort soll er die Nachwuchselite innerhalb kürzester Zeit für eine beinahe unmögliche Mission ausbilden. Dabei ist auch der Sohn seines früheren Freundes Goose: Rooster. – Auch wenn die Handlung wenig Überraschungen bereit hält, sorgen doch der Fanservice, aber vor allem die Atmosphäre für ein gelungenes Filmerlebnis.

Die Geschichte der Menschheit – leicht gekürzt: 1977 schickt die NASA mit der Raumsonde Voyager die Golden Record ins All. Darauf ist ein Video mit episodenhaften Nacherzählungen der Geschichte der Menschheit. – Sehr witziger Episodenfilm, wobei manche Episoden mehr zünden als andere.

Massive Talent: Nic Cage scheint mit seiner Schauspielkarriere am Ende zu sein. Da bekommt er von einem reichen Fan das Angebot von einer Million Dollar, wenn er zu dessen Geburtstagsfeier auf Mallorca erscheint. Unterwegs schaltet sich die CIA ein, denn Javi soll der Kopf eines Kartells sein. Nic wird ungewollt zum Agent. – Sehr schönes Liebesgedicht an den Film und gut funktionierende Komödie.

Eingeschlossene Gesellschaft: Freitag Nachmittag sind noch sechs Lehrer*innen im Lehrer*innenzimmer als ein verzweifelter Vater mit einer Schusswaffe eindringt. Seinem Sohn fehlt ein Punkt für die Zulassung zum Abitur. Die Konferenz soll nun vorgezogen werden. Dabei tun sich so einige Abgründe auf. – Solide Komödie, die leider manche Themen zu unreflektiert lässt.

Meine fünf filmischen Highlights

Little Women: Jo March wächst mit ihren drei Schwestern in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh ist es ihr größter Wunsch Schriftstellerin zu werden. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts ist es für Frauen schwierig Geld zu verdienen. Dennoch versucht Jo gegen die strengen Konventionen zu rebellieren. – Little Woman ist trotz reduzierter Inszenierung ein Film, der tief ins Herz geht. Durch liebevolle Charaktere und ein Schwesterband, das unerschütterlich scheint, braucht es kaum Drama, um einen einfach nur schönen Film zu inszenieren.

Charade: Reggie Lampert will nach einem Skiurlaub eigentlich die Scheidung einreichen. Doch ihr Mann hat nicht nur das komplette Mobiliar verkauft, sondern wird auch ernordet. In der schweren Zeit suchen sie drei Männer heim, die auf der Suche nach etwas sind, dass Reggies Mann gehört hat. Sie findet unerwartet Hilfe in dem undurchsichtigen Peter Joshua. – Spannendes Katz und Maus Spiel mit Audrey Hepburn.

Das Schloss im Himmel: Die Waisin Sheeta wird erst von dem undurchsichtigen Musca und dann von Piraten entführt. Dadurch landet sie in einem Bergarbeiterdorf und trifft auf Pazu, ebenfalls Waise. Er beschließt ihr zu helfen und zusammen wollen sie die geheimnisvolle Stadt im Himmel finden. Dabei kommen ihnen unverhofft die Piraten zur Hilfe. – Spannender Animeklassiker, mit tollen Bildern und tollen Charakteren.

S.U.M. 1: Im Jahr 2070 lebt die Menschheit unter der Erde. Überirdisch gibt es Kontrollposten, die Soldaten für je 100 Tage bewachen. S.U.M.1 ist einer von ihnen. Doch die Isolation und Monotonie führen zu Paranoia, die den Einsatz sichtlich erschweren. – Trotz Kammerspielartigem Setting und fast Soloperformance von Iwan Rheon spannend, beklemmend und düster. Durchaus sehenswert.

Birnenkuchen mit Lavendel: Louise führt nach dem Tod ihres Mannes seine Birnenplantage weiter. Diese wirft jedoch kaum Profit ab und so ist die alleinerziehende Mutter ziemlich verschuldet. Als sie den Pierre anfährt, nimmt sie ihn kurzerhand mit. Durch das Asperger-Syndrom fällt Pierre der Kontakt mit Menschen schwer, weswegen er sich auf der Plantage um so wohler fühlt. – Ruhig erzählter französischer Film mit einer schönen Geschichte.

