Eine Handvoll Filme

Wie beim letzten Mal geht es hier wieder um fünf Filme, die ich in keiner anderen Kategorie bespreche, euch aber trotzdem meine Meinung nicht vorenthalten möchte. Vielleicht sind für euch ja auch ein paar Anregungen dabei, auch wenn die Kinos aktuell wieder schrittweise öffnen 😉

Whale Rider

Die Handlung: Paikea (Keisha Castle-Hughes) wächst bei ihren Großeltern auf, nachdem ihre Mutter und ihr Zwillingsbruder bei der Geburt starben und ihr Vater sich danach komplett von der Familie zurückzog. Da ihr Großvater der Häuptlings ihres Maori Stammes in Neuseeland ist, wächst sie zwischen Liebe und Abneigung auf, da sie als Mädchen niemals die Nachfolge antreten kann. Obwohl sie die Traditionen und Anforderungen am besten erfüllt, will ihr Großvater in einem Ausbildungscamp die anderen Jungs aus dem Dorf trainieren.

Meine Meinung: Whale Rider ist einer der ersten Filme, an die ich mich noch aktiv erinnere dafür im Kino gewesen zu sein. Es ist ein Film, der einem zum einen die Situation der Maori in Neuseeland gefangen zwischen Moderne und Tradition näher bringt, sich aber vor allem auf die zwischenmenschlichen Töne konzentriert. Mit Paikeas Kampf um Anerkennung ist es auch ein Film über Emanzipation. Man fiebert mit ihr, leidet mit ihn und versteht, was in ihr vorgeht. Dafür hilft es, dass Castle-Hughes schon in jungen Jahren versteht, die Emotionen ihrer Rolle durch ihre Mimik wiederzugeben. Die innere Zerissenheit zwischen ihrer bedingungslosen Liebe ihres Großvaters gegenüber und dem Schmerz, den sie durch seine ständige Zurückweisung erfährt, schwingt in jeder Emotion mit. Nicht umsonst wurde sie 2004 als damals jüngste Darstellerin für einen Oscar als beste Darstellerin nominiert. Als Zuschauer ist man ebenfalls hin und hergerissen zwischen der traurigen, aber doch hoffnungsvollen Geschichte, die sich wunderbar in Einklang mit der Umgebung bringen lässt. Neuseelands Landschaft ist rau und doch wunderschön.

Whale Rider ist bei keinem gängigen Anbieter in der Flatrate enthalten. Er kann bei iTunes geliehen werden.

Familie Willoughby

Die Handlung: Familie Willoughby, dass sind Vater und Mutter Willoughby, die einer einflussreichen Familie entstammen, und sich unsterblich lieben. Dadurch sind die Kinder Tim, Jane und die Zwillinge, beide mit Namen Barnaby, entstanden. Doch Vater und Mutter sind genervt von allem, was sie von ihrer Liebe zueinander ablenkt. Und so hungern die Kinder und verwahrlosen. Bis sie eines Tages keine Lust mehr haben und beschließen ihre Eltern auf eine Abenteuerreise zu schicken, von der sie hoffentlich nie wiederkommen, damit sie zu Waisen werden. Das sich daraus noch ganz andere Abenteuer entwickeln könnten, ahnen die Kinder nicht.

Meine Meinung: Familie Willoughby ist ein Film, an dessen Animationsstil man sich erst einmal gewöhnen muss. Dies gelingt jedoch schnell und man kann sich auf die Geschichte einlassen. Diese kommt auch mit einigen guten Ideen daher und nimmt – trotz kurzzeitiger Befürchtung einer etwas brutaleren Version – einen kinderfreundlichen Verlauf. Die Themen Kindervernachlässigung und Adoption werden hier im spielerischen Kontext behandelt und bekommen keine Tiefe, was aber auch der Grundstimmung entgegen wirken würde. Das Problem an der Handlung ist eher, dass die Macher zu viele gute Ideen hatten, aber keine für einen runden ganzen Film ausgereicht hätten. So fühlt sich die zusammengesetzte Handlung, die an sich zwar immer noch rund wirkt, aber doch stark episodenartig erzählt wurde. So gibt es eine Episode mit einem Baby, dann geht es um die Reise der Eltern, dann muss ein Hausverkauf verhindert werden, die Willoughbys bekommen eine Nanny und so weiter. Irgendwo ergibt das alles zwar eine Geschichte, aber eigentlich ist es eher eine Kurzgeschichtensammlung, die versucht wurde zu einer Gesamthandlung zu drehen. Hier hätte ich es schöner gefunden, sich auf einen Aspekt zu konzentrieren.

Familie Willoughby ist ein Netflix Original und bei diesem Streaming-Dienst zu sehen.

Emo – The Musical

Die Handlung: Ethan ist ein Emo. Doch an seiner Privatschule in Australien ist er damit alleine. Durch ständiges Mobbing beschließt er sich zu erhängen. Dies scheitert und er fliegt von der Schule. An seiner neuen staatlichen Schule wird er sofort von den Christen aufgenommen, doch als er entdeckt, dass es eine Emo-Rock-Band gibt, ist er Feuer und Flamme in dieser zu spielen. Doch er fühlt sich zu Trinity hingezogen, die jedoch sehr gläubig ist, weswegen sie nicht nur austesten müssen, wie sie zusammenpassen, sondern sich auch vor ihren jeweiligen Freunden verstecken müssen. Als dann auch noch beide Gruppen beim Rock-Bandcontest teilnehmen, herrscht erst richtig Chaos.

Meine Meinung: Ein Musical über Emos, die in einem Bandcontest gegen eine christliche Schulgruppe antritt? Klingt herrlisch schräg und genau nach einem Film für meine beste Freundin. Die war dann so begeistert, dass sie mich dazu zwang diesen Film mit ihr zu sehen. Ich war sehr skeptisch, zumal der Film keine deutsche Synchronisation hat. Es hat keine Woche gedauert, da musste ich den Film unbedingt meinem besten Freund zeigen, weil ich ihn absolut herrlich fand. Auch dieser war zunächst wenig begeistert von den Wörtern Emo, Musical und keine Synchronisation in einem Satz. Doch auch ihn konnte der Film absolut begeistern. Das liegt wohl vor allem daran, dass sich der Film an vielen Stellen selbst nicht so ganz ernst nimmt, an anderen dafür umso mehr. Es wird mit Vorurteilen und Klischees gespielt und diese durcheinander geworfen. Über viele Sachen kann man lachen, wenn jedoch ein Mitglied der Christengruppe aus einem Umerziehungscamp wiederkommt und sich noch immer bei jedem Gedanken an einen Jungen Elektroshocks verabreicht, dann ist das im ersten Moment zwar witzig, aber sobald der Gedanke gesackt ist, überlegt man, warum man eigentlich darüber lachen konnte. Und genau mit solchen Tabus spielt dieses Musical. Versteht mich nicht falsch, es ist an erster Stelle ein Feel-Good-Film mit vielen humorvollen Einlagen und einprägsamen Liedern. Doch im Hintergrund brodelt auch noch die richtige Botschaft.
Wer noch immer nicht überzeugt ist, den möchte ich darauf hinweisen, dass es ein Lied gibt, in dem überlegt wird, ob Jesus nicht vielleicht ein Emo gewesen wäre. Also gebt diesem Film durchaus eine Chance.

Emo – The Musical ist bei Netflix enthalten

Underwater

Die Handlung: Eine Forschungs- und Bohrstation auf dem Grund des Marianengrabens wird durch mehrere Erdbeben erschüttert und größtenteils zerstört. Nur eine kleine Gruppe Wissenschaftler überlebt und versucht über den Meeresboden zu einer anderen Sektion zu kommen, wo noch Rettungskapseln verfügbar sein sollen. Doch etwas ist durch die Erdbeben erwacht und macht nun Jagd auf die Crew.

Meine Meinung: Underwater trägt den Beititel „Es ist erwacht“ und das sagt so ziemlich alles über den Film. Mit nur einer kurzen Exposition wird der Zuschauer gleich in die Katastrophe geworfen. Charaktere werden mit wenigen kurzen Sätzen charakterisiert. Der dunkle Meeresboden und die Beengung durch das umgebende Wasser geben dem Film ohne großes Zutun eine bedrückende Atmosphäre, die allein schon für eine Menge Gruselfaktor sorgt, spielt sie doch mit unseren Urängsten. Hinzu kommen dann jedoch die Unterwasserwesen, die ebenfalls durch die Erdbeben aufgerüttelt wurden. Hier spielt Regisseur William Eubank mit dem sehr wenig Sehen und doch wissen, dass da etwas sein muss. Allein diese Voraussetzung hätte aus dem Film viel machen können. Leider bedient Eubank im darauffolgenden die üblichen Klischees, so dass man mögliche Tode der Charaktere in der exakten Reihenfolge voraussagen kann. So fehlt dem Film Tiefe bei den Charakteren, die so absolut austauschbar sind und es kein Trauern um sie gibt, und ein Alleinstellungsmerkmal, abgesehen vom Setting, das sich von anderen Filmen des Genres abhebt. So ist ein grundsolider Film herausgekommen, der aber relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis gespült wird, was schade ist, da hier deutlich mehr möglich wäre.

Underwater ist bei Prime zum Kauf oder Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten

Everybody’s Fine

Die Handlung: Frank Goode (Robert deNiro) will nach dem Tod seiner Frau seine vier Kinder, die im ganzen Land verstreut wohnen, zu einer Grillparty einladen. Doch nach und nach sagen alle ab. Da Frank durch eine Lungenkrankheit nicht fliegen darf, beschließt er sie alle mit dem Zug zu besuchen, kündigt dies aber nicht an. Auf seiner Reise muss er feststellen, dass seine Kinder ihm wohl nicht immer die Wahrheit über ihre Lebensumstände erzählt haben.

