Assassins Wood – Bürokratie kann möglich sein

Ein Vorwort

Wenn Herzensprojekte von Autor*innen zu Herzensbüchern der Lesenden werden, dann passiert wohl so etwas wie bei Assassins Wood. Nachdem Autorin Ann-Kathrin Karschnick schon lange dieses Projekt in der Schublade hatte, weihte sie vor einiger Zeit ihre Twitch-Community ein und was soll ich sagen: Wir waren Feuer und Flamme. So entstand die Idee und die Chance das Projekt über StartNext zu finanzieren, was tatsächlich auch geklappt hat. Und so kann ich euch heute erzählen, warum dieses Buch den Hype absolut wert ist. Mehr dazu in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Penta ist ein Todesreiter, also der Bürokrat in der Verwaltung der Assassinen-Gilde. Durch einen Unfall ist er jedoch gezwungen ein paar Regeln zu dehnen. Dadurch kreuzt sein Weg den der Feuerlackfabrik-Erbin Tonia Fill, die sich sicher ist, dass Assassinen existieren. Aus der Not heraus schließen sie eine Allianz. Immer mit dabei ist Pentas Dunkelnetzschnüffler Wurzel, der Bonsai.

Meine Meinung

Wenn man auf ein Buch sehr lange wartet, ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Dennoch habe ich versucht sie zurückzuhalten und mich ganz unvoreingenommen auf das Buch einzulassen. Doch das war absolut nicht nötig. Allein das erste Kapitel, das uns in die nicht enden wollende Bürokratie der Assassinen-Gilde einführt, hat mich mehrfach herzlich zum lachen gebracht. Dabei war das i-Tüpfelchen jeweils Wurzel, der durch seine Sprüche einfach einen Spaßfaktor sondergleichen kreiiert hat.
Doch natürlich gibt es auch darüber hinaus einiges zu entdecken. So war der Weltenbau in Assassins Wood sehr liebevoll gestaltet und bot immer wieder neue Ecken zum erkunden. Dies erleben wir an der Seite von Penta und Tonia, die unterschiedlicher nicht sein könnten und gerade deswegen absolut gut als Protagonist*innen miteinander harmonieren. Penta, der Bürokrat durch und durch ist und sich mit einer Situation konfrontiert sieht, die ihn absolut überfordert. Und dann Tonia, die leidenschaftlich und tatkräftig ans Werk geht und zu ihren Überzeugungen steht.
Das Hauptgenre ist Funtasy und hier ist der Name Programm. Denn wir bekommen zum einen gut durchdachte Phantastik in einer ganz eigenen Welt, die aber auch immer wieder den Humor widerspiegelt, den der Fun steht hier auch groß im Vordergrund. So verschlingt man Seite um Seite, weil die Handlung nach der kurzen Charakter- und Welteneinführung sehr schnell sehr spannend wird und liegt gleichzeitig Tränen lachend auf dem Boden. Ich wiederhole: Wurzel und seine Sprüche sind einfach absolut gut gelungen und immer passend.
Gepaart wird das ganze mit dem wunderbar locker leichten Schreibstil von Ann-Kathrin Karschnick. In jeder Zeile merkt man ihr das Herzensprojekt an.
Beim Crowdfunding auf Startnext war auch die zweite Finanzierungsstufe erfolgreich, so dass hier bereits ein Hörbuch mit den wunderbaren Stimmen von Fanny Bechert und Sven Matthias in der Mache ist. Ich freue mich sehr darauf dieses Abenteuer auch als Hörbuch noch einmal zu erleben!

Das Fazit

Assassins Wood – Bürokratie kann tödlich sein ist spannend und dabei zum totlachen, voller Spannung mit einem tollen Weltenbau. Wer also auf gute Funtasy steht, ist hier genau richtig!

King Richard

Ein Vorwort

Biopics über berühmte Menschen gibt es immer wieder. Die beiden berühmten Persönlichkeiten aber fast in den Hintergrund zu stellen und die Hintergrundperson in den Vordergrund zu stellen, ist durchaus mutig. Wie das bei King Richard funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Richard Williams (Will Smith) ist sich sicher: Er hat die nächsten beiden Tennisstars unter seinen Töchtern. Venus (Saniyya Sidney) und Serena (Demi Singleton) wachsen unter dem strengen Traningsplan auf und werden stetig voran getrieben. Dabei trifft ihr Vater einige unkonventionelle Entscheidungen.