Meine fünf serienlastigen Highlights

Heartstopper – Staffel 1: Charlie Spring wird an seiner Schule dafür gemobbt, weil er offen schwul ist. Als er im neuen Schuljahr neben Nick Nelson, einen Rugby-Spieler, gesetzt wird, verliebt er sich in diesen. Doch wie kommt man gegen Vorurteile und Mobbing an? – Trotz teilweise schwieriger Thematik, einfach nur eine herzerwärmende Liebesgeschichte.

Mystic Pop-up Bar – K-Drama: Han Kang-Bae stolpert in eine unauffällige Pop-Up-Bar.  Als die Besitzerin Weol-Ju erkennt, dass Kang-Bae durch Berührung Menschen unfreiwillig dazu bringt, ihm alle ihre Sorgen anzuvertrauen, wittert sie die Chance ihren 500 Jahre dauernden Fluch zur Erfüllung zu bringen. Immer an ihrer Seite ist Guibanjang. – Spannend, witzig, tolle Charaktere. Einfach ein gelungenes K-Drama.

Adam Dalgliesh – Staffel 1*: Adam Dalgliesh ist Ermittler beim Scotland Yard. Schweigsam und in Trauer ist er nach dem Tod seiner Frau frisch in den Dienst zurückgekehrt. Ihm zugeteilt wird DS Charles Masterson, der die poetische Ader Dalglieshs kritisch begutachtet. Zusammen sitzen sie an besonders ausgewieften Fällen. – Ruhig erzählt, etwas blasser Protagonist, aber dafür spannende und auserzählte Fälle.

Grace und Frankie – Staffel 7: Auch in der siebten Staffel gibt es allerlei Trubel im Hause Hanson und Bergstein. Zunächst stranden Robert und Sol bei den Damen und dann kommt Nick aus dem Gefängnis frei, muss aber auch mit im Sommerhaus leben. Auch im Leben der Kinder gibt es ein wildes Auf und Ab. – Auch wenn der Serie ein wenig die Puste auszugehen schien, schafft sie es gerade gegen Ende ein tolles Finale zu zaubern.

The Home Edit – Staffel 2: Clea Shearer  und Joanna Teplin krempeln wieder die Ärmel hoch und die Wohnungen ihrer Kundschaft um. Denn es wird wieder ausgeräumt. Das ganze nach strengem Konzept und mit allerlei Sortiermöglichkeiten. – Ich mag die Energie der beiden und finde immer wieder gute Tipps zum aufräumen.

Meine fünf buchigen Highlights

Cyberempathie: Leon ist ein Erinnerungskonstrukteur in der Oberstadt von Skyscrape, wo alle durch das Cybernet gefühlsmäßig miteinander verbunden sind. Doch nach einem Vorfall wird er in die Unterstadt verbannt, wo raue Sitten herrschen. Nur mit Hilfe von Rade, einem Ex-Soldaten, überlebt er und findet sich in die neue Umgebung ein. Doch die Trennung vom Cybernet macht ihm schwer zu schaffen. Leon muss neu lernen Emotionen zu erkennen. – Absolut lesenswerter Sci-Fi Roman mit spannender und gleichzeitig tiefgründiger Handlung.

Blue S(e)oul Nights: Jade ergreift nach dem Tod ihres Vaters die Chance als Englischlehrerin in Korea zu arbeiten. Dabei lernt sie nicht nur neue Freund*innen, sondern auch Hyun-Joon. Doch Zeit füreinander zu finden ist das größte Problem der beiden, auch wenn von Anfang an diese Gefühle da sind. – Auch hiervon war ich nur begeistert, ich bin diesmal buchtechnisch viel nach Korea gereist. Toller Schreibstil, ich habe mich schnell in die Charaktere verliebt und brauche jetzt sehr dringend Band 2!

Mona 2 – Verliebt, verlobt, beschworen: Nach den Ereignissen in Band 1 sieht sich Mona einem Hexenprozess gegenüber. Boris, der Vampir, hat eine neue Prüfung und auch weiterhin stehen den Freund*innen wieder einiges bevor. Vor allem müssen Mona und ihr Erzdämon Ba’al rausfinden, was es zwischen ihnen nun ist. – Ich liebe Mona, ich liebe ihre Geschichte, ich liebe I. B. Zimmermanns Schreibstil, ihre Art Charaktere aufzubauen und wie ihre Charaktere einfach zu 100% nachvollziehbar sind. Absolute Herzensreihe.