Meine Meinung: Everybody’s Fine ist ein Film, wo man einige Zeit darauf warten muss, bis er klar macht, worauf er hinauswill. Doch sobald er den Punkt erreicht hat, wird es ein Familiendrama, das mit wenig Worten auskommt, und doch tief unter die Haut geht. Wir haben einen sympathischen Familienvater, der noch um seine frisch verstorbene Frau trauert und sich auf einmal ganz alleine in einem großen Haus wiederfindet. Seine Kinder lieben ihn, es fiel ihnen aber immer leichter mit ihrer Mutter über die Probleme zu sprechen und erzählten dem Vater lieber nur die guten Sachen. Im Laufe des Films fallen einem viele kleine Dinge auf, die daraufhin deuten, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Am Ende werden diese Dinge natürlich noch einmal für den abgelenkten Zuschauer aufgezählt, falls man sie übersehen hat. Einige waren sehr deutlich, andere jedoch auch sehr subtil, so dass die Zusammenfassung gar nicht schlecht war. So harmonisiert sich ein schönes Familiendrama zusammen, ruhig erzählt und geht doch sehr tief.

Everybody’s Fine ist bei Prime zum Kauf und Leihen verfügbar. Nicht in der Flatrate enthalten.

Willkommen in Gravity Falls

Ein Vorwort

Was passiert, wenn man seine ebenfalls Film- und Serienverrückte beste Freundin besuchen fährt? Man wird vor den Fernseher gezwungen, weil einem muss ja so viel Neuentdecktes gezeigt werden. So zum Beispiel die Serie Willkommen in Gravity Falls. Und während ich nie gedacht hätte, dass mir die Serie gefallen könnte, aber auf die Frage „Und was machen wir jetzt?“, immer nur ein „Noch ne Folge Gravity Falls!“ kam, sind nun beide Staffeln gesehen und hier gibt es nun meine Meinung dazu.

Die Handlung

Dipper und Mabel, beide 12 Jahre alt, werden während der Sommerferien zu ihrem Großonkel Stan Pines geschickt. Dieser wohnt in Gravity Falls und betreibt dort die Mystery Shack, ein Kuriositätenmuseum, mit mehr oder weniger echten Kuriositäten. Während Mabel zunächst nur daran denken kann, dass sie eine große Sommerromanze braucht, findet Dipper ein Tagebuch des mysteriösen Autors, in dem allerlei Wesen beschrieben werden, die sich in und um Gravity Falls tummeln sollen. Und schon bald finden beide Geschwister raus, dass an den Mythen so einiges Wahres dran ist. Ein Sommer voller Spaß und Abenteuer steht bevor.

Meine Meinung

Willkommen in Gravity Falls ist wohl keine Serie, die man von Anfang an liebt. Denn gerade am Anfang müssen sich die Charaktere erst noch entwickeln und man weiß noch nicht so recht, in welche Richtung sich die Serie entwickeln wird.
Dipper ist der ruhigere Zwilling und setzt sich gerne mit dem Tagebuch des Autors auseinander. Außerdem schwärmt er total für die 15-jährige Wendy, die als Aushilfe in der Mystery Shack arbeitet. Seine Bemühungen cool und älter zu wirken, machen einen Großteil seines Charmes aus und seine Feindschaft zu Robbie, einem weiteren Verehrer Wendys, wird zum running gag. Seine Schwester Mabel hingegen ist ständig aufgedreht und einfach ein absoluter Sonnenschein. An ihren Charakter musste ich mich am längsten gewöhnen, aber danach habe ich sie auch am meisten ins Herz geschlossen. Ihr running gag ist die Bessenheit eine Sommerromanze heraufzubeschwören, was einfach nicht so richtig gelingen will.
Ebenfalls stets präsente Figuren sind Großonkel „Gronkel“ Stan, der verzweifelt versucht leichtgläubigen Touristen  auch noch den letzten Dollar für Merchandise aus dem Leib zu leiern, und seine Angestellten Soos, ein übergewichtiger 22-jähriger von leichtem Gemüt und Wendy, die oben bereits erwähnte Angebetete von Dipper, die einer Holzfällerfamilie entstammt und eben typisch Teenager ist.
Aber auch darüber hinaus hat Gravity Falls viele wiederkehrende Charaktere zu bieten, die alle ihre Eigenheiten haben und damit das Gesamtbild einer verträumten Kleinstadt unterstreichen. Viel spannender sind jedoch die „Monster“ und anderen Gestalten, die in den einzelnen Folgen auftauchen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei und manches scheint ganz anders zu sein als es hinterher wirklich ist.
Willkommen in Gravity Falls hat zwei Staffeln mit insgesamt 41 Folgen. Da die Serie von Anfang an auf die zwei Staffeln ausgelegt war, ist die Serie abgeschlossen und das mit einem runden Ende, in dem fast alles aufgelöst wird. Doch trotz dieser vergleichsweise kurzen Zeit ist der Abschied am Ende traurig. Aber auch wenn man sich mehr Abenteuer wünscht, ist es schön, dass die Serie nicht auf Gedeih und Verderb gestreckt wurde oder irgendwann eine ganz neue Richtung eingeschlagen werden musste (looking at you Supernatural). So hat man seinen Zwischendurchdauerantagonisten und den Endgegner und gipfelt das ganze in ein vier Episoden Serienfinale. Die Serie ist ab 6 Jahren freigegeben, was in manchen Episoden schon sehr fraglich ist. Meine Kinder dürften die Serie wohl mit 6 Jahren noch nicht sehen, gerade das Serienfinale ist streckenweise brutal – andererseits sind die Kinder heutzutage wahrscheinlich ganz andere Sachen gewöhnt. Trotzdem ist der Grundton durchaus an ein jüngeres Publikum gerichtet, auch wenn es auch gut für die Erwachsenen funktioniert.
Grundsätzlich hat mir die erste Staffel besser gefallen, weil hier die Konzentration auf die Einzelabenteuer größer war. In der zweiten Staffel wurde mit Dippers Suche nach dem Autor und einigen weiteren Verstrickungen stark auf das große Finale hingearbeitet. Dennoch wäre die erste Staffel sehr sinnfrei ohne die logische Fortführung der zweiten.

Das Fazit

Willkommen in Gravity Falls ist ein Spaß für die ganze Familie voller Mysterien und Abenteuer mit unglaublich lebensfrohen und realistischen Charakteren.

Willkommen in Gravity Falls ist auf Disney+ im Stream abrufbar

Eine Handvoll Serienkritiken

Ich bin aus meiner Auszeit zurück und hoffe euch nun wieder regelmäßig ein paar Artikel präsentieren zu können. Ob und wann die Kinos wieder öffnen, ist weiterhin nicht final entschieden und daher kommen wir nun wieder zu meinen obligatorischen Überbrückungsbeiträgen. Die Serienkritiken machen hier den Anfang.

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 2

Die Handlung: Miriam „Midge“ Maisel arbeitet weiter an ihrer Karriere als Stand-up-Comedian. Seit ihr Ex-Mann Joel davon Wind bekommen hat, ist es auch um ihre Erneuerung der Ehe vorbei. Dennoch stehen große Abenteuer bevor. Midges Mutter Rose Weismann ist nach Paris abgehauen und Midge muss ihr mit ihrem Vater hinterherreisen, um sie zurückzuholen. Dann steht der Sommer bevor, den die Familie alljährlich in den Catskills verbringt. Und vielleicht gibt es auch für Midge einen neuen Verehrer.

Meine Meinung: Während die erste Staffel ein Warmwerden mit den Charakteren war und vor allem durch die Scheidung von Midge und Joel dominiert wurde, gibt es nun viele kleinere Geschichten, die erzählt werden. Allein die Catskills nehmen drei Folgen ein, was der Serie aber gut tut. Durch den regelmäßigen Tapetenwechsel geht der Serie nicht die Puste aus und gleichzeitig arbeiten alle Folgen weiterhin an Midges Traum. Wir bekommen alte liebgewonnende Charaktere zurück und neue hinzu, die wir genauer betrachten dürfen. Der Witz, aber auch die Spannung, kommen nicht zu kurz. So gesehen eine gelungene Fortführung der Serie. Wobei mir die zweite Staffel noch besser gefiel als die erste.

Star Trek: Discovery – Staffel 2

Die Handlung: Der Krieg mit den Klingonen ist vorbei und die Discovery ist unterwegs nach Vulkan, um ihren neuen Captain zu begrüßen. Unterwegs treffen sie auf die Enterprise mit Captain Pike. Dieser kommt zusammen mit zwei Offizieren an Bord und nimmt das Kommando an sich. Es wurden sieben rätselhafte Signale abgefangen und Pike soll zusammen mit der Besatzung der Discovery diesen nachgehen.

Meine Meinung: Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich die zweite Staffel überhaupt noch sehen mag. Denn die erste hat mir nicht so richtig zugesagt. Die viel zu langgezogene Staffel rund um den Klingonenkrieg hatte zu viele Wendungen und Zwischengeschichten (ich sag nur Spiegeluniversum) um spannend zu bleiben. Dies ändert sich in der zweiten Staffel jedoch vollkommen und mit Captain Pike wird ein cooler neuer/alter Charaktere hinzugefügt, mit dem die Star Trek Formel nun wieder aufgeht. Wir haben durch die Signale zwar eine zusammenhängende Geschichte, aber irgendwo auch Einzelepisoden. Das harmoniert sehr gut zusammen und wird nur mit minimalen kleineren Geschichten gestreckt. Auch die Charaktere harmonieren nun viel mehr miteinander und haben sich zu einer kleinen Familie zusammengerauft. So kommt der typische Charakter der früheren Star Trek Serien wieder durch. Lediglich das Ende stimmt mich wieder nachdenklich, ob die dritte Staffel dann auch wieder so gut funktionieren kann.
PS: Zwischen den beiden Staffeln gibt es vier Kurzfilme. Die sollten vor dem Staffelfinale gesehen werden, sonst versteht man nicht, wo der eine Charakter auf einmal herkommt 😉

Foodhacks mit Nadiya Hussain – Staffel 1

Die Handlung: Die meisten dürften das Problem kennen. Man kommt gestresst von der Arbeit und dann soll man noch für die Familie kochen. Teilweise kommen dann noch Kinder dazu, die ja auch noch bespaßt werden wollen. Nadiya Hussain nimmt sich diesem Problem an und zeigt Rezept mit wenig Aufwand, die man wunderbar vorbereiten kann oder die einfach Zeit sparen. Außerdem begibt sie sich hinter die Kulissen einer Lebensmittel und deren Herstellung.

