Jurassic World 3 – Ein neues Zeitalter

Ein Vorwort

Vor fast 30 Jahren öffneten die Pforten des Jurassic Park zum ersten Mal. Steven Spielberg zeigte uns eine wunderbare Welt voller Dinos und ließ und zugleich Träumen und Erschrecken. Nach zwei mehr oder weniger erfolgreichen Sequels war lange Zeit Ruhe. Bis im Zeitalter der Reboots mit Jurassic World 2015 eine neue Reihe begonnen wurde. Gleiches Konzept nur alles etwas größer. Auch hier ließ die Fortsetzung Das gefallene Königreich (2018) nicht lange auf sich warten. Nun sollte das große Finale der zweiten Trilogie folgen. Ob Ein neues Zeitalter ein würdiger Abschluss ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Kurz zusammenfassen werde ich auch die Filme der Jurassic World Reihe. Die Filme der Jurassic Park Reihe (vorallem der erste Teil) sind eine gute Ergänzung dazu und hilfreich vorher gesehen zu haben.

In Jurassic World erlebten wir den neu gebauten Freizeitpark Jurassic World. Alles ein bisschen neuer und ein bisschen moderner als der frühere Jurassic Park. Wie schon früher gab es einige freilaufende Dinos und die fleischfressenden waren natürlich gut weggesperrt. Als von Leiterin Claire die Neffen Gray und Zach den Park besuchen, hat sie leider nicht so viel Zeit, wie sie gerne hätte. Denn soeben haben sie einen ganz neuen Dino gezüchtet, den Indominus Rex. Gepaart mit einigen verschiedenen Lebensformen und einer hohen Portion an Intelligenz, hält der Indominus Rex leider so gar nichts von Käfigen. Nun muss Claire nicht nur ihre Neffen retten, sondern auch den Park evakuieren. Ihr zur Seite steht Owen.
Drei Jahre nach Schließung von Jurassic World droht der Vulkan auf der Isla Nubla auszubrechen und alle noch dort lebenden Dinos unter einer Lavaschicht zu begraben. Während der Kongress noch über das Für und Wider diskutiert, bekommt Claire ein Angebot von Eli Mills. Dieser verwaltet Sir Benjamin Lockwoods Vermächtnis und bietet Claire eine neue Zufluchtsstelle für die Dinos. Doch einmal auf der Insel angekommen, arbeiten Mills Einsatztruppen gegen Claire und Owen. Die Dinos werden auf Lockwood Manor gebracht, wo (wieder einmal) ein Überdino gezüchtet wird. Claire und Owen müssen erkennen, dass die Dinos für eine private Auktion vorbereitet werden. Zeitgleich lernen sie Masie kennen, um deren Existenz ebenfalls ein großes Geheimnis gemacht wird. Es stellt sich heraus, dass Masie ebenfalls wie die Dinos aus einem Stück DNA geschaffen wurde. Am Ende drohen alle Dinos durch Cyanwasserstoff zu ersticken und Claire entscheidet sich schweren Herzens dafür. Doch Masie bringt es nicht übers Herz und lässt die Dinos frei. Fortan leben diese in freier Wildbahn.

Die Handlung

Seit vier Jahre leben die Dinosaurier nun in freier Wildbahn. Das Unternehmen Biosyn hat die Aufgabe bekommen sie in ein geschütztes Reservat zu bringen. Dr. Ellie Sattler (Laura Dern) untersucht derweil eine besonders schlimme Heuschrecken-Plage. Owen (Chris Pratt) und Claire (Bryce Dallas Howard)  verstecken Maisie (Isabella Sermon) auf einer einsamen Farm. Diese rebelliert jedoch gegen das „Gefängnis“. Bei einem Streifzug wird sie jedoch entführt. Sowohl Owens und Claires, als auch Ellies Weg führen sie ins Dinoreservat von Biosyn.

Meine Meinung

Cameos von früheren Darsteller*innen einer Reihe, sind ja in Sequels nichts ungewöhnliches. Jurassic World geht einen Schritt weiter und lässt Laura Dern, Sam Neill und Jeff Goldblum nicht einfach nur Cameos haben, sondern einen Großteil der Handlung einnehmen. So sind die drei das erste Mal seit 1993 wieder vor der Kamera vereint.
Das ist in sofern sehr wichtig für den Film, weil weder Chris Pratt, noch Bryce Dallas Howard es auch nur ansatzweise schaffen den Film zu tragen. Das liegt nicht nur an ihren schwachen Schauspielkünsten, sondern auch an ihren sehr platt geschriebenen Charakteren. Da sind die Szenen mit dem anderen Trio eine gute Auflockerung des Films.
Aber von vorne. Zunächst wird die Ausgangssituation rund um das Zusammenleben mit den Dinos im Schnelldurchlauf dargestellt. Sobald Biosyn vorgestellt wird, dürfte für die meisten klar sein, in welche Richtung sich der Film entwickeln wird. Noch kurz die Erklärung, was die Protagonist*innen der bisherigen beiden Trilogien gemacht haben und schon geht das Abenteuer los.
Das Abenteuer ist dann auch mehr oder weniger das, was den Film zusammenhält. Denn die Geschichte und die Charakterentwicklungen – sofern es welche gibt – sind sehr vorhersehbar und bieten wenig Überraschungen. Blöderweise fiebert man auch nur mit der Hälfte des Teams mit, da die anderen durch die flachen Charaktere und mangelnde Schauspielkünste eher nerven. Wäre der Film nur auf ihre Geschichte ausgerichtet gewesen, wäre ich wohl wesentlich frustrierter. Aber die alte Alliant aus Dern, Neill und Goldlbum bringt frischen Wind rein und lockert ihre Szenen merklich auf. Ihre Geschichte reicht nur halt nicht aus, um den ganzen Film zu tragen.
Kommen wir zu den sehr vernachlässigten Hauptstars des Films: Den Dinosauriern. Als großer Dinofan habe ich mich auf jede Szene gefreut, um bekannte Arten zu entdecken und mich über mein inneres Dinolexikon zu freuen. Während dies in einigen Szenen gut funktioniert hat, bleibt aber auch die Enttäuschung, dass es einige Szenen gibt, in denen die Dinos absolut austauschbar gegen jede Art Monster waren. Gerade im Reservat gibt es Szenen, die jedem beliebigen Horrorfilm entsprungen sein könnten. Hier wurde die Atmosphäre gut umgesetzt und jedes Geräusch, und sei es nur ein Rascheln, wirkt absolut bedrohlich. Doch dafür muss es eben kein Jurassic Teil sein.
So hangelt sich der Film von Szene zu Szene, manche funktionieren besser und zwischendurch kommt auch so etwas wie Spannung auf, aber im großen und ganzen fühlt es sich nicht wie das große Finale an, das man bei der Reihe erwartet hat. Zu vorhersehbar die Handlung, zu stoisch die Charaktere. Und das bisschen Nostalgie durch die Wiedervereinigung von Dern, Neill und Goldblum reicht einfach nicht, um den Film zu retten.
Dennoch hatte ich nicht per se eine schlechte Zeit im Kino. Aber so richtig funktioniert es wohl nur noch für ganz große Dinofans, die man mit toll animierten Dinos glücklich macht.