Meine Meinung

Biopics gibt es immer wieder. Manche funktionieren gut, manche eher nicht. Tatsächlich ist King Richard einer der Vertreter, bei denen die Antwort sowohl als auch ist. Er funktioniert als Film, funktioniert aber nur bedingt als Biopic. Dies hängt aber vielleicht auch mit meiner Erwartungshaltung zusammen. Der Film und die Trailer machen von Anfang an keinen Hehl aus der Tatsache, dass es zwar irgendwo um Venus und Serena Williams geht, aber eben auch in großen Teilen um ihren Vater. Tatsächlich funktioniert der Film jedoch immer dann am besten, wenn Richard Williams nicht im Mittelpunkt steht. Wenn wir sehen, wie die beiden Schwestern kämpfen, wie ihre drei weiteren Schwestern und ihre Mutter mit der Situation umgehen oder wenn es um wichtige Tennismatches geht.
Das hängt wohl vor allem damit zusammen, dass Richard Williams ein sehr umstrittener Vater sein dürfte, der eine teilweise gute und nachvollziehbare Moral verfolgt, dieser aber durch seine Taten immer wieder selbst widerspricht. Er prangert gleichzeitig den Druck der Branche an und wie andere Tenniseltern mit ihren Kindern umgehen und ist zeitgleich herrisch, riskiert die Karrieren seiner Töchter für ein Machtspiel und setzt sie mehr unter Druck als jede*r andere. So entfaltet sich eine Aussage aus dem Film, die nicht richtig greifbar wird, weil die folgenden Szenen ihr schon wieder widersprechen können.
Das nächste Problem des Films ist seine zeitliche Gewichtung. Während gerade der Anfang noch stark inszeniert wurde und der Weg der Schwestern aus dem ärmeren Teil Comptons und die nötige Finanzierung ihrer Karrieren nachvollziehbar bleibt, wird der zweite Abschnitt, nachdem sie ihren ersten Vertrag haben bis zu den ersten wirklich wichtigen spielen im Schnelldurchlauf durchgehetzt. Zeit wird sich zwar immer wieder für Tennismatches genommen, die auch mit einer sehr guten Atmosphäre und Spannung ausgespielt werden, doch ansonsten gibt es Zeitsprünge, die nur bedingt nachvollziehbar sind.
Zumindest das Ende stimmt einen mit dem Film dann wieder versöhnlich, da hier wieder eine stärkere Fokussierung auf den Schwestern liegt. Trotz allem ist der Film auch gut spannend inszeniert, es kommt keine Langeweile auf und auch der Ausgang bleibt teilweise offen, auch wenn man natürlich weiß, dass es beide Schwestern geschafft haben.
Schauspielerisch ist der Film gut ausgestattet, wobei es nicht Will Smith als Richard Williams ist, der hier heraussticht. Eher wirkt sein Spiel stellenweise etwas überzogen, vor allem in seiner „Oscarszene“. Da ist das wesentlich dezentere Spiel von Aunjanue Ellis als Mutter wesentlich angebrachter.

Das Fazit

King Richard funktioniert an vielen Stellen sehr gut und scheitert an der Fokussierung auf Richard Williams statt seiner Töchter oder der Familie als Ganzes. Dennoch spannend und gut inszeniert. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

King Richard läuft seit dem 24.02.2022 in den deutschen Kinos

Cinemathek: Respect

Ein Vorwort

Es gibt schon einige Verfilmungen über Musiker*innen und Bands. Dabei sind die Damen bisher eher vernachlässigt worden. Nun zieht Liesl Tommy nach und gibt niemandem geringeren als Aretha Franklin eine Bühne. Wir mir die Verfilmung des Lebens der „First Lady/Queen of Soul“ gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

1952 singt Aretha Franklin (Jennifer Hudson) noch auf den Samstagabendpartys ihres Vaters dem Baptistenprediger C. L. Franklin (Forest Whitaker). 1960 erschien ihre erste Popschallplatte. Der Film verfolgt ihren Aufstieg und ihre Dämonen bis ins Jahr 1972.

Meine Meinung

Filmische Biographien über Musiker*innen und Bands hat es in den letzten Jahren wieder vermehrt gegeben. Beflügelt von Erfolgen, wie Bohemian Rhapsody oder auch Rocketman wurden gleich mehrere zusätzliche angekündigt. Dabei haben die beiden Filme schon einen sehr unterschiedlichen Weg eingeschlagen und beide auf ihre Art und Weise gut funktioniert. Liesl Thommy schlägt hier den eher konservativen Weg ein und erzählt chronologisch die wichtigsten Ereignisse in Franklins Karriere.
Dabei beginnt sie in der Kindheit, die prägend für Franklins weiteren Weg ist. Der Familienzusammenhalt, der herrscht, aber auch gleichzeitig ihr herrischer Vater, der alles für sie bestimmt. Anstatt hier die prägenden Ereignisse in Rückblenden zu packen, wenn sie später als Erwachsene von ihren „Dämonen“ heimgesucht wird, um sie im Kontext zu zeigen, bleibt es hier bei der chronologischen Aufzählung. So bekommt man zwar ein Gefühl, warum Franklin in bestimmten Situationen reagiert, wie sie reagiert, aber es entsteht keine richtige Dynamik im Film. Gleichzeitig entsteht so auch eine gewisse Distanz zum Film und den Charakteren. Irgendwo kann ich Arethas Handlungen und Verhaltensweisen nachvollziehen, weil ich gezeigt bekomme, was sie alles durchmachen musste, andererseits aber auch nicht, weil keine Sympathie oder Berührungspunkte entstehen. Das ist sehr schade, denn diese Frau hat einiges durchgemacht.
Durch gelegentliche Jahreszahleneinblendungen kann man sich grob orientieren, wie weit die Geschichte fortgeschritten ist, dennoch gibt es zwischenzeitlich immer wieder Zeitsprünge, die man eher aus dem Kontext begreift, als aus dem Gezeigten. Das ist ein wenig verwirrend und erhöht nur die Distanz zu dem Film.
Trotz der schwierigen Erzählstruktur und einer Lauflänge von 145 Minuten, die durch die mangelnde Nähe eben auch an Spannung einbüßt, funktioniert Respect im Ganzen gesehen dennoch relativ gut. Das liegt vor allem an Jennifer Hudson und ihrer guten Porträtierung Arethas. Die Liebe zur Musik ist in allen Poren spürbar. Teilweise werden ganze Szenen genutzt, um die Entstehung eines Songs zu zeigen. Also keine Montageszene, sondern wirklich der Prozess. Auch die anderen Darsteller*innen machen ihren Job gut. Leider reicht das nicht, um die Distanz zu überbrücken.

