Rückblick auf den November 2021

Der November zog mit einer Grau in Grau Front über das Land. Über andere Entwicklungen wollen wir hier lieber nicht sprechen. Aber sagen wir die Laune ist getrübt. Immerhin sind die Kinos weiter offen und da lockten noch einmal einige Filme. Auch darüber hinaus ging es bei mir medial her, da sich für mich das Jahresende näherte. Gleichzeitig stand der November für mich im Zeichen eines ganz anderen Großprojekts: Der NaNoWriMo. Im (Inter-)National Novel Wiriting Month versuchte die ganze schreibende Gemeinschaft sich zu motivieren und 50.000 Wörter zu schreiben. Diesmal war ich mit dabei und zum Zeitpunkt, wenn ich diesen Beitrag schreibe, stehe ich mit 47.000 kurz vor der Zielgerade. Ein paar Tage habe ich noch, es sollte also machbar sein! Dennoch hier nun der mediale Rückblick auf den November.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Contra: Richard Pohl  ist Dozent an einer Uni. Doch nach einigen grenzwertigen Äußerungen steht er vor einer Disziplinarsanhörung. Die Lösung: Er soll der Studentin Naima Hamid helfen, im Rhetorikwettbewerb weiter zu kommen. – Gut gespieltes Drama, dass das Thema Migration gut aufgreift und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet)

Dear Evan Hansen: Evan Hansen kämpft mit Panikattacken und Depressionen. In seiner Therapie wird ihm geraten, dass er sich jeden Tag einen Brief an sich selbst schreiben soll. Diesen klaut ihm sein Mitschüler Connor und steckt ihn ein. Am nächsten Tag wird er ins Büro des Direktors gerufen, um Connors Eltern zu treffen. Denn dieser hat Suizid begangen. Das einzige, was die Eltern fanden, war der Brief, den sie für einen Abschiedsbrief an den besten Freund halten. Evan landet in einem Lügenkonstrukt, weil er so endlich Aufmerksamkeit bekommt. – Rührendes Musical, auch wenn die Lieder zumindest in der deutschen Synchro nicht funktionieren.

Eternals: 5000 v. Chr. werden zehn Eternals zur Erde geschickt. Sie sollen sie dort vor den sogenannten Deviants schützen, dürften sich aber nicht in die Menschheitsgeschichte einmischen. Das führt ab einem gewissen Punkt zu Spannungen im Team und sie trennen sich. In der Gegenwart werden Sersi und Sprite von einem Deviant angegriffen, die sie für ausgestorben hielten. Ikaris kommt ihnen zur Hilfe. Zusammen ziehen sie los, um das Team wiederzuvereinen und die Emergenz bevorsteht. – Ein neuer Versuch aus dem MCU, der viel wollte, aber dabei das wesentliche aus den Augen verlor.

Last Night in Soho: Eloise zieht von Cornwall, wo sie bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist und deren Liebe zu den 60ern aufgenommen hat, nach London. Sie wurde dort an einer Design Uni angenommen. Nachts träumt sie von einer jungen Sängerin namens Sandy, die es in den 60ern versucht zu etwas zu bringen. Schnell wird Sandy ihr Idol. Doch die Träume ändern sich zunehmends und bald wird Eloise auch im wachen Zustand verfolgt. – Starker Horror-Thriller, der nichts für schwache Nerven ist.

Ghostbuster – Legacy: Callie, Trevor und Phoebe Spengler sind Pleite und ziehen daher auf gut Glück in das frisch geerbte Haus von Callies Vater Egon. Das ist jedoch vollkommen heruntergekommen. Phoebe findet in dem Haus eine Geisterfalle und zeigt sie ihrem neuen Lehrer Mr. Grooberson, der sie daraufhin in seine Entdeckungen einbezieht. Denn in Summerville geht einiges vor sich. Zusammen mit Phoebes neuem Freund Podcast, untersuchen sie die Geschehnisse. – Sehr schwacher Anfang, gewinnt hinten raus an Tempo, lebt aber rein vom Nostalgiefaktor.

Encanto: Familie Madrigal hat nachdem Abuela viele Verluste hinnehmen musste, ein Encanto (Wunder) bekommen. Dadurch leben sie in einem geschützten Dorf und bekommen alle zu einer gewissen Zeit magische Kräfte. Nur Mirabel ist ohne geblieben. Das macht ihr zu schaffen. Als die Magie schwindet, setzt sie daher alles daran sich zu beweisen, und das Wunder zu retten. – Herzerwärmende Geschichte, rührend, typische Disneyfilmhandschrift.

Addams Family 2: Wednesday Addams nimmt an einem Naturwissenschaftswettbewerb an ihrer Schule teil, die vom Wissenschaftler Dr. Cyrus Strange gesponsort wird. Dieser ist schwer beeindruckt von ihrer Leistung, doch sie lehnt eine weitere Zusammenarbeit ab. Kurz darauf steht ein Anwalt vor der Tür, der beweisen will, dass Wednesday gar keine richtige Addams ist. Kurzentschlossen beschließen die Eltern Gomez und Morticia eine Reise quer durch die USA zu starten. Ein Roadtrip der anderen Art beginnt. – Wenn ich in einer Komödie nicht lachen muss, läuft einiges falsch. Billige Gags, wenig Charme, bleibt weit hinterm Potential zurück.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Erneut gesehen habe ich The guy who didn’t linke musicals und es hat mich noch mehr zum lachen gebracht, als beim ersten Mal sehen.

Heat: Lieutenant Vincent Hanna wird mit der Aufklärung eines Raubmordes betraut, die von einer Bande rund um Neil McCauley verübt wurde. Während Hanna sie bei einem weiteren Überfall erwischen will, identifiziert die Bande den Polizisten. Beide spielen fortan Katz und Maus miteinander. – Es war einfach nicht mein Film, auch wenn er objektiv seine Stärken hatte.

Taxi Driver: Travis Bickle hat Schlafstörungen und arbeitet daher als Taxifahrer in vielen Nachtschichten. Dabei erlebt er so einiges. Unter anderem verliebt er sich in die Wahlkampfhelferin Betsy, die ihn nach einem Date im Pornokino jedoch abweist. Als großes Projekt hat er sich auf die Fahne geschrieben, die minderjährige Prostituierte Iris zu retten. Doch dafür braucht er Waffen. – Das gleiche Problem, wie bei Heat.

The Big Lebowski: Jeffrey „The Dude“ Lebowskis Leben kommt ganz schön durcheinander als er mit einem Millionär mit gleichem Namen verwechselt und zusammengeschlagen wird. Da einer ihn auf den Teppich urinierte, will er sich bei seinem Namensvetter beschweren. Kurz darauf wird dessen Frau entführt und Lebowski engagiert den Dude, um die Lösegeldübergabe zu vollziehen. Die geht jedoch gewaltig schief. – Dem Film konnte ich auch objektiv nichts abgewinnen. Mir waren die Charaktere einfach nur zu blöd.

Gravity: Die Biomedizinerin Dr. Ryan Stone und der erfahrene Astronaut Matt Kowalski arbeiten in einem Außeneinsatz am Hubble-Teleskop. Dabei bekommen sie die Warnung, dass Trümmerteile im Orbit treiben. Kurz darauf werden sie getroffen, ihr Space Shuttle zerstört. Sie müssen nun versuchen zur nächstgelegenen Raumstation zu kommen. – Minimalistische Weltraumsurvival mit starker Besetzung.

Mord im Orient-Express (1974): Der Orient-Express von Istanbul bis Paris ist gut gefüllt, als der Detektiv Hercule Poirot einsteigt.  Doch mitten in der Nacht kommt es zu einem Mord. Nun ist die Liste der Verdächtigen zwar überschaubar, immerhin müsste es einer der Passagiere sein, doch scheint noch eine ganz andere Geschichte dahinter zu stecken. – Hochkarätig besetzt, aber deutlich langsamer erzählt als die Neuverfilmung. Auch bin ich mit dem Poirot nicht warm geworden

Apollo 13: Die Astronauten James Lovell, Fred Haise und Thomas Mattingly werden für die Mission Apollo 13 ausgewählt, die zum Mond fliegen soll. Ein paar Tage vorher wird jedoch Mattingly gegen den zur Reserve-Crew gehörenden John Swigert ausgetauscht, da ein Gesundheitsrisiko besteht. Kurz nach dem Start kommt es schon zum ersten technischen Problem, was aber nicht weiter schlimm ist. Doch bei einem Manöver kommt es zu einer Explosion. Nun muss Houston und das Team der Apollo 13 alles geben, damit sie sicher wieder landen können. – Spannend, mitreißend, wow.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Respect: Filmbiographie über Aretha Franklin mit Jennifer Hudson in der Hauptrolle. Trailer sah schonmal gut aus.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft hat es: Eiffel in Love