Das Fazit

Jurassic World – Ein neues Zeitalter schafft es trotz Dinos, Nostalgie und zwischendurch auch Atmosphäre nicht über die offensichtlichen Schwächen in Handlung und teilweise auch Cast hinwegzutäuschen. Optisch hübsch anzusehen, doch nicht das Finale, das man erwarten durfte. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Jurassic World 3 – Ein neues Zeitalter läuft seit dem 09.06.2022 in den deutschen Kinos

Eine Handvoll (oder mehr) Bücher – Pride Month Special

Es ist Juni und damit Pride Month. Bedeutet, dass jedes Jahr im Juni die LGBTQIAP+ Gemeinde zu verschiedenen Veranstaltungen, inkl. dem Christopher Street Day, aufruft und so für ihren Kampf auf Gleichberechtigung aufmerksam macht. Beginnend waren die Stonewall Unruhen von 1969, die als Beginn des Kampfes für Rechte und Gleichberechtigung angesehen wird. Wir haben seitdem einen wunderbaren Wandel in vielen Ländern erlebt, aber noch immer sind wir weit von realer Gleichberechtigung entfernt. In diesem Beitrag soll es um ein paar Lesetipps gehen, die sich mit LGBTQIAP+ befassen. Es handelt sich lediglich um eine kleine Auswahl, gerne könnt ihr mit eure liebsten Bücher zu diesem Thema nennen.

Love with Pride

Die Handlung: Stella hat keine guten Erfahrungen an ihrer Highschool gemacht. Nun soll es am College ganz anders laufen. In Haydensburgh will sie einen Neustart wagen und mutig sein. Trotz ihrer sozialen Ängste bewirbt sie sich bei den Zeta Kappa Sigmas. Dort trifft sie auf Ellie, die ihr ruhiges Leben ganz schön auf den Kopf stellt.

Warum das Buch so wichtig ist: Lesbische Repräsentation ist noch immer schwierig zu finden. Hier ein New Adult Buch zu haben, das dies von vornherein preis gibt, dass es sich damit befasst und neben den wichtigen Themen zu Outing und Co eine wunderschöne Liebesgeschichte kreiert, ist einfach ein Jackpot. Zumal Lea Kaib hier eine Own Voice Geschichte zeigt. Stella und Ellie sind in ihrem Wesen auch sehr unterschiedlich, so dass es verschiedenes Identifikationspotential gibt und auch der Umgang mit der eigenen Sexualität auf verschiedene Art gezeigt wird. Bitte mehr davon.

Die Götter müssen sterben

Die Handlung: Im Schatten des Trojanischen Krieges prophezeit die Göttin Artemis den Fall Trojas und dem Tod der Götter. Dafür reist sie zu den Amazonen und segnet dort aber ausgerechnet Areto, die keine Kriegerin ist. Dennoch machen sich die Amazonen auf die lange Reise, um Troja im Krieg zu unterstützen.

Warum das Buch so wichtig ist: Bei diesem Werk von Nora Bendtzko ist nicht die Frage, welche LGTBQIAP+ Repräsentation vorkommt, sondern welche nicht. Und das Schönste ist, das es sich spielerisch in den historischen Hintergrund einarbeiten lässt. Die Geschichte selbst fand ich zwar etwas zäh, was vor allem mit dem Erzählstil zusammenhängt. Wer jedoch auf diesen historisch angehauchten Schreibstil steht, bekommt hier die volle Ladung Repräsentation. Das wirkt jedoch keinesweg überladen oder erzwungen, sondern immer passend eingearbeitet. Durch den grundsätzlichen Kampf Amazonen gegen Helden, werden auch hier Vorurteile, Outing und Co miteingearbeitet. So zeigt Bendtzko, dass sich historische Stoffe und LGBTQIAP+ wunderbar ergänzen, statt auszuschließen. Nebenbei geht es auch um Rassismus, Sexismus und Menthal Health, also auch darüber hinaus von den Themen durchaus empfehlenswert.

Der Orden des geheimen Baumes

Die Handlung: Ein gespaltener Kontinent. Während im Osten Drachen verehrt werden und die junge Anwärterin Tané darauf hofft eine Drachenreiterin zu werden, lebt der Westen in ständiger Angst, dass die großen Erhabenen wieder erwachen und die Welt in Dunkelheit stürzen. Dies soll Königin Sabran verhindern, in dem sie ein Kind gebährt und damit die Blutlinie fortführt. An ihrer Seite die geheimnisvolle Ead, die ganz eigene Ziele verfolgt.

Warum das Buch so wichtig ist: Hier muss ich tatsächlich beide Bände in einem nennen. Zum einen ist das Original auch nur ein Band und wurde im deutschen aufgespalten, zum anderen kommt der LGBTQIAP+ Aspekt erst am Ende des ersten Bandes durch und nimmt dann im zweiten eine größere Rolle ein. Hier möchte ich aus Spoilergründen nicht sagen, welcher Buchstabe hier repräsentiert wird. Aber für ein High Fantasy Epos ist es passend eingearbeitet, nimmt genügend Raum ein, um ein wichtiger Teil der Geschichte zu sein und sich mit Vorurteilen und Konsequenzen auseinander zu setzen, ohne das komplette Augenmerk auf diesen Teil der Geschichte zu setzen. Also praktisch eine perfekte Mischung ohne ganz allgemein einen großen Wert auf die Liebesgeschichte zu legen.

Palast aus Gold und Tränen

Die Handlung: Die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose reisen unter ihren Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ins Zarenreich auf der Suche nach der Baba Yaga, die ihnen bei der Jagd nach der Hexe aus Band eins und dem Fluch, der auf Muireann lastet, helfen soll. Doch ihre Liebe könnte ihnen im Zarenreich den Kopf kosten.

Warum das Buch so wichtig ist: Kein Pride Month Special ohne Christian Handel. Diesmal mit dem zweiten Band der Hexenwald-Chroniken. Die Geschichte von Schneeweißchen und Rosenrot als lesbische Dämonenjägerinnen aufzuziehen, finde ich noch immer genial. Diese Geschichte in einem zweiten Band so weiterzuspinnen, dass es ins Zarenreich geht, wo ihre Liebe verboten ist, finde ich umso besser. So geht die Thematik noch einmal in die Tiefe. Dennoch haben wir hier eine wunderbar ausgearbeitete Geschichte mit viel magischem, vielen Märchenreferenzen und einem hohen Spannungsgrad. So zeigt Handel auch hier wieder, dass sich Fantasy und LGBTQIAP+ Charaktere wunderbar ergänzen und präsentiert uns zeitgleich zwei starke Frauenfiguren, wie ich sie gern öfter lesen möchte.

The gender of Mona Lisa

Die Handlung: In einer Welt, in der Babys geschlechtlos geboren werden und meist im Alter von 12 sich selbst für ein Geschlecht entscheiden, ist Hinase mit 17 Jahren noch immer geschlechtslos. Als gleich zwei Freund*innen ihre Gefühle vortragen, ist Hinase noch verwirrter.

