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Über Shalima Moon

Mit Jahrgang 1993 hab ich es inzwischen auf süße 32 Jahre geschafft. Ursprünglich aus Braunschweig kommend, lebe ich inzwischen im schönen Brandenburg. Hauptberuflich bin ich Buchhalterin freizeitlich gehe ich leidenschaftlich gerne ins Kino oder backe meinem Freundeskreis ein wenig Hüftgold. Auf die Idee für den Blog kam ich, da ich wie gesagt leidenschaftlich gerne ins Kino gehe und regelmäßig von meinem Freundeskreis nach Filmempfehlungen gefragt werde. Anstatt ständig das gleiche zu erzählen, schreib ich es nun einmal auf und jeder kann es nachlesen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich keine professionelle Kritikerin bin. Darum geht es bei diesem Blog auch gar nicht. Hier schreibe ich einfach nur meine Gedanken auf und gebe ein kurzes Feedback und hoffe damit Leuten bei der Filmwahl zu helfen.

Die 92. Academy Awards – Die Nominierten

Erstaunlich früh diesmal, aber dennoch ist es bereits wieder soweit. Die Oscarverleihung steht bevor. Im 92 Jahr der Verleihung werden wieder Filme aus dem Jahr 2019 ausgezeichnet. Hier soll es nun eine Übersicht über die Hauptnominierten geben. Wenn ich bereits eine Kritik verfasst habe, verlinke ich sie hier. Über alle Filme, die ich in der letzten Woche noch schnell nachgeholt habe, findet ihr hier eine Kurzkritik.

Joker

Nominiert für: Bester Film, beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Beste Filmmusik, Bestes Make-up und Frisuren, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) lebt zusammen mit seiner Mutter in einer schmutzigen kleinen Wohnung und versucht mit Clown-Jobs über die Runden zu kommen. Zu kämpfen hat er mit einem schmalen Selbstbewusstsein und einer psychologischen Erkrankung, die ihn in den unpassendsten Momenten laut auflachen lässt. Sein Leben besteht immer wieder aus Rückschlägen und Erniedrigungen, bis er eine zweite Identität in der Rolle eines gefährlichen Clowns entdeckt. Der Wandel zum Joker steht bevor.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Joker überzeugt in Inszenierung und mit seinem grandiosen Hauptdarsteller. Dennoch bietet er Diskussionsmaterial in positiver und negativer Weise.

1917

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik, Bestes Make-up und Frisuren, Beste visuellen Effekte

Die Handlung: Lance Corporal Tom Blake (Dean-Charles Chapman) und Lance Corporal William Schofield (George McKay) werden zum General (Colin Firth) beordert. Dieser hat den wichtigen Auftrag die beiden zu Colonel Mackenzie zu schicken, um den bevorstehenden Angriff abzublasen, da es sich um einen Hinterhalt der Deutschen handelt. Dafür müssen sie durch Niemandsland. Da Blakes Bruder in der Einheit Mackkenzies ist, ist er sehr motiviert den Auftrag auzuführen.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: 1917 ist ein von der Grundidee her sehr undramatischer und realistisch gehaltener Kriegsfilm, der aber gerade durch den Realismus bestürzt und dadurch lange im Gedächtnis bleibt.

The Irishman

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller (2x), Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Beste visuellen Effekte

Die Handlung: Der Ire Frank Sheeran (Robert de Niro) gelangt in den 1950er Jahren auf den Radar der Bufalino-Familie, einer Mafia Familie in Pennsylvania. Dort lernt er den Oberhaupt Russell (Joe Pesci) kennen. Über ihn wird er zum Leibwächter des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino).

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: The Irishman ist mit 209 Minuten sehr lang. Dennoch besticht er über die gesamte Länge mit spannenden Elementen, guten Darstellern und einer einmaligen Optik. Für das optimale Sehvergnügen sollte man jedoch ein Liebhaber von Mafiageschichten sein. Denn wer vorher damit nichts anfangen konnte, kann es auch nach The Irishman nicht.

Once upon a time in Hollywood

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Kamera, Bester Tonschnitt, Bester Ton, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: 1969. Rick Dalton (Leonardo diCaprio) war in den 1950er Jahren mit der Westernserie Bounty Law sehr erfolgreich, bekommt aber kaum noch vernünftige Rollenangebote und fürchtet daher um seine Karriere. Sein Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) ist als bester Freund stets an seiner Seite und verrichtet für ihn auch außerhalb des Sets viele Arbeiten. Zeitgleich ziehen gegenüber von Dalton Roman Polanski und Sharon Tate (Margot Robbie) ein. Während Dalton einen Tag am Set verbringt und Tate sich ihren eigenen Film im Kino ansieht, begegnet Booth der Manson-Familie.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Once upon a time in Hollywood ist eine gelungene Momentaufnahme des Lebens in Hollywood, mit wenig Handlung und wenig Bezug zu den Manson-Morden. Wer sich damit anfreunden kann, bekommt einen gewohnt hochwertigen Tarantinofilm, der einmal mehr beweist, dass Tarantino sein Handwerk versteht.

Jojo Rabbit

Nominiert für: Bester Film, Beste Nebendarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Johannes „Jojo“ Betzler (Roman Griffin Davis) ist ein Hitlerjunge während des zweiten Weltkriegs. Sein imaginärer bester Freund ist niemand geringeres als Adolf Hitler (Taika Waititi). Doch eines Tages muss er entdecken, dass seine Mutter ein jüdisches Mädchen versteckt.

Meine Meinung: Jojo Rabbit ist ein Film, bei dem ich die ersten 10-20 Minuten überlegen musste, ob ich wirklich darüber lachen möchte. Doch der Film schafft es ziemlich schnell klar zu machen, dass in jedem Witz auch ein Stück Kritik steckt, so dass eigentlich niemand den Film in seiner Aussage missverstehen kann. Und so schaut man amüsiert dem fröhlichen Treiben in der Hitlerjugend zu. Schnell bekommt man auch ein Gefühl, wieso damals so viele begeistert in solchen Camps dabei waren. So schafft es Taika Waititi neben der Kritik am damaligem System und Glauben und vorallem am Holocaust, eine lustige, aber auch dramatische Geschichte zu erzählen. Vor allem die Gespräche zwischen Jojo und Elsa, wo also Hitlerjunge auf Jüdin trifft, zeigen, wie Vorurteile auf Realität treffen und wie man diese überwinden kann. Während die erste Hälfte noch überwiegend durch witzige Einspieler geprägt ist, vor allem Sam Rockwell und Alfie Allen sorgen für einigen Witz, ist die zweite Hälfte durchaus dramatischer und sorgt für so mache Träne. Es ist aber vor allem Scarlett Johannson, die hier auftrumpft. Die innere Zerissenheit zwischen Mutterliebe und Nächstenliebe macht sich in vielen kleinen Gesten bemerkbar.

Das Fazit: Jojo Rabbit ist einer dieser Filme, die die Nazizeit und den zweiten Weltkrieg mit einer guten Portion Humor nehmen, aber dennoch in jeder einzelnen Szenen die Kritik an der damaligen Zeit und vor allem der damaligen Ideologie spüren lässt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Little Woman

Nominiert für: Bester Film, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik, Bestes Kostümdesign

Die Handlung: Jo March (Saoirse Ronan) wächst mit ihren drei Schwestern in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh ist es ihr größter Wunsch Schriftstellerin zu werden. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts ist es für Frauen schwierig Geld zu verdienen. Dennoch versucht Jo gegen die strengen Konventionen zu rebellieren.