Meine Meinung: Wunderbar kurzweilige Serie für zwischendurch. Einige interessante Fakten zu Lebensmitteln sind dabei und auch einige Rezepte, die ich vielleicht doch einmal ausprobieren werde. Im großen und ganzen bin ich mir jedoch unsicher, ob die Rezepte wirklich den gewünschten Effekt haben. Denn selbst, wenn ein Essen nur 10 Minuten für die Vorbereitung braucht, finde ich durchschnittlich 40 Minuten im Ofen doch sehr lang. Wenn ich im Schichtsystem von der Spätschicht nach Hause komme, halte ich keine 40 Minuten mehr durch, um auf das Essen zu warten. Auch sind manche Tipps für mich keine Alternative. Zum Beispiel werde ich nicht mit vorgeschälten Kartoffeln aus dem Glas arbeiten. Da plane ich lieber die Schälzeit mit ein. Aber einiges dient dann doch auch einfach zur schönen Inspiration. Freue mich trotz allem auf eine zweite Staffel.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 1

Die Handlung: Phryne Fisher ist Aristokratin und kehrt in den 1920er Jahren nach vielen Jahren in Europa in ihre Heimat Melbourne, Australien zurück. Dort hilft sie bei der Aufklärung eines Mordes mit. Fortan mischt sie sich gerne in die laufenden Ermittlungen bei Mordfällen ein. Detective Inspector Jack Robinson ist davon wenig begeistert, kann Miss Fishers Enthusiasmus aber auch nicht stoppen.

Meine Meinung: Ich präsentiere eine Crimeserie, die in Australien spielt, in den 1920er Jahren und dann noch eine sehr unkonventionelle Ermittlerin hat. Wie bei den meisten Crimeserien, die sich mit dem Fall der Woche befassen, ist es hier vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere, die den Charme der Serie ausmachen. Tatsächlich ist mir Phryne Fisher fast noch am unsympathischsten, was allerdings nicht viel heißt. Spannend ist es jedoch zu beobachten, wie Miss Fisher die Täter überführt, denn die technischen Mittel  waren damals doch eher mau. Neben dem Crimefaktor hat man also auch noch den Historienfaktor, der sich vor allem in faszinierenden Kleidern niederschlägt. Ein Blick lohnt hier auf jeden Fall.

Küchenhelden – Staffel 1

Die Handlung: Kurz gesagt ist es ein Familien-Koch/Back-Duell mit von Disney inspirierten Themen. Fünf Familien mit jeweils vier Familienmitgliedern treten in 10 Runden gegeneinander an. Thema ist jeweils ein Disneyfilm und es wird die Art vorgegeben (Hauptspeise/Dessert/Snack). Am Ende kostet jeweils ein Chefkoch aus Disney World die Gerichte und bestimmt dann den Gewinner.

Meine Meinung: Eigentlich bin ich für Koch- und Backwettbewerbe wenig zu haben. Das große Backen konnte mich für ein oder zwei Staffeln nochmal fesseln, verloren dann aber auch einfach wegen der Länge den Reiz. Bei den Küchenhelden funktioniert das ganz gut, weil jede Folge nur knapp 30 Minuten geht und der Kochprozess daher nicht in die Länge gezogen wird. Die Folgen beginnen mit der Vorstellung des Disneyfilms, um den es geht und die beiden Familien, die in der Runde antreten, dürfen in Disney World die jeweils passende Abteilung besuchen und Inspiration sammeln. Dann geht es ans Kochen/Backen. Dafür gibt es eine Stunde Zeit. Zwischendurch gibt es noch ein Gartenduell, bei dem jeweils zwei Familienmitglieder gegeneinander antreten, während die anderen weiterkochen dürfen. Der Gewinner des Duells bekommt den goldenen Löffel, der der Siegerfamilie einen Vorteil, wie z.B. Extra-Zeit, einbringt. Am Ende wird verkostet. So gesehen eine schöne Serie für Zwischendurch. Die Folgen sind immer Freitags auf Disney+ erschienen und am kommenden Freitag steht das große Finale bevor.

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 10

In Zeiten von Corona mit geschlossenen Kinos, fällt es mir leichter Filme zu Hause doch einmal nachzuholen – wenn ich nicht gerade Serien binge oder meinen SuB abarbeite (der leider eher wächst als schrumpft). Und so kommen wir heute direkt zu einem neuen Teil meiner im Kino verpassten Filme, die ich jedoch nicht vergessen, sondern zu Hause nachgeholt, habe. 

Mit dem Herz durch die Wand

Sie ist Pianistin und zieht in ein neues Appartement. Sie muss viel für ein neues Stück proben, für das sie vorspielen will. Doch ihr Nachbar ist davon wenig begeistert, entwickelt er doch im stillen Puzzle. Nach einem Kleinkrieg versuchen sie sich an einem Kompromiss. Und merken nach und nach ihre Gefühle füreinander, ohne sich je gesehen zu haben. Es beginnt eine Beziehung mit einer Wand zwischen den Liebenden.
Ungewöhnlich an dem Film ist bereits, dass beide Protagonisten keinen Namen haben, sondern sich  immer nur mit Madame und Monsieur anreden. Ansonsten entwickelt sich der kammerspielartige Film sehr ruhig. Von beiden erfährt man nur das, was der jeweils andere durch die Wand mitbekommt. Auch scheinen beide Berufe zu haben, die sie dazu verleiten, viel Zeit in der Wohnung zu verbringen, weswegen sie sich auch gerade ständig auf die Nerven gehen. Und so entsteht ganz nebenbei eine zuckersüße Liebesgeschichte, die darauf basiert, dass sich beide nur hören können und niemals sehen. Wie das funktionieren soll, zeigt dieser Film. Das Liebe auch auf nicht körperlicher Basis entstehen kann. Dabei nimmt er sich relativ viel Zeit, auch wenn der Film mit 92 Minuten normale Spielfilmlänge hat. So muss man schon in der Geschichte versinken, wenn er einem nicht langatmig erscheinen will. Aber wenn man das schafft, dann ist es für den Film ein Leichtes einen zu verzaubern.

Ihre beste Stunde

Catrin Cole lebt zu Zeiten des zweiten Weltkriegs in London. Sie bekommt einen Job im Informationsministerium und wird schnell in die Filmabteilung versetzt. Sie soll dort an Drehbüchern für Kino- und Propagandafilme mitschreiben, damit diese eine weiblichere Note erhalten. So sollen auch Mütter und Frauen angesprochen werden, die Söhne und Männer an der Front haben. Dabei muss sie nicht nur mit schwierigen Schauspielern klar kommen, sondern auch mit vielen Vorurteilen kämpfen.
Ihre beste Stunde vereint Liebesgeschichte, Historienfilm und Blick hinter die Kulissen der Filmbranche in einem und verwebt die einzelnen Bestandteile sehr geschickt. Am Ende fragt man sich zwar, ob es die Liebesgeschichte überhaupt gebraucht hätte – ich würde sagen: nein – aber der Aspekt ist auch nicht störend. So wird der Film von einer starken, aber zurückhaltend spielenden, Gemma Arterton geführt, die gegen die Männerdomäne anspielt. Der Krieg ist allgegenwärtig, aber nie dominant im Bild. So wird der Krieg noch einmal von einer ganz anderen Seite beleuchtet, ohne ihn klein zu spielen. Es zeigt, das es auch abseits von der Front Männer und Frauen gab, die mit allen Mitteln versucht haben, die Laune im Volk hoch zu halten.

Wind River

Wind River ist ein Indianerreservat im verschneiten Wyoming. Als dort die Leiche eines vergewaltigtenn Mädchens gefunden wurde, wird die schlecht ausgestattete Jane Banner vom FBI geschickt. Sie bittet den Wildhüter Cory Lambert um Hilfe.
Wusstet ihr, dass es für jede Bevölkerungsgruppen mit Ausnahme der amerikanischen Ureinwohner eine Vermissten-Statistik in den USA gibt? Darauf weißt der Film am Ende noch einmal hin. Denn Taylor Sheridan will mit seinem Regiedebüt genau darauf hinweisen. Nachdem er zu Sicario und Hell or High Water bereits das Drehbuch schrieb, führte er zu diesem von ihm verfassten Drehbuch auch Regie. Dazu führt er uns ins verschneite Wyoming in das Indianerreservat Wind River. Dort stellt er uns zunächst den Wildhüter Cory Lambert, gespielt von Jeremy Renner, vor. Als Weißer im Reservat wird er als Außenseiter behandelt. Bindeglied ist seine Ex-Frau. Als er die Leiche der besten Freundin seiner ebenfalls ermordeten Tochter im Schnee findet, kommen alte Gefühle und Erinnerungen hoch. Das FBI sendet Jane Banner. Diese ist nicht für die Bedingungen ausgerüstet und bekommt auch keine Unterstützung vom FBI. So bittet sie Cory um Hilfe. Jane ist wirklich an der Aufklärung interessiert, steht aber mit begrenzten Mitteln da und bekommt die Abneigung des Reservats zu spüren, die anscheinend viele schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht haben. So bietet Wind River nicht nur einen spannenden Thriller mit einer ziemlich verstörenden Aufklärung, sondern auch einen Einblick in die Trostlosigkeit ohne reale Zukunftsperspektive in einem Reservat.

Das schönste Mädchen der Welt

Roxy ist vom Internat in England geflogen und muss nun ganz kurzfristig mit auf Klassenfahrt. Sie freundet sich mit Außenseiter Cyril an, der wegen seiner großen Nase gemobbt wird. Dieser hat eine große Leidenschaft zum Rap und tritt heimlich mit goldener Maske auf, da er für seine Nase nicht auch noch dort gehänselt werden will.
Der Film kann mit vielen guten Kritiken aufwarten und wurde mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung ausgezeichnet. Beides kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Denn Das schönste Mädchen der Welt bedient zunächst alle Negativklischees einer Klassenfahrt und inszeniert eine absolute Horrorklasse. Platte Charaktere, noch plattere Witze und eigentlich sollen alle nur brav ihr Klischee erfüllen, damit die absolut vorhersehbare Handlung auf den Punkt kommt. Unterbrochen wird dies von ein paar wenigen Rapbattles, die erstaunlich gut funktionieren. Hinzu kommt, dass Roxy ein absolut wankelmütiger Charakter ist und man so auch keine Sympathien für sie aufbauen kann. Allgemein schafft es kein Charakter, das man ihn auch nur ansatzweise mag und mit ihm mitfühlt.