Warum das Buch so wichtig ist: Ich freue mich diesmal eine Manga-Reihe mit dabei zu haben, sie sich mit Non-Binarität beschäftigt. Die Frage, welches Geschlecht für einen das richtige ist bzw. wie man so eine Entscheidung fällt oder ob man überhaupt ein Geschlecht braucht, zieht sich durch die Bände. Dabei geht es hier auch um den Abbau von typischen Klischees und überholten Geschlechterrollen. Das Ganze gespickt mit absolut liebenswerten Charakteren und auf so liebevolle Weise gestaltet, dass ich die Geschichte nur so am inhalieren bin.

Zusatz: Cyberempathie

Die Handlung: Leon ist ein Erinnerungskonstrukteur in der Oberstadt von Skyscrape, wo alle durch das Cybernet gefühlsmäßig miteinander verbunden sind. Doch nach einem Vorfall wird er in die Unterstadt verbannt, wo raue Sitten herrschen. Nur mit Hilfe von Rade, einem Ex-Soldaten, überlebt er und findet sich in die neue Umgebung ein. Doch die Trennung vom Cybernet macht ihm schwer zu schaffen. Leon muss neu lernen Emotionen zu erkennen.

Warum das Buch so wichtig ist: Warum Zusatz? Weil hier der LGBTQIAP+ Anteil vergleichsweise gering ist bzw. erst gegen Ende überhaupt durchkommt. Warum es mit drin ist? Weil wir hier ein Sci-Fi Buch haben, das sich viel mit Menschlichkeit, Gefühlen und was einen Mensch ausmacht auseinander setzt und gegen Ende dies auch noch mit einem queeren Anteil – aus Spoilergründen will ich nicht sagen welchen – auseinander setzt.

Zusatz: My genderless Boyfriend

Die Handlung: Meguru ist ein Influencer mit einem genderlosen Stil, bekannt für seine Mode und Make-up Tipps. Doch seine Freundin Wako hält er lieber aus der Öffentlichkeit heraus oder versucht es zumindest. Denn was würde seine Fans sagen, würden sie von der Beziehung wüssten? 

Warum das Buch so wichtig ist: Warum Zusatz? Weil es nicht direkt einen queeren Anteil hat, da die beiden Protagonist*innen hetero und cis sind. Aber durch den Abbau von Geschlechterklischees und dem spielen damit und dadurch gewissen falschen Schlüssen anderer, die den beiden dann eine homosexuelle Beziehung unterstellen, befasst sich die Manga-Reihe auch mit tollen Themen und sorgt somit indirekt auch für den Abbau von Vorurteilen.

Was sind eure Bücher zum Thema Pride? Gerne her mit dem Empfehlungen!

Stasikomödie

Ein Vorwort

Dass die DDR gerade durch die Stasi nicht unbedingt ein schöner Ort zum leben war, haben schon einige Filme gezeigt. Das Ganze jetzt noch einmal als Komödie zu verpacken, war noch einmal ein Ansatz, der mich interessierte. Wie das in Leander Haußmanns verpackt wurde, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Ludger Fuchs (Jörg Schüttauf/David Kross) lässt sich von seiner Familie überreden Einsicht in seine Stasiakte zu nehmen. Dabei erinnert er sich an die 1980er Jahre, wo er von der Stasi in die Künstlerszene des Prenzlauer Bergs eingeschleust wurde und dort zu einem gefragten Dichter aufsteigt.

Meine Meinung

Mit Sonnenalle und NVA – beide von mir ungesehen – hat Leander Haußmann sich bereits zweimal mit der DDR-Geschichte befasst. Stasikomödie soll nun der Abschluss der Trilogie sein. Ich habe keine Ahnung, wie in den anderen Filmen an das Thema herangegangen wurde, aber hier wurde ein bunter Misch aus Ostalgie, dem bunten Treiben der Kunstszene am Prenzlauer Berg, feiner Dialogkomik und groß aufgefahrenen und überladenen Szenen, die die eigentliche Komödie ausmachen sollen. Zusammen gibt das eine ganz eigenwillige Mischung, die durchaus einen Blick wert ist, wer noch einmal einen völlig anderen Film erleben will.
Dennoch hat der Film deutliche Schwächen. Wer das Wort Komödie im Titel einbaut, schührt damit gewisse Erwartungen. Über Humor lässt sich zwar streiten, aber wirklich witzig war der Film nun nicht. Der komödiantische Anteil wird hier entweder zu subtil untergebracht oder eben in viel zu übertriebenen Szenen. Wobei mich gerade die abgeholt haben, auch wenn sie immer sehr fehl am Platz wirkten. Gerade die Abschlussszene wirkte wie aus einem ganz anderen Film.
Auch ist nicht direkt zu erkennen, welche Aussage der Film nun zur Stasi treffen will. Zwar wird sich an vielen Stellen über sie lustig gemacht, eine komplette Abrechnung mit den Methoden ist dann aber auch nicht. So schafft es der Film durch seine einnehmende Atmosphäre einen irgendwie in seinen Bann zu ziehen, lässt einen hinterher aber ziemlich ratlos zurück, was genau der Film nun aussagen wollte.
Schauspielerisch und durch eine Vielzahl an verschiedenen Charakteren ist der Film mit seiner Lauflänge von 115 Minuten nicht langweilig oder langatmig und lässt sich gut weggucken. Vor allem Henry Hübchen als Ludgers Vorgesetzter bringt eine ordentliche Portion Charme mit. Letztlich ist der Film wohl vor allem an die ehemaligen Bewohner der DDR gerichtet, die hier ein wenig in Ostalgie schwelgen können. Denen Schauplätze bekannt vorkommen und die sich einfach nochmal für eine Weile in die Vergangenheit versetzen lassen wollen.

Das Fazit

Stasikomödie ist so ein Film, von dem man nichts erwartet und wenig bekommt,  der in seiner Schlichtheit irgendwie funktioniert und gleichzeitig schnell in Vergessenheit geraten dürfte. Der von allem etwas, aber nichts richtig hat. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Stasikomödie läuft seit dem 19.05.2022 in den deutschen Kinos

Dog

Ein Vorwort

Roadtrips werden ja immer wieder in Filmen verbaut, oftmals mit dem Finden einer Freundschaft oder aber zu sich selbst. Diesmal wird die zweite Person allerdings durch einen Hund ersetzt und der Film nimmt sich gleichzeitig dem Film Kriegstraumata an. Wie das in der Kombination funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Jackson Briggs (Channing Tatum) ist nach einer Kopfverletzung aus dem Dienst der Army ausgeschieden, versucht aber die Erlaubnis für einen weiteren Einsatz zu bekommen. Sein Vorgesetzter will ihm die benötigte Empfehlung ausstellen, wenn er die Hündin Lulu zur Beerdigung ihres Herrchens bringt. Doch das ist gar nicht so einfach, denn Lulu ist nach ihrem Einsatz im Kriegsgebiet als gefährlich eingestuft und darf nicht fliegen. Ein etwas anderer Roadtrip beginnt.