Meine Meinung: Es gibt Filme, die erzählen eine tiefgründige Geschichte, benötigen viel Action, um durchgehend Spannung zu erzeugen oder hochdramatische Szenen. Und es gibt Filme, die sind in ihrer Schlichtheit einfach nur schön. Genau so einer ist Little Woman. Eine kurze und knackige Handlung aber getragen von vier absolut faszinierenden Schwestern und deren freundlicher Mutter. Irgendwo versteckt eine gute Portion Feminismus, aber doch eine Hommage an die Liebe und das auf so vielen Arten. Es ist die Art Film, die man eigentlich mit einem permanenten Lächeln schauen möchte. Und trotz seiner Schlichtheit ist er durchaus durchgehend spannend. Greta Gerwig mit ihrem zweiten Regiewerk zeigt einmal mehr, wie viele Feinheiten sie in einfachste Szenen stecken kann. Betragen wird der Film, wie bereits Lady Bird, durch eine grandiose Saoirse Ronan. An ihrer Seite ein unterschütterlicher Timothée Chalamet. Auch der übrige Cast rund im Laura Dern und Florence Pugh spielt gut, nur Emma Watson schwächelt in einzelnen Szenen und verbirgt sich hinter einem zu gewollten Spiel. Auch die genutzten Zeitsprünge sind – bis auf eine Ausnahme gegen Ende – gut gesetzt und auch verständlich gezeigt.

Das Fazit: Little Woman ist trotz reduzierter Inszenierung ein Film, der tief ins Herz geht. Durch liebevolle Charaktere und ein Schwesterband, das unerschütterlich scheint, braucht es kaum Drama, um einen einfach nur schönen Film zu inszenieren. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Marriage Story

Nominiert für: Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik

Die Handlung: Charlie (Adam Driver) und Nicole (Scarlett Johannson) wollen sich scheiden lassen. Was zunächst nach einer einvernehmlichen Sache aussieht, eskaliert relativ schnell, sobald sich die Anwälte einmischen.

Meine Meinung: Marriage Story ist ein ruhig inszenierter Film, der in vielen Szenen einfach nur von der Aussagekraft seiner beiden Protagonisten lebt. Denn oftmals bleibt die Kamera einfach an deren Gesichter kleben und lässt sie ihre gesamte Gefühlswelt heraustragen. Dabei ist die Geschichte so aus dem alltäglichen Leben gegriffen, dass es fast schon erschreckend scheint. Denn während sich Charlie und Nicole irgendwo noch lieben, können sie doch ihre Lebensziele nicht mehr in Einklang bringen. Die Scheidung wird jedoch durch das Einmischen der Anwälte schnell kompliziert. Nicoles Anwältin sagt ihr immer wieder, dass sie um eher nebensächliche Sachen kämpfen, damit sie wieder andere Sachen herausschlagen können, wenn sie nachgeben. Jedoch ist vor allem das Sorgerecht um den gemeinsamen Sohn das Thema, das beiden Elternteilen alles abgewinnt. Hier werden die schlechten Seiten des Scheidungsrechts gezeigt. Und obwohl es ein Film um eine schlimme Scheidung ist, ist es doch ein Film, der die Liebe bejubelt. Mit 137 Minuten ist Marriage Story leider zu lang für das zu erzählende Thema und verrennt sich zwischenzeitlich in zu vielen kleinen Szenen. Mit ein paar Kürzungen wäre der Film durchaus knackiger und würde so die Längen aussparen. Letztlich ist bei mir leider trotz eines guten Drehbuchs mit starken Dialogen und guten Darstellern der letzte Funke nicht übergesprungen. Ich kann nicht wirklich benennen, was mir nicht so gut gefiel, nur das mir noch irgendetwas gefehlt hat.

Das Fazit: Marriage Story ist ein aus dem Leben gegriffener Film, was ihn nur noch erschreckender macht. In vielen ruhigen Szenen schaffen es vor allem die Hauptdarsteller die Liebe hochzuhalten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Parasite

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bester internationaler Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild

Die Handlung: Familie Kim lebt in ärmlichen Verhältnissen. Als ein guter Freund des Sohnes Ki-woo (Choi Woo-shik) ihm seine Stelle als Nachhilfelehrer bei einer reichen Familie anbietet, stimmt er zu. Nach und nach hilft er auch seiner restlichen Familie zu Jobs bei Familie Park.

Meine Meinung: Wirklich viele koreanische Filme habe ich noch nicht gesehen, aber es scheint ein beliebtes Mittel zu sein möglichst viele Genres zu mischen. So auch bei Parasite, der in der ersten Hälfte geprägt ist von der Milieustudie und dem Unterschied zwischen Arm und Reich. Doch nach und nach kommen Drama, Thriller und teilweise auch Horrorelemente dazu. Tatsächlich lebt der Film aber davon, dass man über die zweite Hälfte möglichst wenig weiß und die Veränderungen sind auch am Verhalten des Publikums zu spüren. Letztlich muss man sich einfach auf den Film einlassen, denn er weiß durchaus zu überraschen, sich in seiner Gesellschaftskritik aber treu zu bleiben. Von allen Darstellern stark gespielt, dreht er sich aber irgendwann so ins Extreme, dass ich nicht mehr weiß, was ich letztlich von dem Film halte. Hervorzuheben ist jedoch, dass er inszenatorisch sehr viel richtig macht. Sei es durch die Filmmusik, die an keiner Stelle das kommende hervorhebt, als auch der Kontrast durch das Setdesign, der die Arm und Reich Komponente noch einmal unterstützt.

Das Fazit: Parasite ist ein Film, der verschiedene Genres vermischt und doch eine deutliche Systemkritik spüren lässt. Stellenweise sehr extrem inszeniert, kommt er mit einer starken ersten Hälfte und einer überraschenden zweiten Hälfte daher. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Le Mans 66

Nominiert für: Bester Film, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton

Die Handlung: Der ehemalige Rennfahrer Carroll Shelby (Matt Damon) wird von Ford beauftragt ein Auto zu bauen, das Ferrari beim Le Mans Rennen schlagen kann. Während Shelby dafür seinen Freund Ken Miles (Christian Bale) als Fahrer hinzuholt, hat Fords Marketingteam andere Fahrer im Sinn.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Le Mans 66 schafft es selbst den größten Autorennenmuffel abzuholen und mitzureißen. Durch die Verteilung der Handlung auf mehrere Gruppen, wird der Zuschauer stark miteingebunden. Bis auf zwei kleine Kritikpunkte kann der Film einfach nur begeistern.

Bombshell – das Ende des Schweigens

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Bestes Make-up und Frisuren

Die Handlung: Die Nachrichtenbranche ist hart umkämpft. Doch als Gretchen Carlson (Nicole Kidman) gegen den Chef von Fox News Roger Ailes (John Lithgow) vorgeht, bleibt die Frage, wer ihr zur Seite steht. Ein Kampf gegen die verdorbene Männerkultur beginnt.

Meine Meinung: kann ich euch leider nicht präsentieren, da der deutsche Filmstart am 13.02.2020 ist und damit nach der Verleihung.

Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers

Nominiert für: Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik, Bester Ton

Die Handlung: Kylo Ren (Adam Driver) führt inzwischen die Erste Ordnung an. Auf seiner Suche durch die Galaxis findet er den totgeglaubten Imperator Palpatine. Dieser hat Schiffe und eine Armee bereit, um den Widerstand endgültig zu brechen und die gesamte Galaxie zu unterwerfen. Rey (Daisy Ridley) übt unterdessen an ihren Jedi-Fähigkeiten.

Meine Meinung: findet ihr ausführlich in meiner Kritik.

Das Fazit: Star Wars – Episode 9 – Der Aufstieg Skywalkers ist die logische Konsequenz aus den vorangegangenen Teilen. Die Schwächen resultieren aus den Schwächen der Vorgänger. Letztendlich schafft er aber die Balance zwischen Erwartetem und Überraschendem und bringt die komplette Saga zu einem runden und logischen Ende.

Die zwei Päpste

Nominiert für: Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch

Die Handlung: Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce) hat sein Rücktrittsscheiben bei Papst Benedict XIV. (Anthony Hopkins) eingereicht, da er mit einigen Entscheidungen nicht einverstanden ist und lieber als regulärer Gemeindepriester arbeiten möchte. Doch anstatt zu antworten, lädt der Papst ihn zu einem vertraulichen Gespräch ein. Darin geht es um Rücktritt, den Glauben an Gott und was einen Papst ausmacht.