Das Fazit

Respect ist ein interessanter Film über das Leben einer beeindruckenden Frau. Trotz gutem Schauspiel und der beeindruckenden Stimme von Jennifer Hudson schafft der Film es nicht die Distanz zu den Zuschauenden zu überbrücken. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Moonfall

Ein Vorwort

Regisseur Roland Emmerich dürfte einigen ein Begriff sein, hat er zeitlose Klassiker, wie Independence Day auf die Kinoleinwand gebracht und sich einen Namen als Katastrophen-Regisseur gemacht – also dem Genre. Doch für seine neue Idee wollte ihm kein großes Studio Geld geben, weswegen er sich von einigen Leuten eine Menge Geld lieh, um Moonfall dennoch zu realisieren. Warum das leider gar nicht funktioniert hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Jahre nachdem Astronaut Brian Harper (Patrick Wilson) durch ein mysteriöses Erlebnis im All aus der NASA ausstieg, löst etwas den Mond aus seiner Umlaufbahn. Während der Verschwörungstheoretiker K.C. Houseman (John Bradley-West) dies zuerst entdeckt und sich Harper anvertraut, bekommt auch die NASA rund um Harpers ehemaliger Kollegin Jocinda Fowler (Halle Berry) davon Wind. Nun versuchen sie in einer verzweifelten Mission den Grund herauszufinden, da der Mond so innerhalb von drei Wochen auf die Erde zu fallen droht. Diese scheitert und so sucht Fowler Hilfe bei Harper. Eine finale Mission beginnt.

Meine Meinung

Es gibt Namen für Regisseur*innen, bei denen weiß man, dass die Filme nichts werden. Dann gibt es die, deren Filme stets irgendwie okay sind oder bei denen man mal einen großartigen Film und mal einen Reinfall bekommt. Und dann gibt es die Regisseure, die immer abliefern. Bei denen man weiß, was man bekommt und wenn man sich mit der Handschrift anfreunden kann, so bekommt man viele schöne Filmstunden. Bisher war Roland Emmerich eher in der letzten Kategorie zu finden. Doch mit Moonfall zeigt er, dass sein Schema nicht grundsätzlich funktioniert, sondern, dass er es bisher gut umgesetzt hatte.
Denn in Moonfall will einfach nichts wirklich funktionieren. Das beginnt bereits am Anfang als ein Szenario im Weltraum geschaffen wurde, nur um aus den Geschehnissen die tragische Hintergrundgeschichte des Protagonisten zu machen. Jahre später ist er der übliche gescheiterte Held. Geschieden, sein Sohn spricht nicht mehr mit ihm, ständig Pleite und hält trotzdem an seinen glorreichen Zeiten fest. Patrick Wilson spielt den Charakter genauso langweilig, wie sich die Charakterisierung anhört. Jede Szene wird stoisch abgespielt, ohne eine Möglichkeit Nähe oder ihn an Bezugsperson aufzubauen. Seine Kollegin Jocinda Fowler hat es natürlich auch nicht unbedingt besser getroffen. Im Schatten ihres inkompetenten Vorgesetzten, ist sie ebenfalls geschieden und unglücklich mit ihrer Situation.
Dann bricht der Mond auch schon aus seiner Umlaufbahn. Fowler wird natürlich mit der Situation betraut, da ihr Vorgesetzter einfach abhaut und sie mit der Verantwortung zurücklässt. Im Schnelldurchlauf muss sie hinter eine große Verschwörung der NASA kommen, für circa drei Sätze wurde ein Donald Sutherland engagiert, der aber auch nichts zu tun bekommt. Stattdessen haben wir K.C. Houseman, ein Verschwörungstheoretiker, der aus irgendeinem Grund als erstes von der Abweichung des Mondes wusste. Dennoch darf er die ganze Zeit rumlaufen und seine Theorien verkünden, wird von Harper zwar müde belächelt, aber darf immer weiter mitkommen, bis er sogar mit zur finalen Rettungsmission aufbricht.
Wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Films geschafft und haben eigentlich schon alles drin gehabt. Die Verschwörung, das Katastrophenszenario, die tragische Hintergrundgeschichte unseres Protagonisten, der jetzt natürlich wieder zurückgeholt wird. Kurzum Moonfall haut einem einfach alles um die Ohren was geht, vergisst dabei aber, auch nur ansatzweise ein Stück Logik in die Handlung zu bringen, stattdessen vollgepackt mit vermeintlichem Heldentum. Und falls irgendjemand im Zuschauerraum zu diesem Zeitpunkt noch nicht völlig auf Durchzug geschaltet hat, so bietet die zweite Hälfte jede Menge Grund dazu – aus Spoilergründen gehe ich hierauf nicht näher ein.
Hatte man bei der Grundidee darauf gehofft ein gut durchdachtes und strukturiertes Gedankenexperiment zu bekommen, was passiert, wenn der Mond nicht mehr an seiner Stelle wäre, mit dem Einfluss auf die Gezeiten und ähnlichem, so wird man auf voller Linie enttäuscht. Gleichzeitig sind die Charaktere absolut platt und austauschbar, was wohl auch die Schauspieler*innen gemerkt haben, die so platt spielen, wie ihre Charaktere. Spannung kommt absolut nicht auf, da einem die Handlung und die Charaktere komplett egal sind. Die Effekte wirken allesamt wie aus anderen Filmen zusammengeklaut und bieten keinerlei Mehrwert.