Meine Meinung

Channing Tatums erste Regiemitarbeit ist gleichzeitig ein sehr persönlicher Film, basiert er doch teilweise auf Tatums Roadtrip mit seiner eigenen Hündin, die 2018 an Krebs verstarb. So ist der Film auch eine sehr persönliche Angelegenheit, was man leider nur selten spürt.
Grundsätzlich ist der Aufbau des Films sehr klassisch, bietet wenig Überraschungen, konzentriert sich aber auf viele gute Handlungsstränge und springt so gekonnt zwischen Humor und Drama hin und her. Dadurch werden die schwierigen Themen immer wieder abgemildert, ohne sie zu verharmlosen. Denn das Grundthema rund um Kriegstraumata und wie es Soldat*innen nach ihrer Rückkehr geht und womit sie teilweise zu kämpfen haben, wird hier gänzlich ungeschönt gezeigt. Jede*r geht damit unterschiedlich um, was anhand weniger Beispiele gezeigt wird, die Konzentration liegt jedoch auf Jackson und Hündin Lulu. Letztlich sind hier gerade die ruhigen Momente des Films, die prägenden.
Das Problem an Dog ist jedoch, dass die Entwicklung, auf die der Film hinausläuft, sehr spät einsetzt. Wirklich nachdenkliche Momente haben wir erst im letzten Viertel des Films. Vorher ist Tatums Figur vor allem einfach nur unsympathisch und sein Umgang mit der Hündin zweifelhaft. Das die Entwicklung nicht sofort da ist, ist natürlich auch verständlich, aber für die Aussage des Films setzt sie reichlich spät ein. Darunter leidet auch der Spannungsbogen, denn auch wenn einige Einschübe durchaus witzig sind, ist vieles davon etwas gestreckt, um an den wichtigen Szenen zu sparen.
Dass das Ende keine wirkliche Überraschung bietet, ist bei dem Film absolut verzeihbar. Hier geht es vor allem um die Stimmung während des Roadtrips, die wie gesagt erst spät zum positiven kippt. Schauspielerisch zeigt Tatum wieder, dass er nicht unbedingt ein Charakterdarsteller ist. Die feinen Zwischentöne beherrscht er nur mühsam. Hier werden viele Szenen von der Hündin getragen.
Letztlich ist es aber doch ein schöner Film, nicht nur für Hundefreund*innen. Denn die Grundstimmung funktioniert durchaus, und auch die Endaussage trifft es sehr gut. Es sind eher die Feinheiten, die den Film von vollkommen okay zu absolut sehenswert gehoben hätten.

Das Fazit

Dog schafft den Drahtseilakt zwischen Drama und Komödie manchmal nicht ganz ausgewogen, zeigt aber gerade am Ende Stärke und bietet vor allem einen schönen tierischen Roadtrip. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Dog läuft seit dem 19.05.2022 in den deutschen Kinos

Adam Dalgliesh

Ein Vorwort

In letzter Zeit habe ich immer mehr Gefallen an Krimiserien mit historischem Flair gefunden. So konnten mich nicht nur Miss Fishers (neue) mysteriöse Mordfälle begeistern, sondern auch beispielsweise Murdoch Mysteries. Mit Dalgliesh zog es mich diesmal nicht so weit in die Ferne, Großbritannien der 1970er Jahre war das Ziel. Wie mir die Serie gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Adam Dalgliesh (Bertie Carvel) ist Ermittler beim Scotland Yard. Schweigsam und in Trauer ist er nach dem Tod seiner Frau frisch in den Dienst zurückgekehrt. Ihm zugeteilt wird DS Charles Masterson (Jeremy Irvine), der die poetische Ader Dalglieshs kritisch begutachtet. Zusammen sitzen sie an besonders ausgewieften Fällen.

Dalgliesh_Ch5 press images. Photographer: Christopher Barr

Meine Meinung

Die erste Staffel Dalgliesh besteht aus drei Mordfällen verpackt in sechs Episoden, so dass jeder Fall eine Doppelfolge erhält. Dadurch sind es deutlich komplexere Fälle als bei vergleichbaren Serien, da ca. 90 Minuten Zeit sind, um den*die Mörder*in zu überführen. Die Zeit nimmt die Serie sich auch und so handelt es sich bei Dalgliesh wohl um eine der unaufgeregtesten Serien des Krimi-Genres. Das ist aber keinesfalls negativ zu verstehen, denn die Fälle haben es in sich und in keiner der drei Fälle konnte ich vorab sagen, wer letztendlich die Tat ausführte.
Der erste Fall zieht die Ermittler in eine Krankenpflegerinnenschule, bei der ein medizinischer Test tödlich endet. Im zweiten Fall finden wir uns in Dorset in einem Sanatorium wieder, wo Dalgliesh einen alten Freund besuchen wollte, der jedoch kurz zuvor verstarb. Doch die Umstände sind merkwürdig, weswegen er sich der Sache annimmt. Erst der dritte Fall zeigt uns London und damit auch Räumlichkeiten von Scotland Yard. Hier werden zwei Leichen in einer Kirche gefunden. Dalgliesh hegt jedoch seine Zweifel an der Selbstmordtheorie.
Eine Serie, die direkt um einen Ermittler aufgebaut wird, steht und fällt natürlich auch mit diesem. Hier hatte ich tatsächlich höhere Erwartungen an Adam Dalgliesh, denn seine Rolle ist sehr zurückhaltend. Zwar ist er auch hier der Ermittler, der vieles voraus plant und so seinen Kolleg*innen oft einen Schritt voraus ist, aber er hat weder besonders viel Screentime, noch kommt er besonders oft zu Wort. Tatsächlich sind es sogar eher die Verdächtigen, die viel Dialogzeit haben. Seine schweigsame Art ist eine willkommene Abwechslung, ist aber auch gewöhnungsbedürftig. Gleichzeitig war ich verwundert, dass es so wenig Screentime auf dem Revier gibt, da Scotland Yard es in Deutschland sogar in den Titel geschafft hat. Aber auch das ist mal ein anderer Ansatz. Statt der üblichen Polizeiarbeit wird hier der Fokus auf Dialoge und Atmosphäre gelegt. Und genau das schafft die Serie, denn trotz der Doppelfolgen und den damit längeren Folgen und der sehr ruhigen Erzählweise, ziehen sich die Folgen an keiner Stelle und die Fälle sind durchgehend spannend.
So lohnt sich ein Blick auf Dalgliesh auf jeden Fall. Wem Agatha Christies Poirot zu aufgeregt ist, dem wird P.D. James‘ Dalgliesh – auf deren Bücher die Serie basiert – genau gefallen.

Dalgliesh. Picture shows: Adam Dalgliesh (BERTIE CARVEL). Photographer: Christopher Barr

Das Fazit

Adam Dalgliesh ist eine wunderbar ruhig erzählte Krimiserie im Großbritannien der 1970er Jahre. Ruhig, viel über Dialoge und Atmosphäre erzählt, bildet sie einen guten Kontrast zu anderen Krimiserien. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Adam Dalgliesh – Staffel 1 wurde mir von Glücksstern-PR als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung.