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Pretty Smart  – Staffel 1 (Eigentlich basiert die Geschichte auf einer vorurteilsbehafteten Idee, aber sie hat mich durch ihre Herzlichkeit und ihre Witze in Beschlag genommen. Ich mag sie einfach)

Superstore – Staffel 3-4 (Es wird weiter turbulent in der Cloud 9 Filiale)

Olaf präsentiert – Staffel 1 (War es in Frozen 2 noch super witzig, kann diese Miniserie durch ihre Kürze überzeugen, aber man sollte sie trotzdem in Maßen gucken)

The magic of Animal Kingdom – Staffel 1 (Eine Dokuserie über die Tiere im Animal Kingon im Disney World, Florida. Für Fans von Zoodokus sehr zu empfehlen)

Star Trek: Lower Decks – Staffel 2 (Auch die zweite Staffel schafft es wieder mit ihrem Humor und ihren guten Ideen zu überzeugen)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 7
Seiten gesamt: 2.546
Seiten pro Tag: 85 im Durchschnitt
Taschenbuch: 7

Die Helden von Midgard: Viele Jahre vor den Geschehnissen in die Götter von Asgard stehen die Walküre Kara und der Gott Tyr Seite an Seite in Midgard. Denn dort soll der junge Erik ein Held werden. Doch auf dem Weg dorthin lauern Gefahren, vor allem als dann auch noch Loki seine Finger im Spiel hat.

Mona – und täglich grüßt der Erzdämon: Mona Nosferatuh ist eine Junghexe Stufe 9, hat aber Probleme ihre Kräfte unter Kontrolle zu halten. Sie tritt ihren neuen Job im Museum an und trifft dort auf den Vampir Boris, den Werwolf Ben und die Skelettin Bärbel. Bei einem Einbruch ins Museum beschwört sie einen Dämon herauf. Doch Balthazar ist fortan an sie gebunden und muss immer erscheinen, wenn sie Hilfe benötigt. Beide versuchen sich mit dem Bund anzufreunden und dann kommen noch Gefühle dazu.

Sepharial: Lathalia lebt in einer kalten Welt. Als Adlige ist ihr Leben sehr angenehm, als Frau eher weniger. So soll sie den Leutnant Nikion heiraten, wovon sie zunächst wenig begeistert ist. Dann trifft sie auf den Dieb Fanai und folgt ihm in seine Welt, die heiß und voller Sand ist. Er lebt in Armut und kämpft regelmäßig ums Überleben. Ihre Welten sind durch die Sepharial verbunden, doch genau diese soll Fanai stehlen. – Am Anfang habe ich eine ganze Weile gebraucht, um in die Geschichte zu kommen, gegen Ende konnte ich es kaum noch aus der Hand legen.

Vielleicht Nie: Joana lebt ein sehr geordnetes Leben und verbirgt ihr innerstes vor der Welt. Doch ausgerechnet Killian, der Bruder ihrer besten Freundin Karla, schafft es hinter ihre Fassade zu gucken. Doch er ist wild und rastlos, was Jo gar nicht passt. Kann er sich dennoch in ihr Herz stehlen? – Der zweite Band einer tollen Reihe wieder mit tollen Charakteren und erwähnte ich schon, dass ich es toll fand?

Hidden Worlds: Elliot lebt zusammen mit seinem Vater, der sich kaum noch aus seinem Fernsehsessel bewegt. Als Elliot seinen Job verliert und das Geld knapp wird, schickt sein Vater ihn zu einem alten Bekannten. Kurz darauf hat er einen Job im Merlin-Center für den magischen Bedarf und betreut dort die magischen Wesen. Und zufällig erfährt er auch etwas über seine Familiengeschichte. – Ein magisches Kaufhaus macht die etwas schleppende Handlung eindeutig wett.

Blade Runner: Der Prämienjäger Rick Deckard wünscht sich nichts mehr als ein echtes Tier, damit er sein elektrisches Schaf nicht mehr verstecken muss. Doch in seiner Welt, die Erde nach einem Atomkrieg, sind fast alle Tiere ausgestorben. Menschen, die zum Mars auswandern wird für die Reise ein Android zugeteilt, der jedoch auf der Erde als Bedrohung angesehen wird. Rick bekommt den Auftrag eine ganze Gruppe entflohener Androiden zu finden und auszuschalten. Dabei muss er einsehen, dass die Grenze zwischen Mensch und Maschine sehr verschwommen ist. – Ein sehr langatmiger Klassiker.

Nalas Welt: 1 Bike – 1 World. So der Plan des Schotten Dean Nicholson. Er radelt auf seinem Fahrrad quer durch Europa, als er in Bosnien eine Straßenkatze findet. Er tauft sie Nala und nimmt sie mit auf seine Reise. Fortan sind sie ein Herz und eine Seele und erleben allerlei spannendes. – Reisebiographie mit hohem Süßfaktor. Funktioniert größtenteils, hat aber auch zwischendrin ein paar Längen.

Addams Family 2

Ein Vorwort

In einer Zeit, in der gefühlt alles ein Remake oder Reboot bekommt, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch diese kultige Familie neu verarbeitet wurde. 2019 kam bereits ein erster Teil in die Kinos und konnte die Fans nur wenig abholen, versuchte sich aber durch ein paar gute Witze und eine nette Grundstimmung zu retten. Nun gibt es eine Fortsetzung dazu. Wie diese funktioniert erfahrt  ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Wednesday Addams nimmt an einem Naturwissenschaftswettbewerb an ihrer Schule teil, die vom Wissenschaftler Dr. Cyrus Strange gesponsort wird. Dieser ist schwer beeindruckt von ihrer Leistung, doch sie lehnt eine weitere Zusammenarbeit ab. Kurz darauf steht ein Anwalt vor der Tür, der beweisen will, dass Wednesday gar keine richtige Addams ist. Kurzentschlossen beschließen die Eltern Gomez und Morticia eine Reise quer durch die USA zu starten. Ein Roadtrip der anderen Art beginnt.

Meine Meinung

Dadurch, dass der erste Teil bereits nicht richtig funktioniert hatte, gab es gar nicht erst die Frage, ob es einen zweiten Teil gebraucht hätte, denn das hätte es eindeutig nicht. Doch so funktioniert die Filmwelt leider nicht. Also wurde ein Sequel gedreht. Nach dem Trailer war ich zumindest angefixt durch die Roadtrip Idee, die doch einiges an Potential bot. So stellte ich mich auf leichte Unterhaltung ein und erwartete nicht allzuviel, außer an ein paar Stellen unterhalten zu werden.
Leider bin ich anscheinend mit zu hohen Erwartungen an den Film herangegangen. Denn auch wenn es ab und an kleine Lichtblicke von guten Ideen gab, wurden diese meist von groß angelegten Gags übertüncht, die wohl für das kleinste Publikum ausgelegt wurden und nicht einmal bei diesen fruchteten. So war die Stimmung im Kinosaal eher gelangweilt, denn erheitert.
Der Film funktioniert genau dann, wenn er es nicht darauf anlegt. Wenn er nicht versucht besonders witzig zu sein oder die Handlung voranzutreiben. Sondern, wenn er einfach mal seine Charaktere einsetzt. So ist die Tanzsequenz zu I will survive die Szene im ganzen Film, die ich am meisten gefeiert habe – und sie hat nicht gerade viel zur Handlung beigetragen. Genau das waren die kleinen Lichtblicke in einem Film, der viel wollte und wenig konnte.
Das liegt wohl auch daran, dass die Charaktere zu sehr an die ikonischen Vorbilder angepasst wurden und überhaupt kein Handlungsspielraum bekommen. Es gibt keine Weiterentwicklung, die Konstellation ist am Ende die gleiche, wie am Anfang. Dadurch werden Dialoge fast vollständig wiederholt und die nervigsten Eigenschaften werden nie überwunden.
Da hilft es auch wenig, wenn offensichtlich andere Filme als Vorbild für Szenen mit eingebunden werden. So gibt es nicht nur die Addams Family Variante eines Godzilla vs. Kongs, sondern auch so ziemlich alle Witze aus dem Marvel Franchise zum Namen Dr. Strange. Mag es ganz nett zu entdecken sein, so zeugt es doch nur einmal mehr von der Unfähigkeit des Films wirklich etwas eigenes aufregendes zu kreieren.
Die 93 Minuten Laufzeit ziehen sich dadurch gefühlt ins Unendliche, der Film kommt bis zum Schluss nicht wirklich auf den Punkt und auch der ganze Witz rund um den Roadtrip, der so gut hätte werden können, verfehlt seine Wirkung völlig.