Das Fazit

Moonfall ist ein Film, bei dem einfach nichts passt. Unlogische vor schlechten Klischees tropfende Handlung trifft auf platte Charaktere, unmotivierte Schauspieler*innen und schlechte Effekte. Es hatte schon Gründe, warum kein großes Studio den Film finanzieren wollte. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Moonfall läuft seit dem 10.02.2022 in den deutschen Kinos

Tod auf dem Nil

Ein Vorwort

2017 wagte sich Kenneth Branagh an den berühmten Stoff auf der Feder von Agatha Christie und brachte uns eine wunderbare Neuverfilmung von Mord im Orient-Express. Im Gepäck hatte er die Creme de la Creme aus Hollywood. Bereits 2018 gab es dann Dreharbeiten zur Fortsetzung „Tod auf dem Nil“. Mehrere Faktoren unter anderem natürlich die Pandemie, sorgten dafür, dass der Film immer wieder verschoben wurde. Nun durfte er endlich auf der großen Leinwand einziehen. Konnte Branagh als Regisseur und Hauptdarsteller ein weiteres Mal überzeugen? Das erzählte ich euch in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Frisch verheiratet verbringen Linnet Ridgeway-Doyle (Gal Gadot) und Simon Doyle (Armie Hammer) ihre Flitterwochen in Ägypten. Mit dabei sind Familie, Freunde und Bekannte, die das reiche Paar eingeladen hat. Durch Zufall ist auch Hercule Poirot (Kenneth Branagh) mit dabei. Da die eifersüchtige Ex-Freundin Simons Jacqueline de Bellefort (Emma Mackey) sie auf Schritt und Tritt verfolgt, flüchten sie schließlich an Bord eines Nilschiffes. Doch nach einigen merkwürdigen Begebenheiten kommt es zu einem Mord. Ein neuer Fall für Hercule Poirot.

Meine Meinung

Ich bin ein großer Fan von der Poirot-Reihe Agatha Christies, habe es aber noch nicht geschafft die beiden wohl bekanntesten Fälle Mord im Orient Express und Tod auf dem Nil zu lesen. So wa ich jeweils auf die Verfilmungen gespannt und wusste vorher tatsächlich auch noch nicht, wer der*die Mörder*in war. Bereits der Trailer von Tod auf dem Nil konnte mich wieder vollständig mitreißen, wollte ich meine Erwartungen dennoch nicht zu hoch schrauben, da mir diese bei Mord im Orient-Express zum Verhängnis wurden.
Als der Film mitten im ersten Weltkrieg begann, dachte ich mir kurzzeitig im falschen Film, passte die Einordnung doch zeitlich nicht. Schnell wurde ich aufgeklärt, dass es sich um die Vorgeschichte Poirots handelt, um einige Äußerungen und Entscheidungen später besser nachvollziehen zu können. Ein Zeitsprung später lernen wir die ersten Charaktere kennen und bekommen praktisch noch einmal eine Art Vorgeschichte. Einen weiteren – wenn auch wesentlich kleineren – Zeitsprung später sind wir dann in Ägypten angekommen. Bis wir das Schiff erreichen, dauert es zwar immer noch etwas, aber hier erfolgt dann die Charaktervorstellung.
Diesmal bleibt auch erstaunlich lange offen, wer denn überhaupt ermordet wird. Das whodunnit setzt sehr spät ein und geht auch nicht über ein paar Gespräche hinaus. Das macht in diesem Fall aber auch gar nicht, weil allein die Charakterentwicklung vorab interessant ist und die Spannung hoch hält. Ständig hat man jemand Neues im Verdacht, um doch wieder auf eine neue Spur gebracht zu werden. Zwar hat sich letztlich mein Verdacht bestätigt – eventuell bin ich da ein bisschen stolz drauf, ich bin sonst echt schlecht im Mörder*innen erraten – aber das Wie war für mich wieder einmal absolut überraschend.
Schauspielerisch waren auch diesmal wieder einige bekannte Namen aus Hollywood dabei. Und dabei werden alle ihrem Ruf gerecht und liefern ab. Im großen und ganzen also wieder ein Film, der hält, was der Trailer verspricht und dabei besonders mit tollen Bildern verzaubert. Und auch wenn es hier um einen Mordfall ging, hat mir der Film einmal mehr Lust auf eine Nilkreuzfahrt gemacht.