The gender of Mona Lisa 1-4: In einer Welt, in der Babys geschlechtlos geboren werden und meist im Alter von 12 sich selbst für ein Geschlecht entscheiden, ist Hinase mit 17 Jahren noch immer geschlechtslos. Als gleich zwei Freund*innen ihre Gefühle vortragen, ist Hinase noch verwirrter. – Ein schöner Manga mit vielen Fragen zum Thema Gender. Toll umgesetzt, auch in den Folgebänden sehr stark.

Das Lied der Krähen: Kaz Brekker, Kopf der Krähen-Bande in Ketterdam, bekommt das lukrative Angebot einen Shu-Wissenschaftler aus dem Eistribunal der Fjerdan zu entführen. Für diesen unmöglich wirkenden Auftrag, braucht er ein Team. Sechs Krähen brechen schließlich auf. – Leigh Bardugos mitreißender Schreibstil trifft auf tolle Charaktere und spannende Handlung.

Was waren eure Highlights?

*Werbung – Rezensionsexemplar

Sommerlektüren – Ausgabe 2022

Es ist Sommer!
Die Temperaturen lassen da wenig Zweifel aufkommen, die Sommerferien stehen (zumindest hier) bevor. Das heißt es wurde mal wieder Zeit für meine Sommerlektüren. Drei Bücher habe ich mir dieses Jahr herausgesucht und stelle euch die heute vor – natürlich mit Sommerlektürenfaktor!
Die Beiträge der letzten Jahre findet ihr hier: 2021 2020 2019

Apfelkuchen am Meer – Anne Barns

Die Handlung: Merle verbringt ihre Semesterferien auf Juist, wo sie in einem kleinen Café hilft, nachdem sie von einer Freundin hörte, dass dort eine Apfeltorte nach geheimen Familienrezept gebacken wurde. Dabei stößt die frisch getrennte gelernte Konditorin nicht nur auf ein altes Familiengeheimnis, sondern trifft auch auf Jannes und verliebt sich nicht nur in die Insel. 

Meine Meinung: Anne Barns ist ja seit einigen Jahren eine treue Begleiterin durch die Sommerlektüren. Auch mit Apfelkuchen am Meer hat sie wieder einen Volltreffer gelandet. Diesmal zog sie uns nach Juist und dort begegnen wir einigen tollen Frauen, rund um das kleine Café in dem Merle auushilft. Dabei geht es wieder viel ums Backen, was irgendwie auch immer mehr zu den Sommerlektüren gehört, so oft, wie es um Kuchen, Torten und Gebäck geht. Gleichzeitig haben wir wieder eine neue Insel zum erkunden und der Fernwehfaktor ist hier wieder hoch. Natürlich darf das Familiengeheimnis nicht fehlen, um einen vollständigen Anne Barns Roman draus zu machen. Dabei sind es wieder einmal die Charaktere, die ich unfassbar sympathisch fand und die sich schnell in mein Herz geschlichen haben. Der wie üblich lockere und flüssige Schreibstil Barns trägt sein übriges dazu bei, es zu einer  absolut gelungenen Sommerlektüre zu machen.

Sommerlektürenfaktor: *****

Dein Flüstern im Meereswind – Nele Blohm

Die Handlung: Caro hat mit ihrer besten Freundin ihren Traum wahr gemacht und einen Buchladen auf Hiddensee eröffnet. Nur ihre Mutter gönnt ihr das Glück nicht. Als sich diese zu einem Besuch ankündigt, kommt Caro in Erklärungsnot. Denn sie hat angegeben einen Verlobten zu haben und den will ihre Mutter nun sehen. Dabei läuft ihr der Meterologe Hannes über den Weg. 

Meine Meinung: Auch Dein Flüstern im Meereswind hat auf den ersten Blick alles, was eine gute Sommerlektüre ausmacht. Insel Hiddensee dient als Schauplatz, ein kleiner Buch- und Blumenladen, zwei beste Freundinnen, und natürlich die Einheimischen, die das gewisse Etwas mit reinbringen. Dazu gibt es viel Kuchen, eine Liebesgeschichte und natürlich ganz viel Liebe zur Insel. Doch irgendwie fühlte es sich alles zu konstruiert an. Die Entwicklung von Caros Mutter ist so vorhersehbar und die Wendung am Ende zu plötzlich. Es werden praktisch die richtigen Zutaten in den Topf geworfen, aber es fehlte das gewisse Etwas. Wäre es mein erstes Buch in die Richtung gewesen, hätte ich es vielleicht sogar gemocht, aber so fehlte das letzte Fünckchen Liebe. Auch ist Hannes als möglicher Parnter und Charakter sehr flach geblieben. Auch seine Entwicklung geht entweder zu schnell oder er wird am Anfang komplett falsch dargestellt. Letztendlich ist es kein schlechtes Buch, möchte ich gar nicht behaupten, aber mich hat es nicht überzeugen können.