Meine Meinung: Die zwei Päpste basiert auf einer wahren Begebenheit und zeigt zunächst die deutlichen Unterschiede in der Ansicht von Benedict XIV. und dem aktuellen Papst Franziskus, der zu dem Zeitpunkt noch Kardinal Bergoglio war. Auch als nicht-gläubiger Mensch und als Ablehner des Papsttums, hat man seine Freunden an diesem Film, da er mit zwei unglaublich guten Schauspielern bestückt in seiner Schlichtheit glänzt. Denn der Film trägt sich über 126 Minuten hauptsächlich durch Dialoge zweier Männer, die sich augenscheinlich erst einmal nichts zu sagen haben. Dabei sind die Dialoge so auf den Punkt gebracht und gleichzeitig so tiefgründig, dass man den Film auch als Podcast hätte inszenieren können und es wäre immer noch spannend gewesen. Doch stattdessen finden sich die Protagonisten an den schillernsten und auch an den schlichtesten Orten des Vatikans wieder. Spannend ist vor allem die gegensätzlichen und doch irgendwo gleichen Meinungen des konservativen Benedicts und des reformhungrigen Franziskus zu sehen. Dabei sind vor allem die Feinheiten in den Unterschieden so unscheinbar und doch so unübersehbar herausgearbeitet, dass es ein Spaß ist genau diese zu entdecken. Auch wenn einige Aspekte nur angeschnitten werden und nicht zu Ende erzählt werden – zum Beispiel das Thema Missbrauch in der Kirche – bekommt man doch einen guten Einblick in die Rücktrittsgründe Benedicts.

Das Fazit: Die zwei Päpste lebt von einem starken Drehbuch und den lebendig rübergebrachten Dialogen zwischen Jonathan Pryce und Anthony Hopkins, die sich im Spiel beide nichts nehmen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick auf den Januar 2020

Und da ist der erste Monat 2020 auch schon wieder vorbei. Abgesehen davon, dass ich Geburtstag hatte und schon wieder näher an die 30 gerückt bin, fing das Jahr auch gleich schon mit einem Highlight an: Ich habe es nach fünf Jahren endlich wieder geschafft, ein Sabaton-Konzert zu besuchen. Mit ihrer Tour zum Album Great War haben sie sich musikalisch einmal mehr mit dem ersten Weltkrieg auseinander gesetzt.

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Ansonsten geht es hier wieder einmal kurz um meinen medialen Januar. Die ersten Anfänge für die bevorstehenden Academy Awards merkt man bereits, der Großteil wird jedoch wieder auf den Februar entfallen.

Sneak Preview

1917: Mitten im ersten Weltkrieg werden zwei Soldaten losgeschickt, um den Befehl eines abgesagten Angriffes zu überbringen. Dafür riskieren sie ihr eigenes Leben. Der Film brilliert vor allem durch die Kameraeinstellungen, die den Zuschauer immer mitten im Geschehen vermuten lässt. Darüber hinaus ist er sehr realitätsnah und undramatisch gehalten.

21 Bridges: Manhatten verbindet 21 Brücken mit dem Festland. Nach einem gescheiterten Drogendeal und mehreren toten Polizisten, wird die Insel abgeriegelt. Leider nutzt der Film seine Möglichkeiten nicht und erzählt einen Thriller nach Schema F. Damit kommt er aber aus der Mittelmäßigkeit nicht hinaus.

Anime Special

Weathering with You: Der Nachfolger des wunderbaren Your Name. befasst sich mit einer nicht enden wollenden Regenzeit in Tokyo und einem Mädchen, das durch Gebet die Sonne für kurze Zeit hervorlocken kann. Ein schöner Coming-of-age Film mit fantastischen Elementen. Kommt nicht an den Vorgänger heran, erzählt aber trotzdem seine Geschichte.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Knives Out: Der erfolgreiche Krimiautor Harlan Thrombey wird tot aufgefunden. Die Familie findet sich zur Testamentseröffnung ein. Detektiv Benoit Blanc nutzt die Chance, um den vermeintlichen Selbstmord näher zu untersuchen. Ein Film nach feinster Agatha Christie Manie mit interessanten Charaktern, allen voran Daniel Craigs Blanc, und einer spannenden Handlung, der den Balanceakt zwischen alteingessesenem Genre und neuartiger Erzählweise geschickt meistert.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle: Robert Downey Jr. beerbt Eddie Murphy als Arzt, der mit den Tieren sprechen kann. Als Grundidee sehr schön, leider mutiert der Film schnell zu einem 08/15 Abenteuerfilm, der somit von Anfang bis Ende vorhersehbar ist. Aufgebaute Vorlagen und running gags werden nicht genutzt und so bleibt der Film leider weit hinter seinen Möglichkeiten.

Lindenberg. Mach dein Ding: Udo Lindenberg ist inzwischen erfolgreicher deutschsprachiger Künstler, aber wie fing das eigentlich alles an? Biopic mit sehr sprunghafter Erzählweise. Wer aber gerne mehr über den Herrn erfahren möchte und kein Problem mit massenweise Zeitsprüngen hat, sollte hier einmal einen Blick wagen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Erneut gesehen habe ich Shazam (musste ihn unbedingt meiner besten Freundin mal zeigen), The Great Wall (musste mein neues Soundsystem ausprobieren) und Meisterdetektiv Pikachu (musste den neuen Fernseher testen)

Der Sternenwanderer: Fantasiefilm über einen gefallenen Stern und einen jungen Mann, der mit dem Stern das Herz einer Frau gewinnen will. Allerdings ist er nicht der einzige, der hinter dem Stern her ist. Die erste Hälfte war tatsächlich sehr nichtssagend und hat zu viele Rollen eingeführt. Doch nach dem Auftauchen von Robert de Niro bin ich mit dem Film immer wärmer geworden.

Isn’t it romantic?: Natalie kann mit Romantik und dem ganzen Kram nichts anfangen. Romantische Komödien sind ihr zutiefst zuwider. Bis sie sich selbst in einer wiederfindet. Der Film, der alle Klischees romantischer Komödien aufgreift und sie verdreht bzw. überspitzt und so sowohl für Fans des Genres als auch für alle anderen einen absolut lustigen Film ergibt. – Netflix Original

Marriage Story: Charlie und Nicole wollen sich scheiden lassen. Eigentlich hatten sie sich auch geeinigt, wie das ganze ablaufen soll. Doch Nicole berät sich mit ihrer Anwältin, die zusammen mit Charlies Anwalt eine wilde Schlacht um alle Besitztümer und vor allem um den gemeinsamen Sohn anzettelt. Dieser Oscarkandidat zeigt nicht nur die schlimmsten Seiten einer Scheidung, sondern auch wie verkehrt das Rechtssystem sein kann. Sehr gut gespielt und mit starken Dialogen, sprang bei mir der letzte Funke nicht über, weswegen er sich für mich ziemlich gezogen hat. – Netflix Original

Crawl: Haley sucht während eines Hurrikans in Florida ihren Vater. Sie findet ihn im Keller ihres alten Hauses, verletzt. Beim Versuch ihn zu retten, wird sie selbst von Alligatoren angegriffen. Eingesperrt im eigenen Haus, versuchen Vater und Tochter nun zu entkommen. Man sollte bei diesem Film nicht allzusehr auf Logik hoffen, wenn man aber sich darauf einlässt, dass Alligatoren hier blutrünstige Bestien sind und trotzdem eher kleinere Wunden verursachen, dann hat man mit diesem Film durchaus einen nervenzerrenden spannenden Katastrophenfilm.

Hereditary: Nach dem Tod der Mutter scheint ihr Geist noch immer im Haus der Familie Graham zu wohnen. Und während vor allem Mutter Annie immer hysterischer wird, wird es noch dramatischer im Hause Graham. Ein Film, der wohl für Horrorliebhaber funktioniert, mich aber nicht abholen konnte. Gerade Toni Collette in beinahe Dauerhysterie wird auf Dauer anstrengend.

Juliet, Naked: Tucker Crowe ist der absolute Lieblingskünstler von Duncan. Seiner Frau Annie hat er jedoch nicht mehr viel zu sagen. Nach der Trennung der beiden, trifft Annie aber ausgerechnet auf Tucker Crowe. Beide verstehen sich gut und helfen sich aus ihren festgefahrenen Leben. Ein schöner ruhiger Film über einen abgestürzten Rockstar, der sich im normalen Leben wiederfindet.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Bad boys for life: Das Wiedersehen der Bad Boys Will Smith und Martin Lawrence habe ich leider nicht mehr geschafft zu sehen.