Das Fazit

Tod auf dem Nil überzeugt trotz oder gerade wegem dem spätem whodunnit, mit gutem Schauspiel und eindrucksvollen Bildern. Branagh überzeugt einmal mehr als Poirot. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Tod auf dem Nil läuft seit dem 10.02.2022 in den deutschen Kinos

Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick

Ein Vorwort

Fast pünktlich zum Valentinstag wurde es wieder Zeit für eine Romanze auf der großen Kinoleinwand. Das hat sich wohl auch Universal und haute mit Marry Me genau den richtigen Film dafür raus. Nachdem der Trailer bereits sehr vielversprechend aussah, zog es mich auch außerhalb des Tages für alle Pärchen ins Kino. Wie mir der Film gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Popikone Kat Valdez (Jennifer Lopez) und ihr Freund Bastian (Maluma) wollen bei einem Liveevent heiraten. Passend dafür haben sie das Duett Marry Me herausgebracht. Doch als sie kurz vor ihrem Auftritt erfährt, dass Bastian sie mir ihrer Assistentin betrogen hat, beschließt sie kurzerhand den Mathelehrer Charlie Gilbert (Owen Wilson) aus dem Publikum zu heiraten. Dieser ist eigentlich gar kein Fan, sondern wollte seine Tochter (Chloe Coleman) beeindrucken, die sich seit der Scheidung immer weiter von ihm entfernte. Dennoch sagt er ja. Beide sind geschockt von ihrer spontanen Hochzeit und beschließen erst einmal herauszufinden, ob die Beziehung funktionieren kann.

Meine Meinung

Romantische Komödien können mich eigentlich nur abholen, wenn sie sich wirklich Mühe geben. Natürlich werden viele Klischees reproduziert, aber wenn sie darüber hinaus eine eigene Idee haben, gebe ich ihnen ja gerne eine Chance. Und die Idee hinter Marry Me hat mich überzeugt. Zwar waren die typischen zwei Welten treffen aufeinander Klischees absehbar, aber die Hochzeit an den Anfang zu setzen, hat gut funktioniert.
Denn so lernen wir im Schnelldurchgang die beiden Protagonist*innen kennen, dann kommt es schon zum Liveevent, auf dem Charlie nur durch Zufall ist und auf dem Kat beschließt Bastian nicht zu heiraten. Erst im folgenden lernen wir beide genauer kennen, während sie selbst versuchen herauszufinden, ob die Ehe funktionieren kann. Dabei stellt sich heraus, dass der Film es schafft ganz nebenbei absolut herzliche Figuren, vor allem auch bei den Nebencharakteren zu schaffen. So sind gerade Charlies beste Freundin Parker und Kats Manager Collin diese Herzensmenschen, die einfach immer da sind, wenn man sie braucht und doch die Grenzen kennen.
Das Motiv zieht sich auch durch den gesamten Film. Immer ein wenig Klischeehandlung gepaart mit den tollen Charakteren, die den ganzen Film einfach sehr herzlich machen. Vielleicht hätte man das ein oder andere Klischee auslassen können, aber im großen und ganzen ist die Handlung sehr rund. Vor allem auch, weil Charlie Gilbert ein sehr geerdeter Charakter ist und doch genug eigene Persönlichkeit besitzt, um nicht in dem neuen Medienrummel komplett unterzugehen. Weil es eben nicht darum geht Charlie in Kats Welt zu pressen, sondern eben auch sie wieder zurückzuholen.
Unterstützt wird der Film von einem tollen Soundtrack. Mit den beiden absoluten Ohrwurmliedern Marry Me und On my way bietet der Film gleichzeitig Klischee-Pop, doch auch hier mit einer herzlichen und persönlichen Note, dass sie sich perfekt in den übrigen Film einschmiegt. Auch schauspielerisch hat Marry Me einiges zu bieten. Während Jennifer Lopez und Owen Wilson gleichzeitig absolut unterschiedlich wirken und doch eine wunderbare Chemie aufbauen, braucht sich der übrige Cast keinesfalls zu verstecken. Während Maluma in seiner Rolle eher blass bleibt, sind es auch hier Sarah Silverman, Chloe Coleman und John Bradley-West, die ihren Rollen das gewisse Etwas geben und mit ihrer Herzlichkeit überzeugen.

Das Fazit

Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick schafft es gleichzeitig die meisten Klischees des Genres zu bedienen und doch mit einer Herzlichkeit herauszustechen, dass er ein positives Beispiel des Genres ist. Musik, Charaktere, Handkung und Schauspiel passen hier einfach perfekt zusammen. Dafür gibtes 08 von 10 möglichen Punkten.

Marry Me läuft seit dem 10.02.2022 in den deutschen Kinos

Sing 2 – Die Show Deines Lebens

Ein Vorwort

Neben ihrem Dauerbrenner rund um die Minions versuchte Illuminations den Niedlichkeits- und Witzfaktor auch in anderen Filmen mit vielen Tieren einzubringen. Während Pets und das dazugehörige Sequel eher im Trailer als im Ganzen funktioniert hatte, war der erste Teil von Sing ein ganz netter Musikfilm rund um ein heruntergekommenes Theater, das es zu retten galt. Da das Einspielergebnis zufriedenstellend war, war es nur eine Frage der Zeit, bis es auch dazu ein Sequel gab. Das wir nun 6 Jahre warten mussten, dürfte wohl auch mit an der Pandemie liegen. Wie Sing – die Show Deines Lebens funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Show „Alice im Wunderland“ im Moon-Theater ist fast jeden Abend ausgebucht. Nun erhofft sich Buster Moon von der Casterin Suki ausgesucht zu werden, um in Redshore City im Crystal Tower Theater aufzutreten. Doch diese erteilt dem Ensemble eine Absage. Als sich die Truppe dennoch in das Casting schleicht, sind es die abgedrehten Ideen von Gunther, die Musikmogul Jimmy Crystal überzeugen. Doch dafür muss Buster Moon die Rocklegende Clay Calloway auftreiben, der seit dem Tod seiner Frau komplett zurückgezogen lebt. Für das und für die komplett neue Show „Nicht von dieser Welt“ haben sie nur drei Wochen Zeit. Und einen Jimmy Crystal enttäuscht man besser nicht.