Sommerlektüren: ***

Café Meerblick – Christin-Marie Below

Die Handlung: Ein Jahr nach dem Tod ihrer besten Freundin reist Mona nach Norderney. Dort sucht sie Zerstreuung und findet zunächst eine neue Freundin und dann ein Café, dass eine neue Besitzerin sucht. Doch ist sie bereit für die Veränderung?

Meine Meinung: Café Meerblick hat da für mich wieder wesentlich besser funktioniert. Natürlich ist die Ausgangsprämisse sehr traurig, doch die Stimmung zieht sich nicht durch das Buch, sondern es geht um das nach Vorne schauen, um das Abschließen und das Eröffnen neuer Perspektiven. Norderney konnte mich absolut überzeugen und das war wohl das Buch, wo ich das meiste Fernweh dieses Jahr hatte. Die Liebesgeschichte mit Tjark wirkte zwar stellenweise auch etwas erzwungen, aber da die Freundschaft hier im Vordergrund steht, ist das zu verschmerzen. Obwohl es dieses Jahr das dünnste Buch ist, konnten sich die Charaktere gut entfalten und entwickeln. Man sollte das Buch nicht mit leerem Magen lesen, denn die Liebe zum Essen ist hier regelmäßig spürbar und gerade die Restaurants und Imbisse der Insel sind mit viel Liebe beschrieben. Mehr als einmal war ich kurz davor meine Sachen zu packen, auf die Insel zu reisen und in einem der Cafés vor Ort zu arbeiten. Vielleicht mach ich das wirklich irgendwann noch, aber erst einmal blieb es bei den Tagträumen während des Lesens.

Sommerkektüren: ****

Rückblick auf den Juni 2022

Es ist heiß. Zumindest zum Zeitpunkt, wenn ich diesen Beitrag vorbereitete habe ich 31,5° im Büro (ich entschuldige mich also schon mal für Rechtschreibfehler, ich schmelze hier gerade). Also blieb mir nichts anderes übrig, als einige Kinobesuche einzuplanen, da ich eine große Freundin der dort funktionierenden Klimaanlage bin. Was der Juni medial für mich zu bieten hatte, erfahrt ihr in meinem heutigen Rückblick.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Dog: Jackson Briggs ist nach einer Kopfverletzung aus dem Dienst der Army ausgeschieden, versucht aber die Erlaubnis für einen weiteren Einsatz zu bekommen. Sein Vorgesetzter will ihm die benötigte Empfehlung ausstellen, wenn er die Hündin Lulu zur Beerdigung ihres Herrchens bringt. Doch das ist gar nicht so einfach, denn Lulu ist nach ihrem Einsatz im Kriegsgebiet als gefährlich eingestuft und darf nicht fliegen. Ein etwas anderer Roadtrip beginnt. – Von der Grundhandlung sehr interessant, leider setzt die benötigte Entwicklung des Protagonisten ziemlich spät ein.

Anime Special: Belle: Suzu lebt zurückgezogen mit ihrem Vater, zu dem sie seit dem Tod der Mutter ein schwieriges Verhältnis hat. Durch ihre Trauer kann sie nicht mehr singen. Bis ihre Freundin Hiroka sie mit der digitalen Welt von U bekannt macht. Dort tritt sie als Belle auf und flieht in die Anonymität. Bis bei einem ihrer virtuellen Konzerte ein legendärer Kämpfer in Gestalt eines Biestes auftritt. Kurz darauf beginnt eine Hetzjagd auf ihn. – Interessante Idee, Umsetzung mit einigen Problemchen, aber sehr schöner Soundtrack.