Violet Evergarden und das Band der Freundschaft: Das zweite Animespecial diesen Monat hat sich leider mit meiner Schicht überschnitten. Die Serie Violet Evergarden habe ich aber sehr gerne gesehen und hätte mich daher über dieses Special wohl gefreut.

Serien – ein kurzer Überblick

Der Januar wurde bei mir durch Serienfinale geprägt. So lief zum einen die finale 12. Staffel von The Big Bang Theory und veranlasste mich kurzerhand zu einer Hommage. Ebenfalls lief die 12. Staffel von Bones, die noch einmal mit einem großen Knall beendet wurde. Ebenfalls traurig hat mich das Ende mit der 6. Staffel von Grace & Frankie gestimmt. Hier war es wohl besser auszuhören, ehe sie schlecht wird, aber das Ende kam mir dann doch zu plötzlich. Fortgesetzt habe ich Brooklyn 99 mit der 5. Staffel, die mich kurzweilig wieder zu unterhalten vermochte. Neu getestet habe ich Batwoman mit einer sehr attraktiven Ruby Rose in der Hauptrolle. Die erste Staffel birgt eine interessante Bösewichtin und schafft es durchweg spannend zu bleiben.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 1.278
Seiten pro Tag: 41 im Durchschnitt
Gebundene Bücher: 1
Taschenbuch: 2
E-Book: 1

Naughty, Sexy, Love – Dive Bar Teil 3: Eric Collins ist der geborene Badboy. Doch nach einem Schicksalsschlag versucht er sich zu ändern. Dabei trifft er die attraktive Jean. Diese ist jedoch schwanger und allein. Eric will sich eigentlich fernhalten, schafft es jedoch nicht. Der Abschluss der Dive Bar Trilogie kommt mit dem unsympathisten Charakter der Vorgängerbände daher, der sich für den Leser jedoch schnell wendet. Handlung etwas konstruiert und somit schwächer als die Vorgänger, aber dennoch ein schönes Buch für zwischendurch.

James Bond 2 – Leben und sterben lassen: 007 wird in die USA gerufen. Mr. Big, ein Drogenbaron, soll endlich gestellt werden. Die Jagd führt Bond bis Jamaika. Der zweite Band der 007 Reihe ist weitaus spannender als Casino Royal, zieht sich streckenweise dennoch.

Momo: Obwohl Michael Ende einer der Autoren ist, die ich am häufigsten gelesen habe und seine unendliche Geschichte bis heute mein Lieblingsbuch ist, habe ich es bisher immer verpasst Momo zu lesen. Die Geschichte um ein junges Mädchen, das den grauen Herren, von Beruf Zeitdieben, entgegentritt, konnte mich aber auch jetzt noch in den Bann ziehen.

Puh der Bär: Die Gesamtausgabe enthält Puh der Bär und Puh baut ein Haus. Winnie Puh ist auch so eine Figur aus meiner Kindheit, die mich noch immer begleitet. Die Originalvorlage fand ich dann aber doch etwas anstrengend geschrieben und A.A. Milne misst sich wohl mit Tolkien um die Anzahl der meisten Lieder. Dennoch sind es irgendwo die Geschichten, die ich seit meiner Kindheit kannte.

Neulich in der Sneak: 21 Bridges

Ein Vorwort

Wusstet ihr, dass Manhattan eine Insel ist und über 21 Brücken mit den umliegenden Bezirken verbunden ist? Genau darauf nimmt der neue Film von Brian Kirk Bezug. Drumherum inszeniert er einen Actionthriller rund um einen gescheiterten Drogendeal. Warum der Film aus der Mittelmäßigkeit nicht herauskommt, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Andre David (Chadwick Boseman) wird zu einem Tatort gerufen, an dem sieben Polizisten ermordet wurden. Da sein Vater in seiner Kindheit ebenfalls Polizist war und im Einsatz getötet wurde, hat er den Ruf bei ermordeten Polizisten keine Gnade zu kennen. So lässt er kurzerhand Manhatten abriegeln und alle 21 Brücken sperren, damit er die Täter in kürzester Zeit stellen kann.

Meine Meinung

Man nehme einen charismatischen Detective mit dunkler Vergangenheit, ein verwirrendes Grundszenario mit allerlei Missverständnissen, einen Sidekick, der sich gut mit dem Detective versteht, ein anfängliches Blutbad, einen bad cop, der sich nicht an Anweisungen hält und natürlich ein eindrucksvolles Setting. Herauskommen soll mit diesem einfachen Schema ein gelungener Actionthriller mit Verfolgungsjagden und ermittlerischem Geschick. Grundsätzlich hat 21 Bridges auch von allen Elementen etwas. Wir haben Chadwick Boseman als Detective, der in jungen Jahren seinen Vater, ebenfalls Cop, verlor und seitdem den Ruf hat bei „Copkillern“ voreilig zu schießen. Als er kurz nach einer Anhörung zu dem Thema zu einem Tatort mit sieben toten Cops gerufen wird, dürfte eigentlich jedem klar sein, dass dies kein Zufall ist. Weiter geht es mit dem verwirrendes Grundszenario über einen geplatzten Drogenüberfall, bei dem es zu Schusswechsel und eben auch zu erschossenen Cops kam. Auftritt Sidekick in Form von Frankie Burns (Sienna Miller) vom Drogendezernat, die fortan mit Boseman ermitteln darf. Im Revier der verstorbenen Cops gibt es dann auch noch die bad cops und ein abgeriegeltes Manhattan als eindrucksvolles Setting rundet die Erfolgsformel ab.
Das Problem an 21 Bridges ist, dass er sich so penibel ans Schema F hält, dass er nichts neues/modernes/eigenes wagt, sondern lieber die Nummer Sicher geht. Herauskommt ein Film, den Fans des Genres bereits im ersten Viertel komplett bis zum Ende vorausahnen können. Es kommen auch keine Überraschungen dazu, so dass der Ausgang eigentlich sehr früh feststeht. Hinzu kommt, dass die titelgebenden 21 Brücken bzw. die Abriegelung Manhattans bis auf zwei kurze Szenen nicht weiter thematisiert werden. Hier hätte man wunderbar mit dem Wettlauf gegen die Zeit und dem gleichzeitig auftretenden Protesten aufgrund der abgeriegelten Stadt spielen können.
Versteht mich nicht falsch. 21 Bridges ist ein hochspannender Thriller, der vor allem von Bosemans Charisma lebt, aber trotzdem ein paar moralische Fragen mit aufwirft, die mit dem frühen Verlust des Vaters zusammenhängen. Das Problem ist nur, dass er in seinen Figuren und in seiner Handlung einfach nicht über Mittelmaß hinauskommt. Zu viele Stereotypen, zu viel Vorhersehbares. Grandiose Schauspieler wie J.K. Simmons werden praktisch verschwendet, weil ihnen plumpe Rollen zugeschrieben werden, ohne der Rolle und dem Schauspieler die Möglichkeit zu geben, sich richtig zu entfalten.
Mit einer Lauflänge von 101 Minuten ist 21 Bridges kurz und kompakt abgefilmt, so dass die Spannung immer auf einem guten Level gehalten werden konnte. Leider gibt es dann am Ende noch die obligatorische „Haha, du wurdest überführt“-Szene, die dem Film nichts neues gibt, ihm aber die Chance auf ein annehmbares Ende nimmt.

Das Fazit

21 Bridges ist ein spannender Thriller, der es leider nicht aus der Mittelmäßigkeit heraus schafft und sich zu sehr an altbekanntem festklammert, anstatt neue Wege einzuschlagen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Eine Handvoll Bücherkritiken

Ich weiß noch nicht, ob dies eine wiederkehrende Kategorie wird, aber da ich merke, dass ich es meist nicht schaffe über ein Buch einen ganzen Beitrag zu verfassen und daher die meisten gelesenen Bücher nur in den Monatsrückblicken behandle, soll es hier um eine Handvoll Kurzkritiken gehen.