Lost City

Ein Vorwort

Es gibt Trailer, die sieht man und weiß, man will den Film sehen oder eben nicht. Dann gibt es die, die einem eigentlich schon den ganzen Film verraten oder wo man schon weiß, dass die besten Szenen im Trailer verbraten wurden. Und dann gibt es den Trailer zu Lost City. Hier waren so ziemlich alle Varianten möglich. Welche davon jetzt zutreffend ist und ob Lost City auch als Film in voller Länger funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die Bestsellerautorin Loretta Sage (Sandra Bullock) kommt seit dem Tod ihres Mannes nicht mehr wirklich aus dem Haus raus. Doch ihre Managerin (Da’Vine Joy Randolph) hat eine Tour zu ihrem neuen Buch arrangiert. Beim ersten Termin wird Loretta jedoch vom exzentrischen Milliardär Abigail Fairfax (Daniel Radcliffe) entführt, da sie im Buch eine sehr exakte Übersetzung einer alten Sprache verwendet hat. Ihr Covermodel Alan (Channing Tatum) will ihr zur Hilfe eilen, scheint aber nicht gerade der geeignetste Kandidat zu sein.

Meine Meinung

Komödien gibt es in Hollywood wie Sand am Meer. Wirklich gute sind indess in der Masse schwer zu finden. Lost City hatte nach dem Trailer die Möglichkeit in beide Richtungen zu gehen. Denn da gab es ein paar Szenen, über die ich jedes Mal wieder lachen konnte und gleichzeitig Szenen, die mir zu viel waren. Also welche, die in die niveaulose Richtung gingen.
Letztlich ist die Tendenz des Films doch eher in die erste Richtung, auch wenn viele gute Szenen bereits im Trailer verarbeitet wurde.
So ist die Handlung an vielen Stellen vorhersehbar und auch die Grundentwicklung dürfte wohl niemand überraschen. Doch dann gibt es immer wieder kleinere Einschübe, die habe ich nicht kommen sehen. So ist beispielsweise Brad Pitts Rolle doch ganz anders, als ich erwartet hatte.
Grob zusammengefasst war wohl die Grundidee einen Abenteuerfilm in Indiana Jones Manier, aber mit einer entführten Autorin und einem Covermodel als Protagonisten. Das Ganze dann verpackt als Komödie. Im großen und ganzen funktioniert das, denn Lost City schafft es durch die Charaktere viel Situationskomik einzubringen, die zumindest mich voll abgeholt hat. Das die Handlung eher einfach gestrickt ist und sich den üblichen Klischees bedient, ist daher erst einmal zu vernachlässigen, da sie eher den Rahmen vorgibt.
In seiner Gesamtheit mit der relativ bekannten Handlung, der vielen Situationskomik und den harmonierenden Charakteren funktioniert Lost City ziemlich gut. Es ist jetzt kein Film, der einen total überrascht und vom Hocker haut, reiht sich aber eher in die guten Komödien ein, da mehr auf aufgebaute Witze gesetzt wird, als stoische One-Liner. Mit Sandra Bullock und Channing Tatum wurden auch die richtigen Schauspielenden gecastet, um die Rollen glaubhaft rüberzubringen. Daniel Radcliffe ist in seiner Rolle irgendwo zwischen Overacting und so drüber, dass es schon wieder witzig und passend ist und sorgt damit für die letzte Rundung, die den Film und ein unterhaltsames Level hebt.

Das Fazit

Lost City mag eine einfache und relativ vorhersebare Handlung haben, doch durch die Charaktere und die Situationskomik funktioniert der Film als Komödie in seiner Gesamtheit. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Lost City läuft seit dem 21.04.2022 in den deutschen Kinos

Top Gun – Maverick

Ein Vorwort

1986 kam mit Top Gun ein ziemlich patriotischer Actionfilm in die Kinos und half Tom Cruise zum Durchbruch. Inzwischen dafür bekannt seine Stunts in den meisten Fällen selbst durchzuführen, ist er aus der Actionfilmszene nicht mehr wegzudenken. Nun fast 40 Jahre später gibt es einen zweiten Teil. Ob sich dieser in die Riege der überflüssigen Fortsetzungen einreiht, oder tatsälich noch einmal etwas zu bieten hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Maverick (Tom Cruise= ist noch immer bei der Navy, fliegt Testflüge und wurde trotz vieler Auszeichnungen nie befördert. Der Fund eines geheimen Nuklearlagers führt dazu, dass er zurück zu Top Gun beordert wird. Dort soll er die Nachwuchselite innerhalb kürzester Zeit für eine beinahe unmögliche Mission ausbilden. Dabei ist auch der Sohn seines früheren Freundes Goose: Rooster (Miles Teller).

Meine Meinung

Ich habe den ersten Top Gun wohl vergleichsweise spät gesehen, aber dennoch konnte der in seiner Einfachheit auch Jahre später noch durch die handgemachte Action überzeugen. Fast 40 Jahre später noch ein Sequel zu bringen, konnte funktionieren, konnte aber auch mächtig schief gehen.
Tatsächlich ist es bei Top Gun Maverick eher das Erstere. Und das liegt vor allem an einer Sache: Die noch immer größtenteils handgemachte Action mit wenig CGI und viel Tom Cruise, der seine Stunts selbst geflogen ist.
Denn wie schon im ersten Teil ist die Handlung gar nicht das entscheidende. Hier ist vieles vorhersehbar, der Ablauf orientiert sich am ersten Teil und ist sehr einfach gestrickt. Gespickt wird das ganze mit einer guten Portion Fanservice. Nicht zu viel, um überladen zu wirken, eher um einen ab und an zum schmunzeln zu bringen. Auch über die Charaktere wird nicht viel erzählt, gerade genug, um sie in ihren Positionen auseinander zu halten. Auch wenn es mit einem altbekannte und einem neuen weiblichen Gesicht versucht wird, die reine Männerriege aufzusprengen, ist der Film noch immer sehr Männerlastig. Dies merkt man auch an vielen Dialogen. Hätte man natürlich zeitgemäß weiter auflockern können, tritt hier aber ebenso wie die gesamte Handlung eher in den Hintergrund.
Die gesamte Konzentration des Films und auch der Grund, warum das Franchise nach all den Jahren immer noch so gut funktioniert, sind einfach die Actionszenen. Hier sieht man in jeder Einstellung die Liebe zum Fliegen. Hervorgehoben wird dies durch die handgemachte Action, die nur wenig CGI braucht. Dadurch, dass Tom Cruise – laut Medienberichten – selbst im Cockpit Platz genommen hat, sieht man den Unterschied auch einfach. Die Atmosphäre durch neue und alte Filmmusik, die Kameraführung und die Actionszenen zeigt einmal mehr, wofür es Kino noch immer gibt. Denn dieser Film funktioniert vollumfänglich nur auf der großen Leinwand.

Das Fazit

Top Gun Maverick ist zwar sehr schlicht in Handlung und Charakteren und bietet wenig Überraschungen, doch durch handgemachte Action bietet er ein Leinwanderlebnis für das sich der Kinogang lohnt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Top Gun Maverick läuft seit dem 26.05.2022 in den deutschen Kinos

Eingeschlossene Gesellschaft

Ein Vorwort

Deutsche Verfilmungen von Kammerspielen, sei es als Neuverfilmung ausländischer Filme oder als Theaterstückadaption, hat in Deutschland an Fahrt gewonnen. Der Vorname, das perfekte Geheimnis, um nur ein paar zu nennen. Nach Frau Müller muss weg, widmet sich Sönke Wortmann diesmal wieder dem Thema Schule. Ob Eingeschlossene Gesellschaft neben Komödie auch Tiefgang kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Freitag Nachmittag sind noch sechs Lehrer*innen im Lehrer*innenzimmer als ein verzweifelter Vater mit einer Schusswaffe eindringt. Seinem Sohn fehlt ein Punkt für die Zulassung zum Abitur. Die Konferenz soll nun vorgezogen werden. Dabei tun sich so einige Abgründe auf.