Das Fazit

Addams Family 2 ist ein liebloser Abklatsch einer Kultserie und schafft es in den wenigsten Momenten dem Zuschauer ein müdes Lächeln abzuringen. Stattdessen verrennt er sich in nicht zündende, aber groß angelegte Gags. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Addams Family 2 läuft seit dem 18.11.2021 in den deutschen Kinos

Last Night in Soho

Ein Vorwort

Als ich den Trailer vom neusten Edgar Wright Film sah, war ich sofort Feuer und Flamme. Das es kein Gute Laune Film werden würde, war mir klar, aber noch nicht so richtig in welche Richtung es gehen sollte – also tatsächlich mal ein Trailer, der nicht zu viel verriet. Dass es sich um einen Horror-Thriller handelte und damit so gar nicht mein Genre ist, habe ich erst später erfahren. Doch meine Begeisterung war bereits zu hoch und die vielen positiven Rezensionen taten ihr übriges. Wie er mir letztlich gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Eloise (Thomasin McKenzie) zieht von Cornwall, wo sie bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist und deren Liebe zu den 60ern aufgenommen hat, nach London. Sie wurde dort an einer Design Uni angenommen. Nachts träumt sie von einer jungen Sängerin namens Sandy (Anya Taylor-Joy), die es in den 60ern versucht zu etwas zu bringen. Schnell wird Sandy ihr Idol. Doch die Träume ändern sich zunehmends und bald wird Eloise auch im wachen Zustand verfolgt.

Meine Meinung

Ich mag die Cornetto-Reihe und auch Baby Driver konnte mich begeistern. Mit Scott Pilgrim hingegen kann ich recht wenig anfangen. So war ich auf den neusten Film von Regisseur Edgar Wright gespannt. Doch auch wenn Last Night in Soho handwerklich deutlich seine Handschrift trägt, ist der Film doch ganz anders aufgebaut als seine bisherigen Werke.
Zunächst lernen wir Eloise kennen. In wenigen Szenen wird ihre Faszination für die Swinging Sixties deutlich. Schon begleiten wir sie auf den Weg in die Großstadt London. Wer ebenfalls aus einer Kleinstadt oder einem Dorf kommt, wird ihren Schock und die gleichzeitige Faszination begreifen. Gleichzeitig tauchen hier die ersten kritischen Szenen auf, die aufzeigen, wie Alltagssexismus aussieht. Weiter geht es mit Neid, Missgunst und ersten Anzeichen von Mobbing. Kein Wunder also, dass sich unsere Protagonistin am liebsten wegträumen würde. Und wieso nicht in die Swinging Sixties, die sie so gern mag.
Nach einem Umzug in eine kleine Wohnung bei einer strengen älteren Dame – Diana Riggs letzte Rolle. Hier scheint sie ihre Ruhe in ihren Träumen zu finden, aber auch Stärke durch ihr neues Vorbild Sandy. So scheint alles so viel besser zu sein, dass Eloise aufhört zu leben und sich in ihren Träumen verliert. Doch dann kommt der Turn und sie muss erkennen, dass auch die Sixties so ihre Probleme haben.
War der erste Teil ein beschwingtes Wegträumen von der Realität und so ziemlich das, was ich mir nach dem Trailer erhofft hatte, kommt nun das böse Erwachen. Sowohl für die Potagonistin als auch für mich. Dabei hält Wright das sehr hohe handwerkliche Niveau und beweist wieder einmal sein Händchen die Szenen perfekt zur Musik zu synchronisieren. Doch die Tonalität ändert sich rapide und wird zum angekündigten Horror-Thriller.
Hier beweist Wright einmal mehr, was ein Film wirklich kann und wofür Kino da ist. Denn die ganze Atmosphäre hüllt einen ein und reißt einen mit. Für mich als Angsthase war das eine sehr schwere Erfahrung.
Leider wurde gerade dieser Part dann auch sehr ausgeschlachtet. Irgendwann hat man die Intention einfach verstanden und braucht nicht noch eine Szene, in der sie von gesichtlosen grauen Männern verfolgt wird. Ein paar Minuten kürzer hätte dem Film durchaus gut getan.
Last Night in Soho lebt regelrecht von den beiden Hauptdarstellerinnen Thomasin McKenzie und Anya Taylor-Joy. Letztere hat zwar in vielen Szenen ihr übliches stoisches Gesicht aufgesetzt, was sie schon in einigen Filmen und Serien gezeigt hat. Ist es hier noch passend, bleibt doch zu hoffen, dass sie doch bald wieder mehr Split und weniger Queens Gambit zeigen darf. Hingegen bleibt Diana Rigg in ihrer letzten Rolle weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Das ist etwas schade, mindert den Wert ihrer Darstellung jedoch nicht.
Letztlich ist der Film eine wunderbare Hommage an die Sixties, aber hebt gleichzeitig den Zeigefinger und weist daraufhin, die Epoche nicht zu glorifizieren, da auch sie ihre Abgründe hat. Gleichzeitig zeigt der Film, dass auch in der Gegenwart noch Abgründe liegen und es nicht reicht auf die Vergangenheit zu deuten und zu sagen, wie es damals war. Das ganze wird verpackt in einen spannenden und absolut mitreißenden Horror-Thriller, der wie gesagt für schwache Nerven wie bei mir sehr grenzwertig ist.

Das Fazit

Last Night in Soho ist ein handwerklich brilliant inszenierter Horror-Thriller, der Spannung durch Atmosphäre und Musik erzeugt, die so mitreißend sind, dass man sich mit schwachen Nerven überlegen sollte ihn zu sehen. Bis auf ein paar kleine Längen gegen Ende weiß der Film immer den richtigen Ton zu treffen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Last Night in Soho läuft seit dem 11.11.2021 in den deutschen Kinos

Contra

Ein Vorwort

Sönke Wortmann inszeniert nach der Vorname eine zweite französische Adaption und damit gleich den zweiten Film mit Christopher Maria Herbst innerhalb eines Monats. Diesmal geht es jedoch in eine völlig andere Richtung. Ob der Film auch qualitativ in eine völlig andere Richtung geht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Richard Pohl (Christoph Maria Herbst) ist Dozent an einer Uni. Doch nach einigen grenzwertigen Äußerungen steht er vor einer Disziplinarsanhörung. Die Lösung: Er soll der Studentin Naima Hamid (Nilam Farooq) helfen, im Rhetorikwettbewerb weiter zu kommen.

Meine Meinung

Contra nimmt sich der leider immer noch aktuellen Diskussion des „Das wird man wohl noch sagen dürfen“ an. Doch dabei trifft er an mehr als nur einer Stelle einen Nerv und dreht das ganze in den rhetorischen Kontext. Bewusst werden hier – bis auf eine eher gewollt geschriebene Szene – keine leeren Phrasen reproduziert, sondern in einer einfühlsamen Geschichte durchleuchtet.
Denn Richard Pohl ist zwar auf dem ersten Blick das Klischee des alten weißen Mannes, der seine gehobene Stellung als Professor ausnutzt, um seine Meinung über die der anderen zu stellen, doch das kippt sehr schnell, wenn er die Rhetorik hinter seinen Aussagen erläutert. Hier wird bewusst kein überzeugter Rassist aufgebaut, mit dem man dann sympathisieren soll, sondern lediglich die alte Garde, die im Laufe des Films lernt, warum political correctness so wichtig ist.
Durch Naima wird dann die Kehrseite der Medaille deutlich. Der Kampf ums Überleben in den ärmeren Randbezirken der Stadt, der Alltagsrassismus, die Erwartungshaltung der Familie und Freunde, die Erwartungshaltung der Gesellschaft, alles prasselt auf sie ein.  Dabei schafft sie es ihre inneren Konflikte in wenigen Sätzen zu äußern. So fühlt man mit ihr mit, ohne, dass sie sich und ihre Gefühle immer wieder erläutern muss. Farooq ist hierfür die ideale Besetzung. Gleichzeitig hat man durch ihre Familie und Freunde auch mehr als einen Anhaltspunkt und sieht so die Situation aus verschiedenen Blickwinkel.
Handlungstechnisch ist natürlich ein gewisser Weg vorgezeichnet, doch an der ein oder anderen Stelle weiß die Handlung durchaus zu überraschen. Dabei schafft sie es sogar bis auf zwei Szenen auf bewusst provokative Dialoge zu verzichten. Klar werden die Rhetorikwettbewerbe nicht vollständig gezeigt und lassen den Fokus sehr einseitig auf der Protagonistin. Doch dies reicht zum Verständnis des Werdegangs und ihrer Entwicklung vollkommen aus. Dabei bleibt der Film auf einem spannenden Niveau und schafft die ernste Thematik trotz lockerer Grundstimmung vernünftig zu vermitteln.