Mr. Barnacals Schildkröte

Die Handlung: Mr. Barnacal lebt in einer mehr oder weniger postapokalyptischen Welt in einem viel zu großen Haus für ihn, mit allerlei interessanten Zimmer und genießt die Zeit für sich allein. Doch eines Tages tauchen mehrere Personen auf, die ihm seine Schildkröte abkaufen wollen. Unwirsch wegen der Belästigung versucht Mr. Barnacal die Personen loszuwerden. Doch das ist gar nicht so leicht und während diese eine Belagerung anfangen, fängt Mr. Barnacal an nachzudenken. Besaß er überhaupt eine Schildkröte und wo könnte die sich wohl aufhalten?

Meine Meinung: Mir wurde dieses Buch auf der Comic Con in Berlin vom Wölfchen Verlag in die Hand gedrückt und so mitreißend beschrieben, dass ich das Buch nicht nur sofort kaufte, sondern auch sofort anfing es zu lesen. Und gerade der Anfang gefiel mir wirklich gut, weil es genau das war, was ich erwartet hatte. Man erfährt allerhand über Mr. Barnacals Haus und die fantastischen Zimmer, die teilweise ganze Klimazonen annehmen. Doch die Belagerung zieht sich danach immer mehr hin und das Buch verliert viel an Schwung, da man auch irgendwie nichts so richtig über die Welt an sich erfährt. Und gerade gegen Ende versucht Autorin Lisa Brenk noch einmal alles, um ein spannendes Finale hinzulegen, hatte mich bis dahin aber bereits verloren. Hinzu kommt, dass ich mit dem Schreibstil von Frau Brenk nicht warm geworden bin. Die Satzstrukturen waren sehr einfach gehalten, ebenso wie die Beschreibungen, so dass ich nicht wirklich in der Geschichte versinken konnte. Wem aber die Beschreibung der Geschichte interessiert, sollte durchaus einen Blick mal wagen.

Der Anschlag

Die Handlung: Jake Epping ist eigentlich ein ganz normaler Englischlehrer in Lisbon Falls. Doch eines Tages besucht er das Diner von seinem Freund Al Templeton, der innerhalb von einer Nacht um Jahre gealtert scheint. Und dieser erzählt ihm, dass es in seinem Diner eine Treppe in die Vergangenheit gibt, mit der er ins Jahr 1958 kommt. Al bittet Jake inbrünstig seinen gescheiterten Plan das Attentat auf J. F. Kennedy 1963 zu verhindern, da er glaubt das die Welt danach eine bessere werden müsste. Nach ersten Versuchen gibt Jake schließlich nach und reist ins Jahr 1958.

Meine Meinung: Das Stephen King sich sehr ausführlich mit dem Attentat, den möglichen Hintergründen, Beweggründen, Abläufen und auch mit der Rolle von Lee Harvey Oswald beschäftigt hat, merkt man dem Buch auf jeder Seite an. Auch das er die Geschichte der Welt danach sehr genau durchdacht hat und mögliche andere Zukunftsszenarien erdacht hat, die mit dem Überleben oder Sterben von JFK zusammenhängen, merkt man ständig. Darüber hinaus erzählt er aber die Geschichte eines Mannes, der aus der Zeit gefallen scheint. Während die Vergangenheit permanent gegen ihn arbeitet, versucht Jake fünf Jahre in einer für ihn fremden Welt zu überleben. In diesem relativ neuen Buch Kings (2011 erschienen), zeigt er, dass er noch immer Geschichten in aller Fülle erzählen kann, man merkt aber auch, dass er an einigen Stellen ein wenig abgedriftet ist, weswegen Längen zwischendurch nicht ausgeschlossen sind. Letztlich bleiben jedoch alle Geschehnisse logisch – wenn man sich damit abfindet, dass Zeitreisen existieren – auch wenn ich mit einigen Wendungen einfach nicht einverstanden war. Der Anschlag ist bestimmt nicht Kings bestes Werk, aber bei weitem auch nicht sein schwächstes.

Wir sehen uns beim Happy End

Die Handlung: Ella ist von Happy-Ends besessen. Alle Geschichten und Filme ohne Happy-End muss sie umschreiben und kriegt beim Sehen/Lesen jedes Mal fast einen Zusammenbruch. Doch als ihre augenscheinlich perfekte Beziehung in die Brüche geht, findet sie sich auf einmal im Haus von Oscar wieder, der sein Gedächtnis verloren hat, und der einige Geheimnisse zu haben scheint. Ella versucht also sein persönliches Happy-End heraufzubeschwören und stellt fest, dass dies im realen Leben wohl doch nicht so leicht ist.

Meine Meinung: Wer sich von dem helltürkisen Einband und den rosa eingefärbten Seiten nicht abschrecken lässt, der findet in Wir sehen uns beim Happy End eine Geschichte über eine zunächst schrecklich naive Ella, die man am liebsten aus ihrer Traumwelt schütteln will. Doch nach und nach wird man mit ihr warm und erkennt, dass sie wohl auch etwas zu verbergen hat. Obwohl das Buch fast 600 Seiten umfasst, liest sich die Geschichte so flüssig weg, dass keine Längen aufkommen und man voll in der Geschichte aufgeht, die einen irgendwo doch verzaubert.

Ghostsitter – Geister geerbt & Ghostsitter 2 – Achtung Poltergeist

Die Handlung: Tom lebt eigentlich ein ganz normales Leben für einen 10-jährigen. Bis er eines Tages eine Geisterbahn erbt. Das außergewöhnliche: Alle Bewohner der Geisterbahn sind echt. Der Werwolf Welf ist bei Nichtvollmond noch am normalsten. Zombie Wombie hat zwar sehr viel Kraft, geht aber nirgends ohne seinen Kuschelhasen hin, Vampir Vlarad mutiert zu dem Wesen, von dem er Spenderblut bekam, Hop-Tep, die Mumie, hat ein heißblütiges Temperament und dann gibt es noch Mimi, das Geistermädchen. Alles nicht so leicht zu managen für Tom. Und im zweiten Teil bekommen die Freunde es dann auch noch mit einem Poltergeist zu tun

Meine Meinung: Auf diese Buchreihe bin ich aufmerksam geworden, weil Autor Tommy Krappweis sie auf den Elbenwald-Festivals vorstellte. Konzipiert ist das Ganze zwar als Kinderbuch, doch sind die Charaktere so herrlich gezeichnet und die Geschichten so liebevoll und durchdacht erzählt, dass auch Erwachsene hier durchaus ihren Spaß dran haben. So ganz logisch sollte man hier nicht drangehen, denn wer würde einem 10-jährigen die Leitung einer Geisterbahn übertragen bzw. diese Geisterbahn dann einen Stellplatz geben? Aber wenn man sich einmal mit der Prämisse abgefunden hat, findet man sich regelmäßig in neuen spannenden und gerne auch lustigen Szenen wieder.
Die Buchreihe wurde auch als Hörspiel aufgezogen und vereint Sprecher, wie Christoph Maria Herbst, Hugo Egon Balder oder auch Wigald Boning.

Anime Special: Weathering with You

Ein Vorwort

Nach dem weltweiten Erfolg von Your Name. im letzten Jahr folgt nun ein neues Kinospecial vom japanischen Regisseur Makoto Shinkai. Nachdem der Film zunächst erneut nur an zwei Tagen entweder in der deutschen Synchronisation oder im Originalton mit Untertitel gezeigt wurde, bekam er durch den großen Zuspruch noch einmal zwei Zusatztermine in Deutschland. Ob der Film mit dem deutschen Zusatz „Das Mädchen, das die Sonne berührte“ an seinen Vorgänger heranreichen kann, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Der Oberschüler Hodaka Morishima ist von zu Hause fortgelaufen und findet sich in Tokyo zur Regenzeit wieder. Doch diesmal handelt es sich um eine besonders hartnäckige Regenzeit. Durch Zufall lernt er Hina Amano kennen, die allein durch Gebete das Wetter für kurze Zeit aufhellen kann. Sie machen ein Geschäftsmodell daraus, doch irgendwann merken sie, dass mit Hina etwas nicht stimmt.