Meine Meinung

Mit Frau Müller muss weg – von mir bisher ungesehen – widmete sich Regisseur Sönke Wortmann schon einmal dem Thema Schule. Auch dort standen die Lehrer*innen und Eltern in Konflikt miteinander. In Eingeschlossene Gesellschaft eskaliert dieser Konflikt noch einmal gewaltig. Schon im Trailer wurde deutlich, dass sich dafür so ziemlich alle Lehrer*innen Stereotypen herausgesucht wurden, die wohl jeder aus seiner Schulzeit kennt.
Darunter fällt der strenge ältere Lehrer, der beharrlich auf die kleinste Regel besteht und absolut unnachgiebig in der Notenwahl ist. Die ebenso ältere Lehrerin, die nur noch auf die Rente hin arbeitet und eigentlich von jeglichen Schüler*innen genervt ist. Der Lehrer, der immer zwischen allen vermitteln will und gern der coole Lehrer wäre, es aber nicht ist. Der Lehrer, der so sehr in seinem Fach aufgeht, dass es ihm egal ist, ob die Schüler*innen etwas verstehen. Der „coole“ Sportlehrer, der gern mit allen befreundet ist, manchmal vielleicht auch etwas zu eng. Und schließlich die junge Referandarin, die frisch von der Uni viele innovative Ansätze verfolgt, aber von den alt eingesessenen „Wir haben das schon immer so gemacht“ ausgebremst wird. Sie zusammen bilden die Ausgangsbasis für den Film.
Gerade gegen Anfang funktioniert dieser auch noch erstaunlich gut. Die Charaktere positionieren sich und die Diskussionen durch die unterschiedlichen Meinungen bringen einen durchaus zum schmunzeln. Schon hier werden immer wieder Themen angesprochen, die leider unreflektiert beiseite geschoben werden. Schon hier wäre eine gewisse Tiefe möglich gewesen.
Dies verschlimmert sich im Laufe des Films eher, da die Grunddiskussion über die Rolle der Lehrenden und der Eltern immer weiter in den Hintergrund gerät und mehr auf den persönlichen Hintergrundgeschichten der Charaktere herumgeritten wird. Das diese auch immer weiter „eskalieren“ also immer abwegiger werden, nimmt es irgendwann Ausmaße an, die weit ab von der ursprünglichen Diskussion waren, die tatsächlich auch mal interessant gewesen wäre zu führen.
Als reine Komödie funktioniert Eingeschlossene Gesellschaft stellenweise richtig gut, an anderen wird zu sehr auf Extreme gepocht. Als Komödie mit ernster Grunddiskussion bleibt der Film hinter den Erwartungen zurück. Schauspielerisch bietet der Film ein gutes Niveau.

Das Fazit

Eingeschlossene Gesellschaft reiht sich in die aktuell boomenden deutschen Kammerspiele ein und funktioniert dafür gut. Das Komödienlevel eskaliert leider in der zweiten Hälfte und das zu grundeliegende Thema wird eher Stiefmütterlich behandelt. Dennoch als leichte Unterhaltung durchaus geeignet. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Eingeschlossene Gesellschaft läuft seit dem 14.04.2022 in den deutschen Kinos

Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Ein Vorwort

Nach einem bereits sehr marvellastigen Vorjahr, gibt Disney auch dieses Jahr wieder alles und bombardiert uns nicht nur mit immer mehr Serien, sondern auch weiterhin mit neuen Kinofilmen. Diesmal durfte ein bereits bekannter Charakter seinen lang ersehnten zweiten Film bekommen und macht eines noch einmal deutlich: Phase Vier wird von der Multiversums Idee geprägt bleiben. Warum mich der Film leider nicht vom Hocker hauen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Welche Filme/Serien man aus dem MCU vorab gesehen haben sollte: Doctor Strange, WandaVision – Diese stelle ich hier kurz vor.
Welche Filme/Serien aus dem MCU gut wären vorab gesehen zu haben: What if…, Avengers – Infinity War, Avengers – Endgame, Spider-Man – No way home, Loki – hierfür verweise ich auf meine Zusammenfassungen (sofern sie bereits existieren, für die Links einfach die Titel anklicken).
Und zu guter Letzt Filme/Serien, die man nicht unbedingt gesehen haben muss, zu denen es aber größere Querverweise gibt bzw. zu denen man die bekanntesten Figuren kennen sollte: X-Men Reihe, Fantastic Four und Inhumans.

In Doctor Strange lernen wir Doctor Steven Strange kennen, einen herausragenden Neurochirurgen, der mindestens genauso arrogant ist. Bis er durch einen Unfall seine Finger nicht mehr richtig unter Kontrolle hat. Nach unzähligen Operationen ist er pleite und kann seine Finger immer noch nicht genug kontrollieren, um wieder arbeiten zu können. Als er von einem medizinschem Wunder hört, zieht es ihn nach Kathmandu. Im Kamar-Taj trifft er auf die Älteste, die ihm magische Fähigkeiten lehrt. Aller Anfang ist schwer, doch Strange ist fest entschlossen möglichst schnell alles zu lernen. Bei seinen erweiterten Studien entdeckt er durch Zufall die Magie der Zeit und damit wieder einen der Infinity-Steine. Kurz darauf wird auch schon das Kamar-Taj angegriffen. Kaecilius, ein ehemaliger Schüler des Kamar-Taj und der Ältesten, will das Dunkeluniversum und den großen Bösen Dormammu in unser Universum holen. Bei einem ersten Angriff Kaecilius wird Strange schwer verletzt und kann gerade noch in sein altes Krankenhaus entfliehen, wo er sich von einer alten Freundin Christine Palmer behandeln lässt. Zurück im Kamar-Taj hat sich Kaecilius befreit und greift nun weiter an. Strange und Mordo versuchen ihn aufzuhalten, unterliegen aber. Schließlich greift die Älteste ein. Aber auch sie unterliegt und stirbt kurz darauf. Kaecilius schafft es nun Dormammu zu entfesseln und dieser versucht die Erde einzunehmen. Doch Strange kann ihn mit einer Zeitschleife überlisten und Dormammu, sowie seine Anhänger um Kaecilius verlassen die Erde. Strange macht es sich nun zur Aufgabe die Welt vor Gefahren übernatürlicher Natur zu schützen.
In WandaVision erleben wir Wanda Maximoff und Vision wie sie im Stile verschiedener Sitcoms zusammen leben. Zeitgleich wird die Organisation SWORD zur Kleinstadt Westview gerufen, wo eine Anomalie aufgenommen wurde. Die Stadt ist unbetretbar, aber die Agent*innen empfangen die Sitcom-Folgen aus der Stadt. SWORD Agentin Monica Rambeau (bekannt aus Captain Marvel) FBI-Agent Woo (bekannt aus Ant-Man 2) und Astrophysikern Darcy Lewis (bekannt aus Thor 1-2) werden dazugerufen und untersuchen die Maximoff-Anomalie. Dabei stellt sich heraus, dass Wanda in ihrer Trauer um den in Infinity War verstorbenen Vision die Kleinstadt als Marionetten gefangen hält, um ihren Traum von einem Eheleben umzusetzen. Dazu kommen später auch zwei Kinder Tommy und Billy, die Wanda „gebärt“. Durch die Versuche von SWORD einzudringen, wird Vision immer misstrauischer und beginnt Nachforschungen anzustellen. Schließlich konfrontiert er Wanda damit und bittet sie aufzuhören. Doch die neugierige Nachbarin Agnes entpuppt sich als Hexe Agatha Harkness und ist neidisch auf Wandas Kräfte, die sie zu stehlen versucht. Es kommt zum finalen Kampf, in dem Wanda Westview und damit auch Vision aufgeben muss. Doch durch Agatha hat sie vom Darkhold erfahren, einem Zauberbuch voller schwarzer Magie, die alle einen Preis haben. Dies studiert sie in der letzten Szene in einem abgeschiedenen Haus.