Das Fazit

Contra ist ein Film, der mit einem ernsten Thema in lockerem Tonfall umgeht, gleichzeitig aber spielend viele Situationen schafft, aus denen gelernt werden kann. Die Besetzung aus Farooq und Herbst harmoniert wunderbar. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Contra läuft seit dem 28.10.2021 in den deutschen Kinos

Dear Evan Hansen

Ein Vorwort

Ich bin ein großer Musical-Fan. Doch vor der Verfilmung hatte ich von Dear Evan Hansen nur am Rande gehört, was wohl auch damit zusammenhängt, dass es – meines Wissens nach – noch keine deutsche Aufführung hatte. Umso überraschter war ich, dass die Lieder im Film ins Deutsche übersetzt sind, was mit ein Kritikpunkt bei vielen war. Wie mir der Film gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Evan Hansen (Ben Platt) kämpft mit Panikattacken und Depressionen. In seiner Therapie wird ihm geraten, dass er sich jeden Tag einen Brief an sich selbst schreiben soll. Diesen klaut ihm sein Mitschüler Connor (Colton Ryan) und steckt ihn ein. Am nächsten Tag wird er ins Büro des Direktors gerufen, um Connors Eltern zu treffen. Denn dieser hat Suizid begangen. Das einzige, was die Eltern fanden, war der Brief, den sie für einen Abschiedsbrief an den besten Freund halten. Evan landet in einem Lügenkonstrukt, weil er so endlich Aufmerksamkeit bekommt.

Meine Meinung

Musicalverfilmungen sind nach dem Fiasko mit Cats auch seltener geworden. Nun hat sich Stephen Chbosky nach Vielleicht lieber morgen und Wunder an die Vorlage gewagt. In seinen bisherigen Filmen bewies er, dass er durchaus mit schwierigen Themen umgehen kann und die Themen auf Augenhöhe mit Jugendlichen vermitteln kann. Jetzt kam allerdings noch der Musicalteil dazu.
Mit Ben Platt als Hauptdarsteller konnte er wohl wenig falsch machen, immerhin spielte dieser die Rolle bereits am Broadway und gewann für die Rolle Tony und Grammy. Das zeigt sich auch im Film, denn die Rolle scheint ihm in Fleisch und blut übergegangen zu sein. Die Handlung selbst kommt eher langsam ins Rollen. Wir lernen Evan und seine Mutter kennen, die eher knapp über die Runden kommen. In der Schule sind es die typischen Rollenbilder, die reproduziert werden. Doch nach und nach wird davon immer mehr abgewichen. Die Charaktere bekommen Tiefe, Ecken und Kanten. Umso schader ist es, dass auf das Thema Suizidprävention oder der Umgang mit Depressionen kaum eingegangen wird.
Stattdessen wird sich an den üblichen Dramenaufbau gehalten, die Wendung gegen Ende kommt wenig überraschend.
Die Musicalnummern sind bis auf wenige Ausnahmen wenig mitreißend. Die Melodien sehr einfach und wiederholend. Hier ist es schwierig zu beurteilen, wie viel durch die eher mühsame deutsche Übersetzung verloren ging und wie viel vorher da war.
Worauf sich der Film aber durchaus versteht, sind Emotionen. Diese transportiert er so gut, dass einem die Geschichte sehr nah geht. Eine große Packung Taschentücher ist hier überaus empfehlenswert. Denn auch, wenn ich an einigen Stellen die Vertiefung der Thematik vermisst habe, so sind es doch die Sichtweisen Betroffener, sei es trauernder Angehöriger oder eben die Mitschüler*innen, die mit Depressionen oder anderen nicht sichtbaren Erkrankungen kämpfen, die den Film bereichern.
Schauspielerisch wartet der Film gerade bei den „Erwachsenen“ aus. Julianne Moore, Amy Adams oder auch ein Danny Pino geben sich die Ehre. Doch die „Jungdarsteller“ müssen sich keinesfalls verstecken, schaffen sie es doch ebenso die Emotionen rüberzubringen und ihre Charaktere die nötige Tiefe zu verleihen.

Das Fazit

Dear Evan Hansen überzeugt gerade durch Charaktere, Darsteller und Emotionen. Handlungstechnisch ein wenig zu vorhersehbar, es gibt keine Auseinandersetzung mit den Themen und die Musicalnummer sind (zumindest im Deutschen) sehr unspektakulär. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Dear Evan Hansen läuft seit dem 28.10.2021 in den deutschen Kinos

The Eternals

Ein Vorwort

Marvel versucht sich in der vierten Phase noch zu finden und startete eine Phase mit einer Mischung aus bekannten Held*innen und ganz neuen Projekten. Nach Black Widow und vor dem dritten Spider-Man durfte nach Shang-Chi uns nun die Eternals ihren ersten Auftritt im MCU (=Marvel Cinematic Universe) machen. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Für Eternals muss kein Marvel Film vorab zwingend zum Verständnis gesehen werden. Grundsätzlich ist es sinnvoll für ein paar Anspielungen die Handlung aus Avengers Infinity War und Avengers Endgame zu kennen. Der Film funktioniert aber auch das Vorwissen.

Die Handlung

5000 v. Chr. werden zehn Eternals zur Erde geschickt. Sie sollen sie dort vor den sogenannten Deviants schützen, dürften sich aber nicht in die Menschheitsgeschichte einmischen. Das führt ab einem gewissen Punkt zu Spannungen im Team und sie trennen sich. In der Gegenwart werden Sersi (Gemma Chan) und Sprite (Lia McHugh) von einem Deviant angegriffen, die sie für ausgestorben hielten. Ikaris (Richard Madden) kommt ihnen zur Hilfe. Zusammen ziehen sie los, um das Team wiederzuvereinen und die Emergenz bevorsteht.

Meine Meinung

Das nach Endgame neue Wege im MCU beschritten werden mussten, stand fest. Mit den Serien Loki und What If wurde dann auch festgelegt, dass es wohl in die Richtung der Multiversen geht. Hierfür benötigte man aber neue Teilnehmer*innen, da viele der ursprünglichen Avengers ausgestiegen sind. Da boten sich die Eternals regelrecht an. Dennoch hat der Film einige Schwachstellen und es bleibt fraglich, wie sie in zukünftige Projekte eingebunden werden sollen. Doch von vorne
Während bei Star Wars der am Anfang durchrollende Text mit Erklärungen einfach Kult ist und irgendwie auch noch zu den neuen Filmen dazugehört, so wirkt dies doch in einer Großproduktion wie bei Marvel irgendwie ideenlos. Zumal es darum ging drei grundsätzliche Begrifflichkeiten zu klären, die man im darauffolgenden sowieso noch einmal bildlich erklärt bekommt. Das ist jetzt zwar nichts gravierendes, steht aber symbolisch für vieles im Film.
Die Einführung der Charaktere im Zusammenhang mit mehreren geschichtlichen Ereignissen funktioniert gut und verdeutlicht, wieso sie so lange auf der Erde lebten, ohne in die bisherigen Ereignisse eingegriffen zu haben. Die folgende Handlung wird in der Gegenwart mit mehreren Rückblenden erzählt. Dadurch verzögert sich das sowieso schon lange zusammenraufen der Gruppe und man wird immer wieder aus dem Fluss gerissen. Dabei sind die Rückblenden mitunter spannender als die eigentliche Geschichte. Das Problem ist hier auch, dass es zehn neue Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten sind, die alle irgendwie vorgestellt werden wollen. Das klappt nur bedingt und so denkt man ab einbem gewissen Punkt, dass die Gruppe wieder vollständig ist und doch fehlt immer noch jemand.
Und sobald alle wieder versammelt sind, kommt der – eigentlich überhaupt nicht – unerwartete Plottwist. Ab hier wird es eine altbekannte Weltrettungsmission, in der natürlich alle über sich hinauswachsen. Ergo: Der Film traut sich handlungstechnisch nichts, sondern reproduziert alte Erzählstrukturen.
Dennoch funktioniert der Film. Das liegt wohl daran, dass die Charaktere durch ihre Vielfältigkeit punkten können. Auch wenn einige zu kurz kommen oder gar blass bleiben, macht es die Mischung. Und auch, wenn sich die Handlung mitunter zieht und einiges unfreiwillig vorhersehbar ist, wird es nie langweilig.
Am enttäuschendsten ist wohl das Ende. Denn mit einer Lauflänge von 157 Minuten wurde sich gut Zeit gelassen, um die Eternals vorzustellen. Nur, dass sie am Ende so positioniert werden, dass sie vermutlich in den kommenden Filmen keine Relevanz haben werden. Das ist schade, denn von einigen Charakteren möchte ich unbedingt mehr sehen.