Jurassic World 3 – Ein neues Zeitalter: Seit vier Jahre leben die Dinosaurier nun in freier Wildbahn. Das Unternehmen Biosyn hat die Aufgabe bekommen sie in ein geschütztes Reservat zu bringen. Dr. Ellie Sattler untersucht derweil eine besonders schlimme Heuschrecken-Plage. Owen und Claire verstecken Maisie auf einer einsamen Farm. Diese rebelliert jedoch gegen das „Gefängnis“. Bei einem Streifzug wird sie jedoch entführt. Sowohl Owens und Claires, als auch Ellies Weg führen sie ins Dinoreservat von Biosyn. – Enttäuschendes Finale des Franchises, aber mit schöner Nostalgie durch ein Wiedersehen mit dem Ursprungscast.

Die Geschichte der Menschheit – leicht gekürzt: 1977 schickt die NASA mit der Raumsonde Voyager die Golden Record ins All. Darauf ist ein Video mit episodenhaften Nacherzählungen der Geschichte der Menschheit. – Sehr witziger Episodenfilm, wobei manche Episoden mehr zünden als andere.

Massive Talent: Nic Cage scheint mit seiner Schauspielkarriere am Ende zu sein. Da bekommt er von einem reichen Fan das Angebot von einer Million Dollar, wenn er zu dessen Geburtstagsfeier auf Mallorca erscheint. Unterwegs schaltet sich die CIA ein, denn Javi soll der Kopf eines Kartells sein. Nic wird ungewollt zum Agent. – Sehr schönes Liebesgedicht an den Film und gut funktionierende Komödie.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich: Ready Player One (noch immer eine tolle Geschichte und vorallem optisch sehr gelungen)

Birnenkuchen mit Lavendel: Louise führt nach dem Tod ihres Mannes seine Birnenplantage weiter. Diese wirft jedoch kaum Profit ab und so ist die alleinerziehende Mutter ziemlich verschuldet. Als sie den Pierre anfährt, nimmt sie ihn kurzerhand mit. Durch das Asperger-Syndrom fällt Pierre der Kontakt mit Menschen schwer, weswegen er sich auf der Plantage um so wohler fühlt. – Ruhig erzählter französischer Film mit einer schönen Geschichte.

Vertigo: Nach einer missglückten Verfolgung scheidet der Polizist John „Scottie“ Ferguson aus dem Dienst aus. Als er seinen alten Schulfreund Gavin Elster trifft, bittet dieser ihn seine Frau zu beschatten, da diese von ihrer verstorbenen Urgroßmutter besessen zu sein scheint. Doch mit seinen Gefühlen für Madleine hat Scottie nicht gerechnet. – Etwas zu langer Thriller, mit einer spannenden Geschichte.

Stand by me: Gordie, Chris, Vern und Teddy ziehen an einem heißen Sommertag los, um eine Leiche zu sehen. Dabei erkennen sie einige Wahrheiten und wachsen über sich hinaus. – Ruhig erzählte Coming-of-Age Geschichte, die in der Buchvorlage deutlich besser funktioniert. 

Filme – leider in diesem Monat verpasst

The Outfit: The Imitation Game Regisseur Graham Moore zieht es diesmal ins Chicago des Jahres 1956, zu einem englischen Schneider, der für eine Gangster-Familie Maßanzüge anfertigt. Prämisse klingt spannend und Mark Rylance in der Hauptrolle könnte auch was werden. Lief leider kaum im Kino.

Elvis: Tom Hanks ist für mich immer ein Grund ins Kino zu gehen. Zusammen mit einer neuen Musiker-Biographie rund um den King des Rock’n’Roll reizt mich noch zu sehen.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es: Minions 2, Lightyear

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Adam Dalgliesh – Staffel 1 (Ruhig erzählte britische Krimiserie, etwas schwacher Protagonist, spannende Fälle)

Thirty-Nine – K-Drama (Traurig schönes K-Drama über eine Freundschaft und eine Krankheitsgeschichte)

Grace & Frankie – Staffel 7 (Schönes Ende, dennoch die schwächste Staffel)

Death Note – Teil 2 (sehr gehetztes Ende, aber im groben und ganzen eine gute Umsetzung der Mangareihe)

Rick & Morty – Staffel 5 (Mitunter noch gute Ideen, aber eher von allem zu viel. Vor allem die Dynamik zwischen beiden Protagonisten war ziemlich schwierig)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 10
Seiten gesamt: 3.397
Seiten pro Tag: 114 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 3
Taschenbuch: 4
Comic/Manga/Graphic Novel: 3

Knights 2: Nach den Geschnissen in Band 1 wollen Charlotte und Noel nicht einsehen, dass ihre Liebe potentiell die Welt zerstören könnte. Oscar erholt sich derweil von seinen Verletzungen. Doch Morgana ruht nicht und greift mit den Darks weitere Teams an. Charlotte muss sich ihrem Merlin-Erbe stellen. – Ich liebe den Schreibstil und die Idee, aber die Entwicklung und das Ende fand ich nicht gut. Allerdings sind die trotzdem gut und sinnvoll umgesetzt und Bücher sind ja kein Wunschkonzert.