Meine Meinung

Nach dem ersten Trailer war ich eher abgeschreckt von dem Film. So richtig konnte ich mir unter der Handlung nichts vorstellen, außer, dass die Show in allen Bereichen größer und aufregender werden sollte, als die im ersten Teil. Zumal mir die große „Überraschung“ für das Finale bereits im Trailer weggenommen wurde. Doch dann häuften sich die sehr positiven Meinungen anderer Blogger*innen. 8-9 von 10 möglichen Punkten war keine Seltenheit. So beschloss ich dem Film doch eine Chance zu geben.
Sing 2 beginnt mehr oder weniger dort, wo der erste endete. Im Moon-Theater wird mit den üblichen Verdächtigen aus dem ersten Teil eine Show aufgeführt. Doch die Träume sind nach dem Erfolg der Show größer geworden. Es soll nach Redshore City gehen, einer Las Vegas nachempfundenen Stadt. Mit viel Witz und mehr Glück als Verstand bekommt die Gruppe eine Möglichkeit eine sehr große Show auf die Beine zu stellen. Ab dort wird die Handlung etwas wirr und unzusammenhängend, da immer wieder neue Probleme auftauchen. Da diese aber nicht zu dem großen Endproblem passen, werden sie praktisch wie nebenbei aufgeklärt.
Letztlich ist es vor allem eine Kritik an großen Musikmorgulen, die glauben mit ihrer Macht alles durchsetzen zu können. Während vorher noch gute Nebenhandlungen irgendwo zu erkennen waren, läuft es im großen Finale nur noch darauf hinaus. Das ist etwas schade, da mehr möglich gewesen wäre, aber dennoch bekommt der Film ein rundes und befriedigendes Ende. 
Am enttäuschendsten sind wohl die eher raren Musikeinlagen. Außer des Anfangs, dem obligatorischen Casting und nem großen Finale wird kaum gesungen, auch nur selten in Proben. Vielleicht habe ich es auch falsch in Erinnerung, aber ich würde sagen, im ersten Teil gab es da mehr.
Ansonsten ist auch der zweite Teil von Sing ein farbenfrohes und an vielen Stellen sehr witziges Abenteuer, springt aber letztlich nicht über seinen Schatten und bietet zu viel Vorhersehbares. So ist es schön ihn gesehen zu haben, aber der Lobeshymne kann ich mich nicht ganz anschließen.

Das Fazit

Eine würdige Fortsetzung, die viel Witz einbringt. Leider eine zu vorhersehbare und teilweise sehr durcheinander erzählte Handlung mit zu wenig Musikeinlagen, um über die magische Grenze von Gut zu springen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Sing 2 – Die Show Deines Lebens läuft seit dem 20.01.2022 in den deutschen Kinos

Wunderschön

Ein Vorwort

Ein weiterer Film, der schon oft weiterverschoben wurde, zuletzt im Dezember 2021 endlich anlaufen sollte, hat es jetzt endlich auf die Kinoleinwand geschafft. Zumal ich mich nach SMS für dich sehr auf einen neuen Film von und mit Karoline Herfurth gefreut habe. Ob meine hohen Erwartungen auch nicht enttäuscht wurden, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Sonja (Karoline Herfurth) ist nach der Geburt ihres zweiten Kindes unzufrieden mit ihrem Leben und ihrem Körper. Ihr Mann Milan (Friedrich Mücke) versucht sie zu unterstützen, hat aber selbst gerade eine Beförderung angenommen und ist damit im Stress. Ihre beste Freundin Vicky (Nora Tschirner) hingegen glaubt nicht die große Liebe und Beziehungen, doch der neue Sportlehrer hat es ihr angetan. Julie (Emilia Schüle) will unbedingt an den Laufsteg, doch ihre Agentin ist der Ansicht, dass sie dafür zu dick und zu konventionell sei. Frauke (Martina Gedeck) hat sich auf die Rente ihres Mannes gefreut. Doch eigentlich ist sie nur gefrustet, weil er sie und ihre Wünsche zu ignorieren scheint. Ein Tangokurs soll Abhilfe schaffen. Dann ist da noch Leyla (Dilara Aylin Ziem), die durch ihr Gewicht in der Schule gemobbt wird. Ausgleich findet sie im Baseball.