Das Fazit

The Eternals wirken etwas lieblos ins MCU eingeführt. Trotz einiger spannenden Sequenzen und Handlungsstränge kann die Haupthandlung nicht überzeugen. Neben einigen tollen Charakteren gibt es zu viele blasse und das Ende katapultiert sie ähnlich wie Captain Marvel in die Bedeutungslosigkeit. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

The Eternals läuft seit dem 03.11.2021 in den deutschen Kinos.

PS: Wie für Marvel üblich gibt es sowohl eine Midcredit, wie auch eine Postcreditscene. Also sitzenbleiben bis zum Schluss 😉

Venom – let there be carnage

Ein Vorwort

Nachdem Sony Spider-Man an Disney verkauft hat, allerdings nur mit einer begrenzten Wahl an Antagonist*innen, versuchten sie selbst ihr Franchise aufzubauen. Doch nach den vielen Problemen des ersten Teils, glaubte wohl kaum noch jemand an einen zweiten Teil. Aber das hält ja bekanntlich in Hollywood niemanden ab. Nur sah der Trailer wenig vielversprechend aus. Warum ich den Film nicht so schlecht fand, wie befürchtet, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

In Venom stürzt ein Raumschiff der Life foundation ab. An Bord vier Symbionten. Während drei eingefangen werden können, flieht der vierte, in dem er Besitz von einer Ärztin ergreift. Gleichzeitig hat der Journalist Eddie Brock ein Interview mit dem Chef der Life Foundation Dr. Carlton Drake. Als er sich jedoch kritisch ihm gegenüber äußert, lässt, dieser ihn entfernen. Brock verliert kurz darauf seinen Job und seine Verlobte, die ebenfalls ihren Job verliert. Sechs Monate später wird Brock um Hilfe gebeten. Eine Mitarbeiterin bei der Life Foundation ruft ihn wegen ethischer Bedenken an, da die Experimente mit den Symbionten auf Menschen ausgeweitet werden sollen. Bei einem gescheiterten Befreiungsversuch nimmt ein Symbiont Besitz von Eddie, der kurz darauf übermenschliche Kräfte an sich feststellt. Dies lässt er von dem neuen Freund seiner ehemaligen Verlobten Anne untersuchen, der ihm kurz darauf mitteilt, dass er von einer Art Parasit befallen sei. Da Drake inzwischen von Brocks Einbruch weiß, setzt er eine Söldnergruppe auf ihn an. Bei der Flucht kommt es wieder zu seltsamen Ereignissen und Eddie flieht schließlich in veränderter Gestalt vor der Polizei.
Wieder bittet er Anne und ihren neuen Freund um Hilfe. Sie schaffen es Venom, so hat sich der Symbiont vorgestellt, von Eddie zu lösen, dieser kann jedoch fliehen. Zeitgleich sterben die anderen zwei Symbionten bei der Life Foundation, doch der vierte, der beim Absturz fliehen konnte, ergreift Besitz von Drake. Dieser will nun ein Raumschiff fertig machen, um noch mehr Symbionten auf die Erde zu holen, wodurch jedoch das Leben auf ihr vernichtet wird. Venom will das verhindern und verbindet sich wieder mit Eddie. Es kommt zum großen Kampf zwischen den beiden Symbionten. Dabei wird Drake zusammen mit seinem Symbionten getötet. Eddie und Venom überleben. Anne und Eddie söhnen sich aus, dennoch verschweigt er ihr, dass Venom überlebt hat und noch immer mit ihm verbunden ist.
In einer Mid-Credit-Scene trifft Eddie wieder in seiner Form als Journalist auf den eingesperrten Serienmörder Cletus Kasady. Damit wird unmittelbar der zweite Teil angekündigt.

Die Handlung

Eddie Brock (Tom Hardy) lebt noch immer mit dem Symbionten Venom in einem Körper. Dies birgt einige Probleme. Doch als er ins Gefängnis gerufen wird, um mit dem Serienmörder Cletus Kasady (Woody Harrelson) zu sprechen, findet Venom den entscheidenden Hinweis, um Cletus der Todesstrafe auszusetzen. Bei der Henkersmahlzeit gibt es einen Zusammenstoß von Kasady und Brock, wodurch dieser kurz sein Blut testet. Kurz darauf kann Kasady fliehen. Doch nicht nur das. Er scheint seinen eigenen Symbionten zu besitzen: Carnage.

Meine Meinung

Der erste Film kränkelte vor allem daran, dass zu viele Regisseure daran herumgedoktort haben und so die Tonalität sich ständig geändert hatte. Nun wurde für den zweiten Teil Andy Serkis verpflichtet. Dieser hat sich als Schauspieler auf jeden Fall einen Namen gemacht, als Regisseur ist er noch eher unbekannt, auch wenn er vorher schon zweimal den Regiestuhl übernahm. Das hat dem Film insofern gut getan, dass er wirklich wirkt, wie aus einer Vision erschaffen.
Nach dem Trailer hatte ich nicht erwartet, dass der Film funktioniert. Ein bisschen witzige Dialoge zwischen Eddie und Venom, und übermäßig viel Action mit Carnage. Herausgekommen sind witzige Dialoge zwischen Eddie und Venom und übermäßig viel Action mit Carnage. Aber! Es gibt tatsächlich so einen Anflug von aufeinander aufbauender Handlung, Charakterentwicklung und Tiefe. Nicht wirklich viel, versteht mich nicht falsch, aber doch deutlich mehr als der Trailer erwarten ließ.
Schon von Anfang an merkt man, dass Eddie und Venom eher schlecht als recht miteinander klar kommen. Neben der Grundhandlung rund um Kasady und später Carnage, geht es auch um das Zusammenleben mit einem Symbionten und die Probleme, die entstehen, wenn man sich mit jemanden den Körper teilen muss. Hier scheint vor allem Venom so eine Art Pubertät durchzumachen und sich von seinem strengen „Vater“ zu lösen. Gerade diese eher kleinen Szenen sind es, die zeigen, was der Film hätte sein können.
Auch die Hintergrundgeschichte von Kasady kommt zunächst einfach viel zu kurz, um dann im Endkampf mal eben eingeworfen zu werden. Das war dann leider der falsche Zeitpunkt, um die Ethik hinter seinen Taten auszudiskutieren. Da hätte vorher ein kritischer Blick deutlich besser getan, hätte dem Film aber mehr geboten. Wobei das verrückte Duo aus Woody Harrelson und Naomie Harris unglaublich viel Charme hat. Man möchte den beiden zwar nie begegnen, aber ihr tragisch verrückte tödliche Liebe schafft es die vielen Actionszenen zu mehr zu machen und auch der Endkampf wird dadurch aufgewertet.
Letztlich schafft Serkis es nicht das Venomverse neu zu erfinden. Er orientiert sich von der Tonalität her stark am Vorgänger, lässt aber viel eigenes einfließen. So ist Let there be Carnage ein Film, den man nett mal weggucken kann, bei dem dann die Schwächen auch nicht so ins Gewicht fallen. Schade ist es, dass man das Potential spürt, dass aber hinter einer belanglosen Actionhandlung verborgen bleibt.
So ist das Sequel nicht die Katastrophe, die ich nach dem Trailer vermutet hatte. Letztlich bleibt auch die Frage, ob ein Antiheld-Actionfilm wirklich Tiefe braucht, oder ob die Skizzierungen dessen bereits reichen. Auf jeden Fall durften sich die Charaktere weiterentwickeln und es war Zeit für ein paar witzige Dialoge, vor allem zwischen Eddie und Venom.

Das Fazit

Venom 2 – let there be carnage schafft es aus dem Schatten des ersten Teils aufzusteigen. Stellenweise erahnt man das Potential einer tiefergehenden Handlung, die dann jedoch von einer Vielzahl von Actionszenen überschattet werden. Letztlich kommt er über ganz nett nicht hinaus. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Venom – let there be carnage läuft seit dem 21.10.2021 in den deutschen Kinos

Rückblick auf den Oktober 2021

Und da ist auch der Gruselmonat auch wieder vorbei. Wir haben einen Sturm überlebt, der Herbst war eher verregnet als golden, was mich eher vor den heimischen Fernseher als ins Kino gezogen hat. Daher hier auch ohne weitere Vorrede, mein medialer Rückblick auf den Oktober 2021.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

James Bond 007 – No time to die: Fünf Jahre nach Spectre wird die Biowaffe „Herakles“ aus einem Labor in London gestohlen. Da der MI6 und M ihre Finger mit im Spiel haben, wird eine Agentin auf den flüchtigen Forscher Obruchev angesetzt. Gleichzeitig bittet Felix Leiter von der CIA James Bond ebenfalls um Hilfe bezüglich Herakles. Obwohl eigentlich im Ruhestand, muss Bond von Kuba zurück nach London und sich einigen Personen aus der Vergangenheit stellen. – Würdiger Abschluss der Craig-Ära.