Dein Flüstern im Meereswind: Caro hat mit ihrer besten Freundin ihren Traum wahr gemacht und einen Buchladen auf Hiddensee eröffnet. Nur ihre Mutter gönnt ihr das Glück nicht. Als sich diese zu einem Besuch ankündigt, kommt Caro in Erklärungsnot. Denn sie hat angegeben einen Verlobten zu haben und den will ihre Mutter nun sehen. Dabei läuft ihr der Meterologe Hannes über den Weg. – Schöne Geschichte, aber ein bisschen zu gewollt zum Happy-end gedrängt.

Café Meerblick: Ein Jahr nach dem Tod ihrer besten Freundin reist Mona nach Norderney. Dort sucht sie Zerstreuung und findet zunächst eine neue Freundin und dann ein Café, dass eine neue Besitzerin sucht. Doch ist sie bereit für die Veränderung? – Traurigschöne Sommerlektüre.

The gender of Mona Lisa 4: In Band 4 befassen sich Hinases Freund*innen Shiori und Ritsu mit ihrem eigenen Geschlecht und überlegen, ob sie Hinase noch lieben würden, wenn sier sich für das jeweils andere als von ihnen bevorzugte Geschlecht entscheiden würde. – Ich liebe die Reihe einfach. So wichtige Gedankenansätze in einer tollen Geschichte verbaut.

Das Lied der Krähen: Kaz Brekker, Kopf der Krähen-Bande in Ketterdam, bekommt das lukrative Angebot einen Shu-Wissenschaftler aus dem Eistribunal der Fjerdan zu entführen. Für diesen unmöglich wirkenden Auftrag, braucht er ein Team. Sechs Krähen brechen schließlich auf. – Leigh Bardugos mitreißender Schreibstil trifft auf tolle Charaktere und spannende Handlung.

Summer of hearts and soul: Beyah zieht über den Sommer nach dem Tod ihrer drogensüchtigen Mutter zu ihrem Vater, der neu verheiratet ist und zu dem sie kaum Kontakt hatte. Armut und Hunger gewöhnt fällt es ihr schwer sich in das neue Leben einzugewöhnen. Dabei hilft ihr der schweigsame Samson von gegenüber. Denn auch er scheint ein Geheimnis zu haben. – Colleen Hoover ist zurück! Herzerwärmende und doch traurige Geschichte im typisch mitreißenden Schreibstil von Hoover.

One Piece 1: Monty D. Ruffy möchte Pirat werden. Nachdem er immer wieder gehört hat, dass er zu jung sei, bricht er Jahre später allein auf. Dabei erlebt er allerlei Abenteuer und trifft auf erste Verbündete. – Lange habe ich mich gewehrt, jetzt hat mich mein Mann überredet. Der Auftakt war ganz witzig, aber so richtig rein gekommen bin ich noch nicht in die Geschichte.

SpyxFamily 1: Spion Twilight bekommt einen neuen Auftrag. Doch dafür benötigt er Zutritt zur Eden-Akademie. Kurzerhand adoptiert er die Telepathin Anya. Doch damit nicht genug, benötigt er auch noch eine Frau. Für den immer allein lebenden und ungebundenen Spion stellt das eine große Hürde dar. – Tolle Charaktere, witzige und spannende Handlung. Ich freu mich auf Band 2.

Oliver Twist: Der Waise Oliver Twist wächst unter ärmlichen Bedingungen auf, ehe er auf den kriminellen Fagin trifft. Doch um seine Herkunft rankt sich ein Geheimnis. – Ein weiterer Klassiker abgearbeitet und offiziell meine größte SuB-Leiche geschafft.