Meine Meinung

Auch wenn SMS für dich nicht ganz ohne Klischees auskam und den ein oder anderen schrägen Charakter mit dabei hatte, ist er ein absoluter Herzensfilm von mir geworden. Daher war ich sehr gespannt auf Karoline Herfurths neuen Film.
Mit gleich fünf Protagonistinnen schien er sich ziemlich viel vorgenommen zu haben. Doch der Film wirkt an keiner Stelle überladen. Mit kleineren Überschneidungen bei den Charakteren (Familie, Schule, Freunde), wird sinnvoll von einer zur nächsten geschwenkt, jede bekommt ausreichend Zeit, um die Geschichte zu erzählen und das in allen Facetten. So wirkt der Film zwar immer noch sehr episodenartig, aber das ist in diesem Fall gar nicht schlimm, zumal es keinen harten Cut zwischen den Geschichten gibt, sondern sie nebeneinander herfließen.
Wunderschön ist wohl der ehrlichste und aus dem Leben gegriffendste Film der letzten Zeit. Hier wird der weibliche Körper nach zwei Schwangerschaften nicht beschönigt, vermeintliche Tabuthemen werden angesprochen und alles, womit Frauen zurecht kommen sollen. Die typischen Geschlechterrollen werden hinterfragt und dies stets sehr sachte und mit Denkansätzen, nie aber mit dem Vorschlaghammer, was sehr erfrischend ist. Durch die ehrliche Grundebene lassen sich Argumente viel besser einbauen.
Aber auch abgesehen davon werden die Extreme der Magersucht durch den Traum vom Laufsteg und das Mobbing durch ein Gewicht über der gesellschaftlichen Norm sehr lebensnah angesprochen. Dabei geht es nicht darum die Modebranche an sich zu verteufeln, aber der Film zeigt deutlich die Schwierigkeiten die auftreten können und das Missverständnis, was nach außen getragen wird.
Das Ganze wird wieder mit einer solchen Herzlichkeit verkörpert, dass man sich mittendrin statt nur dabei fühlt. Jede*r kann sich wohl in irgendeine Rolle einfühlen oder fühlt zumindest die eigenen Probleme etwas besser verstanden. Auch die Auflösung des Ganzen kommt nicht mit dem großen Paukenschlag und dann sind alle Probleme weggeräumt, sondern die Charaktere wachsen an ihren Problemen und beseitigen sie aus eigenem Antrieb.
Schauspielerisch hat Herfurth hier wieder gut aufgetragen. Neben Nora Tschirner und Friedrich Mücke, mit denen sie schon in SMS für dich zusammengearbeitet hat, konnte sie diesmal Emilia Schüle und Martina Gedeck mit engagieren. Jede*r trägt seine*ihre Rolle mit Bravour und zeigt einmal mehr, was der deutsche Film abseits des Einheitsklamauks kann. Nämlich wunderschönes, trauriges, und doch starkes Drama.

Das Fazit

Wunderschön überzeugt in allen Bereichen durch Ehrlichkeit und dem unaufgeregtem Drama direkt aus dem Leben gegriffen. Er ist gleichzeitig schön, traurig und setzt starke Pointen. Bitte mehr von Filmen wie diesen. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Wunderschön läuft seit dem 03.02.2022 in den deutschen Kinos

Murdoch Mysteries – Staffel 2

Im letzten Jahr stellte ich euch die erste Staffel von Murdoch Mysteries vor. Die spannende Krimiserie aus Kanada, die im Toronto der 1890er Jahre spielt, hatte es mir gleich angetan. Als ich die Anfrage für die zweite Staffel bekam, schlug ich direkt zu. Wie diese mir gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Detective William Murdoch (Yannik Bisson) arbeitet im 4. Polizeirevier von Toronto in den 1890er Jahren. Mit seinem unstillbaren Drang nach neuen Erkenntnissen ist er der Wissenschaft zeitweise voraus, was sein Vorgesetzter Inspector Thomas Brackenreid (Thomas Craig) eher kritisch beäugt. Unterstützt wird er von Pathologin Dr. Julia Ogden (Hélène Joy).

Meine Meinung

Der Einstieg in die zweite Staffel war schnell geschafft. Sie setzt relativ nahtlos an die erste an. Dadurch, dass es weiterhin eher um den Mordfall der Woche geht, braucht man auch nur wenig Vorwissen aus Staffel 1. Die Charaktere werden nicht nochmal vorgestellt, aber bekommen dafür nochmal neue Tiefe.
Leitführend sind diesmal neben den einzelnen Mordfällen Brackenreids Alkoholproblem, aber vor allem die bereits in Staffel 1 angedeutete Liebesgeschichte zwischen Murdoch und Dr. Ogden. Oder auch nicht. Oder doch wieder. Da konnte sich die Handlung nicht so ganz entscheiden, was wohl auch der nervigste Aspekt der Staffel war. Neue Charaktere kommen dazu, ob nur für eine Folge oder für mehrere. Dennoch gibt es für die 13 Folgen der Staffel eine Menge Liebesdrama nebenher, was nur teilweise zum Ton der Serie passen will.
Darüber hinaus bietet aber auch die zweite Staffel wieder spannende Fälle mit neuen Erfindungen (z.B. der Röntgen-Apparat) und alten und neuen Wegbegleiter*innen. Diesmal begegnet unser Ermittler*innenteam unter anderem Houdini. Aber auch „Übernatürliches“ ist diesmal mit dabei, so begegnen sie einem Werwolf, einem Riesen und ein Fall dreht sich sogar rund um Dinosaurierknochen.
Wie schon in Staffel 1 macht auch hier wieder der Reiz die Mischung aus den typischen Crimelementen gepaart mit dem historischen Aspekt aus. Anstatt wie in anderen Crimeserien alle Beweise durch ein Massenspektrometer zu schicken und so auch noch den winzigsten Hinweis zu entdecken, sind es hier gerade die kreativen Methoden Murdochs, die seiner Zeit zwar stets voraus zu sein scheinen und doch für unsere Verhältnisse sehr primitiv wirken. So kommt Abwechslung in jede Folge, auch wenn die Mordfälle trotzdem immer ähnlich aufgebaut sind.
Im großen und ganzen konnte mich auch die zweite Staffel wieder mitreißen, so dass ich sie in einem hintereinander weggeguckt habe. Lediglich das etwas zu große Liebesdrama zwischendrin war etwas nervig, aber auch das war gut auszuhalten.