Die Handlung

Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) bekommt Besuch von America Chavez (Xochitl Gomez), die durch das Multiversum reisen kann. Sie wird von einem seltsamen Wesen gejagt, was ihr in diese Realität folgen konnte, wurde aber gerade erst von einem anderen Strange enttäuscht. Da ihm die Erfahrungen mit dem Multiversum fehlen, wendet er sich an Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen).

Meine Meinung

Seit What if…, aber spätestens seit Spider-Man – No way home dürfte klar sein, dass Phase 4 nach einer kurzen Findungsphase – mit Shang-Chi und den Eternals – sich hauptsächlich um das Thema des Multiversums dreht. Der zweite Streich um Doctor Strange fokussiert dies nun noch mehr und beinhaltet gleich eine Reise durch eben dieses.
Dabei wird nun auch immer deutlicher, dass die Zeit der reinen Solofilme vorbei ist und die Überschneidungen immer größer werden. War Strange beispielsweise bei Spider-Man dabei, so darf nun diesmal Wanda in einer größeren Rolle auftreten. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass es weiterhin notwendig ist, die meisten der MCU Filme gesehen zu haben, um alle Anspielungen zu verstehen und teilweise auch um der Handlung noch folgen zu können. Da dies inzwischen auch auf die Serien ausgeweitet wurde, kommt da echt viel Material zusammen.
Aber kommen wir nun zum Film. Der Einstieg ist gleich sehr spannend und durch den Übergang von einer Welt in die nächste, sorgt sie auch wieder für die Schmunzelmomente. Hier zeigt sich in den Dialogen ein gewisses Fingerspitzengefühl um eine lockere Stimmung zu erzeugen trotz großem Kampf. Leider verliert sich genau das im Laufe des Films.
Stattdessen wird eine Überfeindin geschaffen, die eigentlich nicht zu besiegen ist. Und die Hintergrundgeschichte kann nur von jemandem geschrieben worden sein, der noch nie Verlust empfunden hat. So werden die Motive der Antagonistin komplett klein geredet, weil sie ist ja jetzt „die Böse“ anstatt diese differenzierter zu betrachten. Aber dann wäre die Action etwas weniger gewesen und so etwas gibt es in einem Marvel-Film natürlich nicht.
Das ist auch das Grundproblem des Films. So werden mit den Illuminati einige Filme/Serien eingebunden, die bisher außerhalb des MCU funktionierten, nur um diese innerhalb kürzester Zeit wieder zu zerschlagen.
Doctor Strange in the Multiverse of Madness ist trotz allem kein schlechter Film. Er ist nur hoch ambitioniert, macht einige Handlungsstränge auf, ohne diese mit genügend Power zu bedienen. So würde eine reduzierte Handlung dem Film mehr Raum geben sich richtig zu entfalten. Dennoch funktioniert er mit der Absicht sich mehr auf Action und Spannung zu konzentrieren durchaus. Aber, dass das MCU optisch gute Kämpfe inszenieren kann, wurde genug bewiesen.
So bleibt der Film hinter den Erwartungen zurück. Beziehungsweise hat damit zu kämpfen, dass das MCU bereits mit Infinity War und Endgame einen Zenit erreicht hatte und diese einfach nicht mehr übertrumpfen kann. So lässt sich der zweite Doctor Strange gut gucken, man wird unterhalten, es ist spannend, aber es wäre einfach mehr möglich gewesen.

Das Fazit

Doctor Strange in the Multiverse of Madness bietet zwar Multiverse aber wenig Madness. Er scheitert an den eigenen Ambitionen und kann mit der nur an der Oberfläche kratzenden Handlung niemanden mehr vom Hocker hauen. Trotzdem funktioniert er durch die Spannungskurve. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Doctor Strange in the Multiverse of Madness läuft seit dem 04.05.2022 in den deutschen Kinos