Luna-Chroniken 3 – Wie Sterne so golden: Crescent Moon lebt seit Jahren allein in einem Satelliten. Als verstoßene Lunarierin soll sie für Königin Levana die geflohene Cinder finden. Doch stattdessen hilft sie dieser. Doch beim Kontaktversuch geraten sie in eine Falle. Cress und Kapitän Thorne drohen mit dem Satelliten auf die Erde zu stürzen. – Es geht spannend weiter, ein Aufatmen gibt es bei Marissa Meyer nicht. Die Weichen für das große Finale sind gestellt.

Wie war euer Juni?

 

Eine Handvoll (oder mehr) Bücher – Pride Month Special

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Love with Pride

Die Handlung: Stella hat keine guten Erfahrungen an ihrer Highschool gemacht. Nun soll es am College ganz anders laufen. In Haydensburgh will sie einen Neustart wagen und mutig sein. Trotz ihrer sozialen Ängste bewirbt sie sich bei den Zeta Kappa Sigmas. Dort trifft sie auf Ellie, die ihr ruhiges Leben ganz schön auf den Kopf stellt.

Warum das Buch so wichtig ist: Lesbische Repräsentation ist noch immer schwierig zu finden. Hier ein New Adult Buch zu haben, das dies von vornherein preis gibt, dass es sich damit befasst und neben den wichtigen Themen zu Outing und Co eine wunderschöne Liebesgeschichte kreiert, ist einfach ein Jackpot. Zumal Lea Kaib hier eine Own Voice Geschichte zeigt. Stella und Ellie sind in ihrem Wesen auch sehr unterschiedlich, so dass es verschiedenes Identifikationspotential gibt und auch der Umgang mit der eigenen Sexualität auf verschiedene Art gezeigt wird. Bitte mehr davon.

Die Götter müssen sterben

Die Handlung: Im Schatten des Trojanischen Krieges prophezeit die Göttin Artemis den Fall Trojas und dem Tod der Götter. Dafür reist sie zu den Amazonen und segnet dort aber ausgerechnet Areto, die keine Kriegerin ist. Dennoch machen sich die Amazonen auf die lange Reise, um Troja im Krieg zu unterstützen.

Warum das Buch so wichtig ist: Bei diesem Werk von Nora Bendtzko ist nicht die Frage, welche LGTBQIAP+ Repräsentation vorkommt, sondern welche nicht. Und das Schönste ist, das es sich spielerisch in den historischen Hintergrund einarbeiten lässt. Die Geschichte selbst fand ich zwar etwas zäh, was vor allem mit dem Erzählstil zusammenhängt. Wer jedoch auf diesen historisch angehauchten Schreibstil steht, bekommt hier die volle Ladung Repräsentation. Das wirkt jedoch keinesweg überladen oder erzwungen, sondern immer passend eingearbeitet. Durch den grundsätzlichen Kampf Amazonen gegen Helden, werden auch hier Vorurteile, Outing und Co miteingearbeitet. So zeigt Bendtzko, dass sich historische Stoffe und LGBTQIAP+ wunderbar ergänzen, statt auszuschließen. Nebenbei geht es auch um Rassismus, Sexismus und Menthal Health, also auch darüber hinaus von den Themen durchaus empfehlenswert.

Der Orden des geheimen Baumes

Die Handlung: Ein gespaltener Kontinent. Während im Osten Drachen verehrt werden und die junge Anwärterin Tané darauf hofft eine Drachenreiterin zu werden, lebt der Westen in ständiger Angst, dass die großen Erhabenen wieder erwachen und die Welt in Dunkelheit stürzen. Dies soll Königin Sabran verhindern, in dem sie ein Kind gebährt und damit die Blutlinie fortführt. An ihrer Seite die geheimnisvolle Ead, die ganz eigene Ziele verfolgt.

Warum das Buch so wichtig ist: Hier muss ich tatsächlich beide Bände in einem nennen. Zum einen ist das Original auch nur ein Band und wurde im deutschen aufgespalten, zum anderen kommt der LGBTQIAP+ Aspekt erst am Ende des ersten Bandes durch und nimmt dann im zweiten eine größere Rolle ein. Hier möchte ich aus Spoilergründen nicht sagen, welcher Buchstabe hier repräsentiert wird. Aber für ein High Fantasy Epos ist es passend eingearbeitet, nimmt genügend Raum ein, um ein wichtiger Teil der Geschichte zu sein und sich mit Vorurteilen und Konsequenzen auseinander zu setzen, ohne das komplette Augenmerk auf diesen Teil der Geschichte zu setzen. Also praktisch eine perfekte Mischung ohne ganz allgemein einen großen Wert auf die Liebesgeschichte zu legen.