Little Monsters

Der erfolglose Musiker Dave hat sich in die Grundschullehrerin Miss Caroline seines Neffen verknallt. Um sie zu beeindrucken stimmt er zu die Klasse auf einem Ausflug zu einem Erlebnisbauernhof zu begleiten. Leider kam es in der nahe gelegenen Militärbasis zu einem Zombieausbruch, die schnell den Bauernhof entdecken. Dave und Miss Caroline müssen nun alle Kräfte einsetzen, um alle Kinder in Sicherheit zu bringen, ohne diese zu ängstigen.
Ich bin immer noch kein Fan von Zombiefilmen, wurde aber einmal mehr überredet mir doch einen anzugucken. Und tatsächlich hat mir dieser sogar relativ gut gefallen. Denn hier liegt das Augenmerk weniger auf dem Horroraspekt, sondern vielmehr auf dem komödiantischem. Und mal ganz ehrlich? Eine Lehrerin, die den Kindern auf der Ukulele vorspielt, während sie versuchen an den Zombies vorbeizukommen? Die Ideen waren einfach nur super. Davon, dass der Film in Australien spielt, bekam man leider relativ wenig mit. Also ein Zombiefilm auch für Nicht-Zombie-Fans geeignet.

Die Bücherdiebin

Ein Vorwort

Sehr geehrter Herr Zusak,
mein Name ist Shalima Moon. Ich bin Bloggerin und daher der Ansicht meine Meinung hier niederschreiben zu dürfen. Zuerst möchte ich sagen, dass ich Ihr Werk „Der Joker“ sehr liebe und es zu meinen absolut liebsten Büchern gehört. Tatsächlich hatte ich – wohl aus der Angst bei anderen Ihrer Werke nicht die gleiche Magie zu spüren – es bisher vermieden, noch ein weiteres Werk Ihrerseits zu lesen. Witzigerweise bin ich sowohl mit meinem besten Freund als auch mit meiner besten Freundin über Sie ins Gespräch gekommen. Beide sagten mir, dass sie ein anderes Werk Ihrerseits, nämlich „Die Bücherdiebin“ gelesen hatten und es sehr mochten. Meine beste Freundin ging schließlich so weit, dass sie mir eine Ausgabe dieses  Buches zum Geburtstag schenkte. Ich habe es nun gelesen. Herr Zusak, wir müssen reden.

Die Handlung

Die 9-jährige Liesel Meminger wird von ihrer Mutter zu einer Pflegefamilie in Molching, bei München, gebracht. Auf der Fahrt dorthin stirbt ihr Bruder. Dort entdeckt der Tod sie das erste Mal und sie wird ihr erstes Buch stehlen. In den folgenden Wirren des zweiten Weltkriegs wird sie dem Tod noch mehrfach begegnen und noch mehr Bücher stehlen.

Meine Meinung

Herr Zusak, ich möchte zugeben, dass ich mich beim Einstieg in Ihr Buch noch ein wenig gesträubt habe. Die Erzählweise des Todes kam mir befremdlich vor, zumal er ständig vorzugreifen schien. Dann wiederum schien er wichtige Informationen einfach auszulassen. Ich weiß, noch immer nicht, woran der Bruder starb. Sie mögen argumentieren, dass dies für die Geschichte nicht wichtig sei, aber Herr Zusak, es ist höchst unbefriedigend. Doch nach und nach gewöhnte ich mich an die Erzählweise und ließ mich auf die Geschichte ein. Auf Liesel und auf ihre Pflegeeltern. Vorallem auf ihren neuen Papa Hans Hubermann. Auf den Nachbarsjungen Rudi und dessen Familie. Und ich habe sie in mein Herz geschlossen.
Herr Zusak, Sie sagten selbst in einem Interview, dass Sie eigentlich vorhatten nur ca. einen Monat an dem Buch zu arbeiten, es sollte nicht länger als 100 Seiten werden. Sie haben dem Werk drei Jahre gewidmet und es sind nun fast 600 Seiten geworden. Das war wohl zum einen eine gute, aber auch irgendwo eine schlechte Idee. Eine gute, weil Sie der Geschichte so viel mehr Tiefgang geben konnten. Sie nehmen sich die Zeit, um alle Charaktere richtig vorzustellen und teilweise auch in kurzen Kapiteln kurze Anekdoten zu erzählen. Die längeren Kapitel nutzen Sie, um die für die Geschichte wichtigen Aspekte zu erzählen. Sie haben so genug Zeit, um den Nationalsozialismus ganz langsam in die Geschichte zu lassen. Den Hass, gegen ganz normalen Menschen von ganz normalen Menschen die ihnen von abnormalen Menschen eingetrichert wurde. Es gibt wohl keine ehrlichere Art der Erzählung aus der Zeit, als ein ganz normales Mädchen aus einer ganz normalen Straße die Ereignisse einfließen zu lassen. Eine schlechte Idee Buch und Zeit zu verlängern war es wohl, weil dadurch gerade der Anfang etwas zäh gerät. Aber auch, weil man dadurch so viele Gelegenheiten findet, die Charaktere ins Herz zu schließen.
Herr Zusak, ich möchte mit Ihnen nun über das Ende sprechen. Für den Blogleser könnte der folgende Abschnitt Spoiler enthalten, aber sie kennen ja Ihre eigene Geschichte, also kann ich Ihnen gegenüber ja ganz offen sein. Mir ist bewusst, dass es vielleicht naiv war mein Herz an so viele Charaktere zu hängen. Eine Geschichte, die während des zweiten Weltkriegs spielt, ist nicht gerade prädestiniert für ein allumfassendes Happy-end. Aber warum dieses Ende? Herr Zusak, ich war schon desöfteren empört über die Enden von Büchern. Ich wollte Bücher aus dem Fenster werfen, ich wollte nach dem Hörer greifen, um Autoren meine Wut direkt ins Gesicht zu sagen, ich meckerte meinen Lebensgefährten voll, weil ich mit Enden nicht einverstanden war. Ich war auch schon traurig über Enden. Manchmal sind Enden einfach die logische Konsequenz, auch wenn sie mir nicht passen. Aber Herr Zusak, ich habe noch nie am Ende eines Buches so bittere Tränen der Verzweiflung geweint. Es fiel mir noch nie so schwer, die nächsten Seiten umzublättern, denn solange ich es nicht tat, konnte auf den folgenden Seiten stehen, dass alles nur ein Traum war. Ein Scherz des Todes. Aber diese Worte kamen nicht. Wie konnten sie mich so zurücklassen und dann auch noch eine Aussicht auf eine weit entfernte Zukunft geben? Und mich dann am Ende doch im Ungewissen lassen.

Das Fazit

Herr Zusak, schlussendlich möchte ich Ihnen sagen, dass mir Ihr Buch wirklich gut gefallen hat, auch wenn ich es am Anfang nicht mögen wollte und am Ende nicht fassen kann, dass ich es noch immer mag. Aber genau das sind sie. Die Geschichten, die einen noch lange begleiten. Die man nicht ablegen kann. Und die man ungefragt weiter empfehlen möchte. Herr Zusak, Sie werden diesen Beitrag wohl nie lesen. Aber ich hoffe ein paar Leser damit zu erreichen und das war wohl auch Ihre Intention beim Schreiben des Buches.

Eine Handvoll Bücherkritiken

Ich habe gelesen und kann euch somit hier wieder eine Handvoll Bücher vorstellen, die mich in den letzten Wochen begleiteten. Diesmal mit dabei ist ein ganz besonderes Café, ein nicht ganz so anonymer Schauspieler, ein Roadtrip durch Frankreich, eine Hüterin von Büchern und eine Zeitreise in die Südstaaten der 1930er Jahre.

Das Café der guten Wünsche – Marie Adams

Die Handlung: Die Freundinnen Julia, Bernadette und Laura führen ein kleines Café im Herzen einer großen Stadt. Gerade Julia ist eine große Träumerin und alle drei glauben an die Macht der gedachten Wünsche. Und so wünschen sie jedem Gast stets etwas Gutes. Julia trifft auf den Pessimisten Robert, der ihr Leben ganz schön durcheinander wirbelt.

Meine Meinung: Das Buch war dieses Jahr mein erster Versuch einer leichten Sommerlektüre, auch wenn noch kein Sommer ist. Das war dann wohl auch das sichere Zeichen dafür, dass es ein Buch ist, dass nicht in die Kategorie passt. Denn Das Café der guten Wünsche ist einfach nur nervig. Zunächst muss man sich schon an die fehlenden Kapitel gewöhnen. Stattdessen wird mit Absätzen gearbeitet. Dadurch hat man aber irgendwie keinen Anhaltspunkt, wo gedanklich etwas neues beginnt. Die Autorin wollte dies wohl auch gar nicht ordnen, denn sie hat nicht den einen Erzähler und sei es ein allwissender, sondern sie lässt einfach alle Charaktere mal gedanklich zu Wort kommen. Dadurch kann man zwar die Handlungen dieser nachvollziehen, aber man muss auch damit klar kommen, dass auf einer Doppelseite gerne dreimal die Erzählperspektive gewechselt wird. Mir hat das nicht gefallen. Aber selbst, wenn man damit gut klar kommt, ist da dann noch die Geschichte an sich und ihre schrecklichen Charaktere. Alle handeln mit einer Naivität, die absolut unsympathisch wirkt. Es gab keinen Charaktere, den ich auch nur ansatzweise mochte, stattdessen wollte ich permanent alle schütteln und ins Gesicht schreien, dass sie bitte nicht so bescheuert sein sollen. Zusätzlich dreht sich die Geschichte auch immer wieder im Kreis und will einfach nicht vorkommen, nur um dann mit dem absolut offensichtlichen Ende aufzuwarten, dass dann komplett überstützt und hastend auf einen zugerast kommt. Keine Empfehlung für dieses Buch.