Es ist nur eine Phase, Hase: Paul und Emilia sind verheiratet, haben drei Kinder und werden von ihrem Freundeskreis gerne als das perfekte Paar bezeichnet. Doch beide sind festgefahren und vor allem Emilia ist zunehmend unglücklich. Daher beschließen sie eine Pause einzulegen. Begleitet von ihren Freund*innen diskutieren sie die Alterspubertät und versuchen herauszufinden, was sie vom Leben wollen. – Seit langem nicht mehr so viele Fremdschämmomente gehabt. Sehr problematische Umsetzung.

Venom – let there be carnage: Nach den Ereignissen im ersten Teil ist Venom immer noch im Körper von Eddie Brock. Beide kommen mehr oder weniger miteinander aus. Für seine journalisitsche Karriere wird Eddie immer wieder zu Vernehmungen mit dem Serienmörder Cletus Kasady gerufen. Als dieser in Berührung mit Eddies Blut kommt, macht er eine folgenschwere Verwandlung durch. – Nicht so schlimm, wie der Trailer vermuten ließ, kommt aber auch nicht aus den gängigen Schemata heraus.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

James Bond 007: Casino Royale: James Bond reist nach Montenegro um Le Chiffre im Poker zu schlagen, da dieser viel Geld verloren hat und das versucht wieder zu bekommen. Unterstützt wird er vor Ort von Vesper Lynd und Rene Mathis. Auch der CIA-Agent Felix Leiter klinkt sich ein und unterstützt Bond finanziell. – Guter Einstieg in die Craig-Ära, aber noch mit Potential nach oben.

James Bond 007: Ein Quantum Trost: Nach den Ereignissen in Casino Royale ist James Bond auf der Jagd nach Mr. White. Dabei trifft er auf Mr. Greene, der Anführer einer Geheimorganisation, die sich als Umweltschutzorganisation tarnt, aber das genaue Gegenteil umsetzt. – Ein sehr kurzer und eher schwacher Bond, da es hier rein um die Rache aus Film 1 geht.

James Bond 007: Spectre: Nach einem eigenständigen Auftrag in Mexiko-Stadt, den er von der in Skyfall verstorbenen M erhielt, wird James Bond vom neuen M suspendiert. Denn dieser hat gerade mit dem Chef des Joint Intelligence Service C zu kämpfen, der verschiedene Auslandsgeheimdienste zusammenführen will. Doch Bond lässt sich nicht aufhalten und ist kurz darauf einer Organisation namens Spectre auf den Fersen. – Nach Skyfall ein eher schwacher Bond, der sich zu sehr ins große verrennt.

Tom & Jerry: Nach vielen Jahren der Rivalität gehen Tom & Jerry getrennte Wege. Dabei kommt Jerry in einem Hotel unter. Die neu eingestellte Quereinsteigerin Kayla wird abgestellt, um das Mäuseproblem in Griff zu bekommen, da eine wichtige Hochzeit bevorsteht. Dabei heuert sie ausgerechnet Tom an. – Hat wenige Witze Momente, eine nette Grundhandlung, aber mehr halt nicht.

Palm Springs: Auf einer Hochzeit lernt Sarah Nyles kennen. Beide verziehen sich in die Wüste, doch als Nyles von einem Pfeil getroffen wird, folgt sie ihm in eine Höhle. Kurz darauf muss sie feststellen, dass beide den gleichen Tag nun immer und immer wieder erleben. Das sorgt vor allem bei Sarah für Panikattacken. – Solider Täglich grüßt das Murmeltier Film, für einen verregneten Sonntagnachmittag.

Nightbooks: Alex stürmt nach einem desaströsen Geburtstag traurig und wütend aus der Wohnung seiner Eltern. Dabei findet er ein Appartement, das ihn magisch anzuziehen schien. Kurz darauf ist er in eben diesen gefangen, denn es gehört einer Hexe. Damit sie ihn nicht frisst, muss er ihr jeden Abend eine Gruselgeschichte erzählen. Dabei hat sich Alex geschworen keine Gruselgeschichten mehr zu erzählen.- Nette Handlung, tolle Atmosphäre, schwaches Schauspiel bei den Jungdarsteller*innen.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Fly: Bex soll an einem Resozialisierungsprogramm im Gefängnis teilnehmen. Mit Hilfe des Tanzes soll sie aus ihrer Einzelkämpfereinstellung herausfinden. Dabei trifft sie auf Jay. – Tanzfilm aus Deutschland sah im Trailer noch ganz spannend aus.

The last duel: Nachdem ein Knappe gewaltsam in sein Haus eindringt, weigert sich seine Frau zu schweigen und bringt den Fall der Übergriffigkeit vor Gericht. Dadurch provoziert sie das letzte Duell in der Geschichte Frankreichs. – Nach dem Trailer war ich mir unsicher, was der Film aussagen will, aber interessiert bin ich dennoch.

Contra: Der Jura-Professor Richard Pohl äußert mehrere rassistische Bemerkungen gegenüber der Erstsemesterin Naimi Hamid. Das sorgt für viel Unmut. Damit Pohl seinen Job nicht verliert, soll er Hamid für einen Rethorikwettbewerb fit machen. Davon sind beide nur wenig begeistert. – Handlung klingt interessant, ich bin gespannt auf die Umsetzung.

Dear Evan Hansen: Evan soll im Auftrag seiner Therapeutin Briefe an sich selbst schreiben. Sein Mitschüler Connor klaut ihm den Brief. Doch kurz darauf begeht Connor Suizid und seine Eltern finden Evans Brief an sich selbst und glauben, dass es Connors letzte Worte waren. Kurz darauf befindet sich Evan in einem Strudel, aus dem er nicht mehr herauskommt. – Allein der Trailer hat mich zu Tränen gerührt. Wenn ich den Film noch sehe, werde ich viele Taschentücher brauchen.

Ganz knapp nicht auf die Liste geschafft haben es The Boss Baby 2 & The Ice Road

Serien – ein etwas ausführlicherer Überblick

Erneut gesehen habe ich Queer Eye – Staffel 1-2 – noch immer eine meiner absoluten Lieblingsserien mit gute Laune Garantie.

Instand Hotel – Staffel 1 (Hätte ich die erste Staffel zuerst gesehen, hätte ich nicht weitergeschaut. Es wurde immer schlimmer, was die Zickereien und Hinterhältigkeiten angeht)

Brain Games – Staffel 4 (Erneut eine Staffel voller Mindfuck-Momente und interessanter Studien)

Superstore – Staffel 1-2 (Witzige Sitcom über die Belegschaft in einem sogenannten Superstore)

What if … – Staffel 1 (Eine Was wäre wenn Anthologie aus dem Marvel-Universum, leider meist nur nett in der Ausgangsidee, nicht in der Umsetzung)

Murdoch Mysteries – Staffel 1 (Spannende History-Crime Serie im Toronto der 1890er Jahre)

American Gods – Staffel 3 (Die Geschichte rund um den Kampf zwischen den alten und den neuen Göttern geht weiter, weiterhin sehr ruhig erzählt. Großer Cliffhanger am Ende und dann wurde die finale vierte Staffel abgesagt…)

Locke & Key – Staffel 1 (Spannende Mysterieserie, die sich ein bisschen zu sehr streckt)

Modern Family – Staffel 11 (Die finale Staffel zieht noch einmal alle emotionalen Register und findet ein wunderbares Ende)

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 9
Seiten gesamt: 3.402
Seiten pro Tag: 110 im Durchschnitt
Gebundenes Buch: 2
Taschenbuch: 4
E-Book: 3

Fade away: Kyra fängt frisch ihr Studium an und versucht dabei ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch in der ersten Vorlesung äußert ihr Dozent einige sexistische Bemerkungen. Da niemand außer sie sich daran zu stören scheint, beschließt sie einen Podcast zu starten, um auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Dabei lernt sie Milan kennen. – Etwas langatmiger Einstieg, aber danach spannend, mitreißend und behandelt vor allem viele ernste Themen.

Halloween in Nebelwald: Nebelwald ist ein kleiner Ort mitten in Thüringen. Während Michelle auf eine Party in einer alten Fabrik geschleppt wird, versucht Stephan seine Familie vor dem finanziellen Ruin zu bewahren und nimmt ein unmoralisches Angebot an. Doch etwas lauert in dem Wald und möchte keine ungebetenen Gäste. – Kurzweilige, aber spannende Geschichte passend zu Halloween.