Meine Meinung

Ich glaube ich sollte zur Sicherheit noch einmal vorweg erwähnen, dass ich kein Anime-Fan bin. In Your Name. bin ich eher aus Trotz gegangen, weil mein Lebensgefährte beleidigt meinte, dass ich da ja sowieso nicht mit ihm reingehen würde und er mich daher gar nicht erst fragen müsste. Nun ja, da mir Your Name. nach einer kurzen Eingewöhnungsphase am Anfang dann erstaunlich gut gefiel und ich mir dann auch das Vorgängerwerk The Garden of Words im Heimkino ansah und der mir relativ gut gefiel, war ich also umso gespannter auf Shinkais neuestes Werk.
Auch hier musste ich mich am Anfang zunächst an die Charaktere gewöhnen und der Film braucht auch relativ lange, um zum eigentlichen Thema zu kommen. Sobald er diesen erreicht hat, nimmt er aber schnell Fahrt auf und zeichnet sich wieder durch die Kombination aus Coming-of-Age Geschichte und fantastischen Elementen aus. Diese werden wie schon in Your Name. so geschickt verwoben, dass man sich die eine Geschichte nicht ohne die andere vorstellen kann.
Mit Hodaka hat man einen Charakter an die Seite bekommen, dessen Beweggründe bis zum Ende oft verschwommen bleiben und man ihn daher selten richtig zu fassen bekommt. Seine aufkommenden Gefühle für Mina und sein ständiger Kampf in der Großstadt Tokyo zu überleben sind dafür umso deutlicher erzählt, weswegen man doch irgendwo mit ihm mitfühlen kann. Allgemein kann man sagen, dass Shinkai seine Zuschauer über seine Charaktere gerne im Unklaren lässt. Denn bei vielen kommen im Laufe des Films deutliche Wendungen. Im Prinzip spielt der Regisseur mit den Erwartungen und Vorurteilen seiner Zuschauer. Und auch wenn einige Charaktere – gerade der Polizist, der die Suche nach Hodaka leitet – ziemlich überzeichnet sind, bleiben sie doch immer irgendwo lebensnah.
Allgemein erzählt der Film die Geschichte von zwei jungen Menschen, die zu schnell erwachsen werden mussten oder wollten. Getragen wird dies durch das fanatastische Element, dass Mina das Wetter teilweise durch Gebet kontrollieren kann. Gerade das Ende bringt dann aber eine große moralische Frage auf, die im Film auf zwei Arten beantwortet wird, so dass man sich trotzdem noch immer seine eigene Meinung dazu bilden kann.

Das Fazit

Weatherin with You – das Mädchen, das die Sonne berührte ist nach einer kurzen Einlaufphase ein guter Coming-of-Age Film mit fantastischen Elementen. In die Schuhe seines Vorgängers passt er jedoch nicht.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Ein Vorwort

Caroline Link präsentierte uns bereits letztes Jahr zu Weihnachten die Geschichte eines harten Kinderschicksals. In „Der Junge muss an die frische Luft“ erzählte sie die Geschichte der Kindheit von Hape Kerkeling, nach dessen gleichnamigen Roman. Dieses Jahr nahm sich die Regisseurin das autobiografische Buch von Judith Kerr vor, die von ihrer Kindheit während der Nazizeit und der Flucht vor eben denen berichtete. Was „Als Hitler das Rosa Kaninchen stahl“ nun zu erzählen hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

1933. Annas Vater Arthur Kemper ein jüdischer Journalist muss vor der Wahl aus dem Land fliehen, da er den Nazis ein Dorn im Auge ist. Anna kommt kurz darauf mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach. Die Familie sucht zunächst in Zürich Unterschlupf und muss später weiter nach Paris und nach London fliehen. Dabei musste die Familie fast alles zurücklassen, auch Annas geliebtes rosa Kaninchen.

Meine Meinung

Das Caroline Link ein gutes Händchen für das Casting von Jungdarstellern hat, bewies sie bereits mit Julius Weckauf als jungen Hape Kerkeling. Auch in ihrem neuen Film hat sie es geschafft mit Riva Krymalowski und Marinus Hohmann zwei gute Jungdarsteller zu finden, die den schmalen Grad zwischen dem jugendlichen Leichtsinn und der Last der Flucht gut ausbalancieren und es in ihrem Alter schon verstehen, zwar reduziert zu spielen, aber trotzdem eine Menge Emotionen zu vermitteln.
Wirklich aufregend wird die Handlung an keiner Stelle. Wer also mit spannenden Fluchtszenen gerechnet hat, der wird hier wohl enttäuscht. Auch hat der Titel bis auf drei kurze Szenen wenig mit dem Titel zu tun. Gerade hierüber war beispielsweise meine beste Freundin sehr enttäuscht, die sich auf wilde Gute-Nacht-Geschichten gefreut hatte, in dem ein gezeichneter böser Hitler das arme rosa Kaninchen stahl. Als sowas sucht man in diesem Film vergeblich. Stattdessen bleibt die Erzählung an Anna dran, die sich regelmäßig in neuen Situationen wiederfindet, die ihr zuwider sind, oder die sie schlicht nicht nachvollziehen kann. Auch bleibt das regelmäßige Sprache lernen und wieder nichts verstehen den Kindern nicht erspart.
Hier ist vor allem spannend zu entdecken, wie das Thema Nazis und Hitler und dessen Machtergreifung mit den Auswirkungen auf die Bevölkerung zwar allgegenwärtig sind, aber tatsächlich eher über die Gespräche der Erwachsenen transportiert wird. Für die beiden Kinder ist es eher ein Herausreißen aus dem gewohnten Leben und ein Abschiednehmen aus der Heimat. Wie unterschiedlich auch beide damit umgehen und mit welchen Problemen und Sorgen sie sich herumschlagen, all das beleuchtet der Film ganz genau. Vielleicht ist er gerade durch die Unaufgeregtheit und die ruhige reduzierte Erzählweise eines der ehrlichsten Alltagsbilder aus eben jener Zeit.
Getragen wird der Film von einer hochmotivierten Riva Krymalowski als Anna, die mit ihrem nie enden wollenden Enthusiasmus den Zuschauer in den Bann ziehen kann. Gerade die transportierte kindliche Unbeschwertheit, trotz der vielen Sorgen der Familie, machen den Film aus. Gerade die Sympathien mit der Familie sorgen dafür, dass der langsam erzählte Stoff an keiner Stelle zäh wirkt.

Das Fazit

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl ist ein ruhig, aber ehrlich erzählter Film über die Nazizeit aus der Sicht eines jungen Mädchens. Dabei ist er nie wirklich spannend, aber wird durch die sympathische Familie getragen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl läuft seit dem 26.12.2019 in den deutschen Kinos.

The Big Bang Theory – eine Hommage

Nach 12 Staffeln ging eine der beliebtesten Sitcoms nun zu Ende. Seit 2007 begleiteten uns die Nerds und ihre Schrullen. Wir haben mit ihnen gelacht, geweint, mitgefiebert, getrauert, uns lustig gemacht, waren auch mal genervt – kurzum haben immer wieder ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Nun ließ sich Jim Parsons – Darsteller des Sheldon Coopers – nicht mehr überreden noch eine weitere Staffel seine Rolle zu spielen. Ohnehin dürften die Darsteller allesamt ausgesorgt haben. Für viele dürfte es ein „Endlich ist es zu Ende“ gewesen sein. Und auch wenn ich zu den Kritikern aller Staffeln ab der fünften gehört habe, war es doch eine wiederkehrende Routine die neue Staffel anzusehen.

Für viele dürfte das Staffelfinale bereits durch sein, hat es das Free-TV doch schon seit längerem ausgestrahlt. Da ich auf die gesamte Staffel bei Netflix gewartet habe, ist für mich der Abschied noch ganz frisch. Und so möchte ich mich einmal rückbesinnen auf die Sachen, die die Serie doch immer wieder liebenswert gemacht haben. Meine Geschichte mit The Big Bang Theory beginnt nicht im Jahr 2007. Erstmals auf sie getroffen bin ich erst im Jahr 2012. So existierten bereits die ersten fünf Staffeln. Und gerade die habe ich auch immer mal wieder angesehen. Ebenso wie es bei mir immer mal wieder ein Rewatch der Staffeln von Scrubs oder auch How I met your mother gibt, gehörte auch The Big Bang Theory zu den Serien, die ich immer mal wieder zwischendurch sehen konnte. Gerade durch die übermäßige Austrahlung im Fernsehen, kann man der Serie schnell überdrüssig werden. Dennoch war sie immer gut, wenn man beim Durchschalten hängen blieb und der Fernseher eher nebenbei lief.