Das Manifest der anonymen Schauspieler – James Franco

Die Handlung: Schauspieler James Franco nimmt sich die 12 Schritte und Traditionen der anonymen Alkoholiker als Vorbild und verfasst daraus die 12 Schritte und Traditionen der anonymen Schauspieler. Untermalt mit Geschichten, Anekdoten, Gedankenfragmenten und experimentellem Geschreibsel.

Meine Meinung: Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt über dieses Werk schreiben sollte, weil es mich so abgeschreckt hat, dass ich eigentlich keine zusätzliche Aufmerksamkeit für das Buch erregen wollte. Aber vielleicht halte ich ja den ein oder anderen vom Kauf ab. Man kann von James Franco als Schauspielen halten, was man möchte. Die Grundidee des Buches sich an den 12 Schritten und Traditionen der anonymen Alkoholiker entlang zu hangeln, ist gut. Die Geschichten, die nicht wirklich etwas damit zu tun zu haben scheinen, sind bestenfalls langweilig, schlimmstenfalls abstoßend. Allein dafür lohnt es sich schon, sein Geld zu sparen, auch wenn man hier noch argumentieren kann, dass Franco hier bewusst provoziert. Aber wenn er dann ein paar Anekdoten aus den Anfängen seiner Schauspielkarriere erzählt und dabei in einem Abschnitt erzählt, wie er ein betrunkenes Mädchen vergewaltigt und das dann auch noch als okay bzw. unwichtig hinstellt, dann hört es bei mir auf. Es ist mir egal, ob es wirklich so war oder ob es nur irgendeine schlechte Metapher sein soll. Mit einem Mädchen, das betrunken und bewusstlos ist, Sex zu haben, ist Vergewaltigung.

Die grüne Ente – Manu Causse

Die Handlung: Der Vater tut sich schwer mit seinem Sohn, einem Autisten. Dennoch ist er zu den wöchentlichen Treffen außerhalb der Klinik da. Bis ihm diese untersagt werden. Als er kurz darauf eine grüne Ente erbt, beginnt ein wilder Trip durch Frankreich. Mit dabei sind der verstorbene Onkel und die tote Katze, die vom Rücksitz aus Kommentare fallen lassen.

Meine Meinung: Definitiv keine alltägliche Geschichte, ich kann nicht einmal sagen, ob es eine vergleichbare gibt. Interessant am Erzählstil ist schon, dass nur ganz wenige Charaktere überhaupt einen Namen bekommen. Der Vater ist immer der Vater, der Gendarm ist der Gendarm, die Mutter auch gerne mal die Frau mit den Krokodilhänden. Sobald man sich an diesen Umstand gewöhnt hat, folgt man gespannt dem agieren der verschiedenen Charaktere. Dabei werden viele Fragen aufgeworfen, die nie beantwortet werden, was im Laufe des Buches immer unbefriedigender wird. Auch der Roadtrip durch Frankreich ist viel nüchterner, als man ihn sich nach dem Klappentext wohl vorstellte. Zumal die Kommentare von der Rückbank auch eher sehr spärlich sind. Man muss sich hier wirklich auf die Geschichte einlassen und sie am besten auch in einem Rutsch lesen, wenn man einmal drin ist, ansonsten kann sie ziemlich mühselig werden. Es ist eine Geschichte, bei der ich hinterher beim besten Willen nicht sagen kann, ob ich sie mochte, oder nicht. Auf jeden Fall ein Tipp, für alle, die etwas abseits vom Alltagsbrei suchen.

Bookless 2 – Gesponnen aus Gefühlen – Marah Woolf

Die Handlung: Lucy wurde von Nathan aus dem Feuer der Bibliothek gerettet. Nur um sich kurz darauf in den Fängen von Nathans Onkel Batiste de Tremaine zu befinden. Der oberste Perfecti des Ordens, die Bücher auslesen, um sie „zu beschützen“, hat Pläne mit der Hüterin Lucy. Nathan will diese jedoch nicht zulassen und befreit Lucy aus den Fängen seines Onkels. Ein Katz und Maus Spiel beginnt.

Meine Meinung: Ein schlechtes Zeichen für eine Trilogie ist es wohl, wenn man einen Band braucht, um alle vorzustellen, in dem also nicht wirklich etwas passiert und dann den ganz typischen Mittelteil zu schreiben. Denn auch hier im zweiten Teil scheint nichts wirklich zu passieren. Stattdessen dreht sich das Buch immer und immer wieder im Kreis und pendelt von Schauort zu Schauort, wo gefühlt immer genau das gleiche passiert. Die Charaktere entwickeln sich nur bedingt weiter, lediglich Nathan bekommt eine etwas neue Richtung. Aber gerade Protagonistin Lucy bleibt absolut naiv und scheint keine einzige vernünftige Entscheidung treffen zu können. In Teil 3 muss nun der große Knall kommen, ansonsten wird die Reihe wohl schnell aus meinem Gedächtnis gelöscht. Auch der sehr einfache Schreibstil der Autorin konnte mich nicht wirklich abholen.
P.S.: Kann mir jemand sagen, ob sich die andere Reihe der Autorin „Götterfunke“ vielleicht eher lohnt?

Wer die Nachtigall stört – Harper Lee

Die Handlung: Der Anwalt Atticus Finch ist alleinerziehend. Seine beiden Kinder Jem und Scout wachsen wie ganz normale Kinder in den Südstaaten der USA der 1930er Jahre auf. Bis sich Atticus entschließt einen Schwarzen zu verteidigen, der ein Mädchen vergewaltigt haben soll. Und so werden die Geschwister in jungen Jahren mit den Thema Rassismus konfrontiert.

Meine Meinung: Ein weiterer Haken auf meiner Liste der Schande. Und ein Buch, das es schafft einen erst in die heißen Sommer Alabamas zu führen und sich mit der Leichtigkeit der Kinder in die Herzen zu spielen und dann ganz langsam immer weiter das Thema Rassismus einzubauen. Es brauchte für diese Geschichte zwei typische Kinder und den wohl nettesten Vater der Welt. Harper Lee versteht es die Geschichte ganz langsam dahin plätschern zu lassen und dabei doch so viel zu sagen. Sie baut Geheimnisse und Überraschungen so geschickt in die Handlung ein, dass man immer wieder etwas neues entdeckt. Handlungstechnisch liest es sich beinahe wie eine mögliche Vorgeschichte zu The Green Mile, weswegen es auch sehr passend war, beide Bücher zeitnah zu lesen – auch wenn ich das vorher natürlich nicht wusste. Letztlich ist es ein Stück amerikanische Geschichte durch den Augen eines Kindes und aus gutem Grund ein zeitloser Klassiker.

Eine Handvoll Serienkritiken

Die letzten beiden Serienkritiken bekamen ein Duo, da ich wohl doch mehr zu ihnen zu sagen hatte, als gedacht, bzw. hätte es den Rahmen der eine Handvoll Kategorie gesprengt. Daher hier nun fünf weitere Serientipps, bzw. Staffeln von denen ich eher abraten würde. Diesmal mit dabei: Zwei übernatürliche Brüder, der Flohsack und der Priester, eine Reise nach Birmingham im Jahr 1921, ein in die Jahre gekommener Schauspiellehrer und eine horrormäßige Freak Show.

Supernatural – Staffel 9

Die Handlung: Nachdem Castiel in Staffel 8 Metatron vertraute und in der Konsequenz daraus alle Engel aus dem Himmel fielen, liegt Sam am Anfang der Staffel im Koma. In seiner Verzweiflung betet Dean zu den Engeln und bekommt vermeintlich Hilfe von Ezekiel, der Sam von innen heraus heilen will. Dean stimmt zu, aber Sam darf davon nichts wissen. Währenddessen hat die dämonische Reiterin Abaddon Crowleys Abwesenheit, der von den Winchesters gefangen gehalten wird, genutzt, um Königin der Hölle zu werden. So versuchen nun die Brüder gegen zwei Katastrophen gleichzeitig zu kämpfen und dann sind da noch die kleineren und größeren Vorkommnisse auf ihrem Weg.

Meine Meinung: Auch wenn ich nach der sechsten Staffel und einem nervigen siebten Staffelauftakt nicht gedacht hätte, dass ich es noch so weit mit der Serie schaffen würde, bin ich noch immer von vielen Sachen genervt. Gerade die Staffelübergreifenden Handlungen und die dazugehörigen Folgen sind mir einfach ein bisschen zu viel geworden. Dean und Sam sind gefühlt dauerzerstritten, immer ein Schritt zu nah am Tod, aber irgendwie doch nie in richtiger Gefahr, weiß man doch einfach, dass noch genug Staffeln auf einen warten. Doch dann gibt es wieder die Einzelfolgen mit dem „Monster of the Week“, die einen irgendwie doch bei der Stange halten, gibt es doch immer wieder neue Monster, oder Wendungen in bekannten Monstern, die einen überraschen können. Sich hier von einer zur nächsten zu hangeln, ist zwar nicht mehr das gleiche Gefühl wie früher, aber reicht aus, um der Serie weiterhin eine Chance zu geben. Und gerade die Dialoge zwischen Dean und Crowley bringen einen dann doch immer wieder zum Schmunzeln.

Fleabag – Staffel 2

Die Handlung: Seit über einem Jahr hat Fleabag nicht mehr mit ihrer Familie gesprochen. Nun steht die Ankündigung einer Hochzeit im Raum, zu der Fleabag eingeladen wurde. Ihr Vater heiratet ausgerechnet ihre Stiefmutter, die einst die beste Freundin ihrer Mutter war. Dort trifft sie auch wieder auf ihre Schwester Claire, die noch immer mit Martin verheiratet ist. Ebenfalls mit am Tisch sitzt ein Priester, der die Trauung vollziehen soll, sich aber so gar nicht priesterhaft gibt. Im Laufe der Staffel lernt Fleabag den Priester noch genauer kennen und versucht die Beziehung zu ihrer Schwester zu verbessern.