Das Fazit

Murdoch Mysteries – Staffel 2 schafft wieder einen einzigartig guten Mix aus Krimi und Historie mit spannenden Fällen und schafft es die Charaktere weiter zu entwickeln. Für alle Krimi Fans, die mal einen anderen Ansatz suchen.

Murdoch Mysteries Staffel 2 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Extraordinary You

Ein Vorwort

Neulich war wieder meine beste Freundin zu Besuch. Freudestrahlend erzählte sie mir von der Serie, die sie vor kurzem durchgebinged hatte. Ich nickte und bestätigte, dass sie echt cool klang und ich sie mir eventuell mal ansehen würde. Doch so leicht kam ich nicht davon. Ich wurde regelrecht vor den Fernseher gezehrt und mein müder Protest, dass ich nicht unbedingt scharf darauf war eine Serie auf koreanisch zu gucken (immerhin gab es deutsche Untertitel) wurde lautstark übertönt. Nach der ersten Folge dachte ich, okay, muss ich nicht unbedingt weitergucken, doch nach der zweiten war es um mich geschehen. Warum das so war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Dan-o (Kim Hye-yoon) stellt fest, dass ihr Leben Teil eines Comics ist. Doch statt wie vermutet ist sie nicht die Protagonistin, sondern nur die Nebendarstellerin. Sie ist verlobt mit Geyong/Kyung (Lee Jae-wook), der sie aber nicht leiden kann, und hat ein schwaches Herz. Hoffnung schöpft sie als die Nummer 13 in ihrer Klasse kennenlernt, der vom Autor nicht mal einen Namen bekam, daher nennt sie ihn Haru (Rowoon). Zusammen versuchen sie ihr Schicksal und den Willen des Autors zu brechen.

Meine Meinung

Während die erste Folge eine typische Einstiegsfolge war, gab es ab Folge zwei kein halten mehr für mich. Es wurde von Folge zu Folge immer spannender, es wurden neue Ebenen aufgemacht und man verflochte sich immer mehr mit dem Schicksal der Charaktere.
Aber von Anfang an. In der ersten Folge lernen wir Dan-o kennen, die auf eine gehobene Akademie geht. Sie merkt, dass sie sich in einigen Situationen wie ferngesteuert verhält und in anderen nicht. Außerdem scheint sie von Szene zu Szene zu springen und hört dabei immer wieder ein seltsames Geräusch. Während der ersten Folge findet man mit ihr heraus, dass die ganze Welt nur ein Comic ist und lernt den Unterschied zwischen der Phase, also dem Teil der im Comic passiert, und dem Schatten, also der Zeit, wenn die Charaktere frei agieren können. Außerdem findet man heraus, dass Dan-o gar nicht die Protagonistin ist, sondern nur dazu dient, um die eigentlichen Protagonist*innen Nam-joo und Joo-da zusammen zu bringen. Dan-o muss lernen, mit dem Wissen umzugehen. Da sie mit einem schwachen Herzen ausgestattet ist und befürchtet, dass der Autor sie irgendwann sterben lässt, will sie ihr Schicksal ändern. Als sie auf die Nebenfigur ohne Namen trifft, die im Klassenbuch nur als Nummer 13 aufgeführt ist, schöpft sie Hoffnung.
Extraordinary You ist eine Geschichte zwischen Romantik, Drama und mit dem besonderen Touch der Geschichte in einer Geschichte. Da nach und nach mehr Charaktere ihr Bewusstsein im Schatten entwickeln, gibt es immer wieder neue Ansätze in der Geschichte und es wird nie langweilig.
Die Serie ist mit 16 Folgen mit einer durchschnittlichen Länge von einer Stunde abgeschlossen. Dabei wandelt sie sich währendessen immer wieder und bleibt doch der Haupthandlung treu, auch wenn die gegen Ende ein wenig in den Hintergrund tritt. Mir hat besonders der Weltenbau rund um die Comicwelt gefallen und wie alles irgendwie vorherbestimmt ist, auch wenn die Charaktere das nicht wollen und wie sie dennoch versuchen etwas zu ändern.
Dabei ist die Serie in allem sehr herzlich und lädt ordentlich zum mitfiebern ein. Während ich normalerweise romantische Szenen sehr gelassen entgegen sehe, konnte ihr mir hier mehr als einmal ein aufgeregtes Quietschen nicht verkneifen. Ich hab mich da selbst nicht mehr wiedererkannt, aber es war einfach so zuckrig süß und toll und hach. Dabei aber auch nie übertrieben, sondern gerade so dezent, dass auch nicht Romantikfans diese Szenen gut sehen können.
Die Variante die Serie auf koreanisch mit deutschem Untertitel zu sehen hat gut funktioniert, da die Betonungen gut rüberkamen. Dies war mein erstes K-Drama, aber es ist bestimmt nicht mein letztes!

Das Fazit

Extraordinary You hat nicht nur eine tolle Grundidee mit der Handlung innerhalb eines Comics, sondern auch vielschichtige Charaktere, eine spannende und wandelbare Handlung und vorallem ein rundes Ende. Große Liebe für diese Serie!