When we dream: Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern mit ihren beiden Schwestern zusammen in Chicago. Sie liest viel und zieht sich aus der Außenwelt zurück. Dann lernt sie Jae-Yong kennen. Beide haben sofort einen Draht zueinander. Doch Jae-Yong ist ein weltweit berühmer K-Pop-Star. Und sein Vertrag verbietet ihm eine Freundin zu haben. – Emotionsgeladener Auftakt einer vielversprechenden Geschichte auch für Leser*innen, die nichts mit K-Pop anfangen können.

Malady Wild Emotions | Malady Intense Moments | Malady True Feelings: Die Geschichte rund um Malady, die Almeida Brüder und Narciso geht weiter. Malady ist in die USA zurückgekehrt, um nach ihrem krebskranken Bruder zu sehen. Dabe bemerkt sie nicht, dass der Schatten ihr dicht auf den Fersen ist. Es wird brenzliger, spannender und heißer. – Der Strudel aus Gewalt, Intrigen und Erotik wird immer größer. Nachdem der vierte Band ein ziemlicher Durchhänger war, wurden die anderen umso spannender.

Der Orden des geheimen Baumes 2 – Die Königin: Ead ist in ihre Heimat zurückgekehrt, doch die Angst um Königin Sabran ist ihr ständiger Begleiter. Tané trauert weiter um den Verlust ihrer Drachin und Niklas Roos ist noch immer in den Griffen der Piraten. Doch die Lage ist brenzliger als je zuvor. – Wie der erste Band sehr langsam und leider auch angatmig erzählt. Gegen Ende dafür viel zu gehetzt. Ich bin mit dem Erzählstil einfach nicht warm geworden.

Talus 2: Talus, der geheime Würfel der magischen Welt, der den Herzenswunsch, aber auch die größte Angst erfüllt, wurde gewürfelt. Die ersten Folgen sind zu merken. Erin und Kaito sitzen im magischen Gefängnis, bis ihr Mitwirken geklärt ist. Noah versucht das Verschwinden seines Vaters zu klären. Und dann ist da noch Jessica, eine Runenhexe, die mit dem Tod eines geliebten Menschen nicht zurecht kommt. Können sie die Pläne der gefährlichen Caradain aufhalten? – Spannende und magische Fortsetzung, die mir mehr als einmal das Herz gebrochen hat.

Knights 1: Charlotte will seit einem Vorfall in ihrer Kindheit nichts mehr mit der Geheimgesellschaft der Erben der Tafelrunde, kurz KORT, zu tun haben. Doch als eine abtrünnige Gruppe sie aufsucht, rennt sie in eine Gruppe KORTs und muss bei ihnen Unterschlupf suchen. Dabei erfahren diese von ihren sehr seltenen Fähigkeiten. Nun muss sie ihr Erbe begreifen und zusammen mitder Gruppe gegen eine uralte böse Macht antreten. Gleichzeitig muss sie mit ihren Gefühlen für den Lancelot-Erben Noel zurecht kommen. – Ich liebe die Bücher von Lena Kiefer und hier hat sie wieder den Auftakt zu etwas ganz besonderem geschaffen.

Es ist nur eine Phase, Hase

Ein Vorwort

Deutsche Filme boomen gerade im Kino. Sind nicht nur zeitgleich Es ist nur eine Phase, Hase und Fly gestartet, so erwartet und Christoph Maria Herbst Ende des Monats auch noch in Kontra. Beckenrand Sheriff ist noch nicht lange her, Die Schachnovelle läuft noch und Wunderschön steht auch nach längerer Verschiebung in den Startlöchern. Warum man Es ist nur eine Phase, Hase durchaus aus dieser Aufzählung streichen könnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Paul (Christoph Maria Herbst) und Emilia (Christiane Paul) sind verheiratet, haben drei Kinder und werden von ihrem Freundeskreis gerne als das perfekte Paar bezeichnet. Doch beide sind festgefahren und vor allem Emilia ist zunehmend unglücklich. Daher beschließen sie eine Pause einzulegen. Begleitet von ihren Freund*innen diskutieren sie die Alterspubertät und versuchen herauszufinden, was sie vom Leben wollen.

Meine Meinung

Habe ich zuletzt bei Beckenrand Sheriff noch gelobt, dass der deutsche Film sich gebessert hätte und deutsche Komödien auch gut funktionieren können, wird hier wieder jegliches Klischee bedient. Nach dem Trailer hatte ich meine Erwartungen schon stark heruntergeschraubt, doch das war nur die Spitze des Eisberges.
Dabei beginnt der Film gar nicht mal so übel. Wir lernen die Eheleute Paul und Emilia kennen, die auf den ersten Blick eine gute Ehe führen. Doch bald werden die Probleme deutlich. Sie sind gefangen in ihrem Alltag und Beziehungsmustern und sehnen sich nach der Zeit als sie frisch verliebt und spontan waren. Bis hierhin ist der Film und auch die Charaktere absolut nachvollziehbar. Doch bald wird das Niveau des Films deutlich, wenn eine im Poloch steckende Kugel Thema für mehrere komplett ausgespielte Szenen ist. Leider bleibt es auch nicht bei diesem Ausrutscher, den zumindest die Zielgruppe Ü-40 lustig findet, sondern ist lediglich der Auftakt für einen Film voller Fremdschampotential. Seien es die Lack- und Lederversuche, die in einer Absurdität ins Lächerliche gezogen werden, dass es nicht mehr lustig ist, sei es eine minutenlange Szene über eine Prostatauntersuchung, die nach einem kurzen Anfangsgag schon die Messlatte fürs Fremdschämen sehr hoch legte, dann aber noch bis ins unendliche ausgespielt wurde.
Schauspielerisch ist Es ist nur eine Phase, Hase eigentlich gut aufgestellt, passen Christoph Maria Herbst und Christiane Paul doch gut zusammen und bieten für das schlechte Drehbuch ein erstaunlich hohes Niveau. Wobei zwischen den ganzen abstrusen Szenen sich auch ernste und tiefgründige Szenen verstecken. Leider muss man diese zwischen den schnellen Gags und ausgespielten Peinlichkeiten eher suchen.
Es hätte ein Film über das Älterwerden sein können, das sich auf humorvolle Art mit den damit einhergehenden Problemen befasst. Vielleicht hat die Buchvorlage auch genau das – ich hab sie nicht gelesen, kann also die Umsetzung nicht beurteilen. Stattdessen sind alle Klischees übers Älter werden vorhanden und verbreiten nur eine Botschaft: Werdet nicht alt, dann scheitern alle Beziehungen.

Das Fazit

Es ist nur eine Phase, Hase ist seit langem der Film mit dem größten Fremdschäm-Potential. Statt das Thema humorvoll anzugehen, wird auf billige Gags gesetzt, die minutenlang ausgespielt werden. Daran ändern auch die guten Schauspieler*innen nichts. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Es ist nur eine Phase, Hase läuft seit dem 14.10.2021 in den deutschen Kinos

Rückblick auf das 3. Quartal 2021

Auch das dritte Quartal des Jahres ist geschafft, daher gibt es hier mal wieder einen Rückblick. Hier also im Kurzüberblick meine Highlights von Juli bis September. Jeweils zu Kino, Film, Serien und Büchern werde ich euch meine Top 5 vorstellen, die sind aber nicht nochmal gerankt.

Meine fünf Kino Highlights

1. Cruella

Estella landet nach dem Tod ihrer Mutter in London, wo sie auf die beiden Gauner Jasper und Horace trifft. Nach vielen Jahren des lockeren Lebens findet sie eine Anstellung in einem Warenhaus und schafft es durch ihre Designkünste bei der Baroness Von Hellman angestellt zu werden. Doch dort erfährt sie Sachen über ihre Vergangenheit, den ihre dunkle Seite Cruella heraufbeschwört. – Stilsicher und doch einfach nur cool. Cruella haut einem als Gesamtkunstwerk einfach vom Hocker.

2. Dune

Haus Atreides wird vom Imperator dazu aufgefordert den Planeten Arrakis von Baron Harkonnen zu übernehmen und die Produktion des allseits beliebten Gewürzes Spice sicherzustellen. Der Planet ist jedoch eine einzige Wüste und spärlich besiedelt, abgesehen von den einheimischen Fremen. Paul Atreides, Sohn des Herzogs, hat vor der Abreise seltsame Träume und fürchtet sich um die Zukunft. Sind es nur Träume oder ist seine Familie in Gefahr? – Ein optischer grandioser, spannender, gut besetzter, also einfach perfekter Film.

3. Promising Young Woman

Cassie Thomas hat ihr Medizinstudium nach dem Selbstmord ihrer besten Freundin abgebrochen. Jetzt arbeitet sie in einem Café und verbringt ihre Abende in Clubs, wo sie so tut, als wäre sie sturzbetrunken und dann mit Männern mitgeht, die sie als leichte Beute ansehen. Nach und nach sucht sie Leute aus der Vergangenheit auf, um die Geschehnisse auf unkonventionelle Art aufzuarbeiten. – Locker erzählt, dabei ein schwieriges, aber wichtiges Thema sehr gut aufgearbeitet.