Meine Meinung: Die erste Staffel Fleabag hatte mich etwas ratlos zurückgelassen. Ich wollte die Serie rund um die quirlige Protagonistin, die gerne die vierte Wand durchbricht, so gerne mögen, war aber von der etwas konfusen Geschichte überfordert. Bereits bei den Golden Globes wurde ich dann auf die zweite Staffel aufmerksam, würde doch Andrew Scott sich hier die Ehre als Priester geben. Dennoch schob ich sie weiter vor mir her, beschäftigte mich zunächst mit anderen Serien. Bis nun der werte donpozuelo von seiner Begeisterung berichten konnte. Nun war es also an der Zeit und was soll ich sagen: Er hatte mit der Ansicht, dass ich die zweite Staffel nun unbedingt sehen sollte, auf jeden Fall recht. Alles, was mich am ersten Teil noch störte, wurde hier ausgebessert und so ergibt sich eine Runde Geschichte voller Sträge, liebens- und hassenswerter Charaktere und einfach eine unfassbare Chemie zwischen Phoebe Waller-Bridge und Andrew Scott. Allein für das Zusammenspiel lohnt sich die Serie ungemein. Nur das Ende lässt mich dann doch sehr unbefriedigt zurück, zumal derzeit wohl keine dritte Staffel geplant ist.

Peaky Blinders – Staffel 2

Die Handlung: Zwei Jahre nach den Geschehnissen aus der ersten Staffel kehren wir zurück ins Jahr 1921 nach Birmingham. Die Peaky Blinders zieht es nach London, wo Thomas einen Deal mit dem Schwarzbrenner Alfie Solomon einfädeln kann. Doch auch sein Rivale Chester Campbell kehrt zurück und versucht Thomas zu einem Attentat im Sinne der Iren zu verführen. Folgenreiche Wochen für die Familie Shelby.

Meine Meinung: Die Peaky Blinders schaffen es auch in der zweiten Staffel innerhalb von sechs Folgen eine spannende Geschichte rund um verschiedene Intrigen zu spinnen, die mal gut, mal weniger gut für die Shelbys ausgehen. Dabei bleibt sich die Serie vom Tonfall treu, entwickelt die Charaktere aber weiter. Lediglich Tante Polly wird zwischendurch zu einer ewig meckernden und weinerlichen Frau, was nicht ihrem starken Charakter aus der ersten Staffel entspricht. Auch Campbell als Gegenspieler zu reaktivieren war kein sehr kluger Schritt, glaubt er nun doch durch seine Erfahrung den Blinders überlegen zu sein und entwickelt sich dadurch immer wieder zu einem jämmerlichen Schwein, den man nicht ernst nehmen mag. Dennoch liegen die Stärken der Serie weiterhin in ihren starken Charakteren, auch neu eingeführte, in starken Darstellern und einem gut durchdachten Drehbuch, das die Handlung nicht künstlich zieht, sondern sehr pointiert wiedergibt, so dass sie auch durchgehend spannend bleibt.

The Kominsky Method – Staffel 1

Die Handlung: Sandy Kominsky kann auf eine sehr kurze Schauspielkarriere zurückblicken, hält sie aber für eine sehr große und versucht sich seitdem als Schauspiellehrer. Inzwischen ist er in die Jahre gekommen. Sein Agent und bester Freund Norman Newlander muss am Anfang mit dem Tod seiner Frau zurecht kommen, wobei ihm Sandy gerne hilft, auch wenn das bedeutet, dass er sein Date Lisa mit zur Beerdigung bringt. Als dann auch noch Normans Tochter Phoebe, mit neuem Drogen- und Alkoholproblem, erscheint, ist das Chaos perfekt.

Meine Meinung: Den Namen Chuck Lorre verbindet man wohl mit seinen bekannteren Serienschöpfungen Two and a half man oder The Big Bang Theory. Das liegt wohl daran, dass The Kominsky Method keine typische Sitcom ist, sondern eine Staffel übergreifende Handlung hat und weniger auf Situationskomik baut, als vielmehr auf länger aufgebaute Witze. Dadurch ist es allerdings auch schwieriger richtig mit der Serie warm zu werden, was mir während der ganzen ersten Staffel nicht richtig gelungen ist, auch wenn einem die Charaktere schnell ans Herz wachsen. Dafür sorgen wohl für allem die Hauptdarsteller Michael Douglas und Alan Arkin. Hier werden Themen behandelt, die mit dem Alter einhergehen, aber noch einmal deutlich ernster als beispielsweise bei Grace & Frankie. Die Handlung plätschert teilweise ein wenig vor sich hin, als ob die Drehbuchautoren wussten, wo sie hinwollen, aber nicht wie sie dahin kommen. Umso gespannter bin ich nun auf die zweite Staffel, da die Charaktere nun gesetzt wurden.

American Horror Story – Staffel 4 – Freak Show

Die Handlung: Elsa Mars führt 1952 eine Freak Show, die aktuell in Jupiter, Florida, auftritt. Von außen belächelt oder verspottet, sind die Darsteller zu einer eigenen Familie zusammen gewachsen. Doch diese Familie wird von mehreren Seiten bedroht. Der Gauner Stanley sieht in den Freaks eine Geldmaschine und will sie tot ausstellen. Dafür schleust er seine Komplizin Maggie Esmaeralda als Wahrsagerin in die Freak Show. Doch auch ein mordener Clown und ein verzogener Junge werden zu einer Gefahr.

Meine Meinung: Der Vorteil von American Horror Story ist, dass eine komplette Geschichte in einer Staffel erzählt wird. Der Nachteil ist, dass die Geschichten kaum für 13 Folgen reichen und so die Handlungsstränge komplett ausgedehnt werden. Dadurch wirkt die Serie aber mitunter zu zäh und langatmig und kann die Zuschauer nicht bei der Stange halten. Dies geschah nun auch wieder in Staffel 4. Zwar unterscheidet sich die Freak Show von den vorherigen Staffel dadurch, dass weniger übernatürliche Elemente eingearbeitet wurden und allein die Diskriminierung, der die Charaktere immer wieder ausgesetzt werden, ist schon ein starkes Horrorelement. Dennoch waren es wieder zu viele Geschichten, die irgendwo erzählt werden sollten. Dadurch zog sich die Staffel so sehr, dass ich zwischendurch wieder eine sehr lange Pause brauchte. Mit genug Abstand konnte man das Staffelfinale dann doch sehen, aber es gab keine Nähe zu den Charakteren, war einem doch jegliches Schicksal total egal.

Picard & Inhumans – Ein Duo Serienkritiken

Eigentlich sollte es hier wieder eine Handvoll Serienkritiken geben, genug Staffeln hatte ich zusammen. Doch dann schrieb ich die ersten beiden Beiträge und sie wurden immer länger. Also beschloss ich, es bei einem Duo zu belassen. Passenderweise gefiel mir eine Serie richtig gut, während mich die andere nicht überzeugen konnte.

Star Trek – Picard – Staffel 1

Die Handlung: 2399. Jean-Luc Picard hat 14 Jahre zuvor die Sternenflotte verlassen, nachdem es durch den Zerfall des romulanischen Imperiums und einem Androiden-Angriff auf dem Mars zum Zerwürfnis kam. Als jedoch die junge Dahj ihn um Hilfe ersucht, stellt er eine neue kleine Mannschaft zusammen, um ihre Zwillingsschwester Soji zu retten. Auf seiner Reise trifft er auf alte Freunde und neue Feinde.

Meine Meinung: Ich war nie der größte Trekkie. Während mein Lebensgefährte alle bisher erschienenden Serien gesehen hat, habe ich immer mal wieder eine mitgesehen. Star Trek – Next Generation kannte ich bereits aus meiner Kindheit, da meine Mutter großer Fan der Serie ist. Mit Discovery habe ich es selbst probiert, bin bisher aber nicht über die erste Staffel hinaus gekommen. Erst Picard konnte mich so richtig in seinen Bann ziehen. Obwohl ich eigentlich großer Fan von Einzelepisoden – dem sogenanten „Monster of the Week“-Prinzip – konnte ich mir hier mit der großen Handlung über eine Staffel anfreunden und war jede Woche wieder gespannt auf die neue Folge.
Für alle Star Trek-Neulinge, bietet die Serie genug Erklärungen, um die Rahmen-handlung zu verstehen. Natürlich werden einige Dinge vorausgesetzt. Man soll wissen, wie die einzelnen Spezies sind, was also ein Romulaner ausmacht und was es mit den Borg auf sich hatte. Aber auch ohne dieses Wissen kann man sich relativ schnell in die Serie reinfuchsen und kann sie gut verstehen. Für Star Trek-Fans gibt es dann natürlich die Anspielungen auf frühere Abenteuer. Es gibt mehrere Gastauftritte, die immer wieder für ein freudiges Wiedersehen sorgen. Trotzdem ist es eine komplett neue Handlung, in der man auch als Fan immer wieder neues entdeckt.
Die Geschichte an sich, ist gut durchdacht, hat überraschende Wendungen und schafft es interessante neue Charaktere einzuführen. Lediglich eine etwas überambitionierte Gegenspielerin strapaziert die Nerven der Zuschauer, hat sie doch keinen Tiefgang. Ihre einzige Motivation ist ihr Ziel zu erreichen. Während man am Anfang das neue Team einfach vorgesetzt bekommt, erhalten jedoch alle Charaktere immer wieder Raum in den Folgen, um auf ihre Hintergründe einzugehen und ihnen Tiefgang zu geben. So fiebert man auch mit ihnen mit und auch Handlungsstränge, an denen Picard nicht teilnimmt, bleiben interessant und spannend.
Die erste Staffel ist in sich geschlossen, kann also als alleinstehendes Abenteuer gesehen werden. Dennoch freue ich mich auf die angekündigte zweite Staffel.

Das Fazit: Star Trek – Picard bietet zugleich Auftakt für viele neue Abenteuer, als auch eine in sich geschlossene Geschichte. Es werden neue Charaktere, Welten und Szenarien geboten, ebenso wie ein Wiedersehen mit Altbekanntem. Die geschickte Verflechtung von beidem macht Picard zu einem spannenden Weltraumabenteuer.