Palast aus Gold und Tränen

Die Handlung: Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose reisen unter ihren Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ins Zarenreich auf der Suche nach der Baba Yaga, die ihnen bei der Jagd nach der Hexe aus Band eins und dem Fluch, der auf Muireann lastet, helfen soll. Doch ihre Liebe könnte ihnen im Zarenreich den Kopf kosten.

Warum das Buch so wichtig ist: Kein Pride Month Special ohne Christian Handel. Diesmal mit dem zweiten Band der Hexenwald-Chroniken. Die Geschichte von Schneeweißchen und Rosenrot als lesbische Dämonenjägerinnen aufzuziehen, finde ich noch immer genial. Diese Geschichte in einem zweiten Band so weiterzuspinnen, dass es ins Zarenreich geht, wo ihre Liebe verboten ist, finde ich umso besser. So geht die Thematik noch einmal in die Tiefe. Dennoch haben wir hier eine wunderbar ausgearbeitete Geschichte mit viel magischem, vielen Märchenreferenzen und einem hohen Spannungsgrad. So zeigt Handel auch hier wieder, dass sich Fantasy und LGBTQIAP+ Charaktere wunderbar ergänzen und präsentiert uns zeitgleich zwei starke Frauenfiguren, wie ich sie gern öfter lesen möchte.

The gender of Mona Lisa

Die Handlung: In einer Welt, in der Babys geschlechtlos geboren werden und meist im Alter von 12 sich selbst für ein Geschlecht entscheiden, ist Hinase mit 17 Jahren noch immer geschlechtslos. Als gleich zwei Freund*innen ihre Gefühle vortragen, ist Hinase noch verwirrter.

Warum das Buch so wichtig ist: Ich freue mich diesmal eine Manga-Reihe mit dabei zu haben, sie sich mit Non-Binarität beschäftigt. Die Frage, welches Geschlecht für einen das richtige ist bzw. wie man so eine Entscheidung fällt oder ob man überhaupt ein Geschlecht braucht, zieht sich durch die Bände. Dabei geht es hier auch um den Abbau von typischen Klischees und überholten Geschlechterrollen. Das Ganze gespickt mit absolut liebenswerten Charakteren und auf so liebevolle Weise gestaltet, dass ich die Geschichte nur so am inhalieren bin.

Zusatz: Cyberempathie

Die Handlung: Leon ist ein Erinnerungskonstrukteur in der Oberstadt von Skyscrape, wo alle durch das Cybernet gefühlsmäßig miteinander verbunden sind. Doch nach einem Vorfall wird er in die Unterstadt verbannt, wo raue Sitten herrschen. Nur mit Hilfe von Rade, einem Ex-Soldaten, überlebt er und findet sich in die neue Umgebung ein. Doch die Trennung vom Cybernet macht ihm schwer zu schaffen. Leon muss neu lernen Emotionen zu erkennen.

Warum das Buch so wichtig ist: Warum Zusatz? Weil hier der LGBTQIAP+ Anteil vergleichsweise gering ist bzw. erst gegen Ende überhaupt durchkommt. Warum es mit drin ist? Weil wir hier ein Sci-Fi Buch haben, das sich viel mit Menschlichkeit, Gefühlen und was einen Mensch ausmacht auseinander setzt und gegen Ende dies auch noch mit einem queeren Anteil – aus Spoilergründen will ich nicht sagen welchen – auseinander setzt.

Zusatz: My genderless Boyfriend

Die Handlung: Meguru ist ein Influencer mit einem genderlosen Stil, bekannt für seine Mode und Make-up Tipps. Doch seine Freundin Wako hält er lieber aus der Öffentlichkeit heraus oder versucht es zumindest. Denn was würde seine Fans sagen, würden sie von der Beziehung wüssten? 

Warum das Buch so wichtig ist: Warum Zusatz? Weil es nicht direkt einen queeren Anteil hat, da die beiden Protagonist*innen hetero und cis sind. Aber durch den Abbau von Geschlechterklischees und dem spielen damit und dadurch gewissen falschen Schlüssen anderer, die den beiden dann eine homosexuelle Beziehung unterstellen, befasst sich die Manga-Reihe auch mit tollen Themen und sorgt somit indirekt auch für den Abbau von Vorurteilen.

Was sind eure Bücher zum Thema Pride? Gerne her mit dem Empfehlungen!