4. The Father

Anthony ist 80 Jahre alt und dement. Dennoch will er seine Wohnung nicht verlassen und beteuert, dass er gut allein zurecht kommt. Seine Tochter Anne versucht so gut es geht für ihn da zu sein, doch stößt allmählich an ihre Grenzen. – Brilliant gespielt, die Handlung ergibt sich erst gegen Ende vollständig. Überzeugt vor allem durch den unkonventionellen Erzählstil.

5. Free Guy

Guy lebt in Free City. Was er nicht weiß ist, dass er ein Charakter in einem Videospiel ist. Als er auf Molotov Girl trifft, fällt er aus seiner Endlosschleife heraus und versucht sie zu beeindrucken. Diese wiederum ist eine Spielerin, die einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels führt. – Eine wunderbare Videospieladaptionparodie, die viel Spaß macht.

Meine fünf filmischen Highlights

1 Die Vögel

Mitch Brenner spielt Melanie Daniels einen Streich. Sie will sich rächen und fährt dafür zu seinem Haus in Bodega Bay. Dort bleibt sie unerwartet länger und kommt Mitch näher. Doch die Vögel in Bodega Bay fangen an sich sehr merkwürdig zu verhalten. – Klassiker von Hitchcock mit sehr unbefriedigendem Ende.

2. Schindlers Liste

Oskar Schindler ein Mitglied der NSDAP will eine Emaillefabrik bei Krakau zu neume Leben erwecken und benötigt dafür Arbeiter. Aus Kostengründen entscheidet er sich für Juden aus dem neugeschaffenem Ghetto. Über die Jahre setzt er sich immer wieder für seine Arbeiter*innen ein und rettet damit ca. 1200 Juden*Jüdinnen das Leben. – 195 Minuten bedrückende Geschichte und jede Szene ist notwendig und wichtig.

3. Das Phantom der Oper (Musical)

Als die neuen Operndirektoren Andre und Firmin die Oper übernehmen, wollen sie nichts von dem Phantom der Oper wissen. Doch die mysteriösen Vorfälle häufen sich, so dass die Primadonna Carlotta ausfällt. An ihre Stelle tritt Christine Daae, die dadurch ihre Jugendliebe Raoul wiedertrifft. Dies ruft das Phantom, ihren geheimnisvollen Lehrer, der sich in sie verliebt hat. – Atemraubende Verfilmung des Musicals von Andrew Lloys Webber.

4. The guy who didn’t like musicals

Paul mag keine Musicals. Doch nach einem Kometenabsturz fangen alle um ihn rum an zu singen und tanzen. Was hat es damit auf sich? – Leicht abgedrehte Musicalnummer, die total viel Spaß macht.

5. Das wandelnde Schloss

Eine junge Hutmacherin wird von einer Hexe verflucht und wacht als alte Frau auf. Auf ihrer Suche nach Erlösung, trifft sie auf einen Zauberer in einem wandelnden Schloss. Sie heuert als seine Putzfrau an und merkt, dass auch er errettet werden muss. – Bisher eines meiner liebsten Studio Ghibli-Filme.

Meine fünf serienlastigen Highlights

1 Loki – Staffel 1

Loki Laufeyson konnte durch die Zeitreise der Avengers in Endgame mit dem Tesseract fliehen. Doch seine Freude wehrt nur kurz, denn die TVA fässt ihn kurz darauf, weil er gegen den wahren Zeitstrahl verstoßen hat. Er landet vor Gericht und steht kurz vor der Stutzung – also der endgültigen Auslöschung. Doch Agent Mobius setzt sich für ihn ein, da er seine Hilfe braucht, um eine Variante zu finden, die einige Zeitagenten ausgelöscht hat. – in paar Logiklöchern im Zeitreisesegment, funktioniert aber gerade durch die Charaktere und die kleinen Feinheiten. 

2. We bare bears – Staffel 1

Die Bären Eisbär, Panda und Grizz leben in einer Höhle im Wald. In ihrem Alltag oder ihren Besuchen in der Stadt erleben sie allerhand Abenteuer. – Lustige und herzerwärmende Kinderserie

3. The Unicorn – Staffel 2

Wade hat vor einem Jahr seine Frau verloren. Nach der Trauerphase müssen er und seine beiden Töchter Natalie und Grace wieder nach vorne schauen. Immer mit dabei sind die befreundeten Pärchen Forrest und Delia und Ben und Michelle. Die sind es auch, die Wade ermutigen wieder zu daten. Denn als Witwer sei er ein „Unicorn“ und daher sehr begehrt bei den Frauen. – Auch die zweite Staffel war wieder sehr witzig, hat die Charaktere gut weitergeführt und sorgte für gute Laune.

4. Motel Makeover – Staffel 1

April und Sarah wollen in Kanada ein in die Jahre gekommenes Motel mit geringem Budget wieder aufpolieren und mit ihrem eigenen Stil versehen. Dabei kommt es zu allerhand unvorhergesehenem, wobei das gravierendste wohl die Corona-Pandemie sein dürfte. – Ich hatte erst Bedenken, dass eine Staffel für ein Motel zu lang wäre, aber die Folgen sind spannend und interessant gestaltet, das Duo sehr sympathisch und ihr Stil außergewöhnlich.

5. Traumhaus Makeover – Staffel 1-2

Shea McGee hat zusammen mit ihrem Mann eine Renovierungsfirma gegründet. Egal, ob das ganze Haus oder nur einzelne Zimmer, egal ob großes oder kleines Budget, die McGees kümmern sich um alle Wünsche. Mit ihrem unvergleichlichen Einrichtungsstil treffen sie dabei immer ins Schwarze. – Super sympathisches Paar und tolle Serie für Einrichtungsfans.

Meine fünf buchige Highlights

1 Ein Herz voll Leben – Violet Thomas

Isabella Kramer ist stolz auf ihren Cupcake-Laden an der Ostsee. Bis ihre beste Freundin stirbt und sie auf einmal das Sorgerecht für die kleine Leni bekommt. Sie versucht ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und braucht jemanden, der ihr im Laden hilft. Da kommt Max wie gerufen. Doch seine Beweggründe sind nicht die, die Isabella erwartet. – Herzzerreißend und voller Mitgefühl. Zwischenzeitlich will man einzelne Charaktere einfach nur schütteln, aber letztlich siegt die Wohlfühlseite.

2. Das Meer der Legenden – Babsi Schwarz

Die Halbnixe Mavi landet durch Zufall auf dem Schiff des berüchtigen Piraten Tairon wieder. Da sie auf der Flucht vor einem anderen Mann ist, schließt sie sich der Gruppe an und segelt Abenteuern entgegen. – Spannende Abenteuergeschichte mit tollen Charakteren.

3. Vielleicht Jetzt – Carolin Wahl

Gabriella reist von Brasilien nach Deutschland, um dort ein Praktikum in der Firma ihres Vaters anzutreten, von dem sie zuvor nichts wusste. Im Flugzeug trifft sie auf Anton. Nach einem schlechten Start, funkt es zwischen ihnen. Kurz darauf stellt Gabriella fest, dass Anton ebenfalls in der Firma arbeitet. Nur sind Romanzen am Arbeitsplatz nicht gern gesehen. – Eine tolle Liebesgeschichte mit tollen Charakteren, auch wenn ich Anton das ein oder andere Mal einfach nur schütteln wollte.

4. Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte – T.J. Klune

Linus Baker ist Sachbearbeiter beim BBMM (Behörde für die Betreuung magischer Minderjähriger). Auch wenn ihn sein Job nicht gerade glücklich macht, glaubt er doch damit etwas Gutes zu tun. Dann bekommt er vom Allerhöchsten Management den Auftrag das Heim von Mr. Parnassus genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch was Linus dort erlebt, darauf konnte ihn kein Bericht vorbereiten. – Erfindet das Rad vielleicht nicht neu, aber bietet eine herzerwärmende Geschichte.

5. Love with Pride – Lea Kaib

Stella hat keine guten Erfahrungen an ihrer Highschool gemacht. Nun soll es am College ganz anders laufen. In Haydensburgh will sie einen Neustart wagen und mutig sein. Trotz ihrer sozialen Ängste bewirbt sie sich Zeta Kappa Sigmas. Dort trifft sie auf Ellie, die ihr ruhiges Leben ganz schön auf den Kopf stellt. – Lea Kaibs Debüt ist vielleicht sprachlich nicht zu 100% ausgefeilt und braucht ein bisschen, um in Schwung zu kommen, doch die Geschichte ist toll und nimmt schwierige Themen auf, die gut umgesetzt sind.