Star Trek: Picard ist auf Amazon Prime verfügbar

Inhumans – Staffel 1

Die Handlung: Inhumans sind eine eigene Spezies, die bei einer Prozedur einzigartige Fähigkeiten erhalten, und sich dadurch von den Menschen unterscheiden. Sie leben im Verborgenen auf dem Mond, in der Stadt Attilan. Durch ein strenges Kastensystem wird der Unmut in der Bevölkerung immer größer. Doch König Black Bolt und Königin Medusa halten an dem alten System fest. Ebenfalls mit zur königlichen Familie gehören die Cousins Karnak und Gorgon, sowie Medusas Schwester Crystal.  Black Bolts Bruder Maximus, der durch die Prozedur zu einem gewöhnlichen Mensch wurde, neidet seinem älteren Bruder und putscht schließlich mit Hilfe der königlichen Leibgarde. Die königliche Familie kann zur Erde fliehen, landet jedoch an unterschiedlichen Punkten in Hawaii. Nun müssen sie sich wieder finden und ein Plan muss her. Maximus verspricht dem Volk die Aufhebung des Kastensystems, verfolgt aber ganz eigene Ziele.

Meine Meinung: Eine schwierige Serie, die nicht ohne Grund bereits nach der ersten Staffel wieder eingestellt wurde. In acht Folgen wird der Fall und die Rückkehr der königlichen Familie erzählt. Dabei bleibt der Spannung wegen vieles auf der Strecke. Alle Gefallenen finden auf der Erde Verbündete. Hier entstehen ein paar interessante Geschichten, auf die lediglich kurz eingegangen wird. Eigentlich hastet die Serie von Schauort zu Schauort und findet keine Zeit, um etwas zu erklären. So wird vieles angedeutet, aber nicht fertig erklärt.
Die erste Hälfte der Serie ist man noch damit beschäftigt aufzuzeigen, was für ein schlechter Herrscher Black Bolt war, nur um ihn direkt danach wieder zum Helden zu deklarieren. Maximus, der von Anfang an zwischen eigenen Interessen und dem Wohl des Volkes hin und herschwankte, wird dann komplett zum egoistischen Herrscher erklärt. Man macht es sich also sehr einfach, ohne wirkliche Diskussion, was alles falsch lief. Lediglich Medusa darf am Ende dann doch noch ein paar Sachen auf beiden Seiten anzweifeln. Die Zahl der agierenden Charaktere bleibt stets übersichtlich, so dass man kein Problem hat, sich die wichtigsten Namen einzuprägen.
Ich bin zwar ein großer Fan von kürzeren Staffeln, damit die Handlung nicht künstlich gestreckt wird, doch hier wäre eine längere Staffel tatsächlich angebracht. Man hätte sich zunächst mit den Inhumans und Attilan auseinander setzen können. Dann wäre man zu dem Disput der beiden Brüder übergegangen, die im Putsch geendet hätte. Nun hätte jeder gefallene Charakter eine eigene Folge bekommen, um die kleinen Einzelgeschichten etwas näher beleuchten zu können. Dann geht es wieder nach Attilan und zeigt Maximus, der wirklich Änderungen und Maßnahmen vornimmt. Danach finden sich die Gefallenen wieder und kehren nach Attilan zurück. Dort versuchen sie ihre Macht wieder zu erlangen. Maximus wird dadurch immer paranoider und es stellen sich seine eigennützigen Absichten heraus. Black Bolt und Maximus vernichten sich gegenseitig und Medusa wird Königin, die von beiden Seiten lernt. Genauso hätte ich mir die Staffel gewünscht und dann hätte sie vielleicht auch besser funktioniert.

Das Fazit: Inhumans gehört zwar zum Marvel Cinematic Universe, erzählt aber eine schwache unausgereifte Geschichte, die zu sehr springt und ständig versucht neue Spannungsszenen einzubauen, dabei aber vergisst den Zuschauer in die neue Welt einzuführen.

Inhumans ist auf Disney+ verfügbar

Police Academy

Ein Vorwort

Quarantäne Tag 33, oder wie andere es nennen: Ostermontag. Natürlich ist mir bewusst, dass ich nicht direkt unter Quarantäne stehe, sondern mich nur durch Social Distancing an die Kontaktbeschränkungen halte. Auf jeden Fall hat Sky über die Osterfeiertage alle Police Academy Filme zum streamen verfügbar gemacht. Obwohl ich zumindest Teil 1-5 schon einmal gesehen hatte und manche davon auch nicht gerade wenig, keimte bei mir die Idee eines Filmmarathons, den ich tatsächlich über alle sieben Teile durchzog.

Die Handlungen der einzelnen Teile

Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt (1984)

Ein neues Gesetz ermöglicht es auch Personen, die eigentlich für den Polizeidienst sofort ausgemustert worden wären, sich zu bewerben. Dadurch entsteht an der Poilzeiakademie eine Ansammlung mehrerer Gestalten, denen man wohl eher keine Chancen gegeben hätte. Auch Carey Mahoney findet sich beim Appell ein. Er ist allerdings nicht freiwillig dabei, wurde er doch bei einer Festnahme vor die Wahl gestellt. Er konnte entweder ins Gefängnis gehen oder musste das ganze Ausbildungsjahr an der Academy durchhalten. Zu seiner Seite stehen bald Larvell Jones, der mit seiner Stimme allerlei Geräusche imitieren kann, Eugene Tackleberry, der eine ganz besondere Affinität zu Waffen hat, Moses Hightower, ein freundlicher Riese und Laverne Hooks, eine kleine Frau mit zartem Stimmchen. Gemeinsam müssen sie sich gegen Ausbilder Thaddeus Harris behaupten, der sich gerne auf die alte Schule beruft und gerne die Leitung der Academy übernehmen würde.

Police Academy 2 – Jetzt geht’s erst richtig los (1985)

Die ausgebildeten Kadetten werden in den Dienst berufen. Dort haben sie es direkt mit einer Gang unter der Leitung des verrückten Zed zu tun, die den Beziekt terrorisiert. Dabei bekommen die Kadetten auf dem ersten Teil „erfahrende“ Polizisten an die Seite gestellt. Sollte sich die Verbrechensquote nicht innerhalb von 30 Tagen bessern, wird der aktuelle Captain ersetzt und der zweithöchste Polizist Mauser versucht nun die Einsätze zu manipulieren, um an den Posten zu kommen. Dabei steht ihm sein Assistent Proctor stets zur Seite.

Police Academy 3 – …und keiner kann sie bremsen (1986)

Da zwei Polizeischulen in einem Bundesstaat zu viel seien, soll eine von beiden nun geschlossen werden. Commandant Lassard ruft daher seine besten Schüler als Ausbilder zurück, um eine nicht minder kuriose Kadettengruppe auszubilden. Ihr Konkurrent ist niemand geringeres als Captain Mauser, der erneut alle Versuche der Gruppe um Mahoney zu manipulieren versucht.

Police Academy 4 – Und jetzt geht’s rund (1987)

Commandant Lassard hat eine neue Idee. Sein Programm heißt „Bürger gehen Patrouille“ und soll normale Bürger enger in die Polizeiarbeit einbinden. Sein Hauptteam stehen ihn sofort zur Seite und rekrutieren einige Bürger, die fortan in der Academy trainiert werden und dann bei Captain Harris – wir erinnern uns, er war der Gegenspieler im ersten Film – eingesetzt werden. Dieser ist nur mäßig begeistert und will das Programm zum scheitern bringen.

Police Academy 5 – Auftrag Miami Beach (1988)

Captain Harris hat herausgefunden, dass Commandant Lassard das Pensionsalter bereits erreicht hat und sorgt nun für dessen Pensionierung. Lassard soll in Miami zum Polizisten des Jahrzehnts gekürt werden, bei dem ihm sein treues Team – außer Mahoney, der ab diesem Film ausscheidet – begleitet. Doch in Miami kommt es zu einem Taschenwechsel zwischen Lassard und einer Gruppe Diamontdiebe. Diese versuchen nun die Diamanten zurückzubekommen und entführen dafür sogar Lassard.

Police Academy 6 – Widerstand zwecklos (1989)

Captain Harris hat sich in einen Bezirk weit entfernt von Lassards Akademie versetzen lassen. Doch eine Reihe von Raubüberfällen lässt ihn ratlos zurück. Commissioner Hurst beschließt daher ein unabhängiges Team zu rufen. Zu Harris Entsetzen handelt es sich um Lassard und dessen erfolgreichste Schüler und seinen Neffen Nick, der seit Auftrag Miami Beach zum Team gehört. Doch die Überfälle stellen sie alle vor Probleme. Es muss einen Maulwurf geben, den es nun zu finden gilt.

Police Academy 7 – Mission in Moskau (1994)

Ein Computerspiel des russischen Bösewichts Konali ist weltweit sehr erfolgreich. Nun plant er ein neues Spiel, mit Hilfe dessen er Zugriff auf alle weltweiten Computersysteme hat. Da Konali bereits in den USA aktiv war, wird von dort ein Team geordert, das sich als Lassard, Harris und einem engen Team (Callahan, Tackleberry und Jones) herausstellt.   – Direct to Video, keine Kinofassung

Meine Meinung

Alle Police Academy Teile waren darauf ausgelegt einfacher Klamauk zu sein. Dennoch gibt es qualitative Unterschiede. So ist gerade der siebte Teil, der auch fünf Jahre nach dem sechsten erst veröffentlicht wurde und keine Kinofassung erhielt, mit Abstand der schlechteste. Auch Teil 4 und 6 haben deutliche Schwächen gegenüber den anderen Teilen, bleiben aber bei einer halbwegs sinnvollen Handlung. Das ist in sofern tragisch, da sich im siebten Ron Pearlman und Schauspiellegende Christopher Lee vorstellten.
Wenn man sich jedoch einmal an den Ton der Filme gewöhnt hat und sich mit dem Humor anfreunden kann, dann liegen einige Stunden an Spaß vor einem. Bei einigen Späßen merkt man zwar, dass die Filme bereits einige Jahre auf den Buckel haben. So wird beispielsweise die Figur der Ausbilderin Debbie Callahan zwar von Anfang an als starke und intelligente Frau gezeigt, jedoch in vielen Szenen auf ihre großen Brüste reduziert. Auch den running gag mit der Blue Oyster Bar würde man (hoffentlich) heute nicht mehr so darstellen. Doch darüber hinaus sind Gags gut pointiert und treffen einen Nerv. Vor allem schafft der Cast es allerlei verschiedene Typen eine Bühne zu geben und auch über sich hinaus zu wachsen. So ist die durchgehende Botschaft, dass man alles schaffen kann, egal, welche Voraussetzungen man hat.
Was man in den Teilen weniger suchen sollte, ist Logik. Denn die beiden Hauptgegenspieler Harris und Mauser wechseln die Ränge gerne mal von einem Film zum nächsten. Aber wie gesagt, der Hauptaugenmerk liegt auf dem Klamauk und das kann die Reihe. Schade ist es, dass liebgewonnene Charaktere zwischendurch einfach nicht mehr auftauchen, erinnern wir uns nur an die seltsame Freundschaft von Zed und Sweetchucks.