Doch auch wenn die Serie im Free-TV beinahe verramscht wird, durch exzessive Ausstrahlung, so hat die doch das Nerdsein gesellschaftsfähiger gemacht und als Geek selbst, hat man sich in vielen Problemen wiedergefunden. So konnte ich mit Bekanntschaften über die Serie reden und einige gute Diskussionen führen, doch sobald ich auf Filme oder Serien kam, auf die die Serie immer wieder Bezug nimmt, wie Star Wars, Star Trek oder auch Doctor Who, so wurde ich wieder komisch angesehen. Dennoch hat die Serie mich nicht zuletzte erst dazu gebracht Doctor Who überhaupt erst zu gucken – ich bin ihr also sehr dankbar.

Aber was die Serie für mich überhaupt so gut gemacht hat, sind nicht die vielen Witze, die natürlich mit Konservenlachern überstreut wurden, damit auch der letzte Idiot versteht, wo der Witz steckt. Nein, vielmehr sind es die kleinen Momente. Wenn sich die Nerds auf die Comic Con oder auf Kostümpartys vorbereiten. Wenn sie im Comicbuchladen über eine Neuentdeckung stolpern. Oder eben auch wenn ein Gaststar auftaucht und man ihn zuerst erkannt hat. So konnte mich die Serie trotz der Einfachheit vieler Witze und selbst als die andauernden Beziehungsprobleme die eigentlichen Themen überschleiert haben, immer wieder aufbauen. Gerade die letzten Staffeln liefen zu Zeitpunkten, wo ich es einfach brauchte – und sei es nur, weil der Januar der arbeitsstärkste des ganzen Jahres bei mir ist und die letzten Staffeln auf Netflix meistens im Januar erschienen.

Und so lief bei mir soeben (Datum des Verfassens, nicht des Erscheinens) die letzte Folge – was vielleicht auch eine Erklärung dieser etwas emotionalen Hommage ist. Und egal, dass die letzten Staffeln immer mehr schwächelten, die Serie kam zu einem gesunden und runden Abschluss. Doch was immer bleiben wird, ist die Möglichkeit eines Rewatches. Danke ihr Streamingdienste.

The Big Bang Theory – 2007-2019 – 12 Staffeln

Vorfreude – Part 1 – 20 für 2020

Normalerweise mache ich ungern Pläne, was ich das Jahr über lesen möchte, weil ich mich meistens eh nicht dran halte und dann doch irgendwo wieder ein schlechtes Gewissen habe. Aber weil die Aktion 20 für 2020 so gut klingt – ja, ich weiß, dass es das auch schon für die letzten Jahre gab – und ich somit gleich eine Ausrede hatte mir ganz viele neue Bücher anzuschaffen – wie gut, wenn die Freunde das wissen und einem entweder direkt mit dem passenden Buch ausstatten oder einem wohlwissend den Büchergutschein der Buchhandlung meines Vertrauens in die Hand drücken. Und zusätzlich will ich sowieso meinen SuB weiter abbauen. Also möchte ich euch nun möglichst kurzgefasst meine 20 Bücher, die ich für 2020 geplant habe zu lesen, vorstellen. Reihenfolge wie auf dem Foto, dort nach Optik geordnet.

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1. Momo – Michael Ende – Klassiker/Liste der Schande (Eines der wenigen Bücher von Herrn Ende, die ich noch nicht gelesen habe)

2. Someone New – Laura Kneidl – Multiple Bände (Frau Kneidls Reihe Liebe mich. nicht und Berühe mich. nicht hat mir sehr gut gefallen und ich bin auf ihr – nicht mehr ganz so – neues Werk gespannt)

3. All in – 1000 Augenblicke – Emma Scott – Multiple Bände (wurde mir aufgrund meiner Leselisten empfohlen, klang gut)

4. Was perfekt war – Colleen Hoover – Einzelband (Die Werke von Mrs. Hoover gehören bei mir schon fast zum Ritual. Ich bin gespannt)

5. Erbarmen – Jussi Adler-Olsen – Multiple Bände (Liegt seit Jahren auf meinem SuB. Vielleicht ist 2020 endlich das Jahr, in dem es gelesen wird)

6. Poirot – Die großen Vier – Agatha Christie – Einzelband (Auch 2020 freue ich mich wieder über einen neuen Fall für Hercule Poirot)

7. Wer die Nachtigall stört – Harper Lee – Klassiker/Liste der Schande (Auch für 2020 habe ich mir vorgenommen meine Liste der Schande weiter abzubauen. Dies ist zumindest eines der Bücher für die ich mir das auch fest vornehme)

8. Die grüne Ente – Manu Causse – Einzelband (Dies schenkte mir mein bester Freund letztes Jahr zur bestandenen Führerscheinprüfung. Nun wird es doch mal Zeit das Abenteuer zu lesen)

9. Pu der Bär – A.A. Milne – Klassiker/Liste der Schande (Ich liebe ja Winnie Pu, habe aber tatsächlich das Original noch nie gelesen. Dies soll sich dieses Jahr ändern)

10. Am dunklen Fluss – Anna Romer – Einzelband (Kate Morton hat noch kein neues Buch herausgebracht und das Geheimnis um das Haus am Fluss klang spannend)

11. The Green Mile – Stephen King – Klassiker/Liste der Schande (Auch ein neuer Stephen King darf für 2020 nicht fehlen. Und die Verfilmung mit Tom Hanks mochte ich schonmal)

12. Das Café der guten Wünsche – Marie Adams – Einzelband (Geschichte klang nach einer perfekten Sommerlektüre. Ich berichte dann im Sommer, ob das auch stimmt)

13. Harry Potter und der Orden des Phoenix – J. K. Rowling – Wiederholungstäter (Ich versuche ja seit längerem die gesamte Reihe mal wieder zu lesen. Der fünfte Band steht bevor)

14. Angelfall – Am Ende der Welt – Susan Ee – Multiple Bände (Der dritte und letzte Band der Angelfall Reihe liegt nun auch wieder eine Weile auf meinem SuB. Dabei will ich doch eigentlich unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht)

15. James Bond – Leben uns sterben lassen – Ian Fleming – Multiple Bände (Auch die James Bond Reihe will ich dieses Jahr weiterlesen. Der zweite Band steht an)

16. Die Bücherdiebin – Markus Zusak – Einzelband (Der Joker von Zusak gehört bis heute zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Sowohl von meinem besten Freund als auch von meiner besten Freundin wurde mit die Bücherdiebin empfohlen, die ich kurzerhand auch zum Geburtstag bekam. Jetzt gibt es also keine Ausrede mehr)

17. Heute hat die Welt Geburtstag – Flake – Hörbuch – Einzelband (Gefunden bei Lesen… in vollen Zügen und nach einer kurzen Hörprobe auf YouTube sofort für kaufbar empfunden. Im Februar steht die nächste längere Fahrt an, da ist das Hörbuch wohl fällig)

18. Sherlock Holmes – Das Zeichen der Vier – Arthur Conan Doyle – Klassiker/Liste der Schande (Nach Poirots Großen Vier, gibt es nun auch noch die Zeichen. Ein weiteres Sherlock Holmes Buch, das langsam mal fällig wird – nicht auf dem Bild, da im großen Sammelband)

19. The Ivy Years 5 – Bis wir uns finden – Sarina Bowen – multiple Bände (Auch am Harkness College geht es weiter und ich bin wieder dabei – E-Book daher symbolisch der Kindle auf dem Foto)

20. Dream Again – Band 5 – Mona Karsten – Multiple Bände (Ebenfalls hat Frau Karsten einen fünften Band ihrer Again-Reihe in Planung – nicht auf dem Foto, da noch nicht erschienen)

Und was sind eure 20 für 2020?