Phantastische Tierwesen 3 – Dumbledores Geheimnisse

Ein Vorwort

Nach einer etwas längeren Pause hat nun auch der dritte von fünf Teilen der Phantastischen Tierwesen-Reihe die Kinoleinwand erobert. Nachdem der zweite Teil eher durchmischte Kritiken erhielt, wurde die Vorproduktion verlängert, damit Rowling* mehr Zeit für das Drehbuch bekäme. Johnny Depp wurde durch Mads Mikkelsen ersetzt (aber trotzdem voll bezahlt) und dann kam noch Corona, wodurch sich der Filmstart noch mehr verschob. So ist der zweite Teil bereits 2018 erschienen. Nun sind die Erwartungen Warner Brothers dementsprechend hoch, da die Produktion ordentlich Geld verschlang. Ob der dritte Teil nun an Tempo gewinnen konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Der Tierliebhaber Newt Scamander reist mit einem Koffer voller magischer Tierwesen in die USA. Er sucht einen bestimmten Magier, um ein seltenes Geschöpf in Arizona freizulassen. Durch ein Missverständnis landet sein Koffer aber in den Händen des Nicht-Magiers (Muggle/No-Maj) Jacob Kowalski. Als dieser den Koffer öffnet, können ein paar Tierwesen entfliehen. Newt und Jacob wollen diese nun wieder einfangen. Dabei treffen sie auf die Schwestern Tina und Queenie Goldstein. Tina ist eine ehemalige Aurorin und versucht noch immer ihren Job auszuführen. Da Newt sowohl durch die Einführung der Wesen, als auch durch die Einweihung Jacobs, gegen das Gesetzt verstoßen hat, bringt sie beide vor den Magierkongress. Der Auror Peter Graves verdreht jedoch Tatsachen und verurteilt Tina und Newt zum Tode, während Jacob die Erinnerung an die Magierwelt entzogen werden sollte. Durch Queenies Hilfe können sie fliehen. Zeitgleich taucht ein sogenanntes Obscurus auf. Hierbei handelt es sich um Zaubererkinder, die ihre magischen Fähigkeiten unterdrücken. Es wird angenommen, dass sie nicht älter als 10 Jahre alt werden können. Graves hat sich für die Suche Unterstützung durch den schüchternen Credence geholt, der bei seiner herrischen Mutter lebt, die überall vor der Gefahr von Zauberern warnt. Am Ende stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei dem Obscurus um Credence handelt. Graves, der sich kurz vorher noch von Credence abgewandt hat, versucht nun unbedingt sein Vertrauen zurückzugewinnen. Letztendlich ist es aber Newt, der die richtigen Worte findet, da er auf seinen Reisen bereits einem Oscurus begegnet ist und dieses retten konnte. Eintreffende Auroren greifen jedoch an. Credence flieht. Graves wird beschuldigt und versucht ebenfalls zu fliehen, wobei es Newt jedoch gelingt ihn zu fesseln und ihm seine wahre Identität zu entlocken: Gellert Grindelwald. Ein Zauberer, der schon zuvor versucht hatte die Magierwelt in Dunkelheit zu stürzen. Dieser wird nun gefangen genommen. Newt reist zurück nach England, obwohl er und Tina Gefühle füreinander entwickelt haben. Zuvor jedoch werden Jacob schlussendlich doch die Erinnerungen an die Zaubererwelt genommen, sehr zum Leidwesen von Tinas Schwester Queenie, da sie sich in Jacob verliebt hat.
In Grindelwalds Verbrechen gelingt es diesem zu fliehen und erneut Anhänger*innen um sich zu scharen. Drei Monate später erfährt Newt Scamander, dass Credence überlebt hat und sich in Paris aufhalten soll. Nachdem er Jacob und Queenie wiedergetroffen hat, die sich kurz darauf zerstreiten, reist er mit Jacob nach Paris, wo er auch Tina vermutet. Credence ist in einem Zirkus und befreit dort Nagini, eine Malediktus. Zusammen sind sie auf der Suche nach Credence Mutter. Sie finden seine alte Nanny, die wird aber getötet, bevor er mehr Informationen bekommt. Newt und Jacob spüren Tina auf, geraten aber ebenso wie diese in die Gefangenschaft von Yusuf Kama, der ebenfalls Credence sucht. Sie können sich befreien und treffen auf Nicolas Flamel, der ihnen Unterschlupf bietet. Tina und Newt suchen im Archiv des Zaubereiministerium von Frankreich eine Info und treffen dort auf Leta Lestrange, die nach der gleichen Info sucht. Zusammen gehen sie zum Familiengrab der Lestranges, wo sie Credence, Nagini und schließlich auch Yusuf treffen. Dort stellt sich heraus, dass Leta Credence als Baby gegen ihren Bruder ausgetauscht hatte, worauf dieser verstarb und Credence heimatlos aufwuchs. Erschüttert, weil er seine Herkunft immer noch nicht kennt, zieht es die Gruppe zu einer Ankündigung Grindelwalds, der sich Queenie zwischenzeitlich angeschlossen hat. Dort kommt es zum Kampf zwischen dessen Anhänger*innen und Auror*innen, die die Kundgebung unterbrechen wollen. Am Ende können Newt und seine Freund*innen die Zerstörung Paris verhindern, doch Grindelwald entkommt und nimmt Queenie und Credence mit. In der letzten Szene eröffnet Grindelwald Credence, dass er ein Dumbledore sei.

Die Handlung

Gellert Grindelwald (Mads Mikkelsen) muss noch immer aus dem Untergrund agieren. Doch Dumbledore (Jude Law) befürchtet, dass der deutsche Zaubererminister Anton Vogel (Oliver Masucci) ihn frei sprechen könnte und schickt daher das Team rund um den Magizoologen Newt Scamander (Eddie Redmayne) nach Deutschland. Da Grindelwald aber durch ein magisches Wesen stellenweise in die Zukunft sehen kann, müssen sie versuchen möglichst unplanmäßig vorzugehen.

Meine Meinung

Während der erste Film durchaus noch als Einzelfilm funktioniert, wurde mit dem zweiten deutlich, dass die Geschichte wesentlich größere Wellen schlagen würde. Nur leider kam sie nicht wirklich vorwärts, weil immer mehr Einzelhandlungen aufgemacht wurden. Nun kämpfte der dritte merklich diese alle wieder irgendwo aufzunehmen. Beziehungsweise beschließt er, dass einige nur noch eine Nebenbemerkung wert sind. So sind Figuren entweder einfach verschwunden, tot oder tauchen nur ganz kurz auf. Denn der Fokus liegt nun deutlicher auf Grindelwald und Dumbledore, auch wenn durch die Teambildung Newt wieder ordentlich Screentime bekommt und damit auch die namensgebenden Tierwesen.
Zum einen funktioniert diese Fokussierung deutlich besser, weil man das Gefühl hat, dass sich der Film vorwärts bewegt. Es gibt eine klare Struktur, worauf der Film hinaus will. Zwischendurch gibt es zwar weiterhin Zwischenepisoden, wovon die ein oder andere schon stark gestellt wirkt, um das ein oder andere Tierwesen miteinzubringen – oder den bekannten mehr Screentime zu gewähren. Zum anderen hat man aber auch das Gefühl, dass einiges jetzt eher störend ist, was vorher aber lang und breit aufgebaut wurde und jetzt eher in einer Nebenhandlung weggewischt werden soll. Gerade die große Offenbarung am Ende des zweiten Teils wird jetzt in wenigen Sätzen gelöst und scheint einfach nicht mehr gut genug zu sein für die Handlung. Das wirkt alles ein wenig willkürlich. Zumal auch die vermeintlichen Geheimnisse eher die altbekannte Geschichte zu sein scheint, die bereits in den Harry Potter Büchern behandelt wurde.
So schleppt sich die Handlung vorwärts, funktioniert im Großen und Ganzen doch besser als der zweite Teil, da er weniger mit Fanservice arbeitet und sich mehr auf die vertrauten Charaktere konzentriert. Doch in der Einordnung der Reihe wirkt er ebenfalls sperrig und es bleibt fraglich ob die Reihe in den kommenden zwei Filmen den Sprung noch einmal schafft.
Immerhin ist das Universum wieder deutlich gewachsen, es gab neue Einblicke und allein optisch war der Film ein Schmaus. Neue Tierwesen und neue Orte luden zum Entdecken ein. Der Wechsel von Johnny Depp zu Mads Mikkelsen war leider deutlich zu merken. Nicht einmal, weil Mikkelsen seine Rolle nicht gut gespielt hätte, aber sein Grindelwald hatte nicht das gleiche Charisma wie Depps. Wäre er von Anfang an Grindelwald gewesen hätte es wahrscheinlich wesentlich besser funktioniert, weil der Vergleich einfach nicht da gewesen wäre.
So bleibt ein Film voller guter Schauspieler*innen in einem weiterhin faszinierenden Universum mit supersüßen Tierwesen, doch der Film hakt an zu vielen Stellen, um wirklich rund zu laufen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Reihe weiter entwickelt.

Das Fazit

Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse hat eine klarere und strukturiertere Handlung als Teil 2, aber hakt trotzdem an zu vielen Stellen, da Ereignisse erzwungen werden, Figuren gestrichen oder in den Hintergrund gedrängt werden, die vorher wichtig schienen. Der Fokus wurde zu gewollt verschoben. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Phantastische Tierwesen 3: Dumbledores Geheimnisse läuft seit dem 07.04.2022 in den deutschen Kinos

*ich distanziere mich von Rowlings transfeindlichen Aussagen. Trans Women are Women!