Das Fazit

Klamauk, der einfach immer wieder Spaß macht über eine chaotische Gruppe, die eigentlich nie eine Polizeischule besuchen sollte.
Wer übrigens an meinem persönlichen Ranking der Teile interessiert ist (vom schlechtesten zum besten):
7 – 6 – 4 – 5 – 2 – 1 – 3

 

 

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 9.7

So hier nun vorläufig der letzte Beitrag zu meiner großen Aufräumaktion. Wahrscheinlich gibt es in nächster Zeit noch mehr Beiträge aus dieser Kategorie, einfach weil ich derzeit viele Filme zu Hause schaue, da die Kinos geschlossen sind. Aber dann wird die Zählung wieder ganz normal mitlaufen. Hier noch einmal die Vorgängerbeiträge: 2014/2015, 2016, 2017, 2018.1, 2018.2 und 2019.1

2019

1) Fighting with my family

Saraya Knight wächst in einer Familie voller Wrestler im beschaulichen Norwich, England auf. Als die WWE sie und ihren Bruder zu einem Casting einlädt, scheinen die Wünsche der Familie in Erfüllung zu gehen. Doch ihr Bruder Zak wird nicht genommen und so reist Saraya alleine in die USA, um sich dem harten Training zu stellen. Dort eckt sie überall an und fühlt sich fehl am Platz. Unter ihrem Bühnennamen Paige versucht sie sich durchzukämpfen und hat gleichzeitig Schuldgefühle ihrem Bruder gegenüber.
Die biographische Geschichte über die Wrestlerin Paige, die bis 2018 in der WWE wrestelte, nimmt das Ende natürlich wieder vorweg. Daher liegt hier der Fokus auf der Geschichte, wie sie es geschafft hat. Denn sie scheint nirgendwo richtig ins Raster zu passen und eckt daher überall an. Doch der Fokus ist zweigeteilt und liegt ebenfalls auf der Familie, die Eltern, die sich auf kurioseste Art getroffen haben, ein Bruder im Knast und ein Bruder, der ihr nach seiner Absage zu entgleiten droht. Die Zweiteilung tut dem Film ganz gut und ist so nicht ein reines Trainingscampvideo der WWE. Und neben den ganzen dramatischen Anbandungen schafft der Film es auch noch irgendwo ein wenig Komik unterzubringen, auch wenn es zu viel wäre den Film als Komödie zu bezeichnen. Auch als nicht Wrestler-Fan kann man den Film gut sehen, auch wenn er die Faszination, die dahinter steckt, nicht greifbar vermitteln kann. Fighting with my family kann man duchaus mal gucken, Wrestling bleibt bei mir etwas Abstoßendes.

2) The sun is also a star

Natasha Kingsleys Familie soll am nächsten Tag abgeschoben werden. Doch statt zu packen, versucht sie noch einmal alle Stellen abzuklappern, die ihre Eltern bereits angelaufen sind, in der Hoffnung den Bescheid doch noch kippen zu können. Dabei trifft sie auf Daniel, der eigentlich auf dem Weg war, um sich ein Empfehlungsschreiben für Dartmouth zu sichern. Bei einem Zusammenstoß versucht Daniel Natasha zu überzeugen, dass es Schicksal ist und das er es schaffen könnte, dass sich beide ineinander verlieben. Natasha gibt zunächst nach und gewährt ihm eine Stunde Zeit. Als der neue Anwalt sich durch einen Unfall verspätet, gibt sie ihm einen ganzen Tag.
The sun is also a star ist ein Film, der etwas schwierig zu fassen ist. Denn das Aufeinandertreffen der beiden Parteien wirkt sehr konstruiert, gleichzeitig scheint man die stimmende Chemie beinahe ab der ersten Minute zu spüren. Dann wird das jedoch wieder durch die Gegensätzlichkeit der beiden zerstört und dann verzweifelt wieder versucht aufzubauen. Gerade die zweite Hälfte scheint ein heilloses Wirrwarr aus Finden und Verlieren. Dennoch wird hier eine faszinierende Liebesgeschichte erzählt, die sich tatsächlich innerhalb eines Tages entwickelt. Und während es ganz nebenbei eine Hommage an die Stadt New York ist, obwohl beide gefühlt Ewigkeiten brauchen, um von A nach B zu kommen, wird die Geschichte logisch aufgelöst. Getragen irgendwo von einer Magie und trotzdem verliert sich der Film in seinen eigenen Wendungen. Ein Film, bei dem man nicht weiß, ob man ihn lieben soll oder ob er zu platt geworden ist.

3) Aladdin

Das Realfilmremake des Disneyklassikers entführt einmal mehr in den Orient in die Stadt Agrabah. Der Straßenjunge und Dieb Aladdin trifft auf die Prinzessin Jasmin, die sich unerkannt auf den Markt geschlichen hat. Sie gibt sich als ihre Zofe aus, da sie sich nicht außerhalb des Palastes aufhalten darf, da ihr Vater seit dem Tod ihrer Mutter überfürsorglich ist. Die beiden kommen sich näher. Als Aladdin sich in den Palast stiehlt, um sie wiederzusehen, wird er vom Wesir Dschafar aufgegriffen. Er soll in einer Höhle in der Wüste eine Lampe für ihn holen. Dabei kommt es zu einem Unfall und die Höhle stürzt ein. Doch in der Lampe steckt ein Dschin, der ihn nun helfen will.
Während sich das Remake in weiten Teilen an das Original hält, schafft Guy Ritchie es dennoch dem Film eine ganz neue Tiefe zu geben. So ist Prinzessin Jasmine keine stille Beobachterin mehr, was mit dem neuen Lied „Ich werde niemals schweigen“ deutlich gemacht wird. Mit leicht umgetexteten Liedern und ein paar weiteren Einlagen werden schwierigere Passagen umschifft. So ist es nun nicht mehr Prinz Ali „Muskeln wie nie“, sondern Prinz Ali „mächtig wie nie“. Auch ist der Sultan weniger kindlich, sondern viel besonner in seinen Entscheidungen. So ist das Remake tatsächlich an vielen Stellen besser als das Original. Auch Will Smith als Dschinni funktioniert erstaunlich gut.

4) Brittany runs a marathon

Brittany Fogler ist übergewichtig und nimmt gerne Amphetamine zusammen mit ihrer Mitbewohnerin Gretchen. Als sie den Arzt wechselt, um neue Rezepte zu bekommen, gibt dieser ihr eine schockierende Prognose. Sie muss dringend abnehmen. Da sie sich die Mitgliedschaft in einem Fitnesstudio nicht leisten kann, beschließt sie zu joggen. Zunächst nur einmal um den Block und dann langsam immer weiter. Dabei lernt sie Seth kennen, der die gleichen Ziele hat und kommt ihrer Nachbarin Catherine näher, die sie bisher eher verachtet hat. Doch an einem Punkt in ihrem Leben muss sie feststellen, dass sich nicht alle Probleme durch Joggen vertreiben lassen.
Das Abnehmen in Brittany runs a marathon wird hier nicht aufgrund eines Schönheitideals aufgegriffen, sondern aus gesundheitlichen Gründen und steht zeitgleich als Metapher für das Aufräumen in Brittanys Leben. Damit schafft der Film es über die üblichen Plattetüden hinauszuwachsen und kann eine viel vielschichtigere Geschichte erzählen. Mit Jillian Bell wurde eine Darstellerin gecastet, die trotz groß angelegter Worte, die Zwischenräume mit einer Verletzlichkeit füllt, dass man trotz unsympathischer Ausraster an ihrer Seite steht und auch versteht, warum keiner ihr den Rücken kehrt. Auch verzichtet der Film auf ausufernde philosophische Erklärungen oder Monologe über die Schönheit des Lebens, sondern belässt es bei der Marathon-Metapher. Am Ende zählt der Zusammenhalt von Familie und Freunden eben doch.

5) The Report

Daniel Jones, ein Senatsmitarbeiter, wird beauftragt Ermittlungen bei der CIA durchzuführen, betreffend des Verhaltens nach dem 11.09.2001. Dabei stößt er auf „alternative Verhörmethoden“, die sich als Folter herausstellen. Doch seine Ergebnisse stoßen auf taube Ohren und es wird mit allen Mitteln versucht, die Veröffentlichung zu verhindern.
Investigative Filme gibt es immer wieder, prominente Beispiele aus der letzten Zeit sind zum Beispiel Oscargewinner Spotlight oder auch The Big Short. Dabei nähern sie sich ihren Themen auf verschiedene Art, doch bieten vor allem eins: Eine gute Spannungskurve. Denn genau die vermisst man bei The Report sehr schmerzlich. Denn hier sieht man hauptsächlich einen Adam Driver auf einen Monitor starren, ab und an mal ein paar Papiere aufhängen oder Akten von Person A zu Person B bringen. Dann wird wieder über die Ergebnisse gesprochen, dann taucht wieder eine neue Person auf und erklärt, warum das niemand wissen darf und wieso es angeblich gerechtfertigt war. Driver sagt, dass das nicht stimmt und schon geht das Spiel wieder von vorne los. Was hier wohl nah an der Realität ist, funktioniert aber auf filmischer Ebene nicht. Denn auch wenn der Film mit 120 Minuten normale Spielfilmlänge hat, geht er gefühlt einige Stunden länger. Dennoch ist er irgendwo höchst brisant und die Entdeckungen so abstoßend, dass es irgendwo richtig war, den Film zu machen, da so eine größere Reichweite für das Thema geschaffen wird. Dennoch ist die Umsetzung unfassbar langweilig. Von Adam Driver wird verlangt den Film auf eigenen Schultern zu tragen, was ihm nicht gelingt.