Neulich in der Sneak: 1917

Ein Vorwort

1917 wird bereits als hoher Oscarfavorit gehandelt. Sam Mendes inszeniert hier eine Geschichte, die er seinen Großvater, einem Kriegsveteran, widmet. Die Geschichte hat er aus den Erzählungen dessen entwickelt und versucht den Familien und Veteranen der „verlorenen“ Generation Tribut zu zollen.

Die Handlung

Lance Corporal Tom Blake (Dean-Charles Chapman) und Lance Corporal William Schofield (George McKay) werden zum General (Colin Firth) beordert. Dieser hat den wichtigen Auftrag die beiden zu Colonel Mackenzie zu schicken, um den bevorstehenden Angriff abzublasen, da es sich um einen Hinterhalt der Deutschen handelt. Dafür müssen sie durch Niemandsland. Da Blakes Bruder in der Einheit Mackkenzies ist, ist er sehr motiviert den Auftrag auzuführen.

Meine Meinung

Zuletzt brachte uns Christopher Nolan mit seinem gefeierten Dunkirk ins Frankreich in Kriegszeiten. Dort ging es jedoch während des zweiten Weltkrieges um die Evakuierung der britischen Soldaten aus Dünkirchen. Sam Mendes reist nun noch ein Stück weiter in die Vergangenheit. Genau genommen ins titelgebende Jahr 1917. Auch hier verfolgen wir zunächst britische Soldaten, die die Ruhe vor dem Sturm nutzen, um sich etwas auszuruhen. Schnell lernen wir unsere beiden Protagonisten Blake und Schofield kennen. Doch um die Ruhe ist es bald vorbei. Denn der General hat einen Auftrag für die beiden. Und die Kamera wird sie auch nicht mehr allein lassen.
Wo wir schon beim bemerkenswertesten am Film wären. Die Kameraarbeit. Denn diese bleibt an unseren Protagonisten kleben und fährt mal vornweg, mal nebenher, mal hinterher. Dadurch wirkt der Film wie ein einziger Take, auch wenn dies natürlich nicht sein kann. Aber Achtung an alle Leute mit schwachen Magen. Die Kamera „marschiert“ praktisch mit, weswegen immer ein verstärkter Wackeleffekt eintritt, der einen leicht auf den Magen schlagen kann, wenn man dafür empfindlich ist.
Ebenso erwähnenswert ist dadurch auch die schauspielerische Leistung der beiden Protagonisten, deren Emotionen permanent von der Kamera eingefangen werden. Gerade der Marsch durch das Niemandsland wird in allen Details gezeigt. Dies wirkt am Anfang ein bisschen Langatmig, aber auch absolut realistisch, was die Länge wieder wett macht. Und die Langatmigkeit wird auch schon bald durch ein paar hochspannende Szenen ersetzt. Und auch wenn man ein paar Entscheidungen der beiden nicht nachvollziehen kann, bleibt man doch immer mit dran und leidet praktisch bei jeder Wendung wieder neu mit. So bleibt 1917 bis zur letzten Szene hochspannend.
Zwischendurch gibt es auch ein paar ruhigere Momente, wo auch immer mal wieder eine Hollywoodpersönlichkeit auftauchen darf, so dass es auch über die aus dem Trailer bekannten hinaus immer wieder ein bekanntes Gesicht zu erkennen gibt. So ist 1917 letztlich ein erschreckend reales Abbild des ersten Weltkrieges, der beinahe vollkommen auf überdramatische Augenblicke verzichtet und dadurch nur noch bestürzender ist.

Das Fazit

1917 ist ein von der Grundidee her sehr undramatischer und realistisch gehaltener Kriegsfilm, der aber gerade durch den Realismus bestürzt und dadurch lange im Gedächtnis bleibt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

1917 läuft seit dem 16.01.2020 in den deutschen Kinos.

Knives Out

Ein Vorwort

Rian Johnson ist für viele wohl nur der Typ, der Star Wars 8 gemacht hat und für viele auch versaut hat. Da ich immer noch ein großer Verteidiger seines Films bin und Mr. Johnson daher in keinster Weise grolle, war ich sehr offen für sein neustes Werk. Das dies auch noch in bester Agatha Christie Manier und mit einem sehr interessanten Cast daher kommt, war für mich nur noch ein weiterer Grund. Warum Knives Out für mich schon jetzt zu den besten Filmen des Jahres gehört, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Der berühmte Krimiautor Harlan Thrombey (Christopher Plummer) wird tot aufgefunden. Schnell wird Selbstmord diagnostiziert und seine Familie trifft sich auf dem Anwesen zur Testamentseröffnung. Doch dann tritt Benoit Blanc (Daniel Craig) auf, ein berühmter Detektiv. Und so müssen sich alle Familienmitglieder noch einmal zur Befragung.

Meine Meinung

War es der Koch in der Küche, der Butler im Salon oder doch der Gärtner im Garten? Auch wenn das Anwesen auf dem der Film hauptsächlich spielt schon rein von der Optik wie ein Cluedo-Brett aussieht, sind die klassischen Verdächtigen gar nicht dabei. Stattdessen finden sich in der Familie genug Verdächtige. So scheint fast jeder irgendwo einen Grund zu haben und irgendwie auch keinen.
Johnson scheint den Film zunächst wie ein einfaches Whodunit aufzuziehen. Die einzelnen Charaktere werden zur Befragung geholt und dürfen ihre Version der Ereignisse wiedergeben. Gleichzeitig wird dem Zuschauer die reale Version gezeigt. Dies wäre dann bereits die erste Modernisierung, dass auf die Off-Stimme, die die Lüge erzählt, verzichtet wird, und der Zuschauer gleich von der Wahrheit weiß. Doch sobald diese Sequenz vorbei ist und der Zuschauer praktisch die Motive so ziemlich aller Familienmitglieder kennt, bricht Johnson gewaltig mit der Tradition. Denn er zeigt, wie Harlan gestorben ist. Oder doch nicht? Vielleicht auch nur unvollständig? Nun wir wollen nicht weiter spoilern. Auf jeden Fall setzte er den Zuschauer noch einmal auf eine ganz neue Fährte. Und spätestens ab hier hat der Film absolut jeden in den Bann gezogen.
Das liegt vor allem auch an Craigs sehr interessanter Darstellung den Benoit Blanc. Denn nicht nur die Erzählstruktur erinnert stark an einen Agatha Christie Roman, auch Blanc wirkt wie ein etwas weniger aufregter Poirot. Doch setzt er ganz pointiert eine gewisse Verrücktheit in die ansonsten elegante britische Fassade, so dass man gar nicht genug von ihm kriegen konnte. Gepaart wird das mit einer wirklich spannenden Geschichte, bei dem ich – mal wieder – bis zum Ende nicht auf den wahren Mörder gekommen bin. Oder war es doch der vermutete Selbstmord? Ich bin aber sehr stolz darauf, dass ich zumindest den Tathergang vermuten konnte. Aber als i-Tüpfelchen gibt es so viele Kleinigkeiten zu entdecken, in denen Johnson mit dem bekannten bricht und die klassische Geschichte modernisiert. Zumal sich sein Cast auch nicht bitten lässt und ihre Charaktere mit einer absoluten Inbrunst verkörpern.
Ich könnte an dieser Stelle noch über so einige Dinge ins Schwärmen kommen, wie zum Beispiel die wohl coolste Autoverfolgung der Filmgeschichte, aber dafür müsste ich viel zu sehr ins Detail gehen und ich möchte die ganzen Entdeckungen nicht vorweg nehmen. Also bleibt mir nur zu sagen: Wer mit dem Prinzip der Detektivgeschichte und des Whodunit etwas anfangen kann, der sollte diesen Film unbedingt sehen.

Das Fazit

Knives Out ist ein spannender, witziger und an so vielen Stellen charmanter Film mit einem tollen Daniel Craig als Detektiv, dass ich ihn nur wärmstens empfehlen kann. Rian Johnson schafft es klassische Motive zu moderniesieren und ihnen dadurch neues Leben einzuhauchen. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Knives Out läuft seit dem 02.01.2020 in den deutschen Kinos.